Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 165
Zreitag, \v. Juli (920
Frankfurt
Berlin
Slbcitiy- Abend- Schluß- Schluß-
:uli. Börsen
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5 Prozent, öproz. Reichsa:üeihe 79Vs. Jin freien Berühr Deutsche Erdöl 1610, Deutsche Petro
leum 838.—, schwächer. Ludwig
Ganz 226 bis
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229,75
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230,25
14.7.
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nur die im mit
renbach hat Millevand sch « r n über den Zwischenfall in
Zürich . . . Amsterdam . ßopenl)agen. Stockholm. . Wien
‘Prag . . . .
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Frankfurt cu Ul, 16- Juü. Tevisenmartt.
niedriger.
Frankfurt a. M.
fern Bebau- ausgesprochm.
15.7.
14,40
7,30
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11,60
alles für die Katz.
Allabendlich ging er ins Ton, was ivnst selten geicM.en war, wartet: gemimt mir neuesten Nachrichten, die der Bürg^rm-nster goldenen Schwan v-orlas, und kargte nicht seiner Meinung.
Da gab es ost böses Blut, denn außer paar Männern, deren Väter unter Napoleon dient hatten, waren alle Feuer und Flamm:
So tröstete sie sich und betete und hofft?. Die Arbeit blieb ihr zwischen den Fingern stockm. Dags wartete sie auf die Nacht, nachts sehnte fi> sich nach dem Tag, und nirgends ließ ihre Unruh: sie rasten.
Auch der Müller tat seine Arbeit nur lästig; nur tels notwendigste verrichtete er, und tats olm? Freude, ohne Lust. Was lag denn an allem, wenn die Buben nicht wiederkamen. Dann war ja doch
den Krieg. Da war kein einziger, der nicht g:rn zu den Waffen gegriffen hätte, wenn d:r Rur 'Ergangen wäre, und jeder beneid't? Andreas Weidmann, der fünr Söhne bei der Fahne hatte und ?s durchs,eseßt hatte, im Garuiaiünenst verwende zu werden und wöchentlich ins Dort kam, um Liebesgaben zu sammeln.
Einmal sammelte er spät abends im Schwanen. W^hrum gab ihm ein Goldstück.
„Aber sorg mir dafür, daß kein Preutz etwas davon kriegt!" fügte er hinzu.
Weidmann sah ihn groß an: seine Augen funkelten zornig. ,.Jm Lazarett gibts nur Berivun-
228.—, anziehend.
Markuolterungea.
Datum:
bete, aber keine Preußm und keine Hessen, kein: Franzosen inib sonst nix: nur lauter arme Men-- schen, lieber Welrrum. Gelst nur einmal hin und seht Euch die bedauernswerten Kcüs'p:l an, anstatt hier den Preußenfres er zu spi'len und das Maul aufzureißen. Ich mein dann: Wenn Ihr denen nix gönnen wollt, dann könnt Ihr Euer Geld wieder haben!"
So sprach der Alte und steckte unter dem G:- lächter der anderen das Geld ein.
Bon dem Tage an ließ der Mehrum sein? Mägde jeben Abend eine Stund? lang Charpie zupfen, aber seinen Haß mir die Preußm hütete er unvermindert und wollte Beine andere Meinung gelten lassen.
Allabendlich gab's im Schwanen harte Worte und allmählich verfeindete er sich mit dem ganzm Torfe, aber das focht ihn nicht an. Zu schwer lag ihm die Sorge um seine Buben aus dem Hwzm, zu fpft war er davon überzeugt, daß die Preußm ganz allein die Schuld an dem Kriege hätten. Und keinen Einwand, keine Gründe ließ er gelten, und selbst wo die paar anderen Franzosenfreund?, die sich um ihn geschart hatten, wenigstens schweigend Recht als Recht anerkannten, da war von ihm immer noch ein Einwand, immer ^noch eure gehässige Bemerkung zu gewärtigen. Selbst das G'- nie Molttes sand keine Gnade vor seinm Augm: ja nicht einmal die Erfolge der deutschen Arm"n wollte er gelten lassen.
(Fortsetzung folgt.)
„Ich hab ihr ja neulich schon gesagt, ich vollt ihr tzteld gebeii. Da hättest du sie einmal hören sollen. Sie töt sich ihr Lieb nicht bezahlen lassen, und was weiß ick, was sie noch alles ge<= jflflt bat . . . Die Ät ihren eigenen Kopf . .
stimmungsbild. Die sich stärker machende Zurückhaltung hemmte den Geschäftsverkehr. Tie Kursb.w.'gungen blieben toscheiden. Am Montan- aktienmarkt trat in einzelnen Papieren Abschwä- chung ein. Es notierten u. a. Mannesmann 379.— minus 2V2, Kali Westeregeln 610.— (— 4 Prozent) Bockmmer 321.—. In reger Nachfrage standen Barzelius, 266.— plus 8 Prozent. Schan- tungbahn, welch? im Angebot lagen, verloren mit 677.— 13 Prozent. Hamburg Pakeifahrt behauptet, 1791/4. Auf dem Gebiete der Industrie- Papiere bewahrten Chemische Aktien feste Tendenz. Holzverkohlung gewannen 5 Prozent, 365. Adlerwerke Kleher gingen 21/2 Prozent höher, um 225.—. Daimler fck)wächer, 212.—. Karlsruher Maschinenfabrik zogen um weitere 2V? Prozent auf 259.— an. Zellstoff Aschaffenburg 379V2 (— 5V2), Schuhs. Aug. Wessels 2471-V Crlvähnensweri sind noch Scheideanstalt mit 503. Farbwerke Höchst 353V2, (Sementwert Lothringen 200.—. Deutsche Verlagsanstalt 190.— plus
„Ja, Gott, sie hat ja schließlich recht . . . Denk du dich doch an ihre Stelle. Und wenn du sie nit heiraten willst, dann weiß ich nit, was daraus werden soll ..."
„Ich ja auch nit! Und darum hab ich dirs ja gesagt!"
Sie gingen eine Weile nchmernandcr her und hingen ihren Gedanken nach.
„Gib mal acht, wenn mans so machen könnt!" begann der Peter. „Ich muß übermorgen fort, du hast noch zwei Tage 3eit. Wenn du nun der Mutter alles erzählen tätst. Tie könnt bum t lorgen, wenns nötig wär. Was kann man denn wissen, wie alles Tommt. Es ist ja so vieles möglich .... Und später kann man ja immer noch sehen!"
Christof bemühte sich vergeblich, den Bruder umzustimmen. Ter schlug alle Einwände in den Wind und blieb bei seinem Entschluß.
Zwei Tage später nahm er leichten Abschied.
II.
Die Müllerin fand keine Ruhe im Wachen und Schlaf. Ihre Gedanken waren bet ihren Buben im Feld, und was um sie her vvrging, war ihr fast gleichgültig. Selbst die Mitteilung, di? ihr Christos über den Peter und die Sett? gemacht hatte, war ihr nur im ersten Augenblick aufregend gewesen? Was lag jetzt daran? Was lag ihr an allem, wenn nur die Buben wlederkamm. Dann würde sich fdxm alles wieder ins Gleise bring:n lassen.
mieber daheim, bis das ftrnb kömmt . . ." „Vielleicht auch schon längst tot . . „Tas wär' vielleicht auch das beste!" „Und wenn das .Mnd verkommt durch
Schuld?"
Datum: Amsterdam» Notterd. ®rü|Jcb7InttDerpen . Christiania......
Kopenhagen .....
Stockholm......
Helsingsor»......
Hundel.
Berlin, 15. Juli. B ö r s en st imnru n g s- bild. Tie Börse eröffnete in fefter Haltung, da von franzosisckicr Seite Meldungen Vorlagen, daß das Kohlenaböommen in Spaa unter gewissen Be- dingintgen unter'.cichnet worben sei. Darauf hat eine neuerlich^ Kauflust für .Hüttenaktien hervor, die etnra 2—5 Prozent gewannen. Auch andere Werlgattungen stell cu sich meist etwas höher. Badische Anilin um 7 Prozent. Vereinzelt waren aber auch bemerkensnxrtc Rückgänge zu verzeichnen, so verloren Th. Goldschmü t 10 Prozent, Wa> eregcln Alkali 8 Pmzent, Steaua Romana 14 Prozent. Lluch Kvlonialpapiere wie Otavi und Schantung- balpl stell! en sich löchriger. Im all gemeinen wirkte die sich härter geltend machende Zurüctt-altnng im Verlaufe ans die Kursbewegung nachteilig ein. Petroleum«ttien tonnten sich ungefähr behaupten. Am Anlagemarkt neigten Teutsckue Anleihen zur Abschwächung. Tie Börse schloß bei se'hr trägem Gesckiäft etwas abge schwächst. Petwleumaktion
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(In einem Teil der Auflage wied:rholt.) Ein neues Entgegenkommen Deutschlands in der Kohlenfrage?
Spaa, 15. Juli. (WTB.) Der Berichterstatter der Agentur Havas glaubt mitteilen zu können, daß Professor Bonn im Namen der deutschen Delegation Lloyd George am Mittwoch abend benachrichtigte, daß sie die Bedingungen der Alliierten bezüglich der Kohlenlieferungen von zwei Millionen Tonnen monatlich annehme. Diese Annahme sei zwar von Bringungen begleitet, die sie zweifelhaft erscheinen lassen. Mil- leranb begab sich sofort zur Kennttlisnahme zu Lloyd George, mit dem er tonferiecte.
Die französischen Pläne im Ruhrgebiet.
Paris, 15. Juli. (WTB.) Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Spaa habe die französische Regierung der englischen Regierung vorgeschlagcn, falls die Deutschen das Ultimatum in t>er .Kohlenfrage abldhnen sollten, während der BeseMmgsidauer des Ruhrgebiets Hamburg durch englische Soestreitkräfte ebenf.ills besetzen zu lassen. Diese Aufforderung wurde von der englischen Regierung mit lebhaftem Protest a b ge l eh n t.
Nach einer anderen Meldung der „Chicago Tribime" ans Spaa sind als Bedingungen für die Besetzung des Rifl/rgebiets vereinbart loordcn: Die Besetzmrg beginnt zwn Stunden nach Ablaufs des Ultinratums. An der Besetzung dürfen keine schwarzen Truppen teilnehmen. Tie Besetzung wird so ausgesührt, daß der Ruhrbezirk mit einem Kordon von Trupps umschtosiim und vom übrigen Dentsch- land abgesarnitten wird. Nur wenn nötig, sollen größere Städte durch Truppen besetzt wetten. Die Zivilrechte der Bevölkerung werden gewährleistet, jedoch fäll die lokale Polizei unter Kontrolle genommen werden. Für die Kohlen soll ein h ö h e r e r Preis gezahlt werden, damit die Arbeiter ein Interesse an stärkerer Förderung hätten. Die Er- nährimg des Ruhrgebietes soll durch die Lllliierten während der Dauer der Besetzung sichergestellt werden.
Die Kosten der Besetzung deutscher Gebiete.
Brussel, 15. Juli. (WTB.) Havas. Die Blätter melden, daß die Wiedergutmachungskom- Mission nach Prüfung der deutschen BesÄverden wegen der ungeheuren Kosten der militärischen Besetzung der deutschen Gebiete die von Deutschland in Ausführung der Bestimmungen des Frie-
Hdchseintommenfteueroeranlagung.
Finanzamtsassistent Schäfer - Gießen sendt uns eine für al c Steuerzahler interessmtte Zusammenfassung to Bestimmungen zur Reichs>in- tommenfteircrDeranlagung:
Es ist heute dem Steuerpflichtigm nicht leicht möglich, sicy in dem Netz der Steuergesetzgebung zurecht ,pi finben. In erhöhtem Maße gilt dies von tem mit 1. April d Js. in Kraft getretenen Einkommensteuergesetz, soweit es di? Uebergangs- zeit betrifff Gegenüber dem bis dahin geltenden hessischen Einkommensteuergesetz vom 12 August 1899 weist das neue (besetz insbesondere dadurch, daß cd die Ouellenthwric aufgibt und sich ton Schanzschen Eintomnwnsbegrisf zu eigen macht, wesentliche Veränderung.m auf. Cs würde 511 weit führen, wollte man diese alle hier aufzählen. Daher sollen nur die wichtigsten Bestimmungm erwähnt werden, soweit sie ton Znlabschnitt betreffen, für den das steuerpflichtige Ein komm ?n fest- zuftellen ist.
Wie seither, umfaßt auch fernerhin das Strner- jahr die Zeit vom 1. April bis 31. März. Anders hingegen verhält es sich mit dem ZeitMnkt b?r für die Feststellung des zukünftig zu verstenernden Ernkommens maßgebend ist. Dieses laurto bisher bet Gen'erbcl reib? n den nach dem dreijährigelt Durchschnitt ermittelt, Besoldungen, Gehält?r, Ruyeg?lder, Löhne usw. unterlag?» in der Höhe der Besteuerung, als sie am 31. März — also einen Tag vor Beginn des Steuerjahrs — bestanden. Nach tont neuen G.ff?tz hingegen wird das Einkommen besteuert, welches ein Steuerpflichtiger in tont dem Steuerjahr vorhergehenden Kalenderjahr begonnen hat. Betrugen beispielsweise die steuerpflichtigen (Einkünfte eines Pflichtigen im Kalenderjahr 1920 gleich 10 000 Mk., so wird diese Summe int Steuerjahr 1920 (1. April 1921 bis 31. März 1922 der Besteuerung unterworfen. Bei Gewerbetreibenden ist hier in insoweit eine Ausnahme gemacht, als jeweils das Ergebnis des letzten Geschäftsjahrs, das b? kanntlich nicht immer mit dem Kaleitderjahr zu- sammenfällt, soweit es zur Zeit der Veranlagung sestigestellt werden kann, versteuert wird. Es sei nnederlwlt, nicht mehr der dreijährige Dtttch- schnittsertrag, sondent der einjährige G?schäfts- ertrag unterliegt .der Bestmerung. Die Reihenfolge der Wirtschaftsjahre baxf hierbei nicht unterbrochen werden.
Bezüglich des für das Steuerjahr 1920 zu versteuernden Einkommens macht das Gesetz eine Ausnahme. Normalerweise wären für bi? Einkünfte des Kalenderjahrs 1919 der Bestnterung zu unterwerfen gewesen. Allein bei Beratung des Gesetzes tmirbc regierungsseittg auf di? während der Ueber- gangszeit bcstehenton außerortoutltchen Schwierigkeiten, die durch Veranlagung zum Vermögenszuwachs und des Reichsnotopfers noch besonders vermehrt würden, hiugewieseu und hierdurch die llndurchsi'iht'barkeit infolge llebertaftuug der Veranlagt! ugsbehöt den dar getan. Infolgedessen itrirb in § 58 des neuen Einkommensteuergesetzes bestimmt, das; für das Steuerjahr 1920 das Einkommen der Besteuertlng zu Grund? zu legen ist, das im Kalenderjahr 1920 bezogen lvird. Hieraus ergibt sich ganz von selbst, daß die Veranlagung für dieses Steuerjahr erst nachträglich, frühestens naeh Ablauf des Kalenderjahrs erfolgen kann. Um nun der Reichskasse vorläufige Abschlagszahlungen der Steuerpflichtigen zuzuführm, erhalten diese — und dies erfolgt in allernächster Zeit — entweder einen Anforderungszettel oder einen vorläufigen SteucrK'sckeid. Wer einen An- svrbemngszetlel erhält, hat vorerst die Steuer, soweit sie auf das für 1919 festgestellt? Einkommen entfällt, zu entrichten wie seither, derjenige, welcher mit einem vorläufigen Bescheid bedacht wird, leistet gleichfalls von dem für 1919 feftgeftellten steuerpflichtigen Einkommen, die sich nach dem Reichssteuertarif ergebende Abgabe. Das ist immer dann der Fall, wenn die nach dem neuen Tarif zu entrichtende Steuer höher ist als die seitherige Landessleuer. Versteuerte beispielsweise ein Pflichtiger der Stadt Gießen für das Steuersahr 1919 gleich 20 000 Mk., so betrug die Abgabe (Staats- unb Gemeilitoeinkommensteuer ausschließlich Kirchensteuer) 3199,40 Mk., während sich die Steuer nach den Sätzen des Reichssteuertarifs auf 3840 Mark berechnet. Letzterer Betrag ist demnach als vorläufige Steuer züi zahlen. Wer in ?inem Ar- beitsverhältnis steht, bekommt infolge des Steuer- äbzugs vom Lohn weder einen Anfortorungsz:ttel noch vorläufigen Bescheid, es sei tonn, er hatte neben dem Ärbeitseinkommm anderweittge größere Einkünfte, z. B. aus Kapitalvermögen, Landwirtschaft ober Gewerbe, die bi? Erteilung eures vorläufigen Steuerbescheids notwendig machen würben.
Nach Ablauf des Kalenderjahrs 1920 sind von alten Steuerpflicht.gen mit Einkommen von mehr als 3000 Mk. Steuererklärungen einzureichen auf ®nnü> deren die endgültige Veranlagung und Festsetzrmg der für das Steuerjahr 1920 zu entrichtenden Steuer erfolgt. Soweit die vorläufig ^»ablten Beträge bas tatsächliche Steuersoll eines Pflicht:gen nicht bcaen, ist der Restbetrag nachzu zahlen, zu viel gezahlte Steuern sinb zu erstatten
ihiii Ä benD,15.B.b. läS ck. Yictorbli „ Kv'w; Uh i. von biffifl. 9f ,anu zur 5lufe* .4 belieb ßttoi- n gelbilflfbetii ief. WLSJili vereint Lchr.klli töla.d.M8^ MebeüderW :amter, A W 11 üitf bieiem ik? fl. Mädchen lütt . Ambe mchi ort 1.) zwecks svaim befanntü
Vlll werbet, inaeboie mliSj L an b. e oeköten fllw» l.Eisch.,Ai'ietz bnraki.u.Hmnl
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^bMhewAW
Der Klostermüller.
Eine Erzählung von Karl Neurath.
(Nachdruck verboten.! Fortsetzung 5.
Peter kaute an seinem Schnurrbart und überlegte, dann schüttelte er heftig den Kops.
„Ne, das ist kein Plan! Ja, wenn ich müßt', daß ich nit mehr wiederkäm, dann: aber es ist doch gar nit ausgeschlossen, daß man wietor heim kommt, inti) da müßt' ich mich meiner Lebtag mit der hermnschleppen ... Ne . . ."
„Des hättest du eigentlich vorher utorlegen lallen, Peter. Ein anständiges Mädchen in Schande und Unglück zu bringen, das ist nii . . . Wir geh n in den Krieg, vielleicht in den Tod . . . wlllft du da nit alles tun, was du tun kannft, um dem Kind sicher zu stellen? Vielleicht ist's ein Bub . . dann ist ein Erbe da, wenn wir fallen . .
„. . . . Gott weiß, wen die Sette dann noch heiraten tat . . Vielleicht sind wir dann längst
n#SS e»
.tag-18.* «MSUK füllet Hof
Höchstpreise für Getreide.
Berlin, 15. Juli. (WTB.) Durch eine 93er» orbnimg vom 14. Atli 1920 wurden von Reichsminister für Ernährung der Landwittschaft enb= gültige Höch st Preise für (betreibe aus der Ernte 1920 festgesetzt, nachdem bereits am 13. März 1920 Mindestpreise bekanntgegeben worden waren. In der Mindestpreisverordnung war beftimmt worden, daß die endgültige F.'stsetzung der Preise unter Berücksichtigung der bis dahin entstandenen Produktionskosten erfolgen solle. Auf Grund dieser Besttmnrung führte die vorgmom- mene Ermittlung der Prvbuktionskostensteigl.'rmig zur Festsetzung eines Grundpreises von 1400 Mk. für die Tonne Roggen unb 1350 Mk. für die Tonne Gerste, sowie Hafer und 1540 Mk. für bi? Tonne Weizen.
ober für bas nächste Steuerjahr aufzunehmen. Nach Durchführung der Veran.agung für 1920, die, wie bereits vorher ausgeführt ist, ausnahmsweise nachträglich erfolgt, wird wohl gleichzeitig auch diejenige für das Steu.rjahr 1921 ausgesprochen werden, denn nunmehr hätterr die regelmäßigen Ratenzahlungen in den Monaten Mai, August, November und Februar jeden Jahres zu erfolgen. Ob indessm diese gesetzttch fel'tßclegtcn Zahlungstermine für 1921 unbebingt bibehatten werben können, müssen weitere Ausführungsbestimmungen ergeben.
Oben ist bereits mtsg'führt, daß jeweils das in dem dem St.merjaljr vorhergehenden Äaienc^r jahr bezoyene Einkommen vecsieuer. werden sott. Hieraus lolgcrt, daß das Emkommen aus dem Kalenderjahr 1920 zweimal als Grundlage für die Veranlagung dient, denn einmal wird es bereits im Steuerjahr 1920, sodann abu auch für 1921 herangezogen. Vi lerseits wurde hieraus der Schluß gezogen, es läty? eine Doppelbesteuerung vor. Diese Äuf'fas'ung rst nicht zutrefsend, wie bereits in Nr. 161 dieses Blattes in dem von Herrn Justizrat Grünewald veröffent ichten Artikel dargelegt wird. Von einer Doppelbesteueruirg könnte nur bann gesprochen werden, wenn dieses Einkommen in bemft'lben Jahn? zweimal veranlagt würbe.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß das sür die Uebergangszeit notwendig gewordene Verfahren Härten mit sich bringt, die hauvtsächttch darin tu suchen wären, wenn außerordentlich? Ein nahmen wiederholt als Grundlage für die Besteuerung bienen würden. Hier wirb baburch Abhilfe gesckwffen, als § 59 des Gesetzes bestimmt, daß diese außerord nt ichen Einnahmen, unter die ßotteriegeroinn-, Mehreinnahmeii infolge außergewöhnlicher Waldnutzungeii u. a. m. zu rechnen find, nur in einem Jahr zu versteuern si d. Ist beispielsweise einem Pflickstigen in 1920 ein Lotteriegewinn von 50000 Mk. angefallen, dessen übriges steuerpflichttges Einkommen 23 CO) Mk. beträgt, so hätte dieser für das (Steuerjajr 1920 «70 00Mk., für 1921 hingegen nii 20000 zu w,r(’^ucm. In befonberen Fällen, in denen § 5.; nw nicht an wenden ließe, müßte ge- gebeneniah. avrch § 108 der Reichsabgabeordnung Abhilfe geschaffen werden.
1
liiere stur 11 eiuchi. Tchr. 8»;
9 a. d. Aieh. »id
iifkrforn
>tto fcebaaf iv.-Kokstrllr.'"
chtätnu
densVertrages zu zahlende Summe auf 7 Franken pro Kopf unb Tag festgesetzt hat.
Polens Last?.
Kopenhagen, 15. Juli. WTB.) Zur gegenwärtigen Lage in Polen schreibt „Politiken" in einem Öeirartif I: Tie imperia- listtschen .Leiter der polnischen Pvlittt l-alvn erreicht, daß sic bas unglütflidye öanb in eine verzweifelte Lage gckracht haben. Weder in mili- tärifdjcr noch m wirtsck»!tlülxw Beziehung I)attai bie Polen genug Kräfte, Kri.^g zu führen. Die Niederlage ist so vollständig, daß man, meint die Entente nicht helfend einsprrngt, zu be fürchten hat, daß ganz Polen von den Bvlschc- wisten überschwemmt wird. Es geht and dm vorliegenden Berickn m hervor, daß die nlliierter Hauptmächte England und Frankreich sich nur ungern für Polen mili:arisch gegen bi? Bvlsche triften engagieren Nich. all in bie eigenmächtig begonnene und in eine wilde Flucht ^nvanbeltc Otiensive, sonder,! auch das Ergebnis der Volks- a b ft i m m u 11 a in O st- unb Westpreußen Hot eine starke Abkühlung ber Sympch en der Alliier! en für Polen torvvrg.rufen. Es zeigte sich nun, wie weit entfernt von b r Winlichöeit die Vorstellungen waren, die Polen seinerzeit der Entente über die Mtionalität.nver h-.il tnisse in den beiten genannten Provinzen beigebradjt hat. Hätten sich bie Alliierten denken können, wie die Lage in Wirklick.k.nt mar, mürben sie sicher keine Veranlassung gefunben (toben, bie Volksabstimmung vorzunehmen.
Der Friede zwischen Sowsetrußland und Litauen.
Rotterdam, 15. Juli. (WTBtt Der Times zufolge ist am 12. Juli ber F r i e be n sve r t ra g zwischen Sowjetrußland unb Litauen unterzeichnet wordm. Die Sowjelreaferung billigte dabei die Geb ie tsso rt-erungen Litauens. Wie verlautet, btt auch Polen cne Unabhängigkeit Li- taneirs anerkannt und auch der Räumung Der Gebiete östlich des Njcmen, einschließlich 6>rodno, zu- gestimmt. Sitz ber litauischen Regierung wrrd Wilna sein.
Revolutionäre Kundgebungen im italienischen He r.
Wien, 15. Juli WTB.> Die „Neue Freie Presse" 'veröffentlicht eine Meldung airs Laibach,- lvonach in dem von Jt.flian besetzten Gebiete in der 9Q>ria am 8. Juli Offiziere intb Mannschaften des Jnfanterie-Reinments Nr. 14 unter dem Rufe: Nieder mit dem König! Es lebe Lenin! toinonstrierten. Tie L's ziere forderten die Mannschaften auf, die besetz e.i Gebiete zil verlassen. Erst als das italienisch ttommmüx» Verstärkungen erhielt, konnten -die Meuterer entwaffnet und abtr-ansporttert werden, t'lcht Offiziere wurden verhaftet. Weiter meldet das Blatt: In Rncktvirkung der Vorfälle in Spal-ato tarn es in Triest zu blutigen Konflikten. Zwei Personen wurden getötet, 30 verwundet. Zwei Druckereien wurden zerstört.
Aus Mcriko.
Amsterdam, 15. Juli. (WTB.) Der Korrespondent der „Simetf" in Mexiko ist ermächtigt worden, mitzuteilen, daß die neue mexii-onisckx Regierung gewillt ist, alle durch die früheren Negierungen eingegangenen Verpflichtungen Mexikos anzuerkennen.
Der Zwischrnfall in Btttlin.
Spaa, 15. Juli. (WTB.) Reichskanzler Feh-
DnnfoH Dgpn Eine Sehenswtirdiirkeit! Eis- „niipiCIU Dui Getränke, Liköre, Mokknstnbe.
ünnfalrl stilllo" tonangebend. Nachmittagstee „liuplulu Ululv Gesellschaft!.Veranstaltungen
Weinstuben“
„fiuplelds Privat-Bote!“
Geld Brief
Gelb
Bries
14. Just
15. Juli
1365,10 1368,90 1366,10 1368.90
342.15 342,85
312.15
343,85
649,35 650,65
649,35
650,65
654,35 655,65
649,35
650,65
856,60 858,40
861,60
863,40
158,80 159,20
157,b0
158,20
London. .
.. . 151,85
152,15
151*47 151'77
Aew-7)ork. .
38,55
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38,75
Paris. .
.. . 322,15
322,85
319,65
320,35
Schweiz.....
687,<0
688,70
68\30
686,70
Spanien .
616,35
617,65
616,35
617,65
Wien (alles) .
21,97
22,03
21,47
21,53
Deutsch.Oesterr.
abg 25,84
25,90
25,92
25,98
Prag......
84,90
85,10
85,42
85.47
Budapest....
Bulgarien . ..
23,37
23,43
23,22
23,28
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Konstantinopel.
Börsenkurse.
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Datum:
Kurs 14.7.
Kurs 15.7.
Kurs
14. 7.
Kurs
15.7.
5' oDeut.Kriegsanl.
79,50
79,50
79,50
79,50
4°^Deut.Neichsanl.
—. —
— . —
70,90
70,80
3°/gDeut.Reichsanl.
— . —
59,70
60,50
4° fi Preuß. Konfols
— . —
— . —
68,75
67.75
Darmstädter Bank
150,-
— . —
151,25
151,-
Deutsche Bank . . .
262,75
259,-
260,50
Disconto« Gesellsch.
198,50
— . •
200,50
199,-
Dresdener Bank .
— . —
— _ —
166,-
163,50
Nationalbank f. D.
— MM
— _ ■■
151,75
150,25
Mittcld.Trediibank
— , —
142,-
141,50
142,-
H.-Amerik.-Pakets.
— _ ■■
179,25
180,25
180,-
NorddeutscherLloyd
— . —•
— . —
178,25
175,25
Boch.Gutzstahlwrk.
328,-
321,-
323,-
325,-
D -Luxemb Bergw.
287,50
285,75
238,-
288,-
Delsenkirch.Bergw.
364,50
—. —
302,75
303,-
Harpener Bergbau
324,-
— . —
317,50
321,-
Obe fchl. Eiseno.-.B.
219,75
218,-
217,25
Oberschles.Eisenind.
—. —
— . —
264,25
264,-
Phönix-Drgb.-Akt.
423,50
—. —
420,-
423,-
Bad.Anilin.u.Soda
442,50
450,-
442,-
450,-
Höchster Farbwerke
— . —
353,50
348,-
350,50
Elektr. A. E. G. . .
297,-
295,-
293,50
296,-
Schuckert-Werke. .
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181,85
186,-
Felten-Guilleaume
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435,-
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Daimler......
215,-
212,-
219,-
213,25
Bud.-Tisenw.-Akt.
300,-
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290,-
296,-
Adlerwerke ....
224,-
225,-
225,-
229,25
4°/oHess.Staatsanl.
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82,50
—. —
Electron Gnesheim
—. —
295,-
299,-


