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zwischen ihnen nxb genau so ftxmb, wie es leit ryver frühen Kindheit gewesen. Erich entschied, und nc gehorchte, obwohl alle anderen sich über den Man­gel an Nachgiebigkeit in ihrem Wesen beklagten. Sie hatte sich als erwachsenes Mädchen manchmal selbst gefragt, wie das zu erklären ser, unb sie fand nie eine andere Antwort als die, baß sie üntb immer in einem Maße vertraute rote sonst niemand aus der Welt. Ter «ater stand ihr zu hoch und zu fern, um ihn mit Erich vergleichen zu können, und ihre schwesterliche Liebe für Achim war im ganz anderer Art als ihr Verhältnis zu Erich. Sv weichere, zärtliche Natur des älteren Bruders, fein Lang zur Gefühlsseligkeit und zum Uebenchnxrng der Empfindung brachten ihn ihrem Herzen atel näher. Schon als Kind war sie häufig seine Ver­traute und zuweilen sogar seine Beraterin gewesen. Aber wenn sie sich selbst nicht zu raten wußte, war sie doch immer nur zu Erich gegangen. Er, der niemals aus Schwäche irgend ein Zugeständnis machte, der sich vor nichts fürchtete und nicht nur seinen Lehrern, sondern sogar dem Vater zu trotzen wagte, war für sie der Inbegriff männlicher Kraft und die Verkörperung unbestechlicher Wahrchastig- CHt gewesen, eie wußte sehr wohl, daß er nicht die stets bereite OmerroilligLir Achims befaß und nicht feine y-äfngfeit, fremdes Leid bis zu eigener Ver­zweiflung mrtzuempsrnden: auf Itebetolle Trost­worte, wie sie Achim so leicht fand, war bei Erich kaum zu rechnen, viel eher aus schmungsloje Vor- roürie. Aber er wußte immer ohne Zögern den rechten Ausweg aus allen Nöten zu weisen. War es auch nicht allezeit ein beguemer Weg, ern schnur­gerader war es doch ausnahmslos imb einer, rn dessen Ende man erleichtert aufatmete, weil man mit sich selber Zufrieden fern durfte. Wo fie sich

einmal aus Feigheit weigerte, seinen Ratschlägen zu folgen, belehrte die Wirkung fie unfehlbar über das Törichte ihres Sträubens.

Als sie in der Droschke sahen, erzählte sie ihm Dun Erikas Brief und von der Herzensangst, in bte er fit versetzte. Ruhig, mit ernstem Gesicht hörte er ihr zu und erwöoerte:Das gleiche schrreb sie vor zwei Tagen auch mir. Ich setzte muh daraus telephonisch mit Doktor Barenthin in Verbindung. Seine Auskünfte lauteten traurig: aber er jagte mir auch, bei der Natur des Leidens würche füg bt. Wendung zum Schlimmsten sedensalls einige Tage vorher an kündigen. Tann will er mich unverzüg­lich benachrichtigen."

Und damit gibst du dich zufrieden? Du willst diese schreckliche Nachricht abwarten, ehe du nach Tietenbrunn fährst?"

Ja."

Das verstehe ich nicht. Für fo lieblos hätte ich dich nicht gehalten."

Bist du sicher, daß wir ans Lrndenhöhe in die­sem Augenblick erwünschte Gäste fein mürben?"

Man bat uns doch gerufen. Glaubst du nicht, daß Erito ihre Briefe im Einverständnis mit dem

Vater geschrieben bat?"

Solange sie es nicht selbst bestätigt, bin ich vom Gegenteil überzeugt. Hätte er den Wunsch gehabt, dich oder mich zu sehen, würde er keinen LLmncg ernctfd'-laen haben. Tas ist feine Art nrch-t/

Du willst mich also abhalten, morgen zu

fahren?"

Tu tonnst tun, was du für richtig halst. Ich rate dir nur zur lleberlegrrng. Damit, ^afc mar ihm unnötige Aufregungen verursacht, erweist mar einem Schwerkran ton feinen Liebesdienst."

(Fortsetzung folgt.)

Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffrn)

Ur. 242

Donnerstag, (4. Moder st-20

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Fortsetzung 10.

Nachdruck verboten.)

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bat 250 000 Ma Schwager in Münster wurden 50000, bei gefunden.

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Kassel, 13. Okt. Ter fozialdemokratische Parteitag hielt heute nur eine Bormrttags- sitzung ab. Ter Nachmittag war für einen Ausflug nach Wilhelmshöhe bestimmt. Die Dis- kusston über den Bericht der Reichstags fraktion wurde fortgesetzt. Es wurden zahlreiche einzelne Anträge befürwortet. Sie betrafen den Schutz Oberschlesiens, Sckuitz der Frauen, Erfassung des Vermögens bei ter Besteuerung, Erhöhung der Renten der Kriegs beschädigten und Kriegs hin ler- Micbenen, Schutz des Saargebietes. Es folgte die Absprache über die Wirtschaftspolitik. Ter frü-

Jn der Nachmittagssitzung .mirfr? eit litrag mit allen gegen eine Stimme ab gelehnt, '14 gegen Die 2t tobe mxfer und Wtsse n- cka stier in der Partei richtet, was allgemeine

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«cgtiifhiiki getuchl ej'ihiiHik

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Schärfster Protest sei gegen jeden Eingriff Entente zu erheben.

Der Kapitalismus der Euteute verhindere jeden sozialen Fortschritt. Namens bayerischen Sozialdemokratie gelobte Auer Treue des bayrischen Volkes zum Reiche.

h-re wurde bei der Hypotheken- und das Fehlen eines größeren

Ein Setzerlehrlrng erschien: seit Gerdas Ein­tritt war genau eine Viertelstunde vergangen. Erich Falkner gab dem jungen Menschen mit einigen kurzen Anweisungen die beschriebenen Mütter. Tann roenbete er sich an seine Schwester:9hin ge­höre ich dir ganz und gar. Aber was ist das? Du weinst?"

Mir ist fo bang um den Vater, Erich Ich wollte, daß ich schon bei ihm sein tonnte."

Er streichelte ihre Mange: aber er sagte nichts weiter als:Komm, laß uns gehen!"

Als sie auf die Straße traten, fragte er:Es ist dir doch recht, wenn wir den Abend tn meiner Wohnung verbringen? In ein Gasthaus, mag ich dich nicht führen: und ein bescheidenes Essen tonn uns auch meine Wirtin besorgen. Wo bist du übrigens abgestiegen?"

Ich ließ mein Gepäck am dem Bahnhof und tom geradewegs zu dir. Offen gesagt: ich besitze gar nicht Gckd genug, um einen Gasthor aufzu- s uchen ." _ _ _

Nichts von llebervaschung über dies Geständnis lag in seiner ruhigen Erwiderung.Es trüft sich gut, daß bei mir ein Zimmer frei ist. Wir werden vor allem dein Geväck vom Bahnhof abhol-m, da­mit du dich noch heute abend häuslich emrichten kannst."

Hülst du das für nötig?'Ich möchte dvch schon morgen mit dem Frühzuge nach T.eenbrunn

Gießener Strafkammer.

Gießen, bei 12. Oft. 1920

Von den neben Fällen, die heute vor Der Strafkammer anstanden, Barnen nur zwei zur Ver­handlung.

Ein Maurer aas Hainchen war im Domanval- wüld bei Dimbach aus geringfügigem Anlaß mit einem im Dienst befindlichen Forstbeaurten barter» enumbergetommen und hatte, sich in eine kaum faßbare Wut hineinsteigend, den Beamten mit einer Ax t bedroht und schwer beschimpft. Erst als der storstbeamte sein Gewehr schußbereit machte, besann sich der Wütende eines Besseren und wurde ruhig. Das Gericht berücksichtigte zu Gunsten des Angekbagten, daß er durch den Stoeg nervös und weniger widerstandsfähig geworden war, betonte aber, daß fein Leiden keineswegs stark genug sei, mn ihn vor Strafe schützen zu können. einv- gern guten Willen fei er durchaus imstande, sich

*»<ner. £

OieKalkner aufLinüenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

Here Reichswirtschastsminister Wissel und fern Nachfolger im Amt, Robert Schmidt, entwickel­ten in längeren Darlegungen ihren entgegengefctz- ten Standpunkt. In einer Konferenz ter preu- ßifcken Delegierten, die gestern abend statt fand, sprach- man sich dahin aus, daß die Verfassung und das Wahlgesetz so schnell wie möglich erledigt weichen, fo daß die Neuwahlen Änsang näd>- sten Jahres statt rinden könnten. Mit Rücklicht aus £*2 Erfahrungen, die man mit den beschleu­nigten Reichs:agswählen nach dem st'apvutsch ge­muckst habe, sprach man sich gegen jede überstürzte Wahl aus. -----

Kirche und ScbtiU.

sagen sowohl jeder Abtvennungspolrtik von feiten Frankreichs als auch dem Plane enter Monarchie von Gottes Gnaden Fetzx an und erklären, un­bedingt hinter dem sozialdemokratifcheil Partei­programm stehen zu wollen. Heil-Stuttgart befaßte sich eingehend mit dem Finanzproblem und verlangte internationale Vereinbarungen zu dessen Lösung. Notwendig sei auch die schärfste Ein­stellung auf die deutsche Handelsbilanz bei gleich­zeitiger äußerster Beschränkung aller entbehrlichen Einsuhrgegenstände. Aus diesem Grunde verlangt er auch eine Aufwandsteuer. Leuteritz - Ham- burg tritt dafür ein, daß der deutschen Handels­flagge roiebrr Achtung verschafft werde. ^Nirgends sehe man diese Fahne der Republik. Schließlich teilt Scheide mann mit, daß Magnus Hirsch­feld, den man vormittags tot gesagt, noch lebe. Dann wurde die Debatte auf Mittwoch vormittag vertagt.

zu btbetrüben. Tie Strafe lautete auf sechs

Wochen Gefängnis.

Der wegen Diebstahls bereits bestrafte oäyto» nergefeite L. st. aus ühdxngSlxrin hatte bei enter Arbeit, die er in einem Hause vorzunehmen batte, in einer stegelbahn eine Radberetsun^ ge­sehen und beschlossen, sie sich anzueignen, arefen Plan führte er aus, indem er die mit entern Rage! verschlossene Tür zur stegelbahn aufdrückte. Ties trug ihm eine Anklage wegen febtixren Dick- Itahls ein Noch der Bekundung des Bestohlenen in der Hauptver Handlung schien der Nagel ziem­lich Ikjfe gesessen unh mehr bte stelle einer fet>- lenden Klinke vertreten zu haben. Tas Bericht vermochte sich nicht von dem Vvrliegen erncs schwe­ren Diebstahls zu überzeugen und oerurteüte den Angeklagten wegen einfachen Tickstahls mit Ruck» sicht auf die Vorstrafe, die teilten Eindruck mit thn gemadyt hatte zu drei Monaten Gefängnis.

Tnflung brr Jyrrimbc dcr Dorfkirchc.

(] SD? ar bürg, 12. Df:. Unter dem Vorsitz ..'s Tesans Balser-Totzbeim hielten heute im Philitvshause unter zchlrricher Betelligung von Geisllichen aus beiden Teilen Hessens und Nassaus

Zwei js-.ß'K, £amtn romwn gebildet -erten zu werden zweite x Heirat. Nur ernftgemeinii (djrtften mit U 017(69 an den

Kunft und Wissenschaft.

Prof. Dr. Karl Schumacher, Di­rektor des römisch-germanischen Zentralmuseums, begeht heute feinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlaß ist als Sonderabdruck der Wiener Prä­historischen Zeitschrift eine Würdigung dieses her­vorragenden Führers deutscher Altertumsforschung von Georg Wolfs, Frankfurt a. M., erschienen.

**DieSüdwe st deutsche Psychiater- versammlung findet feit 1913 zum erstenmal roieber am 6. und 7 November 1920 in Karlsruhe im Hotel Germania statt. Sommer-Gießen wird ein fReferat über Tierpsychologie und Psu- chiatrie (vergleichende Symptomenlefirel geben. Die sonstigen Vorträge (von Mayer-Groß, Heidelberg, Hellpach-Karlsruhe, Fraenkel-Stuttyart, v. Stein- rück-Kvnstanz) betreffen hauptsächlich die klinischen Krarllheiks formen. Die soziale Seite der Psy­chiatrie ist durch Vorträge von Göring- Gießen und Rvemer-Konstanz sowie durch die vorgesehene Diskussivn über den achtstündigen Arbeitstag in den psychiatrischen Ansvalten vertreten Fomer kommt etn Aw vag betr. Roorganisation der lüb» westdeutschen Psychiaterversammlung zur Verhand­lung. Geschäftöiühver sind: Gehemtrat Sommer- Gießen und Pwf Daunen - oann-Heppanheim.

mc. Kassel, 13. Oft. Ter bisherige stell­vertretende Intendant des Staatstheaters, Waller Sieg, wurde nunmehr vom Kultusministerrum zum Leiter des Theaters bestellt.

Einhän dige Klavierliteratvr. Einhändige Klavierliteratur ist auf Veranlassung des Reichsausschusses für Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenenfürsorge und dem Zentral­komitee der deutschen Vereine vom Roten Kveuz zusammengestellt worden. Das Verzeichnis ist für armverletzte Kriegsbeschädigte von besonderem Wert. Der Reichsausschuß in Berlin, Scharnhorst- strahe 35, verschickt das Verzeichnis an Beteiligte, wenn sie einen freigemachten Briefumschlag ein- schicken. -----------

fiochschulnachrichten.

fd. Würzburg, 12. Oft. Der hiesigen Bur- schenschafi Arminia hat ein alter Herr dieser Verbindung, der Rentamtmann Häußler, seine kostbare Bücherei, etwa 10 000 Bände, letzt- wrllig vermacht. Die Bücherei birgt vorzugsweise eine auserlesene Unterhaltungsliteratar und sind gegenwärtig von dem Rektor der Gießener Uni­versität, Geheimrat Dr. Haupt, einem Allen Herrn der Burfchenschast, im Arminia-Hause aus­gestellt. --------r

Turnen, Spiel und Sport.

Q Der Gau Hessen veranstaltete am Sonntag in der Turnhalle des Turnvereins 1846 unter Leitung von Gauturmvart Will eine gut besuchte Frauenturnstunde. Es wurde nach folgendem Uebungspsan getarnt: Freiübungen mit Zwffchenübuwgen (Leiter Willl; Stab- und Hantel­übungen (Leiter Fffcher-Marburg); Barren (Leiter Schüler-Wetzlar): Schaukriringe (Leiter Texter- Marburg): volkstümliches Turnen (Leiter Fischer- Marburgs : Keulenschwingen (Leiter Hartmann- Bad-NauhcLm). Eine weitere Frauenturnstunde ftstl im nächsten Frühjahr in Butzbach abgehalten wer­den. Außerdem wurde beschLosseai, in 1921 ein besonderes Frauenwetturnen erstmalig rm Gau zu veranstalten. Als Ort dafür Kommt ieben­falls Marburg in Frage.

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die Freunde der Torffirche eine Versammlung ab. Nach Erledigung Tui^er geschäf.licher Miiteüungen hielt Pastor D. v. L ü p ke-Isenhagen einen Vor­trag über die Bedeutung der Dorfiirche für den inneren .Ausbau des deutschen Volkes. Er führte aus. daß /nur durch ein Furücbgehen aut die Ur­kräfte unser Volk neu erstehen könne. Diese liegen für das Volk als Naturgebilde in dem M utter- bvden des Landes, für fein seelisches Dasein in der Religion. Die Dorskirche sei die. Quelle, von der der Segen ausgehen müsse. Die religiösen Vvlkssitten müßten neu geweckt, die dörflichen Gottesdienste neu gefördert, die Dorfprckigten länb- lich-vvlks^ünrlich gestaltet, die Vvllsgemeinschaften gepflegt und die Kirchen und Friedhöfe als Denk­mäler erhalten werden. Ein weiterer Vortrag des Pfarrers Maurer- Kirchditmold betitelte sich Unsere Stellung und Ausgabe gegenüber der ver­änderten Lage in unseren Qtemernbat". Dieser Redner hielt eine scharst ?lbvechnuna mit dem Mammvirisnms, dem Wucher, dem Altzoholmiß- brauch, b£r Vetarahrlosurrg der Jugend, nie an den Sonntagen nur nock> dem Fußballsport huldige und für sonstige Veranstaltungen, besonders für die GottesdienM, keine Zeit rnehr übrig habe. Es müßten alle Kräfte zu neuer Arbeit und zu neuem Ausbau angewandt werden. Die Geistlichen müßten allen Parteien gegenüber neutral fein imb alle Gemeindemitglieder gleich behandeln. Die Gemeindeabende seien zu psteyen und der Familien­sinn zu fördern. Beide Vorträge fanden erne eifrige Besprechung, an der sich eine ganze Anzahl Herren, u. a. Konfisvvrialrat Prof. T. B o r n h ä u s e r, be­teiligten. Nach etwa sechsstündiger Dauer mürben die Verhandlungen geschlossen.

** Heuchelheim, 13. Oft. Der im Lause dieses Sommers gegründete Kirchengesang- D e r ein Heuchelheim (Leiter Lehrer O. Wolf- schmidt) trat am vergangenen Sonntag bei Ge­legenheit des Erntedankfestes bet stark be­setzter Kirche zum erstenmal in Heuchelheim vor die Oessentlichkeit. Vereinsmitglied stud. W agner fang BachsKein Hälmlein". Die Chöre, wie auch der Sologesang, den der Vereinsdirigent auf der Orgel begleitete, wurden von den Kirchenbesucheru dankbar entgegengenommen. Man hofft, den Kirchengesangverein öfters zu hören.

xi. Hausen bei Gießen, 11. Oft. Die Nach­richt über die hiesige Pfarrstelle ist durchaus un­zutreffend. Nicht 100 Bewerber baten sich ge­meldet, sondern noch nicht der dritte Teil. Auch ist kein Unterschied zwischeneinträglichen" und schlechtew" Pfarrstellen. Die Pfarrer tn Hessen werden ohne Rücksicht auf die Größe desPsarr- gutes", dessen Erträge in den allgemeinen Zentral- kirchensonds fliehen, wie alle anderen Beamten lckiglich nach ihrem Dienstalter bezahll.

# H itz kir chen, 11. Oft. NacN>em der hiesige Geistliche den Vorsitz int Schulvor­stande freiwillig niedergelegt hat, wurde dem Lehrer Gönner das vakante Amt vom Landesamt für das Bildungswesen, Abt. f. Volksschulwesen, übertragen.

Ei Ist GklkgeiA 6ff 5u|d|n In einem «den (Itünbli. erlern Anq. u.OlTHBa.b.ft. Do kann junget

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Mittel der Temonstralion unterstützt roerben Ater >cr einer Verbindung mit den Gernecn sei zu war­en, vor allem mit den Deutschnationalen, die selbst feine rein; Weste haben. Das gelte vor allem für Denwnftcationcu ge.;ett das Unrecht, gegen den Ter- or in Oberschllfien. Ein Antrag auf Schluß der Debatte fand Widerspruch, weil die Stimmung trauten in ter Partei weniger friedlich sei als hier dem Parteitag. Siebzehn Redner hätten ge- rotte1.;, fünfundzwanzig waren noch aus der Re!> rerüfcc. Tic Abstimmung entschied für Schluß terTcbattc. Wels , der das Schlußwort hatte, iellii bann fest, daß die Kritik am Parteivorstand i di in s-emäs igient Rahmen vollzogen habe. Er n;cch: bann du aus aufmerk am, daß (Sofien- euß eine ZähigLeit entwickele, die einer bessern Sorte ivürbtg sei und daß seinHohes Lied auf b i e französische Republik" von den 9r.fid/.cu der Partei abw.'icht. Wels protestiert igen hochfahrende Schulmeisterei, mit der oben-Reu ß die deutsche und fiavzöffsche Sv- ialbemufra.ie behandelt hat. Die Berliner Genos- n würden sich noch mir ihrer Vertretung auf dem r'eitag zu befassen haben. Jedensatls habe die ebattedemParteivorstandeinglän- tendes Vertrauensvotum erteilt. Der nmag, baß nur Republikaner den diplomatischen iift im Ausland versehen sollen, sei selbstver- idlich. Weiter empfahl Wels einstimmige An- me eines Antrages, der sich gegen

das Verbot der Dieselmotore

et. Die Abstimmungen ergeben il a. lieber- trfung an den Parteivorstand für einen Antrag, rr die Errungenschaften der Revolution gesichert ifien will Dem Parteivorstand wurde n 11 a ft u n g erteilt. Die Anträge betr. den Sin­in in bie Regierung wurde angenommen. Die altung der Partei ist dadurch

mit großer Mchrheit gebilligt

terben. Daskulturschänderische Treiben ixr En- »Ute" gegen die Diesel moto-- imirbe, wie Hermann lißer erklärte, durch die .. ..ntmige Armahme ge- iemdmarki. Er hofft, daß dieser Beschluß starken Cinbrucf auf dst Arbeiter der Ententeländer machen hebe. (Lebhafter Beifall.)

Im Anschluß an die Abstimmung erstattete 'ieichstagsabgeordneter H i l d enbra n d-Berlin ten Bericht der Reichstagsftallion. ,Dabei erhob tr Protest gegen die weiter über die Bestimmungen v-ts Friedensvertrages hinausgehenden Kosten für < Anlagen von TrupvenübunHsplätzen und an- tett militärische Vorkehrungen der Entente im be- '4ten Gebiete und bezeichnete sie als gröhenwahn- nrige Ausflüsse der französischen Milltärkaste. Er 'L#te folgenden Aufruf an die Arbeiterklasse der itenterölfer, besonders in Frankreich an: Der «rtfdje Militarismus ist zerschmettert. Habt acht' 15 der Ententemilitarismus noch nicht größeres Wil über d« ganze Welt bringt.

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Psd.

Zozialdemokralischer Parteitag.

Hk. Kassel, 12. Okt

Heute vormittag wurde die Aussprache über btn Bericht des Partei Vorstandes fortgesetzt. Die Llfinerffamkert der Delegierten ist im allgemeinen mir sehr groß. Egger st adt- Kiel meint tro­pisch, daß vielleicht noch Zuzug aus Halle atmen merbe, wo die USP letzt versammelt ist, ind wenn einmal die Massen den Weg zur alten iurückgesiinden hätten, blieben auch die Führer nicht nefir zurück. Tie Partei dürfe auf feuren Fall sich iiit einer monarchistischen Partei an der Regie- nm^bHDung beteiligen. Ein Vertreter aus Jena i't ter Meinung, das neue Groß-Thüringen *trte miolge der Haltung der USP. bald au dein» «überfallen.

Ucker Iugenvbildung imö Kulttirvrobleme zdroeitete sich Heinrich Schulz- Berlin. Tie lvlkshochichulen machen nach seiner Ansicht noch zh'ad) -nisickere Experimente. Neben der Erschüt- ^rung t^r seelischen Triebkraft bilde das furchtbare nateridle Elsird, die Geldnot, rin Hindernis, das Id) zur Katastrophe auswachsen könne. Auch uti» jtrer deutschen Wissenschaft fehle es am allernot- renbigficn und die Berbftrdung mit der Literatur AuslMtdes fei verloren gegangen. Das alles tzcdeule eine gefährliche Auszehrung, die auch on- für das Wirtschastslebim werde. Die Not- iinciiifcpaft der deutschen Wissenschaft habe auch ene Notgcmeinschast in dec Kunst Mi^ebahnt. Die 7oziaidemokcatie müsse es als ihre vornehmste Auf- -fJx betrachten, an diesen Problemen mit allen Iräftcn mitzuarbeiten.

Frau lud EmStriü kchrilil flniitb. i an h. Blefeener 8 »jtiilri s.wöchcnil.Smald? 6t|. «na. n. a.^Herlo",MUlch lkrved., «Irbril. Z^Mälter! filrKartoffeltrandn tiniftt Taae iu lei

Hofmann

Das klang ft» bestimmt, baß sie fernen weiter.m ä-asuch wagte, ihr dimmerschweres Herz zu er» ittem. Geborsam ließ fie sich ^uf den -Stuhl Tiber und satz stumm mit in den -schoß gefalteten i'mben, während der Bruder an den Schreibtisch Wücktehrte und seine Arbeit wieder aufnahm. Tas M ter elektrischen Lampe fiel voll auf fernen tönen, männlichen Kopf, der das Gepräge früh» <rig angestrengter geiih^r Tätigkeit trug. Wäh- t2b sie ihn aufmerksam betrachtete, bemerkte »eba viel beutiidyr als je zuvor, wie vollkommen ^in jedem Zuge das Ebenbild d:s Baters war. Ü.VH Arn und Naft, die reiten, wlllensstarten Hurten ' z J? unteren GesichtshAfte, alles hatte sich bis m I: « kleinste Einzelheit aut ihn vererbt. Genau so . . *"iote Bernhard Falkner in jungen Jahren aus- | * ehen haben.

'S Diese Wahrnehmung ließ den durch die Reisc- vorübergehend zurückg drängten Schmerz m B ^er Seele von neuem aufleben. Ohne daß sie^fich i *<3tnai zu wehren vernvochte, stiegen ihr die Trä- ? in die Augen: fte lehnte den Kopf gegen r ; T Wand unh weinte still vor sich firn. Erich iah nut-t. Ter gespannte Ausdruck ferner Zuge be- daß es für ihn tn dtesem Augenblick nichts . !Aeves gab als s«ne Arbeit. Eilrg, ohne zu stocken, ^t dre Feder über das Papier, und immer mehr Nvffchcn fernen Bvauen die charak- ^ili-che Fall«, beten Erschernen auf her Stirn L^rs sie als kleines Mädchen so oft mit ' ^"chtiser ^cheu erfüllt hatte

wir noch reden. Fedentalls scheint es mir zwechmäßig, daß dn zunächir Deine ^^Gerda widersprach nicht. Sie hatte den Bruder seit beinahe zwei Jahren nidjt mehr geicken: abex sie fühlte schon in dieser ersten stunde, daß es

Heiterkeit bertrorrief. Tann begann die Aussprache über den Fraktionsbericht des Abg. Hildenbranv. S rvwi g - Mittelschlesieu wül mehr darüber wissen, was die Bürgerlichen in den Ausschüssen reden, damit man ein besseres Agitalionsrnaterial habe. Ter Rckner beschäftigte sich auch mit der R e ichswehr und forderte ihre Stellung unter Zivilbehörden, da sich in der Reichswehr zuviel Monarchisten befänden. Tem Reichsernährungs- ramifter stellt er ein Mißtrauensvotum aus, da die freie Wirtschaft versagt habe. Sehr richtig!) Große-Hamburg wünschte eine bessere Renten­berechnung der Juvalidenversick^rung und for­derte einen Neuaufbau des Strafrechtes. Bie­ster- Schleswig-Holstein bebauet le dic Nicht- durchsühruny der ,,<uht Punkte". Tie Gesetze wür­den heute nne ein Spiclball gehandl)abt, wenn das so weiter gebe, baiui springen auch biejmigen von der Partei ab, die heute noch zu ihren überzeugten Anhängern auf dem Lande zählten. Es könne noch soweit kommen, daß die Nerven infolge der Kartosselkrise und des bevorstehen­den Hungers zusammenbreckien. 'Sehr richtig!) G-cgen Die Reichswehr

wandte sich auch S ch ö p f l i n - Karlsruhe und nannte sie eine Prävorianecgarde und einen Ham­mer, mit dem die deutsche Republik unb Demo- kvatie erschlagen werden tolle. Es fei nicht gelun­gen, auch nur eine vepublitonische Organisation zu schaffen. Ter Rckrer tritt für Nosle ein. Ten General v>on Seeckt lanrnte er einen schrof­fen Militär, der das Regiment im Reichswehr» minifterium führe. Kein Offizier könne vor einem Geßler Resveft haben. Unbegreiflich sei es, daß man für di.' Hunderttausend SDlann über 45 (XX) Pferde im Etat angetorbert habe. EduardBern- stein hält Dr. Geßler seiner Stellung nicht für getvachsen und übt Kriiik an unfern Vertretern im Auslände. Tie Hauptfehler seien bereits früher in Berlin, nicht von den ern-elnen Diplomaten begangen worden Der Redner meint, daß man noch lange mit Koalitionsregierungen redyten müsse und felbst bei einer sozi-oldemokratischen Mehrheit sei die Midarbeit anderer Parteien un­entbehrlich. Ertorderlich hält er pazifistische Er­ziehung des Volkes und wirtschaftlichen Verkehr mit allen Völkern, nicht allein mit Rußland. Eck­st e i n - Breslau sprach von dem Maflenkampf- gedanten und nannte Nosto einen ganzen Kerl, gleichzeitig richtete er heftige Angriffe gegen Dr. Geßler Man dürfe nickst dulden, daß die Reichs­wehr zusammen mit der Orgesch die Errungen­schaften der Revolution wieder abbauen könne.

Nun kam Antonie Psüls-München zu Wort. Sie ist der Ansicht, daß die deutsche Schule immer noch ein Herd der Reaktion sei. In Bayern werde der geringste Schulsortschritt immer wieder rückgängig gemacht. Vom Zentrum würden die größten Schnnerigleiten in dieser Beziehung be­reitet. Hier könne nur das Reichsschulgesetz helfen. Auer-München, den die Versammlung mit Bei­fall begrüßte, verlangte eine Beaufsichtigung der Reichs- und besonders der Lebensmittelstellen. Er fordert auch, der Arbeitslosenfürsorge im kom­menden Winter mehr Aufmerksam test zuzuwenden.

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