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122 des Amts-

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i handel: hier, i Leihgestern.

Dom 4. Lch- ern ab 8. Lep- Nehlhändler im ldler zugelassen.

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Monatlich >)>arh 3.60 und Md.-.65Träg«lohn, oierleljührNchMark 10 80 ui dMk.l.göTrägerlohn.- durch die Post viertel­jährlich Merk 12.- auslchtieblich Besteügeld. Fernsprech Anschläge: strdieSchrrftr«iungll2,' Lertvg.tSejchästssleÖ« 51. Anschrift für Dr^tzlnach. richten. L«<tz«r Stttze«.

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170. Jahrgang

Dienstag, K. September 1920 Zunahme von liiijc.uta jür die Sagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit.

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General-Anzeiger für Oberheffen MW

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Neue Richtlinien lNillerands und Giolittis.

In einer amtlichen Meldung wird eine Kundgebung veröffentlicht, die in Aix les vains zwisck-en dem französischen6und dem italienischen MinisterpräsiDenten vereinbart Vörden ist. Mr stehen da und sind so klug als wie zuvor. Aus der diplomatiscksen Wvrt- -rechslerei läßt sich wenig Positives heraus sischdl. Man spürt nur den guten Willen der Heiden Machthaber, einig zusammenzuarbci . ten, man fühlt aber auch den Unterschied der Auffassung, der ?,toifd>en ihnen besteht. So ist in der .Kundgebung davon die Rede, daß die Durchführung des Vertrages von Versailles für Frankreich eine Lebensnotwendigkeit fei, während dann doch aber hinzugefügt wird, daß neue Verträge zur Sicherung des Eens geschlossen werden müßten, und daß

Zieger oom (Steift der Mäßigung und khnlichkeit beseelt sein sollten. Also jeder »eiden Staatsmänner hat seine eigenen zen in den gemeinsamen Tiegel von tix^les-Bains hin ein tropfen lassen. Ob sich bide Essenzen weiterhin vertragen werden, bleibt nach wie vor dne offene Frage.

Air-les-Bvins, 13 .Sept. (Wolff? M i l l t r a n b bat heute vormittag dcn rumänv seien Außetmrinister Take Jonescu empfan- Am. Um 10 Uhr wurden die Besprechungen zwi- fc-en Milleranb und Giolitti roirtrr amgcnoinrncn. Den Verlan langen todbiten Bvnin, Longore, W- jijtti, Berchelot und Barrvve bei Tie Vospr^chun-- gen würben am Nachmittag fvttqesetzt. In der Z^rrmiittagÄfitzung wurde eine gemeinsame Erklärung angenommen., rte nh erst im Laufe trö Abends veröff<m l ckte werden soll. An L lo v d George wurde ein Telegramm fvüvndenz Inhalts gesandt: Die £>erren Gioii'tt und MLlerand wollen nicht eher voneinander fcbeiben, ohne Ew Er- yflei-i vorher noch ihre sehr herzlichen und sreund- saaftlichen Grüße irbermittelt pi haben. Die Mi­ni' erpräsiden en Italiens und Frmckveichk' haben enrntxtl mehr Gelegenem gehabt, bte volle Ucbcr- enrftinrnrung ihrer aTIg" meinen An sich en sowie die E"dl egende Nv wrrdigdnt des en^m?7tmisses scheu England, Italien und Frankr-ich zu er- nen, um die Regelung der europäischen Pro­bleme, die Wiederchntsdellung d s Friedens und der normalen Bezichungen -wischen den Bölltern zu sichern.

Die gemeinsame Erklärung Giolittis und MillerandS.

Paris, 14. Sept. ^WTB) Die gemein­same Erklärung, dre zwischen Giolitti und Millerand über bx Zusammenkunft in Äir les-Barns vereinbart trotzen ist, hat nach der -chxisagcu ur folgenden Wortlaut:

Der italienische und der französische Minister­präsident Haden ihre Ansichten sowohl über die Sage Europas wie über die politischen und Unrtjrfiaftimben Beziehungen Frankreichs und Ita­liens in vertrauensvollstem und freundschaftlichstem Geiste ausgetailscht. Sie sind glücklich gewesen, die allgemeine Ueberernftimmung der Interessen der beiden Länder festzustellen, Jntereffen, die in allen Punkten leicht mitemanber vereinbar sind. Sie haben sich emschlossen, in voller Uebereinftimmung nrteinanber die Prüfung der Lösung der schtoeren Probleme fe st zusetzen, die ter tfrieg aufgeworfen hat und die durch den Frieden nicht vollständig gelöst worden sind.

Der tzauvtzweck, den sie verfolgen, bleibt die

fesvgeftellt. Die Unabhängigkeit und Freiheit Po­lens in seinen ethnographischen Grenzen ist das Ziel, das beide Regierungen in gleicher Weise ver­folgen. Sie halten an der Ucberynigimg fest, daß die polnische Station bei den Frieden-bedvkgimgnz, die sie der Son-j-etregierung Vorschlägen wird, tu chvem Siege ebensoviel Mäßigung und Achtung vor der Unabhängigkeit der.ker beweisen wirb, wie sie Entschiedenheit in ihrer Berte.bi.mng ge­zeigt hat. Giolitti und Milleranb sind glücklich ge- meten, testxustellen, baß ihre polittschen Ansichten hinsichtlich der Türfei unb ihrer Inv^rität sowie auch hinsichtlich der Mittel Mr Sicherung des! sLerttages von Sevoes mit einen iber in Einklang ( ilantrn. Sie haben weiterhin fest-gestellt, daß die rlalienischen und französischen In:.ressen in Klein­asien sich parallel in fnnrndschastlicher Zusammen­arbeit der beiden Länder entwickeln müßten zur Sermcibung der Kvnkurvenz ihrer Staatsangelwri- gen und im Einklmrg mit ihrem Abkommen. Der allgemeine Frvedeit kann übrigens nicht vollständig oerwirklicht werden, ot/re? daß die großen europäi- chen Probleme ihre Losun.t gefunden haben. An -er Spitze stehen die Wiederaufnahme normaler BeZiehungen zu Rußland und die Rege­lung der Adria frage. Die italienische und die ranzösiscbe Regierung achten die Handlungsfrei­heit der SonrpetregieruTLg und sind sich in dem Wunsche einig, daß sich mit Ziußland ein Zustand 5-erausbilden möge, der es diesem großen Lande gestattet, wieder in das friedliche Konzert der Völker ein zu treten und den wirtschastlichen Wiederaufbau in Angriff mi nehmen, der so nützlich für das eigme Land wie für die ^anze Welt ist. Milleranb hat bärget egt, ivelch großen Wert er auf bie schnelle Rege­lung der Adriasvage dprch direkte Verständigung zwischen den Jrtteressenten legt, eine Verstän- oigung, wie sie von der italienischen Regierung beabsichtigt ist, und die geeignet sein muß, die gesetzmäßigen Ansprüche Italiens sowie die Inter­essen aller Beteiligten zu wahren, um zwischen beu benachbarten Rationalitäten sreundschastliä« Beziehungen zustande zu bringen. Frankreich wird ein derartiges Abkommen mit tiefer Sympathie aufnehmen und gibt ihm schon vorher feine Zu­stimmung. Der französische und der italienische Ministerpräsident haben die sreundschaf.'lichen, Be­ziehungen der beiden Länder sowohl nach chrer wirtschastlichen wie nach ihrer Polstischen Seite hin einer genauen Prüfung unterzogen. Die Mittel, ihren beiderseitigen Interessen gerecht zu werden, sind ins Auge gefaßt worden. In einer Reih: von Spezialpunk en führte bvfe Prüfung zu der Feststellung, wi. sehr diese freund sckastlick)en Bezielwngen für bie Wahrung ihrer Interessen wten lich sind. Die besten Minißer- Präsident en sind fest überzeugt von der Notwendig­keit bet Entente zwischen den beiden groben latei­nischen Ländern, einer Entente, die sicl> aut die gegenteilige Achtung vor ih-en prlttsck>en Auf- tel.uugen unb das geynisriigc Berssändnis ihrer wir.schrf lvchen Bevürfni ft gründet. Durchdrungen banon, daß diese En ende sich auf die Zu immung der beiden Volker gründen müsse, sind die beiden Ministerpräsidcnlen dahin üdweingcE?mmen, alle Mittel in Bewegung zu fetzen, damit die künftigen Beziehungen in Frankreich unb I alten von Ver­trauen und gegenf itigem Wohlwollen bes-telt wer­ben, von denen zw i große Völker, die gemeinsam gekämpft unb gesiegt Ijabm, in der Entwicklung rhrer nationalen Geschicke beseelt sein nrüsien.

Parts, 13. S^pt. (Wolff.) Wie der Sonder­berichterstatter der Lwoas-Agentur aus Atx-les- Bains meldet, haben sich die Wv(keu, die bts- her die französisch-it»ltentsch«l Be'iehungen be­schattet haben, gelichtet, da die Jtalren-r ihre wahren Interessen setzt besser einsLhen infolge deS g>'g?nseitigen Wunsches, zu einer intimen dauer­haften Entente der beiden großen Länder zu

dlgemeine Wiederherstellung des Friedens unter «rechten Bedingungen, durch die Achtung der Unabhängigkeit der Völker und die Vtederhcrsvellung normaler wirtschaftlicher Be­gehungen unter Ausschluß jeden Gedan- lens an politische ober wirtschaft- liche Herrschaft, die alleanderen aus- >61 >eßt. Giolitti und Milleranb haben erkannt, bie erste Grundlage eines derartigen Friedens, der gerecht fein muß, um dauerhaft zu fein, die tngv Uebereinstimmung der Alliierten England, galten und Frankreich in der ganzen Welt, be- onders in Europa bleibt Die Wiederherstellun g ter politischen und moralischen Ordnung beruht ruf der gerechten und aufrichtigen ilurchführung der großen Verträge, bi« de m Kriege ein Ende gesetzt haben, oivie der Verträge, d ie noch zu schließen bleiben, um den Frieden Europas endgültig zu iukern. Diese Verträge sind untereinanber solida- nsch Sie müssen E^ckstrin der neuen internationalen Eichungen bleiben. Die Sieger müssen dabei

Geist des Wohlwollens und der Mäßigung mitbrineen, und sie besitzen eine ^°bol:tät ohne Einschränkung. Die Wiederherstcl- 5 des allgemeinen Friedens unb die Wiederaui- Wung normaler enger Bez lehungen sind um

Preis zu haben. Die Ausfüh,rung des!

.'^riede n s ve r t r a g e s von Versailles ist Frankreich eine Lebensnotwendigkeit, und ^ur bie gewissenhafte Erfüllung der von ihnen ^OEgang.'ncn Berpl: jungen gibt den Säubern

Sledyt, dem BölLerkonzert anzugehsren.

Um dieses Ergebnis zu erziehen, ist es not- J*nbig, Kriegen, wie er jetzt znxschen Isttßland unb Noten besteht, unb Feindselig^iten, bie die tür- wchen Rationalisten und die Recherung in Üvtt- Eantmopel trennen und'die Turchfühnung des mit ter Lürkei aL^scküusfenen Fri'densvcrtrages ver­zögern, zu allererst em Ende zu machen.

... Uebcr die folgenden Punke haben der frnnzö- iT10 ^cc stalienische Ministerpräsident ihre wtanf-n ausgetau cht und ihre llebeveinftimmung

kommen.

TaS frauzöfifch-bclgische M'litärab- fommc!i und der Bvlterbund.

Amsterdam, 13. Sept. (WB. )West­minster Gazette" drückt ihr Brauern art§, daß Frankreich und Belgien nicht dte Ab- sickst haben, kbr Milnärab kommen dem Völterbunoe vorzulcgen. Das B.att fdrreibt, es |ci eine Lebens­frage für den Bölkerbulnd, daß er nicht umgangen und überlistet werde. Tie französifche und bete gifebe Regierung würben den fdjtoerften Präzedenz­fall schäften, wenn sie bei der ersten Getegenhest keine Notiz von den klaren Zwecken des Bundes nehmen. Sie seien es sich jelbst und den Grund- fäyen des Bundes schickdia, alle derartige Abkom­men zu veröffentlichen unb sofort der Genehmigung des Völkerbundes zu unterbreiten.

Line erregte Unterhaltung zwischen Llsyd George und Kamenern.

London, 13. Sept. (WTB.) Die Blätter bringen Einzelheiten über die dresttündige Unter» >ung Kamenews mit Lloyd George vor Kamenews Abreise nach Rußland.Daily Rewss schreibt: Die Unterredung zeichnete sich durch das Setzen jener StorbinlLä* aus, die die früheren Untcrrebungen zwischen dem cnlen Minister und dem Sowjetdelegietten kemtzeichnete. Llol)d Ge­orge beschuldigte flamenew tat'äckLich einer Zahl von Vertrauensbrüchen unb erklärte ihm, wenn er nicht selbst um fernen Paß gebeten haben würde, würde ihm dieser trotzdem ausgehäichigt rrorden sein. Tie polittschen Berhan--lungen würden rüch eher wieder ausgenommen, bis die britische Re­gierung davon überzeugt .sei, daß die Moskauer Regierung ihren Versuch, sich in die inneren Angelegenheiten Großbritanniens einzumischen, aufgegeben habe. Lloyd George brachte gegen Kamenew vier Anklagen

beraufbaueö einziusvellen. Der Vertrag läuft auf fünf Jahre unb kann von da ab durch ein gegen--

Vie Lage in Italien.

YorkBremen über Baltimore unb ba* neben einen regelmäßigen Dienst von Boston

gen nicht als abgebrochen betrachtet werden.

Die Friedensverhandlungcn in Dtifla.

Paris, 13 Sept. (Wolff.) Lwvas. Wie der Daily Telegraph^' vernimmt, mdbet das Rigarr BlattSevodsia", Tschiticherin 1 verte als Bevollmächttgter der russiscl?en Delegation nrch Riga kommen, um die russisch'pvlniichen Fne- densverhandlungen zu leiten.

London, 13. Sept. (Wolff.) Nach derDaily Mail" geht die polnische Frre"densdele- gation am D».mstag an Bard von zwer eng­lischen Torpedvbootszerstövern uad> Riga. Fürst Sapicha begleitet sie.

seittges lieberem kommen j äiir.ich verlwrgert mci bciL Wenn auch künftig die auf der Weier erschei­nenden beuti'dxnt Sch fsc unter fremder Flagge fah­ren und #um Teil il/ren Namen geuvchselt haben, so werden sie doch als alte B.ckan ue rn den deut­schen £>äfm gern gesehen und begrüßt werden, sind sie doch berufen, bie vor» alter Zeit her gerat* zwisck)en den Vereinigten Staaten unb Bremen be­ste h-n dcn Beikehr?bez ehungen ivi b r auf unchmen und mitzuoi beiten an der Wiederherftri lung der dämmerte len Brücke, die die Vereinigten Staatcnl und Deutschland einst verband.

bauen sowie ferne wohlbekannte Organisation und feine im Laute von Jahrzehnten gciammcltcn (?rfal)rungcn zur Verffigung stellen, um aui diese Werse gemeinschaftlich das früher vom Morddeut­schen Lloyd betriebene so blühenbc Pm'sagier. und Frachtgescknift von neuem zu beieben. Es ist bcab» närtigt, in erster Linie einen Dienst Neu-

vor: 1. daß er am Verkaufe der kaiser- lich russischen Juwelen in England be­teiligt sei, 2. bati er Verliandlungen geführt -mbe betreffend UMerstützung des extremen sozra tistischen BlattesDaily £> c ratb" mit 75OOJ Pfund Sterling, 3. daß er Beziehungen mit einer L'ä.ifden A. beiteroeg-m fatron g hab. fribe, die sichCouncil of Actton" nennt, 4. daß Rußland absichtlich die britische Regierung mit Bezug auf J .

die Klausel über die Bürgermiliz in dem Entwurf InachBremen und von NeuyorknachDan- für den Waffenstillstand mit Polen irregeführt' z i g anzurichtrn. Der Norddeutsche Lloyd ist auf habe. Kamenew stellte alle Anklagen kategorisch Grmrd bcs Vertrages berechttgi, in diese Linum in illbrede Krassin wurde Mlsdrücklich non den eigene Dampfer nach Maßgabe feines Wie-

Anllagen, die gegen seinen Kollegen gerichtet wur­den, ausgenommen. Es wurde davaut hingewiesen daß die Verl>andiungen über die Handelsbeziehun»

Der Friede zwischen Rußland und Finnland.

London, 13. Sept. (WTB.) Die Times meldet aus Abo, es fei so gut wie sicher, daß der Friede zwischen Rußland und Finnland innerhalb 14 Tagen unterzeich­net werde. Finnland erhalte Petschenga, ohne dafür Gebiet an Rußland abzutrewn.

Miß Pankhurst in Rußland angetommen.

Paris, 13. Sept. (WTB.) Wie der Temps auS Zürich meldet, ist nach einein Radiotelegramm aus Moskau Miß Silvia Pankhurst am 11. September in Peters­burg angekommen. Sie begibt sich nach Mos­kau, um am zweiten Kongreß der dritten Jnternati-onale teilzunehmen.

Die Kriegslage im Offen.

Königsberg i. Pr., 13. Sept. (Wolff.) Lagebericht: In JDrtsetzung ihrer Angriffe im Abschnitt von E h o l m überschritten die Polen den Bug und besetzten die Ortschaften Lubomir, Horodno Büttner. Der Ort L> a m a- hany wurde erreicht. Oestlich von Brest-Li- towsk wurde Kobryn von den Polen ge­nommen.

Warschau, 13. Sept. (Wolff.) In dem

Mailand, 13. Sept (Wolff.) Infolge der Verhafttmg dniger Teilnehmer- an einem sozialistischen Demonstvationszug hat die Ar­beitskammer von Como den Generale st r e i k erklärt. Heute morgen wurde die Ar­beit in allen Seidenwebereien und anderen Fabriken der Stadt eingestellt. Die VerhaTÜte lungen zwischen dem ^rationalen Verband der, Industriellen und dem Allgemeinen Gewerk- schastsbund sind wieder ausgenommen wor­den. Dabei betonte der Vertreter der Arbeit­nehmer, daß die Arbeiterbewegung nichts mehr durch eine bloße Lohnerhiih^üng beigelegt wer­den könne, sondern es müsse der Arbeiter^ klasse ein Kontrollrecht über die Fabri­ken zugestanden werden. Für die Jndusttiete len erwiderte Senator Conti, daß er auf diese Frage nicht näher eingehen könne, bevor er nicht mit dem Verband der Industtiellen: Rücksprache genommen habe, die freute zu diesem Zweck in Mailand zusammen kommen würden.

Der frühere deutsche Kronprinz.

London, 13. Sepl. (Wolff - TieDttlh Mall" meldet aus Holland: Der frühere deutsche Kronprinz ersuchte die niederländische Re­gierung, ihn nach Deutschland ober eenen an­deren Ott in froEanb zu schaffen.

polnischen Heeresbericht vom 12. September wird gemeldet: Zwischen Kami- onka und Busk gelang es dem Feinde nach einem heftigen Kampfe denBugzuüber- schreiten und gleichzcittg Busk von Westen und vom Osten atrzugreisen. Dank der helden­mütigen Verteidigung der dort liegenden pol­nischen Abteilungen wurden bie Bolschewisten wieder vertrieben. Die polnischen Truppen besetzten nach harten Kämpfen Rohatyn. Die Polen sind nunmehr im Besitze der Linie Gnilaja-Lipa.

Die wiedervelebunq öcs deutsch- amerikanischen Zchiffcchrtsverkehrs.

Bremen, 13. Sept. Bösmamrs Telegr.-Bu­reau met c : Dte jnxfdm dem N or ddeu t schon Lloyd und der United States Mail Stoamshiv Co. in Newvork gepflogenen Vett-m. langen üLer ein 3ufantmenatbei en dieser Geffllfckiaf en im deutsch-amerikanischen Schiffahrts- vcrketer find nmnnckhr zum AbchLuß gelmiA. Während nach dem ameri?anifck-en Gesetz bu* U. e>. Mail die Führung ffwer Geschiss in Amerika selbst in die Hand nehmen muß, hat der Nord benitoc Lloyd die Genevalvettretung für die U. S. Mail in Zenwlleurvpa überrwrnmen. Die U. S. Mail-Steamsbio Eo., eine vor kurzem in Neu York gegründete Gefelffchfft, lMnter der einftußreiche amerfkanssckre Interessenten fx-Trn, hat von dem amerikanischen Sbünvifl Board trn größten Teil ter in Ämerfia befirtttekb-n früheren deut­schen Pafsagierbam pfer übernommen, u. a. den früheren Rcordd u scheu Llonr.4xrmpfer ,Ge arge Wafhing on",Kaiser Willelm II.",K'ron- yoc Lieffin Geeilte",Großer Kurfürst",Köln" Neckar",DK/cen", ..Prinzes m Io-ne",Pttnzeß Mce", sowie die früheren Shamburger DampferAmerika",Präsident Grant" u. a Diese Schiffe werden jetzt seitens der aneeritanv fdpn Gesell chaft vom Shipping Board übernom­men unb wieder in ihren früheren Zustand versetzt Zum Teil ist die llebergabe bereits erfolgt. So beiiitixt sich der frühere deutsche Lloyddampser Rhein" in Susguehmma zur Zeft mit, über 2000 Passagieren, voller Ladung unb Post auf ber £>eim= trife irach Neuyott Am 22. September wird b-r Tamder seine zweite Reife von Neuynck nad Bremen unb Danzig <mtreten TieübttgenDampfe werden nach B?enbigung ihrer Reparaturen i : Dienst gestellt werden. Die 11. S. Mail hofft, bat Eereitß im Okwber weitere drei Dampfer den Ber- tefir zwischen den Vereinigten Staaten und der De'er aurn-chmen. können. Ter Norddeutt'che Lloy wird ber U. S. Mail Steamshio Co. zur Unterhal­tung der früher vom Nordd-mtt'chen Lloyd bettie- oenen Linien zwischen Bremen unb Nord- ameriLt seine Anlagen in Bremen und Bvemer-

Die NeichstagSwahleu in Schweden.

Stockholm, 14. Sept. (WTB.) Nach den bisher vorliegeriden Ergebnissen erhiel­ten bei den Reichstagswahlen die Kvn- servativen 17 Mandate, die Bauernvrgani- sationen 8, die Liberalen 12 und die Sozia­listen 27 VJlanbate. Letztere haben 5 Sitze verloren.

Uns dem besetzten G^iet.

fd. Wiesbaden, 12. Sept. Anstelle deS ausgewiesenen Regierungspräsidenten Dr. Momm wurde Oberregierungsrat und Landesdirektor von Reedern aus Arolsen zum Stellvertreter des Regierungspräsiden­ten in Wiesbaden ernannt.

Aus dem Aeiche.

Eine Gedenkfeier und ihre Störung durch Kommunisten.

Erfurt, 13. Sept. ^Wolsf.) Gestern fand hier ausbem Friedttch-WilHelmplatz ernc grafte vater­ländische Gedenkfeier für die rn Weltkrieg Gefallenen statt, zu dec sich Tausende von Tcü- netemer eingefunden hatten. Zu Beginn der Feier txTjucfteen Mitglteder des 5nter. ass^näen Buntes der Kriegsbesck-LdiLten und Kommunisten bat Dvmstuten, wo die Rednertribüne ausgestellt rote, zu stürmen und die Versammlung zu f'p.engen. Einigen gelang es, die aufgepslan-le famute rroifterote Fahne zu entfernen; auch die ftneger* verein^ähne wurde zernffen. Es kam zu Zu­sammenstößen zwischen Mitgliedern bet Stii geroereme und den Ruhestörern. Tte Sicher- Heftspolizei wurde afarmtert, brauchte icbxb mctzt einzuschreiten. Nach ber Feier, die, obwohl tmmer* während durch Zwischenrufe gefiert, fortgesetzt rvurbe, durchzogen Kommunisten und Mitglieder des Jnternattoralen Burfte- ber Kriegsbeschädigten unter Vorantrogung roter Fahnen bie Lauptsttaßen der Stobt.

Der Reichskanzler in Weimar.

Weimar, 13. Sept. ^WTB.) Reichskanzler Fehrenbach ist am Samstag nachmittag in Weimar erngetroffat Am Sonntag vormittag nahm er feine Ernennung zum Ehrenmitglied der piefigen Liedettasel entgegen, die ihm ein ?ünst- ettsch ausgestattetes Diplom der Ehrenmttgüete "cfaft überreichte. Hierbei hielt der Reichskanzler eine Rede, rn ber er daraus hinwies, daß in uiv* erer jetzigen armen Zeft, in ber vorausffchtlrch ,ioch viele Kunststätten aint Strll stand verurteilt werden würden, der Märmerge angoerttn die Aufgabe habe, die Kunst zu Pflegen und das deussche Lied $u erhallen. Unter dem >?nnveis d-»