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Zweites Blatt

ar. 293

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheßen)

Montag, (3. Dezember (920

rein Gelbe lebenden Besatzungstruppcn zu stärken. ®lciAjeitig bilden Beröf,entlichungen

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Fortsetzung 58.

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Ter erste, der an die oftene Gruft getreten mar, t: Bernhard Falkner. Er begnügte sich nicht zu hcemtm Abschied die üblichen drei Handvoll Erde leiden in die Tiefe gesenkten Sarg hinabzumerfen, :ittern er begann zu sprechen, mit einer, treten, torun grollenden, weithin vernehmlichen stimme, alles in atemloser Aufmerksamkeit lauschte.

Lebewohl, meine Tochter!" sagte er.Taft ü ;ehen mutztest, als das Tach meines Hauses sich Atzend über deinem Haupte breitete, lastet in t'tr Scheidestunde wie ein schwerer BornTun aut lenem Herzen. Noch wissen mir nicht, von wel- h Art das Verhängnis war, dem du zum Opfer tollen. Aber hier an deinem offenen Grabe sei 2 reschworen, datz wir nicht ruhen und nicht rasten anben, bis wir es erfahren. Datz den die ganze ^were furchtbarster Vergeltung treffen sou, der Di seine verbrecherische H«nd ausgestrerrt hat, dein junges Leben in seiner Blüte zu brechen, möge der Himmel mir noch Straft verleihen.

«nabet, Weib meines Sohnes, ruhe sanft!"

Totenstille lag über der Menge, nur unter» When von dem Weinen der Frauen und von ? Ein kurzen Aufschrei Achim Falkners, der beide Oähbe vor das Gesicht gelegt fartte, und dem her östliche mit leisen Worten zusprach. Allgemach erhob sich langsam ansclzwellend das Geinur-

Tic Strafkammer kam aus Grund der heutigen Beweisaufnahme zu einem anderen Ergebnis und verurteilte M. megen ungenügender Milch» abgabc zu 300 Mk. Geldstrafe.

Ter stnecht H. S. von Wiesbaden batle An­fang Juli d. I in Assenbeim seinem Dienstherr» mit einem Beile eine verschlossene Tische

Neichsernährnn'-sminister Dr. Hermes: Tie fronten des Ausschusses haben wertvolles Ma- riaf für die Entschließungen der Regierung go- Wert. Ich hoffe, daß wir auch in Zukunft frucht- irrct nfo ziisamm-marbeiten können. Der Grund- f sfas'ung Dr. Rösickes über die organische Wirt- (ast stimme ich fyunfytuS zu. Im Abbau der >mgswir1schaft ist seht eine notwendige Danse -getreten. Bei Brntaetreide, Milch und Zucker iitn eine weitere Lockmmg nicht eintreten. In

fene Kelch, aus dem sie damals getrunken. ES war seitdem nicht einmal ausgespült worden: aber bieier Umstand hinderte Stonrab Brandt nicht, es letzt für sich zu füllen. Er hielt es gegen das Licht und machte dann eine Armbewegung nach dem Sessel am Fenster hin, wie wenn er einer unsicht­baren Person zutrinken wolle, die darinnen sätze. Mit einem Zug stürzte er den Inhalt hinunter, um dann eine ruhelose Wanderung durch das kleine Gemach zu beginnen, von der Tür zum Fenster, und vom Fenster zur Tür, immer auf derselben schnurgeraden Linie, so wie ein eingesperrter Panther <rn dem Gitter seines Käfigs hin und her läuft. Von Zeit zu Zett nur machte er am Tische halt, um das Glas aufs neue zu füllen und zu leeren, bis beim vierten Mal der letzte Tropfen aus der Flasche geflosten war.

Tarübcr mochte eine Stunde vergangen feilt; und schon zeigten sich dvautzen auf der Strafte die ersten, die von der Beerdigung zurückkehrten, als an die Tür des Zimmers geklopft wurde und als die schüchterne Stimme des neuen Gehilfen um den Schlüssel zum Giftschrank bat Er brauchte ein Quantum Digitalis für die Anfertigung eines 3te» zepts.

Warten Sie einen Augenblick ich komm/ selbst/' gab ihm Brandt Bescheid. Aber er ging erst, nachdem er Flo'cfa und Glas behutsam tn den Schrank 'zurückgestellt und sie darin eingefd^ofien hatte, wie man kostbare Besitztümer verschlictzt.

Tie Digitalislösung stellte er selbst her, wie et den Gehilfen bisher überhaupt noch nicht zum Giftschvank zugelassen hatte. Dann setzte er sich wieder auf * en Stuhl am Fenster, um unverwandt in den langsam heraufdämmerndm Abend hinaus

gegangen nxir.

Sie hatten mit stummem Neigen die Grütze er­widert, die ihnen von rechts und links durch Ent- blötzen der Häupter entboten wurden.

Tat Grutz deS Dr. Germering hatten sie alle

Seit dem heutigen Morgen gab es m der Apothekezum goldenen Engel" einen Gehilfen, einen schmächtigen, semmelblonden jungen Men­schen, dessen schüchterne-, unbeholfenes Wesen den .stunden ledenfalls um vieles angenehmer war als die mürrische, wortkarge Verdrossenheit des Apo­theken bcsitzers. Freilich mutzte sich Brandt bis zur Eingeivöhnung des neuen Mitarbeiters noch stän­dig im Laden aufhalten; aber er satz aus einem Stuhl am Fenster, von wo er dem Gehilfen bi« nötigen kurzen Anweisungen gab, und kümmerte sich nicht um die Besucher. Sein Aussehen hatte sich in dielen letzten Tagen zusehends verschlechtert: es war, als sei seine Gesichtshaut ganz blutlos geworden, unb in seinen unsteten Augen war es wie das Flackern eines hohen Fiebers. Als sich am Nachmittag die Hauptstraße ungewöhnlich be­lebte unb die Leute in ihren Sonntagsgewändern gruppenweise dem Friedhof zuwanderten, wurde der Apochekcr sichtlich unruhig. Er stand auf, stellte sich an das Fenster und fuhr m kurzen Zwischenräumen immer wieder mit der Hand durch sein struppiges Haar. Aber er kam offenbar nicht in Versuchung, ebenfalls zu Signe Falkners Be­gräbnis zu geben, obwohl er ja setzt eine Vertretung hatte, die ihm das zeitwellige Verlaßen der Apo­theke ermöglicht hätte. Als es sechs Uhr schlug und gleichseitig die schönen volltönenden Glocken der Iiefenbrurmcr Matthäuskirche ihr Trauergeläut anhoben, zog er sich vielmehr rit sein Wohnzimmer zurück, verriegelte hinter sich die Tür und ent­nahm der Anrichte eine schon entkorkte Wein­flasche. Es war dieselbe, aus der er vor Wochen Frau Signe {jolfner den Stärkungstrunt einge- schenkt hatte, und das Glas, das er mit unsicherer Hand bendrea stellte, war der nämliche geschtrss-

Has dem besetzten Gebiet.

Dic Drsa-ungskoften in den Mrinlanden.

Ein Bericht aus dem besetzten Rheinland loeift auf die Wirkung eines Artikels in der Deutschen Allgemeinen Zeitung" vom 27.9. hin, der sich mit den ungeheuren Besatzungs- koslen der Entente, hervorgerufen durch Bau

schublade erbrochen und daraus etroa 9000 Mark und eine Taschenuhr sowie außerdem ein

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mit gelber Sopl auf den tarnen börenb, entlaul. S bringet erhält Hofgnt-Birklar:'

V mit EamNagnachin.tr 5 u. 6 non 8clltrlr ȟbnbofftreiie.

vom NrichLwirtschaftrrat.

6. Sitzung.

Berlin, 11. Dezember.

Vor Eintritt in die Tagesordnung erhebt Ffoolf frufm. Vertteter der Gastwirte, Einspruch P-m bk Schließung der Berliner Hotels. Die r-lörtxm sollten zunächst bei den Privaten an- f-aen, die Schlnchhandel treiben, nicht aber bei m Gastwirten, die das Fleisch weiterverarbeiten jtrtt will her Reichstag die Wuckeraesetzg-bung -i5 vertoärfen (Zuruf: Mit Recht!) Dann raiaen Sie uns auf die Strafte zu gehen und is P-fricb'* zu schlieften!

D'»itss-''r-'tär Dr. August Müller berichtet <t die B"schlüsse des UnterMisschusses für Er- ;inmg und Landwirtschaft. Der Ausschuft bat Aufhebung der Zwangswirtschaft gebilligt, 'r'recht erhalten sollte sie werden für Getreide, -ssch und Zucker bis zum Herbst 1921. Der II Iw* ton ft hält auch die Freioobe der Zucker- i-7lschaft für geboten. Eigentlich bat sich die : nng^wirtschaft selbst Mifaehoben. Untere Brot- r-ngimq erscheint gefährdet. Der Redner be-» treibt dann die Düngemittelfrage. Die Ernährung s, m einem Problem geworden, das von toeit- chmdster politischer Bedeutung ist.

Dr R ö s i ck e: lieber die Ernähwungsschwie- ü feiten kommen wir nur hinweg, wenn wir ms bemühen, Berständnis für die Produktions- -*nnimgen zu gewinnen Wir müssen zu einem t-rtgleid) kommen. D-r Landwirt muft einen be< -Tmten Tess seiner Prodi,kte lur Ernährung des ki-tzs behalten. Der Landwirt will air4 der >-*ma^wir'schift heraus. Die Landwirte sind ihrer ^liest/ung^pflicht durchaus nachaekommen. Viel- ih sind ffiartoffefn auch umsonst geliefert wor- mt. Der Landwirt kann nicht zu ruhiger Ent- -Iflimg seiner Produktion kommen, wenn fort» firenb mit Ablieser,mgsford*runaen auf ihm feumgescklagen wird. Die Preise müssen den ge- r Harrten Produktionskosten angevaftt fein. Wenn Tpr Viehstand nicht aufrecht erhalten wird, dann W-Ht die Lanbwirtsckatt zu Grunde. Das beste bittet gegen den Wucher ist die Erhöhung der Mrodukt'on. Nur durch ftöcberung der Produktion j mb verständnisvolles Zusammenarbeiten können Mnc die Gefahren überwinden.

dieser unb ähnlicher Art ein nicht zu unter- schätzendes Progapandamittel gegen die nur im Interesse Frankreichs liegenden Absondc- rungsbestrebunacn, von denen nicht genug betont werden rann, daß sie auch aktiv vvn Frankreich unterstützt werden. Es ist nicht

Borlesungen werden im Januar fortgesetzt. Behan­delt werden noch folgende Themen: Die Wetturau in der erdgeschichtlichen Neroeit: die Entstehung der Ackererde und die Bodenschätze der Wetterau: be* Geologie im heimatkundlichen Unterricht.

d Glashütten, 9. Dez Am letzten Sonn­tag hielt Pfarrer Memmert-Ober-DidderSheim in der Schule einen Vortrag über die verschiedmen

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Sfejalfncr auf£möen()6f)C

Roman von Reinhold Ortmann.

s Verein^. WüiM Nitziki!!

und Soldit*,6. Erschein,

" Kaftan '«sebtout

dann das Erstaunen und die Aufregung der Att nach Ausdruck rxnig. Für das, was noch| »der am Grabe geschah, schien mit einem Mal > überschen. ikdn Lellmchme erlofchen. Man sprach «uf tuw1

5d?wttrgericbf.

Rieften, 11. Dez. 1920.

Gestern wurde die letzte Schwurgerichtssache der vierten Schwurgcrichtsperiode verhandelt, und zivar gegen die Angeklagten Strackbein aus Frankfurt a. M., Rahnfeld aus Frohwitz- Aubachtal und Ernst D. aus lffießen. Vorsitzender war Landgerichts-at Funk. Die Anllage »ertrat Alantsrichter Dr. 23 o b a ege. z. Z. an der Staats^ anroalti'd» t Gieften. 2?e t i igr wurdei die Ange­klagten furch die Rechtsanwälte Men del so hn, Albrecht und S ch l i n k.

Strackbein und Nahnseld waren anfangs dieses Jahres bei der Abwicklungsstelle des Fuftatt.-Rgt. Nr. 16 in Torgau als Soldaten, fßor ihrer Ent­lassung im Februar lieft sich St. von R. eine Reihe unausgefüllter Pässe, Anweisungen und Ur­laubsscheine geben,die N. mit einem nachtemachten Regimentsstempel versehen hatte. N. füllte Pässe und Einweisungen aus und erschwindelte hier­durch bei einer Anzahl von Versorgungsstellen Entlassungsanzüge und Entlasungs- gelber. Auch lomt beging er noch einige Schwin­deleien. Die Anzüge veräutzerte er. In Gieften war ihm der Angeklagte D. dabei behilflich.

Die Geschworenen erkannten den Angeklagten Str. im Sinne der Anklage der schweren Urkunden­fälschung in Tateinheit mit Betrug und den R. der Beihllse dazu für ichuldig. Bei D. vernernten sie bi- Sckmldsrage. Dieser hatte bestritten, gewusst zu h.:bm, taft die A.izüge aus eine, ftraparei Ha d luiin herrührten. Auch habe er dies oen Umstanden nach nicht annehmen können.

Gegen Rahn eld b.antragte der Vertreter der Anklage im Hinblick daraus, daß er von dem psychiatrischen Sachverständigen Amtsarzt Dr. Schüppect für geistig minse.wertig erklä t worden war, eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, und gegen R., der nicht öorbeftraft war und offenbar aus falscher Kameradschaftlichkeit gehandelt hatte, eine GefänMisstrafe von 2 Monaten unter Anrech­nung von Uiftersuchungshaft. Das Gericht erkannte im Sinn dieses Arttrags. Dem Strackoein wurde ein halbes Jahr Untersuchungshaft angerechnet. Die Strafe des R. wurde durch die Unterfuchnngs- haft als verbüftl angesehen. Der Angeklagte D. wurde freigesprochen.

hos durch die zur Hautklinik uni zur Mnbolsttad gT goldene im Lederarmbai! loren. Da sehr altel «»denken, bc Belohnung abßtbc h», ^abubpffn-

anher ein, als hätte man vergessen, datz der Ort, an dem man sich befand, ehrfürckpigeS Sckiwetgen gebot. Und das Seltsamste war, datz vier mehr Blicke nach der Stelle gerichtet waren, an der Dr. Germering stand, als nach der vorn Trauergefolge umdrängten Gruft. Er fttmb letzt gleichsam allem inmitten der bewegten Menge. Ter Mann, den man neben ihm gesehen, war entweder im Gedränge der anderen verschwunden oder er hatte den Fnedhos bereits verlassen. Ter junge Arzt aber, den w viele der hier Versammelten tonniem weil er ihnen in Stun­den schwerer Trübsal und Sorge em williger Seher unb Tröster gewesen war, fand jetzt unter all diesen Gesprächigen keinen, der sich ihm mit einem Wort oder einer Frage genähert hätte. Freilich schien er es weder zu erwarten noch zu wünschen Finster unv unbeweglich, wie seit dem Beginn der Trauerhandlung, stand er noch immer: Er drehte den Stopi 'auch nicht, als er bidft hinter fernem Rücken eine Stimme sagen hörte:

Tas ist er. Sieht er nicht aus tote das leib­haftige böse Gewissen?"

Erst als wieder die Musik einsetzte unb die An­gehörigen der Toten durch die aufs neue ehrfurchts­voll gebildete Gasie dem Aus-rng des Friedboses zuschritttn, drängte er sich, wie einer plötzlichen Eingebung folgend, durch die Mauer der zunächst Stehenden bis in die vorderste Reihe. Ta Derbarpe er, bis die Familie Falkner hart an ihm vorüber

ufr die Verwendung künstlicher Düngemittel sftchtern. Auf allen Gebieten können wir die gswirtschaft noch nicht ein führen. Die Frei­te des Zuckers kann noch nicht in Aussicht eilt werden. Die Landwirte sollten alles tun, uns in dem Kampfe gegen die unsauberen mumte auf allen Gebieten zu unterstützen.

Der Präsident der Reichsgetreide- tlf e erklätt, die Getreideernte sei weit hinter

Erwartungen zurückgeblieben. Dic Ablieferung H bedeutend fchwackier geworden. Geg^' böstoil-

Zurücksnltimg solle mit strengen Mit eln ein- rfArittm loerben Uebrigens könne der lleberfhift, tr in den Exportländern über 20 Millionen Ton- Kit betrüge, wenig helfen, wenn wir nickt die jahlungsmittcl für eine Einfuhr haben.

S t i n n e s ^Arbeitgeber^ erklärt, die Regie- *rrg sollte sich ausicklieslickb auf Maßnahmen be- drinten, die praktisch wirksam sind. Das müftte Ttf vor Weihnachten geschehen. Im Deutschen li-be darf keine Instanz, auch, nicht der Finanz- linisftr. diese Maßnahmen hindern. Es wäre Ar Si'mlosigkeit. roerrn man BrotMreide statt eSländischen Maises ein führte. Die Mlllionen itt Milliarden zur Verbilligung der Düngemittel ft.d das billigste Mittel zur Hebung der nächsten tote. Das Geld bleibt im Jnlande Die nächstt tote ist die letzte Ernte, die wir zwanqsbewirt- raften können Wir müssen also die Zahlungs- filt der Mark heben, wenn die Weltmarktpreise iirrmen. Tie hentt-te Lebenshaltung kann _bic S8e=> löl knntg nicht länger ertragen Wir müssen also r c>en Betrieben, wo zu tun ist, die Arbeitszeit lltrtrben. In den semdlichm Ländern erkennt man

Gießener Strafkammer.

Gießen, 10. Tez.

Ter Landwitt K. M. von (5 am bad? war be­schuldigt, im Juli 1915 fünf Liter Milch pro Tag zu wenig abgetiefert zu haben. Tas Schöffen­gericht Butzbach hatte chn frcigesvrochen, da es seine' Angabe, die eine Kuh fei krank geioefen und er habe deshalb die ihm aufgegebene Mllchmenge nicht liefern können, als nicht widerlegt ansah.

mehr und mehr, daß man die 300 Millionen Menschen in Mlltelauiwpa nickt verhungern lassen bann. Aber wir müficu das unsnge dazoi tun. Die landwittschaftlickie Steu erung ist nur möglich durch umfassende Melioration.

Beistlein /Kvnsumvereine): Dic Kommu­nalverbände, die ihre Ablirferungspslicht nicht er­füllten, müssen an den Pranger gestellt werden

Thomas (Arbeitnehmer> erklätt, die rhei- snscheu Bauern haben ihre Pflicht nicht .getan. Scc haben sich gesund gemacht.

Hierauf rot b tte Bevotung abgebrochen.

ReichswittschaftSminister Dr Scholz teilt mtt, daß er bereit sei, in der uMvixn F ist be Interpellation Bernhard über dic Zwangsanlcihc -u beantworten

Nächste Sitzung Montag nachmittag 3 Uhr. Anftagen, Fortsetzung dec Ernährungsaussprachc, Interpellation Beni Hard, Anträge.

Schluß 2*/e Uhr.

K-l-rn-n. W°^ngenFluMLtz-niPer.«n. 1

Lung beiten oberem bifaftt 3Ugenb (er ist 1901 geboren) und sein reumütige»

Tic im Reichstag hierüber gepflogenen Geständnis wurde er zu 2 Monaten ^stfängnis oet-1 und auch im befehlen Gebiet veröffentlichten | urteilt.

Verhandlungen haben stark gewirkt und sind! Tie Landwitte I. Sch I und L. B. von Hav- geeignet, die Abneiaunq gegen die von unfe beim waren von dem Schöffengericht Vilbel zu ----- «. , - *- - ---------- - ' Geldstrafen von 100 Mk. un) 300 Mk. ocrurtedr worden, weil sie die ihnen abgegebenen Mengen Bro tgel reibe nickt abgetiefert hatten. Die Slaatsanwallsck?aft verfolgte gegen dieses Ur­teil Berufung, da ihrer Ansicht nach die erkannten

Kirche und Schule.

O Friedberg, 9. Dcz. Der KreiSlehrerveti- ein hat die Pflege der Heimatkunde und den Aus­bau des heimatkundlichen Unterrichts als ein- bet vornehmsten Ziele in sein Arbeitsprogramm auf- rOTommcn. Um von berufener Seite in bif grund­legenden geologischen Fragen eingeführt zu wer­den, bat er den Landesgeologen und Bergrat Tr. Schottler-Darmstadt ^u einer Vortrags­reihe gewonnen, die sich an die geologischen Ex­kursionen anschließt, welche im Herbst unter dessen sachverständiger Leitung nach dem Vogelsbergrand «Nidda und Salzhausen), der nördlichen (OpverS- hosenMünzen berg', mittleren (FriedbergBad- Nauheim) und südlichen Wetterau (VilbelGroft^ Warben) auSgrführt worden sind. Gestern begann Pergrat Schot'.Pr mit seinem ersten Vortrage, der äußerst anschaulich mit d m Ween der geologischen Wissenschaft oertraut madjfe und an der Hand ovn L arten, Zeichnungen und Gest-ftuspwben das erb» geschichtliche Altextum unb Mittelalter in seinem Werden und Vergehen vor Augen führte, habet immer in der Haupt'ache die Beziehun^n zur enge­ren Heimat hervorhebend. Wie rege das Interesse an derartigen Veranstaltungen ist. geht daraus Her-

Strafen zu gering warm Tic Hauvtverhandlung ergab, daß die Ernte in Haarhcim ivegen Brand» zwar keine gute ivar; bieier Umstand roar aber bei ber Ernteschätzung in aue-r-idienbem Rtaße berück- fidjtigt unb von den hierbei sestgestelltcn Mcnacn sind den Angeklagten noch 15 Proz. nachgelassen worden. Tas Gerick?t kam zu der Ucberzeugung, daß Sch. und B IC- bzw. 10 Toppe!zenlner Bwt- getreibe nicht abgelicfert hätten, utti> erhöhte mit Rücksicht aus diese Mengen die Gcldstrasen auf 4000 Mark rmd 10 000 Mark.

I. N. von Mainzlar roar vom hiesigen Schöf­fengericht wegen Schlei cktandclS mit Hammelfleisch zu einer N2oche Gefängnis und 500 Mk. Gcldsttase verurteilt worden. Sein« Freisprechung wegen Schll'id>haudcls btiroedrnbe Berufung und die von der Staat: anwaltschaft vor- forglid) eingelegte Berufung wurden verworfen.

Tie E. M. von Stettin war vom Sdrösfen- gcricht Friedberg wegen Diebstahls zu vier Wochen Gefängnis verurteilt worden Sie vcrsolyte Berufung mit der Begründung, sie sei unschuldig, das von ihr abgelegte Geständnis sei von bei? sie vernehmenden fßoliicibcamten e r n r e ft i woo den. Ta die Beweismisnahmc die Unrichtigkeit dieser Behmiptung ergab, behielt sie ihre Strafe

Ter Händler I. K. von Hungen hatte anfangs November 1919 an den dortigen Landwirt O. Sch. ein Kalb ohne Erlaubnis des Oberhessischen Vieh­handelsverbandes Perfauft. Tas Sckö'fengerichk Hungen hatte beide Angeklagte freigewwchen, ba es aunahm, der Kmif sei unter der ausdrücklicheit Bedingung, daß K. die ersorderlichc Genehmigung einhole, abgeschlossen worden und sonach einEv- werb" des Kalbes nicht vorliege, solange die Go- nchmigung nicht erteilt sei. Tie Strassammer kam zu einer anderen Aufsassiing und verurteilte bi« Angeklagten zu Gelbstrasen von 200 Mk. unb 100 Mk.

Die Verhandlung gegen den Han'olungsgehiL- sen W. D. von Klein-9lltenstädten unb den Reisen.» den G. K. von Frankfurt a. M wegen Diebstahls, schwerer Urkundenfälschung unb Betrugs zum Nachteil bes hiesigen Braunsteinbergwerks mußte ausgesetzt werden, ba Daniel zunächst in ber Heil- unb Pflegeanstalt auf feinen Geisteszustcmb unten« sucht werben soll.

genügend in der Presse bekannt geworden, baß die von den Franzosen aufgeitn?nbeten Summen für die Gründung der in Köln er­scheinendenRheiniscl)en Republi^, des Hetz­organs der Separatisten, aus einem Fond genommen worden sind, der sich aus Straf­geldern ergänzt, die von französischen Gerich­ten gegen deutsche Nheinlandsdewvhner aus­gesprochen worden sind; bat)cr auch bas pe­kuniäre Interesse, das die Franzosen an hohen Geldstrafen gegen Rheinländer unh Pfälzer haben.

Manck)e Träne armer Wittoen, deutscher Väter und Kriegsteilnehmer hängt an dem Gelbe, mit welchem die Franzosen die Äb- splitterungsbestrebungen gewisienlosen, hier­für empfänglichen Deutschen schmackhaft zu machen versucht haben."

Lin Beschluß der hessischen Gesamt- minitcriums.

Man schreibt uns:

Das Hess. Ge'amtminisierium hat beschlosseu, daß für bas Rechnung ssahr 1921 von der Schaf fung neuer Beamten st eilen gnidsäzlich abgesehen werden soll. Ausnahmen sollen nur in Bettacht kommen, wenn es sich um unbedingte Lebensnotwendigkeit des Staates handelt.

Dieser Beschluß des Ge arntrnmisteriurns hat in den Reihen der StaatsdiensMnwärter, rocldy? zum großen Teil schon 10 bis 15 Jahre nach ihrem Gramen dem Staate treue Dienste geleistet I?aben, große Beunruhigung und Mißstimmung hervorgerusen, noch mehr, da eine Begründung dieses Beschlusses von der Regienmg nicht bekannt- gegeben wurde. Soll hier vielleicht der Anfang ge­macht werden, die Staatsverwaltung zu verein­fachen? ober will bie Regierung verhüten, daß ber Staatssäckel noch toeitcr durch die Schaffung neuer Stellen belastet wird? Beides ist doch nur ein Trugbild, denn erstens wird die Zahl der beschäf­tigten Beamten nicht kleiner dadurch, baß man die im Dienst ergrauten Anwärter weiterhin nicht als Beamten führt und ebensowenig wird der Staats­säckel durch die unkündbare Anstellung ber An­wärter, welche schon mehr als 4 Jahre ihre vvr- geschriebcne fünfjährige Mnroärterbienftieit hinter sich haben unb nach dem neuen Besoldungsgesetz ebenso bezahlt werden, als seien sie schon nach Ablauf des 5. Diätarenjahres definitiv an gestellt worden. Aus letzterem Grunde könnte ja die Regie­rung behaupten, daß es den Anwärtern gleich sein könnte, ob sie mit 30 oder mit 40 Jahren dessnitiv angestellt würden, da sie ja finanziell keinen Schaden erleiden, aber weiß die Regierung auch, daß ein Staatsdienstanwärter mit 30 Jahren schon verheiratet und Familienvater sein kann und als solcher auch für bie Zukunft seiner Frau und Kinder zu sorgen hat oder soll die Familie eines Anwärters im Falle seines Ablebens auf den Gnadenweg angewiesen sein oder soll sie ver­hungern?

Die Regierung will Ausnahmen machen, wenn es sich um die unbedingte Lebensnotwendig­keit des Staates handelt! Glaubt bie Regierung auch ohne die Mitarbeft der StaatSdienstanwä'.cker auszukommen? Ich glaube nicht, denn in vielen Aemtern sind 40 Proz., in manchen sogar bis zu 70 Prozent der voll beschäftigten Beamten noch nicht im Genuß der unkündbaren 9Inftdlimcj. Menn die Beschäftigung dieser 4070 Proz. nicht eine Lebcnsnotwendigkeit für den Staat brbcutrt, warum spart man denn nicht die Gehälter ber Betreffenden ober werben dieselben mir aus Gnade beschäftig! und bezahlt ober werben sie gar als Notstanbs- arbeitcr angesehen?

Obiger Beschluß des Gcsamtmmisieriums hat gar manchem Anwärter und Familienvater, roelchn: mit dem kommenden Etatsjahr aud? seine unkünd­bare Anstellung erhoffte, die Weihnacktssreude gründlich verdorben. Allen aber ist es noch lebhaft in Erinnerung, wie eilig dasselbe Gesamtministr- rhim es hatte, ein Gesetz zu schassen, nach dem jeder Minister, auch nxmn er nur 6 Monat?, nicht 6 Jahre oder gar 1015 Jahre, nein, sag: unb ; schreibe 6 Monate, bem Staate gedient hat, p?n- sionsberechtigt ist. Wo ist her die Gleichberechti- Gung im hessischen demokratischen Staat. Ich finde sie hier nicht! r n

Trotzdem wollen wir Anwärter unfern Tiensl in ber gewohnten, pflichtbewußten Weise weiter aussühren in ber Hoffnung, baß bas gesamteParla- ment noch m letzter Stunbe biesen Beschluß bcs Gesamtminisieriums auibebt imb bei der Regie­rung dahin wirkt, daß den unteren Jahrgängen ber StaatsdienslanWärter, welche alte schon lange bas 30. Lebensjahr überschritten falben, mit bem Beginn bes Rechnungsjahres 1921 die unkündbare Anstellung verliehen wird. E. Sch.

sstkilag, 10. XII.«, in dem Zug l"st Giehen,Rich!gML zirn onc innerer yuniTunn niwi cimurivii. 1PM In der ich Vt Vr"taettess^bewirtscka'ti'ng müssen wir recrit» litaen gelassen?: M eine gesunde Umstellung beginnen. Die lackoirsschaft muft bei ihrer Propaganda auf htKrtiubdS Interesse ber Verbraucherschatt Rücksicht neh- rrn 3" katastrophalen Beurteilung be.r Au,dem Wege JÄgetrefbelage liegt keine Veranlassung vor. Sie

* nicht im günstiger als im Vorjahre. Für eine twnmg ber Ablieferung wirb gesorgt. Der sotz an Stickstossen war in den letzten Wochen riNvtgnrb. Die Tüngemittelinbustrie hat schon n Weg fr*r Krebiftsierung an bie Lanbwirte be­ritten. Wir wollen vor allem bem mittleren