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männliche und^ weibliche Angestellte jeder Ge^ Haltsstufe Bezüge, die über den für sie gelten­den Tarifsätzen lägen.

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«er I in, 9. Okt. (WTB.) Einer Kor­respondenz zufolge wollen die Berliner Buchdrucker-Organisationen den Ausstand im Buchdruckaewerbe mit Hilfe der Reichsorganifotronen über Berlin lftnausdeh- nen, falls die Einigungsverhandlungen kein Ergebnis haben.

Der Wiederaufbau in Horöfranfrdd).

Budapest, 10. Okt. (Wolff.) WieUj Nezedeck" meldet, sollen >u den Wieder­aufbauarbeiten in Nordfrankreich auch 5 0 0 0 0 ungarische Arbeiter ver­tuender werden. Im Auftrage des Ministers des Innern begab sich Ministerialrat Al­do ssy nach Paris, um die Verhandlungen abzuschließen.

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Holland gegen ein Viindnis wider Deutschland.

Amsterdam, 9. Okt. (WB.) Der Standard" schließt sich dem e i n st i m m i - gen Protest der holländisch en Presse gegen die französisch-belgischen Be­mühungen an, Holland in einen westlichen Randstaatenbund zu ziehen, welcher gegen das Gespenst des wieder er­starkenden Deutschland gerichtet ist. Bon Besprechungen über ein solches Militär­bündnis könne natürlich keine Rede sein. Hol­land beharrpte streng seine unabhängige, selb­ständige Politik und wünsche Frieden mit allen Mächten. Aber sein Wohl verteidige es mit all der Kraft, über die auch ein kleines Volk verfüge.

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Entwurf

rineS ReichS-Luftbarkritssteuergesktzes.

München, 9 Okt. Ta^ Reich sjinanz« minislerium Hal den Entwurf eines Lu'ibac- teitsfterier^ff aut'gearbeitet, der in de- l tztcn Tagen den Landesregierungen zur Stellungnahme zugeaangen i>t. Tie in Münckjon erfdrinenbe Lich4spiclzeitung" ist in der Lage, diesen Entwurf zu veröffentlichen.

Nach tri en Tineen Bestimmungen unterliegen die verfchietvnste: Beran staltum gn- der Lu s: ba rte - t - - steuer in gleicher Weise, und zwar Theaterv-irftel- lungen, Varietes, Morimettentl-r-uter, Zirkus, >li- nos, BolksbLustigurgen, Konzerte* ffoffie Bcr anstnltungen, Tanr und Var. sffgliugen,

barets, 5-Uhr>Tees, Wohltätiglt-its und älmliä'e Veranstaltungen. Frei von der Abgabe sollen ledig­lich Veranstaltungen sein, die von Einzelpersonen in peivatrm Wsbnräumen ohne Forderung eines En.l- !>elts oder Verabreichung von Speisen und Geträn- k-m gegen B.zahlunfl veranstaltet werden. Tie Steuec ist, folveit Eintrittsren ausgegeilen wer­den, wozu der Veranstalter in der Regel verp'l^Ttet ist. eine Karten steuer uib betragt entsprc- chmd einem Eirrtrittspreis bis zu 2'i Ateirk 3 kzw. 5,35 Mark, b*x hötjerem Eintrittsgel) für l'ede weiter? erngeiengene Mark 2) byn. 25 P, Der der Festsetzung dieser Ltenerbeträge \oC.ex die Theater- und .stvnzertverawkaltungnr mit einem geringeren Steuersatz normiert iverden als die sportlichen Be «nstaltungen, -ranzlelustiguug-n, flabaret lvorste'! un g<". i usw. Als Paufchil- teuer soll die Abgabe erhoben werden, wenn Ein­tritts Sorten nicht ausgegebm weroeu, wenn die Vaustbalsteuer einen höheren Steue Cetrag für die Veranstaltung erzielen läßt als die Karten­steuer. Die Dauschal'.euer soll nach drm Flächen­inhalt ter für die Veranstaltung benützten Räume berechnet werden. Endlich sieh' das (besetz auch

eine Besteuerung der an öffentlichen $rärzn oder in Wrrrsäs'tLn ausgestel ten Scbau- oder ^xtyrry automaten. Grammophone und anderen #ur Wicher- gttbc musikalischer Stücke dienenden Ap.a are vor, und jnxrr soll für jeben angt-saege en B t reb?- monat eine Steuer von den Besi^crn ter maten usw. entrichtet furrben. Ale Steuersätze 'ollen als Mindestsätze gelten, t-fc von den Ge­meinden bei der Kartensdouer bis zu 50 Prozent, der Pauschal steuer bis zu IM Prozent und bei der Aut?maren steuer bis yi 2-JO Pro^-nt erhöht werden können.

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(Eine Hebe Lloyd Georges.

Amsterdam, 9. Okt. (Wolff/* DerTele- graaf" meldet aus Lorrdon: Lloyd George hielt auf der Jahresversammlung des National­rates der liberalen Partei von Wales in Llan­dudno eine Rede, worin er den Gedanken einer Koalitionsregierung verteidigte und dar­auf hinwios, daß Asquith selbst im Jah.r 1915 die erste Koalitionsreg "tung bildete. Lloyd George betonte, daß in beinahe allen Ländern die Um» stäirde während und nach dem Kriege KoalitionS- regienmgen notwendig gemacht hätten. Lur Lme-

betethgung rst sehr repc. Die Stimmung der deutsch-kärtnerischenBevölkerung ist z uv ersichtlich. Tas Adsi nm,iugsergcbnis türs:c nicht ttor Dienstag nachmittag v-kaimtgc- geben werden

Zur Bergarbeiterfrage erhärte Llovd George, er tottbe lediglich von den Bergarbeitern verlangen, daß die Stemkolstenerzeugung so werde, wie sie im ersten «Ouartal dieses Jahres Ivar, dann röimten sie zwei Shilling Lohnerhöhung pro Tag erhalten. Er Hoss?, daß der gesunde Verstand der Bergarbeiter siegen werde. Zur russischen Frage führte Lloyd Gorge aus, es habe Fei n en Zweck, Fr ieden mit Rußland zu schlie­ßen, da die Sowj-otregierung fein Vertrauen er» loecke, ihr Wort nicht halte und unter der Maske des Friedensfreundes in England die politische Atmosphäre zu vergiften trachte.

Die Versammlung nahm einstimmig eine 23er* trauensresolution für Lloyd George an.

Die Jrcnpolitit Lloyd Georges.

London, 9. Ott. (Reuter.) Lloyd Ge­orge erklärte in einer in Earnavon ge­haltenen Rede, in Irland müsse die Ord­nung selbst mit den strengsten Methoden wie­derhergestellt werden. Irland müsse einen gewissen Grad von Selbstverwaltung haben, die Regierung werde jedoch jedem Versuch, in Irland ein Heer und eine Flotte zu schaffen, die des Bestehen des Vereinigten König­reiches bedrohen würden, bis zum äußersten Widerstand leisten.

Aus dem Uelcbe.

Ein Streik in Hannover.

Berlin, 10. Okt. (Wolff.) Tie Han­noversche Straßenbahn und die die­sen gehörigen Elektrizitätswerke stehen wegen L o hn strei tig keiten seit etwa 10 Wochen still. Nachdem alle Vcv-

RlchHinien zur Gesundung der Re rhsfinanten.

. Berlin, 10. Ok. (Wolff Amlich, Zn Ausführung der Beschlüsse des ?)icii^rttite.i5 vom 22 Zkptembcr über Mahr geln zur Gesundung der Reichsfinanzen sind nunmehr die R i ch t- Hmcn cmsgeiiellt werden, w Ickje di- ff?z elle & ellung des Reichsfinauzmr i er? und die lÄns.ige ittnauz^ebaiuno und Wirlschfftsführung des Rei­ches fehl g> n. Das Rerchsrabine'l hat bi?cn Rickst hmen ben e tiniff.nmrg eine Zustimmung erteilt Ter Wortlaut der Reichsgeseye lvird noch ver- osfenlllcht. Zur Durchführung dieser Be­schlüsse tst ein Reichskvmmii sar ernannt soorden, der dem Reiäfsffna'^mi i'er b-igordner ist und unter dessen BerMirwvrtung und unter Mi'arbeit der Ministerien seine Tätigleit mlszu- üben hat. Dieser wichiige Posten ist dem Präsi- ten!en des Landesffruan^nnLes Unterweser, Dr. Karl, übenragen worden.

Der ReichswirtschaftSminifter über die wirt­schaftlichen Auös chten.

M ü n ch e n, 9. Okt. (Wolfs.) Reichswirt- schaftsminiftcr Dr. Scholz hatte eine Unter­redung mit einem Mitarbetter derMün­chener Neuesten Nachrichten" über die wir t- schaftlichen Aussichten in Deutsch­land. Er sagte u. a., daß man sich mit dem Plan beschäftigt, Deutschland in Wirtschafts­gebiete einzuteilen. Bei dieser Einteilung soll­ten Bayerns Wünsche berücksichtigt werden. Ueberhaupt verstehe er die Eigenart Bayerns und auch die besonderen Aufgaben, die dieses Land innerhalb des Reiches habe. Die mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und dem bat-erischen Handelsminister gepflogenen Un­terredungen hätten ein ganz besonders herz­liches Einvernehmen gezeitigt. -Heber die Koh­le n f r a g e sagte der Minister, daß wir unter Umständen im kommenden Winter vor außer­ordentliche Aufgaben gestellt werdet! könnten. Bei der Kohlenversorgung werde Bayern, so­weit es sich im Nahmen der Versorgung der übrigen deutschen Länder machen lasse, be­rücksichtigt. Bezüglich der Aufhebung der ZwangÄvirtschast meinte der Minister, daß man den Mut aufbringen müsse, diesen Sprung endlich einmal zu wagen, wenngleich er gewisse Bedenken mickt unterdrücken könne. Ein starker Abbau der Kriegsgesellschaftea sei in den letzten Monaten bereits durchgeführt worden.

Lin peinlicher Sewaliftreich gegen Wilna

Wilna, 9. Okt. (WTB.) Die Litauische Tele- grophenagentur meldet: Am 7. Oktober unter­zeichneten die Polen in Gegenwart einer inter­alliierten Schicdögerichtskommission einen Waf­fen still st »ndsvertrag mit Litauen und er­kannten die Demarkationslinie als end­gültig an. Noch sm scfben Wend griffen die PolM trotz der dringenden Warnung der interalliierten .Kommissivn bte litauischen Stellungen unerwartet an, durchbrach»« die Demarkationslinie und setzten mir imgewähnlich starken Kräften den Vor­marsch gegen Wilna fort Die interalliierte Kommißion steht diesem neuen polnischen Waffen stillstandsbruch machtlos gegenüber. Es entspannen sich erbitterte Kämpfe in der Gegend von Shosli. Aus beiden Säten -ab Verluste. Die litauische Heere-leitung traf Maßnahmen, um die lftauffche Hauptstadt bis zum letzten Mann zu verteidigen. In Stabt und Land bildeten sich Bürgertoeljren. Tie polnische llebermacht ist so groß, büß es ihnen gelang, bis 15 Kilometer südlich von Wilna vor- ttibrechen. Ta man damit rechnen muß, daß die Polen auch ihr Versprechen, Wilna unberührt zu lassen, treulos brechm, entschloß sich die litauisrhe Regierung, die Ministerien und Aemter nach Kowno zurückzuverlegen. Tie interalliierten Kommissionen erklärt-m iich bereit, den Schnitz der litauischen Interessen in Wilna wahrzuneh­men, falls es Polen gelingen sollte, sich der Stabt zu bemächtigen. Sie imternahmen einen neuen Versuch, dem polnischen Vonnarsch Emha.^ zu ge­bieten. Der unerhörte Bruch be? Wassenstillstanlxs und aller bish-rigen Versprechungen, schließlich auch die unerhörten Ausschrecknirgeii der Polen gegenüber den litauischen Bürgern riefen in allen Volksschichten Erbitterung hervor, die die Heber» zeugung an den Sieg der Gerechtigkeit festigt. Li- tauen erwartet, daß alle z iv i l i s ie r ten Na­tionen der Erde sich auf leine Seite stellen. Litauen ist überzeugt, daß auch der Völkerbimd Mittel und Wege findet, fehlen Ent­schließungen Geltung zu verschaffen.

Kowno, 10. Okt. Lit. Telegr-Agent. Die letzten Ministerien verließen bte Haupts«dt Wil- n a nick' .>rdnungsmSßiger Räumung am 9. O5t Es waren am 9. Okt. erbitterte Kämpfe an d r Front in TRIno hörbar. Die Bevöskeurng ist er» regt. Tie Juden stehen aus Angst vor Pogvvmen. Miliz hält die Ordnung aufredit. Tte K?nrroll- temMission des Völterbimdes ist aus Suroalh nach Wff.'ua gereift, um mit den Ittaundvn RognerungS- txrtr.'te>"n den Sachverhalt zu untersuchen.

Nach hartem Kamps haben die Po­len am 9. Oktober Wi l n a eingenom­men. Die Litauer halten die Linie Olänki - Alt- trokiVokakovienskaRaschkazy Die angreifenden Truppen find zusammengestellt aus vervol'en Be- mobnern Ostlitauens, die von General Soligow^ki geführt werden. Soligowski hat in Wilna eine neue Regierung ausgerustm, desken Oberhaupt er setbst ist und an her Gutsbesitzer teilnehmen. Sie oer-

Der Meinungsstreit über Vie Konfercnj in Senf.

Baris, g. OK. ,WTB.> Wi- btr Rvm- spondent desTemps" in London meldet, ver- össentlicht derDaily Chronicle'" aus offenbar offizieller Ou.'lle Aufklärungen über die Ver- Handlungen zwischen der französischen und englischen Regierung. Am letzten Tage der Kon­ferenz von Spa sei unter dem Einftusse Lloyd Georges ein Abkommen über die deutschen Kohlen- liescrungen nicht ohne Schwierigkeiten erzielt »vor- den. Andererseits Ijabe man beschlossen, anfangs August in Genf eine gemischte Kommission, in der auch Deutschland imd die anderen Mächte durch z»vei Delegierte vertreten sein sollten, zusammen- zurufen. Diese Kommission habe die Frage stu­dieren und einen Bericht erstatten sollen. Sie hätte aber kein.- Entscheidung treffen sollen über die Frage der Gesamtsumme und der Fiü'sigmachung der von Deutsch and zu zahlenden Entschädigung. Ministerpräsident M i l l e r a n d habe dieses Ab­kommen angenommen. Reichskanzler Fehrenbach unb_ Reichsminister Simons halten in Berlin erklärt, wenn auch die Bedingungen über die Kohlenlieftrungcn hart seien, so hätte man doch wenigstens als Konzession ine kontradiktorische Kon­ferenz von Genf erzielt. Die britische Re­gierung sei der Ansicht, daßsichdie Alliier­ten öffentlich verpflichtet hätten. Man habe desdalb mit Ue-ervaschung fest- gestellt, daß Herr Millerand seine Ansicht geändert habe, um an die Stelle einer gemischten Kommission bu in einem neutvajen Akmbe zusammenlreten fülle, eine Konferenz der Witürergutm-acttui.gskommissrm in Paris, der auch die dcutsg/en Vertreter bet' Nuhnen würden, zu setzen. Lord Curz.m bflfce in feiner Note vom 6. Oktober in freundschaftliäer Offenheit sein Erstaunen ausgedrückt. Ter fran­zösische S-tanbfrumft werde von Belgien geteilt. Ader es wäre unrichtig, zu jagen, die amerikanische Regierung teile diese illnsicht. Im Gegenteil, sie stehe auf dem englischen Stemdpunki. Nach dem Daily Chvoniclc" wäre eine Eimgung möglich, wenn die Wrederguttnackungstemmrssten sich tu Köln anstatt in Paris zusammcnffndc. Gegen eine derartige Lösung werde die englische Regierung feinen Widerstand erbeben. Das Blatt ist Der Ansicht, daß Frankreich und England sich auf diesem Standpunkte einigen könnten.

In d r Frage der Wiedergutmachung spcicht derTemps" die Ansickt aus, ein Einverständnis fönne leicht erzielt werden, mnut man die tedr nische Kommission, bestehend aus zwet delegierten jeder Macht, demnächst zusammenruse mit dem be­stimm ten Auftrage, der in Spa festgelegt wurden sei. Tie beiden Sachverständtgen iür jeden Staat würden aus den Mitgliedern der Wiedergut- mackamgsk.'mmission zu nehmen lein. Die t/xf>* nische Kommission könne sich alst-ann vielletchr in einer anderen Stabt als in Genf zchammen- fiiTbcn.

langen, daß die Litauer das ganze früher von Polen besetzte ÖSebict verlassen uxb daß ttne Volks­abstimmung stattftnde.

Der polnische Bsischckfter in London.

P a r i s, 11. Okt. (VTB.^ DasJournal" »emtmmt über London aus Kopenhagen, daß nach einer dort vorliegenden Nachricht aus Warscha.u Für st Sapieha Paderewski den Posten des polnischen Botschaf­ters in London angenommen hat.

Vie öolfsabRimmnng ie Körnten.

Klagenfurt, 10 Okt Heute fchdrt in der Zone A be5 A^rnrmrungf^bie.s Kärnten die Vvlksab^änrmung statt. D.e inteval'iierten Ver­treter der PlebiszitÄommi'sicm befinden sich seit 6 Uhr monffenS nt der 3»xe A Die Zahl der Abnrmmr»9*5erKbhg.Ttt beträgt etwa 40000 Nach bisher eingclaustnen Nachrichen ist es nirgends zu emsthai en Zwüche-jall-u grfrmn T« Babu-

Der Settungsstreik in Berlin.

Zur politischen Lage wird uns aus B e r- (in geschrieben:

In Berlin erscheinen seit drei Tagen nur die sozialistischen Blätter, der sozral- remofratischeVorwärts", die unabhängige .Freiheit" und die kommunistischeRote Fahne". Die bürgerliche Presse ist ge­drosselt. Zuerst ivar es der Ausstand der kaufmännischen Angestellten, dann eine Art Sympathiestreik der Setzer und Drucker, schließlich die Aussperrung des ganzen tech­nischen Personals durch die Arbeitgeberschaft, die zu dem zeitungslosen Zitstand führten. Zur Zeit befinden sich in Groß-Berlin un- yfäTrr 3000 kaufmännische Angestellte im Streik und 13 000 Arbeiter und Arbeiterinnen sind ausgesperrt. Die Setzer und Drucker haben sich bei Beginn des Streiks der kauf­männischen Angestellten geweigert, die In­serate zu bearbeiten, wett dieser Teil des Zeitungsstoffes durch die Hand der kauf- nännifd)en Angestellten bzw. ihrer Streik­brecher gehe. Die Verleger machen geltend, baß eine solche Ansicht jede tarifliche Ver­einbarung mit eiirzelnen Arbeitergrupven ge­fährdet. Dann muß bei jedem Teilstreik sofort der ganze Betrieb und die ganze Wirtschaft juffliegen. Jeder Teilstreik kann zum (Ge­neralstreik werden. Das ist kein sozialer ^ampf mehr, sondern die Auflösung und Zer- slärung der Eristenzgrundlagen für Unter­nehmer und Angestellte. Die Buchdruckerei­befitzer haben sich mit den Verlegern soli­darisch erklärt. Zum mindesten will man sich mit einem Einheitsblatt helfen. Gelingt dies auf die Dauer.nicht, so müßte versucht wev- den, ein bürgerliches Blatt außerhalb Ber­lins, etwa in Leipzig, Dresden, Halle oder Magdeburg herzustellen. Schon sind aber die Fämpfer aus der Gegenseite am Werke. Sie fordern die Buchdruckereiarbeiter Berlins und die Setzer und Drucker aller benachbarten rcoßen Städte auf, zu streiken, was wahr- cheinlich wieder zum .Gegenschlag einer all- temeinen Aussperrung führen dürfte.

DieR o t e F a h n e" schneidet das Pro­bern in der Weise an, daß sie sich zunächst an die Adresse der Regierung wendet. Das cheinbare Gewährenlassen, die scheinbare Un- lätigkeit und Unparteilichkeit der Regierung 'fi in Wirklichkeit die Kulisse, lftuter der die tonterrevolution in aller Stille und mit :flrr Systematik ihre Kräfte sammle. Indem die Regierung sich stille halte, scheinbar ver­binde, leiste sie der Konterrevolution den dcsken Dienst, der ihr augenblicklich geleistet ^ttden könne. Wie weit die Konterrevoftttion ich hinter der Regierungskirlilse schon schlag- 'ectig gemacht habe, das beweise ein Spitzcil- rtfltel derDeutschen Zeitung", des Organs der Militärpartci. (DieDcutsckje Zeitung" sei als letztes bürgerliches Blatt ihr Er- (bnnen eingestellt.) In dem Artikel, betitelt

Ernst der Stunde" fei auf verschiedene Zeichen, u. a. auf die Aussperrung des vitungspersonals als auf dieVorbereitung ii«r ganz großen Aktion" bingennesen. Das V die Gegenrevolution, das sei der neue Putsch, meint das Kommunistenorgan ff benutzt die Gelegenheit, um seine An- >gerzur revolutionären Initiative nnd livität, zur politischen Offensive" aufzu- n.

Soll sich der Streikkampf im Zeitungs- be, zu neuem innerpolitischem Krieg chsen? Es wäre neben all den Sorgen v Nöten, in denen wir stecken, ein furcht- rw§ Unglück für das siechende Deutschland.

, Berlin, 9. Okt. (WTB.) Den Abend- 1 ®ton zufolge besagt eine Korrespondenz- ^bung: Auf Grund ihrer Sympathieerklä- ftir die Zeituugsverleger erklär- Heb 150 Fi rmen bereit, die Herstel- mig von Zeitungen und sonstigen Arbeiten .

Zeitungsbetriebe zu übernehmen. Bei der chnung der Ausführung dieser Arbeiten , Jirtb das Personal werden die Druckereifiv- r e b e n f a l l s z u E n t l a s s u n g e n ihrer Leiter schreiten. Bon beteiligter Seite wird . "r'e Meldung bestätigt. ]

In einem Aufruf der Zentralstreiklei- der Angestellten wird u. a. behauptet, .

I rm Zeitungsgewerbe durchschnittlich Ge- ^rr von 400 bis 700 Mark gezahlt würden. : '^gegenüber verweist der Verlagsverein . «rruf, daß nach dem im Mai abgeschloffe-

Beteiligten im Druck vorliegenden I ein gelernter, kausmännischer Angestell- ^ohne Rücksicht auf sein Lebensalter, also

«Inhre, ein Grundgehalt von ^^^-^onatlich erhält und daß die tariß- i ^^v^-95ense 1250 Mark monatlich be- ; ifj 9r^ln.cScn ^bhälter gelten ffir weib- 1 Sh 7??^ellte unter Abschlag von 12V, Pro- ;

, Io datz also auch diese Gchälter sich nicht, J ^angegeben, zwischen 400 uiü 700 Mark !

Swischen 437.50 und j | selbstverständlich seien alle diese :

nr. 259

-Du -i-tzener 2lnzeiaer erscheint täglich, außer Sonn, und feiertags.

Sejugßpreise

Monatlich Mark 3.60 »nd Mk.- 65Trägerlohn, »ierteljährlichMark 10 80 undMk.l.95Trägerkohn,- durch die Post viertel- jährlich Mark 12.- ausschließlich Beslellgeld. Fern sprech-^lnschlüffe: für die Schriftleitung 112; Äerlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» richten: Aniffger Stehen.

pofischecktonto:

Frankfurt a. m.^11688

Srft« Blatt izo. Jahrgang Montag, p. Gltober 1920

GietzenerAnzeiger H

General-Anzeiger für Gberhessen UW

Oni< mhO Ptrlag: »n-HI',chk nn» SttiMHntftrti N. S^rittleittiwg, und Drncferti: Schulstr»»« 7.. fämllT'«

Gehaltssätze nur Grundgehalt. Tatsächlich I rifa bildete eine Ausnahme, aber Amerika kam erst hatten ^rn allen Betrieben leistungsfähige f lehr spät in den Krieg. Was sehen wir jetzt in Amerika? Dort ist der Friedensvertrag mit Deuffch!and nicht unterzeichnct, weil der Parlei kampf in diesem Lande heftig wütet. Wäre dies auch in England geschehen, so würde sich auch England noch im Kriege mit seinen früheren Fein­den befinden.

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