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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Cberhehen)

Samstag, September 1920

Zweites Blatt

M. 2H

Irung *um Richter oder Kirchenbeemtrn, nicht an stiegen 14 Pwz. auf 452, auch Sbarpcner 8 Pro I eine Beförderung zum Piarrer b en len So bl aber r er 370. Cxriimhrdxn 333 tiali Seh er eg i

Buderus fdHvädvci 431.

lehnten und muffen angciichts de

808.

Finanz.oge be

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cch.ichen Verwaltungen, Tinstgeschä te b

79,50.

a. M., 11. Sept.

Brie-

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223,25 228,75

1063,75 1066,25 1081,25 1083,75

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22,20

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Bärfenturfe.

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325,

324,50

325,

Büchertisch.

Fortsetzung 29

tRadjbrucI verboten.)

wenig gc

749,

754,

751,

756,

179,75

53,02

541,-

184,25

smgcnden angeführt,

177,25

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Zdrlch . , , Amsterdam . Kopenhagen. Stockholm.

Prag....

Wien... .

London . .

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9.9.

11,80

6,07

13,50

9,50

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Frankfurt Devisenmarkt.

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52,55

d sher cl'altcrt

10. Sept. 381,- 382,- 1671,25 1674,75

75,50

325,-

187,25 357,- 863,- 784,- 230,75

veamtensrugen im Reichstage.

Der Reichst tgsabg. Morath schreibt in der

Korreiv."

Sie faßte den Emschluß, hinaus w gehen in den Garten und sich in die aus emein er bubten Punkte angebrachte 2aiibe zu setzen. Sie blieb da selbst ungesehen, konnte aber beit ganzen Friedhof über-» blicken und so dec stattfindenden Feierlichkeit an» wohnen.

Wenige 2lug?nblicke darauf saß sie schon yox» scheu dem Gcgilter der Blätter und Blüten.

So dicht es auch war an einzelnen Stellen drang doch der fein'; Regen hindurch und sprühte über ihr unbedecktes Haar bi.'i. Sie achtete nicht

187,75

358,-

865,-

786,- 231,25

daraus 'der alte, würdige Geistlick>e und nun der Sarg! Uebcrladeu von Palmen imb Stränjen schlrankte er auf den Schultern seiner Träger einher.

Rena sah ihm durch das Blättergerank mit leicht umflorten Augen entgegen, spähte aber schon darüber hinaus, um Dieienige zu crke.ineu, die dickst dahinter einherschreiten mutzte.

Tie blinde Dtutterl Renas Herz schwoll et heitzem Weh.

Ta Bant sie gegangen an Maren. Hand ausrecht, ungebnigt scheinbar, und doch die ganze königliche Erscheinung mit den rotenJäigen tn dem weihen Gesicht eingehüllt in eine Wolke om Trost- und Hoffnungslosigkeit!

(Fortsetzung folgt.)

den Richtern oder ben waren, auf mittler-: unb nnt werdni. Etwas anderes ist

iB e r l i n , 10. Sept. Börsen st immungs- bild. Im Mittelpunkt eines lebhaften Tvei^-ns stand der Montaumarkt, aur loem unter Hinweis aus allerhand angeblich befte.'ienie Angficderungsplä/e starke Käufe in den führenden Papieren >vie Bo- ckmmer, Lösch, Rhein stahl, Buderus, Ge fenfirtiejKr und Matrnesmaun bei ganz beträchtlichen Kurs­steigerungen im Ausmatz von 25 bis teilweise 50 Proz. erfolgten. Die hier so ausgesprockx'u zu­tage getretene Dausseströmung beeinflußte auch die Kursbildung auf den übrigen Märkten günstig, wenn auch hier das Treiben nicht so lebhaft war und die Kurssteigerungen weitaus geringfügtger nxrrcn und sich zumeist 'unter 10 Proz. hielten. Don Petröleumwerten erreichten Siiaua Romana erilman'g len Ikekdrdstand von 2000, ohne ihn istdc'ssen voll behauvten zu können. "Di: mtderen Petroleumwere sowie Kolonialpapiere waren bei stillerem Geschäft ivenig verändert. Trotz der er­neuten wesentlichen Versteifung der Ausüands- ixtnfen waren Balutavapiere im altgemei.ien nur wenig verändert bis aus Eanada und Mexikaner, die ihre .Kurssteigerung kräftig fvrtsctzten. stlach ben Pluszeickseri an der Makler täfel zu schließen, ist auch mit einer festen Tendenz der zu Eml-eits- kursen gehandelten Jndustriewerte zu rechnen.

Frankfurt a. M., 9. Sept. Börsen- st i m m u n g s b i l d. An der Abendbvrfe trat für mexikanische Werte erneut Interesse hervor, von denen besonders Silbermexikaner in größeren Be­trägen gehandelt wurden. 5pwz. Goldmexrl'aner notierten 560, 5Proz. Silbermexikancr 485, 3proz. Mexikaner 346, ferner stellten sich 5pvoz. TehuMt- tepec 375, 5pwz. Tamaulipas 385 rationiert. Seb hast waren ferner Montanaktien, wo floate Käufe in B-ockumer vorgenommen wurden. Der Kurs stellte sich auf 655 plus 35 Prvz., Rheinstahl

:e Beamten abgeiuäljt cj bei den Berwal-

10.9.

11,40

6,-

13,40

9,25

Rena, die am offenen Fenster stand, schauerte plötzlich zusammen. Welch ein düsterer Tag!Zum Abscknebnchmen juft das rechte Wetter!" Zum Ab- fdüeb für immer, zum Abscksted Don dreier Erde, die dock) auch so schön fein kann, so über gaffen von freudigem Lickst! Sie wußte es.

Und der arme Oskar mußte fernen letzten Weg an treten im Sarg.

Rena war es plötzlich, als fei sie hellfebend geworden. Sie war dabei, wie sich die arme blind: Mutter zum letzten Male über den geliebten Toten beugte, nach seinem Gesicht, nach feinen S?anbei! tastete--tonn wurde der schmale Schrei.', ge­

schlossert, mit Blumen überdeckt, aingehobe.i unb die alte Steintreppe hinuntergetragen--

Nein, nein, sie wollte sich das traurige Bild nicht weiter ausmalen! Es wäre eine nutzlose Qual gewesen.

Sie wollte auch nicht am Fenster stehen bleiben, wenn der Zug oorüberkom, wollte es schkießen und sogar Die Gardinen vorziehen . . Sie tat es und ging dann und setzte sich in einen stillen Winkel.

Tas (Aockengeläut Drang aber auch letzt noch in das Zimmer, gedämpfter zwar, aber dadurch vollends in einen sch.vermütigen Klang geraucht. Sie hatte sich die Ohren zuhalten möge t ne hob auch schon die £>äiibc ab:r die H ände sanken wieder, unb sie horchte nun erst reckst hin auf die Töne voll düsterer Nlahnung

Sie wußte nicht, wie lange sie in ihrem Winkel gesessen hatte da fing ihr Ohr auch noch andere Klänge auf. Singende Knabenstimmen schwebten i cran der Zug mußte sich in Benvgung ge­

setzt haben. Er näherte sich dem Friedhof.

Datum:

5Deutäriegsant. 4° .Deut.Reichsanl. 3°/n'Deut.<Reid)sanl. 4n nPreuft. Konsols Darmstädter Band Deutsche Bank. . . Disconto- Besellsch. Dresdener Bank . Nationalbank s. D. Mitteld.Treditbank j).-Amerik.°Paketf. NorddeutscherLloyd Doch.Butzstahlwrk. D »Luxemb Becgw. Gelscnkirch.Bergw. Harpener Bergbau Obe schl.C-iseno.:B. Oberschles.Eisenind. Phönix-Brgb.-Akt. Bad.Anilin-u.Soda HöchsterFarbweckr Elelnr. A. (E. ®.. . Schuckert-Werke. . Felten-Guilleaume Daimler Bud.-Eisenw.-Akt. Adlerwerke .... 4°/«Hess.Staatsanl. Electron Griesheim

ar rem vo

l3n einem Teil der Auflage wied:rholt.)

Die Aalandfrage.

Göteborg, 10. Sept. (WTB.) Wie der Göteborger Handelstibning" aus London gemel­det wird, ist das Gutachten der juristischen Kom­mission des Völkerbundes ruber Aalandfrage, das am Montag dem Generalsekretär des Völker­bundes übergeben worden ist, für Schweden nicht ungünstig. Tie Kommission dürste mit dem fin­nisch: n Standpunkt nicht einverstanden fein, mich welchem die Aalandfrage eine innere finnische Angelegenheit sei. Tie Kommission ist der ^An­sicht, daß Der umstrittene Paragraph 11 der Sta­tuten bes Völkerbundes in dem Sinne zu ver- stelstn sei, daß "der Völkerbund das Recht hat, die

749, - 751,

756,50 758,50

viaxkuotierung»«.

Datum:

XII.

Ter Tag, an dem Oskar Boro ms ky begraben werden sollt', brach grau und trüb an, und bald brachte e. Regen und einen häßlickien Wind.

In der brit.e.i NachmittagSstunde sollte die Beerdigung stattfinden.

Rena war entflohen, ihr fern zu bleiben. Am Arm der Tante konnte sie ihr nicht beiwohnen, unb ein anderer Platz int Lcick>engeft>Ige hätte ihr inir bie zudringlichste Neugier eingetragen. Lie konnte fick denken, datz man ohnehin im Städtchen die wunderlichsten Gerüchte über sie ausgestreut oben ijürbe.

Ter Lehrer Reinsdorf und seine Schwester fW.eu natürlich an der ernsten Feierlichkeit veil, 'ät herzlich ermutigmben Händedrücken Vevid- 'ä.iedeten üc sich von dem jungen Mäda>en. Rena wt'.e in; Garten ein paar Blumen gebrockten *- gab sie ccr Freundin mit, damit sie die fchun- mcmden Blüten als ihren letzten Gruß dem Sarg nachstreue in die düstere Grube . . .

Tic Beiden lvaren fort. Rena befand sich nun 8«nz allein im Haus . . .

Bom Turm ber Kirche hob jetzt ein Glocken­läuten an das Grabgeläut. Ernst unb feier» uch, nur manchmal l)alb verweht durch ben Wind, klangen die Töne zu ihr herüber.

Ter Regen hatte nachgelassen. t?£ber es war noä) immer ein fernes Rteftln in ber Lust. An vai verschleierten Bergen dampften die Nebel.

Rena staild plötzlich auf und ging mit unglei­chen Schritten im Zimmer hin und her. Warum hatte man sie so ganz allein gelassen in dem stillen Haus, so schutzlos preisgegeben den Ein­drücken des melancholischen Glockengeläutes, des immer näher erklingenden Tote.igesanges?

Hell und scharf bohrten sich die hohen Knaben­stimmen jetzt in ihr Ohr unb senkten sich daraus nieder in das Herz, es mit einer unbestimmten, immer mehr an wachsenden Unruhe erfüllend.

Sie kämpfte g-gen diese Unruhe an. Was roaren das für Anwandlungen? Ter ärmste, der, wie sie an friner Leiche fo bestimmt gefühlt, un Tod mit ihr Frieoen gemacht hatte, wurde be­graben. Tem tuaurigemften Borgang gezittnle eine ernste Stimmung, wohl aber nicht solch ein Fieber der Unruhe. Sie mußte chre Nerven, bic wieder zu rebellieren begannen, besser tni Zaum l osten. Ein bißckteii willenskcättrge Anstrengung dann ging es geiviß.

Aber im gleichen Augenblick empfand sie oas Mißlingen. In wildem Erschrecken bebte sie zu- '. Wahrsckfeinlich hatte sie vorhin den einen Fensterflügel nur angelehnt ent fauchender Windstof' riß ihn setzt auf, die Gardine blähte sich seitwärts und in mächtigem Llnschwellen drang nun ter Grabgesang zu ihr herein, dazu das E-eräusch von vielen Schritten.' Es mußte ein lehr starkes Trauergefolge sein, das dem Toten die letzte Ehr« erwies.

Tie letzte Ehre.' An diesem Gedankn gewann sie plötzlich ivieder Haltung. War es nicht auch ihre Pflicht, die ihre vor allem, dem Heimgegan­genen Liefe letzte Ehre zu erweisen, fo gut sie das unter ben obwaltenden Umständen te:mochte?

Geld Brief

9. Sept 377,- 378,- 1658,25 1861,75 185,39 185,85 353,25 354,75 856,50 858,50

Reickvo ohne Schaden für o;: Iusti,pflege und br

?fq. Mb* find. u. im Hau»^ -en, 'M.

6I-, mien ntfdmftöreierijnfl ! über D Jabrrn- Wer ohne M nl4p flddiloiien-lV,n >erlich. . ien erwünscht v»-

Die Weltliteratur. (Verlag Die Weltliteratur, Berlin, Preis des Heftes 80 Pf.) Die neueste Nummer enthält:Keltische Kn o- ch e n", humoristisch: Erzählung von Wilhelm Raabe.

BLillder Hatz.

Roman von Alfred Sassen.

darauf. Still saß sie, das Haupt ein neigt, die Hänoe im Schoß gefaltet.

Ter Zug nahte sich. Borast bic Knaben, von einem jüngeren Lehrer

Datum-.

AntwerpewDrüstel .

Holland L ndon

Paris

Schweiz

Spanien

Italien

Liffabon-Oporto. . .

Dänemark

Norwegen

Schweden

Helsingfors

New-Pork

Wien (altes) ....

Deutsch-Oesterr. abg.

Budapest

Prag

taugen der großm Vcrkehrsverwaltungeu. Hier must es möglich fein, auch rin: Reih: von Beam­te nstel len, die btsher ben Anwärtern für den höheren Dienst voroehalten waren, m.tt'eren Be amten zu übertragen, und diese werden cine^ großen ^eil ihrer Stellen an untere Beamte ao,u geben Haden. Daneben weroen, durch geeigneten Unterricht, untere und mittlere Beamte sich finoen, welche bereit sind, bic Prüfungen für höhere Dienststellen unter denselben Voraussetzungen, wie die Anwärter auf diesen Dienst abzuleaen. Das sind Maßnahmen, bic eben'osehr dem Interesse bei Beamten als dem Gebot ber Sparsamkeit ein sprechen. Sie bedeuten eine allmäh.iche Verminde cung der höheren uno mittleren Beamtenstellen Mit der Beförderung der Beamten von vartei- polit:scheu 6>sichtspunktcn, wie sie unter bem vorherigen Kabinett cingerissen war, muß es unter allen Umständen ein Ende haben.

Tie Notlage der R u h e ye Haltsemp­fänger ist derartig, daß man ihr Drängen auf baldige Vorlage des Pensionsregelung-sgeietze:- ver­stellen kann. Die von dem Abgeorone.en Beuer- mann (T. B.-P.) noch in der Nationalversamm­lung geforderte Erhöhung ihrer Bezüge aus 50 vom 100 stellt alles zunächst Erreichbare dar, aber sie genügt natürlich nicht, um auch nur in, der bescheidensten Weise das Leben zu fristen. Eine Vorlage der Regierung, welche die Zustim­mung des Neichsrats bereits gesunden hat, soll demnächst dem Nrick>stag zugehen und wird für die Nuhegchaltsemvfänger mindestens b-.ejenig-en Vor­teile bringen müssen, welche die preußi)d>en Ruhe- gehaltsempfänger bereits genießen. Die Vorlage enthält u. a. die Erfüllung der Forderung auf Anrechnung der während des Krieges von Pen­sionären geleisteten Dienstzeit aus die Pension.

Die Neuregelung der Besoldungsordnung, welche bis zum 31. DLob r durchs ühit werden muß, brichaingt gegenwärtig den vom .oau^bait.- misschuß eingesetzten Unterausschuß für Beiol diwgssrageu. Gi ist auf Antrag des Denchterstat ters Abg. Delius) gelegentlich der Beratung des Notetats eingesetzt woroen, una aui Antrag des Al geordneten Morath mit 11 Mitgliedern, von denen jede Partei zwei zu stellen hat, gebildet woroen. Sein Arbeit wird nicht leicht sein Als am 28. Av. il bi? Nationalver ammtung das Be- soldungsgese.' beichäitigte, tourteba: Unzulang- lije Ereignis". Längst entsprachen die (vrund- gehaltsiätze nicht mehr der (Snhvertung des Gel­des, uno die groß: Mehrzahl der Beamten wurde auch nach der io gewaltig erscheinenden Geltatts- aufbeii-rung stari enttmiicht. Dazu kam bald die Tatsache, daß die BcsoldMigsordnungen ber ö:n- zelnen Länder und vieler Mommunen sehr erheb­liche Besserstellungen bet betreffenden Beamten gegen üb. r den Reichsbea inten brachten. Bewl- dungsgesetze uno Besoldungsordnungenwaren überall die gl ichen, aber der Inhalt des Rahmens war recht Der;d)ieben. Beamte, welche im Reich in den Beioloungsllassen 5, 7, 10 standen, waren tn einer Reihe von Ländern durchweg ein bis zwei Massen hoher eingereiht. Und nun trat der größte Teil oer £änberbeamten, namentlich bi? FinanzbeLinte!' aller Länder, sowie die Verkehrs­beamten in Bayern uno Württemberg, in den Relchsdienst, so daß in derselben Dienststelle sich große Unterschiede in Rang und Bezahlung bisher gleichstehender Beamten ergaben. Beispielsweise sind die (5iienbaljnbeamten des Bahnhofs Leipzig sehr verschieden besoldet, ir nachdem sie vor ihrem (Uebcrtritt in den Reichs dien st vreußisckx oder sächsische Beamte waren. Uno obwohl Bapern und Württemberg ihre Beamten großenteils vor dem Ueb.'itritt in den Reichsdienst befördert hatten, standen sich diese io viel schlechter als ihre im ?Lande.'dienst verbiiebenen Kollegen, daß sie von bem Rücktrittsrecht in den Staatsdienst Gebrauch zu machen drohten, wenn ihnen vom Reich nicht dieselben Bezüge, wie jene sie erhalten, zugesich:rt wurden Von diesem Rücktrittsrecht hätte ein großer Teil der Beamten Gebrauch gemacht, wenn nicht die Rücktrittssrisl verlängert morden wäre. Es war wenig erbaulich, wenn sich Reichssinanz- minifterium und Vertreter der Länder gegenseitig illoyaler Handlung-weise bezichtigten. Machte das Finanzministerium den Länd-rs ihr Hinausgehen über die Sätze der Reichsbesoldung^ordnung zum Vorwurf, so antworteten jme, daß sie sich nur die Einreihung zum Vorbild genommen hätten, die das Reichs uianzministe!iüm unter Erzberger den eigenen Beamten zugebstli.fi habe.

Angesicksts ?er Unmöglichkeit, bis zum Beginn der Sommerferien die Besoldungsfrage zum Ab­schluß zu bringen, mußte ein Weg gefunden werden, der den Beamten Sicherheit auf Erfüllung ihrer Forderungen gab. (:: mußte auch vermieden wer- Ivn, das; eine Absicht des früheren Kabinetts, wie sic aus einer halbamtlichen Veröffentlichung vom 24. Juli hervorging, durchaesührt wurde, nämlich die Absich., den mit dem Austritt der drohenden! süddLut'ch.u- Beamten eine sofortige Erfüllung ihrer Wunsche zu gnvähren, die übrigen Reichs- beamten aber aus den Herbst zu vertrösten. Eine Anfrage Morath (T. V. P.) und Genossen mackste sofort nach dem Zusammentritt des Reichstags gegen diese Bestrebungen Front, unb unmittelbar vor ber Vertagung wurde erreicht, daß sich Re­gierung und Re ich: tag auf eine Formel einigten, die eine geeignet: Grundlage für die Beratungen des Befoldunge-ausschusses sein wird. Tie Regie­rung erklärte durch den Mund des Finanz Ministers ihre Zustimmung zu der Eutichfi ßung des Reichs­tags, in der es heißt: Daß der Reichstag grund­sätzlich bamit einverstanden sei, daß bei der ein» geleiteten Nachprüfung ber Reichsbesoldungsord- inuig die Folgerungen aus ben Landesbesoldungs- otbnungeu und den im Reiche bisher vor genom­menen Einstufungen gezogen werden, soweit dies der einheitlich: Ausbau ber Besoldungsordnung ersorderlich macht. Tann müssen allerdings noch Mittel gesunden werden, um einzelnen Verwal­tungen ober Ländern ein Abweichen zugunsten ber eigenen Beamten dauernd unmöglich zu machen, wenn nicht die Frage der Beamtenbesoldung eine Schraube ohne End: werben soll.

Zur Frage der P e r s o n a l r e s o r m, die in 5ad)c der riiizeknen Verwaltungen ist, kann in diesem Zusammenhänge nur getagt werden, daß sie den v. rschiedenartigen Bedürsnissen und Ver- hälttiissen der einzelnen Verwaltungen entsprechen muß. Ueberall müss.'n Mittel und Wege gefunden werden, um ben unteren^ unb mittleren Beamten das Aufrücken in höher: Tienststellen zu ermög­lichen. S:lbstverständlich iverben z. B. untere und mittlere Iustizbeamte dabei nicht aus eine Beförde-

fr?

Frankfurt

Abend- Abend- Schluß- Schluß-

.>00 Bolschewisten gefangen. Tas Äro: be:- Heeres Budjenniis hat sich über den Bug in ber Richtung auf Wladimir zurückgezogen, Budjmnh hat große Verluste erlitten. Vom oberen Bug werden für und günstig: Kämpfe gemeldet.

Die polnischckit'ttlischc Frage.

Kopenhagen, 10. Sept (WTB.) Tie litauische Regierung schlug der polnisckien Regie­rung vor, die polnisch-litauische Frage in Riga zusammen mit den polnifch-russisch:n Verhand­lungen zu erörtern. Wie oer Warschauer Korre­spondent derBerlingske Tidende" meldet, steht die polnische Regierung auf dem Stant punkt, daß die beiden Angelegenheiten vollkommen ge­trennt behandelt werden müssten.

stzilse für das Panzerschiff PMÄmrg.

Washington, 10. Sept (WTB.) DaS amerilanische TransportschiffFrederie", das sich gegenwärtig im Hasen von Antwerpen befindet, hat Befehl erhalten, sich zur Absahrt in die nörd­lichen Govässer bereit zu machen, um das auf der Höl>r von Libau gescheiterte Panzer­schiffPittsburg" wieder flott zu machen.

Eupen und Malmedy.

Brüssel, 10. Sept. (WTB) Havas. Tie Zeitungen melden, daß die belgische Regierung alle Tokumente an ben Völkerbund weitergegeben hat, bie sich auf bie Abtretung der Gebiete von Eupen^und Malmedy beziehen, deren Bevölkerung sich mit Mehrheit zur Rückkehr an Belgien ausgesprochen hat.

Eine Ehrung für Veniselos.

Amsterdam, 10. Sept. (WTB.) Die engli­schen Blätter melden aus Athen, daß der Vor­sitzende des griechischen Abgeordnetenhau es sogleich nach ber Eröffnung der Sitzung einen Antrag ein­brachte, worin erklärt wird, baß VeMiselos der Wohltäter und 9iett:r seines LandeMei, und eine Säule zu seiner Ehre solle im Versammlungssaak ausgestellt werden. Tiefer Antrag wurde e i n st i m- min angenommen. Veniselos legte hierauf dem Hause die Verträge von Sevres zur Ratifizierung vor. Hierauf gab er einen Uebcrblid über feine Politik seit März 1915, kritisierte in scharfen Worten die autokratische Politik des Kö­nigs Konstantin. Als er von Versuchen sprach, König Konstantin wieder auf den Thron zu helfen, rief die gesamte Kammer: Niemals!

Freistaat Fiume.

Rom, 10. Sept. iWTB.) TieZdea Natziv- nafe" meldet aus Triest: Nach Nachrichten aus Fiume proklamierte d'A n nunzio Fiume als Freistaat. Infolge des Eintresstms gewisser Nachrichten aus Paris habe er die Proklamation, bie erst für dm 12. Dezember in Aussicht genom­men war, sofort oorgeiwmmen.

Spaniens innere Politik.

Madrid, 10. Sept. (WTB.) 9tach Zeitungs- melbungen soll sich Tato am Samstag nach Bilbao begeben, um bem König bie politische Lage auseinanderzusetzen. Man glaubt, daß Tato zur Auslösung des Parlaments raten werbe, um dadurch die Macht behalten zu können. Tas Dekret über bic Erhöhung ber Eisenbahn- sahrpreise soll demnächst veröffentlicht werden. Aus konservativen Kreisen glaubt eine Persönlichkeit zu wissen, daß ber König gegen das Tekret Einwen­dungen erheben werde. Anderseits /ündigen die Eisenbahngesellschasten aber an, daß die Eisen­bahner unter allen Umständen in den Streik treten werden, wenn ihnen zum 1. Oktober nicht höhere Löhne bewilligt werden.

Das .Hochwasser der Donau.

Linz, 10. Sept. (WB) Tas schöne Wetter hält auch beute an den Stationen oberhalb Linz an. Man meldet bereits das Fallen der T v n a u. Dem Hochwasser fiel auch die Schaer- binger Jnnbriicke zum Opfer. An ber Salzach mürbe der bayerische und der östecreickfische Hoch- wasserdamm an mehreren ©teilen zerstört und bi-: Fluten ergossen sich in die fruchtbare Niederung. Außer den schon gemeldeten Todesopfern wecdm noch zwei weitere gemeldet. TemVolksvlattt' zufolge ist die Lage in Bad Ischl besonders schwierig. In der Psarrgasse waren die Häuser bis in den ersten Stock unter Waffer. Tie Ein­wohner saßen die ganze Nacht aus ben Dächern und mußten schließlich mit Leitern und Stricken herabg holt werden. Aus einigen Orten werden tödliche Unglückssälle bei den Ber­gungsarbeiten gemeldet.

Hcrndel,

Mainzer Warenbörse.

Mainz, 10. Sept. Zn H ülsenfrüchten war bie Nachfrage febr groß. Die Tendenz ist nach, oben gerichtet. Mb: angebotenen Partien in Erbsen sowohl wie in Linsen wurden verfällst. Tas Angeboi in Bochien war m>ck' klein. 'Zn Futtermitteln war ein lebhaftes Geschäft. Es nurben vereinz-clr Parteien in Rotklee aus dem Ausland, für welchem Einfuhrbewilligung vorlag, angeboten unb verbaust. Biertreber unb Tors­melasse tourten willig im Konsum abgelebt. In Kleesaaten entwickelt >ich das Geschäft allm'ählich. Neue Muster von Landware in schöner Farbe lagen vor. In Oelsaaten war wenig angeboten; die Preise sind steigend. Ebenso war das Angebot in Heu und Stvoy gering unb die Preise etwas au^icbcitb. In Texttlivaven wurden Abschlüsse in Wmterfiitterstoffen getätigt.

Verbindung I

M-ß

LandivM^'K |

KM--

Streitfrage in reale Scfr.inblung zu nehmen Die

Sitzung am 16. September in Paris keine enb- gülhgen Beschlüsse in der Aalandfrage treffen.

Der polnische Heeresbericht.

Warschau. Id Sept. WTB. Front- bericht vom 8. September. An der litaufichen

lungen nach 9?or0en zurückg ivorsen. An bem Ra- vew nahmen wir durch einen getoa.tigcn Ausfall

fahrt 188 50. Hiner den 3nbuftrieait.cn fliegen Metall Bingweröe 9< Prvz. 259,50 A-.an.cn- linier Schnellpresse mit 261 natoimerr ilus 6 Pioz. Elekir. Schuckert 200, Metall Aetzwerk 164,1 .j, ZeUs.vis Aschaffenburg genau neu 61/. Prozent 407,50. Ehnn.sche Werke lebhaft. Scheipoanftalt zagen 8 Proz. auf 658, Braichach 5 Prvz aus 220. Pinsclfavrik Nürnberg gesuch er 295. A ka- mulatoren ianoen zu erhöhtem Kurse Aufiiahme 349 plus 14 Pwz. Dgs lebhafte Geschäft in Mexikaner und Dtonia.ipapierat hielt bei feuer Jen* enj bis Schluß an. 5pwz. Reichs-Anleihe

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. Miniert, alt ^wieder wie Mbeitet 015381 r_belrtrafie 9H. h. | Mk von bief (üc ' Kbiiitimann 1 kii»e Lilderbeit y ÄÄgg M® «.eilnahmk an grj. Unternehmen le oeliber Brunche n> i oder nächster Um: Hfl- Schr. yinich u an den tzieü. Sn. -25 fltliti« ma MtzKchlen en Kartoffeln ^tauschen. Echr. M a. b. (äMeä «n-

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