Sängerttan; gießen.
Oratorium
Bahnl
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gestört.
Schwurgericht
habe er stundenlang mit sich herumgetragen. Auf I nicht nur besitzen, sondern auch zum Ausdru!
-ie Dauer der Uebedegung dmrme eS auch gar '^ringen soll. Kr.
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eiten.
es Hahdn.
H- Beuern, 9. Dez. Die Braun- Po h le n g ewinn un
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erkannt.
* Rabertshausen, 8. Dez. Bei der in vergangener Woche abgehaltenen Versteigerung der Masse stücke aus der Feldbereinigung wurden geradezu wahnsinnige Preise bezahlt. So erreichte ein Morgen gutes Land einen Preis von 16 000 Mk. — Trotzdem einige hunderttausend Mark erlöst wurden, reicht diese Summe nicht zur Deckung der Unkosten.
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durch Kreisamt und Stadt sollen wenigstens die Frühzüge demnächst geheizt werden.
Kreis Friedberg.
# Reichelsheim, 9. Dez. Der schon eme lange Reihe von Jahren bestehende Bien^n- züchterverein für Reichelsheim und Umgegend wurde mit dem Friedberger Verein unter dem Namen „Wettevauer Lkenenzüchter-Bereln" vereinigt .
*Wohubach,8. Dez. Vor einiger Zeit wurde hier an vier Stellen eingebrochen. Die Spitzbuben zerschnitten die Fensterscheiben. Nur in einem Hause hatten sie Erfolg, indem sie 4 Ballen Stoff im Werte von 9000 Mk. mitgehen ließen. Von den Dieben fehlt jede Spur.
entfernte Wage der Staatsüochai. Das fragliche Trackäefäk war erst vor oa. 14 Tagen den Vorschriften entsprechend von dem strartlichen Beamten auf lerne Druckfestigkeit geprüft und vollständig in Ordnung gefunden worden, so daß eine Aufklärung des Unglücksfalles bis jetzt noch nicht gegeben werden Bram. Leider waren gerade an dem Dvuckgefäß mehrere Arbeiter beschäftigt, so daß 5 davon getötet wurden und» 5 weitere mehr oder weniger schwer verletzt s-nd. Die Namen der tätlich Verunglückten sind: Gottlieb Mfter aus Nied, Peter Dunstheimer aus Frorrkfurt, Leopold Breimmg aus Frankfurt, Geovg, Tresenbach csis Soden und Adam Lauer aus Bremthal; alle fünf waren verheiratet. Der Sachschaden üt bedeutend, doch ist der gesamte Betrieb des Werkes nicht
| raubten Gegenstände fanden sich bei chvr vor. Er 1 leugnete zunächst alles ab, hat aber betrat ein, den wahren Hergang in den wesentlichen Punkten aUerbtngS beschönigendes, Geständnis abgelegt.
Kucherckecker ist der Sohn eines früher selbständigen Landwirts, der, offenbar durch eigne Schuld, allmählich heruntergekommen und fetzt Dienstknecht ist. Gr ist der älteste von fünf schwistern unb soll von jeher seiner Heimtücke und Faulheit wegen das Sorgenkind seiner Mutter gewesen sein. Während des Krieges stand er .etrage Zeit in einem Feldarttllerieregiment,— ins Feld kam er nicht — und wurde dort mit der Handhabung von Repttrerprftolen vertrant gemacht. Bon Januar bis März war er Diensttwecht bei dem Landwirt Pf. in Dauernheim. Dieser, dessen Frau, die Knechte und Mägde schildern ihn übereinstimmend als einen ungewöhnlich faulen, frechen, verlogenen, heimtückischen Menschen. Seit Mitte März war er Knecht in Kaichen.
Um einem früheren Mitknecht von Dauernheim, G. S., eine Selbstladepistole abzuLaufeit, verabredete er mit ihm auf Sonntag ben 28. März eine Zusammenkunft in Ranstadt und begab sich bereits morgens dorthin. Der Handel kam zwischen drei und vier Uhr zustande. Kuchenbecker erhielt die Pistole mit zehn Patronen. Er behauptet, S. habe ihn angestiftet, einen oder besser zwei Radfahrer zu ermorden imt> zu berauben; von dem Geld wollten sie sich Sprengstoff kaufen, einen Eiseubahnzug in die Luft sprengen und ausplündern. S. hat diese Angaben energisch be- sttitten; er ist mangels Beweises außer Verfolgung gesetzt worden.
Nach der Trennung von S. — etwa um vier Uhr — trieb sich Eichenbecker zwischen-Ranstadt und Nidda herum, entschlossen, den beabsichtigten Raubmord bei der ersten Gelegenheit auszuführen. Em Radfahrer, dem er etwa um halb fünf 1 begegnete, entging seinem Schicksal nur. Weil Leute in der Nähe waren. (Der Mann war als Zeuge vorgeladen; K. war ihm ausgefallen wegen des unheimlichen Blickes, den er ihm bei der Begegnung zu geworfen hatte.) Um halb sechs wurde K.
1 beobachtet, wie er durch Ranstadt nach dem Tatort ging. Dort muß er sich mindestens eine Stunk« lang, vermutlich auf ein Opfer lauernd, herum-
1 getrieben haben.
Ten Hergang bei der Tat schildert er folgendermaßen. Um sieben Uhr sei ihm ein Mann ent- 1 gegengekommen, der, eben auf bet Höhe angdangt, fein Rad gedrückt habe. Er habe -ihn unter einem Borwrau. angehalten, in einem unbemerkten Augenblick die geladene Pistole gezogen, sich Über- , zeugt, daß sie entsichert gewesen sei unb sie hinter dem Obcrichenktt Verborgen gehalten. Nun habe er den Mann aufgestrrdert, ihm das Rad herrarszu-
men waren gut gegeneinander ausgeglichen, wenn auch der Mt gelegenllich zu bescheiden auftrat uw der Baß gelegenllich zu stürmisch (aber ich nicht fragen: „wer? tocr?") üorgina. Sehr forsch und sicher klangen die Soprane. Wie gut gcM war, zeigte sich besonders in den KoloraturstM des letzten Chors. Dem Orchester bat Haydn t®2 bedeutsame Aufgabe zugewiesen durch bie 2°n* malerei, mit der er sein ganzes Werk ausgMu hat. Und es kam alles gut heraus, einzel«s, das machtvolle Gewitter, die anschaulichen 3°^ ijenen, die fröhliche Weinlese, der herbe T«ü Cbter ist übrigens Allegro affai vorgeschnebrns unter Berücksichtigung der bescheidenen orchestraler Mitttt, die zur Verfügung standen, sogar zr packender Mittung. Die köstlichen Rollen — W solchen darf man hier wohl sprechen, obwohl 6 sich um ein „Oratorium" handelt — der Hanne. des Lickas und des Simon waren in guten Händen Herr Kammersänger Everts (Simon» hat einoi außerordenllich lsicht ansprechenden, vollen un' ausgiebigen Baß, den er mit großer Sicherheit zn maßvoller Geltung zu bringen wußte. Auch Hern i Schi lb ach-Arnolds Tenor war von angenehmer Wirkung, und Fräulein Emmv Potlt lieh mit Erfolg der Hanne den Liebreiz ihrel? jugendlich frischen Soprans. Tas berühmte DuSt rief denn auch vettnenten Beifall hervor, der ftdc auch sonst nach einzelnen Nummern 6enterfb<r: machte. Am Schluß hätte er schon etwas lebhafter fein dürfen. Dankbarkeit ist eine Sieger*, die mtf > _ - - - ---ill
nicht an. Die Frage, ob Kuchenbecker vvn <5 angeftiftet worden fei, sei völlig gleichgültig übrigens auch zu verneinen.
Rechtsmrwrllt Rothenberaer plädierte auf Tvdschlag und Verbrechen aus H 214. Kuchcnbecker sei angeftiftet worden und bei der Tat betört erregt gewesen, daß er ohne Uebetfegung gehandelt habe. Dies beweise seine Erregung nach bcc der Tat. Schlechte Eichung und mangelnde Bildung trügen die Hauptschuld. Ohne S wäre die Tat nicht aasgefü-htt worden. Die Tötung habe nur den Zweck gehabt, sich der Ergreifung nur frischer Tat zu entziehen.
Die Geschworenen bejahten die Fragen nach Mvrd und Raub.
Dem Antrag des Staatsanwalts gemäß erging Urteil.
Der Knecht Willi Kuchen Hecker, geb. am 29. Januar 1899 zu Linden bei Hannover, ledig bestraft, wird wegen Mordes und Raubes zum Tode und zum dauernden Verlust her bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Tie bei der Tat gebrauchte Waffe wird ring exogen Der Angeklagte tragt die Kosten des Verfahrens.
Gießen, 9. Dezember.
Unter AusschlußderOeffentlichkeit wurde heute gegen die Dienstmagd Katharine Gök von Gießen wegen Kindestötung verhandelt Staatsanwalt Neuroth vertrat die Anllage Rechtsanwalt En gisch führte die Verteidigung Geladen waren 8 Zeugen und 2 Sachverständige. Mf einen Teil der Zeugen wurde verzier Wie ckus den öffentlich verkündeten Urteilsgründeu liervorging, hatten die Geschworenen die an sie gerichtete Frage, ob die Angeklagte am 9.Okt. 1920 zu Gießen ihr uneheliches Kind in oder gleich nach der Geburt vorsätzlich getötet habe, bejaht, ebenso die Frage nach nriBientben Unv ständen. Die Angeklagte nnnbe zu 4Jahren Gefängnis verurteilt, indem außer bet bestialischen Art der Tötung strafschärfend berück- srchttat wurde, daß sie bereits im Jahre 1914 em Kind getötet hatte und deshalb zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt worden war, strafmildernd, daß fte eine geistig minderwertige Person mit durchaus mangelhafter Erziehung ist. Sie erkannte das Urteil sofort an.
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Der Kapp-Putsch und das Relch^rricht.
, , Leipzig, 9. Dez. (Wolff.) In Der Straf« fache gegen den Genevallcmbfchaftsdirektor Kapp und feine Königsberger Genossen wegen gemeinschaftlichen Hochverrats beschloß das Reichsgericht in nichtöffentlicher Sitzung am 25. 'November, tells auf Anträge von Seiten der Angeschul« bigten, teils von Amts wegen nach Aeußerungen des Oberreichsanwaltes: Das Verfahren gegen die Angeschuldigten Geh Regierungsrat Dr. DohL (Berkin) und den sächsischen Qberftnanzat Dr.Bang (Dresden) wird aemätz § 1 unb 2 des Gesetze» vom 4. August eingestellt und die Beschlagnahme des Vermögens DohLs nach dem Beschluß oom 25. Mävz wird aufgehoben (§ 480 und 335 der Strafprozeßorbmmg), da nach den Ergebnissen bet Voruntersuchung bei Doh6 die Voraussetzung bei Stxaffrexyttt gegeben erscheint.
„ u.ng im Pforr Wäldchen bei Benern hat gute Erfolge gezeitigt. Die Kohle zeichnet sich durch ziemlich große Heizkraft aus. Durch einen Wünschelrutengänger wurden in hiesiger Gemarkung größere Lagerungen von Braunkohle mit besonderer Mächtigkeit vorausgesagt. Airaenblicklich ist man dabei, durch Bohren die Ausdehnung und die Mächtigkeit der Braunkohle festzustellen. Industrie und Wissenschaft bringen den Boh- rungen großes Interesse entgegen.
-m. Heuchelh eim, 9. Dez. In der vergangenen Nacht versuchten Einbrecher, zweimal das Schwein eines Tagelöhners zu stehlen. Ihr Vorhaben wurde jedoch jedesmal bemerkt, so daß sie unverrichteter Sac^ ab- zieben mußten. Leider blieben die Täter un-
Sreis BÄdmgen. , j
§§ Gelnhaar, 8. Dez. Am Sonntag nachmittag sand in der Gastwirtschaft Beck eme sehr zahlreich befudMe Versammlung der Ar - beitsin validen von hier und bett umliegen-' den Dörfern statt, die von dem Vorsitzenden der Ortsgruppe Ortenberg des Zentral'verbandes der ArbeitsinVakiden und Witwen Deutschlands, Wilhelm Hebbel aus OttenbevS eröffnet uno geleitet wurde und GaiuSafsier Gottschalk ans Offenbach sprach über die Zwecke un» Ziele beö ^enirab Verbandes. Es traten mehrere neue Mitglieder bet, so daß die Ottsgruppe Ortenberg, die am 4. Januar mit 10 Mitgliedern gegründet wurde, beute 125 Mitglieder Et- In den nächsten Tagen sott an olle Gemeinderäte im Bereich der Ortsgruppe mit der Bitte berangetreten werden, Mittel für die Weihnachtsbescherung der bedürftigen Mtt- glieder, der Witwen und Warfen bewilligen.
# Selters, 9. Dez. Zur Zeit wird eine neue Bohrung nach einem Solsprudel unternommen, die bis zur gewisjen Diese durch Handbetrieb, sodann durch elektrische Kraft erfolgt. Die Durchbohrung der verschiedenen Bodenschtchten bereitet bis letzt keine Schwierigkeiten. Tas Wasser des vor einigen Jahren erbohrten Sprüdels bat sich da die Rohre infolge des starten EisenMchaltes gänzlich verrostet sind, einen anderen Ausgang gesucht.
Kreis Lauterbach.
rr. Schlitz, 7. Dez. Der Wahlverein der Deutschen Ärlksparbei war an sämtliche hiesigen politischen Bereinigmigeil heraugetveten, um am 18. Januar kommenden Jahves eine gemeinsame Reichsgrün du ngsfeier zu begeben. Nachdem die sozialdemokratische Pattei abgelehnt hatte, hat nunmehr eine Versammlung der Vorstandsmitglieder aller hiesigen bürgerlichen Parteien sich mit der Abhaltung einer solchen gemeinsamen Feier einverstanden erllätt. Gleichzeitig wurde das Pro- gvamm für ine Feier festgesetzt. — Während es m allen anderen Orten des Schlitzerlandes zwischen den Kirchengemeinden und ihren Organisten in der Gehaltssrage zu einer Einigung kam, sind in den Dörfern Queck, Hutzdon uä6> Uetzchcrusen die Organisten wegen Nichtbewilligung ihrer Forderungen in den Streik getreten und Haven das sonntägliche Orgelspielen eingesiLllt. Vorläufig fingen die Gemeinden also ohne Orgelbegleitimg.
Kreis Schotten.
lw. Aus dem nördlichen Doge l s b e r g, 10. Dez. Diese Woche hat endlich den lange erwarteten Schnee gebracht. Es gibt fast jede Nacht Muschnce dazu, so daß die Schneedecke jetzt auch in den Tälern 15 Zentimeter hoch ist. Dabei ist es gelind, die Temperatur liegt bei — 2° Celsius. Für jung und alt ist der Schnee diesm-al ein besonders lieber Gast, die Schlitten und Rödeln sind in vollem Betrieb, das Getreide hat eine langentbehrte Schutzdecke und die Aussicht auf Winterfeuchtigkeit etfreut den Bauer.
e. Schotten, 9. Dez. Seither fuhren die Züge auf der Strecke Nidda—Schotten ungeheizt. Infolge energischer Vorstellnngen
Staatsanwalt Dr. Eckert führte ans, daß unter Würdigung aller Umstände die Tat nur als Raubmord betrachtet werden könne. Nur durch einen Mvrd sei der Raub onszu führen gewesen. Kuchenbecker habe nicht annchmen können, daß bet ihm an Körperkraft überlegene BSkxen das Rad freiwillig heranSgeben und chm gestatten iverde, darauf weazusahren; aicherdem sei er, wenn fein £)tfer am Leben geblieben wäre, der baldigen Entdeckung sicher gewesen. Bei feiner Feigheit unb Heimtücke sei er feinem Opfer gewiß nicht Auge in Auge gegenftbergetreten; aber auch wenn seine Darstellung in den Grundzügen wahr sei, habe er mit Vorsatz unb Uebertegmtg gehandelt. Keinesfalls sei, tote er rammehr glauben machen wolle, der erste Schuß sozusagen von selbst los- gegangen. Seine Aufregung noch der Tat, die «m Angst und Furcht vor Entdeckung zurückzu.- füh«n sei, beweise nichts. Eine gewisse Erregtheit bei der Tötung möge ihm zugeftonden werden: fast jeder Mörder habe eine Art Mordfieber, vergleichbar dem Jagdfieber, daß die Neberlegung in keiner Weise beemttächttge. Den Mvrdplan
Aus Stads uttö Land.
Gießen, den 10. De-, 1920.
GorarrstaLtuKge«.
Freitag: Stadttheater^ 6V3 Uhr, „Der ersten Liebe gotbuc Seit". — Stodttnistion, LSber- ftraße, 8'/^ Uhr, Vortrag über „Unser Gottes- bedürmis". — Cafs Leib, 8 Uhr, Konzett und Darstellung der Chicrnseer. — Lichtspielhaus, iveaucn, die ivach Liebe dürften" und,,Auf Ho- V'. Fürsprache^'. — Lichtspiele, Seltersweg, „Tas rote Plakat" und „Der Spekulant auf dem Heiratsmarkt".
ÄctLcrvoraussage
für Samstag:
Bedeckt, meist trocken, Temperaturen unter null Gcab, östliche Winde.
Unter dem Einfluß der im Norden liegenden 'Hüch" uckgebiete herrschen östliche Landwinde vor. Es ist daher vorerst mit Fortdauer des Frost Wetters zu rechnen.
In Gießen betrug die Höchsttemperatur 1,2 Grad über Null, die Mindesttemperatur 2, Grao unter Null; in .Lauterbach die HöchfiU'mperatur 1 Grad unter Null und die MinüesttelNperatur 4 Grad unter Null; Darmstadt hatte 2 Grad über Null Höchsttemperatur unb 1 Grad unter Null Mindesttemperatur.
♦
** Erne öffentliche Sitzung der Stadt- veror dnet en-Vers antmlung ist auf Montag den 13. Dezember 1920, nachmittags 6 Uhr, in das Stadthaus, Zimmer Nr. 11, anbe- rarnni Aus. der Tagesordnung steht: 1. Austritt aus dem heisisch-massauifdyen Wittfckxrftsverband, 2. Gebaltsfestsetzung für die Beigeordneten und beit Oberbürgermeister.
** Die verschwundenen Fünfzig-Pfennigstücke. Trotzdem seit Okw- beu für über 78 Millionen Mcrrk 50-Pfemng- stücke geprägt worden find, ist kaum noch eines zu sehen. Jedes Stück hat einen Metall- wet von 16 Pennigen und das genügte, daß fie sofort gehamstert wurden. Unter diesen Umständen ist von der Prägung von 25-Pfen- nigstücken Abstand genommen worden.
**DieFleischversorgunginder Uebergangszeit. Eine ganze Anzahl der Metzger soll entgegen den aeltenden Bestimmungen ihren Viehdedarf durch direkten Vie Hk auf beim Erzeuger decken, ohne im Besitz der vorgeschriebenen Erlaubittskarte .Hum Viehhandel zu fein. Es wird vom Kreisamt darauf hingewiesen, daß entsprechende iAn träge auf Erteilung der Erlaubnis karte Lei her zuständigen Stelle (Kreisamt Gießen) unverzüglich gestellt werden müssen, da ab 1. Januar 1921 Viehauflauf ohne Erlaudnis- karte zur Anzeige gebracht wird.
** Tie Zuckerbezuascheine für De- Kember werden von heute an durch das Städtische Lebensmittelamt cmsgegeben, woraus wir die Kleinhandels geschäfte hiermit aufmerffam machen.
** Der 2. Hermann-Hoffmann- Vortrag, in dem Univerfftäts-Gatteninspecktor Rehnclt über Ceylon sprvchen wird, Tann "wegen «^getretener Hindernisse e^t Freitag den 17. ds. Mts., abends 8V4 Uhr, im großen Hörsaal der Äniverfitat stattsinden.
** Reinigung der Fußsteige von Schnee und Eis. .Die Eigentümer von an die Straße grenzenden Grundstücken werden vom Polizeiamt erneut auf die ihnen obliegende Pfticht der Reinigung der Fußsteige von Schnee und Eis aufmerksam gemacht. Der frischgefallene Schnee ift alsbald nach Beendigung des Schneefalls, unb wenn dieser während der Nacht stattgefunden hat, längstens bis 8 Uhr vormittags von dem Fußsteig %u entfernen, und zwar muß der Fußsteig in seiner ganzen Breite bis zur FahrbaMi schneefrei gemacht werden. Bei fortdauerndem Schneefall ist diese Reinigung fo oft als nötig zu wiederholen. Wenn auf den Fußsteigen Glatteis oder infolge andauernden Schneefalls, Frofteinwirkung oder aus sonstigen Ursachen Schnee- und Eis- buckel sich gebißet haben, so daß die Fußsteige schwer zu begehen sind, müssen diese in einer Breite von mindestens einem Meter mit Sand, Kies, Sägemehl oder anderem geeigneten Material ausgiebig bestreut werden. Das Ausftreuen Von DbsÄlen, Schlacken oder sonst ungeeignetem Material ift verboten. Nach eingetretenem Tau- toetter sind die Fußsteige unter Vermeidimg von Beschädigungen gründlich zu reinigen. Hierbei ist M beaebtat, daß nach den Vorschriften für den Vermehr und den Schutz der städtischen elektrischen Straßenbahn Schnee und Eis auf das Bahn- Xri-arara ober dicht an das Gleis nicht abgetoorfen werden dürfen. Die Polizeibeamten sind ange- toiefeu, den Befolg zu überwachen und nötigen- fcllls Strafanzeige zu erheben.
Landkreis Gießen.
* Klein-Linden. 10. De-. Im Saale der Deutschen Eiche finhet morgen abend eine ^Weihnachtsfeier der Hermatverernigung Klein-Linden statt, wobei Wandervögel ein Krippe n s p i e l aufführen wollen. Es ist W,begrüßen, daß bieie Wende, die allen Einwohnern noch in schöner Erinnerung sind, wieder aufleben Und die Hermatverrinisung auch mit jugendlichen Kräften neu erngefühtt wird.
Hessen-Nassau.
Explosion in den Höchster Jar-werten.
Frankfurt kl M., 9. T^. (WB.) Heber einen Unglückssall m den Höchster Farbtoer- teit gibt die Direktion folgende Darstellung: Am 8. Tezember d. Js. MättqA 1 Uhr ereignete sich auf den Farbwerken ein schwerer Unglück^iall. IN dem Paranitamlin-Bettteb des Weckes explodierte ein mit Ammoniak gefülltes Truckgefäß. Der abgerissene Deckel zertrümmerte das Dach des Gebäudes und flog aus eine oa. 500 Meter
geben. Dieser habe sich geweigett und Miene gemacht, auf$ufbringen. In diesem Augenblick habe et die Pistole gehoben und auf fein Opfer gerichtet. Ter Schuß sei sofott losgegangen. Der Mann habe das Rad fallen lassen und sei ftShnend vorwätts- getaumelt; da er sich gesagt habe, daß der Getroffene doch sterben müffe und damit dieser nicht Zeuge gegen ihn fein könne, sei er ihm nachgelaufen und habe ans kurze Entfernung einen zweiten Schuß nach dem Rücken abgegeben. Darauf fei der Mann auf "bad Gesicht gefallen und liegen geblieben. Er habe ihn herumgedreW, sich überzeugt, daß et fein Lebenszeichen mehr von sich gebe und ihm die Uhr mit der Kette abgerissen. Danach schwang et sich, von Furcht und Entsetzen gepackt, aufs Rick und fuhr nach Kaichen, wo er um 9 Uhr ankam. Sein Abendessen ließ er sich schmecken und war auch an den folgeichen Tagen in seinem Benehmen unverändert. Seinen Mitknechten erjäbite et, von einem Invaliden, der ein kurzes Sein habe, habe er das Rad und die Uhr von einem Kollegen billig geschnappt.
Völxens Leiche zeigte zwei Schußvecketzungen, eine rechts vom Nabel und eine mitten im Rücken. Dünndarm, Gekröse Zwerchfell unb die Banch- schlagoder waren dnrchschoffen. Im Bauch fand sich ein Liter geronnenes Blut. Nach dem gerichts- ärztlichen Gutachten ist Völxen nur von einer Kngel getroffen worden, die in den Bauch einge- dtungen unb im Rücken herausgckommen ist. Der Gerichtschemiker Dr. Popp in Frankfurt war nach dem Besimd an den Kleidern der gleichen Ansicht. Er schließt aus einer Reihe von Umständen, daß der Täter sich bei Abgabe des Schusses beträchtlich tiefer als das Opfer befunden haben müffe, und kam zu dem Evgebnis, daß Völren vom Rade geschossen worden ist. Hierfür spricht unter anderem auch die Anskurbelung des Schultergelenks.
Nach dem Gutachten des Regimentswaffenmeisters Weiß hat die Mordwaffe nicht nur einen ungemein schweren Abzug, sondern auch einen Druckpunkt von etwa 4 Millimeter; nur durch einen kräftigen Track konnte der Schuß gelöst werden.
Knckenbecker ist von dem Kreisarzt Med.-Rat Dr. W a k g e r und dem Amtsarzt Dr. SchÜp- p e r t auf seinen Geisteszustand untersucht worden; er ist nicht nur vollkommen zurechnungsfähig, sondern, trotz seiner Unbildung, von nicht alltäglicher UttellSkraft.
An die Geschworenen wurden Fragen gerichtet nach Mord und Straßenraub, fotoie auf Antrag des Verteidigers noch ehte HilsSfrage aus §214, wonach mit Znchth-us nicht unter zehn Ähren oder mit lebenslänglichem Zuchthaus bestraft wird, wer bei Unternehmung einer strafbaren Hand- hmg, um ent ber Ausführung entgegenstehendes Hindernis zu befeitigen oder um sich der Ergreifung auf frischer Tat zu entziehen, vorsätzlich einen Menschen tötet.
Die Anklaaen- und Verteidigungsreden füllten zwei Stunden aus.
M . Gießen, 9. Dez. 1920.
Nach zweitägiger Verhandlung ift gestern in fbäter Aoendstrawe der Dienstknecht Willi Ku ch en decke r vom Schwurgericht der Provinz Oberhesseu wegen Raubmords zum Tode verurteilt worden. Den Vorsitz rührte LandgerichäSrat Funk, bie Anklage vertrat StaatSawvalt Dr. Eckert, die Verteidigung war Rechtsanwalt Rothenberger übertragen.
Am Morgen des 38. Marz d. I. war der Photograph Bölxen ans NS>da zu Rad in die Umgebung von Selters gefahren, um Kvnftr- mandenbild^ zu machen. Er war ein junger, stattlicher, allgemein beliebter Mann, ber fein Gc- !CS.J‘erW> *md es m kurzer Zeit auf eine an- seAllche Höhe gebracht hatte. Er lebte in glücklichster Ehe, war Vater eines sechsjährigen Jungen und hatte ferner Frau, bie ihrer Niederkunft ent- gegenfah, versprochen, zum Nachtessen zu Haufe zu fein. Auf der Heimfahrt, abends um 7 Uhr wurde er auf ber waldiaen Anhöhe bei Effolder- aus offener ©trage, erschossen unb seines ^es, ferner llbr sowie seines photographischen Apparates bevMbt. Die Leiche wurde kn^ nach au' t«n Straßenbankett liegend aufgefraiben.
Tater fehlte zunächst jede Spur; den sofort emsetzenden Ermittlungen der Behörden gelang eS aber bald, Licht ht das Dunkel zu brm- gen, uno twinge Tage nach der Tat wurde der Moroer m semer Dimststelle in Kaichen von hem l KrunmalkommMr Wiler verhaftet. Die ge-
Wer heute die von Kraft unb Frische Dr> quellenden Melodien der .Jahreszeiten" auf sich hat wirken lassen, der mag es kaum für möglZ halten, daß Hahdn, als er sie 'niederschrieb, bereits 68 Jahre alt gewesen ift. Und zu denken muß es ifcm auch geben, daß diese Musik zu einer Zeit entstcmd, als bie Welt wiederhallte von Krieg und KriegSgeschrei, als die französische Revolution Mit ihren Folgen ganz Europa in .Aufrerama setzte und die napoleonische Getoaltherrschast rm Anzug war. Ucker ein Jahrhundert ift ins Land ge* gangen, jene schweren Zeiten sind versunken, schwerere sind beraufoesogien, und noch immer singen und hören, wir das Wunderwerk des alten Meisters, erquicken und erheben uns rat ihm und suchen m fetnetit Bann all das Grausige und Häßliche, das wir erlebt haben unb täglich erleben, für kurze Stunden von uns abzuschütteln. Wer inß dazu verhilft, der erwirbt sich ein Verdienst. Und wenn ihm das Unternehmen so gsit gelingt, wie es injt ber heutigen Aufführung des Sängerkran-ck der Fall war. bann kann man sich doppelt bei ihm bebauten. Gewiß, die ,Lahreszetten" sind etnr leichte Musik. Das soll aber heißen, sie acht unserem Ohr leicht ein imb findet auch bei Dem musikalisch toenig Vovgebilbeten rasches Serjl&tb ntS. Aber bie Mitwickenben im Chor und Orchester, bie Termen bie Schtoierigkleten. Diese anscheinend fo leichte Musik stellt großt Anforberungen an ftrüberen Gesang und sauberes Spitt, sie will mit größtem Fleiß und voll« Hingebung studiert unb ausgeführt fein. T« Sängerkranz und fein ans guten Musikanten zusammengesetztes Orchester haben bewiesen, bah fit solchen Anforderungen gerecht zu werden vermögen Durch die ganze Aufführung weht ein frisch« Zug. Ter Chor holgte dem Stabe seines feurigen und doch umsichtigen Lefters Herrn Albert Kasten mit großer Aufmerksamkeit. Die Stim-
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