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Awetter Blatt

M. 290

Nl

unter

= 40 4-40

80 Mk.

= 50 4- 50 = 100 Mk

Grate Imü

Fortsetzung 5.5

iachdrnck verboten.)

VereJli

Mk. Mk.

jedes Kind:

bis »u 6 Zähren

SB

^orop.lj, . - Nolhu in c.s, I ^orop.u^]

»s. »it tut« J

Eintritt Hin _Mfc

Willkomnut V| f Geschenke i*

Durck die in Aussicht stehenden 100 Prozent Teuerungen schlag sollen künftig gezahlt werden für jede- Kind:

bis zum 6 Lebensjahre

bis zum 14. Lebensjahre

!Ä 5b!

1 |

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LersA^ lÄSfe

die Falkner aufLinüenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

hätSberechtigte Kind

bis 8um vollendeten 6. Lebensjahre 40

biS zum vollendeten 14. Lebensjahre 50

Nach § 16 des Besoldungsgesetzes twm 30.

Alnil 1920 erhalten die Beamten für jede-

ÄWiv U«) öen f.

rffirolier Voitr* Sbßd« le»UL Birnen, 21 nb Zwelschevi, il ämve und Zval Mehil 1.6rober,wr I _ Alten -W In heutiger b tzung würbenjr nbluflfl PtrLJw- ubflclooit

, B - <3 d Die oerloo'ttn inb alSbann bei-' tedmcr^errnl» mit bebu» IniureWnun^ Men Tai iniungdul. « x<C

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Hein15

KAI I ssäfeSK

Sre können mir natürlich auch nicht sagen. Cd um meine Fvau gestorben ist?" war das erste, ta? der Maler sprach, ausdruckslos und noch tiLwer mit leerem Blick vor sich hrnstarvend. ^,Nie- tirnb weiß es. Vielleicht werden wrr es me er- vhven."

Ich bin der Meinung, datz Frau Falkner Btcm Herzschörge erlag. Solche Katastrophe bricht loeüen auch über scheinbar ©climbe herern. Und pte Gattin war nicht vollständig gesund."

Wenn Sie etwas derartiges fürchteten, Wa­rr« haben Sie es mir nicht gesagt?"

Ich gestehe ohne weiteres, daß ich an solche ttiglicftfeit nicht gÄxacht habe. Derrn ich hatte t'.chts als btc Symptome einer hochgradigen Jcer- tofitSt scststelten können. Der ärztlichem Doraus- Ü<6t sind eben leider trotz aller Fortschritte der Er- ^Uirtnis noch immer und wahrsr^inlrch auch Ä:alle Zukunft recht enge Grenzen gezogen.'

3a. Aber wenn man nun feststrtlt, daß rt vergiftet worden ist?"

Daran glaube ich nicht. Die MöAichkett 'em ich freilich nicht verneinen. Vorerst ftdoch t<int lnir nicht der geringste Anhalt dafür ge- itBnt."

Und wenn es dennoch so wäre, wer könnte getan haben?"

Darauf weiß ich keine Antwort. Ihre Gattin Die hier im Hause doch wohl keinen Feind."

bis zum 21. Lebensjahre = 60-j-60 = 120Mk. rffo eine Er^hung von 20, 25 und 30 Mk. pro Monat und Kind.

Beamten, die keine Kinder haben oder noch fitere unversorgte Kinder zu unterhalten und auch '.Atter unter der Teuerung M leiden haben, ist licht - bewilligt worden. Ein Teil derlBeamten- 'choft hat infolge Höherstufung Nachzahlung von 5ehalt, das schon am 1 April 1920 zuständig var, erhalten. Ein großer Teil kam aber «icht in Frage und steht jetzt-vor einem Nichts.

Man war sich deshalb darin einig, daß diese willigung bei Erhöhung der Kosten für die twendigsten Lebensbedürfnisse um das 1020-

, bei den noch fortwährend steigenden Preisen Lebensmittel und die nötigsten BSkleidungs- r usw. und einer Erhöhung der E in kom­men um noch nicht da- 5fach>e, keine aus- mchende Hilfe darftelle und daß die Beamten­staft, insbesondere in den Städten, wenn ihr eicht bald und besser geholfen würde, moch vollends dk rar men müsse, sicherlich nicht -um Vorteil ihrer Mitmenschen.

Daß die allgemeine wirtschaftliche Lage nicht hitrh fortwährendes Inganghalten der Notenpresse rbelfert werden kann, sondern daß allein ein Preisabbau erforderlich ist, um wieder peorbnete Zustände in dieser Beziehung herbei- r! führen, ist allen klar. Aber biszumEintritt ieses Abbaues muh die Beamtenschaft Mit- rl haben, um daS Nötigste einkaufen zu können mb die bestehen zur Zeit leider nur aus jkapiergeld

Die EisenbahnbeaMten sind sich bewußt, daß tie Eisenbahnen das Rückgrat des Staates be- imten. Sie verlangen aber auch, daß sie min- feflntS die Mögt ichkeit zuNr Leben er- selten, um ihre Kräfte lederzeit in den Dienst der Llaemeinhcit stellen zu können. Die Mitmenschen, tit die Verhältnisse in Wirklichkeit betrachten rool­len, wie sie augenblicklich liegen, können sich, denn sie gerecht urteilen, den Forderungen nicht Llthnend gegenüberstellen, sie Müssen mit dafür nuteten, daß der Eisenbahn-, wie überhaupt der besamten Beamtenschaft schmal und aus- mckend geholfen wird. Des Dankes und der tat- triftigen Mithilfe am Wiederaufbau unseres am Boden liegenden Wirtschaftslebens kann das Publi- tnn sich versichert haltetr.

AuS diesen Erwägungen heraus wurde die

bis zu 14 Jahren =- 50 -- 25 = 75 Mk.

bis zu 21 Jahren = 60 4- 30 - 90 Mk.

40 + 20 - 60 Mk

bis zum vollendeten 21. Lebensjahre 60 Mk. ownatlichen Kindeyzuschlog, für Kinder vom voll- rndeten 14.21. Lebensjahre nur bann, wenn pie fiinbcr nicht eigenes einkommensteuerpflichtiges Einkommen haben. Ueberfteigt das eigene Em- 'ommen be5 Kindes den flruetireien Einkommen- tril (700 Mk.) um weniger als den Betrag des Sinderzuschlags ernsMießlich des Teuerungszu- ichlags, so wird der Kinderzuschlag gewährt, je­doch gekürzt um den Bettag, um den das eigne Einkommen des Kindes den steuerfreien Ein- kommenteil übersteigt.

Der Teuerungszuschlaa betrug seither für Gießen 50 Prozent, so daß gewährt wurden für

tükr itm.

(Elig. liioS erhalbjahf« odenwaldt. in Paläste ien Vorzeit Hin).

»D ElitfBh

Vie wirtschastjiche Notlage der Clsenbahn-Veamtenschast!

G i e ß e u, den 9. Dez. 1920.

Wir erhielten folgende Zuschrift:

Zn ihrer bitteren Not hatten sich die Eisen- Zahnoeamten von Gießen und Umgegend am Mon- xg abend versammelt, um noch der Enttäuschung, sie sie durch Ablehnung ihrer Forderung auf Er- phung der Teuerungszulagen im Haupt- rnSschuß des Reichstags erleben mußten, *u be­raten, was zur Linderung ihrer Lage geschehen - 'önne. Wohl hat nach der Nottz in der Nr. 287 vixn Montag dem 6. Dezember 1920 im Gießener Anzeiger der HauptauSschuß des Reichstages einen /Antrag der Regierungsparteien einstimmig ange- lumrmen, die Zuschläge zu den Kinderzula- j j(fen für Gießen (Ortsklasse O von 50 auf 100 Prozent zu erhöhen Für den Nietern geweiht cm ffltmle jedoch die Meinung entstehen, als ob die 3?ernten eine bedeutende Erhöhung ihrer Bezüge erfahren hätten. In W.rkttchkelt bedeutet diese aber rar einen Tropfen Wassers aus einen: heißen Stein. Zur Aufklärung unserer Brüder in Stadt ttnb <2nd sei diese daher näher erläutert:!

8dW®f5L' c$

rirlscha"' Jfllf

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 9. Dezember 1920

nachstehende Entschließung einstimmig ange­nommen :

Die heute abend im Hotel Hopfeld tagende MUgtebcCDrrlammlung der Ottsgruppe (Meßen der R--G.-W nimmt mit Entrüstung davon Kemttnrs, daß der Hauptausichuß des Reichs­tags ine von den Beamten verlangte und bet den noch fortwährend steigenden Preisen für alle Lebensmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs berechtigte Erhöhung der Teue- runaszulagen durch einstimm gen Beschluß der Mehrhettsparteien abgelehnt hat.

Da in der Erhöhung der Zuschläge zu den strnderzulagen eine ausreichende Hilfe nicht er^ Wuft twrb und Beamte ohne Kinder oder mit erwachsenen, bei ben Kindcvzulagen nicht mehr berücksuhligten Kindern überhaupt nickt bedacht sind, fordert die Versammlung die Bezirksgruppc Fratttfutt a. M. auf, anschlteßend an die For­derung des Beamtenbundes, bei der R G. Ber­lin Schotte zu unternehmen, daß das berechtigte Verlangen der Beamtenschaft auf Erhöhung der Teuerung^iulagen an maßgebender Stelle mit aller Energie durchgesetzt wirb."

Hochachtungsvoll!

Resthsgeweickschaft Daut scher Eienbahn-Beamten und Anwärter, Ortsgruppe Gießen.

Landwirtschaft.

** Blumengarten. Im Dezember hat man im Mumengorten so mel wie nichts zu tun. Wenn man will, sät man Primeln nnb Aurikeln auf Schnee aus. Zeitweises rauhes Um- qraben bet Beete ist diesen von Vorteil. Be­sondere Obacht habe man auf die Ueberhnnte- rungsräume, die infolge der Kältegesahr vor­sichtig xu lüsten sind. Ist die Kälte im Zimmer zu groß, so muß bieses leicht eingeheizt werden. Alle saulenben Bestandteile werden entfernt, was ein öfteres Durchsehen der Kästen und Kübel er< fordert. Für den Kunstgärtner ist das Aus- imb Zudecken der Gewächshäuser und Mißbeete setzt eine Hauptbeschäftigung.

Turnen, Spiel und Sport.

Der Verein für Bewegungs­spiele Gießen wird am zweiten Weihnachts- seiertage seinen Anhängern und Freunden einen feltenen Genuß bieten. Der weit über die Grenze feiner engeren Heimat bekannte V. f. B. Stuttgart wirb mit feiner vollständigen Ligamannschast gegen bie hiesigen Namensvetter zum Gesellschaftsspiel antreten. Die Gästemannschait, bie unter der eSi- tung eines ungarischen Trainers steht, enthält nicht weniger als 5 repräsentative Spieler von über­ragendem Können. Stuttgart wird ein Spiel vor­führen, wie es in gleicher Güte in Gießen noch nicht gezeigt worden ist.

Handel.

Veveinheitlichung in der Zuckerrüdeninduftrie.

fd. Worms, 8. Dez. Die Zucker­fabrik Rheingau bat gestern bas Lin- kolngelände auf dem Obermarkt angekauft. In den oberen Stockwerken werden Bureaus eingerichtet, in denen alle Rübenanaelegen- heiten sämtlicher Zuckerfabriken Dentschlands erledigt werden sollen. Hierdurch wird die Wormser Geschäftswelt einen regen Verkehr erhalten, da dte wichtigsten süddeutschen Be­triebe mit eingeschlossen werden sollen, Nxts auch für die Landwirtschaft von hoher Be­deutung ist. Die Wirtschaftsränme in den unteren Stockwerken bleiben vorerst in un­verändertem Zustande.

Frankfurt a. M., 9.Dez.

Serllntr Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Bries Datum: 7. Dez 8. Dez.

Amsterdam - Rotterd. 2347,66 2352,35 2272,70 2277,30 Brüssel-Antwerpen . 471,50 472,56 462,- 463,- Christiania 1083,90 1086,10 1063,90 1066, IC Kopenhagen 1091,40 1093,60 1078,90 1081,10 Stockholm 1471,- 1474,90 1431,05 1433,95 Helstngfor, 161,80 162,20 163,80 164,20 Italien 264,70 265,30 362,20 268,80 London 262,20 282,80 254,70 255,30 New-York 75,17 75,17 74,04 74,20

Dari, <42,05 442,05 437,05 437,95 Schweiz 1166,301168,10 1151,301153,70 Spanien 961,60 963,50 943,05 949,95 Wien (alte«) -,-

Deutsch-Oesterr. . . . 22,47 22,53 22,22 22,28

Prag 84,27 84,47 84,40 84,60

Budapest 14,98 15,02 15,23 15,27

Bulgarien

Konstantinopel. . . .

Hier tm Hause nein. Aber es gibt Leute genug, bie hier ein und aus gingen. Kann es nicht recht wohl enter von ihnen gewesen lein?"

Finden Sie nicht, Herr Falkner, datz es zu früh ist, darüber nachzudenken? Zunächst müßte Iebenfalls die Feststellung erfolgt sein, von der Sie sprechen."

Sott i<b Ihnen ganz osten lagen, Herr Dok­tor, was ich benfe ?"

Ich bitte darum."

Ich glaube bestimmt, datz meine Frau ermor­det worben ist. Ich dachte es schon, als ich sie plötzlich tot vor mir sah. Und seitdem ist es mir vollends zur Gewißheit geworden. Ermordet von einem, der ein Interesse daran hatte, sie aus der Welt zu schaffen."

,Tas heiU, Sie hoben einen bestimmten Ver­dacht?"

Ist das schon em Verdacht, was emem etne innere Stimme zuraunt? Ist es ein Verdacht, den man aus sprechen darf?"

.Wohl kaum. Bovcmsgeietzt, datz er durch nichts anderes begründet ist als durch bas, was Sie eine innere Stimme nennen. Aber da wir emmol von bloßen Möglick^eiten reden, haben Sie nicht auch an jene andere gedacht, die eigenttich Dtei näher liegt als die Annahme eines Verbrechens'^' Ich verstehe nicht, was Sie meinen."

Sie wissen, datz das Nervensvstem Ihrer Gat- tut erschüttert war. Es gab vielleicht Stunden, in denen sie unter der Einbillmng litt, nicht,glück­lich zu sem. Wenn sie nun in enter iolchen stunde in halber Unzurecharungsfähigkeit natürlich, zu emem verhängniÄwllen Entschluß gelangt re ' Mit eurer ruckartigen Bewegung hoö Achim den bis jetzt beharrlich gesenkten Kopf.

Marknotierungen.

Datum:

Zürich

Amsterdam .........

Kopenhagen .......

Wien . .

Loudon ........

Paris

New-Park

7.12. 8.12.

8,55

4,37 4,45

9,60

6,95

-1

2,56

22, - 22,75

1,30

Züricher Devisenmarkt.

7. 12. 9. 12.

Wechsel auf: Schweizer Franken

Holland 100 Fl. = 196 - 196.50

Deutschland 100 Md. = 8.60 8.65

Wien 100 Ar. s= 1.90 1.925

Prag 100 Kr. = 7.35 7.25

Paris 100 Fr. = 38.- 38.-

London 1 £ = 2212 22 25

Italien 100 L. = 22.75 22 70

Brüssel 100 Fr. = 40.40 40.10

Budapest 100 Kr. = 1.325 1.35

Rew.Pork 100 $ = 644 - 644.50

Agram 100 Kr. = 4 50 4.60

Büchertisch.

Die neuen Reichs steuern. In knapper, übersichtlicher Darstellung mit Beispielen anib Tabellen für den (öemeingebrauch erläutert. Von Rechtsanwalt Dr. Emst Decke.Aus Natur und Geisteswelt". Sammlung wissenschaftlich- gemeinverständlicher Darstellungen. Baud 767. (114 S.) 8°. Kart. 2.80 Mk.: geb. 3.50 Mk. Hier­zu 100 Proz. Teuerung^uschlag des Verlage-; Ab-, änbecung Vorbehalten. Verlag von B G. Teubner in Leidig und Berlin. 1921.

Die Pflanzendecke derErde. (Sne allgemeine Pflanzengeographie. Von Prof. Tr. Adolph Hansm (t). Mit einer Karte und 24 Ab­bildungen in Kupferätzung auf 6 Tafeln. Gebunden 33 Mark. TasAntlitz der Erde", wie ein be­kannter Geologe das Bild der Erdoberfläche mit ihrer Verteilung von Land und Meer genannt hat, wäre tot und abschreckend, würde es nicht durch die Bedeckung mit einer Pflanzenwelt, einer Vegetation, verschönt. Und diese bedeutet noch um so mehr für seinen Ausdruck, als das Pstanzew- kleid nicht gleichattig ist, sondern bet Erbe in Gürteln ober Zonen wechselnde Züge halb in reicher Fülle unb Prackt, bafi> in bescheidenem Matze unb Formeneinfachheit verleiht. Diese Vet- schi^enheiten in der Verteilung bet Pflanzen- iormen auf bet Erdoberfläche nicht nur zu be­schreiben, sondern aus Ursachen zu erklären, ist die Aufgabe der Pflanzengeographie. Wie wenig sagt uns z. B. das bloße Kattenbilb ber Insel Ceylon, unb wie lebendig wird die Vorstcklung, ivenn man erfährt, daß der Südtand der Insel mit Kokoswäldern bedeckt, das Innere mit Ur­wäldern mannigfacher Art erfüllt ist, ber Norden steppenartigc Vegetation trägt. In Hansens Buch haben wir ein pflanzengeographisches Werk vor­nehmster Att, die letzte größere Arbeit eines ersten Fachmannes. Vertrauen wir uns ihm als Führer an, ber das ganze Gebiet mit voller Sicherheit beherrscht, ber, wie wenige, einen großen Teil unserer Erbe selbst bereist und kennengelerttt hat. Von der öden Tundra im hohen Norden führt et uns durch Wälder, Wüsten und Steppen, die Ur­wälder der heißen Zone, über die Inseln des Indischen und Großen Ozeans bis in die eisigen Regionen des ttefsten Südens, und wir folgen ihm gern. Die Anschaulichkeit seiner Schilderung versetzt uns mitten hinein in die Natur, wir lernen an ihr und erleben einen ästhetischen Genuß, wie ihn nur bet Künstler im Gelehrten uns be­reiten kann.

Mit Rettrbranbt in Amsterdam. Die Darstellungen Rembrandts vom Amsterdamer Stadtbilde und von der unmittelbaren landschcht- licken Umgebung. Mit einem Zusatz über einige in Utrecht unb Gelderland entstandene Zeichnungen. Nach> ber holländischen Ausgabe von Fritz Lugt ins Deutsche übertragen von Erich Hancke. Ver­lag Bruno Cassiret, Berlin. Es mag als ein Wagnis erscheinen, dem deutschen Publikum ein Werk vorzuführen, das sich mit einer fremden Stadt wie Amsterdam in so spezieller Weise befaßt unb eine Bekanntschaft mit ihr vovauszusetzen scheint, wie sie nur bet Einheimische besitzen tarnt. Aber, so sagt der Uebersetzet in seinem Vorwort ganz ri(f>tig, viele unter uns kennen Amsterdam aus eigener Anschauung, jeder kennt es aus Ge­schichte und Kunstgeschichte, und diele herrliche Stadt in Bild unb Wort mit ber zärtlichen Liebe und Bewunderung des Niederländers dargestellt zu sehen, ist an sich schon ein Genuß. Und wenn man erst sehen wird, wie eng Rembrandts Schaffen mit ben Straßen, Grachten und Wällen Amster­dams verflochten ist, so werden sie auch für uns bie Bedeutung gewinnen, bie allem, was Rem-

Sie wollen müh glauben machen, datz fte Selbstmord verübt hat?"

Durchaus nicht. Ich spreche von einer bloßen Möglichkett, wie ja auch Sie bisher von bloßen Möglichkeiten gesprochen haben."

Aber Sie müsfen doch Gründe haben. Und es ist Zhre Pflicht, fte zu neunen. Sre dürfen mir nicht ausweichen."

Er war plötzlich in Aufregung geraten. Seine auf dem Tischvand liegende Hand gitterte heftig. Germering machte einen Versuch, ihn zu befäns- tigen.

,Lch habe keine anderen als die allgemeinen Eindrücke, die ich von dem Gefundheitszusdande Ihrer Gemahlin empfing. Unb erst in dem Augen­blick, wo etne Vergiftung Uveifellos sestgestellt wäre, würde ich nach einer Erklärung in dem angedeu­teten Sinne suchen."

Sem mildernder Vorbehalt übte auf Achim Falkner keine Wirkung.

Das sind Ausflüchte. Mas Sie bann für möglich halten würden, kann Ihnen auch letzt nicht unmöglich scheinen. Und Sie sind mir eine Aufklärung schuldig. Woher wißen Sie, daß Signe sich unglücklich fühlte? Hat sie es Ihnen gesagt?"

lieber das, was sie mir als Patientin etwa anvertraut haben mag, darf ich mich nicht aus­sprechen."

Das ist nichts anderes als eine Bejahung. Sie war also unglücklich! So unglücklich, daß fte sich dadurch nach Ihrer Meinung bis zum Selbstmord treiben ließ! Und selbstverständlich war ich es, der sie unglücklich gemacht ba$.*"

Davon habe ich nichts gesagt."

-.Nicht mit dürren Worten vielleicht. Aber I ich habe es trotzdem gut verstanden. D, ich wertz

branbt betrifft, zukommt. Es ist dem bolländischa» Autor geglückt, die Motive einer überaus großen Aniabl Rembiandtscker Landschaltszeicknungen und Gradierungen aui.uiiint'Cii, und zwar in Amnerdam selbst unb ferner unmittelbaren Umgebung, oft nur in ganz geringer Entfernung von RernbrandtS Wohnhaus: er erbringt damit den Beweis für eine seit langem geäußerte Vermutung. Um seine Ent­deckungen vorzuführen, ivählt er die Fiktion in Rembranbts Gesellscha t unternommener Spazier- . gärige; sie gibt auch Gelegenheit, biographische Emzelheiten emzuflechten. Die vielen Abbildung« sollen mir als Belege dienen, dürften aber in ihrem Reichtum und m ihrer Zusammenstellung eine besondere Zierde des Buch:s bilden. Da- in Ganzleinen gebundene Werk ist vorbildlich au-- geflattct; die Reproduktionen enthalten den ganie? -hilft und die ganze köstliche Feinheit iHnnbixinbt* scher Graphik.

Komödiantengeschickten von P. Ernst. Verlag Georg Müller, München. E» sind nur kleine Sächelchen, die dieses Buch ent* hält, drei, vier, wcnns hoch kommv, sechs e-eiten. Aber es ist erstaunlich, was diese kleine Prosa an feinster Stimmung und Phantasie, an Köst­lichkeiten einer stillvergnügten Lebensfreude und jener Siebe birgt, bie ein beimlid) Lächelnder über die Dinge zu sttahlen weiß. Eine seine, verträumte Musik Üingt leise auS diesen kleinen Geschichten auf, natürlich, anmutig und entzückend in ihrer heiteren Unbürgerlichkeit.

Maske und Palette heißt eine neue Zeitschrift für Theater, Tanz und si-ilm, die im Verlage von H. A. Müller G. in. b. ö , DreSden- A. 24, erschienen ist. In der Zeitschrift sind« man eine reichhaltige Uebersicht über die neuesten Kunstströmungen. Der Preis der Zeitschrift be­trägt 2,50 Mk. pro Heft (vierteljährlich 16,25 M ). ____!____________U-!-1. 1 Sf

(In einem Teil der Auslage wiederholt.)

Die Halmng Argentiniens.

Buenos Aires, 8. Dez. (WTB.) Der Mi- nisterrat hörte gestern den Vortrag des Präsidenten der Republik über die durch die Haltung Ar­gentiniens bei der V öl ke r bun ds ver- sam rn lung geschasfene Lage. Ein Mitglied bet Regierung drückte dem Havasvertreter seine De- friebigimg aus und erklärte, es bestehe keinerlei Grund zur Beunruhigung Der Ministerrat hat beschlossen, heute alle Schriftstücke zu veröffent­lichen, die über die Haltung ber argentinischen Ab­ordnung beim Völkerbund Lluskläruna geben können. Ein hoher Beamter der Republik ernärte bezüglich des Einwurfes, daß es zweckmäßiger geroe'en wäre, wenn die argentinische Abordnung rn Genf ver­blieben wäre, und daß dann die argentinischen Vorschläge zur Besprechung in der Dölverbunv-- versammlung gekommen wären: Wir hatten alle Mittel erschöpft, die zum Ziele hätten führen können, und es blieb kein anderer Weg mehr übrig. Die Sage mußte unbcbmgt geklärt werden« Wir haben die volle Billigung der Arbeiterpartei. Auck bie Vereinigten Staaten unb viele andere Nationen billigen unsere Haltung.

Die Lage in Spanien.

Madrid, 8. Dez. (WTB.) Envgegen im Ausland verbreiteten Meldungen herrscht im Lande völlige Ruhe, selbst in bat Industriezentren, wo die Arbeiter die Arbeit wieder cuiumcbmet beginnen. In Atturien streiken noch einige Ver­bände. Die Bewegung behält iedoch friedlichen El-arakter. In Barcelona geht her Generalstreik in ber Großindustrie, in den Häfen und Bahn­höfen weiter. Aul bat meisten Straßenbahnlinien wurde der Verkehr jedoch wieder aufgenommen. Auch in der Kleinindustrie macht sich eine Wiedev- aufnahme der Arbeit bemerEwx,

Rücktritt des Bremer Senats.

Bremen, 7. Dez. Wegen des Mißtrauen-« Votums der fozialistischen Mchrheit ber Bürgerschaft in der Frage ber Airflöf ung der Stadt­wehr ist der auS Angehörigen ber bürger* l ichen Parteien bestehende Geschäfts)enett jurücfr getreten. In einer Erklärung führt er au& daß eine Reihe von Beschlüßen ber Bürgerschaft das Ziel venolgte, ben Senat zu einem willen- lofen Werkzeug der Bürgerschaftsmehrheit zu ma­chen, was ber Verfassung widerspräche. Der Se­nat, der den Schutz der Verfassung unter fernem Eide gelobt hat, könne diese Politik mit ferner Verantwortung nicht decken. Doch wird der Se­nat zunächst die Geschäfte inerter führen, bis ber Volksentscheid, für ben bereits letzt bie genügende Sttmmen'rrhl an der Bürgschaft vorhanden tft die endgültige Entscheidung getrosten haben werd.

Dom Dereinigungsparleiwg der Kommunisten.

Berlin, 7. Dez. (WTB.) Auf dem Ber» einiMngsparteitag der U. S. P. D. und K. P. D. wurden bei der Wahl der ßentraltdrber< schäften einstimmig Däumig unb Tr. Ledtz zu Vorsitzenden gewählt.

wohl, rn nne hohem Maße Sie ihr Vertvauen ge* nofien. Und über was sonst sollte sie sich bet Ihnen beklagt haben, wenn nicht über mich! Darauf wer­den Sic sich nun berufen, um zu beweisen, daß sie von mir zur Verzweiflung getrieben worden ist. Ich sehe es voraus. Sie können mich nicht über Ihre Absicht täuschen."

Seien Ste versichert, Derr Falkner, daß ich nichts derartiges tun werde. Was, in aller Welt, sollte mich denn dazu vevanlassen^

Tas kann man nicht wissen. Aber Ste wen­den keinen Erfolg damit haben. Tenn ob sie un­glücklich war ober nicht nte würbe Signe einen solchen Schritt getan hoben nie nie!"

Wenn Sie dessen oewitz sind, weshalb regen Sie sich denn über eine Bemerkung auf, die sicher» lich nicht gegen Sie gerichtet sein sollte? Ist e# Mir gestattet, bie Entschlafene zu sehen?"

Achim zauderte; dann, während er nervös an den Fingern seiner Linken zerrte, erwiderte er in hastig hervorge stoßen en Worten:

Ich möchte Sie bitten, daraus zu verzichten. Gönnen Sie ihr die wenigen Stunden unge­störter Ruhe, die ihr noch vergönnt nnb, ehe bie Messer der Aerzte sie zerfetzen. .Ich Hobe ihr diese Ruhe getobt. Und ich will mein Mrsbrechen halten."

Es bedarf keiner Begrüiidmrg, Herr Falkner', Ihr einfaches Nein ist mir genug. Ihrem Herrn Vater aber darf ich doch wohl letzt meinen ärzt­lichen Befuck. abstatten?"

Ter Ma'er fuhr mit der Hand in he Brust­tasche fernes Rockes.

(.Fortsetzung fotati