N
5* «*i*
b»
wessen öbel
’^nngoUff 8<*Wb~, ^schinen verkstätte r73,
' nötig?
O-nachSich,!
n Soften
Atz
»s Mk. 85.-7
^Lackier- ir-Arbeitee AktltL gesühn.
13, Tel. 2134.
tat
I Ab fllontee ta L 9. Aebnlor I bade einen im | vor!
kWW WnW
ml. »
wf, Sich!
»15.
Sämaschine Watorw Wendepflüge UniversalpflOc» Zweischarpflüg?
Düngei*r smaschinen .rtoffelque* ickselmaschb sägen • npen * Deznn pVorderwaF die LydwMM»
ithal,
r Vierkstitle P>
i ff
ruar , w
yerloA? I <
utrdW9 V
’Xi
ZwüSn-rnwö-rmk n. Verlag: vrStzl'sche Uaiv. Such- m. Stetnönitftrei L. Lange. Zchnstlütung, SeschSstrsteüe u. vruckerei: Schulstr. 7.
Der
FrnrrnHy-n
der Nativ nalversarnrntung erst dann beschlossen werden könne, wenn die Antwort der Entente ans die deutsche Note vom 25. Januar vorliegt.
In der Haltung der Regierung zur Ausliefe- rnngsfrage hat sich, wie die Blätter übereinstimmend feststellen, nichts geändert.
In der „Kreuz^rituug" liest man: Was die Herren in Paris uns zu bieten wagen, geht auch danans hervor, daß sie die Beschädigungen nur in ganz allgemein gehaltenen Redensarten erhcken. Man stelle sich einen Mann vor wie Hindenburg unter der Anklage, die Zerstörungen in Nordfrankreich verursacht zu haben, und man wird erkennen, was es mit den übrigen Beschuldigungen auf sich 'bat.
deutschen Bolkspartei u. a.: „Unsere Gegner wollen das deutsche Volk, nachdem sie es dem materiellen Ruin nahegebracht haben, auch für alle Zeit vor aller Welt in nie wieder gut zu machender Weise an seiner Ehre krank und verächtlich machen. Aber das wird nie geschehen. Sie wollen das Böse und wirken für das Gute. Sie rütteln «die deutsche Seele auf und bringen uns alle zum starken Gefühk der Einheit als Kinder des deutschen Volkes, das nun für sein kostbares Gut, seme Ehre kämpfen und wenn nötig leiden muß.
Weitere deutsche Proteste.
Berlin, 8. Febr. (Wolff.) Die Blätter bringen auch heute neue Protestkundgebungen gegen das Auslieferungsverlangen der Entente, so vom Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg, der preußischen Akademie der Wissenschaft und dem Reuhsarbeiterausschuß der deutsch und national gesinnten Arbeiterschaft. Am nächsten Dienstag soll im Vorgarten der Universität eine Protestkundgebung gegen die Auslieferung slattfilnden, der die Dozenten und Studenten aller Berliner Hochschulen teilzunehmen aufgefordert sind.
Jina^ne von Anzeigen f. die aqeflnummct dis zum Nachmittag vorher ohne ft dcVerdindlichkeit. vretr chr 1 mm höhe für Anzeigen d.34 mm Breite örtlich 26 Ps., auSwärtö 80 Pf,: für Reklame- Anzeigen von 70 mm «reite SO Pf. Bei Platz- vorsct>risi20*/.Autfchlag. Haupeschriitletter: Aug. toocti Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
Nr. 33
Ter Gietzener IwyigtT erscheint täglich, auger Sonn- und Feiertagr.
Bezug,prerr:
Monatlich Mk. 2L0, vierteljährlich Mk. 6.90 einschließlich des Bestellgelds: durch die Post vierteljährlich Mk. 6.— ausschließltchBestellgeld. Fernsprech - Anschlüße: für bte SchristleitungllL Verlag,Geschäflsstelleöl Anschrift fü r T rahtnach- rrchten: Äitzeiger Sietzeu.
Postscheckkonto:
Zraokfnrt a. M. 11686
Erzbergers Meinung.
Berlin, 8. Febr. (WB.) RcichÄninister Erzberger erHärte dem Sonderberichterstatter der „Dailv Mail" in einer llnterrebung, daß die Auslieferung irgend eines Deutschen einfach mrmöglich sei. Die Regierung und das ganze Volk feien in diesem Punkte völlig einmütig.
Eine Aeußerung de» früheren Großhevzogs von Hessen.
Berlin, 8. Febr. (Wolff.) . frühere Großherzog vontzessen erklärt in seinem Antwortschreiben an den Vorsitzenden des hessischen Landesverbandes der
Drohungen Millerand« in der Kammer«
Paris, 6. Febr. (WB.) In der Kammerrede tagte Ministerpräsident Millerand betretend ine Wiederaufnahme der HandelSb'zvchun- gcn mit den russischen Genossenschaften, eS handele sich um einen Austausch von FabriSäten g?gen Rohmaterialien. Diese Mäzna'hme ziehe kttwrs- wegs die Wiederaufnahme der Beziehungm mit1 den Sowjets nach sich und Vinnte nicht dazu dienen,, die rote Armee zu versorgten, lieber di: Ausführung des Friedensve rtrages von Ber-> sailles sagte Millerand, es zweifellos bebaue», lieh, bafe Amerika den Vertrag noch nicht ratifiziert habe, aber trotzdem habe die Wiedergut- machimgskommission schon ihre Arbeiten begonnen. Bezüglich Deutsch! and erklärte der Ministerpräsident, es müsse 27 Millionen Tonnen Kohlen jährlich liefern. Die Deutschen verbrennten mehr Kohlen als die Franzosen. Das sei eine Lage, die er nicht annehm m könne. Ter Ministerpräsident besprach die Mittel, über die man verfüge, und die im Friedensoertrag vorgesehen seien, um von Deutschland die Ausführung der Friedensvertva gsllauseln zu erlangen. Er verlas Arttkel 429 und sagte: Ich beabfidjtige also, Deutschland zu benachrichtigen, daß im Falle offenbarer Nichtausführunj, ferner Verpflichtungen die im Arti kel 4 29 vorgesehenen Fristen für aufgehoben erklärt we» den und nicht mehr laufen. Der Ministerpräsident verlas auch das Ko h lena.b ko in men und sagte, falls Deutschland seinen Verpflichtungen nicht Nachkomme, werde man zu wirtschaftlichen und finanziellen Repressalien sowie allen crnderm nützlich erscheinenden Maßamhm-en greifen, ohne daß Deutschland das Recht Hube, sie als einen feindseligen Akt zu betrachten. Millerand führ wörtlich fort: Ich beabsichtig«: allo, wenn der Augen- bblick gekommen ist, mich dieser Maßnahmen zu b> dienen, die der Vertrag mir an die Hand gibt, und ich erkläre von der Tribüne hevab, ohne drohen zu wollen, und nur deshalb, damit die Frage sehr klar und lvi-hlverstanden werd-, daß wir beabsichtigen, von Deutschland nichts zu verlangen, was es uns nicht auf Grund des Vertrages schuldig ist, daß wir aber alles verlangen werden, was es uns schuldet Um dies zu erzielen, wnden wir alle Maßnahmen treffen, die der Vertrag uns an die Hand gibt. --
Die Politik Sowjet-Rußlands.
Kopenhagen, 8. Febr. (Wolff.) ^Berlin gste Sibenbe" meldet aus Reval: Der Leitnr der russischen Friedensdelegation, Joffe, erklärt» vor seiner Abreise aus Dorpat gegenüber einem Journalisten, es sei die Absicht der jetzigen russischen Regierung, zu einer friedlichen Regelung mit den Rarvdstaatcn und Westen rpa zu kommen. Er messe dem Frieden mit Estland große Bedeutung Bei, da er glaube, daß Estland den anderen Randstaaten den Weg gezeigt habe. Lettland sei bereits genügt, gleichfalls Friedens« rhandlungen einzuleiten. Sowjetrußland werde die Unabhängiakeit aller Randstoaken anerkennen. Zwischen En glaub
Line Srontoeränöetnng Lloyd Georger.
Rotterdam, 8. Febr- (Wolff.) Die „Times" meldet aus Paris, daß die Haltung LkoydGeorgesinder Auslieferungsfrage mit der französischen Regierung nicht mehr vollkommen übereinstimmt. Lloyd George ist der Ansicht, daß die Auslieferungsliste abgeändert werden müsse, und an anderen Punkten der Verbandsfbrderungen Aenverungen vorgenommen werden müßten. Tie „Morning Post" billigt das Auslieferungsbegchven der Entehrte, „Daily Expreß" und „Daily News" verwerfen es, die „Westmrinster Gazette" tritt für die Errichtung eines neutralen Gerichts ein. „New States m an" schreibt: „Tie Auslieferung verlor jetzt die gesamte moralische Stellung als Quell der Gerechtigkeit und Autorität. Wenn die Teut- schen ihr Abschätzungsvermögen wiedevgefunden hätten, würden sie mehr geneigt sein, über die Liste zu lachen, als böse darüber zu werden.
London, 8. Febr. (Wolff.) Reuter meldet aus Paris: Als der Rat der Botschafter die Liste der Schuldigen am Mittwoch nach Berlin sandte, gab er sich völlig der Erwartung hin, daß man in London dieser Avion zustimme. Ter britische Lordbanzler traf jedoch gestern früh aus England ein und teilte dem Rat der Botschafter mit, daß Lloyd George fernen Standpunkt geändert habe. Wie Reuter weiterhin meldet, kam der Rat der Botschafter, an dessen Sitzung auch der brittsche Lordkanzler und der Attorney General teilnohmen, ju der Ansicht, die Alliierten müßten erst den nächsten Schritt der deutschen Regierung abwarten, bevor sie selbst etwas unternehmen.
Paris, 8. sfebr. (WTB.) Tas .^Journal des Debats" schreibt, daß es möglich sei, daß im Laufe dieser Woche anläßlich der Zusammenkunft der alliierten Ministerpräsidenten und Minister für auswärtige 3n g Gelegenheiten in London dte Auslieferungsfrage aufs neue disfesiert werde. Es könne sich jeiwch nur um Entscheidungen handeln, die die Alliierten aus eigener Initiative treffen würden. Deutschland werde nicht zur Diskussion zu- gelassen werden. Was immer man auch machen möge, es hätte nur anzuführen, was man beschließe.
Ter „Ternp s" erklärt, man habe in Paris keine Bestätigung der Nachricht erhalten, daß Italien intervenieren werde, um bte Auslieferungsfrage zu lösen. ..
A msterdam, 8. Febr. (Wolff.) Der Panier Korrespondent des „Mgemcen .Handels bl^" meldet in Paris sei man durch die Frontveränderung Lloyd Georges sehr unangenehm berührt, da Frankreich dadurch Deuttchhrnd gegenüber tn das Odium einer baß'üchtigen Nation fomme. Tte Stimmung in Paris dadnrrch keuresw^ englandfreundlich. Tic Repe Millerands imä) London erhält dadurch ane ganz betzndere Bedeutung. Man könne annehmen, daß die Haltung Lloyd Georges auch von Einfluß auf die Haltung der Alliierten in der Frage der Auslieferung des früheren Kaisers fern werde.
Eine Aeußerrmg der „Westminster Gazette".
Rotterdam,?. Febr. (Wolff.) Der „Nieuwe Rotterdamsche Eourant" bringt aus bet „Westminster Gazette" einen Leitartikel zur Frage der Auslieferung, in dem cs heißt: „Jetzt, wo die Liste bekannt ist und Namen wie Hinden^ bürg und Ludendorff enthält, ist es nicht schwer einzusehen, daß sie die deutsche fltegtermtfll nt eine unmögliche Stellung bringt. Kern zivilisiertes Gemeinwesen mit nationalen lieber- lteferungen würde, wenn es im Krieg unterlegen! ist, sich dem Begehren des Siegers fügen, Jagd auf seine berühmtesten Generäle zu machen und Hand an siezu legen und einem Gericht aus ^liefern unter Smftagen, die voraussichtlich zu ihrer Verurteilung führen werden. In einem solchen Falle würde man stets auf passive Resisten z> des Volkes stoßen." Das Blatt erklärt weiter: Die Forderung könne allein durch eine militärische T a t überwältigender Art abgezwungen roerben. Wenn die Ententemächte danach streben sollten, die heutige deutsche Regierung zugunsten einer sparta- kistischen Regierung zu ftürjen, so wäre selbst diese nicht in der Lage, die Auslieferung zu gewährleisten oder durchzuführen. Es sei klar, daß ferne deutsche Regierung denkbar sei, die dem Vertrage in diesem Punkte nachkommen könne, ^fede Regier rng, die dies versuchen wollte, müßte emtiveber dura/ passive Resistenz oder durch offenen Atlfstand zuGrunde gehen. Die Frage sei in ihrer augenblicklichen Form nicht zu lösen, andererseits sei es aber auch nicht möglich, die Forderung fallen zu lassen. Wenn man zugefte'hc, daß Deutschland einen Strich durch die BeUnunung des Fnedens- vertrages ziehe, dann würde es auch versuchen, andere Bedingungen gestrichen zu erhallen. Die „Westminster Ysazettc" kommt zu dem Schluß, man müsse einsehen, daß die StaatiZmänner der Entente, die cs ermöglichten, daß man auf eine solche Weise in den Sumpf geriet, ihre 'Unüberlegtheit und Ungeschicklichkeit bewiesen hätten.
und Sowjetrußland seien Friedensverhandlungen im Gange. Sowjet-Rußland stelle nur bte wesentliche Bedingung, daß England nicht in die inneren Angelegenheiten Rußlands eingreife. Die ylufhebung der Blockade gegenüber Sowjet-Rußland durch Vermittelung dcr kooperativen Verbärrde erscheine ihm mrdurchführ- bar. Die Alliierten müßten, wenn^ sie die Handelsbeziehungen zu Rußland auffrehmen wollten, nützliche Waren liefern, wie Lokomottven und lano- wirtschaftliche Maschinen, nicht aber überflüistge ,1'- Dinge, dafür wird RuUand liefern, was sie Ierbst
I. An Frhr. v. Lersner, Vorsitzlmden der deutschen Friedensdelegation, Paris, den 3. Febr. 1920.
Pans, 3. Fcch-ruar 1920. Herr PräfLent!
In Ausführung des 8 3 des am 28. Juni 1919 unterzeichneten Puvtofells beehre ich mich. Ihnen anbei im Namen der alliierten Mächte ein Exemplar der von der britischen, französischen, italienischen, belgischen, rumänischen und serbisch kroattsch-slowenischen Regierung gemäß Artikel 228 Absatz 2 des Versailler Vertrages aufgestellten Listen zu überreichen.
In die Aufstellung dieser Listen sind nicht alle die einbegriffen, welche sich der im Laufe des Krieges von deutschen Reichsangehörigen Äenen zahllosen Verbrechen schuldig t haben. Die oben bezeichneten Regierungen haben geglaubt, schicklicher Weife darin nur Personen aufführen zu sollen, die anscheinend die schwerste Verantwortung trifft. Die so aufgeführte Zahl der Schuldigen bleibt weit zurück hinter derjenigen der von deutschen Staatsangehörigen in Verletzung der Gesetze und Gebräuche des Krieges begangenen Rechtswidrig feiten.
Es liegt nicht in der Absicht der genannten Regierungen, die Verbrechen derjenigen zu am- nestieven, die in die beigefügten Listen nicht mit einbegriffen sind. Die vorliegenden Mitteilungen berühren in keiner Weife das Recht der Staaten, sie innerhalb ihves Gebietes zu verfolgen.
Gemäß Artikel 228 des Friedensverträges sind die auf den besagten Listen aufgeführten Schuldigen, fei es dem Namen nach, sei es nach dem Grade der Amtsausübung oder Amtsverwcndung, zu der sie von den deutsche Behörden herangezogen waren, bezeichnet.
Tie oben bezeichneten Regierungm bchaltcn sich vor, von der deutschen Regierung, so wie dies in Artikel 230 des Vertrages vorgesehen ist, „U r- tunben unb Auskünfte j eder Art zu verlangen, deren Beschaffung zur vollständig:» Aufklärung der strafbaren Handlungen, zur Ermittlung der Schuldigen und zur genauen Abschätzung der Verantwortlichkeit für erforderlich erachtet werden sollte."
Eine weitere Mitteilung wird Sr; in Beantwortung Ihres Schreibens Nr. 88 (genvint ist bt? Note be5 Herrn von. Lersner in brc Auslieferungsfrage vom 25. Januar) die Umstände rvtffen lassen, unter denen die alliierten Machte di: Bestimmungen des Friedensvertraaes über dies'n Punkt ausgeführt zu sehen wünschen.
Genehmigen Sie, Herr Präsidstt, die Versicherung meiner Hochachtung.
gez. A. Millerand.
Ein Begleitschreiben an den Reichskanzler.
Herr Reichskanzler!
7. Februar 1920.
In Ausführung der Arttfel 228 bis 230 des Vertrages von VersaiÜes und gemäß ß 3 des Prv- tvfells vom 28. Juni 1919 habe ich an meiner Eigenschaft als Präsident der Friedensfenferenz am 3. Februar Herrn v. Lersner, dem Vorsitzenden, der deutschen Friedensdelegation, im Namen der alliierten Mächte ein Eremplar der von englischen, französischen, rtalienischen, belgischen, polnischen, rumänischen unb serbisch-ckroatisch-stvwenischen Regierung ausgestellten Listen zugestellt. Tiefe Listen waren von einem Briefe begleitet, der — es sei dies besonders bemerkt — festletzte, daß nach Prüfung der in dem Briese Nr. 88 des Vorsitzenden der deutschen Delegation (gemeint ist die deutsche Note in der Auslieferungsfrage vorn 25. Januar> enthaltenen Erwägungen eine weitere Mitteilung die Bedingungen wissen lassen würde, unter denen die alliierten Mächte die betreffenden Bestirnmim-i gen des Friedensvertrages erfüllt zu sehen wünschen.
Herr v. Lersner hat auf diese Mitteilung mit dem Briese geantivartet, dessen Abschrift beiliegt.
Tie Mächte haben nicht daran gezweifelt, daß die Handlung des Herrn v. Lersner eine persönliche Kundgebung war, für die die deutsche Regierung keine Verantwortung trägt. Sie haben in der Tat nicht mrnehmen können, daß diese Regienmg sich der Verpflichtung zu entziehen beabsichtigt, die sie durch Unterzeichnung des Verttages von Versailles eingegangen ist und daß sie nach weniger als einem Monat nach Inkrafttreten des Vertrages sich vorsätzlich weigerte, eine wesentliche Bestimmung des Verttages zu erfüllen.
Ich habe also die Ehre, Eurer Exzellenz die Lifte, welche Herr v. Lersner in Empfang zu nehmen, sich geiveigert hat, überreichen zu lassen, sowie den Brief, der ihr beigelegt war. Dieser Brief ist vom 3. Februar datiert. Die Mächte haben demnach die durch das Protokoll vom 28. Juni bestimmte Frist eingehalten.
Genehmigen Sie, Herr Reichskanzler, die Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung.
gez. A. Millerand, Präsident der Friedenskonferenz.
Die Beratungen in Berlin.
Berlin, 8. Febr. Tie gestrigen Besprechungen zwischen denFraktionsvorsitzen- ben unb der Reichsregierung werben heut; fortgesetzt Auch der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten wird hcu:e nachmittag zusammentreten. Daß eine Antwort von deutscher Seite aur die Note, die mit der Auslieferungsliste überreicht wurde, schon in den nächsten Tagen erteilt werde, ist unwahrscheinlich. Man wirt» vielmehr abwarten, bis dre Ententeantwort auf diedeutsche Note vom 25. Januar angegangen ist. Diese Antwort ist, wie die „Deutsche Allgememe Zeitung" meint, vor Ablauf einer Woche kaum zu erwart?n.
In der gestrigen Aussprache der Regierung mit Sertretern der ihr nahestehenden Parteien trat die Ansicht in den Vordergrund, daß die Einberufung
1Z°- Jahrgang Montag, 9. Zebrnar 1920
GletzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Line Milderung der Spannung.
Nach Eingang der erwarteten Note Millerands und einem Begleitschreiben des -Reichskanzlers in Berlin erscheint die Frage nicht mehr als so zugespitzt, wie es noch gestern und vorgestern den Anschein hatte. Die «nannten beiden Dokumente haben keine Fan- sarenwirkung, und dies erklärt sich im einzelnen, wenn man die neuesten Meldungen über die Verhandlungen des Pariser obersten Rates in der Auslieferungsfrage, wie sie sich in der letzten Zeit abgespielt haben, näher prüft. Es waren von Anfang an Meinungsverschiedenheiten vorhanden. Die Lifte ist nur darum Freiherrn von Lersner zur Weitergabe übermittelt worden, weil die Entente in einem früheren Antwortschreiben auf eine deutsche Darlegung in der Auslieferungsfrage sich felbft für die Benennung der auszuliefemden flterfonen eine Frist gesetzt hatte, die am 10. Februar abgelaufen wäre. Die Erregung der deutschen Oeffentlichkeit war also beileibe «icht unberechtigt oder gar verfrüht. Es war vielmehr gerade jetzt geboten, vom Standpunkt unserer nationalen Würde und Ehre den allerschärfften Protest gegen die „Folterknechte" zu erheben, wie die maßgebenden Personen in dem Botschasterrat von einem Blatte mit Recht genannt worden sind. Wenn auch die Lage noch durchaus undurchsichtig und nach wie vor ernst bleibt, so darf man ooch> an nehmen, daß die Kundgebungen in deutschen Landen nicht ungehört verhallt sind, denn zu diesen deutschen Kundgebungen haben sich ja auch auherordentlich eindrucksvolle Stimmendes neutralen und auch des feindlichen Auslandes gesellt. In einzelnen Londoner Blättern ist der deutsche Standpunkt mit einer rückhattsloseren Offenheit verftarrden und gewürdigt worden, als in vereinzelten sozialdemokratischen Organen, die den „Entrüstungssturm" oa- hin zu kennzeichnen sich vermaßen, . daß es sich habet mir um eine Mache von Militärs und der oberen Zehntausend handele. Herr Lloyd George hat, von dem Degen feines opposttionellen Rivalen Asquith empfindlich getroffen, schnell selber in ein an* «res Horn geblasen. Der enalische Justizminister Birkenhaed ist im Auftrag der englischen Regierung nach Paris gereift und hat Sir Bestürzung her französischen Kreise mit- g)tteilt, daß heute Lloyd George in der Auslieferungsfrage feinen Standpunkt geän - ändert habe. Auch Italien scheint die extreme Richtung der französischen Haßpoli- ttter nicht mehr mitmachen zu wollen, wie auch aus einer Kammerrede des Ministerpräsidenten Nitti zu entnehmen ist.
In welcher Weise nun die Kursänderung her Entente zum Ausdruck kommt, ob es dennoch dabei bleiben wttd, daß Deutschland prinzipiell Persönlichkeiten zur Aburteilung vor fremden Gerichtshöfen aus liefere, oder ol> nicht nur eine Abänderung der schmach- v ollen Liste, sondern auch eine Aenderung i» dem Verfahren gegen die sogenannten Schuldigen fetbjt beabsichtigt ist. Das bleiben Fragen der nächsten Tage. Die deutsche Re- gierung soll, wie wir aus Berlin hören, nicht ^Ewt fein, auf die neueste Note Millerands clgbatb zu antworten; sie wartet vielmehr Ip heißt es, zunächst die Antwort ab, die der aberste Rat in Paris ihr auf ein früheres r^iHbet6” m bCT AuÄteferungsfrage noch
Hervorzuheben sind heute die Kundgebungen einzelner unserer Heerfüh- rusammengetan haben, um dem f«gmacfvollen rgehen der Feinde gegenüber
rin einheitliches Verhalten festzulegen. Die Generalobersten von Heringen, von Kluck, Wit Bi^hn von Eberhardt und General von Falkenhayn stehen auf dem etanhjmnft, sie durften sich keines- ^llsfreiwtlltg stellen. „Wir dürfen der deutschen Regierung, wenn sie sich wirklich zu ha schmachvollen Auslieferung versteht, das Odium nicht ersparen, deutsche Männer, die nichts als ihre Pflicht gegen das Vaterland £ten, selbst zwangsweise in die Gewalt der F-inde zu bringen." Eine persönliche Lertei- ttgung vor dem feindlichen Gericht wollen die ^nannten, die ihre Kameraden zu gleichem Erhalten auffordern, unterlassen, vielmehr dem Sinne nach nur erklären: „Ich habe E x9€t?n -atA m€ine Pflicht als deutscher Loldat; als solcher erkenne ich euch nicht an imb verweigere jehe Aussage." Wir sind über-
Standpunkt in der ganzen be*tfäen Oeffentlichkeit verstanden und be- Mtzt wttd!
Eine neue Note der Entente.
t_ Berlin, 8. Febr. (WE) Arn Samstag b® 7. Februar 1920, überreichte in später Abend- htnbe der französische Geschäftsträger dem Reichs- vrizler die Auslieferungsliste mit der un-, )cr<t?nb€Ttcn ®c5leitnotc. Ter Nvte war ^nVries an den Reichskanzler beigefügt. Ler Wortlaut der beiden Schreiben ist folgender:


