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M. 265

9er Siebener Xwjci|tf rfaeiirt tL-lich, außer jonn* unb Feiertags.

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Erstes Blatt 170. Jahrgang ' Montag. 8. November I92U

GiekenerAnieiger

General-Anzeiger für Gberhesfen

Dr«d und Verlag: Srühl'sche Univ.-Vuch- und Stelnbruderei R. Lange. Schristleitung. Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7.

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Die Dieselmotor«.

Laris. 7. Nov. (5oavas.) DasJournal" ?£ir, nicht Frankreich sei es. das die Zerstörung ^"Dieselmotoren fordert oder auch nur Mchützt habe, sondern England a'lein habe die- ! £ tinjinnrn gestellt und energisch darauf beuan-

Die franzö i'che Regierung habe sich.unbedingt zMrgert, die englische Ansicht zu unterstützt und

s durchgesetz!. daß ihre Ansicht durchgedrun-

H Infolgedessen brauchten die deut- r<Jt Dieselmotoren nicht zerstört zu m könne gar nichts schaden, so sagt das IMt, Nenn man drübrn über dem Rhein wisie, !t^)ie so blühende deutsche Scywer-Oelnwtor'n- iNkir« es Frankreich zu verdanken habe, daß ««E Nrdenmg zurückgezogen worden sei, d:ren ij^Omhrung eine schwere Schädigung nicht nur IL?utschen, sondern auch der französischen Jn- 'Wne bedeutet hätte

Nblick trat allerdings noch eine Ueberraschung Der Prozeß, der geführt werden soll, wird Ilich voraussichtlich vier Instanzen durchlau- Die erste Instanz tagt in Brüssel. Es ist die »verständigenkonserenz, die die Grundlagen für Miir- S Weite Konferenz, für die Beratungen oer >. Mundeten und deutschen Finanzminister, liefern

, k.H . S Diese Konferenz wird auf Wunsch der eng-

ttflHA -^71 Regierung bis nach der Volksabstimmung

»Lberschlcsum hinausgeschaben, da je nach i «ttr Ausfall der Bolksbesragunng die Leistungs- (f» ,CjÜ 'Arleit Deutschlands geringer oder größer Hfl, ©»** 1 lkexn würde. Die dritte Instanz wird dar Wieder- Ipnich-ingsausschuß sein, denn er soll ang blich ijl deutsche Schuld und deren Zahlungsmodus J, festsetzen. Den Stutzpunkt unter das Pro- JaMIHM' Etll soll der Oberste Rat setzen. SC-er es wrrd

l'fiP 'V* gemeldet, ob er die endgültige Enticheichtng

»iUv11 sUIvweseuheit odw in Llbwesenheit der deutschen

bitter treffen wird.

$ranfreid)s Steg in -er j Mreinan-ersetzu ig mit England?

Wahrend man nach allen Meldungen der »uzten Zeit hätte annehmen sollen, daß Frank- I reich vor den übereinstimmenden Mahnun- gen zur Mäßigung seiner ungeheuren Forde- I 'Engen sich zurückziehen würde, erfahren wir beute, daß England in der Entschädigungs- rrcfle nunmehr wieder vollständig auf franzö- Uiislyem Boden steht. Das letzte Wort wird Demnach trotz allem der Wiedergutmachungs- L wsschuß haben. Frairzbsische Stimmen ha- Hkn bet der Mitteilung btefer Neuigkeiten kh Unterton eines gewissen Mitgefühls für Mmr. So meint derTemps", die öffentliche Meinung in Deutschland wird sich davon »erzeugen, daß Frankreich als humaner und BitcIIigenter G äubiger die Zahlungsfähigkeit Mutes Schuldners verbessern wolle. Die beut- e Regierung würde, so glaubt das Blatt, t inspiriert sein, wenn sie schon jetzt ein Wirtschaftliches und finanzielles Wiederauf- Mauproaramm Deutschlands vorbereite, um lei Alliierten die Elemente für eine positive kkrbeit zu ermöglichen. Gleichzeitig wird je- j loh aus Paris mitgeteilt, oaß zwar die Müeselmotore nicht zerstört zu werden brauch- Utn eine Forderung, die nicht Frankreich, sndern England beharrlich verfochten habe, d lifr es Frankreich gelungen sei, die Londoner ; Politik in diesem Punkte umzustimmen bi3 jedoch die Forderung nach der restlosen Mlblieferung der deutschen Milchkühe aufrecht holten bleiben müßte.

Wir sind wirklich gespannt auf die näch- ri fui amtlichen Erklärungen des Londoner Ut-ibinetts. Vielleicht enthalten die triumphie- i «nben Ankündigungen aus Paris doch imche Uebertreibung. Es heißt rum Bei- irbiel in einer Londoner Mitteilung desEcho »! Paris", in englischen Regierungskreisen er­köre man sich befriedigt mit der Art, wie Kutschland in den letzten drei Monaten seine Mtnpfltchtungen sowohl bei der Kohlenliefe- Wvna als auch bei der Entwaffnung erfüllte. W-?halb glaube man, daß Deutschland in der Wi.dergutmachungsfrage ebenfalls sich ver- Wiidigen wolle. Ganz richtig, es fragt sich r, in welchem Maße man Forderungen an Wis stellen wird, und in dieser Beziehung Wben ja die Verhandlungen im Deutschen Weichstag, besonders auch die bemerkenswerte Wcke des Abgeordneten Dernburg, der für k Demokratie sich den bisherigen deutlichen '' Bekundungen der Rechtsparteien vollständig WDschloß, hinreichend Aufklärungen gegeben.

- ita. London, 8. Nov. England hat in der tzischädignngsfrage völlig dcn französischen tmüpunkt angenommen, wonach die WiederAut- Lilningskommission allein die Summe festletzt, k Deutschen in Genf nur beratende Stimme löt» und der Oberste Rat nur das Strafverfahren hv Deut'chland le'.rmmt. Reu er nvcktet die Pc Zufriedenheit der Pariser Presse mit der kltimg Englands und kündigt das Ende der »riebe der Mißverständnisse an. Deutschland Jri* einsehen, daß es von Methoden wie in *>:q nichts in hoffen habe und vielleicht _ statt nrer Politik der Schikanen endlich entschlossenrn «llen zeige.

ita. Paris. 8. Nov. Der gestrige Tag xint emscheidend gewesen zai sein für die seit sti Wochen ytmfdfe-n der englischen und franzö- «lm, Regierung geführten Verhandlungen über B Esting der Enlschädigungsfrage .Im letzten

slzuW? isi#81

Zrankreich besteht auf der Ablieferung der M.lchkühe.

Paris, 6. Nov. Die Havasaaentur erklärt, sie sei in der Lage, mit.uteilen, daß keine Herabsetzung der Zahl der von Deutichland angesorderten Milch­kühe erfolge. Frankr ich habe sich bei der Fest­setzung der äußersten Mäßigung beilerßigt. Sobald die Abgabe von 92 030 Stück Vieh, deren sofortige Lieferung der Friedensvertrag vor ehe, erfolgt sei, würden von Frankreich nur noch 510 003 Stück Vi h verlangt werd n. (Anmerk.: Also die volle cmgemeld.tr Linenior.erung!) Der deutsche V.el)^ bestand befände sich in einer viel bes eren Lage als der franzö ische. Deut ch and könne, ohne sein wirt­schaftliches Leben in der geringsten We.se zu beeinträchtigen, alle Verpflichtungen ersü len, die in diesem b.sonderm Falle dec Vertrag vor schreibt. Außerdem müsse daran erinnert werden, daß in­folge ter B s tzuny Frankr ich 835 000 Stück Vieh verloren habe. Diese Erklärung geht, dem ..Echo de Paris" zufolge vom Ministerium der befreiten Gebiete aus.

Anmerkung des Wr'lffbureaus: Ter Behaup­tung. daß der beut'die Viehbestand in einer viel besseren Lage märe als ter französische, muß aufs entichickenste widersprochen w.-reen. Die Vcrsvr- yung. Frankreichs mit Milch genügend, mähreiw stcb Deutschland in einer geradezu furchtbaren Not­lage bezüglich, der Milchversm-gung besinnet. Die Forderung aus AUieferun^ der Milchkül)e in der angegebenen Höhe wür e Lt: Ka asttophe des deut­schen Kinderelends pellenden, das das Gewissen de vganzen Weltwachrusen sollte. Die Behauptung, daß Frankveich während der Besetzung 835 000 Stück Vieh verloren habe, ist unrichtig, da der ganze Rinderbestaird m d n seinerzeit besetzten fran- .ischen Gebieten nur 893 113 Stück be ragen und die Reaui i.ion sich nur auf Teile des Viehbestandes erstreckt hat. Sollten die Alliierten aber wirklich in der Lage sein, den Nachweis über die Höhe bes ihnen weggeTwnrmenen Viehes zu^ erbringen, so wäre es doch viel richtiger, die B.ehbestände aus den viehrcichen Gegm,-en der W lt zu entnehmen, als sie aus dem bis aufs äußerste erschöpften deutschen Volke herauspvessen zu wollen.

(Ein neuer Streit in der Neichshauptftadt.

Berlin, 6. Nov. (Wolff.) Zum Streik der Elektrizitätsorbeitec kann folgendes mit­geteilt werden' Die Arbeit wurde niedergelegt in den Elektrizitätswerken Moabit, R^ummels- burg und Oberspree. In allen anderen Wer­ken wird noch gearbeitet, jedoch finden über­all unter den Belegschaften Urabstimmungen statt, ob in den Streik getreten werden soll oder nicht. Abgestimmt wird auch in den Eisen- bahnwerkstätten, sowie in den Gas- und Was­serwerken. Bis jetzt sind von dem Streik nur diejenigen Stadtteile betroffen, die durch die oben genannten Werke versorgt werden. So ist u. a. eine große Anzahl von Groß-Berliner Krankenhäusern.nicht mehr in dec Lage, die einfachsten Operationen auszufuh.en, weil ies an Licht und natürlich auch an der er­forderlichen Kraft gebricht. Sollten die Ver­handlungen, die um 11 Uhr beim Magistrat begonnen haben, ergebnislos verlaufen, so kann nicht daran gezweifelt werden, daß die TechnischeNothilfedie NotsttrndsQrbei- ten im erforderlichen Umfange ausführen wird.

Berlin, 6. Nov. (Wolff.) Wegen oes Ausstandes der Elektrizitätsarbeiter wurde die für heute nachmittag angesetzte Sitzung der alten Stadtverordnetenversammlung und ebenso die für Montag angesetzte Sitzung der neuen Stadtverordnetenversammlung auf­gehoben, da der Mangel der erforderlichen Beleuchtung und der Stillstand der Straßen­bahnen die Sitzungen unmöglick) macht. Damit ist auch die Beratung und Beschlußfassung eines Schiedsspruchs über die Lohnstrei­tigkeit mit den städtischen Angestellten und Arbeitern durch die neuen Gemeindebehörden unausführbar gemacht worden.

Berlin, 6. Nov. (WTB.) Die Ver­handlungen wegen des El.cktrizitäts- streiks, die heute nachmittag zwischen der Direktion der städtischen Elektrizitätswerke sowie Gewerkschaftsorganisationen und dem Betriebsrat der städtischen Elektrizitätswerke stattfanden, haben sich bis« heute abend 11 Uhr hingezogen. Das Ergebnis dieser in Anwesen­heit des Polizeipräsidenten Richter und des Oberbürgermeisters Wtvinuth geführten Ver­handlungen ist, daß sich die Arbeiterschaft zur Einrichtung eines Notberriebes be- reitgefnndmr hat, und zwar werden alle lcbenswichtiben Betriebe wie K-rankenhäuser sowie alle öffentlichen Gebäude mit Strom versorgt. Aucy wird die Straßenbeleuchtung wieder ln Kraft treten. Tie Technische N o t h i l f e, die bereits h?ute abend eingesetzt war, wird vor Beginn des von den Arbeitern aufzunehmenden Betriebes wieder zurück­gezogen.

DerVorwärts" mißbilligt das ein» geschlagene V.rfah-en der streikenden Arbeier im L^eresse der Arbeiterbewegung.. Es zicheHuudert-

tccu sende von Men schm in Berlin in Mitleiden­schaft und riebt: sich nicht gegen die kavitalisri.cl-e Ausbeutung, sondern g gm einen Acbe,Neber, der in diesem Falle die von Sozialisten im Arbeiter­interesse geleitete Gemeinde Groß-Berlin sei.

EineWarnung deSdcttlschcn Eisettbahncr- vcrbandcs vor dem Generalstreik.

Berlin, 6. Nov. (WTB.) Der Vor­stand des Deutschen Eisenbahnerver­bandes erläßt folgenden Aufruf: Wie uns aus Kollegenkreisen mitgeteilt wird, versucht man von unverantwortlicher Seile die Eisen­bahner, und zwar in erster Linie das Fahr- personal und die Beamten, in den General­streik zu treiben. Der Deutsche Eisenbah­nerverband, als die größte Eisenbahner­organisation, lehnt jede Mitwirkung und Be­teiligung an'solchen unsinnigen wil­den Bewegungen mit aller Entschieden­heit ab. Wir warnen unsere Verbandskol- legen eindringlich, sich in irgendeiner Weise daran zu beteiligen. Es ist unerläßliche Pflicht eines jeden Mitgliedes, jeder unbefug­ten Einwirkung entgegenzutrelen und nur der Parole der Verbandsleitung zu folgen.

Tie Technische Nothilse.

D c u t h e n , 8. Nov. (WTB.) In Ehorzow hat gestern nadymittag die technische Not- hrlse unter mi.i.ärifdyem Schutz cf igegripen. Zu Z'kri'cbemrillen ist es nicht ge'lonrmcn. Auch in Zabrze to das Work durch die Technische Not- Hilfe in Gang geboten.

TaS Wahlergebnis in Amerika.

N e u t) o r T, 8. Nvv. (WTB) T<cs Reprä­sentantenhaus nrirb sich nach den endgültigm Feststellungen folgendermaßen julammen,eien: 293 Republikaner, 138 Demv'kra en, 1 Sozialist und drei Altgehörige anderer Parteien. Die Repu­blikaner gewinnen 61 Sitze.

Amsterdam, 5. Nov. (Wolff.) Der Telegraaf" meldet aus Marion (Ohio), daß Hard in g bei seiner Rede, über die schon berichtet wurde, noch sagte: Amerika spielt jetzt eine Rolle. Wenn die neue Regierung die Macht in Händen haben wird, werden wir eine große Rolle spielen. Wir werden danach trachten, einen Bund der Nationen zu errichten, der auf der Gerechtigkeit begründet ist, Amerikas Freiheit aber keinen Schaden tut.

Nach einer Meldung aus Washington entgegnete der Senator Borah, die über­wältigende Mehrheit, die Harding erhielt, ist ein deutlicher Beweis dafür, daß Amerika gegen jeden Völkerbund sei. Er fügte hinzu, Amerika dürfe sich auch nicht durch iraendcine Hintertür in einen derartigen Buno ziehen lassen.

Paris, 6. Nov. (Wolff.) Wie dieChi­cago Tribuns aus Neupork meldet, heißt es in einem Glückwunschtelegramm an Har­ding, 6 Millionen Amerikaner deut­scher Herkunft hätten für ihn gestimmt.

Die Kriege Räterußlands.

Lv n d on, 6. Nov. (Wolff.) DieTimes" melden aus Konstantinopel: Ter Kampf in Taurien ist sehr bestig. Der linke Flü­gel der Armee Wränget schlug alle Angriffe auf den Brückenkopf von Perekop ab. Ter rechte Flügel unternahm einen Gegenangriff. Die Verluste sind auf beiden Seiten schwer. Die Bolschewisten fechten besser als gewöhn­lich.

London, 6. Nov. (Wolff.) DieTimes" melden aus Helsingfors: Lenin sagte in einem Gespräch mit Parteigenossm, ein unab­hängiges Polen sei sehr gefährlich für Sow- jet-Rußland, der Friede von Riga setzte Ruß­land al>er in den Stand, mit Wrangel ab^u- rechnen. Danach werde Polen wieder an die Reihe kommen.

Ter Verkehr nach Danzig.

Danzig, 6. Nov. (Wolff.)) Wie die Danziger Zeitung" meldet, wurde eine pol­nisch-amerikanische Gesellschaft mit dem Sitz in Warschau und einem Stamm­kapital von einer Million Dollar gegründet zu dem Zweck, eine Autoverbindung Danzig Brombero ThornWarschau Krakau ins Leben zu rufen und bei der lleber- lastung derEisenbahn für eine schnelle Güter­beförderung von und nach Danzig zu sorgen. In Thorn ist die Anlage großer Reparatur­werkstätten geplant und in Danzig die Anlage großer Speicher, die als Umschlagestellen die­nen sollen. Neben der Güterbeförderung wird auf dieser Autolinie gleichzeitig Post und Kohle nach Danzig und umgekehrt befördert werden. Die Eröffnung der Linie soll ettoa > am 1. Dezember erfolgen.

Hu» dein Kcicbe.

Beamten recht in Preußen.

> Berlin, 6. Nov. (WTB.) Der Hauplausschuß der preußischen Landes­versammlung stimmte dem Gesetzentwurf be­treffend die Einführung einer Alters­grenze zu, toonad) vom 1. 4. 1921 ab oie Beamten nach Bollenoung des 65. Lebensjah­res zwangsweise in Den Ruhestand versetzt werden sollen. Für die richterlichen Beamten und die wissenschaftlichen Lehrer an den Hoch­schulen wurde die Altersgrenze auf 68 Jahrs festgesetzt. Aikgenommen wurde hierbei gegen die Stimmen der Sozialdemokraten ein An­trag, wonach die frei werdenden Stellen, ab* gelegen von ganz besonderen Ausnahmefällen, Den Stellenanwärtern aus den abgetretenen Gebieten und den auf Wartegeld gesetzten Be­amten übertragen werden sollen.

Au» Liessen.

Anfrage.über die Feier be5 9. November.

In der Hessi'chcn Volkskammer haben bi er Abgeordnete D in seldey " Gen. fvlg.-nüc An­frage eing:bracht:

Das OJd'amtminifterium hat beschlossen, ine Beamten und Sta atsbedi en steten, die t>m 9. No­vember als Feiertag betrfrm willen, für diesen Tag v>n der Arber! <yu beurlauben. Dieser Beschluß würbe gefaßt, obwohl ein grufier Teil des deutschen Volkes sich an den 9. ytpvember 1918 als einen Tag nationaler Sckrmach nur mit innerer Beschiämung erinnern Fann, obwohl bei weitem Der größte Teil der hessischen Beamten diese Emp» findung teilt, obwohl die Mindertest des Gesantt- nliniste.iums aus politischen Grütrden den Be- sdstuß ablebrtt, obwohl keinerlei Bedürfnis danach besieht, außer den bestehenden ge'etzlichcn Feier­tagen noch wettere Feiertage einzuführen. Die­jenigen Mi girier des GeanttministeriumS, dir diesen Bejckstuß gefaßt haben, haben damit gaund-- sätzlich die Möglickileit bejaht, daß die Beomien an Tagen, die fte nach ihrer politischen Geiinnnng als EritrnerungStag begehen wollen, vom Dcenst zu beurlauben sind. Wir fragen deshalb an: die Mehrheit des Gescrnttmttristeriums bereit, dir gleiche Vergünstigung auch denjenigen Beamten zuteil iverben zu lassen, die andeve Erinnerungs­tage feiern wollen, z. B. den 18. Januar al- Tag der Kaiserprvklamation von Ver­sailles, oder den 2. September als den Tag der Erinnerimg an die SMach' von Sedan? Für den Fall der Verneinung der Fra^?n fragen wir: Mit .velcber Begründung guaubt bie Mehrheit des Ge amtministeriurns eine derart unierschiet^iche, Behwtt'lung red) 1 fertigen zu künncn?

An die Lchrcr und Lehrerinnen der öffentlichen Schulen

richtet das Landesamt für daS Bildungs­wesen folgenden Erlaß:

Tas Gesamtministermm hat mit Mehrbeit be«' schlossen, baß die B-Ximten am 9. Nore nber auf1 Wunsch vom Dienste zu bmrlauben sind. Tre er Vesdstuß, der in den meisten örxnt'idrn Bettieben ohne Schwierigstil durchzu ul,ren sein tnrt>, patzt sehr wenig für den öftentlichen Schul­betrieb, für welchen eine ernheit ickM Durch­führung notwendig ist, d. h. entweder alt gern emec. Unterrricht oter at'Qe'.neve Beirrürng mm Unter­richt. Tas Landesamt für das Biidungewesen be­absichtigt wie im Vorjahre, den Tag üc aT o t e n*. fonntag in den Schulen zum Gedächtnis der Gefallenen allgemein feiern zu lassen. Tamit wird, ein Schulfeiertag geschaffen, der der einhelligen' Antrilirahme a Irr Volksgenossen, auch al er Lehrer" und Schül-.-r, sicher sein wird. Er wi-d m den Schulen auch bet besten Ge'üh'en Redmung tru­gen lönnen, die sich an den 9. Norember anlehnon, als dm Tag des Bruches mit dem Gedaitkea des Krieges, der Gewalt, der Herrschsucht und der Unterdrückung: als den Tag ds Bettmtes eines neuen, aui 'dem Ge'an'en dec Menschli'lsteit auf* iubauettben Gemeimve'ens und einer am das Recht b.grünic en Gemeinsda't c: fiültun ö k r. Aus dreseck Gründen ergeht an die hessischen Lehrer und Lehverinnen sowie die El ern der Schüler der Wunsch, am 9. November den Unterricht an den öfsientlid)en Schulen wie gewöhnltch durchzusühren.

Bcsichtigut'gZreise des Finanzausschusses.

rm. Darmstadt, 7. Nov. Tie Mit­glieder des Finanzausschusses des Landtages besuchten am Freitag in Gemein­schaft mit einer Anzahl von Regierungsver­tretern, darunter Finanzminister Henrich, Justizminister v. Brentano, die Präsidenten. Neumann und Raab, das Braunkohlenwerk und die Ueberlandzentrale Wölfersheim' sowie die Badecinrichtungen und die Anlagen^ in Bad-Nauheim. Vor der Besichtigung gab Finanzminister Henrich zunächst ein allgemeines Bild über den jetzigen Ausbau des Kraftwerkes und die vorgesehenen Erwei­terungen. Unter der Leitung der Bergräte Dölsing und Kerck wurde dann das Werk selbst, in welchem z. Z. eine Turbine ein­gebaut wird, sowie die Betriebspunkte Hette- nau und Weckesheim in Augenschein genom­men, wobei Gel-eimrat Balser einen Vortrag über den Braunkohlenbergbau in der Wet-. terau hielt. Es schloß sich dann ein Besuch in, Bad-Nauheim unter Führung des Bade- und- Kurdirektors von Böhmer und anderer Herren an.