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8-3 Uhr,
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tlich eingereicht 19.
Die tage im Ruhrgebiet.
Essen, 7. 9Ü7TÖ. In den letzten Togen nxrr T elephonvcr ke hr saft überall gesperrt.
nüisen angeben, den Grundstücke en Parzelle die
ans die Gefahr hin, daß teivisse Arbeitergrup für den Fall des Emmarsctes von RcickSwohr- truppen znrZerstorungderSchächte schrei-
die die Beteigeltend machen
Nachklänge zum Napp-Pmlch.
Berlin, 6. April. Wie .vir von ^uftäütixfla Stelle erfahren, hat der Richswehrmtniß^r eme Reihe maßg?b77?der Ptesönlichk iten aus Gera und Altenburg 411 einer Besprechung nach Bn> lin gebeten, um dadurch eine völlig: 3närung Der Ereignisse im Lan^esjägerkorp s zur Zeid des Kapp-Pistsches in den genannten Etebrn Hercher- zuführeu. Ebenso soll eine bejitbw Iftom Mission, der auf er Ang.hörigen des Pioni.'r-Birdail^ons 15 auch ein Parlmngp tarier angehört, dlc Bvrgäng«: vom 13. 3 in dem genannten Truppen/örper unter* suchen. >
München, 7. April. Die „Münch Bo^ veröffentlicht in ihrer gestrigen Ruminrn „Dokumente der Konterrevolution", in denen sie einen Beweis für das Bestehen! einer monarchistisch-militärischen Verschwörung in Bayern sieht, die in unmittelbarem Zusammenl-aug mit der Aktion stapvs an der Herbeiführung des militävi- fd?en Staacsslreichs in Bayern gearbeitet habe. — Dazu teilt das Reichswebrgruppenkomrnando 4u. a. mit, daß er der Feststellung tebarf, n>as an den Veröffentlichungen der „Münchener Bost" richtig ist oder nicht. Als Tatsache wird jedoch heroor- refyben, daß die bayerische Reichsst>ehr im ent* sclv.deicden Augenblick sich keiner gesetzwidrigen Handlung schuldig machte.
Da- neue dänische Kabinett in den Kammern des Reichstags.
Au» Darmstadt.
Darmstadt, 6. April. Der größte Teil der Franzosen lagert außertelb der Stadl aus tun Höhen östlich von Darmstadt. Man schätzt ihre Starte aus 5000 bis 6000 Mann.
■ ließen.
Allerts, ' r^biien, nneilltt Nn
Kopen Hagen , 7. April. Dv: neue Sie* gierung Friis stellte sich gestern den falten Kammern des Reichstages vor. Der MiEerpräsident hielt eine kurr.e Ansprache, in der er erklärte, daß ftines der Mitglieder des Ministeriums sich an der Bildung desselben beteiligt hätte. wenn nicht alle Parteien: zugestrmmt hätten, mit dym iu arbeiten. (5r sprach »netter den Wurffch aus, daß die Neuwahlen in kürzester Zert stattfrnden, damit ein Ministerium, daS sich aus die Mehrheit des Follethings gründe, in lieberem ftimmung mit dem unveränderten Wunsche des Kömigs die Führung der Regierung übernehmen körsne. Im übrigen wolle das Ministerium sehr wichtige Gesetze durchführen, die notwendigerweise durchgeführt werden müssen, und verschiedene Angelegenheiten erledigen, u. n. die nordschleswigsche Verwaltung bearbeiten. Das Ministerium habe keine politischen Ziele. Es sei beseelt von dem Wunsche nach Arbeitsfrieden und Gemeinsinn. Die Rede wurde mir lebhaftem Beifall ausgenommen. Trotz der Aufhebung des Generalstreiks setzten dre Bäcker,
Seeleute, die Heizer und die Werftarbeiter
unmöglich, in dem unglücklichen, von tiefen Erschütterungen immer wieder betroffenen Lande Ruhe und Ordnung herzustellen und aufrechtzuerhalten, wenn sie auf Schritt und Tritt bei ihren bisherigen Feinden einem ungerechtfertigten Argwohn begegnet und immer erneuten Drangsalen ausgesetzt bleibt, und wenn das deutsche Wirtschaftsleben Störungen ausgesetzt wird. Die deutsche Regierung hatte es begrüßt, daß auch hie französische Regierung gerade m letzter Zeit zur Anbahnung einer Verständigung auf wirtschaftlichem Gebiet bereit zu sein schien. Wie können sol'che für den Wiederaufbau Europas wichtige Gtebanfcn in die Tat umgesetzt werden, wenn gleichzeitig die sranzösiscte 'Armee in Deutschlmrd einmarschiert und dadurch tiefste Erregung und (Erbitterung in das t-euische Volck Hnreirtträgt? Was dem deutschen Volke vor allem nottut, ist Ruhe: mir dann kann sich die Arbeftsleiftung soweit heben, daß das Volk leben und die schweren Verpflichtungen des Friedensvertrags erfÄlen kann.
Die Verhandlungen mit Paris währender letzten Lage.
Berlin, 6. April. (WTB.) Amtliches Com- numique. .Der französische Ministerpräsidenthat in der Nacht vom Montag zum Dienstag in Paris eine Note übergeben lassen, in der es heißt:
„Zn meinem Schreiben vom 2. April habe ich Sie gebeten, bei Ihrer Regierung darauf zu dringen, daß die deutschen Truppen, die unrechtmäßiger Weise in die durch den Artikel 42 sest- gest-te neutrale Zone erngedrungen sind, unver- -üglich '.urückge-ogen lverden. Da die Antwort auf die»es Ersuchen bisher ausgeblieben ist, bringe ich Ihnen zur Kenntnis, daß der Oberbesehlshaber der Rheinarmee den Befehl erhalten hat, die Städte Frankfurt a. M., .Homburg, Hanau, Darmstadt und Dieburg sofort zu besetzen. Diese Besetzung wird aushören, sobald die deutschen Truppen die neutrale Zone vollständig geräumt haben."
Tiefer Mitteilung ist der Bormarsch der französischen Truppen vorausgeeilt. Sie haben heute nadst Frankfurt a. M. und Darmstadt be- fetzt und sind im Beqmfs, die übrigen Stätte zu besetzen. Die deutsche Regierung hat bis jetzt alles getan, um dieses unerhörte, weder mit den Artikeln des Friedensvertrages im Einklang steheitee, noch in seiner Ausdehnung mit der Geringfügigkeit unserer Ruhraktion im Einllang zu bringende Borgehen zu verhindern.
Am 28. März teilte die französische Regierung mit, daß sie ihre Genehmigung für den Truppeneinmarsch in das Ruhrgebiet nur geben könnte, wenn d i e fünf deutschen Städte von ihr besetzt werden dürften. Die deutsche Regierung machte den Gegenvorschlag, daß den Frau^»sen die Befetzung erlaubt werden sollte, wenn die Truppen aus dem Ruhrgebiet innerhalb einer bestimmten Frist nicht zurückgezogen seien. Herr Palöologue, mit dem diese Verhandlungen geführt wurden, erklärte sich telephonisch damit einverstanden und bestätigte dieses telephonisch Gespräch durch folgendes Schreiben:
„Wenn die deutfche Negierung auf ihrer Forderung, Truppen in das Ruhrgebiet zu entsenden, besteht, so wäre Herr Millerand nicht abgeneigt, dem zuzustimmen unter der Bedingung, daß die fraglichen Truppen innerhalb einer Frist von zwei bis drei Wvcteu aus der neutralen Zone zurückgezogen werden."
Am 30. Män; beharrte die französische R-egierung auf ihrer Zustimmung und wies nur in einer Bespcecfariig mit gvostwi Nachdruck
Der neue Reichrfinanz Minister über seine Ausgaben.
Am Karsamstag hat der neue Reichsfinanz- Minister Dr. Wirth in Karlsruhe einem Mitarbeiter der „Köln. Bolksztg." folgende Ausführungen genta chr:
Bor uns liegt ein in Umfang und Tragweite gewaltiges Gefctzeswerk, mit dem die Grundlage für unseren finanziellen Wiederaufbau geschassen zu haben, das Verdienst meines Vorgängers bleibt. In der Reichsabgabenord nun^g sind die Grundlagen eines "neuen einheitlichen Steuerrechts gefaltet, bas in fteueröEonomischer irnv>
ten könnten
Am 31 Mär^ machte die französische Regierung ihre Erlaubnis für den Einmarsch mit einem Male von dem Nachveis der absoluten Notwendigkeit abhänrrg und erklärte ihrerseits den Er.'.marsch für unnötig und gefährlich. Da inzwischen die Mcl- bimgcn über das Bandenunwesen im RuhrgcLitt sich häuften und von allen Seiten und Parteien die Notschreie kamen, mar an eine iveitece Verschiebung des Einmarsches nicht zu denken.
Die deutsch: Regierung ließ darum am 2. AprU eine Note übergeben,, die auch an die Geschäftsträger deranderenalliierten Länder zur Ucfcrmittlung an die betreffenden Regierungen gesandt wurde, ivie überhaupt während der ganzen Zeft sowohl in den alliierten. Lauptstädtcii wie auch in Berlin den fremden Geschäftsträgern von dem Reichskanzler die genaue ft cn Informationen über den Fortgang der Ruhrangelegenheit gegeben mürben. Am 2. April abends erneuerte Die französische Regierung in Deantwortung der deutschen Note ifae Forderung nach Besetzung brr genannten deutschen Stäote und sofonige Zurückziehung ter in das Ruhrgebiet einmarsch'erenden Truvpm.
Am 4. April führte die bcuixte Regierung den Nachweis, daß die in ter 50-Kilometcr-Zone befindlichen teulschen Truppen in ter Kopfzahl den laut Llbkomrnen vom 6. Ilugust zugcstimmten Umfang nicht übersteige:!
Am 6. April vormittags erfolgte in Paris die Ueberreichung der französrfck^n Not:, die eingangs n?ieterc,., gvbcii ist.
Wie sich de übrigen alliierten Regierungen zu dpm inzwifchni erfolgten Einmarsch stell m, ist zur Zeit roch nicht bekannt. te ter teutichen R:- gienntg l d g ich eine franzö'rcke Not ?. gegangen ist. Die ReichSvegierrmg an:b ich mit a..er En> schfetenl> i: Tgen ' s Borg he : verwahren, taä iä>: M5glichk.it, 'wichen Frankreich und D land den modus vivendr zu chcha^n, aus is^Slos macht und nur aufs neue die Er ässe stärken muß, fac von einer Erfüllung teä Fned^LEurges
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Der Gewaltstreich der Zranzofen.
Die deutsche Regierung hat nunmehr der veffentlichkeit eilte ausführliche Darleaung ter letzten Verhandlungen mit Frankreich gegeben. Es geht daraus hervor, daß Frankreich zuerst eine schwankende Haltung eingenommen, schließlich aber in diesem Falle ein Mittel gefunden hat, seine alte Militärpolitik, Deutschland auseinanderzureißett, zielbewußt weiter zu verfolgen. Wie hinterhältig die Politik der Franzosen ist, geht ganz besonders aus einer Bekanntmachung des Generals Degoutte an die Bevölkerung der mubcsetzten Städte hervor. Er spricht davon, die deutsche Regierung habe der „Mi- Mrpartei" gehorcht, als sie Reichswehrtruppen in das bedrohte Aufruhrgebiet schickte. Die Streitigkeiten im Ruhrrevier Hattert sich aber besser mit anderen, friedlichen Mitteln beilegen lassen. In diesen Worten des französischen Generals liegt eine direkte Verhetzung beutfdxr Bevölkerungsteile gegeneinander. Man sieht daraus, wie es den Franzosen erwünscht und willkommen ist, wenn der Bruderzwist in Deutschland sich weiter ausbreitet und vertieft. Es klingt wie eine Selbsd- rtonic aus dem Muitde des französischen Gewalthabers, tpcnn er von einer deutschen Mili- lörpartei spricht, während doch klar zu Tage liegt, daß gerade in Frankreich gegenwärtig nur die Politik des Säbels herrscht.
Line deutsche Note an zranireich.
Berlin, 6. dlpril. Der deutsche Ge- slhäftsträger in Paris ist angewiesen worben, ter französischen Regierung eine Note zu übergebm, in ter es u. a. hnßt:
Durch ytotc vom 6. d. Mts. hat die fran- Esche Regierung mit teilen lassen, daß ter kommandierende General ter Rheinarm« Befehl er* Halden hccke, sofort die Städte Frankfurt, Homburg, Hanau, Darmstadt und Dieburg zu besetzen, weil dem französischen Verlangen ter Zurückziehung der unberechtigt in die neutrale Zone einmarschierten deutschen Wehrkräfte nicht cntspvochm worden sei. Die französische Regierung bat hinzugefügt, daß die Besetzung ihr Ente er- Kidyn werte, sobald die deutschen Truppen dte itcuttalc Zone vollständig geräumt hätten.
Noch bevor die Note übergeben war, ist die 'Besetzung der bezeichneten Städte tatsächlich erfolgt. Die bcutfdye Negierung muß aber gegen das Bor- yfan ter stanzö i:d)en Armee im Namen des Rechts, der Vernunft und der Mensd)- »ichkeit die schärfste Verwahrung ein»
nichts wissen wollen. Es ist vollkommen aussidsts- los, bte Arteilssähigkeft in Deutschland, die die einzige Grünblau 'einer SB.TtragcrfüHung bilden kcmn, heben tu wollen, wenn ein bCDartiwr brutale; Eingriff in das deutsche Gefühl imb Wirtschaftsleben borge iw m men wird, als der sich d»r rran- zösische Einmarsch barftrfU. Wir hosten, baß ter schnelle Fortgang^ ter Rubra kiiou die Leid ms- zeil ter besetzten Städte nach Möglichkeit abkürzen wird. Abei- es darf Lern Zweiiel daran gelassen fivrbcn, daß dieses durch fein : fachliche Noavendig- lert bedrugte, ja ten eigmen Interessen zruviter laufende stairzöfi'che Vorgehen dvr Reprrblik aufs neue in Oiesahr bringt und uns wieder um Monate in dec Aufrichtung geordneter V.mhaltnisst iurikfifarft.
VieReichrregierung an dievewchner der von den Zronzosen neu besetzten Gebiete.
Berlin, 7. April. (WTB.l Au die Beoöl- rcrung dec Städte uni> Ortschaften, die non b*n Franzosen als Repressalien gegm un'ere Pvlrzer- aTtion im Jmdustrie^ebiet besetzt nx>ri>m smd, bat die Reichsregicrmrg den nachstehenden Aufruf gerichtet:
An die Bevölkerung ter von den Frcmzoj.m besetzten Städte!
Um die Leiten von Hunderttaufendm abzukürzen, die im Richrgebiet der erprenerischen Räuberei von Ervresserba.iden ausg:lresert waren, hat die Reichsregierin'.g dorthin Truppen >.mts<urdt. Tic Genehmigung ter Entente war nicht stellt ivor- bei, obivohl oic teutfcte Regierung die bitterste dLotweudigleit mehrfach eindringlich daigelttl' bitte. Im ganzen sind dort nod) nicht 14 000 Mann zusammengezogen, also fast genau die Zahl, br: uns das Mlvmmen mit dec Entente erlaubt. Trwtz- dem hat Frankreich in ter Entsendung drefer Truppen einen Bruch tes Fried msvertrags geldjcu und eine Gefährdung des Welftn.'dens. Dreie Behauptung richtet sich angesichts der l ä ch e r l i ch. k l e r n e n T r u p p c n m c n g e von 1 el b st. Fran kreid) aber hat es mit dem Fri'de.ms- zus^riid für vereinbar gehalten, blühend: deutsche Städre als Repressalie zu be^.'tzen. Unerhörter ist mit dem Weltfrieden nie gefprelt worden. Es soll im Ruhrgebiet Ordnung gc- sdKrffen worden, damft das deutsche Wirtschafts- leben nicht and Köhlemnanget zu Grunde g:ht. Daß ein hartherzrgcr Gegner di's zum Ofaor feiner Shylock-Politrk macht, fällt auf ih,r allein. Tie Reichsvegierung wird alles tun, um in: Itev dcnszcft tes Marngnrues abzukürzen. Abrr sie weiß, dass sie mit der schwor g^opcüssten, üb.’rfallenen Bevölkerrmg eines Sinnes ist. Wir werden Deuts chlandauch aufdiesern lrstigan- gclegteu Wege nicht zertürnrnern laf- jcn. Wir 'werten, den jurrstischen K'nifsen und der brutalen Vergewaltigung den einigen Wilssm entgeg.mfetzen: Ein Volk zu sem unb zu bleiben!
Berlin, 6 ?lpril.
Tie Reichsregicrmrg: Müller, R id)Skanzler.
Ein Verdrehung»- u. d BerhctzungSstück des General» Degoutte.
Mainz, 6. April. Eine Verlautbarung des O be r ko rn rnand irrenden der alliierten Besatzimgstruppen, Generals Degoutte, an die Bevölkerung besagt:
Tie Berliner Nesterurrg hat unter tem T t u ck der Militärpartei (!) emz p ö.ssicte Offensive der Reichswehr gegen bi: Arbe:terlchaft tes Rulmgebictes anoeordiutt. dadurch hat sie eine der wesentlichsten und seier.ichslen Btt't mmunien des Fri-Ä«rsvertrages verletzt. Während der Vcrl>ante lungen war die st an zös ische Regierung stets bemüht, die teutsche Regiermrg von oiessm milltärb- schm Vorgehen, das mit einiger Vorsicht hätte vermieden wTrten könnm, ab zu hall n. Nidftsdesw- roeniger sind die Reichswehrtcuppen in das Ruhr- gdyiet eftmerückt.
Dio Regierung ter französischen Republik sieht sich daher gezwungen, sich einfach zu sichern, damit die Berliner Regieomg ihrer Unterschrift nach- komme. Deshalb habe ich den Befehl erhalten, die Städte Frankfurt, Homburg, Hanau, Tarrnstadt und Dieburg zu besetzen. Zn diesem Augenblick halte ich für notwendig, zu erklären, daß diese Besetzung feine feindselige Harrdlung gegen die arteitfame Bevölkerung dieser Gebiete beteiltet, sic bat Idjiglid) ten Zweck, die Ausführung, des Vertrages zu sich.-rn unb wirb aus hör en, sobald die Reichswehrtruppen die neutrale Zone vollständig geräumt haben.
Ter Belagerungszustand in den neu besetzten Städten.
Wiesbaden, 6 Ülpril. In ten neubesetzum Städterr sowie in den Bezirken Wiesbaden Stadt und Land auß"r Biebncl), Königstein, Langen - schwollrach, Höcl)st unb Groß-^devau warte der Belagerungszustand von den Franzosen verhängt imb di? gciam.c Vermal ttmg unter die Kontrolle ter Delegierten c-ec crohen Rheinlcmdsüommission in ter Form gestellt, ane es während des Waffenstillstandes üblich mar Zwischen 9 Uhr abends und 5 Uhr früh dürfen ferne Versammlungen frattfiuten. xct «tenelTr, der bisher noch ung hinter: war, steht unter mr.r- tarischer Aorttrolle. Es 'r chftnen feine Zertmureu
Frankfurt a M., 6. April. >xute_ stütz d Uhc rt in Frankfurt a M. das stanzosr 27: Beselamgskommarrte in Stäick einer xxere vrev, ei.va 20 000 Marrn, ei.rgerückt. Eillmbarm, Pou un.. Polizei wurden sostrrt be-ctzt. ^er^Belage- r u n g s z 11 st and nnirte vcrkmgr. ö arte Var^ zöfifcho Militärpatrouillen durcfaiel^n du ^.aot. In ter 3 a?t selbst ist alles ruhL Tie Behörden lind in ihrer Arbeit nicht b;fantert, arbeit en. jedoch unter Kontrolle ter stonzöt chrBe-aSungsbessorte. Brictzcnsur, Telegraphen- und Telephonsperre finö ver tzärtgl.
ülußerdem ft reif ten die Eisenbahner« Essen ivar saft vollständig von ter Außenwelt ab- geschnitten Ta diese Verhältnisse noch tr.Iiocne1 anbauern, ist es unmöglich, ein genaues Bild übev die Lage im Jirdustriegebret zu getem Tatsache« ist, daß seit Tagen im Nvr dw eften undN 0 r - den von Esicn gekämpft wird. Tic grvßo Zweigertbrücke bei Essen ist vom Feinde ge^prengt^ Borgeslem nad>mittag unb gestern nacht zogen sich Teile der roten Armee nach E'ffen und darüber lünaus zurück und venncksteten Maschinengewehr«' imb Gewehre mittels Handgranaten. Ter lNückzu^r lnelt auch gestrni an. Am SVarrvtitafi muigcn trafen entsprechend den Münsterischen bzw. Brele- felder Vereinbarungen Formationen der roten Truppen hier ein und lieferten auf tem Polizeipräsidium iljrc Waffen ab. Ms am Abrck» baS Vorrücken der Negierungstruppen bekannt warte, entglitt den Führern ter Arbeiter völlig die £cvi tung der Massen. Es kam zu regel rechten Plünderungen. Mittags bildeten sich Banden von 5—10 Mann, die nachmittag in die Villen und Häuser eindrangen und mit borge hal tenem Revolver Geld/ Wert sa chen, Kleidung, W ä sche usw. erpreßten. Ti? neugebilbete Arbeiterwehr ging schärf sums gegen die Plünderer vor, die sofort erschossen irurben. Ter Streik der Eisenbahner ist für den allergrößten Teil des Ti- rekiionsbezirks aiifgehobcn. Er besteht nur noch für dm engeren Verkehr um Essern herum. In T u i s b u r g, das am Sonntag von ten Rc- cfterungstruppen besetzt wurde, ist es beim RaihauS unb auf dem Svnnenwald zu Kämpfen gefrmmen. Verschiedme Zivilisten wurden getötet. Auch in Duisburg ist viel geplündert Worten. In M ü l he i m unb in Gelsenkird,evr sind vorgestern die Regierungstruppm kampflos 'eingezogem Seit gestern mittag erfolgt der Ein'narsch ter Truvpeii in Essen. Zur Zeft ist hier olles tufafl. Bei ter Firma Krupp und auf den Bergwerken wird gearbeitet.
; legen.
Es fami unmöglich Absicht des Vertrags von Versailles gewesen sein, Deut'chland zu Derbtntent, in emeni Teü seines Gebiets die Ordiiung, die I durch Räuber- unb Möcderbcmden auf das I rälimmfhe gefährdet worden ist, so rasch wie mög- Lich wieterherzustellen. Die Bewe^nmg im Jndu- f ssiriegebiet, deren Gefahr leider auch jetzt nock nicht | in Ausland und in.-tefonbere in Fraiikoeich nickst I Bar x-ftoint ,vstd. hätte, wenn ifa nicht rasch ’ tsUgcgengetreien luorben wäre, ten Bestand der I □efaiblif imierpolitisck) wie wittschaftlich erneut auf das schwerste erschüttert. Die teutsche Regie- cung hätte miberantnwrtlid) gehantelt, wenn sie linger zugewartet hätte in der optimistischen Hoffnung, daß bie Ausruhrbewegung im Ruhrgebiet and) ohne militärisches Eingreifen ihr Ende finten nürbc. Die Ereigriisse haben ihr auch bisher Recht gegeben. Heber all bort, wo die Truppen fangciangt Itnb, ist die Seinegung rasch zusammeitaebrjchm. Tie Defürchlungeii. die von alliierter S.'ite, ge- Llßerr wvrdeu find, daß gerade das Ginrüden oon Truppen die Unruhen verstärken und zur Vernichtung ter wichtigsten gewerblichen Anlagen fihren würde, haben sich nicht bestätigt.
Dec Gedanke, daß die Entsendung von Trup- tim in bas AufftaudSgebiet irgenbcinc Bedrohung von Frankreich in fick schließen Bmtte, ist so absurd, daß er einer Widerlegung
wicht bedarf. . ,
Deutscherseits darf demnach mit vollster Ueoer yugung der Standpunkt vertreten werden, daß eine iwrsätz ticke Verletzung des Friedens vertrag.-s, die gr.rc Vorantwortlichkeit ter deutschen Regierung im Ccüme bc? Vertrages begründen könnte, überhaupt richt t'orliegi. Selbst wenn aber eine solche Ver- tz.'tzung begangen wäv?, so wäre dadurck der von fier französischm Negierung jetzt oorgenommcnc -ni'itärisdx Gewaltakt noch nicht gerechtfertigt. Die Alliierten unb aifovierten Negierungen haben in 4hrec Note vom 8 12. v. I. erklärt, daß sich vom «fintreteii des Friebeuszilstandes an die Folgen teuer etwaigen Nichterfüllung vertraglicher Der- pflichttingen nur nach ten allgemeinen Bestimmen t-ten des Friedensocrtragrs sowie nach ten vom Völkerrecht ancrfannlvn gewöhnlichen Persaluens- arten beftimmen sollten. Damit steht das jetzige Vor-tetzen der französischen Regierung in schroffstem Diderspruck. Ueberdres bat sich ater die franzö- Hsche 9?:gt.Tnng über grundlegende Bestimmungen äer Völlerbundakre i.imveggcsetzt, die einen inte» ffriercitbcn Bestandteil des Friedmsrer.rigcv bil- Stn. Die Lösung ciiter derartigen Streitfrage zwi- ßhen einem Mitglied unb entern Nichtmirglied tes |>unbe5 durfte nicht ohne weiteres mit Gewalt, son- ient zunächst mit einem internationalen Sdssich - Lmgsverfahren versucht werden..
Zum Sckstuß muß die deutsche Regierung mit allem Nackdrucc darauf Hinweisen daß die von franchsifcten Regierung ergriffenen militärü Sten Zwangsmaßnalimm notwendigerweise die ßchwcrften Folgen in politischer unb wirtschaftlicher Beziehung haben wcr- Leu. Es ist für jede Negicruug in Deutschlluü)
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Mittwoch, 7. April 1920
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_____ 170. Jahrgang
GietzenerAM
General-Anzeiger für Oberhessen


