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Datterich-

DiesP^mr.«

Ur. 56 Zweiter Blatt

raMgmm n! nau.

Deutsche Nationalversammlung.

Berlin, b. März.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 1 Ufr.

Auf Anfrage des Abg. Weinhausen (Dem.) toirt) von der Negierung gemmoorm, bah die G> Währung von Sftebit fettens holländischer Banken an Internierte in Holland, deren Rückzahlung letzt noch bem augenblicklichen Zkurswert verlangt wird, Privalsachc gewesen fei. Der R'girrung stunden keine Mittel zur Verfügung, mn die Schuldner zu unterstützen

Aus Anfrage Weinhaus en ((ZVm.) wird ge­antwortet, das wegen des Auftretetrs von Cifi- zieren und Soldaten in polnischer Uniform in Okurschlesien der Vertreter des Auswärtigen Amts in Oppeln Darstellungen bei der international en Sfiommiiiuni erhaben habe.

Auf eine Anfrage Frau Dr. Schirrmacher (T. Natl.) wird geantwortet, daß wegen der Driß- Handlung ind> unwürdigen Del-andlung deutscl>er Offiziere und Soldaten durch den polnischen Stadt- wmmandanten in Kalmar (Posen) die Reichs- regienmg sich an die deutsche Delegation der Grenz- ftstfctzungskommission in Posen gewandt habe. Eine Antwort sei noch nicht eingegangen.

?luf Anfrage Frau Dr. Schirrmacher wird «antwortet, daß wegen Aufhebung des Lchrn- leminars in Marienburg eilte Entscheidung nach nickt getroffen sei. Es bestehe Tritt Anlaß zur Befürchtung für das Weiterdestehen des Semi­nars.

Abg. K u n er t (U. S.) fragt an, ob die ReichS- tf^tcrung bereit ist, für einen Frieden mit Sowjet- ruhland einzutreten ohne diplomatische Hinter- häuigketten und Gckhrinrnisktämeret^tt?

Staatsminister Müller: Tie ReichSregie- rung lehnt es ab, auf eine in solchem Ton gestellte Anfrage Antwort zu geben.

Aus Anfrage K u n e r t wird geantwortet, daß die Negierung nach der eben ersolaten Annahme des Betriebsrätegesetzes nickst beabsichtige, eine Ab­änderung der Bestimmungen desselben herbeizu- führert.

Abg. K u n e r t (U. S.) fragt an, ob die Reichs- regietunp bereit sei, die amnestierten Meuterer und Deserteure, die in der v. Gerlach-Versamm- lung in Eharlottenburg, geführt von gleichgesinn­ten Offizieren, anständige Staatsbürger in bestia­lischer Art entwaffttet hätten, zu entwaffnen und diese Horde von Militärs mit Noske-AuLweisen dem Gericht zu übergeben?

Von Regicrungsseite toirb geantwortet, daß der Reichswehrrnintstrr es ablehne, auf eine in solcher Form gestellte Anfrage zu antworten.

Aus Anfrage L e v r e n $ (D.-Nat.) wird ge­antwortet, daß das Entschäoigungsversahren für Kolonioldeutsche möglichst beschleunigt wird.

ES wich in die dritte Beratung eines Gesitz- entwurles zur Ergänzung des Gesetzes zur D'r- sölgung Don Kriegverbrechen usw. etngetrttm.

dlbg. Dr. Düringer (D. Ntl.): Wir lehnen das Gesetz ab.

Reichsminister Schiffer: Wir wünschen, daß die Svrüche des Reichsgerichts möglichst bald her- beigefuhrt werdeit rönnen. Dazu müssen wir auch bvc Namen imb Adressen derer hab-n, dv: in der Liste ohne Namen aufgefüfrt sind. Die Betr'f- f enden müssen sich melden, irm eine Klärung d.'r Sachlage zu beschleunigen. (Unrich erechts.)

Abg. Tr. Kahl (D. Dpt.): Meine Partei nimmt dis Gesetz an, oltardtttgs nur mit äußerstem Wid^ntreben. Ist d:e Regierung b.wnt, auf tue 9tote Llovd Georges vom 13. 2. mit ihren enl- cl-re-iben UitterfaUimgen eine Antwort und zwar eine deutsche zu geben?

Reichsrntnister Müller: Selbstverständlich wird die Regierung die noch unbeantwortet.' vom 13. *?. beantworten und sich verwahren gegen die Angriffe. Tie Regierung wollte nur dr: Dn- abschieduna dieses Gesetzes abwartm. Ebrnso selbst­verständlich ist, daß wir auch für diesemgen, die in Feindesland ober im besetzten Gebiet sich befin­den und dort wegen angeblicher Kricgsterbtechen ergriffen mutten, das gleiche Reckst vwlang.-n, wie für alle anderen Deutschen. Uch.wall m der ganzen neutralen Welt ist man heute üterzmgt, daß Schweinerei und Aerbreckwn in tcklm Län­dern vvtge kommen sind. Die deutsche Regierung hat niemals ihrerseits das Verlanaen gestalt, daß gegnerische Generale uns ausg'listert werden sol­len. Tic Ausgabe einer Geg-nlisd: durch uns find) vielfach gefoltert. Glaubt Jemand, die En­tente würde ihre Leute daraufhin tefaafat? Dte Stegienmg muß sich den Zeitpunkt Vorbehalten, 'wenn sie mit ter Liste herauskommt.

Abg. Katzen sie in (Soz.) spricht für An- ttahmc des Entwurfes. 5>ie Opposition ter Rechten fei recht billig gewesen.

Nachdem sich noch ter Abg. Falk (Dem.) gegen den Abg. Düringer gewandt batte, wurde

Geegespenster.

Roman von AnnyWothe.

JUnerikanlechu Copyright 1911 by Anny Wothe-Maha, Leipzig

(Nachdruck verboten.) Fortsetzung 55.

Kurze Zeit spater raste der Wogm mit ihm über die Sxibc. Bor dem GatrhausZum rotm Kliff" stand ter Wirt behaglich in der Tür und rief ihm zu, Frau Banken wäre mit seinem Wagen heute nach Westerland. Er hätte geglaubt, es nrärat feine Pferde frei.

Peter senkte bloß grüßend di: Pritsche :r fuhr selbst fein Wort drängte sich über fern: Lippen.

Ter Wirt fah ihm topfschüttelnd nach.

Peter trieb die Gäule an, das Iap dacht': Ter vcrr fährt das Ätehzeug ut Grund und Boten.

Beter Bonken hielt auf Westerland zu.

Immer neue Möglichlbiten erstanten vor ihm. Wenn Estrid den Weg nach Westerlwrd gewählt, um ihre Spur ,;a verwischen? Wenil sie von dort, anstatt nad; Hörsum, nad) Munkmarsch zn- rückgefahrm war, um ben Larchweg, anstatt ten Seeweg zu nehmen? Nein, sie hätte fürchtm muf­fen, ihm tert zu begegmm. Es blieb also ter See­weg. Ticker Schweiß rann Peter von ter breiten Stirn. Der Tampfer von Dörsum mußte fort sein.

£>atte ihn Estrid erreicht? .Kam er zu spät? Tann mußte er bis morgen fxüh warten, eh: tt ihr folgen konnte.

Pe«rS Herz hämmerte terzwrislnngsvoll in der Brust. Er mußte eigentlich nicht, galt Die

Eigener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Samstag, 6. März 1920

das Gesetz gegen die Stimmen ter Deutsch-Natio­nalen angenommen.

Es folgt die Fortsetzung ter -weiten Beratung des Entwurfes eines Laute osteuergesetzes.

«bg. Leicht (Z): Tas Gesetz ist ein Wi- mentattonsgesotz mit all n Nachteilen eines solchen: eS hebt die Selbständigkeit der Länder und Ge­meinten vollkommen aus.

Abg. Dr. Becke r-Hessen (D. Bpt.): Meine Patter wrrd ihve Zustimmung $u dem Gesetz von ferner enbgültigen Gestaltung in der dritten Lesung abhängig machen.

§ 1 wird angenommen. Zu ß 2 (Die In- anspruckmahrne von Steuern für das Reich schließt die Erhebung gleid-werliger Steuern durch die Lander und Gemeinten auö usw.) bemerkt Abg. Dr. Beyerle (Bayr. Vpt.), daß ter 8 2 ten Länterit die Finanzhoheit nimmt. Er widerspreche ter Reichs Verfassung.

Unterstaatssekretär Mösle sühtt auS, daß §2 der Reichsversassung nickst widerspreche, auch nid), der zweite Absatz, »oelcher die Erhebung von Zu- sdstägen zur Reichssteuer von reicysgesetzlicher Er­mächtigung abhängig macht. Dieser Absatz fei nur aus Zweckmäßigkeitsgründen hier eingefügt worden.

Abg. Pöhlmann (Dem.) stimmt dem zu. Er sei richtig, daß wir uns mit diesem Gesetz in eine dunkle Zukunft hineinbegeten, ober dem Reiche müsse die nöttge materielle Sicherheit gewähtt werden. Versassungswidrig fei weder das Gesetz, noch der § 2.

Ate. Vogel (S.): Das Gesetz entspricht in seiner entertj durchaus dem Geiste ter Reichs- Verfassung. Der gewaltige Bedarf des Rrid-es, der Druck des Frietensvertrages zwingen uns, dem Reiche die FmanzHoheit einznräumen. Abg Düringer (D.-Nat.): Meine Pattri wird für den 8 2ftimmen, aber gegen das Gesetz. Abg. Schneider-Franken (Bayr. Bpt.): Gewiß faint das Reich sämttiche Steuern in Anspruch nehmen, aber cs kann die Länder und Gemeinten nicht von der Erhebung gleicher Steuern carsschließen. Nach weiteren Ausführungen der ?lbgg. Dr. Zöphel (Dem^, Burlage (R) und Dr Braun-Fcan- kcn (Sj, welche für Annahme des 8 2 sprechen, wird über ten Paragraphen abgestimmt. § 2 wird mit 219 gegen 33 Stimmen bei einer Stimment­haltung angenommen, ebenso werden wettere Para­graphen angenommen.

Morgen 1 Uhr Fortsetzung : Besitzstcuergefetz. Schluß 6 Uhr.

Gerichtssaal.

X Marburg, 4. Ntärz. Tas Äucher- gericht verurtettte heute ten Angcklagte itx?gen Schleichhandels mtt Fleisch und Butter zu je 1 Monat Gefängnis und 1000 Mk. Geldstttte. Ettie Frau aus Gießen, die in ter Fron häuf er Gegend Butter gehamstett hatte, kam mit 100 Ml. Geldstrafe davon, weil ihr Schleickchcmtel nicht nachgewiesen werten konnte. Ferrrn wurvc etn Metzger, der als Sachverständiger zum Gerichts­termin nicht erschien, zu 100 Mk. Geldstrafe ver­urteilt.

Handel.

Berlin, 5. März. (BörsenstrmmungS- bild.) Tre Börse zeigte anfangs vorwiegend UL- alisationsneigung aus die weitere Berflauung Wiens und Abgaben in Balutapapieren. Letzter: wurden veranlaft durch die Erwartung, daß die internationalen Bestrebungen zur ErleichinTung ter wirtschaftlichen Schwierigkeiten erfolgreich s.'in wer­ten. AuÄands- und Balutapapiere waren batet besonders stark rückgängig. Canada verloren 40, Otavi 78, Neu Guinea über 100, Kolonialanteile über 300 Proz. Am Mvntanmarkt erftrhren Rheinische Brann kohlen eine Steigmung über 100 Pooz., Lmwr eine solche um 9, Rhein stahl um 5 Pro;.; im übrigen gaben die Kurie 20 Prvz. nach. Als spater Phönix nach anfänglicher 17proz. Abschwächung sprunghatt angeblich auf Auslante- käuse 40 Proz. gewannen, trat eine allgernrine Bcsscrung ein, die aber bad Geschält nid-t bckon- derS zu beleben vermochte. Auslandspapi-w: er­holten sich teilweise auf die Berichl-Ahdetting der Markdaluta. Kaliwerle waren meist zu häteren Kitrsen umge^tzt, Schisfahttswette mtt ^lusnahme von Teutsch-Australischer Dampfschifstchrt gebej- sett. Am Anleihemarkt gewannen Türkische Los- 70 Mk., Mexikaner waren imgleichmästig Teuttchc sowie österreichische Anleihen waren gut behauptet.

Frankfurt a. M., 5. März. Börsen- stimmungsbild. Es kam innige Gewinn- sicherungen zur schwachen valtunL wovon in der Hauptsache Auslands Papiere betroffen wurden. Ka­nada gaben nach und wiuden 17301710 umgc- setzt- Teutsckfe Petroleum schwankten zwischen 680 und 678. H-ldburg »tvischen 340 und 336. Kol- manskop ca. 825. Westsizilianrr schwächer 214. Teutsth-Ueberloe unterlagen stärkerem Angebot 12801245. SchantungLahn waren mit 690 ca

10 5toj. nachstend, im Verlauf wettere 9 Proz nteorrger. Lombarden etwas erhoU 491/,. Mäßig waren dir Umsätze in Ddontanpapier-n, deren 5?al^ hing ebenfalls sd-wächer war. Gelfenkttchen vcr loren mit 395 10 Proz., Mannesmann mit 431 9 Pvoz. Baltimore.Oyio waren angcte:en 500 minus 10 Puoz. Infolge ter Kaussneigung gaben Atlcrwerte Kl eher 10 Proz. nach 485, auch Taim ler weitere 16 Proz. räüingig bis 360 bezahl:. Masdp. Frankenthal wurden mit :331 valionictt. South West her Laren 60 Pvoz. 660. Fttzf. Fust<i 226 pluS 1 Prdz. Maschf. Moenus 450. Eine Autznal/me in ter fonst schwächeren y<ütung mach­ten heimisclfe Anleihen. Bei großen Umsätzen sind 3pwz. Rridisanleite höher 71'/, bis 73».., 3 2 Preust. Consols 64'/». 3pwz. CönfolS 61',.-63 striegsantette 79 5 Proz. GvldmexiÜrner 6'30 minus 10 Pvoz.

Frankfurt a. TL, 6. März.

Levisenmarkt.

Geld Dries Veld Dries Datum: 4. Marz 5. März

Amsterdam - Dottcrd. 3681,- 3689,- 3661,- 3669,- DrüssebAntwerpen . 731,50 733,25 736,75 738,25 Christiania 1698,25 1701,50 1701,25 1704,75 Kopenhagen 1508,501511,50 1516,- 1519, Stockholm 1878,- 1882,- 1898,- 1902,- Helsingfors -,- 464,50 465,50

Italien 537,- 538,- 539,50 540,50

London 344,65 345,35 350,65 351,35

New-York -,- -, 99,50 99,70

Paris 704,30 705,70 707,30 708,70

Schweiz 1630,75 1634,25 1638,25 1641,75

Spanien . 1738,25 1741,75 1735,75 1739,25

Wien (altes) .... 40,96 41,04 40,21 40,29

Deutsch.Oesterr. abg. 39,46 39,54 39,46 39,54

Prag 100,90 101,10 100,65 100,85

Budapest 35,71 35,79 35,46 35,54

Bulgarien * ,-

Konstantinopel. . . . -,- -,-,-

BSrstrrknrse.

'Datum*. 5e/c,*DeutJtricg5anL 4e/0Deut.Teid)sanL 3e/0Teut.Teid)sanL 4°/0 Preuh. Kousols Darmstädter Bank Deutsche Bank. . . Die conto-Gesrllsch. Dresdener Bank. . Nationalbank f. D. Mitteld.Creditbank H.»Amerik..Pakctf. NorddeutscherLloyd Doch. Guhstahlwrk. D.-Luxemb.Bergw. Gelsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau OderschLEisenb.-B. Oberschles.tkisenirtd. Phonix.Drgb^Aki. Sab.2lniltn-u.5oba Höchster Farbwerk« Llrktr. A. E. G.. . Schuckett-Werke. . FellLuLGuilleaume Daimler Dud.-Eisenw.-Aat. Adlerroerk« .... 4°/e Hess. SaatsanL (Electron Griesheim

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Ssuntaz ten 7. März. Okuli.

Gottesdienst. In ter Sta dt kirche. Dorrn. 91/2: Pfarrassist. Dr. Brngri. 11: Kinderk. f. d Markusgern.: Pfarvassist. Dr. Dingel. Abds. 6: Pfr. Mahr. Rttmtag b. 8. März, abds. 8: Bereinig, d konfittn. weibl. Jugend d. NLarku^ gern. Donnerstag d 11. März, ateS. 8 Uhr, i. Marknssaal f. Frauen u. Männer d. Markus- gem. Borttag über d ThemaWie ward Luther zum Reformators In der Johannes- t i r ch e. Darm. 9^: Marrer Ausfeld. 11: Kinder- kttche f. d Johannesgem.: Pfr. Äusfrid. Abds. 6: Pfr. BechtolSheimer. Abds. '/«8: Berrin. d. kons.

möTtnl. Juaetld b Jobannesgem. Montag b« 8. Mürz. obds. '/»8: Dercinig d tonfirm. wribt. Jugend b. Lu bauern Mittwoch b 10. Uk'äxir abds. 6: Passionsgonesdien't: Ptt. Ausfrid. Freitag d. 12. März, abd. 3 Bereinig d. kun- firm. wribl. Jugend d. Jobaimesgein. Am toiu* menten Sonst tag, d 11. März, findet im Abend- gvtteüdienst Beichte u. Rtut des bl. Abendmadl^ f. LnkaS- u. Johannes gern, statt. Die Okmeuuir- UT-irrer erbiti. vorh. 'Jltmidb'.nm. Sonntag h. Pfarrer erbitten vvrb. Amn-eldung. Sonntag d 7. März, t*orm. 10: Kirchberg: mutm. ll Lollm. SBinerf^ 7 März. 10: Haupt göltest «.mst: int Anschluß Sitzung ter Shrdrcrtgcniehiix'tertr nmg. 7: Äbttchgvttesdienst.

Katholische Gemeinde.

SamSdag, 6. März, nachnr. n. abds. 8 Uhr? Gclegenh. z. hl. BeichtL. Somnag, 7. Mär,-, 3. Fastem'onmag. Dornt 60°: Olelr-i-mb. M, Beichte. 7: Hl. Messe. Kommun, d u

Junglinge. 8: AuSteil. d bl. .Momminiion, *J: Hoch­amt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Abte. 8. f)-aftenpredigt. TienStag u. Freitag abte, u llbr ilt Fasteiiandad)t. Tias pvm-t:teilen ii mw 7. März. In Hungen 8, in Zaubach 10 Uhr.

(In einem Teil ter Auslage wied.'rtelt.) Dir hessische Rrgirrnna-'vorlgste über oai liebergang der Eisenbahnen auf Dn*5 Reich

rm. Darm stadt, -1. März. Das Gesamt- ministerium hat nunmehr dem Piäsitenten hr* Landtages die Regiernnn Vorlage Ivtr beit lieberg ang der hessischen Staat-- elJenbabnen an das Reich zur verfassun,^ mäßigen Beratung imb Bcschlußfa'stmg suflclieii lassen. In ter Dorlege wird a:>p> Deantraqt, füd die Bearbeittmg terfeniatn Eisenbahi'.angclegen- heitcn, die nach tem llcbcrgan« der Bahnc.! tut das Reich ter Landesregierung noch verbleiben, die Stellen eines Borttag-nden Rate-! und rirtr? Riinisterialotersekretärs bei dem Ministerium ter Finanzen Dom 1. April 1920 ab sie bcniilügaty Das Gesetz, welckns als MaMelgescß zu tem eigentlichen Staatsvertrag gebadtf ist, enchält vier Artikel, deren erster ten Staatsvertrag zur Ge-, nehmigung empfiehlt, im zweiten wird das Ge- samtmtnisterium ermächtigt, die crf-irtertüfm Er­klärungen abzugeben und Derpslichttrngen einzu­gehen, nach tem dritten Artikel nstrd das Finanz­ministerium mtt der Ausführung teS Gesetzes beauftragt und ter tiiertc beirimmt, daß das Ge­setz am 1. April in Kraft trttt. Dem Gesetz ist eine entgehende Begründung beigegeben.

Haftentlassung DaunügS.

Berlin, 5. März. (WB.s LautFreu-rit" beschloß das RrichSmilitäi-gericht gestern, Täimug aus der Schutzhaft zu entlassen.

Die Antwort Nilsons.

Daris, 5. März. (WTB.) Die Antwott teS Präsidenten Wilson am die letzte Note teS eng- lischen und französischen Ministerpräsitenten wurde am Abend des 3. März abgesandt. Ter Text der Note ist noch nicht veröfsentlicht Worten.

Der ungarischr Friedcnsvrrtraa.

Paris, 4. Dtärz. iWTB.) Wie P^ttinar tem ..Echo de Paris" aus London mcloet, har der italienische Ministerpräsident Nitri den for­mellen Antrag gefallt, ten ungarisa^n Friedims- vertrag umzuändern. Tie drei Mnlwncn Ma- gharen auf südslawischem, rumänisckrem und tfche- cho-slowakisctem Gebiet müßten Ungarn znge- sprocken werden. Pettinär meint, Llohd George teile die Ansicht seines italienischen Kollegen. Pcr- tinax ist unzuftieden, denn er glaubt, durch einer derartige Politik zerstöre man mit eigenen Hänoe,» das Werk, das in Paris seit mehr als einem Jahre ausgerichtct worden fei.

(Aus dem amerikanischen Senat.

Washington, 5. März. (WTB.) Der Se­nat hat mit 40 gegen 21 Stimmen ten Vorbehalt bezüglich Schcmtung angenommen.

Räterepublik in Portugal?

P a r i s, 5. März. (WTB.) Ans Madrid wird gemcltet: Reisende, die int Automobil auS Por­tugal geflüchtet sind, versichern, daß die bolsche­wistische Bewegung in Lissabon und Oport» gesiegt hätte, unb daß dort die Räterepublik ausgerusen worden sei.

Kuropatkin und Brussilaw in Turkestan.

Amsterdam, 5. März. (WB^ Wie Der Telegraaf" auS London meitet, teilt oaS britische Kriegsrnmisterinm mtt, daß btr OkneräLt Kur0- patkin und Brussilow aktiv auf Setten tec Sowjettcgierung an ten militärischen Operattonm in Turkestan teilnehmen.

wahnsinnige Angst, die er empfand, Estrid oder seinem Jungen?

Ter Zug, ter die Passagiere bz3 Dampfers von Westerland nach Hörsum brachte, nur längst abgefahren, auch rtW ter Dampfer.

Was wollte er in dieser Einöte, wo ti nicht mal einen richtigen Fahrweg gab? Hier könnt: Estrid unmöglich fern. ES axrr ganz sicher, sie hatte ten Dampfer erreicht.

Tor starke Mann zitterte und es tourte dunkel vor seinen Augen.

Jetzt war er in Ranttrm. Der Himmel hatte sich vcrsinstett und feurige Blitze zuckt-n hernieder. Wenn Estrid und das Kind diesem Unwetter prris- gegeben waren? Ans dem Dampfer schien ihm die Fahtt für baS zatte Kord bei der stürmischen Nord­see nicht ohne Gefahr.

Es war eigentlich Heller Wohnföm, daß er noch weiter wollte. Ihm schien es ausgeschlossen, EstrL» zu fintert.

Er ließ den Wagen in Rantum zurück, und ohrre roeiter zu überlegen, schlug et ten W^ nach ten Dünen ein.

Ta kam ihm ein Junge entgegen, und unwill­kürlich fragte ihn Peter, ob er vielleicht eine Frau und rin Kind gefdieri.

Ter Jun« bejahte eifrig.

,,Jo, sie rst sdxm lange vorbei. Zwischen ben Dünen mit einer Tasche und entnn kleinen Kind:."

Taß er die Frau im Stich getapert, ter d'wieg er wohlweislich.

War cs vor oder nach ter Abfahrt des, Tampiers?" fvttchtt Peter.

Später, Herr, viel später!" geh der Jung: Auskunft.

Im Sturmschritt eilte Peter vorwärts. Das Blnt pochte ihm im Kopf, er lief Ivie gejagt vor­wärts.

Schwer ging sein Atem und ba5 Herz raste -wild in seiner Brust. War es tee Anstrengung ck>?t die fnrntafe Angst? Er fühlte es ganz deuüich, er zitterte nicht nur um sein Kind, er zitttrte auch um das Wrib, daS ihn nicht liebte, das mtt allen Sinnen von ihm fortftrebte, das ihm kaltherzig auch fein Kind entführte.

Ihm ftel etn, daß unwrit ter Anlegritelle tes Dampfers sich ernt Funtenstotton ter kaiserlichen Marine befand, dort konnte Estrid kaum ein Unter­kommen gerunbat haben. Plötzlich dachte er an die Schutzhütte für die SchjffLwüchigsn an der mächtigen Seebake, die schon als Junge fein höch­stes Jnteresfe erregt.

Eine lrise Hoffnung dämmerte in ihm auf, doch fie war so haltlos, daß sie seine innerliche Angst und Not nicht barmen tonnte.

Er merkte gar nicht, daß Hagel und Regen auf ihn hernieterprasselten und ihn bis auf die Haut durcknäßlen. Er stürmte vorwärts und bald fah er die aur ter höchsten Düne errichtete, hoh:, schwarze Seebake aufftrizm. Er hatte den von tötenden Wellen überspültm Strand erreicht unb da scl-miegte sich an eine hohe Düne die flein-: Schutzhütte. Schimmerte nicü Licht durch die Bretterfugen?

Mtt einem Jntellant und bod? mit einem tiefen, unnennbaren Weh in ter Brust stürzte Peter tertrut zu. Ms alsdann wiederum ein neuer Blitzstrahl schwerem Donner hernieder knat­terte, riß ec die Tür zur Hütte orts. Ueberwältigt von dem Anblick, ter sich ihm tot, blieb et atem­los an der Tür fachen. Auf rittet Schütte Stroh, I

fest die Arme um ihr schlafendes Sfinb gritbiitttgcn, ruhte sein Weib und schlief den ti*n Schlaf ter Erschöpfung. Wie tot lag Eßrid sa unb Peter sah ten tiefen, gramvollen Lritenszug und du: Lierzioristung, die selbst im Schafe ihr schönes Antlitz trug.

Erschüttert kniete er an ihrer Srite Meter.

Lrise bewegte Estrid die Lippen.

Laß ab von mir, Jngewort Ferks," mur­melte sie geguält,du hast es versprochen mn. ten Heinen Jngewart und mein: Reue. Geh fort von mit nur ihn liebe ich, meinen SJikmn, Peter Bonken."

Ein jauchzender Laut kam ans Prirrs Münte. Mtt Lriben Armen umfing er Estrid und sein KtNÄ und ft ine Lippen vvriten fid) hriß auf die ihre».

Ich bin es, Estrid, Geliebte," flüstert: er, ich bin bei dir und keiner soll dir etwas yuierte tun."

Verstört fuhr Estrid empor. Mit irren Augen stierte sie anf Peter. Und ten kleinen Jng:wart, der leise answeiarte, frit an sich pressend, ringt: sie sich vor Peter nietet und bat in dttz^rrri- t entert Tönen:

,^Laß mir das Kind,3etec, sei barmherzig. Nimm mir nick)t iwd) das LLtz e im Leben "

Peter strich ihr -art über die hrißm Wangen, dann bettete er das Kind aus ihrttt Ärwm sorg­lich auf tem Strohlager.

Ter Junge sah ihn mit großen Augen m und ein köstliches LacheLn ging über daS zarü Kino r- gesicht, alS hätte er ten Dattr ttfarott.

(Schluß folgt.)