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Nr. 56

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poftschecNonto:

Sronlfuii a. in. U6I6

Erstes Blatt

170. Jahrgang

Samstag, 6. März V>20

Eichener Anzeiger

30

General-Anzeiger für Oberhessen

ZwMngrnmd-rillr u. Verlag: vrühl'fche llniv.-Voch- n. Stdubrutferei R. Lange. Schrlftleitmrg, KefchLstrfteNe u. vruckerri: Zchulstr. 7.

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Anzeigen von 70 mm «reue 90 Ps. Bei Pla^ vorschriI:2cn/.Aufschlag. QauptschrMleiter: Tlun. iäo«K. verantwortlich für Politik: Ang. <^oetz: für den übrigen Teil: vr. Reinhold Zenz: für den Anzetgenieil: ö. Beck, sämtlich in ließen.

nut die iticfaljt, bi ebie Alliretten furcht.'N, cafc>

-^2 kontrollieren könne. Immerhin u * Suanb dem Herrn Neben Uriger C frnnr*tt orfrfnnrrf h A f: er ir ir h

die Niederlande an Ort und Stelle g.n

ben eriorf-erlichen Te'chrmrtungen zu uni'.Aminen.

zu Haden.

gen

wird dieser ßm- dadurch einiger»

Dar wittschostriche Manisest

-er Entente.

gen de Aorfichlsmaßregeln t r e mürben, um die Freil-eit des ehemaligen Misers

Sittschränkung deO Slsenbahnverrehr» in Italien.

Mailand, 5. März. (Wolft.) Die Blätter melden, baf; auf den italienischen Bahnen vom 3. März ab an den Svmringen ^ölrnche Züge unterbracht werden. Die EmschränKrngen betragen mehr als 55 PwMitt des griwhnlichai Werttags-verkehrs.

Die Gerüchte über Revolution in Portugal.

Madrid. 5. März. (Wvlft.) SxilKid. Dic portngieft'che ß^Midtsclicht de montiert rn aUi>r Fiorm die Nachricht vom Ausbruch einer Revo­lution mit sowietmäh'qem Cbavak.-er in Dortu» gal. Naci/richten von ier vorrugiesiscßcn Grenze mi dos spanische Dkinisterium be5 Innern besagen, daß Reisende, die aus Portugal Barnen, erzählten, es seien in diesem Land« Unruhm ausgedrvchen.

Madrid, 5. Mar». (WTB) Die Zeitungen halten einstämmig die Lage in Portugal für ziemlich kritisch, da jedwede Berbindung mit dem Lande abgeschnitten ist.

Hollands Beitritt zum Völkerbund.

Haag, 6. Mär;. (WTB.) Tie Kammer nahm mit 62 gegen 2 Summen die Gesetzesvor­lage über denBeitrittHollandS-um Völ­kerbund an.

Der Prozeß Erzberger-helfferich.

Rechtsanwalt Dr. AlSbcm: führte in seinem Plädoyer u. a. an«:

In Deutschland hat mau früher zuweilen ein vielleicht überfeine.- Empfinden für das ge­habt, was als Verguiclimg von Politik und Gc - schäft anzusehen ist. In einem vlitifel der 61 - Nischen Volkszeitung" vom 23. Juli 190'» war mit großer Schärfe gewissenhaft ansgesührt, daß sich in Deutschland Beamte dazu !)crgeben, in den Auisichtsrat von Auienqescllschaften ein zutrcten. Mit wenig schmeicltelhasten Werten wird von solchen Personen gesagt, daß sie die Dienste der modernen Fndustrierittcr übcniebmcrt, und vom Reichstag wird gefordert, daß er sich die Lis» dieser Personen geben lasse, damit man

ilägers im Thyssen-Konzern m*c in Wahr­heit nichts anderes als eine Verdingung ix>h- tischen Einflusses gegen Entgelt. In ^lehörden- stuben und Parlamenten für seine Auftraggeber Stimmung zu machen, den A'.ltagäverkehr mit deir Neichsämtern und andere!: Stellen vermöge seiner Stellung als Abgeordneter zu erleichtern und fruchtbar zu gestalten, wirrde er angenommen und wie ein seit besoldeter Agent entlohnt. Und damit die Höhe dieser Eutlohirmm, die em Minisler- aehalt ausmachtc, nicht aufsiel, wurde er t'luf- sichtsratsmitglied dieser Thyssensttten Geicllschaften, mit deren eigentlichem ('Geschäftsbetrieb er nicht das Geringste zu tun hatte. In allen fragen/ die den Thyssenschen Interessenkreis berührten, stellte er, solange er Aussichtsratsmitglied war, alle diejenigen politischen Bedenken zurück, die ihm so heiß auf der Seele brannten Der Mann, der gegen den Angeklagten bat völlig unrichtigen Borwurf geschleudert hat, er habe Völkerrecht-- widrige Aspirationen in Belgien begünstigt, hat als Thysseusches Aussichtsratsmitgiied keine Be­denken gehabt, die Uebertragung des Eigentums an den Erzfeldern im Lriey-Gevict noch während des Krieges zu fordern. Ter Verteidiger be­leuchtet dann die Tätigkeit Emberaers in der de Wendelschen Angelegenheit, die aus die Li- auidativn des wertvollsten französischen Ingen tum i in Elsaß-Lothrmgen hinauSlwi wohl gemerkt im Juli 1917, also kurz vor her Friedensresv- lution, ferner bei der ntteniiren Verfolgung bet Thyssenschen Interessen in her Frage dcr Be- tcüigung der im Briey Gebiet genmden.m Hütten- erze. Ich kann mich, so sähet Dr. Alsberg fort, in diesem Punkte den Ausi'ibrungen de^ Ober- staatsarmxllts durchaus ansststießen. Ich muß aber entschieden weiter gehen als er in der Frage der Auskuhrabg oben. Solange der Nebnklägee Thystensches Aufsichtsralsmitglird war, hatte cc für bte Beteiligung des Reiches bei den Ausfuhr' gewinnen mir ein laues Intcresse- ja er verhin­derte sogar durch seine ablehnende .Haltung die oom Staatssekretär Dr. Helfterich bnnnmo ge­wünschte gesetzliche Handhäi<- zur Erfassung der Ausfuhrgewinne. Noch mehr: Kamen die In­teressen ThyssenS in Frage, so verschmähte er es nicht einmal, eine Spezialaktivn zu unt1-mehrten, um dem Reiche eine finanzielle Beteiligung an einem Aussuhrgewinn vorzuenthalten. Es lnm- deltc sich hier um die Ausfuhr von Schutzschilde!» nach Holland, eine Frage, bei der der Ober- stnatsanwalt selbst ein nuziilässiges Einsetzen poli­tischer Machtstellung zu Gimium privater Inter­essen anerkannt hat. Den Borwurf der R e ch t s - beugung hat der Angeklagte gar nicht erhoben. Er hat sich lediglich an die Tatsache gehalten, daß Erzberger drei Wochen nach Fällung des letzten Schiedsspruches eine Wahl in den Birger- schen Aufsichtsrat angenommen bat. Tarin hat der Angeklagte einen Mangel an politischer und geschäftlicher Wohlanständig kett erblickt.

Bom Tiefbau zum Viehhandel! Sei­ner Ernennung zum Staarssekrerär brat ft es Herr Erzberger, daß er in diesem Falle den vom Ober­staatsanwalt richtig getenirzeichneten &ctvintl&

Ans dem Reiche.

Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse.

Berlin, 5. März. (WTB.) Der BolkS- wirtschaftsausschuß der Nationalversamm­lung beschäftigte sich mit ber Preisord­nung der landwirtschaftlichen Er­zeugnisse. Die RegieWrngSvorlage sah als Mindestpreise für Weizen 1100 Mk. pro Tonne, für Roggen 1000 und Kartoffeln 500 Mar kvvr Hier wurde ein Zentrumsautrag angenommen, nach dem zunächst die Sätze der Regi^runasvorlaae belieben bleiben sol­len, die endgültige Preisfestsetzung aber bei Beginn der neuen Ernte unter Berücksich­tigung der bis dahin entstehenden Produk­tiv nLoerichte vor genommen werden soll.

Verbilligung des ZertungSya-iers.

Berlin, b. März. (WTB.) Unter dem Vor­sitz des ReichSwirtichaftöministers Schmidt fand im ReichÄvinschaf i nrärifterhim eine Be'prechamg mit Vertretern der Färber statt, die vch mit Maß­nahmen zur Ve rbilligung der Zeitungs- papierpreise befaßt haben. Es wurde orichlos»; sen, daß die Sauber in kürzester Frist dcr RrichS-

durch Gewährung von Dar^rendungen und Bc> reitstellung von billigem Papiorhol».

Aus Danzig.

Berlin, 5. März. (Prio.-Tel.) In Dan­zig sand eine Massenkund^bung gegen die Er- nähruugsnot in Danzig statt. In einer an ben Obsrkommisstrr Tower gerichteten Emschlie-

Da; neue AelchsSagswahlrecht.

Berlin, 5. März. (Priv.-Tel.) Reichs­minister Koch machte heute Vertretern der Presse Mitteilung über den Inhalt der Ge- setzcsvorlaae betreffend das Reichstags- Wahlrecht. Tie Ausarbeitung des Wahl­gesetzes sei eine Frage der Wahltechnik, bei der parteipolitischen und koalitionspolitische Gesichtspunkte vollkommen ausscheiden wür­den. Der Hauptmangel des bisherigen Systems seien die großen Wahlkreise mit den daraus erwachsenden langen Wahllisten ge­wesen. Die langen Listen förderten auch u. a. die Bestrebungen von Interessengruppen, Vertreter auf jede Liste zu entsenden. Der Gedanke der Einmännerwahlkreise sei un­durchführbar. Auch eine Verkleinerung der Wahlkreise sei schwer möglich. Deshalb sei beabsichtigt, die grSßrr.m Wahlkreise ela isch zu mack>en in der Weise, daß drei bis sechs Wahlbezirke zu einem Wahlvorstand M sammengefaßt würden, innerhalb dessen jede Partei zu bestimmen habe, ivieweit sie diese Wahlbezirke zu einer einheitlichen Wahlliste zusammenfassen wolle. Die Wahloerbände würden etwa mit einigen Ausnahmen den Wahlbezirksverbänden entsprechen. Bei der Bestimmung, daß auf 60000 abgegebene Stimmen ein Abgeordneter komme, soll es verbleiben. Ferner soll es Reichslisten geben, die große Vorzüge hätten. Sie ermöglichten die Wahl von Leuten, dic ohne Fühlung mit einem befrimnrten Wahlkreise durch ihre her­vorragenden Eigenschaften erwünscht seien. Don Einzelheiten seien noch hervorgehoben: Einführung von Wahlkarten statt Wäh­lerlisten in Städten, von W a h l p ä s s e n für Berufe wie Binnenschiffer, HandlmiLsreisende und Cisenbahnbcamre, endlich auch das Wahl­recht der Auslaudsdeutschem

Maßen erschwert, daß er und der Artikel- scbrcibcreinunddieselbePersonsinb. Jedensalts wollen wir über die Tinge, die hier zu beurteilen sind, wpii^ec flreng zu Gericht sitzen, als der Herr Nebenkläger nach den in biefem Artikel zur Geltung gebrachten Anschau­ungen selbst urteilte. Tic Tätigkeit dcS Neben-

sestes beanstandet, nämlich biej-Tugc iwgen der Beziehungen Son»jetrußlands zu den Randstaaten und wegen der Anleihe, dic Deutschland in den neutralen Ländern zum Ankauf von Lebensrnitteln und Rohmatcria lien solle abschließen dürfen. Die französisch^' Regierung bestehe auf der Beanfsictstigung dieser Anleihe durch die WiÄrergutmachungs kommission, denn »nenn man neben ihr eine andere Autorität schaffe, dann vernachlässige man die berechtigten Interessen der Staaten, die ein Anrecht auf Entschädigung hätten.

Paris, 6. i'Närz. kHavas.) Tie srmtzösischc Presse mackst meitetbiii Vorbehalte zu der in London aiiögearfjriteten Denkschrift über die wirt -aftlichcu VerhilMisse. Tic Blätter lachen die Unmöglichkeit hervor, in Deutschland eine andere wirtsäxftUiche Behörde zu schaffen als die Wie­derau t m a ch u n g s k o m m i s s i v u. Sie fügen bei, baß wohl einmütige lieberem Trimmung be­züglich der YLNweirdigkeit der wirisclraftlichcn Wic- beraufiichtung Deutschlands besiehe, die auch im Interesse Frankreichs selbst liege, aber sie crlrben Einspruch gegen jede Lösung dieser Frage auf Kosten Frankrcickrs.

Wien, 5. März. (Wolfs.) Die Pariser Mel­dung über das Manifest des Obersten Rates be- treipcitb ixn Wiederau bau Deutschlands steht an erster Stelle. Die Blätter drücken dabei die Hoff­nung aus, daß mit Dcutsck)!and aud) Oesterreich aus der unglücklichen Lage befreit werde: für dieses gäbe es aber keine andere Rettung als bati Anschluß an Deutschland.

Eine ablehnende Mroortnote tzyllandr an die Cntente.

Haag, 5. März. (WB.) Meldung des Korro- spondenzbureaus. In der Antwortnote der niederländifchen Regierung aus die letzte Note b:r Alliierten bezüglich der Auslie­ferung des vormaligen deutschen Kal­ler s wird gesagt, daß die Niederlande zu trinem anderen Schluß kommen können als bem, den sie bereits in ihrer Note vom 21. 1. mcd.'rgtlegt haben, und ber ihnen nicht gestattet, dem B.'r- lcmgen dec alliierten Mächte Folge zu lüften. In den Schlußsätzen ber Note heißt es mit B'zng

fernen,unberücksichtigt gelassen. Auch ein Be­weis für ein gewisses Drückebergerlum in der Entschleierung der vollen Wahrheit. Der bis­herige Gang der Untersuchungen und Ver­nehmungen bat doch so viel wenigstens er­geben, daß Kautskys Beweise für deutsche Schuld am Weltkriege wahre Zerrbilder historischer Darstellung, tendenziöse deutsch­feindliche Machwerke gewesen sind. Größere Fundgruben für Schuld am Weltkriege wird man wohl in den Aklenschrän- ken unserer Feinde finden, die ja hoffentlich auch nicht immer verschlossen blei­ben iverden. Der des Hochverrats angeklagte frühere französische Finanzminister Caillaux hat in einem Schriftstück gegen Poincarä die schwere Beschuldigung erhoben, er habe zum Kriege gegen Deutschland gedrängt und in diesem Zusatnmenhang am 1. August 1914 im Ministcrrat dic Worte ausgesprochen: Frankreich läßt sich nicht den Krieg crklL- ren." Näl-eres von Eaillaux' Beweisführung unterdrückt bis jetzt die französiscl-e Presse. Es gibt eben bei unseren westlichen Nachbarn keine solchen heißhungrigen Schuldgräber wie bei uns . . .

Aus dem politischen Prozeß Erz ber­ge r-Helfferich sind weit bedeutungs­vollere Ergebnisse hervorgetreten als aus den Verhandlungen des parlcnnentarisc!)en Unter- suchunasaussckftlsscs gegen eine ganze Reihe von früheren Staatswürdenträgern. Hier können wirklich, wie auch Oberstaatsamoalt Krause am Sästusse seines Plaidovcrs ansrief, Politiker, Parlamentarier und die berufenen Vertreter der Presse ihre Folgerungen ziehen. Darüber sind sich dic Parteien bereits einig, daß Erzberger aus seinem Amte vcrschrvinden muß. Tie Reden der beiden Staatsanwälte von Clausewitz und Krause waren eher An­klagereden gegen den Reichsfinanzminister als gegen Dr. Helfserich. Sie sind zum Schlüsse gekommen, daß dcr Wahrheitsbeiveis gegen Erzberger im allgemeinen gelungen sei, und selbst eitern so scharfen Bor- nnirf wie den derUnanständigkeit" hielt der Staatsanwalt Erzberger gegenüber rein sachlich für nicht unberechtigt. Dazu kom­men alle die anderen schweren Vorwürfe, wie Verquickung von Politik und Geschäft, Hang zur Unwahrhaftigkcit und Denunziation. Ge­gen Dr. Helfserich fiel vom Anklagetisch aus kaum ein scharfes Wort. Dies widerspräche ja auch dcr Kundgebung des ersten Staats­anwalts, daß alle Richter mit Kopf und Herz bet diesem Prozesse verweilt hätten, der hof­fentlich zur Reinigung und Gesundung des öffentlichen Lebens beitragen werde. Dr. Helf- ferich hat das unstreitige Verdienst, zu dieser Wirkung und Möglichkeit das Seine beigetra-

wochenrückbrrs.

Ganz überrascheno brachten zuerst eng­lische Blätter oie Kunde, der O b e r st c Rat habe in Lonoon ein Wirtschaftspro- fltflmm beschlossen, nach welchem Deutsch- lanD in die Lage gesetzt werden solle, zunächst feinen eigenen Wieoeraufbau zu beschleunigen, um Mitteleuropa vor dem Ruin zu retten. Besonders der italienische Ministerpräsident Nitti soll diese Forderung erhoben und da­mit ourchgedrungcn fein; italienifäie Blätter unterstützten und bestätigten diese Politik. Auch die Pariser Presse geht auf diesen Um­schwung in einer Weise ein, daß man keine Zweifel wehr nn seiner Tatsache zu hegen braucht. S<l)on gestern oder heute sollte das Memorandum 'von Lloyd George veröffent­licht iDerben, aber diese Veröffentlichung hat sim etwas verzögert, weil Frankreick), noch allerlei Einwendungen machte. Es handelt sich um 4 Punkte, über die man sich in London int allgemeinen einig geworden zu sein scheint: 1. Die Alliierten erklären sich bereit, eine größere Menge von Rohstoffen an Deutsch­land zu liefern. 2. Die Alliierten wollen sich an Dem Aufbau der deutschen Wirtschaft be­teiligen. 3. Das wirtschaftliche Gleichgewicht Deutschlands hinb Rußlands soll wiederher- gestcllt werden. 4. Die Valutafrage soll inter­national geregelt werden.Daily Telegraph" fügt noch hinzu, die Summe der deutschen Kriegsentschädigung Sollt möglichst bald be­ziffert werden und sich in solchen Grenzen hall­ten, daß Arbeitsfreudigkeit und Unterneh­mungsgeist in Deutschland nicht zertrümmert werden.

Welchem Geist gehört nun die Erde, dem bösen loder dem guten? Wir haben Grund, noch srecht pessimistisch zu sein; mit Bitter­keit erkennen wir die Gründe des Umschwungs. Der Reichskanzler Bauer, von dessen Erläu­terungen '.an denPestcr Lloyd" wir Notiz genommen haben, erklärte gänz richtig, daß der Tiefstand unserer Valuta wie eine Säug­pumpe wirke, die den Rest unseres Wohlstan­des fast automatisch in die Hände derSie­ger" hinüberziehe. Nun wohl, die Entente fühlt, daß diese Säugpumpe bald nur noch Luft fassen wird. Dal)cr finden die Herren in London und Paris sich daran interessiert, den deutschen Wirtschaftskörper, den sie ja auch weiterhin ausnutzcn wollen, nicht völlig dem Versanden auszusetzen. Sie wollen uns für sich arbeiten lassen und uns daher wieder ein biß­chen auffüttern unb uns Rohstoffe zur Arbeit zukommen lassen. Man macht uns beinahe stolz mit der Mitteiung, ohne deutsche Ar­beit und Unternehmung könne Europa sich nicht erholen. Aber bte Ausplünderungssucht unserer Gegner war bisher größer als ihre Veniunft, und das übrige hat ihr Haß vollen­det. Nein, dem guten Geist gehört die Erde noch nicht. Die Neutralen sollen uns Kredite geben, und cs soll Deutschland gestattet sein, im Auslande eine Anleihe aufzunebmen. Frankreich wünsche, und daher komme dic Ver­zögerung der Veröffentlichung des Abkom­mens, daß diese Anleihe unter die Kontrolle der Wiedcrgutmachungskommission gestellt werde, weil es feine erste Hypothek auf Deutschland fcsthalten wolle. Mit der gleich,- berechtigten Aufnahme Deutschlands i n d c n V o l k c r b u n d, für dic sich angeblich Italien aus wohlerwogenen egoistischen Grün­den cinsctzt, hat es wohl nod) gute Wege. Da sind noch peinliche Dinge zu ordnen, und die in diesen Tagen verlautbarte Absicht der En­tente, aus der großen deutschen Schuldi-' genlistc 40 bis 50 Persönlichkeiten hcrauS- ^usuchen, um sie einer sicheren Verurteilung in Leipzig entgegcnzuführen, während sie in diesem Falle auf die Mehrzahl ber übrigen juristischen Spektakelstucke verzichten wolle fordert wieder die größte deutsche Entrüstung heraus. Wir denken an keine solche Opfer uni) Justizmorde an deutschen Volksgenossen, sondern wir fordern Gerechtigkeit und vor allem auch volle Gegenseitigkeit in der Behandlung dieser Fragen. Lebhafter Un­wille greift mit Recht immer weiter um sich gegen unsere Rcichsregierung, weil sie sich säumig erweist in der Aufstellung und Ueber- rcichung unserer Gcgcnlisle! Wollen wir die feindlichen Kricgsfrcvler, die zahlreichen Folterer und Peiniger unserer Kriegsgefange­nen, gänzlich ungeschoren lassen, während die Gegenseite immerfort nach Vergeltung brüllt? Es wäre eine erbärmliche, würdelose, durch keine Phrase oder Friedensduselei zu rechtfertigende Unlerlaßungssünde, wenn Berlin in dieser deutschen Ehrenfrage weiter­hin versagte. Wir schulden cs allen unserem toten und lebenden Kriegsteilnehmern, frei hervorzutrcten und zu zeigen, wo die größten Gemeinheiten in dem Völkermorden vor­gekommen sind! Unterdessen hat der bekannte

ßuna heißt es, daß birrch bie Sperrung ber Zu» subrftraßen für LcbcnSmittci nach bem Frri'"kcvc Danzig burrf) bte Polen dic Bcwvlmer Tcmsüt? iu ernt geradezu scbrecklickc No t geraten feint. Es wird verlangt, daß Danzigs Vcrböldimgen mit seinem früheren Belieferung?gebier wieder her- gestellt werben.

Danria, 5. Mär^. (Wolff.) Nach einem von dein Postamt in Dirschan an ba5 Danziger Postamt geriästeten Telegramm sind bicD a n zigcr Allgemeine Zeitung", bic ,,?an- jigec Zeitung", dasWcslpreußische Polksblatt" und dieDanziger Neue­sten Nachrichten" für das gvianitc pohtifiije Gebiet verboten worden

Ein Beschluß der fozialdcmokratlschen Fraktion.

Berlin, 6. März. In ber soziakbemo- kratischen Fraktion derNaiionakvcr s a m m l u n g wurde lautVorwärtsfolgender Antrag einstimmig angenommen: Die Fraktion halt die Getvährunq eines Kohlenpreis- aufschlagS in Höbe von 18 Mark pro 3x>nne für Ersatz- und CruenerimqSbante.i im üDhlenberg bau ülync entsprechende Beteiligung deS s icher am '<iergwerksbesitz für vollkomuim an ^schlossen. Die Fraktion wird keine neue Kapitakbildimg im Berg bau auf Kosten der Volksgemeinschaft zustimmen. ohne bah das Reich alöl 9tebrä|'nitant ber Volks­gemeinschaft am BergwcrkSbesitz in entsprest-enbem Maße beteiligt wird.

parianientarischc Untersuchungsausschuß eine

vollauf berechtigte Aufforderung Bethmann-! Pari?, 5. März. (WTB.) DerTernhs" Hollwegs, Kautsky alsSachoer st an- erklärt, die frcrnzöfischc Rcgierung habe znxi bigen" wcüerhin abzulehnen und zu ent- Stellen deS torrtschaftlichen Maui-