Narren, sie missen nichts von der Truhe, bte das Meer mit wieder brachte. Gold und Edelgestein ist darin, alles für dich, Schon-Eftrid! Es soll dich schmücken. Komm jetzt, die Nackft vergeht — das Eis ist sicher."
Estrid war immer weiter von rhm zurück- gewichen. Sie stand dicht am Fenster. Vielleicht konnte sie um Hilfe rufen, wenn sie schnell öffnete.
Doch sie merkte wvhl, daß Jngewart Ferks sie nicht aus den Äugen liest. Ihr Herz raste in wahnsinnigen Schlügen. Ihre Füße, dv? sie kaum iwch trugen, erstarrten zu Eis.
Dunkel glühten die Augen des Mannes auf. Zorn flackerte über seine Stirn. Unheimlich lachend trat er ihr ganz nahe und sein Ton war voll Hohn.
„Du willst nicht? Ich lese es in deinen Augen, daß. du nicht willst. Ich lasse mich nicht zum zweiten Male narren. Du folgst mir, mit oder gegen dein« Willen. Mein Recht ist cs, dich mit mir zu nehmen, schwüre must man halten. Im Leben oder im Tode bist Öu mein."
Estrid schrie gellem) auf, denn vor ihren Augen llitzte plötzlich der Lauf einer Waffe und die Hand Jngewarts umschloß wie eine eiserne Klammer ihren Arm.
„Ich fümT nicht," ächzte sie, in die Knie sinkend und flehend zu ihm auffchend.
„So mußt du sterben, mit mir sterben," gab er voll unnatürlicher Ruhe zurück.
Schon kiiackte der Hahn. Da wurde die Pistole zürückgeschlagen, so dast der Schust in die Wand fuhr, und eine feierliche Stimme Äang durch den Pesel:
„Du sollst nicht töten!"
Jngewart Ferks wich erschrocken zurück und fuhr, wie sich besinnend, über die schmerzliche eticn.
,,Sic hat eine so süße Stimme," nrurmdte er, nric im Traum. „Liebe kleine Sölve, du bist bei mir,"
„Sölve war es in der Tat, die im Augenblick, da sie in den Pesel trat, die Sachlage überschaute und tatkräftig eingegriffen hatte. Auch ihre Kleider waren starr von einer Eiskruste. Sic mußte Jngewart, nachdem sie sein Verschwinden bemerkt hatte, wohl über das Watt auf Schlittschuhen gefolgt sein. Jetzt legte sie, sanft wie eine Mutter, ihren Arm um seine Schulter und sprach leise:
„Kvmmt, Jngewart Ferks, kommt fort von hier."
Jngewart sah wild um sich, berat durch den Schuß aufgeschreckt, stürmte Akke mit den Knechten ijerbei, die sich mühten, ihm die Waffe, die er noch immer in der Hand hielt, zu entwinden.
Estrid lag noch auf den Knien und starrte cm! Jngewart unb Sölve. Ware die Schtvester nicht gekommen — sie wäre rot.
Ein Schauer rann ihr über den Leib. Müh sam erhob sie sich. Da klingelte draußen Schlitten geläut. Jngewart lauschte, und sich dann von Sölve und den Knechten losreistend, stürzte er au! Estrid zu und schrie:
„Nun läuten die Hochzeitsglvcken, der Tanz geht los."
Er wollte die Arme um sie schlingen, aber mit Aufbietung ihrer letzten Kräfte floh Estrid aus dem Pesel. Auf der Diele sank sie dem heim-- kehrenden Petrr Bonken mit dem Stammeln: „Hilf mir, Peter," ohnmächtig in die Arme.
Peter, der mit einem Blick in den Peset den Vorgang erfaßt hatte, gebot den Knechten ruhig, deii Kranken zu fesseln, während er Akke und einer hinzugekommenen Magd gebot, die Frau nt ihre Stube zu bringen.
Sölve rang verzweifelt die Hände.
„Ihr tut ja dem Armen wch," rier fte den Knechten zu, „seht Ihr denn nicht, dast er tote krank ist?"
„Es hilft nichts, kleine Sölve," hxtir Peter ruhig ein, „sie können nicht anders mit ihm urn^ gehen." Er gewahrte die iMole. „Ich kam gerade zur rechten Beit."
Peter Bonken umschloß mit festem Druck die Hand seiner jungen Schwägerin, aber er sagte kein Wort.
Jngewart Ferks lag jetzt an Armen und Füßxn gefesselt auf der Ofenbank. Seine Augen gingen unruhig von einem zum anderen.
„Wo ist sie hin?" forschte er, wild um sich blickend.
„Fort," antraortete Sölve, „und wir, Inge, wort, müssen auch fort."
„Es ist doch ganz unmöglich, sich zu Fuß mit dem Kranken nad) List auf den Weg zu begebet," warf Peter Bonken ein, „das Eis ist nicht mehr sicher."
Sölve schüttelte bat Kopf.
„Das will ich auch gar nicht, Peter. Inge- narrte Acutter ist gestorben — nun hat er nfcmrnö mehr als mich."
Ein erschütternder Klang war in der jungen Stimme.
„Und was soll geschehen?" fragte Peter leist. „Ich meine, der Arme, dessen Geist mir zerrüttet scheint, müßte in eine Anstalt, wo er kein Unheil anriästen kann."
„Ich bringe ihn zu meiner Mutter. Gib mir deinen Schlitten, Peter."
„Gern, ich will Euch selbst fahren. Doch bedenke, welch furchtbave Last du dir mit ihm aufbürvest."
„Er trägt eine schwerere, Peter."
„Es ist gefährlich. Wie leicht kann er frin Lel-en gefährden, sölve."
„Rein, er wird ganz ruhig sein."
Und sie trat zu dem Kranken und strich mit ihren kleinen Händen sanft über seine Sttrn.
„Hört Ihr mich, Jngewart?" fragte sie. Jngewart bejahte kaum merklich mit den Augen.
„Nehmt ihm die Fesseln ab," gebot Sölve den Knechten. Diese sahen fragend aur ihren Herrn.
. (Fortsetzung folgt.)
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MJ9 Zweites Statt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 4. Zedruar 1920
Amr Statt rrnd Land.
Gießen, den 4. Febr. 1920.
Die Bibertalbahn.
Man schreibt uns aus dem Biebertal:
Mit dem 1. Febr. 1920 werden die Fahr- breisc der Biebertalbahn in enter Weise erhöht, daß man jeden bebanert, der die Kleinbahn te- nnyen muß. Tie Ärteiterwochensahrkatte, die am 1. Febr. 1919 noch 1,30 Mk. kostete, steigt mit dem 1. Febr. 1920 auf 10 Mk. Ties ist in einem Jahre eine Steigerung von rund 669 ■ Proz. Tic ^chülcrmonatsdarten waren im Laufe der letzten Jahre von 5,30 Wt. auf 8,20 Mk. gestiegen. Nun schnellen diese hinaus auf 3 0 Mk.! Tas Schulgeld beträgt pro iNonat 12,50 Mk. and die Fahrt (7 Kilometer Entfernung) 30 Mk. Eine solche Erschwerung ter Kinderausbildung ■St haarsträubend. Tie Eltern ter Lehrlinge, die ebenfalls die Kleinbahn benutzen müssen, werden ebenso unerhört belastet. Tie Tagesfahrkarte steigt auf 1,50 Mk. (3. Klasse) von Rodheim nach Gießen uno zurück, macht 3 Mk. Tie Mißstände wie Ucberfülhing, Stehplätze auf zugiger Pl.rtt- wrm, haben die schwer belasteten Fahrgäste oben- rtem zu dulden. Wahrlich! Nicht zu beneiden ist I eine Bevölkerung mit solchen Verkehrsverhält- liffen! Tast eine Gegend mit solche regem Per- rtten- und Güterverkehr (Erze und Kalk- sich äJ die lauer mit solchen Zuständen zufrieden stben soll, ist unverständlich Man braucht sich nicht »u wundern, wenn sich unter solchen Ver- bähniffen ter Verkehr allmählich nach Wetzlar tnzieht! Tas Hinterlandbahnprojekt scheint auch ;-neter eingcschlranmert zu sein! Oder will man «ich mit dem Autoersatz, bet Wetzlar mit Sie- reufobf verbindet, begnügen? Tas Bietertal ntit seiner Industrie, Eisen- und Kalkproduktion, wäre ewig mit ter Kleinbahn belastet, jeder Weiterentwicklung enthoben! Könnte nicht die Stadt Gießen bei ihrem, wie man hört, aktuell eroottenrn Projekt, Gießen—Krofdorf, ihr Augen- ri#rf auf das Biebertal richten, um sich dies wirtschaftliche £interlanb zu sichern? Man kann -•an Krofdorf nach Robbe im gelangen, ohne ter Kleinbahn zu nahe im kommen!
•
♦♦ Dai, Hessische Note Kreuz hatte '918 für die Weihnachtstescherung ter Truppen m Felde Gaten im Gesamtwerte von etwa dreiviertel Million Mark tereitgestrllt. Nach ein- getretenem Waffenstillstand wurden 1918 im un-> besetzten Teil des Hessenlandes die Geschenke in tett einzelnen Gemeinden zur Verteilung gebracht, ‘'hüt ließ cs sich zum Weihnachtsfest 1919 end- ch auch ermöglichen, das besetzte Gebiet zu be- . benfen. Zahlreiche Tankbriefe, auch solche von i'rzwischen geimgeBeteten Kriegsgefangenen, be- < hüben die Freute ter Empfänger titer die Ga- Hen als solche, sowie deren gediegene Zufammen- ictzung.
** Gesellschaft Liebig-Museum, (bie§en. Die 10 Bvlksvorlesung fintet Sormtag hm 8. Februar im Hörsaal des Liebig-Museums hart. Gehcimerat Prof. De. Elbs wird über Justus von Stebig" sprechen.
** Die Ortsgruppe Gießen des e d>a f fiter- u nb Anwärterverbands ftttt am Samstag im Felsmkeller (Hotü Schwab) . raten Familienabend ab. Neben den mu- fillalischen Darbietungen verdienen die Deklamationen besondere Erwähnung. Im Mittel- mit des Abends stand ein Theaterstück „M o n=» er Herkules, das gut gespielt wurde. Die Verlosung fand allgemeinen Anklang. Den Schluß, tes offiziellen Teils bildete ein lebmdte :°Ld. !
** Preußisch-Süddeutsche Klassen- !lo tterie. Die Einlösung ter Lose zur zweiten losie muß unter Vorlegung tes Vorklassenlos-s -i3 zum 6. Februar abends 6 Uhr geschehen, "lach müssen die Freilose gegen Rückgabe ter G:- mttwlose bis zu diesem Termin in Empfang ge- wurmeu werten.
Landkreis Gießen.
K. Harbach, 3. Febr. Durch einen fre- ■en Diebstahl wirrte dem Müller Wilhüm drpp von der Kolbenmühle Pferd und Wagen rtwitet. Er hatte sich auf cinir Geschäftsakt nur auf einige Minuten von seinem Fuhr- entfernt. Ein Mann mit feldgrauem Mrnttl w mit dem Pferd davon. Er kam bis Tillen- ?.rrg, wo er Pferd und Wagen für 10000 Mk Tfaurte. Der Muser schöpfte abw Verdicht uitö -vachrichtigte die Polizei, welch: den „Pferd > -atotvc" verhaftete. Der Mütter konnte sein njentum wieder in Dillenburg in Empfing neh- ntet.
o .. bertsihausen, 3. Fete. Seit einiger
<jCTt tritt in unserer Gemarkung Schwarzwild auf und richtet auf den im Herbst mit Winter- frucht^ bestellten Kartofteläckern großen Schaden amL-bwohl die Jagdberechttgten eifrig den un- «bdenai (j^äften nachstellten und auch ein Rudel Wildschweine beobachtet hoben, konnten sie bis jetzt noch kein Stück zur Strecke dringen
.... △ Steinheim, 2. Febr. Gestern sand hier Bürgermeister wähl statt, wö^u drei Kan- didaten aufgestellt waren. Es erhielten Lanowirt F. Schmidt 96 stimmen, Lehrer Kreiling 65 Stirn- men unb Scigexjrbneter Rudel 35 Stimmen. Folg- ttch ist Stichwahl zwischen Sitenidt und Kreiling erforderlich.
n Kreis Alsfeld
„ «l d, 2. Febr. Ter Bezirksvorstand tes
Heffifchen Bauernbundes tes Kreises Ms^ld teilte tem Landesernährungsamt in Tarmstedt mit, daß da» mr die landwirtschaftliche Bevölkerung tes Kreises Alsfeld bestimmte Petroleum von ter ^»tabt Furn5mrt a. M. unberechtigterweise zurück- gehalten werde. Er will infolgedessen, falls bis zum 10. Februar die Belieferung mit Petroleum nicht erlügt ist, dahin bei den Bauornorganisatro- nen wirken, daß jtt» Lieferung von Milch usw. nach Frankfurt eingestettt wird, bis Frankfurt das Petwleum geschickt hat.
Kreis Büdingen.
4-’Orten berg, 2. Febr. Kreisstratenwart Hermann Fahrenbruch und seine Fvau Marie, geb. Herbst, feierten heute das Fest ter silber- nen Hochzeit. Am 1. April sind eS 23 Jahre ter, daß Fahrenbruch im Dienste tes Kreises steht.
Kreis Wetzlar.
* Münchholzhausen, 31. Jan. Am Dienstag den 27. Januar legten die Lehrer Schift-, mann von hier unb Zeuge von .Hochelheim vor ter Prüfungskommission unter dem Vorsitz tes Geh. Regierungsrates Röhricht aus Koblenz ihre -weite LehrerprÄung ab.
Hessen-Nassau.
mc. BadHo mvur g, 2. Fehr. Das ehemals kaiserliche Schloß soll zu einem Verwaltungsgebäude gemacht werten, in tem man die Kreiste hörten und die Aemter der Stadtverwaltung unterbringen will.
ra. B ieden ko pf, 2. Febr. Tie vom Kreis wöchenttich aufzubringende Schlachtvieh°- men gc beträgt für die Zeit vom 1. Fchruar bis 1. Mch wöchentlich 69 Rinder, 101 Kälber, 20 ^>ck<afe und 24 Schweine. Für nicht lieferbar: Kälter, Schafe und Schweine sind Rinter zu li'>- fetn. Hierbei gilt 1 Rind gleich 5 Kälter, 2 Schweine, 8 Schafe.
ge. Esckwege, 31 .Jan. Auf ter Eisenbahnstrecke Eschwege—Waldkappel wurde heute der 35iährige verheiratete Knecht Vaupel aus dem benachbarten Dorfe Grebendorf, als er mit seinem mit Kohlen beladenen Wagen die Gleisanlagen üterfuhif, von ter Maschine eines heransahren- den Personenzuges ersaßt und getötet. Tie Pferde blieben unverletzt, ter Wagen wurde zertrümmert.
ra. Herborn, 2. Febr. Hier wurde ein: Volkshochschule mit über 100 Hörern eröffnet.
0 Marburg, 2. Febr. Ter heutige Lichtmeß-Jahrmarkt trug zum erstenmal wieder das Gepräge wie vor tem Kriege. In den Straßen, tesonters in ter Altstadt, hunderte Hessen Mädchen in ihren bunten Trachten mit ihren Burschen nib dazwischen leuchteten die farbigen Mützen ter Studenten, die ihren Bummel bei solchen Gelegenheiten keinesfalls abfiürien, heraus. Für die er> orterliche musikalische UnterlEung sorgten ivan- delnte und fahrende Orgelspieler, einzelne Walte Hornbläser usw. unb wer tanzen wollte, hatte daz i in mehreren Sälen Gelegenheit.
Kirche rind Schule.
ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 3. Febr. Nachdem die Regierung die in ter Wahlordnung ür die (Sl ternbeir äte an Schulen ter Schulaufsichtsbehörde zugedachten Befugnisse den Kreis- chulinspektoren übertragen hat, ist ter WM- termin für sämtliche Volksschulen des Kreises aus Sonntag den 29. Februar d. Js. feftgefebt.
vermischte».
* Die Geriatrie — eine neue me- >izinische Wissenschaft. Eine neue Spezialität ter Arzneikunte ist in Amerika im Entstehen begriffen. Wie Emil Simon in einem ameri
kanischen Bries ter „Deutschen Medizinischen
Wochenschrift^ mitteilt, sind in den Verer.nigt.'n Staaten mehrere umfangreiche Werk? erschienen, St? C4 drx ntif Kat kvw
mrb Erscheinungen tes Greisenalt-rs, beschäftigen Vor etwa zwei Jahren eröffnete Nascher in dleu- tert em umfangreiches Buch über tert Gegenstand, unb soeben ist ein kürzeres, an interessanten B.vte achttmgen reiches Werk von Thewlis erschienen. Beche Arbeiten sind eäigcleitet von tem großm ^tHt-amcri^nrrnirten «t* Wwabam Jacobi, der überhaupt ter uaicn Wissenschaft ten Weg gebahnt hat. Derseste Mann, ter im Jahre 1S60 den ersten Kurs über Kinterkrankteiteri in Amerika abhielt, steht in seinem 90. Jahre an ter Wiege einer neuen Wissenschaft, bereit fünftige Entwicklung allerdings erst abgcnxiTtet werten muß.
* $er Schneider von Wolfhagen. Aus Kassel wird uns gcschrieten: Ein in dieser Zeit ter Gasnot ergötzliches Geschichtchen toird aus ter Seinen Stadt Wolf ha gen bei Kassel berichtet. Tas Gaswtek hatte verschiedenen Orts bewobnern, darunter einem biederen Schneitermei ster, wogen Ueberschveitung der Gasvttion die Zufuhr gesperrt. Taraufbin rief ter Meister seine Gesellen und seinen Lehrling zusammen, lxrckte die Nähmaschine auf einen Wagen und befestigte an ter Maschine ein Schild, dessen Anffchrist allgemeines Lbuftehen in tem sonst temonstrations-- losen Städtchen erregte:
Spre chstunden
von jetzt ab im Rathaus!
Ter Zug ging zum Rathaus, ter Meister belegte dort ohne Fackeln ein beleuchtetes Zimmer und begann zu arbeiten . . .
bandel.
Frankfurt a. M., 4. Februar.
Tedisenmarkt.
Geld Brief Geld Brief
Datum: 2. Febr. 3. Febr.
Holland 3546,50 3553,50
Dänemark 1398,50 1401,50 1458,50 1461,50
Schweden 1723,50 1726,50
Norwegen 1623,50 1626,50
Schweiz 1598,50 1601^0 1728L5 1721,75
Wien (altes). . . . 34,95 35,05
Deutsch.Osterr.abg. 27,25 27,35 27,20 27.30
Budapest...... 30,95 31,05 29,95 30,05
Prag........ ' 82,80 83,20
Helsingfore ....
Spanien 1598,50 1601,50
Marftroticrnuge«. Datum: 2.2. 3.2.
Zürich 6,80 6,10
Amsterdam 2,90
Kopenhagen
Stockholm.......;....... 6,-
Wien.................. _f_
New-Pork 6,31
London ....... 21,98
Paris 47,75
Antwerpen 47,- —
Helsingfors.......... , . . 27,25
(In einem Teil ter Auslage wied:rholt.) Line Drohung -er Entente gegen hollanö?
Paris, 3. Febr. (Havas.) Tie Note auf aie Weigerung Hollands bezüglich der Auslieferung des Kaisers wurde unter ten Vertretern der Entente besprochen und wird ohne jede Verzögerung tem holländischen Minister überreicht nxtten. Sollte die Haager Regierung auf ihrer Weigerung bestehen bleiben, so wäre ter Abbruch der di plo ma tischen Beziehungen mit derselben, sowie eine See- blockaoe Hollands unvermeidlich.
Wie aus Der Schweiz gemeldet wird, hat die holländische Regierung eine Einladung z u einer Besprechung im Haag an alle Neutralen erlassen. Tie Schweiz wird ihre Vertreter entsenden.
Eine englische Ehrenrettung des Marschalls Liman v. Sanders.
Amsterdam, 2. Febr. (WB.) Laut „Al- gemeen Handelsblad" schreibt ter britische General va n Hamilton an die „Times" zu tem Gerücht, daß ter Name tes deutschen Marschalls Liman v. Sanders auf der Auslieferungsliste stete, er sei überzeugt, im Namen aller Truppen, die an ten Dardan?Ihn gekämpft haben, zu sprechen, wenn er ten Wunsch zum Ausdruck bringe, daß Liman v. Sanders nid>t vor ein Gericht gezogen werte. Liman v. Sanders sei ein ehrlicher Gegner gew;s>m; er habe nie die britischen Sammelplätze oder Hospital- schiffc mit Bomben bewerfen lassen. General Ha-
zu dringen, daß man Liman v. Sanders nicht te* telligc.
Der frühere Kaiser Karl in Finanzsorgen?
. Berlin, 3. Febr Dem „Berl. Lokalanz." wird aus Wien berichtet, daß ter Vermögensver- n*altcr tes Exkaisers erklärt habe, Kaiser Katt telmte sich in ter Schweiz in ernsten finanziellen morgen.
Die Zusammensetznag des -vorbereitenden Reichswirlschastsrate--.
Berlin, 2. Febr. WTB.) In ter öffntt. litten Si0ung tes Reichsrates unter tem Vorsitz te$ Munsters Tr. David crflärti* dieser, daß ^iiianMinistertErzbergerdemReichsntt seinen ter^lichstcn Tackt ausgespr-xten bäte, Erzl^erger beftimmt, schon in nächster Woche sich seinen Arvetten nnrter voll widmen zu können.
lieber die Bervrdramg betreffend ten bo r b c .Reichswirtschaftsrat beritfx. tete Ministerialdirektor Oftaf vo n Holtz e u dorff: Der Rat sötte sich wie folgt zusammen |«bcn: 62 Vertreter ter Jiorst und Landwirt Ichasc, zwei Vertreter ter Gärtnereien, vier Vor tteter ter Fischerei, 62 Vertreter ter Industrie, 40 Vertreter tes Handels, ter Beamten und dee Ver sicherungswesens, 34 Vertreter tes Verb-hrÄvesenS, der städtischen Betriebe und öftentlichen Unternehmungen, 20 Vertreter teS .Handwerks, 20 Eiertreter der Verbraucherwirtschast, .12 Vertreter ter Be anrtcitfrfjaft und Frauenberufe: zwölf mit dem Wirtschaftsleben der einzelnen Lantes.'eile bertrautc. Persönlichkeiten, die vom Rcick>srat zu ernennen sind, 12 von ter Reichsregierung nach ihrem Ermessen zu emennente Persönlichkeiten, die durch betontere Leistungen die Wirtschaft tes teutschen Volkes in bertronagentem Maße gefördert haben ober zu fördern geneigt sind. Der Reichsrat nuflin^ ohne weitere Erörterungen die Verordnung an.
Die Danziger Schichauwerst geschloffen.
Danzig, 2. Febr. (WB.) Die 'Danzigei S ch i ch a u - W c r f t ist heute mittag geschlossen worden. Wie die Mättcr m.:Qrn, sammelt' sich vor tem Tirekttonsgebäute eine große Anzahl von Arbeitern an, um gewaltsam van ter Direktion Zugeständnisse zu erhalten. Die herbcigeruf.me Sichecheitswchr besetzte das Werstgebä:ch' und stellte Rühe und Ordnung wieder her.
Streik in der Hochseefischerei.
Berlin, 3. Febr. Tem „Vorwärts" nckrd «aus Hamburg bericht-t: Hier streiken seit einigen Tagen die Fis chda m pfe r ka pi t äne unb -steuerleute. ES ist infolgedessen damit zu rechnen, daß sich ter Streik auf die ganze Hoch" seeftscherei austehnen nrirb, so daß mit einer Krise in ter Fischversorgmrg zu rechnen ist.
Ein Konflikt nn der Technischen Hochschnie in Karlsruhe.
Karlsruhe, 2. Febr. (WTB.) Tie Studentenschaft ter Technischen Hochschule Kattsruhe hatte gegen die Berufung des TirektorS Dr. Ma; Meyer auf ten chemisch-technologischen. Lehrstuhl ter Hochschule Karlsruhe wegen dessen jüdischer Abstammung Stellung genommen. Tiefe Stellungnahme ter Studentenschaft wurde von benti Ministerium des Kultus unb Untere nchts als ein unberechtigter Eingrift in das Var- schlagsrecht ter Fakultät unb tes Senats unb in das Berufungsrecht tes Ministeriums anf das schärfste verurteilt unb in ter Folge das chemische Institut als Maßregel gegen das Vorgehen ter Studentenschaft geschlossen. Die uns von zuständiger Seite mitgeteilt wirb, ist in ter Angelegenheit zwischen Rektor und Senat und ter Studentenschaft eine Einigung zustande gekommen. Tie Studentenschaft gab cutt Erklärung ab, durch welche die beiderseitigen Mißverständnisse beseitigt worden sind. Tie Erklärung besagt, daß die Studentenschaft keine Teilnahnte am Berufungsrecht will und daß sie ten Schritt, der entgegen ihrer Absicht ein Eingrift in das Berufungsrecht war, bedauert. Rektor »und Senat hoben dagegen die verfügte Maßregel aufgehoben.
Tirektor Dr. Max M«Her-Berlin brt ten Ruf an die Technische Hochschule fltorldrulx, unabhängig von ter Stellungnahme ter Studentenschaft, ganz aus persönlichen Gründen abgeletznt.
Eine Silberverschacherung im Großen.
Paris, 2. Febr. Hckvas. Auf tem hiesigen Bahnhof wurden zwei Reisende verhafte t, in deren Gepäck man 250 Klgr. beut- scheS Silber fand, das sie an einem Ein- schnelzer in Paris, ter sie seit längerer Zeit V» schäftigte, abliefern wollten. Sie hätten schim mehrere Reisen nach Teutichland unternommen. Tie
Geegespenster.
Vornan von Anny Wothe
Copyright 1918 by Amy Wefho-M.hn, Leiprig.
Matibruti verboten.) Fortsetzung 36.
„Nicht von ter Stttle. Ich will mit dir vten, teinen aJtontel und ÄSÄ AÄJr” * *" «»St »5
Estrid rührte sick nicht.
Alle ihre ^Gedanken suchten nach einer Mög- ktWcit, tem schrecklichen zu entrinnen
„Alle hat die Sachen verwahrt, sie würde sic nicht aushändigen, weim du bei mir bist Laß
iittj gehen Gleich bin ich wftter hier."
Ihr Atem ging schwer. Alles drehte sich mit im Kreise. Die hohlen Augen tes Unlieimlichen >chen sie so seltsam an.
„Du denkst, Schön-Estrid, du köimtest. mich neder betrügen. Ich kirne dich. Du irrst, menn
M glaubst, daß ich dir nochmals vertraue."
„Wo hast du den Kranz gekosten?" terrschte **r sic an. „Wolltest du nicht aus mich warten, den.
"ftüutkranz im Haar und im weißen Kleide?" Estrid stockte das Blut. Wie Jngewrrt sie
ii-1 Und auch die Eiskruste an seinen Kleidern »gvnn aufzutauen und schmale Wassergerinnsel ^en sich über die Dielen, ganz so, wie sie es am wT-ger im Traum geschen."
„Wo hast bu ten Kranz?" donnerte Jngewatt 'em.
„Ich warf Sm ins Meer," sagte sie gegen üsen Willen, .denn sein Blühen war Lüge und tu« Last zuschwer."
. ich dir einen unteren Kranz scheu-
3* flüsterte Jngewart Vvtt Heimlichkeit, ganz »te zu ihr tretend, „einen Vitt schöneren Und w» vittes andere, was du nickt ahnst Sie ^rnen," kicherte er, „Jngewart Ferks fei ganz Mn gemoiten, fefttem sein Schift unterging. Die


