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Nachdruck verboten.)

Fortsetzung 49.

Achim zu:

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Wongen, ohne daß sie sich bemüht hätte, es zurück- zuftreichen. Ihr Gesicht aber war geradezu ent­stellt von einem Ausdruck höchsten Entsetzens oder

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* Ergänzung-Wahlen zur Han- delSkammer haben auf Grund des Gesetzes über die Handelskammern am Ende biefeS Jahres

namenwser Angst.

Mit einer Zärtlichkeit, die nur das Mitleid noch einmal mit ihm hatte wecken können, sprach ihr

Die Falkner aufLinüenhöhe

Roman vonReinholdOrtmann.

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chrltilt, MMjcs W> fick m Shmtn ichnitlel Bote«!

Aus Stadt tittö Land.

Gießen, den 2. Tez. 1920.

Veranstaltungen.

Donnerstag: Stodttheat r. 7 Uhr, Thea- ter-Berern, Gastspiel des Landestheaters Darm­stadt,Der fliegende Holländer". Hotel Hop- feld, 4 Uhr, Hauptversammlung des Gastwirte- verernö. Hotel Einhorn, 7'/s Uhr. Strcich- konzett der Reichsrvehikaprile. PoMeller, 8 Uhr, Versammlung der Oberschlesier. Katholisches Vereinshaus, 8 Uhr, Vortrag überLiturgie und Leben". Caf6 Leib, 8 Uhr, Konzert und Vor­stellung der Chiemseer. Hürsaal der physikali­schen ^nfiitut-3, 8i/4 Uhr. wrssensclraftliche -Ätzung der Oberhessischm Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Lichtspieltheater, wie gestern.

Wettervoraussage

für Freitag:

Trüb und regnerisch. Temperatur wenig über null Grad, westliche Winde.

Ein schwacher Vorstob eines Hochdruckaus- läufers braclüe heute nacht wieder Abkühlung und damit Nebel und Glatteisbildung. Die naßkalte Witterung wird unter dem Eins ins; der nörd­lich vorüberziehenden Depression an halt en.

In Gießen betrug die Höchsttemperatur gestern 3 Grad über Null, in der Nacht sank das Thermometer auf 2 Grad unter Null. Lauter­bach hatte eine Höchsttemperatur von 4 Grad über Null und ebenfalls eine Mindesttemperatur von 2 Grad unter Null. Die Niederschlags­menge betrug in Gießen 4,3 Millimeter.

Aur Hessen.

Die Abstimmung im hessischen Oüerlchrer- verein.

Bier hiesige Oberlehrer senden uns fol­gende Zuschrift:

Als Teilnehmer an der letzten Haupt­versammlung des hessischen Oberlehrer- Vereins erlauben wir uns, auf den Be­richt in Nr. 282 desGieß. Anz." folgendes zu erwidern:

Die Mehrheit, die dem Vorstand ihr Ver­trauen aussprach, war durchaus nicht er-

Mehrheit des Ministeriums ist der Meinung, heute wie vorher, daß das Symbol, das am 1. Mm und 9. November liegt, von Taugenden und Trillionen anerkannt wird, und daß wir diesen Mengen gegenüber an unserem Standpunkt festzuhalten ver­pflichtet sind. Ob einmal der 9. November allge­meiner Feiertag wird, steht der Zukunst offen. Wir haben entschieden nach bestem '23hfen und Ge­wissen. Die Ansicht des Ministeriums war geteilt, und die Klagen über diese Uneinigkett waren be- rechttgt. Ich hoffe, daß in Zukunft eine Einigkeit im Sinne der Mehrheit herbeigesührt wird. Das Ministerium hat, nadjbcm die Herren Osann und Dingeldey die Dinge hier wie der Zauberlehrling heraufbeschworen haben, erkannt, daß eme ein­heitliche Stellung notwendig ist. Diese Stellung haben Sie in unserer Antwort vor sich Tas ganze Ministerium bekennt sich zur republikanischen Staats form und ver­tritt die Anschauung einheitlich. Darauf allein kommt es an. Das eine muß ich noch sagen. Tie eigentliche Gefahr lag damals in der Nacht vom 8. zum 9. November. Wer damals sich auf die Straße begab, hat Mut bewiesen. Nicht aber die, die in den Betten lagen und sich am anderen Tag bei der Polizei beschwerten, daß in der Nacht Radau gewesen ist. (Heiterkeit.) Gerade das rechtsstehende Bürgertum sollte den sozial- dcmokratHchen Führern dankbar sein, daß sic Schlimmeres verhindert haben. Ich erkläre, daß das Koalitionsministerium Schwierigkeiten zu über­winden hat, die nicht immer an die große Glock gehängt werden können, aber das kann ich sagen, San der ernste Wille bei allen besteht, das Land aus der schwierigen Lage heraus zu ruhigen Ver­hältnissen zu bringen. (Bravo.) Uns leitet der einzige Gedanke: Es gilt dem Land?, unserem Volke. Ich stehe auch nicht an, zu erklären, daß das gelernte M inisterium geschlossen hinter Dr. Strecker steht. Dir Art, wie der Oberlehrerverein seine Interessen zu werteten glaubt, wird von uns einmütig abgelehnt, und ich bewundere die Langmut des Präsidenten Strecker. Die Herren können froh sein, daß ich nicht Präsi­dent des Bildungsamts bin. (Heiterkeit.) Noch^ein paar Worte zur historischen Tatsache. Ich habe in der fraglichen Sitzung im Neuen Palais zum Groß- herzog gesagt, es ist wohl da-s Beste, wenn Sie abdanken, weil dann die Sicherheit und Rübe unter allen Umständen garantiert werden würde. Als man das ablehnte, »waS die Herren von der Rech­ten durchgesetzt hatten, erklärte ich, mein Hiersein hat nun keinen Sinn mehr, ich muß versuchen, die Folaen dieses Standpunktes zu verhindern. Ich wollte damals em Ministerium schaffen, in dem alle Parteien vertreten roaren. Heute bin ich heilfroh, daß dies damals nicht gelang. (Sehr richtig.) Denn wenn ich diese Herren im Ministe­rium gehabt hätte, wäre es unmöglich gewesen, die Sache soweit zu bringen wie sie heute ist. (Beifall links.'»

Es folgen einige persönliche Bemerkungen. Abg Delp (Soz.) nimmt mit Bedauern feme BelMip-' tung zurück, daß der General Randow sich am 8. November nicht in das Griesheimer Lager be­geben habe. Er habe sich inznrischen vom Gegen­teil überzeugt. Abg. Knoll (Ztr.) stellt tcft. daß er sich nicht gegen den Achtttundentag aus­gesprochen habe. Abg. Kaul (Sofr): Ich habe nur gesagt, daß Herr Knoll den Achtstundentag als sozialistisches Ideal bezeichnet hat und habe als Gegensatz dazu festgestellt, daß er ihn nicht als christliches Ideal ansicht.

Damit schließt die Debatte.

Es folgt AbstimUvung. Zum Antrag H äuf er, F-eiertagserkl ä nmg des 1. Mai, wird der Aus­schußantrag, diesen für erledigt zu erllären, ab­gelehnt. Der Antrag Häuser bleibt also bc* stehen.

Ter Antrag der KoalitLonsparteren, die Rc- gierungsantwort M billigen, tüirb einstimmig angenommen. (GroA Heiterkeit links.)

Abg. Brauer (Hess. Vp ) gibt namens seiner Partei die Erklärung ab, daß sie in der Unruhe den Herrn Präsidenten nicht verstanden habe. Seme Partei Habe selbstverständlich gegen den Antrag stimmen ollen. Tie gleiche Erklärung gibt Abg. Wünzer namens der Tcutschen Volkspartei ab.

Eine Anzahl Regierungsvorlagen wird ohne Debatte in erster Lesung angenommen und die Weiterberatung auf Donnerstag, 9 Uhr ver­tagt. Schluß l1/» Uhr.

** Amtliche Personalnachrichten. Uebertragen wurde endgültig am 24. November dem Lehrer Karl Cunz die Lehrerstelle an der Volksschule zu Stumpertenrod, Kr. Schotten. Uebertragen wurde am 25. November dem Lehrer Heinrich Jäger zu Fauerbach, Kreis Büdingen, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Schotten.

♦♦ Neue Ehrendoktoren der Lan- deSuniversität. Die medizinische Fakultät unserer Landesuniversität ernannte den Land- tagsabgeordneten Osannfür unermüd­liche Förderung der Interest en der Lcrndesuniver- sität, der seit vielen Jahren durch Befürwortung reicher Mittel über ihr Wohl und Gedeihen ge­wacht unv sich als ihr verständnisvoller Anwalt in der Volkskammer bewährt hat", zum Ehrendoktor: ebenso den LandtagsabaeorduetenJustiz- rat Heinrich Reh in Alsfeld, den warmherzigen Freunde der Landesuniversität, der den Unterricht, die Möglichkett M gefingerter wissenschaftliche: Betätigung jino das Wohl der Kranken durch Schaffung entsprechender Einrichtungen in hohem Maße gefördert hat".

** Mitteilung auS dem Stadt­theaterbureau: In der heutigen Aufführung desFliegenden Holländers" wurden durch Erkrankung folgende llmtesetzmrgon nötig: Dirigent Ferdinand Wagner statt Generalmusik­direktor Balling:EriS" Fritz Bischoff (Frank- furt) für Herrn Jonsson. Die kommende 9. Vor­stellung im Frettag-Abonnerneut mußte des Sin* fonie-öwnzerlrS wogen auf Samstag den 11. Dezbr., abends 7 Uhr, verlegt werden. Zur Darstellung Pmomt die mit so großem Beifall aufgeroitmtenc triviale Komödie für ernsthafte LeuteBun* bnri)" von OScar Wilde. Am Sonntag nach­mittag findet bei kleinen Preisen die letzte Wiederholung von LcssingSMinna von B a r n b c t m" statt, abends 6x/a UhrD i c Strohwitwe.

** fron zerlverein.'Die morgen tm®tabt* tboater stattftudenLe Beethovenferer beginnt

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Beruhige dich, hebe Signe! Tu hast wohl nur geträumt. Es ist ja alle- still. Und wer sollte denn auch gerufen haben?"

Er dein Baier! Es war kein Traum. Ich hörte ihn ganz deutlich um Hille schreien. Und letzt letzt hörst du eS noch immer nicht, rote er röchelt?"

Sie sprach ohne Zweifel im Tilirrum; denn in dem nächtlich stillen Dause regte sich nichts. Aber ihre Hände wie ihre Stirn, über bte er freundlich liebkosend hinstricki, waren eiskalt: em Fieber konnte es also nicht sein, das ihr bte auf­regenden Schreckbilder vorgaukelte. Ihr Atem ging schwach und mühsam, und ihre Stimme wurde immer klangloser.

t seh!" flehte sie, als er sie wieder mit beschwichtigenden Worten zu überzeugen suchte, daß sie sich täusche.Dem Bater ftirbt ja, wenn ihr ihm nicht helft."

Da packte auch ihn, obwohl er nicht einen Laut vernommen hatte, mit einem Mal bte Angst. Es nmr etwa- so unheimlich Ueberzeugenbes nt der fw ? Verzweiflung seines aufgeregten ^""oes, daß eS auch ihm in den Ohren zu sauten begann und daß gleich einem an bte Wand go mortrnen Bilde eine grausige Vorstellung von lerne- Vaters qualvollem TodeSlampf vor ihm

NlÄanischen Staarsfornt gestellt hätte und sich erst spater wieder zum Monarchismus be'ftmnt habe. Er verurteilt die persönliche Bekämpfung deS Prä- sidenten Dr. Strecker durch die Deutsche Volks- partei. Das Vorgehen der Oberlehrer sei durch­aus zu verurteilen. Hätten sie das in der früheren Zeit gewagt, wäre fein einziger auf seinem Platze geblieben. Herr Dr. Strecke ist viel zu bescheiden und zurückhaltend, m t Recht hat Herr Kaul ihvt -uger:fen: Präsident werde hart!

Es tritt bann eine Pause ein, im der der Aeltestenrat über die Geschäftslage beraten soll.

Nach der Pause teilt Präsident Adelung mit, daß ein Antrag auf Schluß der Debatte ein­gegangen ist. Es kommen nur noch die gemeldeten 9tebner zum Wort.

Weiter ist ein Antrag eingegangen von den Abg. Eißnert, Lehnhart und Reiber, der die Antwort der Regierung auf die Anfrage Dingeldey billigt.

Äl!bg. Bornemann (Soz.) polemisiett in Fortsetzung der Debatte gegen Die Ausführungen der Abgeordneten Osann und Dingeldey.

Abg. Kiel (USP.): Ich habe in der Debatte vermißt, daß man auf 'den Kern der Sache ein- gegangen ist. Tic ganze Debatte war eigentlich ein Anblick für Götter. Keiner will die Verantwor­tung für die Revolution übernehmen. Was die Herren Osann und Dingeldey hier gesagt haben, beweist uns nur, nrte stark sich die Reaktion heute wieder fühlt. Die Schuld an den heutigen Zu­ständen haben alle, die die Kriegspolitik mitgemacht haben. Tas waren leider auch die Genossen von der Mehrh. itssozialdemokratie. (Unruhe, Zurufe, die nicht verstanden werden.) Die Unabhängigen haben stets gegen die Kriegspolitik agitiert. (Wider­spruche Eins ist sicher, wenn die Revolutionäre vom 9. November richtig durchgegriffen hätten, bann brauchte man heute solche Reden wie die von Osamt imb Dingeldey nicht mehr anzuhören. Ich möchte Ihnen (zur Rechten) aber zurufen: Fühlen Sie sick nicyt zu sicher, wenn auch die Kluft zwischen den einzelnen Führern noch sehr groß ist, eins sicht doch fest, die Arbeiterschaft steht in ihrer übergroßen Mehrzahl entschlossen auf revolutionärem Bvdcn und wirt» geschlossen gegen die Reaktion auftreten. Wenn Sie den Ver­such machen sollten, die Monarchie wieder auf­zurichten, gibt es einen Kampf auf Leben und Tob.

Präsident Dr. Strecker: Herr Dr. Dehl hat mich heute interpelliert w'gen einer Antwort auf ferne Frage, was die Untersuchung des Friedberger Zwischmfalles ergeben hat. Auf das, was Herr Dr. Diehl in der (Sßarafterrfienhtg des Schul­erlasses ge'agt hat, möchte ich nicht mehr erngehen. Ich stehe natürlich auf ganz anderem Standpunkt. Was den Kapp Putsch in Friedberg betrifft, fo ist es richtig, daß die Untersuchung kein Material zur strafrechtlichen Verfolgung ergeben bat. Aber aus den Protokollen gebt hervor, daß es immer noch Beamte in Hessen gibt, die sich nicht klar dar­über sind, daß wir die Aufgabe baten, in unserem Volke, besonders in unserer Jugend, Achtung vor dem Gesetz und vor dem Recht wieder hoch zu bringen. Das hätte sich besonders ter Rektor des humanistischen Gymnasiums in Friedberg sagen müssen. Er hätte von vornherein wissen müssen, wie er sich zu dem Kavp-Putsch zu stellen hat. und er hätte nicht den Standpunkt einnehmen dürfen, erst ateirroarten, ob der Putsch zum Gitten oder zum Schlecksten ausfckstäcvt. Redner verliest dann die Protokolle aus der Untersuchimg und kommt zu der Schlußfolgerung, daß man diesen Dingen gegenüber grundsätzlich zw-i Standpunkte einneh­men kann. Als P arte iadvo lat kann man alle An­lässe te nuten, um Partei inte vessen zu vertreten, aber als Pädagoge Mt man bte Pflicht. Toleranz zu üben und versöhnend zu wirken. Die Form, die der Oberlehrerverein wählte, war unmöglich.

Abg. Schorn (Ztr.) wendet sich mit ermgen richtigstellenden Bemerkungen gegen die Ausführun­gen des Abg. Staul und stellt fest, daß die Tat­sache, daß wir heute mehr Freiheiten genießen wie früher, nicht zu bestreiten ist. Er bedauere ebenfalls, daß die letzten Tage hier in frucht­losen Debatten hingebracht wurden, anstatt brat* ttsche Arbeit zu leisten.

Aba. Sames (Tem.): DaS gesamte Hand­wert lehnt den 1. Mai und den 9. .November als Feiertag ab, genau fo wie es früher bte .Kafter-GeburtStage u. dal. abgelehnt bat. Als der Qtebner weiter Fragen des Hmidwerks besprechen will und tebei unter anderem fordert, daß nt das Landes-Arbeits- und Wirtschastkamt auch &. Zeitgeber berufen werden, wird er vom Präsidenten ersuckst, zur Dack>e zu sprechen. Minister Dr. Fulda ruft: Sie sind hier als Demokrat und nicht alS Handwerker.

Staatspräsident Ulrich:

Ich habe die Debatte bisher schweigend mit angehört. Der Angriff, der gegen uns durch die Jntervellation Dingeldey gerichtet wurde, machte es notwendig, zu hören, was das Daus dazu zu sagen hat. Ich stelle darum von dieser Stelle aus fest, daß das, was hier zum Standpuntt des Ministeriums gesagt wurde, nicht in der Lage ge­wesen ist, diesen Standpuntt zu erschüttern. Die

drückend. Das Ergebnis der Abflimmung er­schien vielmehr so zweifelhaft, daß diese zwei­mal 'vorgenommen werden mußte. Sogar einen Hammelsprung hielt man für nötig, einigte sich aber schließlich dahin, auf seine Ausführung zu verzichten. Es ist ferner her­vorzuheben, daß von keinem einzigen der Redner, die nicht dem Vorstand angehdrten, das Vorgehen des Vorstandes in der be­kannten Angelegenheit gebilligt wurde. Nach endgültiger Feststellung des Abstimmungser­gebnisses gab die Minderheit folgende Er­klärung ab:Wer bedauern, daß der Vor­stand durch.seine ohne Befragung der Haupt­versammlung erfolgte Erklärung das Hm- eintragen von politischen Gesichtspunkten in den Verein nicht vermieden hat. Dadurch ist eine sehr schwieribe Lage geschaffen. Trotz­dem verbleiben wir im Verein in der Er­wartung, daß der Vorstand einen Weg findet, mit der Regierung wieder in Verkehr zu treten und unter der Voraussetzung, daß für die Bildung des Vorstandes die Ver­hältniswahl eingeführt wird."

N Wrafttm mtiger

pünktlüh um 7 Uhr. Um fede SKrung yj vev, meid«, sind die Logenschließer angenne'en worden, bte Türm während des Spieles geschloßen zu hatten. Tie fronzcrtbesuchcr werben gebeten, üne Plätze also rechtzeitig ernzuneHmen.

** Der Sonntagsverkehr vor Weihnachten. Auf Grund des § 105b M- satz2 der Reichsgewerbeordnung in der Fas­sung der Reichsverordnung vom 5. Februar 1919 ist an den drei letzten Sonn­tagen vor Weihnachten (d. i. am 5., 12. und 19. Dezember b. Js.) für alle Geschäftszweige des Handelsgewerbes der Ge­werbebetrieb in offenen Verkaufsstellen und die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags zugelassen.

** Die Reisebro tmar ken alten Musters (großes Format) und die Reisebrot, marken neuen Musters (kleines. Format) sich seit Ende Mai 1920 nebeneinander gültig. Da seit einiger Zeit die Bestände der frnm, nrunalverbände an alten Marken enrig* braucht find, ist angeordnet, daß diese alten Marken mit Ablauf des 31. Dezember 1920 ihre Gültigkeit verlieren und vom 1. Januar 1921 nur die neuen Marken (kleines Format) Mtig sind. Ein Umtausch der alten Marken in neue findet nicht statt.

Ich gehe," sagte er.2lber ich komme fogleicp zurück."

Mit llopsendem, von Beklommenheit aeschnüv- tem Herzen stand er an der geschloffenen Tür von Bernhard Falkner- Schlafzimmer. (§r legte fein Ohr an das Holz; aber er hörte nichts als da- Rauschen des eigenen Blute-, und mut entschloß er sich, behutsam einzutreten. Das große Gemach war durch eine einzelne abgedämpfte Lampe spär­lich erhellt: aber Achim sah trotzdem mit einem einzigen Blick, daß sich hier nichts Außergewöhn­liche- zuaetvagen haben konnte. Das breite Bett stand völlig im Schatten de- Lampenschirmes, tn einer kleinen Entfernung davon faß Dütschte im Lehnstuhl und schließ Aber er hatte den leisen Schlummer der alten Leute, unb so vorsichtig Achtm auch auftrat, er erwachte doch sogleich.

Herr Falkner'^ flüsterte er.Jetzt mitten in der flkrcht? Ist denn wa- passierte

Achim legte mahneiid den Finger an tne Lippen und flüsterte dann dicht an seinem Ohr:

Ich glaubte etwa- Beunruhigendes gehört zu Ijaben. Wie geht eS meinem Vater'?"

Ganz gut, Herr Falkner! Ter gnädige Herr um elf aufgewacht. Unb da habe ich ihm feine Medizin gegeben. Er schalt, weil sie, nne er tagte, noch schlechter schmeckte alS sonst. Aber nach kaum fünf Minuten ist er emgeschkafen."

Statut man nach ihm sehen, ohne daß et er­wacht?"

Ter Diener nickte.

Tte ersten Stunden nach dem Einnehmen schläft er immer sehr fest."

Aus den Fußspitzen trat Achim an daS Bett unb beugte sich über den mit ruhigem Gesicht still Mtcgcnben hinab. Noch immer hatte chn bte

'N W btiilti --dL itiötü.

stattzufrnden. Es scheiden aus im Wahlbezirke Gießen-Stadt: die Herren Kommerzienrat Klmgspor, Leopold Mayer und August N?ll: L i ch- Hungen: Herr Heinrich Jhrina in Lich. Vom 3. bis 12. Dezember liegen die Listen der Wahl- berschrigten für Gießen-Stadt auf Sekretariat der Handelskammer unb für Lick-Hungen auf der Bürgermeisterei in Lich während Der üblichen Ge- schäftsstunben zur Einsicht offen. EftSvcndimgai gegen den Inhalt der Listen sind innerhalb der zehntägigen Frist bei der Handelsürmmer Gießen voiJubrmgen.

** ReichstagSabg. von Groefe- Goldebce, der bekannte Parlamentarier und Politiker, spricht am kommenden Sonntag, den 5. Dez., abends 8 Uhr, im Saale des KvtW. Vereinshcnises, Liebigstraße, überVolk in Not" Der Teutschnationalen Volkspattci, Ortsgruppe Gießen, ist es gelungen, artete rum einen nam­haften und hervorragenden Führer der Pattei durch einen össenllichen Vortragsabend der Ein- wobnerschaft Gießens vorstcllen zu f5nncn. Der hochbegabte Redner, ein Sohn des berühmten Arzt- Gelehrten der Berlmer Universität, Begründer der Augenheilkunde und Wohltäter der Menschheit durch Erfindung der Star-Opevarion, Albrecht von Graefe, wird wohl auch hier in Gießen, wie über­all, mit fernen bedeutungsvollen Ausführungen die Herzen aller Zuhörer gewinnen. Die Not der Zeit sollte es jedem deutschen Mann und jeder teulfchen Frau zur Pflicht machen, den Vortrag dieses nationalen Bannerträgers sich anyuljören.

♦♦ Die Gebührenor bn ung für Heb- a m m e n ist neu festgesetzt unb auS dem AnzeigSl- tril unseres heutigen MatteS zu ersehen.

** Bereinigung ehemaliger Leib- gardisten. Auf die Vamevadschaftliche Zusa» menfunft mit Familie am Sonntag, den 5 Dr». nachmittags 21/? Uhr, im Hotel Felsenkeller v Gießen fei hiermit nochmals hingewiesen.

** Der Verein zur Förderung eines Saalbaues veranstaltet am Dienstag, 7. Dezember, nachmittags 6 Uhr, im Sitzung-- »immer der Bürgermeisterei eine Generalver­sammlung.

♦♦ Ein weiterer Kursus im Zu­schneiden und An fertigen modern« Damemnoden sowie Wäsche für Haus und Berus wird, wie im Anzeigenteil bereits mit­geteilt wurde, eröffnet und Anmeldungen werden heute, von nachmittags 3 Uhr ab, im Hotel Gvoßherzog entgegengenommen.

Landkreis Gießen.

Hessische Landes-Wanderbühne.

** L i ch, 2. Dez. Das erste Gastspiel bet Hessischen Landeswanderbühne in Lich bringt am 4. und 5. Dezember in der RestauratM Stein,Die versunkene Glocke", ein deutsches Märchendrama in 5 Akten von Ger­hart Hauptmann, darauf folgt am nächsten Tage das Lustspiel in 5 Akten von Ludwig Fulda, Jugendfreunde". Der Vorver­kauf für beide Vorstellungen ist in der Filiale Ferd. Zimmer, unb in der Buchhandlung Volkmann. Beginn der Vorstellungen abende 7»/, Uhr. Mit einem regen Besuch des intev essanteu Gastspiels der Hessischen Landes- Wanderbühne darf allgemein gerechnet we» den. (Siehe Anzeige.)

Furcht nicht ganz loSgelasfen, und für einen M» ment hielt er dies unbewegliche Gesicht mit Der geschloßenen Augen für bad Antlitz eine- Toten Doch alS er sein Ohr dem Mimte des Vater- tw<t näher brachte, vernahm er deutlich das schwach Geräusch der leisen, gleichmäßigen Atcnizüge, in# mit einer Empfrndung unaussprechlicher FreB richtete er sich imeder auf.

Gott sei Tank er schläft wirklich," D fierte er. ..Werden Sie die ganze Nackr bet mcscw Vater bleiben, Tütschke?"

Jawohl, Herr Falkner! Well e- dock W gnibiQen Herrn gestern abend nickst fo gut war W sonst in bet letzten Zeit."

Es ist recht so. Und Sie werden mid> sofov rufen, wenn Sic etwas Auffälliges zu bemerko glauben nicht wahr'?"

Tütfckste versprach e-, und leise, wie er öj' kommen war, zog Achim sich wieder zurück, inri letzt spürte er an der Schwere seiner Glieder, roi: aewaltig der Schrecken gewesen war, dem er sic' so widerstandslos hingegeben hatte. Aber e- mache: ihn froh, Signe mit gutem Gewißen beruhige zu können, und schon von der Schwelle des Schloß zimmer- rief er zum Bett hinüber:

Alles ist in Ordmmg. Es war doch nur ev Traum."

Er evhielt keine Antwort, und tn der Memune sie fei wieder eingeschlafen, nährte er sich [amj Mer die )otti«rbare Lage ihres Körper- erfülu- ikm mit neuer Bestürzung. Sie mußte sich iw' herumgeworfen haben. T4e fcidene Decke und & friften war zerwühlt, unb ihr Kops mit der scsi»; los niederiließenden roten Haar flut hmg über der Bettrand hinaus.

(Fortsetzung folgt.)

Man aub sick damit zufrieden, unb 1I8 Achim eine Stunde später daS Schlafzimmer aussuchte, sand er seine Frau noch immer in festem Schlaf. Allerdings hatte er nicht den Eindruck, daß cs cm ftmftcr und erquickender Schlaf sei: denn Signe warf sich von Zeti zu Zeit unruhig in ben Kissen umher, und ihr Gesictst war noch immer von krankhafter Blässe. Er bedauerte fetzt doch, daß er nicht einen der betten Aerzte hatte holen lassen: aber tn Anbetracht der vorgerückten Stunde mochte er eS nun nicht mehr ohne zwingende Notwendig­keit tun. Immerhin verzickstcte er darauf, sich auS- iu ziehen, sondern legte sich in den Kleidern aut sein Bett unb ließ auch die elektrische Lampe bren­nen. ES ivar feine Absicht gewesen, wach zu blei­ben; nach einer Weile aber übenvällcgte ihn bte Müdigkeit doch. Und er mochte wohl eine Stunde oder langer geschlafen haben, alS er auf erschreckende Weise road,'gerüttelt wurde.

EiStaltc Finger hielten fern Handgelenk um* Hammen, und er hörte eine Stimme, bic ihn rauh und fremd dünkte, sagen:

Warum siechst du nicht auf, Achim? Warum gehst du nicht, ihm zu helfen? Hörst ixu ihn beim nicht rufen?

Er war sogleich vollständig munter und aut den Füßen. Signe saß aufrecht in ihrem Bett. Das üppige goldrotc Haar, bad sie gestern abend gegen ihre Gewohnheit nicht batte aufllecken laßen, stet in dicken SträHnen über ihre Schläfen unb ihre

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