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Dienstag, 2. IRärj J92O

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Nr. 52 Zweites Blatt

o,

auf 760, Ähantu:

a. TL, 2 März.

Brief

Geld

1. März

42. Ausgabe von Süf^toft (Sacharin).

Ge°

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(Jn einem Teil der Auflage n>teb?rtpn.) andviNschaftliche Preise für die Ernte 1920.

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Devisenmarkt.

Geld Brief

Aus dem Amtsverfündiqungsblatt.

** Das Amtsverkündigun^s blatt Nr. 30 yorn 1. März enchält: Verordnung betoet* fenb die Einrichtung und die Befugnisse des Ver­trauen sausschusses des Tobakgewerbes. Vom 4. F- bruar 1920. V-er brnucbsi egelung b?r in d e öffentliche Bewirtschaftung genommenen Nähr­mittel; hier: Bezug der bestellbm NährmitPl.

1698,25 1701,75 1690,75 1694,25

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1865,50 1869,50 1858, - 1862, -

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LaunSbach lKreis üteülar), den 1. Marz 1920.

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Abg. Gotheim (Dem) beantvagl, daß äuch in Abzug gebracht werden dürfen Beiträge zu poli­tischen, wohltätigen und kullursördernden Veremi- 'nmqen, soweit sie 10 Proz. des Einkommens nicht übersteigen.

Untcrstaatssekretär Mösle spricht gegen beide Anträge

Ter 'Jüttmg wird bis zur dritten 13efintg zu­rückgezogen.

Abg. Dr. Becker-Dessen (D. Bpt.) bean­tragt, daß Beiträge zu den öffentlich-vechtlichon Berussvertretmigen usw. abziehbar sind.

Abg. Keil (Soz.) begründet ebenfalls mehvw: Abänderiingsanträge. Nach weiterer Tebatt>: ton» den die Anträge Keil und der Antrag Becker bttr. die öffentlich-rechtlichen Bernssvertretungm an­genommen, die übrigen Anträge werd:n abg>- lehnt. ;( t § 16 wird ein Antrag Dr. Becker-Pessen angenommen, wonach das Einkomme ndes Z>aus- haltimgsporslandes und feiner minder) ächri gen Kinder zusammen berechnet werdm soll. Die Pa- ragrcpi^u 19 und 20 werden gemeinsam berat m.

Tlbg. Seger (USP.) begründet Abände- rungsanlräge seiner Partei, die eint Erhöhung bes 'Eriüenzminimums und eine Weitersührung der Staffelung bis 85 v. H. bezwecken. Abg.- ivell (USP.) füchrt dies werter aus und betont, daß diele Anträge nicht aus agitatorischen Ab­sichten gestellt fern.

Handel.

Berlin, 1 März. (B ör^sen sti m m ungs- bild.) An der Börse schien der Kaufbegehr heute nachgelassen zu haben. Die Spaltung behielt zwar im allgemeinen das Zeichen der Festigkeit, doch nahm die .Kursbewegung einen unregelmäßigen Ver­lauf. Wesentlich höher wurden bei lebhaften Um­sätzen einzelne Kolonialpapieve, wie Neuguinea, Otavi, Südsee^Phvsphat aus dem Markt genom­men, wobei mehr als 100 Prozent Besserungen zum Teil erzielt wurden. Bon anderen Baluta- papieren stiegen Hauptsächlich Schantuna auf un­kontrollierbare Gerüchte bezüglich der Abfindung und Deutsch-Uebersee Elektrische. Im übrigen zeigte sich so ziemlich auf allen Märkten neben weiteren Besserungen meist weniger erheblichen Umfangs auch Abschwächungen infolge Realisationen. Phö­nix-Aktien erlitten bei Beginn einen Verlust von 27 Prozent, holten aber den größten Teil davon wieder ein. Deutsche Anleihen behaupteten fast durchweg ihren Kursstand, nur preußische schwäch­ten sich vorwiegend mäßig ab. Oesterr. und unga rische Anleihen waren gut gehalten und von Schiss- fahrtsaktien setzten Argo mit einer Besserung von mehr als 30 Prozent ihre Aufwärtsbewegung fort. Erwähnenswert ist noch die anhaltend gute Mei­nung für Petroleum und Kaliwerte, die durchweg anschnliclie Gewinne erzielten.

Frankfurt a. M., 1. 2)län. Börsen- st i m m u n g sbi l d. Tas tzaup g< schüft war wie­der in Auslandsaktien, doch zeigte sich eine un­regelmäßige Tendenz. Fest lagen wieder Kolonial-

qftrsfticb t?ms fohlen.

Sa baben in Sckackt-ü» e iDOgr. Pme M >. in Sr^bffne.lkso'Ttr'.mof ®a-*- rcitoian

Paris, 28. Febr. (WTB.) Präsident De- schanel hat durch dieMorning Post^' eine Botschaft an das englische Volk ge­richtet, in der es heißt: Die unlösbare Berernie gung Frankreichs und Englands werde die Ruhe der Welt in einem ewigen Frieden sicherstelleu. Frankreich und England seien zusammen be­fähigt, die logischen Folgerungen aus dem Arie« zu ziehen, d. h. die Entwaffnung Deutsch­lands, die Ausrichtung eines mit den not­wendigen Hilfsmaßnahmen versehenen Völker­bundes und die Sicherheit Frankreichs, dessen rr i und Traditionen respektiert werden

der Umfang der Ernte einiger maßen üb Ti-Am läßt. Der Berichterstatter wus darauf hin, daß von einer Steigerung de r Produktron tatsächlich das Schicksal des deut scheu Reichesabhänge.

Gegen die Stimmen von Sachsen unb Bremen wurde eine Verordnung über rin* tonten Er- m äßigung der Tabaksteuer a:genommen. Tie ursprüngliche Regieruugsvero dmrng ivollte erne Ermäßigung auch für das Zigarrit»geiverb: derart ein führen, daß sich die Steuersätz' für di.' obersten wer Klassen um 40 Prozent cmiäfagit. Ter Ausschuß des Reichs rotes bat mr das 3iga* rettengcmcrl-t den fünf ob'tfien Klassen eine Er­mäßigung zugebilligt unb sie auf 50 Prozent er­höbt. Um dem Zigarrengew.rle einen Ausgleich M schäften, wurde die Ermäßigung für dieses now 70 auf 75 Prozent erhöht U<*berrafd<nb auch für die meisten Reichsrotsmitglreder war bet Entwurf des Besitzsteitergesetzes, der auch auf der T.igeSord- mmg stand.

Landfritdensbruch vor Gericht.

Lands berg a. d. Wartl-e, 1. März. (ÄB.) Nach viertägiger Dauer ging am Samstag twr große Krawall Prozeß vor dem hiesrgen Landgericht zu Eicke, der sich mit den Bärwald^r Un­ruh e n am 7. Januar v. Js. beschästigte. An­geklagt waren 52 Personen. Das (flericht ver- irrtrilte 18 Angeklagte wegen schwwm l'enb- friedensbruchs zu einem Monat bis einem Jahr 3 Monaten Gefängnis unb rocyn einfacliem Landfriedensbruch zu 4 bis 6 M o- naten Gefängnis, 11 rveyn DtebstahlS zu 3 bis 6 Wochen Gefängnis, 6 wegen Heh­lerei zu 3 Tagen biS 2 Monaten Gefängnis und einen Angeklagten wegen Unterschlagung zu einer Woche Gefängnis. 7 Angeklagte routb-n frrigesprochen.

Hin Presseabend in Essen.

Essen (Ruhr), 29. Febr. Der Vorstand brif Reichsverbandes der deutschenP resse und zahlrriche Vertreter der Presse des Ruhr- aebiries und der linken Rheinsride^ waren heute abend vom Oberbürgermeister dec Stadt Essen zu einem Imbiß geladen. Der Oberbürgermeister be­grüßte die Erschienenen und sprach über den Siebe» lungsverband im Ruhrkvhlenbezirk und seine Auf­gaben. Beigeordneter Dr. Schmidt führte ben Anwesenden die Entstehung und die Entwicklung Essens, der Kruppschen Fabrik uno des Kohlen­bergbaus in Wort und Bild vor, die schließlich den Siedlungsverband Jndustriebezirk nottoenbig macht.

Die deutsche Presse in Polen.

Bromberg, 29. Febr. (WTB.) Deute hatten sich Redakteure unb Journalisten verbeut schenPresse aus allen Tei­len ber Republik Polen zusammenge- funden, um sich zu einem Berbanb ber beut- scheu Presse in Polen zusammenzuschließen. Zum Vorsitzenden würbe ber Chefrebakteur C o n t a g (Ostbeutsche Rundschau") gewählt.

Eine französische Botschaft an das englische Volk.

Datum: 28, Febr.

Amsterdam »Rotterd. 3696, - 3704, 3673,60 3678,20 ----- 729,25 730,75 729,25 730,75

veutsche Nationalversammlung.

Berlin, 1. März.

Präsident FChrenbach eröffnet tue Sitzung um 1.25 Uljr.

Abg. Eohn (USP. bemerkt vor Eintritt m die Xagcvorbniung zur Geschäftsordnung, ferne Prr- td werde im Laufe bet Sitzung einen Antrag ein* bringen, bte Verordnung des gieichspräiioentm aufzuhriest, welche^ bx Strafbestimmungm ver­schärft, indem sie Todesslraje ber Brandstistungen usw. rin führt.

Es folgt die erste Beratung des Ges->tzentwurfes zur Ergänzung des Gesetzes zur Benolgung von .Iriegsverbrechen und Kriegs-' vergehen. Dos Gesetz geht ohne AussprM^ an den Verfassungsausschust.

Fort etzung ber zweiten Beratung des Ent­wurfes des

Rrichseinkommensteuergesetzes.

-lu § 2 (persönliche Steuerpilicht) begründet

Abg. Dr. B c ck e r - Jöelfen (T. Bpt.) einen Antrag, ber doppelte Besteuerung mtT das Ein- tommc.i -ms ausländisckrein Grundbesitz oerhin- oern will, soweit glaubhaft nachgewieien wird, daß ber ^teu.rpslichtia^ iid> nicht feinen inlän­dischen Steuerpflichten durch ben ausländischen B - sitz hat entziehen ivollen.

Abg. Blunck (Dem.): Ter Antrag würde internationale Abmachungen erinneren.

Regierungsseitig wird erklärt, daß bei doppelter Besteuerung das weitestgehende Entgegenkommen geübt werden soll.

Der Antrag Dr. Becker wird abgelehnt, § 2 angenommen, ebenso weitere Paragraphen. Zu § 12 begründet Abgeordneter

Weltlich (D.-Natl.) einen Antrag, daß Ge­winne ans Veräußerung von Grundstüchm nicht steuerbar sein sollen, es sei denn, daß bie Grünte stücke innerhalb der letzten fünf Jahre erworben wären (Vorlage 10 Ähre.)

Abg. Seger (Us./ wendet sich gegen eine in § 12 ausgesprochene Bevorzugung der Reichs­wehr durch Steuerfreiheit ihrer Naturalbezüge.

llnterstoatssekretär Mösle bittet die Regie­rungsvorlage anzunehmen, die Anträge aber ab-, zulehnen.

Bri der Abstimmung über den Antrag Welt­lich bleibt das Resultat zweifelhaft, weil während ber Stimmenzählung noch Abgeordnete den Saal betreten

Präsident Fe hr enbach: Es ist ein Elend, daß die Venen bei der Abstimmung nicht im Saale sirrb, sondern im Restaurant.

,Der .Hammelsprung ergibt die Beschluß- imfabigtcit des Hauses. Für den Antrag haben 87, gegen ihn 100 Abgeordnete gestimmt.

Schluß 2V3 Uhr, Fortsetzung 28/< Uhr.

Um 2,55 Uhr wird die Sitzung vom Präsiden­ten wieder erösftrri. Er bemerkt:'llricht gelingt es den öerm Fraktionsführern, das PflichtgesM der Abgeordneten foroeit zu stärken, daß im ikinfe der Wo Nie noch einmal ein beschlußfähiges Haus $ufammenlommt.

Die Beratung wird fortgesetzt. § 12 wird in der Ausschußfafftmg angenommen, abgesehen von dem Antrag Weltlich zu Abs. 12. der zurückgestellt wird. Zu 13 beantragt Abg. Weltlich (D.-Natl.), daß vom Gesamtbetrag der Einkünfte auch in Abzug zu bringen fei angemessene Rückstellungen für Er-

büljrenorbnimg für die Hebammen. Feldder rni- ginig Leihgestern; hier: das topographische Güter- verzeichi^is. Feldb^rcinigung Münster, Krfts Gießen: hier: bte Arbeiten d^s II. Abschnuts. Feldberrinigung Lang-Göns: hier: Versteig rung von Bauplätzen. Nachweisung über den Stand ber Maul -und Klauenseuche in Hessen vom 1. F'- bruar bis 7. Februar 1920.

Bezug der bestell ten Nährmittel. Es entfallen: 1. auf die Nährmittelkari: B (rote Farben Ntarke 60 250 Gr. Auslandsgrieß, 1,80Mk. pro Pfund, Marke 61 250 Gr. Lxfterflocken, lose, 0,92 Mk. pro Pfund, oder 250 Gr. Kindergersten- mehl in >,4-Äg.^Packung, Pack 0,65'Mk., Marke 62 250 Gr. Kunsthonig, 3,70 Mk. pro Pfund; 2. aus die Nährmittel karte C (blaue Jarle Marke 70 125 Gr. Auslandsgrieß, 1,80 Mk. pro Psuno, und 125 Gr. Jöaferfüxfen, 0,92 Mk. pro Pftmd lste, Marie 71 300 Gr. Teigwaren, 1,18 Mk. pro Pfund, Marie 72 1 Klg. NLarmelade, 3,70 Mk pro Pfund.

Die nach der Bekanntmachvng ovm 4. Fe­bruar 1920 vorgesehene Verteilung von Kvks imb Graupen Eomtit nicht stattftnden, do die in Aussicht gestellten Zuweisungen bisher nicht -rkolgdm.

Berlin, 28. Febr. (WB0 In einer ösfent- lidiert Sitzung de> Rricvsrates, die am -ipamitag ab.nib unter dem Voriitz deS MiniivrS Dr ^.av» ftattfonb, wurde bte Verortmmtg üLxr die 'Brcii; für landwirtschaftliche Erzeugntffe aus der Ernte 1920 aitcmommen. Unter Bribelwlnmg ber öffentlichen Bewlrnä>afumg iril bunach der an bte btnrnijchen Abite>er r zu zah» kiibe Mindestpreis für die Toime Wnzm und dem Weizeit girichsteliender OVirribcartai inindeftenL 1100 Mk., für Roggen, Glerite und XMfer 1000 Mk. für die Tanne und für Martoflriu 500 Mk^ Ix* tragen. Die Belanntmachrmg ber neuen ^ätzr wll nodt vor der Fiühnrhrsbestelluitg erfoltkM. llebrigens sollen die:« Prets: nach Begtnn der Ernte noch eine Revision erfahren, audi im Sinne einer etottueUnt Steigerung, lomn sich

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Abg Keil (Soz. : Die Anträge der Unab­hängigen sind unmöglich, weil bas Staatswesen dabei nicht bestehen kann. Redner begründet einen Antrag Dr. Blunck (Dem. u. Gen. , auf den sich die Mchrheitsparteien und die. Rechte geeinigt haben, wonach ber bem steuerfreien Einkommen hinzuzurechncnde Betrag sich bet einem Steuer­pflichtigen, dessen steuerbares Einkommen 10000 Mark nicht übersteigt, um 200 Mk. für die zweite und jede weitere zur Haushaltung zählende Per son erhöht, sofern letztere das 16. Lebensjahr nicht vollendet hat.

Unterftaatsfekretär Mösle crllärt, den An trag der Unabhängigen auf Heraufsetzung bei freien Grenze für unannehmbar. Ter Antrag Blunck fei mit einem nassen und mit einem hei teren Auge zu begrüßen, aber sclstießlich könne man bar üb er reden. § 19 wird mit dem Antrag Blunck angenommen, §20 in ber Ausschußsassung- Angenommen wird ferner ber Antrag Blunck, einen i55a einzusügen, wonach im Anschluß an ben Antrag Blunck lzu § 19 ber § 14 des Umsatzsteuer gesetzes aufgehoben wird.

Morgen 1 Uhr Fortsetzung. Vorher Anftagen. Nachher weitere Steuergesetze.

Tie Anabhängigen hatten beantragt, ihren Antrag betr. die Verordnung des Reichspräsi­denten morgen auf bte Tagesordnung zu setzen. Ta Widerspruch erfolgt, wird dieser Antrag erst Mittwoch verhandelt werben.

Schluß 6 Uhr.

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Frankfurta. M., 1. März. (Getretbe- marft.) Die rege Nachfrage nach den verschi?- benen greifbaren Artikeln wie $>af;r bleibt weiter bestehen. Der Preis Hal sich zu Gunsten d'r B.t- läufer erhalten. Gute Eichen bleibm bn reger ibnifluft gesucht, während mindeiwerttge Ware w'- nigrr beachtet ist. Bohnen sind bei mäßigem An­gebot fest. Peluschken in besseren Qualitäten ge­fragter. 'Jlderbxyfrnen wenig verändert. Wrckni unb Lupi77en pre.Sl>cltend. aerobe La eher schwäch!!. Meesaatcn hatten etwas Geschäft, doch V.tlvn bie &alnmg unregelmäßig Rotklee schwach. Fnlver­mittel lagen fest. Stroh ist bei mäßigem. Angebot gut behauptet.

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