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Cuöenöorffs Aufenthalt in Schweden.
Lin dem General Ludendorff ruchestehvr der früherer Offizier, Herr B re u cker, Übersendet der „Köln. " folgende Erllärung.'
Bor einiger Zeit dementierte der Vorwärts eine der dänischen Zeitung Politiken entstammende und von Berliner Blättern übernommene Mitteilung, nach der die :Jteife Ludendorfss nach Schweden im November 1918 mit Wissen des damaligen Volksbeauftragten Ebert erfolgt sei. Der Vorwärts schreibt: .Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist die ganze Sache blanker aufgelegter Schwindel." Dieses offiziöse Dementi erscheint geeignet, den verleumderischen Behaupt hingen über eine angebliche Flucht Ludendorffs neue iliahrung zu geben. Demgegenüber stelle ich in Wahrnehmung der Interessen des Generals Ludendorff das Folgende fest:
In den Tagen nach der Revolution wohnte Exzellenz Ludendorff in meinem Hause. Von den verschiedensten Seiten gingen ihm und uns Nachrichten zu, daß sein Leben bedroht sei. Tatsächlich purde er verfolgt. In seiner früheren Wohnung und an anderen Stellen suchte man narb ihm. Von politischer Seite sowohl wie aus Kneifen anständig denkender Soldaten kamen wiederholt Warnungen. Infolgedessen begab ich mich am 13. November normens im Auftrage Ludendorffs zum Kriegs- irimfter und übermittelte der Reichsregierung durch chn eine Erklärung etwa folgenden Inhalts:
General Ludnckvrff läßt die Vvkksbeauftvagten um Maßnahmen goaen die Bedrohungen, denen er «ausgesetzt ist, ersuchen, um seine Person sowohl lute feine Umgebung, die ihn ausgenommen hat, ■flor den Nachstellungen verhetzter Elemente zu ichern. Ist die Reichsleitung nicht in der Lage, vtnm solchen Schutz zu gewähren, so beabsichtigt 'fseneral Ludendorff für einige Zeit ins Ausland ;u reifen. Er legt aber Wert darauf, daß eine oW Reise nur im Einverständnis mit der Reichsleitung erfolgt, und betont, daß «t jederzeit bereit ist und darauf wartet, zurück- Fltehren, um für fern Handeln einzustehen. Ich rügte hinzu: „Sollten Eure Exzellenz aus poli- tischen Gründen Bedenken tragen, den Volksbe- ruft ragten diese Erklärung zu übermitteln, so bittet ^zellenz Ludendvrff, s« als nicht erfolgt <nuu->
Ter Minister erwiderte, daß er die Erklärung iem Bolksbeauftragten Ebert übermitteln wolle. Er hoffe, Ebert, der im allgemeinen ovn Haase stark kontrolliert werde, vormittags rod) allein sprechen zu können.
Am späten Abend desselben Tages ließ mich der Minister telephonisch zu sich bitten. Er er- Sorte mir, bei den überaus unsicheren Berhält- rasscn — auch er sei seines Lebens nicht sicher, obwohl er sich der Regierung zur Verfügung gestellt habe — feien Maßnahmen zum Schutz Lu- «nturffs praktisch nicht durchführbar. Mit dem Dunsch des Generals, sich in diesem Falle für •einige Zeit ins Ausland zu begeben, sei die Reichs- ‘titimg daher einverstanden. Ter Minister übergab «ir dabei einen Paß für Exzellenz Ludendvrff rtb verwies mich wogen der weiteren Erledigung rn das Auswärtige Amt. Ehe ich Exzellenz Scheüch
Seegespenstec.
Roman von Anny W-othe.
^eerikinisehe« Copyright 1918 by Anny Wothe-Mahn, Leipzig.
■nrnmne
(Nachdruck verboten.)
Fortsetzung 34.
Seltenes Angebot!
Estrid merkte es nicht. Sie kniete neben dem Siegenforb mit den entzückenden Kinderfachen, so «rt gewählt, wie cs eigentlich nur eine ganz feine .Zrauenhand konnte. Scheu und zärtlich strich Astrids Hand darüber hin und ihre Finger hielten plötzlich ein weißes Blatt.
Sie blickte auf die Schriftzüge und drnn iMrüber hin in die Stube. Dabei wurde sie gewahr, oaß diese von Hellem Weihnachtsglanz erfüllt war.
Uno beim Glanz der Weihnachtskerzen las sie nit klopfendem Herzen:
„Dem entgegemteifenden neuen Leben, das dein end mein ist, den ersten Weihnachtsgruß. Peter."
Da fielen Estrids heiße Tränen auf all die »erlichen kleinen Dinge und ein Schluchtzen er- Äütterte ihre Brust.
Immer wieder barg sie zärtlich ihr Gesicht h nein. Doch wie sich besinnend, wurde ihr Blick ’infter, ihre Züge hart upb starr.
In unzählige kleine Fetzen zerriß sie den ^ulklappgruß ihres Mannes.
Sie Qingdte nach Akke.
„Bringe alles an seinen Ort," sagte Estrid, rat bie Kindersachen deutend, „bis es gebraucht oud Oben m der Kammer wird Platz sein. Lösch Äe Lichter <ms, der Schein tut meinen Augen J™?, entferne auch die Blumen, sie machen «fr Lopffchmerz."
tat Akte nach ihrer Herrin Gebot. LS sie das Baum chen hinaus trug, murmelte sie:
."Sie bat wrrkffch tem Herz. Sie verdumr es racht, daß der Herr sogut zu ihr ist, der drüben «tfdm un Pestl ptzt und gewiß daoauf wartet, daß sie chn rufen laßt."
Mer kein Ruf Estrids erging an Peter, der bei tan abgebrannten Lichtem des Wechnachtsbaumes
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Ein Pöstchen reinleinene
Herrenkragen &*-6 cm hoch, Nr. 34. 35 u. 36, p. Stück 2.50 M. iau Franz Bette, Mäusburg.
iit JienStaz Öen 3. Ottmar in Gietze« ».10—1 u. 2—1 Uhr im Hotel Prinz Carl Zimmer 1, 1. Etage
alte« aneh »erbrochene
Gebisse >».
kein Zahn unter 4 M-, meist mehr. 1023 3<6le für den gewöhnlichen Platia-ahn 4, 6,8,10 M. _ Piatln-Stlflzhhne 10 bis 80 M., Platin-Plattcnztthne 20 b. 60 M. nach Gewicht, Brennstifte, auch alte, zahle bitz 100 M.
ganze Gebisse mindestens 100 bis 500 M., in Metall bis 1000 M. Willig.
alaria.
nkL Freitag: j e Oper
Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Montag, 2. Zebrvar 1920
vir Stellung der privaten Zürsorge im neuen Staat.
Eine bedeutsame Kundgebung erläßt der „Fachausschuß für private Fürsorge" des „Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge" (früher „für Armenpflege und Wohltätigkeit"). Sie ist, wie wir hören, verfaßt von unserem alten Pfarrer Schlosser, der darin das Ergebnis einer großen von ihm geleiteten Versammlung, die am 17. un 18. Oktdober v. I. im Herrenhaus äu Berlin stattfand, zusammen faßt. Hier in Gießen, wo von jeher di: Werke der Menschenliebe, getragen von der Teilnahme aller Kreise, in so schöner Blüte standen, und vor allem in der Kriegszeit so opferwillige Förderung sanden, wirb diese Kundgebung auf volles Verständnis rechnen dürfen. Wir wollen uns ja nicht verhehlen, daß das Mißtrauen, das gerade in den Klassen der Bevölkerung, die bisher am meisten Gegenstand der.Fürsorge waren, gegen
ten wir die lurzlichr und dringende Bitte, avck unter den Schwierigteiten, die die neue Zeil bringt, nicht müde zu werden im Wirken."
«riegHgefangeneu-Heimkehr.
4 Lauter, 31. Jan. Gestern abend traf der erste Heimkehrer auS französischer ßk>- fangen)ebaft aus der Gegend von Llllc hier ein. Es ist dies August Reitz, Salm von Joannes Reitz. Er ronrbe im Sommer 1917 an der Ootrnnc gefangen genommen und galt lange Zeit al» vermißt. ilus ihren Abtranspvrt nxrrten noch. Otto Kröll, Emst Zimmer, Heinrich Hübner und Karl Rieb.
K. Lützel linden, 1. Fehr. Ms erster ata- französisciter Gefangenschaft ist am vorigen Sonn tag Johannes Schimmel zurückgctebrt. Da unser ikreiS Wetzlar zur Rb/Hrpwwnz gehört, fo hxn * er mit den linksrheinischen Gefangenen noch ffinb lenz gelommen.
^rkteß, fragte ich ihn ausdrücklich, mit wem von den Boiksbeauftragten er die Angelegenheit be^ sprachen habe. Ter Minister erwiderte: „Ich habe es mit Ebert so besprochen."
Nachdem ich die erforderlichen Bisa usw. besorgt hattej verließ Ludendorff am 15 .Novbr. mit dem fahrplanmäßigen Zug Berlin, nm sich »unäcftt nach Kopenhagen und nach tz^iger Zeit nach Schweden zu hegeben.
Ms sich im Januar 1919 die Allgriffe auf Ludendorff mdjrten, bat ich den Gen.'ral, seine Rückkehr so einzurichten, daß er bei Eröffnung b*t Natumalversammlung, die eine Aufrvllting der Schuldfrage erwarten lasse, wieder in Deutschland sei. Exzellenz Lutendorff war einverstanden und loauftvagte mich, der Reichsregierung di^rch den 5ttiegdminifter entsprechende Mitteilung zu machen. Der Kriegsminister erklärte mir, die Regierung Birne zwar die Rückreise Ludendvrffs nicht hindern, habe aber Bedenken gegen di: sofortige Rückkehr, da der Zeitpunkt — Zusammentritt der Nationalversammlung — Anlaß zu Mißdeutungen geben und die Stellung der Reichsleitung erschw'- ren könne. Da von anderer amtlicher Seite erklärt wurde, man werde dafür sorgen, daß spätestens bei Zusammentritt der Notionalverf-amm- lung eine objektive Darstellung der Holten: g Ludendorffs in der Frage de- Waffonstllls'^^ - und Friedensangebots veröfß-iitlicht würde, nw General Ludendorff loyal genug, dem Wunsche der Regierung entsprechend noch in Schweden zu bleiten. Der damalige Ministerpräsident Scheidemann quittierte bekannllich diese Lopalität damit, daß er in einer ferner ersten Reden in her Nationalversammlung den abwesenden General angriff und beschimpfte. Numrtehr Vchrte Ludendorfs, ter inzwischen den ersten Entwurf seiner .Knegserin- nenmgen fortiggestellt hatte, nach Deutschland zurück. Bor seiner Abreist aus Schweden mochte er dem Reichspräsidenten von ferner bevorstehmdm Ricksthr in einem Schreiben Mitteilung, das zu bemtroorten der Herr Reichspräsident bis heule unterlassen hat.
dw Wohltättgkett und gan; besonders gegen die offentluye Armenpsiege, besteht, nicht ganz unbegründet ist. Man braucht nur an die ehrverletzend tepJtolitifdjcn Folgen, dw jede Armenunterstützung srüher nach ffck zog,,an die manchmal Verständnis- loic Uebung der Wohltätigkeit, an die zwerfelhaste Art der Mittelbeschaffung zu erinnern. Da soll und mutz und wird auch Wandel geschosst werden müssen, t>or_ allem durch stärkere Heranzichung der Hilfsbedürftigen ,ur Mitwirkung, wie es jetzt mit gutem Erfolg be. er Kriegsbefchädigten und miegslwnterbliebenen<ücforge geschieht. Man soll aber das Kmd nicht mil dem Bad ausschütten und sich einbilden, die Menschheit wurde sich besser stehen, wenn auch bet der Fürsorge allgemein das Schema F statt der frei waltenden Menschenliebe zur Herrschaft käme. In der Kundgebung heißt es:
„Unveräußerlich ist das sittliche Recht und die heilige Pflicht der Menschenliebe Ihre Werke waren durch Jahrhunderte der Ruhmestitel unseres Volkes. Sie heute darin hindern, heißt die cM en Güter unsere. Volkslebens reetümmern. Auch der neue Staat kann sie nicht entbehren, nicht ihre Mittel, nicht ihre persönlichen Kräfte. Keine Umstellung der wirtschaftlichen Verhältnisse wird je alle Quellen der Not verstopfen könn-n. Oefstn.tiche durch beamtete Persönlich- terten geübte Verwa tungsmaßregeln werden niemals den Tiefen unh der Vielgestaltigkeit der Not gewachsen stin. An der Findigkeit, die Notstände mit offenen Augen und warmen Herzen hi entdecken, an hoffnungsfrrudigem Wage- mitt, an den von Person zu Person wirkenden heilenden Kräften wird die freiwaltende Menschenliebe ihnen stets überlegen sein Wenn die Entwicklung der Dinge dahm führt, bestimmte Zweige der bisherigen freien Liebestätigkeit in öffentliche Verwaltung zu nehmen, darf das nicht nach parteipolitischen Gesichtspunkten und nicht unter allgemeinen Schlagworten, sondern nur nach sorgfältiger fachlicher Erwäg,mg, ob dadurch wirklich erhölfte Leistungen zu erzielen feien, geschehen. Das Beste erhoffen wir von einem vertrauensvollen Zusammenarbeiten der öffentlichen und privaten Fürsorge, wozu wir auch den sog. gernttoten Betrieben unsere Kräfte zur Verfügung stellen.
Dafür erwartet die freie Liebestätigkeit von dem Staat alle Förderung, beten sie bedarf. Sie darf in Sonderheit aut den Schutz gegenüber wilden, oft unlauteren Gründungen und Beranslaltungen rechnen, die ihr Ansehen und ihre wirtschaftlichen Interessen und damit die Allgemeinhett schädigen. Die freie Licbestättg- leit ist bereit, auch aus der an ihr geübten Kritik zu lernen, selchst da, wo sie nicht völlig .gerecht ist. In stets erneuter Selbstprü- fung wird sie bemüht sein, ihre Mängel zu erkennen und zu verbessern. Sie wird sich be- strebcn, den veränderten wirtschaftlichen und politischen ßerhältnilen und den neuen wissenschaftlichen Erkenntnisien Rechnung zu tragen. Sie wird mehr als bisher die Mitarbeit aller Schichten unseres Volkes, besonders auch der organisierten Arbeiterschaft zu gewinnen suchen. An unsere Mitarbeiter und Freunde aber rich-
Tpiclplan der Frankfurter Theater.
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im Dunteln faß und in die Winternacht hrmruS- fbarrte.
Er wußte nicht, daß Estrid diese Weihnachts- Tracht in Angst und Trärten verbrachte und die alten Seegespenster durch iln^ Träume huschten und sie verfolgten, so daß sie einmal taut nach ihm rief.
Draußen fiel der Schnee noch immer in weichen, nxifien Flocken und Peter meinte, das Winterweib webe am Rocken ein Leicheittuch.
Der letzte Tag im Jahr, das dem GotteÄbog so viel Leid bescherte, Barn herauf.
In Glanz und Pracht brach er an. Rosenlicht verklärte die weiße Welt rvrgsum, und Estrid dachte, als sie in den klaren Wintermorgen blickte:
„Du müßtest mit Peter reden."
Sic tat es nicht . Nicht ein Wort hatte f» chm über den „Julklapp" gegönnt, der ihr Herz so erschüttert hatte. Sie konnte es nicht. Am ersten Weihnakftsteiertag stellte sich aut Peters Einladung Mutter Wibke ein und überraschte sie mit allerhand guten Dingen, auch mit einem reizenden Kindermützchen von Sölve, das diese selbst gearbeitet hatte. Peter, der zusammen mit der Mutter bei Estrid ehr trat, war äußerlich ruhig und fjarnu- los gewesen, aber Estrid hatte etwas FeindfeliseS gegen sie aus seinem Wesen hevausgcfühlt.
,LLillst du nicht heute ttn Pesel mit uns dien?" hatte er Esttü» gefragt. „Die Mutter will, bevor es dunkelt, nach Keitum zurück. Du hättest sonst wenig von ihr."
Estrid hatte kurz das blonde Haupt geneigt. Etwas in den Augen ihres Mannes zwang sic, nackkugeben. Wie hatte er gesagt: „Seine Güte hätte sie verlacht, nun wollte er ihr den Herrn zeigen?"
Und er tat cd. Er zwang sie gegen ihren Willen. In ohnmächtigem Zorn rmzg Estrid die Hände ineinander, und doch hatte sie das Gefühl, nur er allein vermöchte sie zu schützen gegen Jnge- iaart Ferks, von dem die Mutter ihr zugeslüstert.
daß besser mit ihm sei und er schon wieder aus der Insel herumginge.
Das Mittagsmahl cm Pesel iwr ziemlich frostig verlausen. Peter hatte darnach bestimmt, daß Estrid von jetzt ab ständig an bei Mahlzeiten teilzunehmen 'hatte, mtb Estrid hatte sich — wortlos gefügt. Wenn es ihm Spaß machte, ihr alle Tage stumm gegenüber zu sitzen, ihr tonnte es ja recht sein. Sie würde nicht mit ihm reden.
Aber sie tat es trotzdem. Sie konnte gar nicht anders. Peter sprach, zumal wenn Akte bte Speisen auf trug, über Haushalte anacleten-crtcn und allerhand Neuigkeiten aus der Umgebung. Estrid sah dann wohl, wie Akke blitzschnell imb neugierig von einem zum anderen äugte, und Estrid mußte antworten, wollte sie nicht Akke ein Schauspiel geben, und das mochte sie nicht.
Eigentlich hatte Estrid Furcht vor der Heinen, einfachen Frau, die so treu zum GotteÄoog und seinen Bewohnern htell und in ihr die Feindin witterte.
Und doch spürte sie täglich die Fürsorge der alten Akke, zuweilen auch wohl ihr Mitleid.
Nein, das wollte Estrid nicht. Sie brauchte weder Aktes Mitleid, noch ihre Güte.
Auch heute, am Silvester, war das Mittagsmahl für Estrid wieder eine Qual gewesen. Peter schien es nicht weiter zu empfinden. Er sprach ganz ruhig davon, daß er heute am Abend nach Munckmarsch wolle, um dort mit einigen Bekannten den letzten Tag des Jahres zu begehen. Biel- leid# käme er erst am Neuiahrstag zurück. Peter toten es nicht zu bemerten, daß Estrid seine ErSsfnung mit unverhohlener Bestürzung ausnahm. Es war nie vorgetommen, daß Peter eine Nacht auswärts verbrachte, außer aut Reisen.
Und ganz allein mit Akte würde sie dann im Hause sein, denn Knechte und Mägde gingen gewiß ihrem Silveftervergnügen nach irnb sie hatte doch Furcht vor der letzten Stunde des Jahres.
Schon öffnete Estrid die Lippen, Peter Bonten zu hüten, diesen letzten Tag des Jahres daheim
zu bleiben. Doch sie konnte es »richt über sich gewinnen, ihm ein gutes Wort zu fafltii. So sah sie ihn am Spätnachmittag in den Schlitten steigen und flüchtig zu ihr herüber grüßen, als er ihren blonden Kops am Fenster gewahrte.
Sie nörte das Schellengeläut noch lange, als der Schlitten schon ihren Augen entschwunden wir.
Das war ein trüber, banger, einsamer Winterabend.
Eine Welle gesellte sich Akke mit ihrem Strick' strumps zu Esttid. Estrid hatte sie bald ford- geschickt, die Flügen Aeuglein der alten Getreum wurden ihr unbequem.
Ganz heimlich war Estrid dann, als Akte den Leuten die Abendmahlzeit rüstete, hinauf in die Kammer geftiegen, wo bre Seine Korbwiege mit bir weißen Mullvorhangen und alt dem niedlichen Klein kinderkram stand. Die Befürchtung, Akte könnte sie ertappen, wie sie mit scheuer Hand liebkosend über die zarten Dinge strich, die ihr Stint) schmücken sollten, ließ ihr keine Ruhe und sie rotan wieder hinabgeschlichen, ängstlich bemüht, daß nur kein Laut sie verrate.
Und mm saß sie allein und einsam im Pesel, um das neue Jahr zu erwarten. Am liebsten hätte sie die Jahreswende verscftasen, aber sie fürchtete sich so Siern in dem großen Hanse und besonders in ihrer Schlafstube. Sie wußte, da würden die alten Schatten aus vergangenen Zeiten sie Heime suchen, vor benen sie sich ängstigte, und sie würde nicyt schlafen können.
Wer doch die Gespenster bannen könnte. Der doch die Macht über sie hätte!
Akte, mit bet sie vorhin über Gespensterftrrcht gesprochen, hatte ttöstend getagt:
„Es gibt teilte Gespenster, Fru. Nur wer eine Sünde im Herzen trägt, bat verfolgen die ruhelosen Seelen, denen man weh getan, und fordern ihr Recht." /
„Wie kann man diese Erscheinungen bannen hatte Estrid angstvoll gefragt.
(Forfetzung folgt.)
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