Zweites Blatt
r. 285
CießenerAnzeiger (Genttal-Anzeiger für Gberheflen)
Mittwoch, t-Dezember 1920
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Berlin
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Ms ' d!r Falkner aufLmüenhöhe jL—■’l Roman von Reinhold Ortmann.
Fortsetzung 48.
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Kurs 33.11.
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Börsenkurse. Frankfurt
200, 8o5, 324,
90JP0
22*63
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241,—
68,80
420,'.5
loeiterrd für Lastverkehr gesperrt. Der Verkehr für leichtes Fuhrwerk wird durch Anlage einer Notbrücke aufred# erhallen.
Verwaltung gehörenden Zeughause sind im Derbst v. I. nach und nach 5146 Bettuch.- im Werte von rund 200 000 Mark en'.wcndet
541, - 410,- 41»,- 559,- 337,50 319,75 675,- 561,- 44',- 318,75
30.11.
77,50 67.50
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510,- 320,- 305,- 630,-
515,50 438, —
310, — 263,- 460,-
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Datum:
Amsterdam. Roiterd Drüstel-Antwerpen . Chrisliania Kopenhagen Stockholm Helsingfors Italien London New »Park Paris Schweiz Spanien Wien (altes) Deutsch-Oesterr. . . . Prag Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . .
435,50
309, - 265,-
29.11. 77,50 69 80
67 75 65,-
181,- 326,50 248,- 226,- 205,- 178,- 203,-
Uns dem besetzten (Ri-Met
sd. Tier, 29. Nov. Eine Verordnung der calliierten fl’ommLjion bestimmt, daß die ichcn Behörden gleichzeitig mit der Ern en- ngsanzeige neu ernannter Beamten im tcn Gebiet dem örtlichen Delegierten der ralliierten Kommt sion eine Reihe von An- ru machen haben, die außer Namen, Tätig-
und Wohnsitz des Beamten dessen nähere Fanverhältnisse sowie seine bisl-erige Laufbahn ifrn. Tie Verordnung findet auch für den enkopf Kehl Anwendung und trat am 16. Notz. I. in Krast.
<9crid?tsfaaL
X Hanau, 30. Nov. Aus dem der MUitär-
Kurs
29. ii.
77,50
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Frankfurt a. M, 1. Dez Berliner Devisenmarkt.
Marknorierungen,
Datum:
Zürich . . .
Amsterdam.
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Paris . . .
Nero-Hock
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Datum:
5 •/, Deut. Krlegsanl. 4"/, Deut. Reichsanl. 3*/., Deut. 9ieichsanl. 4®/e Prruß Konsuls Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconlo Gesellschaft Dresdener Bank . . Nationalbank f. D. . Mitleid. Kreditbank. H.»Amerik. Pakets. . Norddeutscher Loyd . Doch Gußstahlwerk . D.» Luxemb. Bergw. Gelsenkirch. Dergw. . Harpener 'Bergbau . Obelschl.Eisend.» B. . Oberschles. Eisenind. . Phönix-Bcrgb Akt. . Bad. Anilin, u. Soda Höchster Farbwerke. Llektr. A. G. G. . . . Schuckert- Werke . . Felten» Guilleaume . Daim.er Bud.» Eisenw.- Akt. . Adlerwerke 4 "/»Hess Staatsakt. . Electron Griesheim .
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rtitag abtnb s rüaur.LiadiNiiÄ
@icr wieder billiger!! Bel der bemtgen TeurnnU in Vcben niiiteln füllte sede Handfrau daraus bedacht sein, svariamtzv lvirllchasien. VoUej siir.1v Ps., Dotter für 25 Pf. in getrockneiem Zustande, aus frischen HNbnereiern neivonncn. Diese netrorfnctcn Eier können au denselben Ztuecken verwandt werden wie frische Eier. Die Hausfrau läuft keine Gefahr, schlechte Eier zu verwenden.
In iedem Geschäft können diese getrockneten Eier gekauft werden oder direkt von der Firma Dr. Hoiinann L Eo G. in. b H. Oberrahiuede i.W
Telephon Amt Lüdenscheid Nr. IMfi u. 276.
worden. Tie Ermittlungen ergaben, daß aus die,en Tiebstählen hcrrührcn:« 320J B.ttücher von dem Kafseehauskellner Reinhardt und dem Schneider Ernst Konrad nach Frankfurt geschasst und dort verkauft worden sind. Kellner Reinhardt gab an, ihm seien die Bettücher von dem Wäschefabrikanten Kranziger aus Friedberg ungebeten worden. Tiefer Kranziger konnte jedoch nicht ermittelt werden. Tas Gericht nahm an, daß Reinhardt und Konrad die Diebstähle in Gemeinschaft dritter unbekannter Personen auSgefuhrt haben, und verurteilte sie zu je 5 Jahren Zuclülvus und 5 Jahren Ehrverlust. Tie unter der Anlage des Kettenhandels stehenden 10 Frankfurter Geichästsleute wurden freigesprochcn.
lJn einem Teil der Auflage wberfwh.)
Ein deutscher Protest gegen neue Entente- Forderungen.
Berlin, 29. Nov. (WTB.) Der Vorsitzende der b.iitidicn Friedcnsdelega.ion in Varis ist angewiesen worden, eine Note der Bolsck-astcrkonse- ^enz in Paris zu übergeben, in der es u. a. heisst: Die deutsche Regierun g vermag nicht a n- z u e r k e n n e n, daß ihr aus der Zerstörung der Luftschfse irgendwelche Er satzps lichten envachsen Tonn*en. Tie deutsck« Regierung kann sich auf eine Ve einbarung zwischen ihr und den a Liertcn Regierungen berufen, wonach die Geltend- maclwng von Schadenersatzansprüchen auf Grund der in Rede stehenden Vorfälle von vornherein als ausgeschlossen betrachtet werben muß Aus dem Wort aut der bei der Ratifikation des Friedensoertrages unterzeichne'en Protokolle erg-?be sich, da st es sich bei diesen Vereinbarungen Ium eine Art Generalabrechnung gehandelt habe, moburrf) a'te Ansprüche aus den vcr'ttstedenen Was- fenstillstandsabkommen erledigt waren. Es erübrigt sich also, auf den Inhalt des Beschlusses der Bot- schas erkonfcrenz vom 2 Oktober näher einjugehen. Die dmtl'cye Regierung kann es jedoch nicht unter- la'sen, darauf hinzuw.i'en, dost ne. selbst wenn eine Schaden"rsatzpsliäst für die Zerstörung der sieben Luftschiffe bestünde, der Botschafterkonse- renz nicht bte Be fugn , s zuerkennen könnte, die ^nre des zu leistenden Ersatzes durch eine einseitige En tscheidun g zu regeln. Auch ist daran zu erinnern, baß die Kontrollkommissionen nach dem Friedensvertrag nur berufen sind, die Ausführung gewisser Bestimmungen zu ülrm>ad)en, daß sie aber nicht da S
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29 Nov. 30. Nov 2095,40 2099,60 2152 80 2157,20 447.05 447,95 452*50 4-3 50 929,05 93 ,95 951,50 9:3,7,0 92 -.a5 931,95 951,50 9'»3,5'i 1331,15 1333,85 1358,60 1351/0
Handel.
Berlin, 30. Nov. Börsen st im- mungsbiltz. Die unsichere und nervöse Haltung bei zurückgehenden Kursen, welche die Börse bereits gestern zur Sck)au trug, hielt auch heute an, uito die Realisationen der Spekulation und des Publikums setzten sich fort, wobei die Ankündigung des Reichswirtschafts- minifters Scholz, wonach gesetzgeberische Maßnahmen zur Beschneidung übermäßig hoher Dividenden in Vorbereitung seien, die 9?eü= gung zu Entlastungsverkäufen verstärkte. Die Kurse gaben anfangs mit einigen Ausnahmen auf allen Gebieten im Ausmaße von 10 bis 15 Prozent nach. Zu den Ausnahmen gehören u. a. Bismarckhütte, Lothringer Hütten, Phönix, Goldschmidt und Orenstein u. Koppel, die vereinzelt bis 20 Prozent über den gestrigen Schluß noch stiegen, ferner Valutawerte, auf welche die leichte Besserung der ausländischen Devisen befestigend wirkte. Im Verlaufe wurde aber die Verkaufsneigung bei geräuschvollem Geschäft allgemeiner, und auch die vorstehend erwähnten Ausnahmen gaben teilweise ihre Gewinne her. Der Kursstand senkte sich besonders am Montanmarkt stärker, so daß sich die Rückgänge auf 20 Prozent, für manche Papiere auf 30 Prozent, und für Harpener auf 40 Prozent erhöhten. Widerstandsfähiger waren Bankaktien. Für heimische Rentenwerte war llrie Haltung ungleichmäßig. Der Ge- schäftsumfang ist im Großverkehr wie auch in den zu Einheitskursen gehandelten Industrie- werten bereits geringer geworden. In den zu Einheitskursen gehandelten Jndustriewerten realisierte die Börsenspekulation stark, so daß für die bisher begünstigten Werte vielfach ziemlich empfindliche Rückgänge eintraten. Sonst schloß die Börse ziemlich zu den niedrigsten Tageskursen.
Frankfurt a. M., 30. Nov. Börsen- st i m m u n s. s bi l d. Das Gesckstist gefaltete sich ruhig und die Tenbenz blieb unsicher Da sich die Realiatronen in Jiibustrieakrin w i er fortfeßten, ö waren die stärker bevorzugten Papiere schwach. Anfänglich lagen auch Mont na?tien unter Kurs- btuef, besonders Phönix Bergbau 628 (— 17 Pwzcntt, Westeregeln verboten mit 850 25 Prvz., schwächer waren ferner Oberbed rf 320, Buderus 835 (— 25 Pw-ent). Rheinstahl blieben beachtet 540 plus 5 Pw-ent. Don den Nebewverten gaben Denck-Motvren nach ca. 2J0, Daimler matt 260 minus 9 Prozent. Im freien Verkehr wurden genannt Deutsche Petroleum 1775, Opiag 6100, Lechwerke 208, Mw'sselder Kuxe 4625, Julius Sichel 1430. Die Haltung der Elektrizitäts-AEtien mar fchwäckier. A. E. G. 309 verloren 6 Prez, Bergmann 276, Licht und Kraft 195, stellten sich 5 Prozent niedriger Hamlmrg Pakets, standen mit 197.50 im Angebot. Neu-Guinea 665. 5proz. Goldmexikaner 720, auch 5proj Silbermexilianer schvöcher 515. 41/» Irrig. Anleihe 480, 5prcz Tehumltepec 475. Am Emheitsmarkt stellten sich zum Teil weitere Kursrückgänge ein. Fest lagen Hannoo. Papiers. Alfeld 478 plus 8 Prozent Es notierten ferner Cbcm. Th. Goldschmidt 510 (— 19 Prozent', Scheideanstalt gaben 15 Prozent nach 848. HöchslerFarbwerke 435,50 und Rütger- werke 414,50, verloren je 5 13ment. Deutsche Uebersee 990, SckMttmlgbahn 600 Deutsch Eurem bürget 385, Harpener 520 je 10 Pw-ent niedriger. 5prv-. Reichsanleihe 77,50.
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3 piW nadj'tfihj mmer umlS LNnmlto] »fiiiS
|| Ächim Falkner kam gegen neun Uhr pbends fceni Schlaf gemach fctncS Vaters und wollte K ia die neben dem Arbeitszimmer (Ktegene Kiithef begeben, als er seine Frau in bte 5^lle Hn sah. Ihre Dewegamgen schienen ihm Jen-* |i Saftig und er gewahrte, daß sie ungestüm Ackr, tote nach allzu schnellem Lam. Sie strebte vorüber: aber er hielt sie auf.
willst du? Doch nicht zum Vater?" jl£a-3 ist unmöglich. Er ist eben eingeschlafen, IMm er sich seit dem Envachen aus oem Nach- !!t^sschlnmmer gar nicht gut geiühlt batte, •“tr keinen Umständen darf er jetzt gestört IBteiL"
.^,'»D>er ich muß zu ihm," beharne fte, „ich ,Bt! Ist er allein'?"
,, ®d)im, der s e bisher nur flüchttg angesehen blickte befremdet auf. Der sonderbar bet» Reifere Klang ihrer Stimme war ihm eallen, und nun überraschte ihn auch die ■Särbcrung in iljrcm Aussehen. Ihr Gefickt NIit ylö^lich viel schmaler gdtrori>cn: ihre Züge n ;^cr. schass und gealtert: die Augen aber leuch- in imnatü.lichcm, fieberhaftem Glanze durch D™ leinen Maschen des Schleiers.
jL.'Rein. er ist nicht allein," erwiderte er und Dütschke sind bei ihm. Tu aber öarfft l^^nicht hinetngehen. Jeder Saut kann ihn
2hre Hand griff »ach dem SimS des Kamins,
Capholactin
da» neue mll(t)Tbo»DÜorfnitrc StnltoräonraL ist nach ärztlichem Urteil ein glänzendes Mittel «nr Neubildung b. Blutes, Ccbnna d. Nerven« Energie, Kräftigung b. Organe, Festigung der Knochen und zum Aufbau der Belle.
522 Tabletten für eine 4>vöcheniltche Stur 3)1. 16.—» Erbältlich in allen Avocheken.
könne man ja darauf rechnen, daß tzns Mädchen von einer etroaigen Verschlimmerung sofort Meldung macken würde.
Nach einer Weile gesellte sich auch Erika zu ihnen. Ter Onkel schlaje jetzt ganz ruhig, berichtete fte. Sie habe sich der Vorsicht halber doch noch telephonisch mit Dr. Germering besprechen iraflcn, aber keine Antwort erhalten. Osfenbar set der Doktor nicht zu Hauie genasen. Auch fte hörte mit Bedauern von Sigires Unwohlsctn und meinte, daß ihr schon bet Tisch das angegriitene Aussehen der jungen Frau ausgefallen sei. Si riet, einen Boten uad> Tiefenbrunn zu Germermg ober, salls er unerreichbar sei, zu Dr. Barenttzm zu schicken, der ja, wie sie gehört habe, sckjon wieder ausgehen könne. Achim aber imr der Meinung, daß man es besser verschöbe, bis man eintie Gewißheit über die Natur von Signes Unpäßlickkeit erlangt habe.
Nach hastig und schweigsam eingenommenem Abendimbiß gmg Ger^a dcnm dock), von Unruhe getrieben, in das Schla zimmer des jungen Ehe- vaareS hinüber. Aber sie kam sehr schnell zurück.
„Signe schläft. Sobald sie an Bette lag, hat sie mich das Mätzchen sortgeschickt. Eliie aber hat bte Tür nicht vollständig gesckrlosfen und tn kurzen Zwischenräumen durch den Spalt gefpät. Sie hat nichts Beunruhigendes mehr bemerkt und ist der Memung, daß Signe sich wohl nur aus ihrem. Abendspvziergang zuviel zugemutet habe Dos-, sentlich ist sie nach einer ruhig verbrachten Nacht morgen wieder wohlauf/'
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RahIa Tlltlrooä:' ]ClHC «I/. Uif gowchlfil. Mio ui Hoiel fiöblct.' Sridj.erro.ber®ort
vor dem sie standen, als müsse sie sich daran sest- halten, um aufrecht yi bleiben. Noch immer hob und senkte sich ihre Brust in stürmischen Atemzügen, die ihr mtgenscheinlich das Sprechen schiver machten.
,Lst es ganz unmöglich^ stieß sie hervor. „Auch nur für wenige Augenblicke?"
,Lch kann es nicht zugeben. Und ich verstehe auch nicht, was du bei ihm willst. Daß du chn nicht sprechen kannst, hast du gchön."
„Fch will auch nicht mit ihm sprechen. Ich will — ick will nur — Gott, muß ick denn eine Erklärung dafür abgeben?"
Ackim sah, daß sie wankte. Da zog er ihren Arm unter den feurigen und wandte rich nach der Richtung hin, in der ihr Schlaszimmer tag.
„Komin! Dir ist nicht wohl. Du mußt dick sogleich niederlegen." ,
Signe hat:e wohl einen schwachen Veriuch gemacht, sich zu sträuben. Aber als sie fühlte, mit nfieber Cmtscklossenheit er ihren Arm sesthielt, gab sie nach und ließ sich hinwegführen
„Tu hättest mich gehen lassen sollen," murmelte sie mir. „ES wäre besser, wttin du Mich zu ihm ließest." . ..
Er mochte der Meinung fein, baß sie kaum noch wußte, was sie sprich. Die Erscheinung war ihm ja nicht mehr neu, wenn sie fick auch bisher nur bei den schwersten ihrer nervösen Anvalle gezeigt hatte. Als er sie über die schwelle des matt erleuchteten Schlafzimmers geleitet hatte, drückte er auf die elektrische Klingel.
Das Mädchen soll dir beh-lslich sein, dich zu entkleiden," sagte er in freundlich besanjtiqendem Ton , Und ich werd cGerda bitten, ejm Leitchcn bei bic'w bleztzeL."
Dagegen aber lehnte sie sich heftig auf.
„Nein — nicht sie! — Ich will sie nicht sehen. — ($» soll niemand kommen außer Elise. — Ich brauche keinen Menschen. Mir ist gan.z gut."
Sie sp'ach in kurzen, abgehackten Sätzen. Aber als jetzt die Jungser aus der Schwelle erschien, nahm sie sich mit der ganzen Kraft ihres Wittens zusammen.
„Sie köirnen mir etwas zur £«nb gehen, Elise! — Bitte, Achim, laß mich mit dem Mädchen allein."
„Du wirst mir erlauben, später wieder nach dir zu sehen. Oder kann ich schon jetzt etwas für dich tun? Glaubst du, daß es 5ioeckmäßig fein würde, mit dem Arzt zu telephonieren?"
„Nein — nein! Es ist ganz überstüssig. Ich bin jehr müde und werde schlafen."
Tie Erfahrung hitle Achim gclch't, daß diese Zustände beängstigender aussahen, als sie es in Wirklichkeit waren, und daß die nervöse Aufregung seiner Frau durch Fragen und Zureden meist nur gesteigert wurde. Darum schien es ihm in der Tat das beste, sie vorerst der Fürsorge der sehr geschickten und zuverlässigen Jung er zu überlasten. Aber er ging nicht in die Bibliothek, sondern in das sogenannte Frühstückszimmer hinüber, wo Gerda eben im Begriff war, den Tisch für den Abendtee herzurichten.
„Wir werden auf Signes Gesellschaft verzichten müssen," sagte er. „Sie ist sehr unwohl von ihrem Spaziergang heimgekehrt, und Elise bringt sie eben zu Bett."
Gerda wollte sofort zu ihr: doch er bat sie, zunächst davon abzustehen. Er fürchte nicht, baß es etwas Ernstliches fein köirnte, und sie jelbft habe bat Wunsch ausgesprochLL, allein zu bi eiben. Auch
Att» Liessen.
Beamlenwüntche.
Frankfurt a. M., 28. Nov. Heute tagten iWraic zu einer Arbeitsgemeinschaft zu- | L nengetommenen hessischen Beamten £ । Bediensteten, die bei der neuen Desol- l L-eSorbnung in den Gruppen I—VI einrangiert fheten und die sich aus nichtgeprüften mittleren WLekaubeamten, Anitsgchilsen und Justizwacht- Mistxrn rekrutieren. Von der hessischen Rc- ■ring war Fi anzrat Lippert, vom Hessi- Ä । Btamtenbund beffen Vor itzender Lantz- chtsrat Mütter erschienen. Auch die KiLtammcrinitglicbcr Lehier Los und Rech- Mixsral Herbert weilten unter den Versammelten, fe ersier der Resecentcn sprach Sekretär Funk, k 'Itotwendigkeit und Zweck der Arb.'itsgemein- Mst erläuterte, ausgehend von dem Standpunkt, iM die Beamtenscha t nur in Einigkeit und G:- IM'fstnl-eit ihre berechtigten Wünsche und Forde' - fajen erkämpfen könne. Dec zweite Referent, n p zlei-Ass. Eisenhauer, Vorsitzenlec des ^eaubeamtenverbantes, schilderte die Not und
Forderungen des Bureaupersonals, bi) bei ber H:1 Regierung stets das Stie k.n) nxiren und an Kiel die jetzige Regierung viel gut c\t machen Ku In keinem Einllang stünde die Bezahlung zu r L iftuiigeit bicier Funktionäre, zeige doch schon El (Eingruppierung der Bureaubeamten in die Ku|»jcit III und IV d.r Desoldungsordming, daß Än<ter der Regierung die Leistungen biej-'r Be- USirruhve gar nickst bekannt seien, ober aber, k sie vor den Tatsachen die Augen verschließe.
sprach noch Jiisriznachtmeister Fay für die jHslizn-ach:meister und Amtseehi.fen. sowie noch r. :ie Vertreter der Unter beamten. ?lus den Aus- jArmgen 'der Redner ging hervor, daß es in hm heu.'e noch Beamte und Bedienstete , H einem Monatsgehalte von 480 Mk. gibt. Als Fittich unzureichend und unsozial werden die Kcnrocir'.igen Teuerung^znschläge bezeichnet: gc- doch kein gwßes Rechenexernpel dazu, um Wvznstellen, daß bei Gewährung von 50 Pwzent K Grundbezüge als Teuerungszuschlag die Be-
der Gruppen 1—Vl am schleckstesten ab- Wiriden, obwohl bei ihnen die Not am ■üten ist, denn hier wird noch nicht ■«mal bad Existenzminimum erreicht Finanz-- ä Lippert betonte, daß durch das kürz- l:i verabschiedete Reichssperrgesetz die BiDiäftaaten im großen und ganzen das Wohl m Wehe ihrer Beamten nich' m?hr in der Hand -Bitten, er versprach das Gehörte zur Kenntnis *-« Regierung zu bringen; kein Mensch könnte ■ Iti ber gegenwärtigen Bezahlung dieser Eu w'n deren E istenzunmöglichke t bezwriseln. Sri'bem auch Landgerichts rat Müller noch zur ßriafcit und G/ch oisenheit ermahnt und heroor- Sbm hatte, daß durch Beschluß des dentsckjen
Etenlmndes, dessen Mi g iederzabl 1V< Mi lion Lklstrigt, mit allen Mitteln die soziale Sicher- ßklämg ber Beamtensck/ast erkämpft tverde, schloß ee Tagung.
onnrrölag, 2. j ’n abenbd 8 litt
im ^QilltllH,! WUW Pitk 1900 il 'onner?fflfl btii;- :mber 1920, okj Vi Ubr im Ümj Minin» lmooüiäblifl.6iliri i1iei'"-vdkr'vono
.WßM,
Recht besitzen, selbst Beschlagnahmungen ober Konfiskationen in Teatfchlanb vorzunehmen. Es darf anr.eiominen iverden, baß es auf einem redaktionellen Vei/elnm beruht, w'nn der Besck uß am 2 Oktober eine Konfiskatton durch die Kontrollkommission anordn t. Sollten die Alliierten den dcurschen Standpunkt auch jetzt nicht als berechtigt anerkemien, so schlägt sie vor, die An» ;xlcgenheit der Entscheidung eines 5(bicbd Gerichts zu unterbreiten Eine Absckrrist dieser -Note ist dem Bortttzcnden der in era Liertcn Luft- sahrtskontwllkommi sion mit et.ilt ivorbar
LetigueS über die Lonboncr Konferenz.
Pa nS, 30. Nov. (WTB Ministerp ä ident Leygucs ist gestern nach Paris zu:-ückgekehrt. Er erklärte den Presfevertretcru, bau leine ersten Eindrücke, die er von London mitbringe, ausg> zeichnet seien. Er könne ober noch keine rveiteren Tetails über die Verl antzlu'igen geben, d.e noch im Fluße icicn. Wie bic Souderbcrickterstatter der Morgenblättcr aus London melden, nx-r^n die Privatverbanblungen fortgesetzt. Alle Be.il.te, bi? heute vormittag vorliegen, besagen, baß der Versuch gemacht werbe, noch vor dem Tage der Volksabstimmung in Gneckienland zu einer Verständigung in der griechischen und in der Oricntfruge zu kommen. Als Verlmidlungsba is biene bte von Lord Curzon überreichte Note. Graf Slvrza hatte eine lange Unterredung mit Lloyd George und Lord Curzon.
Die Rückkehr König Konstantins.
Athen, 30. Nov. >WTB.) Der griechische Ztreuzer „Awerosf", ber sich in Konstantinopei'befand, erhielt Befehl, nach dem PiräuS zurückzukehren und sich dort bereit zu halten, natb Bnnbissi zu fahren, um König Konstantin nach der Volksabstimmirng nach Grieck)cnland zurückzubringen. Ter „Awerosf" wird von sämt- lickvn Schiffen der griechischen Flotre begleitet werden.
Die KindcchilfSivochr-
Berlin, 29. Nov. Tie Blätter berichten ausführlich über die 15 öffentlich en Versammlungen, die gestern in Groß-Berlin als Cinleitmig der K l n b e r h i l s s w o ch e stattgefun- den hoben. Uebcrall wurde von hervorragenden Autoritäten der medizmisckj>en <3t jenfdxift und von ersten Führeni der ftlitbcr'i(id,jewau:ig dos er- schütterndeElend besprochen, dem bie .«ll"der Teutschlands namentlich infolge ber Hungerblockade und des anbauemben F-ehlens an jureidxnöer Nahrung auch nach dem Friedensschluß zum Opfer fallen. Tie Heranwachsende Jugend leidet an Ra- ckü as, Tuberkulo'e und Skrowlo e in ganz erschreckendem Maße. Tic Veriammlir am jchlosten allgemein mit einem f ppen an bte Hilfsbereitschaft des ganzen beutschen Volkes.
Die Kapitalverschicbungen GrutzerS.
Berlin, 30. Nov. Die Blätter erhallen von einem autorisierten D erriet er bes ehemalige Kronprinzen unb der Kronprinzellin eine Mittetlintg, in der erklärt wirb, baß weder bei Kronprinz noch bie Kronvrinzejsin irgendetwas mit den Kapital Verschiebungen GrußerS zu tun haben. Die Kronprinzessin habe zwar bei der Firma Grußer, Phillypson & Eo. seit dem Frühjahr 1920 ein Konto auf den Namen Frau E. von Mecklenburg, das dm Erlös ans dem Verkauf einiger Edelsteine darstelle. Ter holländische Berkaus fei flb.r uit'cr Beachtung der gesetzlichen Vor- , schriften durchführt worden. Eine Kapitalflucht ; oder Steuerhinterziehung fei niemals in Frage , gekommen.
Die Strafanzeige gegen Erzberger.
Berlin, 30. Nov. Ten Blättern «usolge hat ber Ob rstaatsanwalt beim Landgerickst 3 die gegen den früheren Retchssinanzminister E r z b e r g e r erstattete Strafan^ige dem Finanzamt in Char- lottenburg übermittelt, das sich nunmehr erneut mit der Ansckw'digung gegen Erz berget beidwftigen nruß. Zunächst werde es die Genehmigung des Reichstags einholen müssen.
Bild dem Nmtsverkiindiqilrrflsblatt.
’• Das AmtsverkündigungSblatt ■ft 174 vom 30. November enthält: Beethoven» iMchtnisfeier. — Pslich-avolmenten ber Dam- Rtt Zrittnuf und des Hessischen Rcgierungs- — Dienstantritt des Kreisoeterinärarztes ft Engelmann zu Nidda, — Viehseuchen. — ^«nstnachrichten. — F^ldbetcinigLingen Rein- ' Ar. Hain, Cbcr^Beffingen und Londorf.
streiSveterin ärarzt Dr. Engel- :in.n Nidda nnrb am 1. Dezember 1920 feinen 'List nricbcr an treten.
e Tie Diaul - und Klauenseuche ist in lebt rtsk> aiiscn II amtlich sestaestellt worden. •Brirb gebt bet ein Sperrbezirk, beste, enb aus ber •snirhing Rab.rtsHausen II. — In Utphe ist M 3cud)e erlvsckxm.
jw Tien st nachrichten bes KreiSamtes. IBn i Neubau einer Brücke im Torfe Kirch- Im (Krris Marburg) sind die beiden Wegezüge iM^kttibach—Kirckv rs unb Crumbach—Kirchners k IM Tienstag dm 23. November 1920 ab bis auf


