Montag, J. November 1920
Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhefsen)
Fr. 257
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Fortsetzung 24.
Nachdruck verboten.)
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in ber Mühlstraße für ellva
gestellt worden sei. — Stadtv. Kling (D.-N.) erklärt, daß er Gegner jeglicher Sozialisierung und daher auch gegen die Vergebung von Arbeiten an di; Baulstr tt sei. — Stadtv. Vetters (Soz.) lobt di; Baubüt e. die erheblich preisdrückend auf
vi'l klarer. Im Verhältnis zu dm Unternehmer - pvri'en hätte die Baubütte eigentlich iwch billiger Hn müs'en, denn Akkordarbeiten könnten roeit billiger "l^rgest-llt werden als Tagelohnarbeiten. Vor der Sozialisierung brauch; man kttne Angst u haben Man könne woh' Vergw'rke usw. sv'.iali- sieren, aber nickst das Hondw-rk. Die Bauhütte sei auch kein sozialisierter Betrieb, fonbern ein rein geschäftlich^' Unternehmen wie jecor Privatbetrieb. Tie Bauhütte roerbe auf die Dauer wohl kaum
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die §a!kner auf Linöenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann.
bast, bedarfst Du meines Nates nicht. '2C5 seins Tochter kennst Du bi; Rauhe te.a sci:ies Weiens wie das edle, grundgütige Herz, das sich Inn ter ihnen verbirgt. Ich erwarte Dich mit Ungeduld, denn auch ich sehnte mich in dec langen Beit Deines Fernseins oft und innig nach Dir. Mit einer kleinen Ve änderung wirst Tu Dich ftxr- lich obsinden müssen. Ten, hüöscfes weißes Mäv- chenstübchen wurde aus Achims Wunsch seiner Frau als Wohnzimmer eruge.äumt, und Du begreifst, baß es peinlich sein würde, ihr ei'en anderen Raum cmzuwttsen. Aber ich hoffe, Tn wirst mit meinem Zimmer vorlieb nehmen, das ich Dir um so leichter überlassen kann, als ich ahne),'.'S schon seit Wochen die Nächte nede, tern Schla zimmer des Onkels zubringe, um im Rota ! gleich tei ihm« zu sein. Was bie junge Frau Falkner angelst, so wirst Tu g wiß Ge'al ei an i'ir finde', sie ist schön, liebenswüiÄig und klug Obwohl U' in ihren Augen doch kaum mehr als rin fremder (Sinbrrng^ ling sein kann, behandelt sie mich freundlich und gütig. Daß zwischen ei ec un'e ente.rde-i M. in»' stätt -rin meines Schla es inib ei er f ,b" ft deren Weltdame dabei immer etn gow fcr Abüa d bei-- 5en muß, ist zu sclbstoerstL-idlich, als daß weiter darüb-r zu sprechen wäre. Don Dir al ec. die Du die Welt ja mm ebenfalls ferrtei l ratest- trennt sie kein solcher Wstaid: ganz aoge ehe.n von brn engeren verwandtfLaltlirle i Dezi Hungen, bie Dich mit ihr verbinden. So zwei'le ich nicht, daß ihr bald vertrau'e Freundinnen sein rve trt, und ich freue mich, daß Fnau rergne endlich die ebnx* bärtige Gcsri.schaft findet, die sie bisher vermißt haben mag.
(Fortsetzung folgt.)
das cine-3 Tages schriftlich gehen zu müßen. Auf ein paar Wochen oder Monate habe ich also nach Ihrer Meinung noch zu redmen. Das gefügt mir vollbommm. Mit wzitergehe.ifren Versp.ed^ungen will ich Sv; nidjt bemühen."
Zettereignisse nrü'sm ausgniutzt toten, um die Moriima mir?'er Arber erchaft vo.-zu ere tu. Tie neurommuni,.rsche Par e, ive^e desl-atb i^re Kraf e einietzen, um die Arbeiterschaft aufzupeitschen. Bleibe (5 aber la".ei, daß Mtm'^r Simons zu General Wrang l ein Cour o> .e-Bei'- hälttris beobachten welle, ogt-? er ihm sckpn jetzt den fd’ärf.cn Kampf an. Die Reichswehr mü i severschwinden. Die Diivaffmm; bä t dafür ge org’, daß tie Arbei.-rid>att entwaffnet roor^en sei Die Orgesch-Organ sa io-, en see^.i dagegen völlig gerüstet. Ti; Art« ter feien aber auf ihrer £)ui und würden zielbewußt die er Mackst eine andere gegenüberstellen. Die eairze Steuermache sei ein Un.inn, un ec? Ge etzcsmack eri 2ag und Trug, das pari amen tari iche Sy cem eii Hohn. Nur das Rätesysrem fei ge.ig.net, das Recht der Arbeiterschaft yi wahren.
Abg. Müller- F-rmiken (S.) polemisiert gegen die beiden Borrrrirrec und le out, di? Ge- winnung der Arbei er'chaft erfolg- nicht im Parlament, sondern in Bctksver am ntlimgen. Gegen das Kultursck>ändende, was in brr Forderung der Zerstörung der Di? cl-Diolvren liege, Ixtbe auch feine Partei Cinipruch erholen. Zur Antofiomie- frage in Oberschlesien m int der Redner, Ober- schlesien solle selbst en'Jcbc ifr.it. ob es bei Preußen bleiben tortie; beim Rrickfe bleibe es j^enfalls. Daß der Vertrag Von Versailles revidiert werden solle, sei klar. Erne Revi ton könnten wir nur erreichen, wenn ivir der Welt beg-r flich machen könnten, daß bei uns ein neuer Geist eingezogni sei. Die Behaupuug Was?arvs, daß die fov I- demvkratische Parstet das erpresste Schuldbekenntnis unterzeiclmet habe, stimme nicht, denn der ino nationale Kapstal Ismus und der Ehrgeiz sowie die Verblenfrung der österreichichen Machthaber in Wien seien als die Schuldignt bez> ickmet wrsteu. Tn? Mahnung der Sparsamkeit siorlere zur Nachprüfung heraus, ob im HeereSctot all di; Psmde und Offiziere erforderlich seien. Das sri Pflicht jedes Abgeordneten. Scheid.inanns Ausführungen wären mitbes.immt aus der Sorge um den Bestand der Republik. Die ewigen Putsche bchroh.en bie Einheit des Reiches. In der Völkerbundangelegenheit teilt der twedner den Standpunkt ces Ministers, wünscht aber, daß em al', gern en er Völkerbund mit Einschluß Rufstands und DeutsMands rustandekommen möge. Müller g cift 'vd-ann die Rechte an, weil sie in Nm Novembcrtagen keine Stimme für die Monarchie erhoben Haie, jetzt aber so tue, als ob sie auch damals ihr Hüter gewesen wäre. Der Redner waufre sich sodann gegen Dr. Sxim, der sich über bad 'Programm der bayerischen Bolk-partei ausgeschwi.gen habe. Daß eine nwnarchis.ische Bewegung in Bauern am Werke sei, sei Tlar, aber bafür sei in der deutschen Republik fein Platz. Im übrigen habe Baiern fein Recht, Verträge mit dem Auslände äbzu- schließen. Wenn das Recht auf 'Selbstschutz, wie ihn die Ovgesch darsrelle, aS zur Zeit selbstverständlich betrachten werde, dann hätte auch die Arbrilerschaft das Recht, sich zu schützen. Die Uebergrifse nach Litauen gehören zu demselben Kapitel. Warum wird die mit dem Grenzschutz betraute Sipo nicht durch die Reichslvehr unterstützt? Erst wenn der inilitäriscfe Geist in Deutschland endgültig begraben ist, werden wir im Ausland zur Abrüstung kommen. Der EntwaffmingSkommis- sar habe nichts über die Ergebnisse der Entwaffnung der Einwohnerwehren in Preußen und Bcwern gesagt. Bauern sei dec frort der Reaktion: auch Grnral L u den do r f f ei dort wieder tnfgc nicht Der Redner kommt damt auf einzelne ONißstünde tzurück und bcstout u. tu, laß daS fiL-Imungsamt med) immer nicht in der Lage sei, nicht benutzte große Wohnungen mit Beschlag zu belegen und erwähnt ten Fall einer Gräfin Warrensleben. die auf ihrem Gut bei Berlin lebe, ihre hiesige Wohnung formell
deut Zuschlag an die Dauhü'tt? trotzdem zu. — Stadtv. Schmahl (D.-N.) glaubt, daß der Bauhütte mit Recht der Züschag g goben wurde, damit sie einmal ihre L'istungSiähigkrit beweisen t'önne. Er wünsche eine Aufstellung aller bisher s ü r W o h n u n g s .; w e ck e b e w i l l i g t e n K r e- bi tc, einen Plan über künftighin noch beabsichtigte Wohnungsbauten unb eine Denkschrift barüber, ob es sich nicht empfehl', alle Bauten von ber Stabt selbst herstell-.m zu lassen, anstatt die Baugenossen- schasten zu unterstützen. Eine Dreizimmerwohnung ber Bau enossenichcrft hab? über 90 003 Mark gekostet, während bi? gleich? Wohnung von der Stadt “ 30 000 Mark h?r-
denn schcm gerettet? Nehmen Sic mir's nickt übel, meine Herren: als Genesender fühle ich mich eigentlich kaum."
„So weit sind wrr auch^noch nicht. Wer wir kemten bis jetzt mit einiger Sicke.chrit den Sitz unb btc Art Ihrer Kranklfrit: ste gehört griufriche.iixv; nicht zu denen, gegen die unsere Wissenschaft machtlos ist."
„Immerhin ein Tvost. Ich könnte Ste ja nun bitten, mir einen kleinen m«i»mischen Vortrag über meinen Zustaitd zu l-alten, aber ich verzichte darauf, dnrn ich würde nachher nxihrfdelnliti" nicht klüger fein a s zuvor. Wenn ich gefunb iver' e ist'- gut. Und nxmn ichlkerb?, Fa-rt nur dte Ursache metnes Abganges einer?t sein. Estvas cr.x» deres aber möchte ick von Ihnen wissen. Ente Vertrauensfrage : Halten Sie mich für geiürg normal?"
Er fing bat erstaunten Blick auf. den dte haben Aerzle getauscht hatten, unb mit einem trwtifdrn Lächeln fuhr er fort: „Nickst w.-il ich selbst daran rnxitelte. Aber ich denke, sobald ich mich etwas kräftiger fühle, gewisse Vec'ügunget zu treten, bte mögltcherw?ise da ?>ber dort Mitzxr.leo c cg<u__ L? könnte gesckehen. daß man i'fe nach martern an zu fechten versuckst. Unb man wird zu b?m Ende vielleidst behauptat, baß ich nicht me'w ganz ui- vechrmngsfähig genxien sei. Es wäre mir eine Beruhigung, zu wissen, daß Sie das Gegenteil bekunden können." . ,
„Für uns liegt jedenfalls kein rln aß v>or, an Ihrer vU en Zuredmungs'ä'-igleit yi zwei ein, Herr Falkner." sagte der Pvo eßor. „Auf Gaurn- ^nftijmm übt Ihr Leiden nicht den ge-.-tngst.m ^^/Schön. — Machen Sie sich daraus gefaßt.
die Kostenvocanschläge der Unternehmer gewirkt habe. — S'.adtv. Win n (D. Dp ) wendet sich gegen die Ausführungen des Stadtv. Mann^, daß di? h-esigen Unternehmer bet Vergebung der Häuser- bau-en an ber Kaiser-All^ höhere Preise gefordert haften als heute, trotzdem bi; Löhne inzwischen erheblich weiter gestb?g?n seren. Man müs'e sich bie damalige unsichere g schäftliche und wrrt'chtftlidie La^ge, di? jede Kalkulation unsicher machten, vor nlugen halren, ß-wie bie dama s fast unerfckwr g- firren Rcad.-rialprn'e. Jetzt seien die Verhälniise
so billig wie jetzt arbeiten können .— otabtv. Müller (Bürgcrv.) rott daraus hin, baß bie Vergebung von Wohnu. grbau.at ia gar nicht auf ber Tagesorbnmtg steht; fit Antcat auf ed)u§ der Ta>a t? roirb ang.nommkn. — Stadtv. F o u - riec (USP.) weist iwch die Angriff.' gegen die Baugeno fen chaf.en zurück. W nn tiefe aitfangs teurer bauten, so lat das an d u allgemeinen Vers hälrnissen. Man dürst auch nickt di? Mt-1. la ernen in der Mühlstcaße mit den Id a wohnu tgen der Getto ffcnidjaft vergl ichen. — Ck?ibürgcrnieiftrr Keller stellt der Baugcnossenjchaft das beste Zeugnis auS.
Es nird noch ein Antrag angenommen, die Maurevaibeiten des iitvitcn Bauabschnitts den Gies.euer M a n re r m c i ft e r n fr i.-andig »u den Preifen zu übertragen, die sie für vas erste Vauwetk gefordert l-aben.
Zur Kartosselbefchafiung für Kriegsbeschädigte, Kriegshinterbliebene und Minderbemittelte wird aus Antrag der Lebens- nii teldeputation ein Kredit von 00000 Mack bewilligt, ro?iter ein Kredit von 45 000 Mark zur Deckung der dem Lebensmittelamt envacksenoen Verluste aus dieser Kartoffelversorgung. Cinzel- heilen über die Kartoffel Versorgung brr Minderbemittelten usw. würben bereits früher veröfsent« licht.
Stadtv. 'Noll (Dürgerv.) unb Frau Mar- tin (USP.) beklagen sich, daß die bi'.li teren Kar- toffeln tron Leuten bezogen wlud n. bu-aJt'v andere als minderbeniiltelt seien. — Deiguorbnistr Seib meint, wenn bie Stabt in Einiellällen betrogen worden sei, so könne daS an dem Nutzen dieser Einrichtung nichts ändern; die Kontrolle sei ausreichend.
Insgesamt sechs langsri st ia Erwerbs lose werden tron tc; Stadt unterstützt. Für eine Beihilse zur Besckasfnng von Winterkartoffeln uno Winterbranb sind insgesamt 980 M. nötig. Auf die Stabt entfallen hiervon 196 M., bie bewiNigt werben. Der Rest wird von Reich und Staat getragen.
Die Sätze der Erwerbslosenfür- forge werden für die Wintcrmonatc um 20 bis 25 Proz. erhöht
Stadtv W i n n (D. Vp3 regt an, die Arbeitslosen möglichst mit NotstanfrSa^b-i^n zu besdüif- tigen. — Stadtv. Kiel U2P.> wünscht eine n>eitergehende Erhöhung ber Arb itölosenunter- stützung, ba man auch in Gießen künftifhin mit einer größeren ArbcitÄofenzahl rechnen müsse. —• Deigcorbneter Frey erklärt, baß di? Arbeitöbesor- guitg oberster Grundsatz d-w EaoerbSln'stnsürsorgc -ei. Der hiesige Arbeitsnach!v?is habe hierin auch einen guten Erfolg zu verz?ichnen.
Die SchlachthosgebÜhren wuiven bereits im Frühjahr erhöh. mit Ausnahme der Nn- tersuchungSgebühven, weil man burdi deren Er- hölinag eine Stockung in der Fleischzufuhr befürchtete. Diese niedrigeren Preise wurden aber zu sehr ausgenutzt. Tie Untersuckfungsgebühren werden da- ber verdoppelt. — Stadtv. Winn (D. 93p.) be- fürchtet von einer überslrengen Kontrolle eine Verringerung der Fleischzufuhr. — Oberbürgermeister Keller erklärt, daß der Viesjhe.nd lsvi-rband bereit fti, mit einem größeren Betrage zur Deckung des Schlachthofdefizets beizutragen; vnn der Regierung sei aber bis jetzt noch keine Genehmigung hierzu -n erlangen geivesen.
Tie Tagesordnung ist erschöpft.
Stadtv. Winn (D. Vp.) wünscht eine schnellere und rechtzeitige Degntwortung von Gin* . gaben durch die Stadt.
Stadtv. Otter (USP.) beantragt, den ersten 1 Punkt der nicht öffentlid-en Sitzung: Besoldung der Beigeordneten und des O b e r- 1 bürgermeisters, in öffentlicher Sitzung zu beharckeln.
Ein Antrag Ebel (Dem.), diesen Punkt heute abzusetzen und aus die Tagesordnung der nächsten öffentlichen Sitzung zu stellen, wird a n g e - 1 nommen.
Stadtv. Biermann (Dem.) fragt nach dem ' Schicksal der BesoldungSorL-nung für Ruhege- haltsempfänger.
Oberbürgermeifter Keller erslert, daß die . hessischen Stävle diese Frage gemeinsam regeln wollen, was für die nächste Zeit zu erwarten sei.
Stadtv. Kiel (USP.) beantragt Stel'ung« * nähme jur Entlohnung der Notstands- - ar bei ter, die weniger als die städtischen Ar- : beiter bekämen.
Beigeordneter Krenzien erwidert, daß die Notstandsarbeiter wegen ihrer Leistungen nicht - höl-er als ungelernte Arbeiter bezahlt werden ' dursten.
Um 7 Uhr wird nach dreistündiger Beratung ' die ösfentliche SiMng geschlossen.
Bernhard Falkner kehrte sich jetzt den Erntrc- brtfcn zu und sag le mit einer grüßcu.drn Daick- »megung: „Sind oie sd?on ]¥rtrg ? Idr hvfse. Sie leben den gntim Alten nickst zu kränken branden."
„Dec Herr Kollege war über das Ergebnis un- llnteriudmng nicht weniger e.freut alS wir," mvikrte icr Pvo e"or in sei er ernsten, zurnd- »Iteitbcn Art. „Er schloß sid) auf Gnmb fr?s Be mnbe5 unserer Ansidst hurck-cruS an. Demi er bei Äuufd', mißrrte, baf>*ber Herr Kol ege Doktor Gcr- ’ltting statt seiner die weitere Belxrnblimg über» Mnien möge, so gesd-ah es einzig in Anbetvadst piiter eigenen sd'steöstcn Gesundheit."
' Falkner nickte.
„Ich verstrhe. Sie werden damit bei dem ^ickron Sanitätsrat keinen Stein ins Brett v;- »mmeil l-obcn, junger Freund! Mit der Er.erint- ns. daß irren menschlich ist, beginnt man nie 8rn bei sich selber."
„Es kommt ja auch vor allem darauf an, Herr «alluer, ob Sie das nötige 58ertrauen zu mir Buben."
„Warum sollte ich das nicht? Ich bin l*n der Geschichte doch nur das Objekt, dis keine ®8cnc Meinung haben darf."
„Ich glaufr', daß'Sie dem Kollegeii Germerrng M.gr.->h.nn Tatik verpflichtet find," sagte der Pro- mit Nackchruck. „Es ist kerne Uebertreibung, st^ui ich als meine feste Ueb?rzmgnng ausspreche, Jhu«i das Leben rettete."
„■ta$ soll 'ihm nicht vergess en sein. Wer ist es
Sitzung dsr Std-Lverordneten.
Gießen, den 1. N»o. 1920.
(Schluß aus der Samslag-Nummer.)
Wo^iungsbautcn.
Der Finanzausschuß Hal zwar einen Kredit von 4 Millloneii Mart beantragt; in Anbetrackst der Reichs-Hilfe roiro aber ein itternt von drei Millionen Mark, ausschließlich des bereits bewilligten Kredits von . 00 0JO Mack ausreichm, um die Kleinwohnungen in der Bleich.rraße und dec Kaiser-Allee auszusühren. Dieser Trei-Millio- nen-Kreoil wird emflimmig b willigt. Durch das neue Pr fckt nxnxeu etwa ICK) Wohnungen neu gewonnen.
S'adtv. K r a u s m ü l l e r (D. Dp.) beantragt, das; bei Ausführung der städtischen Bauten auch die Gvehenei' Pcnatardst elie l zu? £-c fteTiung von P.Lnen herangezogen w?rdm. Siaotv. Winn(D. Dp.) weift hierbei darauf hin, daß ein solcher Antrag bereits vor einem Jahre gestellt unfr auch angawnimen worden sei. Auch heule wird der Antrag äugeitommen. Stadtv. Goertz (Ztr.) hält die Au ivendungen der Stadt für^Wohnungs- banten nicht für genügend und verweist auf anbere Städte. — Stadtv. KrauS müller (D. Vp.) rollt di- prinzipielle Frag? aus, ob das Bauamt bei Mindestpreisverg buitgen die S auteerordnetenver- sammlinm nicht zu befragen braucht. — <StabtD. Ebel (Dem. > iveist darauf hi.i, fraß frre früce 't Stadtverordnetenversammlung die Bestimmungen der Släüteordnung bestimmten Modifikalioneti unterwerfen lEß. Er beantrage, die freihändige Vergebung der Arbeiten zu gestatten. — Stadtv. Mann (Soz.) spricht daiwn, daß die Stadt von bett hiesige?' Hanlt'werl'erii ül<rs O'tr g?sauen worden sei ir.i*o tritt für bi? Bauhütte em. — Slafrlo. Fourier (USP.) glaubt, daß Gießen vorn Reich doch nod> Bank, stetizuschüssc erhol en weite, wenn es auch viclleidst formell feinen An pmch mc hr habe — Beigeordneter Krenzien stimmt dieser Auffassung bei. — Sadtv. Krausmüller ^D. Vp.) Hal gegen das System der Bauhütten prinzipiell nichts einzuivenden. Die Stadt müsse aber vor allem Rücksicht auf den hochbesteuerten und notleidenden Handw?rk-?rstand nehmen; er stimme aber
Berlin, 31. Oktober. Im Reichstag ist e in; deulschnationale Interpellation wegen der Ka r« o ff e l o er so r gun g ci.irejtr: gen, in der es u. a heißt: „Oboohl di? ßanbiuirte sich bereit erk.arl hält.n, für die minoerbemitteltc Bevö.krung eme gewisse Menge Kartoffeln zu mäßigen Preifen zu liefern, wurden an vielen (Sc.kn TeutfchlandS de 2dnfr.ii.te durch Drohungen vcran.aßt, Li?sw-u>.gsverpilichlungen ans Kartoffeln zu hecabges ßteu Preisen für ihieBeru-S genohen zu üo?rn.l-men, für deren Ausführung sie nicht einzusiehen txrmöd)tcn. Von überall her kämen außerdem Mi t i.ungen über mangelnde SSagengqidlungen der Eilenbahn.
Erika schrieb an ihre Pslegeschwesler: Li bsle G-r a!
Vergib, ixn; ick Temen Brief erst heut? beantwort?. Es liegen fdftmme Tage hmtcr mir, Tage, an denen das De'inden des Onkels es mir unmöglich macht?. Deinetwegen mit ihm zu spreckxn. Aber bie drohend? Gewähr ist, Gott sei Dank, vorill^c, und m Schimmer neuer Hofmmg iracfit uns alle sehr gluck id?. Er leudstete aut in den Augenblick, wo Doktor Oswald Germering, ein jimger Tte'r.i- bnnrrer .Arzt, als Vectre ec un'e e3 erkrank cn S<r-tttsoots auf Li rdcnhö. e e s-.'^e-i. Er sta"d augensckcinlick von Anfang an unter lein Eindruck, daß di-? bisherige BeVrrndln"g un'e e5 treuen Kranken nicht die ricknige ge-re'ci s:'i. Aul "fein dringen» fr5 Verlangen müße Adym Proel'or Germann Hierherrusen, und das Ergebnis de? gestrig-n gemeinsamen Untersuchung war, baß al e WSlidüen aus Genesung vorbanden sind. Wie groß der Julel und die Dankbarkeit meines Herzens sind, brauch? ick Dir nicht zu sagen; ich segne die Fügimz, die Toktor Germering noch zu rechter Zeit in unser Haus führt?, und ich bin gewiß, auch Tn wirst timt mit dem Vertrauen begeg en, das er verdient. Taß Du dazu ball) G legen hei t Ifaben wirst, i i be zwei.; große Freufrenbo schäft rnern- s heutigsm Br-lefes. Aus sein ausdrückliches Verlangen bale ick) Telinn Baier lesen lassen, was Du mir eeschrleben, und fetzt ist er cs, ber ben Rm zur He n: ehr an. Tickergch-en
läßt. Für die Art, wie Du ihm gegenwerzurietet ‘
Verschiedentl Fntapiiig h öflbnbollltlofirr Ihre FrtsdioilMi!: buttbreiftnben fctq Perfekte Flickei 1,0 Allculr, 18, Brill Sehr. Köm gegen gebe, flinitj aii verianichcn. 1 M. Löber» Holl
Deutscher Neichrtag.
Berlin, 30. Okt. 1920.
Die allgemeine
Aursp-achr zum Reich^haucHalt
S d> i s fe r (Dem.) betont: Wir dürfen Tne Gklegcnlxit versäumen immer wiedtr in di' D<lt hinauSzurufen, daß der Friedcnsvertrag von z e r s a i 1 l e s ein R e ch t s b r u ch und eine Der- «rrualtirrunq ist. Die Wilsonscken Punkte sollten r;n? reue Aeta des Vö'kerfried..t.s hervorruf-tt. Ta t«r Vertrag b/it Versailles aler diese Punkte mist» «H el, ist er ein Betrug an der ganzen Wett. Wir xibcn auch ein Recht, die allgemeine Abrüstung |(I fortern. Es ist ausdrücklich abgemacht worben, unsere Abrüstung nur eine Ein.eitung zur .-i^maiionalai Abrüstung bilden soll. Diese Er- ^nnlnis ist noch nicht durchgedrungen. Im •Snignt kann nicht laut genug betont werden, w(d)e Deewirrmiaen der Friedensverirag an» ® irfjiet Hal. Der Völkerbund ist zum Gespött der gelt gnoviden. En glands schwierige Lage er- hnnc ick an. An Rußland hat es eine harte Nuß ,. knacken und der gegenwärtige Riesenstreik bc- örobl seine Produk ion. Tas bedauere ich umsomehr, es augcnblicflid? seine Hände nicht frei hat, mobenHegemoniebestrebungenFrank- - m ch s aus dem Kontinente entgegenzutreten. Ter Mtnier nimmt sodann gegen die Ausführungen Eckeidemanns Stellung und nimmt den General wn Sccdt und bie Offiziere in Schutz. Er gibt zu, t ch Zahlreiche Fehler begangen worben sind, aber b-t Talsackfe s.i bett Militärs hock anzurechnen, tch sie in strenger Pflichterfüllung sich ber diurigen Mb schmerzllchen Arbeit der 9tb» riflimg unterzöge n haben. Im übrigen habe in dem Gencrgl Seeckt den ihm treu und ,»oerlässig ersdfeinenden Mann berufen. Auch für Obersch 1 esien sei die Sozialisierung
| wn großer Bedeutmig. Diese Soziallsienmg mülle red) den Aniab?n des Herrn Schridemann selbst | eine vernüns ige sein. Was w>'lle denn das Bürger- 16»n anderes, als den Arbeitnehmer neben dem I Unternehmer mit S arital zu beteiligen und ihm [nie maßttebeude Stellung eiuzuranmen. Auch die loetri-.Nn Aiissührungen HeimS hätten von großer 2tb‘ und tiesem Verständnis für die Arbeiterschaft ' ,-r^ai-Tt. Der Redner ermahnt die Arbeiterschaft, -he Forderungen nicht zu überspmmen, fordert eine ^rrnlierung her Stteikbewegimg durch gesetzliche 5üt)img der Sck'ichlllngSanssd'ülse und lveist nach, tcn die Zwang-wi'-tsd)ast, bie bock ein sozwlistiscker 9tfrnr°e i<i, icnsl nicht h.chc netten 'köjimen:.- Der Redner gebt batrn zum Etat über und fordert Sparsamkeit. Der Unwille und das Mißtrauen der ck'frütersckast gegen den zeknvrozeittigen Wzug sei oerstcmblich, ba sie nicht überzeugt sei, daß auch Ille Rlldien entsprechend heranacholt wurden. Hier I sttle es an der genügenden Aufllämng. Bttl zweck- Inäßiger wäre es, wenn man die Einziehung der den Industrie- und Handelsorganisationen |fberliefe. Freigewordene Beamtenstell-m sollten so linw nicht besetzt werden, bis wieder das normale k°?aß vorl'anifrn sei. Auch bei der Justizverwaltung l'jr.itc burd) E nichränknng d?r überinäfeten Redst- |ii>T(fcunq gespart werden. Wenn die Sozialdemo- I 'oolen nicht wollen, so dürfen sie sich nickt besagen, I nenn ohne sie regiert wird. Von der Reaieriing oer- lltw er daß sie nickst immer nach ber Sozialdemo- I 'm ü hin'cknele Andever eits mü'sen die ewige Un- Inibc inib bie Geruch e von einer Ministerstürzerei I aiibörrn damit cnd.ich mit dem Aufbau begonnen ?<rbm kann
g Abg D 3 umig (U. Links) erkennt an, baß I fctbm Reden >cr Minister ein Körnchen Wahrheit
i Er pvlemi i?rt gegen die Rechte unb fragt, I ck sie ern '.lich glaub", die Monarckfie 'wieder auf- I rixhren zu können. Sie werbe cs niemals fertig I :e*Dmmeii Wir wilien, baß es mit Ihnen einen I Ümip) Auge uni Auge, Zahn um Zahn geben I nitb; darauf bereiten wir uns vor. Der Versailler I Ertrag sei nur das Echo des Vertrages von Brests I ittowSk. Der Entente könne jetzt feine andere I Mfrt entgegentveten als bie ber organisierten I Lrbcftersckstift Nickst nur in Wes enropa, auch in I ibg'aub machten sich schon bie Anzeichen ihrer I Sirimog bcnrciTbar, anbever'ei s sei aber zwischen I 'en itarjoidTcn und denNckien Milita-ismuS kein I Ihlerfdiex unb wenn es .gegen bie Arbeiterschaft I oTft den Bolschewismus <rfr?, würben beide sich im I Dienste des .ü api alismus finden. Uns liegt nichts la ber Sozia!i lerung. Wir wollen den Sozialist Inti jhixrr gleich: wrr werden für ihn 11: m m e n mit unserem Blut. Auch die I twilnri tri,~bie hier empfohlen worben sind, in- ■ ienberba das Rezept des Llbg. Heim, gefallen I irS nickst Wir wellen bic Enteignimg Täuschen Itoir unS nickst, ber SozialisierungSgebanke mar» ■ Wert nickt Wir nxw>en nidsts erreichen, unb ■ ü' Bordstägc, bie hi r gnnach? toerbm, sind nur IA lrapi»en des Kapitalismus. Eine Sozialisierung Imtcr Sd?onung ber Unternehmer sei eine F«rce. ■ Eine ait.xTC S' ziali'ierung werb« sich aber in ■ Wem hohen .frone nicht frurckstühren la'sen. M e
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an einen Prinzen Solms ixermie'et hab;, ber sie aber nicht benutze und noch bic stäbiischen Lefens- mittel für sich abbolen lasse, auferbeni Kohlen in Ueberf uß feziehe. Einen Slurz ter Regierung wolle seine Partei so lange vermeiben. als nicht bie Deutsch? Vo kspattei bie Turchfühning ihres Wahlprogramms burchgesetzt habe. Desglcid)en brängc sie sich nicht nach einer Betellirung an ber Regierung. Zur Sozia menung bemerke er, baß biese nicht etwa in preußischen Bahnen wanbeln solle., Der Vorschlag I der SozialisiernngSkommission sei das zu ei'strebende Ziell
Reichswehrminister G e ß l e r fezeickme' es als unerhört, daß solckie Uebergrtrfc in Ouprcnßen erfolgt sein sollen, wie ber Vorcrimer sie soeben besprocheri habe. Er habe nvck eben in eifern Ferngespräckf von dem Obervrä ^i cn von,O > Preußen erfahren, taß die Geriichtt stark übertrieben Wiedergaben feien. Seit dem 15. Oktober habe niemand mehr bi-' Grenze lll-erickritlen
Nach einer Reihe prr'önlick-er Bemerkungen bittet der Präsident den Etcrt einstweilen dem Haushaltsaus'chus; zu übrrwri en. die Beratung aber fortzusetzen. Das HauS beschließt b«m<emäß a
Weiterberatung Donnerstag den 4. November j nachmittags 3 Uhr. — Schluß 21 2 Uhr I .


