zlmtsDcrlünöigungsbloti
für die Provinzialdirektion Gberhesfen und für dar Kreisamt Gießen.
(Frf^ernt nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen MK. 2.50 vierteljährlich.
Nr. 142 1. Oktober 1920
Inhalt.- Ueberficht: Außerkrafttreten des Ausführungsgejetzes zum Friedensvertrage. - Anmeldung und die Beschlagnahme von Rechten und Beteiligungen an öffentlichen Unternehmungen aus Anlaß der Durchführung der Bestimmungen des Friedensvertraqes. - Entwaffnuna der Bevölkerung. - Das Ausmahlen des Getreides der Selbstversorger. - Regelung des -Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl - Viehseuchen
Bekanntmachung
betreffend das Außerkrafttreten der 8§ 1 und 2 des Ausführunqs- qesetzcs zuni Friedensvertrage vom 31. August 1919 - Reichs Gesetzblatt S. 1530- gegenüber Liberia Vvm 14. September 1920.
Ans Grund des £ 3 des Ausführungsgesetzes zum Friedens vertrage vom 31. August 1919 «Reichs-Gesetzblatt S. 1530) und des Erlasses des Reichspräsidenten, betreffend die Errichtung und den 0>3'chäfls1reis des Reicl-sminisieriums für Wiederaufbau, vom 7. November 1919 Reichs-Gesetzblatt S. 1875) wird hiermit bekannt gern acht:
Liberia hat sich iuneßhalb der im Artikel 296 e des Frie- densvertvages festgesetzten Frist nicht für die Anwendung des Ar.ikcls 296 und seiner Anlage entschieden.
Mil dem Ablauf des Tages dieser Bekanntmachung treten daher die Borscl-riften der 8S 1 und 2 des Ausführungsgesetzes zum Friedensvertrag vom 31. August 1919 (Reichs-Gesetzbl. 5. 1530) im Verhältnis zu Liberia außer Kraft.
Vorstehende Bekanntmachung ergeht iin Anschluß an die im Reichs (Gesetzblatt von 1920, S. 71, 252, 481, 848 und 1089 veröffentlichten Bekanntmachungen.
Berlin, den 14. September 1920.
Der Reichsminister für Wiederaufbau.
I. V.: Meyer-Gerhard.
Bekanntmachung
betreffend Ergänzung der Bekanntmachung vvm 19. August 1920 (Reichs«nzeiger Nr. 196) über die Ergänzung der Anmeldung und die Beschlagnahme von Rechnen und Beteiligungen an öffentlichen Unternehmungen aus Anlaß der Durchführung der
Bestimmungen des Artikels 260 des Friedensvertrages.
Auf Grund der 8§ 1, 4 und 5 des Gesetzes über Enteignungen und Entschädigungen aus Anlaß des Friedensvertrages zwischen Deutschland und den alliierten und assoziierten Mächten vom 31. August 1919 (Reichs-Gesetzblatt S. 1527) wird folgendes bestimmt:
£ 1 Außer den in § 2 der Bekanntmachung vvm 19. August 1920 (Rcichsanzeiger Nr. 196) über die Ergänzung der Anmeldung und die Beschlagnahme von Rechten und Beteiligungen a.i öffentlichen Unternehmungen aus Anlas; der Durchführung der Bestimmungen des Art. 260 des Friedensvertrag.'s genannten Rechten und Beteiligungen werden lveiter beschlagnahmt:
Aktien der Danziger Elektrischen Straßenbahn-Aktiengesellschaft.
Auf diese Beschlagnahme sinden die Vorschriften des § 1 Absatz 2 und des 8 2 der Beschlagnahme-Bekanntmachung vom 9. Shili 1920 (Reichsanzeiger Nr. 151) Anlvendung. Betrag und Umfang dieser Rechte finb bis zum 30. September ds. Js. nach Maßgabe der Bekanntmach-ung vom 19. August 1920 anzuzeigen.
§ 2. Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.
Berlin, den 16. September 1920.
Der Rcichsminister für Wiederaufbau.
_________________3. A : Rc e u e r (Gerhard._________________
Bekanntmachung
betreffend Aenderung der Bekanntmachung vom 19. August 1920 (Reichsanzeiger Nr. 196) über die Ergänzung der Anmeldung und die Beschlagnahme von Rechten und Beteiligungen an öffentlichen Unternehmungen aus Anlas; der Durchführung der Bestimmungen des Artikels 260 des Friedensvcrtrages.
Auf Grund der 88 1 und 4 des Gesetzes über Enteignungen und Entschädigungen aus Anlaß des Friedensvertrages zwischen Deutschland und den alliierten und assoziierten Mächten vom 31. August 1919 (Reichs-^Gesetzbl. S. 1527) wird folgendes bestimmt :
Die in 8 3 der Bekanntmachung vom 19. August 1920 bezeichnete Anmeldefrist wird bis zum 30. September verlängert.
Berlin, den 13. September 1920.
Der Reichsminister für Wiederaufbau.
I. A.: M e y e r - G e r h a r d.__________________
Betr.: Die Ausführung des Gesetzes über die Entwaffnung der Bevölkerung.
An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Die Meldungen über die Waffenablieferung laufen zum großen Teil verspätet und zum Teil erst auf telegraphische Aufiorde.7.lng
cher ein. To der Landcsvommissar für die Ablieferung spätestens bis Mute jeder Woche über die erfolgten Ablieferungen in Kenntnis gesetzt lern mus;, müssen wir darauf bestehen, daß die Meldungen so zeitig abgesandt werden, daß sie Montags hier ein- lausen. Tie durch die telegraphischen Anfragen entstehenden Gebühren müßen Ihnen zur Last gesetzt tverden.
In den wöchentlichen Meldungen sind die Zahlen der letzten Wochenablieferung, sowie der Gesamtablieferung aufzunehmen.
Gießen, den 29. September 1920.
___________Krcisamt Gießen. I. V.: Hemmerde.___________
Bekanntmachung.
'B e t r.: Ausführung der Reichsgelreioeordnung; hier: oas Aus- nullen des Getreides der Selbstversorger im Erntejahr
Unsere Bekanntmachung vvm 30. Juli 1920 (AmtsbeLkündi- gungsblatt Nr. 110 und 111 vom 5. und 6. August 1920) erhält mit Genehmigung des hessischen Landesernährungsamts vom 27. September 1920 zu Nr. L. E. A. 11801 folgende Zusätze:
1. Zu 8 5. Tas Gerben von Spelz (Tinkel, Fesen) ist von der Ausstellung von Gerbkartcn abhängig. Anträge aus Ausstellung von Gerbkarten sind unter Vermittlung der Bürgermeistereien des Wohnorts der Antragsteller dem Kommunalverband einzureichen.
2. Zu 8 11. Dem Müller ist verboten, die Zurückgabe der her- gestellten Erzeugnisse in Teillieferungen vorzunehmen.
3. Zu 8 24, Ziffer 1. Die Herstellung von sogenanntem Haushaltungsmehl ist untersagt.
4. Zu 8 30. Ter Versuch von Zuwiderhandlungen ist strafbar.
5. Vorstehende Bestimmungen treten mit dem Tage der Verkündigung in Kraft.
Gießen, den 28. September 1920.
.Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Sieger!.
Betr.: Wie oben. ----
An den Oberbürgermeister zu Gießen, die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, das Polizeiamt Gießen und die Gendarnicriestationen des Kreises.
Vorstehende Bekanntmachung ist ortsüblich zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Selbstversorger und Müller sind auf ihren Inhalt besonders hinzuweisen. Auf die Durchführung der Vorschriften der Bekanntmachung ist strengstens zu achten.
Zuwiderhandlungen sind zur Anzeige zu bringen.
Gießen, den 28. September 1920.
____________Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Siegert.___________
Bekanntmachung.
Betr.: Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl.
Auf Grund der 88 59 und 61 irr Reichsgetreideordnung für die ernte 1920 vom 21. Mai 1920 (RGBl. S. 1027) wird für beic Bezirk des Kommunalverbandes in Ergänzung unserer Bekanntmachung vom 15. Juli 1920 (Amtsverkündigungsblatt! Nr. 101 vom 20. Juli 1920) folgendes angeordnet:
1. Schwangere Frauen erhalten vom 7. Kalendermonat der Schwangerschaft auf Grund einer Bescheinigung des Arztes ober der Hebamme eine Brotzulage von 470 Gramm = 350 Gramm Mehl für die Woche. Anträge auf diese Zulage sind unter Vorlage der erwähnten Bescheinigung bei der Bürgermeisterei des Wohnortes zu stellen.
2. Kranke, Magenleidende usw. erhalten an Stelle des Brotmehls Krankenmehl (65proz. Weizenmehl) oder ein aus diesem Mehl hergestelltes Brot. Die Abgabe erfolgt nur auf Grund ärztlichen Attestes nach Anhörung der ärztlichen Prüftingskommission.
Dem Oberbürgermeister zu Gießen und den Bürgermeisterei en der Landgemeinden des Krei- -ses wird empfohlen, vorstehende Bekanntmachung alsbald ortsüblich zu veröffentlichen.
Gießen, den 28. September 1920.
__________Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Si eg e r t.__________
Bekanntmachung.
Betr.: Ansteckender Scheidenkatarrh unter den Rindviehbeständen der Gemeinde Burkhardsfelden.
Unter den Rindviehbeständen der Gemeinde Burkhards- felden ist der ansteckende Scheidenkatarrh festgestellt worden. Die Sperrmastregeln wurden von uns angeordnet.
Gießen, den 25. September 1920.
Kreisamt Gießen. I. V.: Weicker.
Dru«k b#r Br üblichen Unnxrfitäts-Buch unb Stein brudurei. R Lauge, (Biefttn.
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45 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz. Vorschrift 20°/f Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Derautworlllch für Politik: Aua. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinholb 3enz: für ben Anzeigenteil: H. Stdi, sämtlich in Gießen.
Samstag, 2. Oktober 1920 Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis ▲ zum Nachmittag vorher jCK. ohne jede Verbindlichkeit.
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nere an bie Behandlung der Frage von Eupen Malmedy. Aber Deutschland gibt bie Hoff- g auf eine gerechtere Behandlung der Inter- analen Fragen nicht aut und sieht namentlich ter Entwicklung des Schiedsgericht sge- tkens eine wesentliche Aufgabe der künftigen kergememschaft. Zu diesem Ziele möge der be- tehende Kongoeß einen entschlossenen Schritt vorwärts bedeuten!"
Braunschweig, 1. Oft. Dem 9 Pazi- gKongreß ging gestern die Generalversammlung
Deutschen Fri eben sg es e 1 l s cha f t ins. Sie* war der Erörterung der En troa ff- n gssrage gewidmet. Es wurde eine Ent- efjung v. Gerlachs angenommen, in der es t:
„Die Deutsche FriedensgesMchaft erblickt tn in ben Friedensvertrag aufgenommenen all- einen Abrüstung, deren erstes Ziel die Deutsch- ■ auferlegte Verminderung seines Heeres ist, der wenigen guten Bestimmungen des Frie- «Vertrages. Sie bedauert, daß die deutsche Rv- itng bie im Friebensvertrage festgesetzte Ab- ing hrnauszogert unb dadurch Deutschlands rnationale Stellung außerorbe-rtlich erschwert Wir sehen in ber möglichst raschen Abrüstung tschlands eine im Interesse bes beutschen Volkes rtbe Maßnahme. Je reitwilliger Deutschland de bleien Punkt ausführt, um so stärker wird Position ber Pazifisten des Auslandes, die die »meine Abrüstung aller Länder für eine ber ntlichsten Ausgaben des Völkerbundes halten."
Die Verhandlungen in Riga.
Warschau, 1. Oft. (Wolfs.) Aus Riga > gemeldet: In der Dienstag ^Sitzung der Haupt- Mission schoächten sich die Friedens aus- ► ten ab. Die Frstdensbedingungen Joffes, angeblich das Selbstbestimmuligörecht der Döl- aner kennen, dabei aber eine Volksabstimntung für Galizien vorsehen, die Lander am Bug »gen ohne Abstimmung Rußland zuerkennen, :n große Verwunderung hervor.
Die Kriegslage.
Warschau, 1. Oft. (Wolff.) Im Genenal- öbericht der polnischen Armee vom 30. tember heißt es: Nach der Zerstreuung der im eich von Lida konzentrinTten Sowjettruppen en unsere Truppen bie Verfolgung des Feindes Etlicher Richtung eiligst fort. Der Feind zieht in vollständiger AuflSfung zurück, von allen ben von unseren Truppen angegriffen. Einr Sowjetdivisionen ging vollständig zu uns :, nachdem sie ihre Kommissave, die sie zum -erstand aufgefordert hatten, ermordet hatte, t Slonim vvrrückendc weißrussische Truppen men am 30. September in einem heldenmütigen rriff Baranow itschi.
i Siegesbericht de- Generals Wrangel. Konstantinopel, 2. Oft. (WTB.) Heeres- cht des Generals Wrangel. Die 13. Rote mee, die aus ihrer Flanke und im Rücken egrisfen ist, zücht sich fluchtartig nach n Dnjepr zurück. In der Gegend von cmdrowsk sind die Bolschswist-n auf einer out von 200 Kilometer auf der Flucht.
haben mehr als 1000 befangene gemacht, nieten 50 Geschütze, mehrere hundert Ma- rengenxhre, 8 Panzerzüge, 3 Panzerautos, lugzeugo und vstl Kriegsmaterial. Aus der teil taurischm Front melden untere Aufklä- rstruppen lebhafte Tätigkeit.
Es war natürlich nicht zu erwarten, daß
"Borwärts" für die hier erwähnte „Reak- rwn" in Deutschland eine Lanze brechen wurde. Er fügt seinem Referat hinzu, daß, ~-------- --- —.
ur der Tat die Deütscharationalen in diesemI Esperantisten dem widerspenstigen Auslände
gteidjroertroe Men,cyen
für diese Anschauung ---... r—- -- ... -
einen Bericht „Die Wahrheit ms Ausland bei unb bitten um Mitnahme beifolgender Notizen in (Fhrer Zeitung sowie um Aufnahme der b e t folge n b e n Annoncen. Die letzten wollen Sie aber nur dann au fnehmen, wenn Sie i m redaktionellen Teil unteren
Artikel bringen."
In diesem letzten Satze begegnet und bie gleiche Naivität, die von den politischen I Esperantisten dem widerspenstigen .Auslände
folgen wird? Willfahrt unsere Schule der Darmstädter Anregung, so wird die Rute dieses Unterrichts sicherlich nur auf die hessischen Schulbänke klatschen, denn im Auslarrde gelten die Streckerschen Münzen keinen Pfifferling. Aber die Agitation geht weiter, und wir erhielten dieser Tage von einer „Germ ana Esperanto-A socio" in Dresden folgende nette Zuschrift: .
„Durch Zufall erholten wir einen Ausschnitt aus Ihrem Blatt, in dem Sie zu ber be»o t* stehenden Einführung des Esperanto in die hessischen Schulen Stellung nehmen. Wir ersehen daraus zu unserem großen Bedauern, daß Sie das Esperanto unb bie Ziele bes- selben von einem ganz falschen Stanbpunkte aus betrachten. Wir Esperanttsten verfolgen ben Zweck, in erster Linie unter Deutschtum hochzuhalten unb bie deutsche Sprache davor zu , schützen, baß bie» selbe Brocken der Sprache unserer Feinbe aufnimmt. Wir sinb ber Ansicht, baß burch bireften Wer kehr von Volk zu Volk wir den Ausländern Aufschluß über unsere Kultur und Bericht über unsere jämmerliche Lage am besten geben können W liegen zahlreiche Beweise vor, daß durch diese 9uip Klärungen im früheren Feindesland eine wesentlich andere Stimmung unter ben Leuten euigetreten ifL Der Kongreß im Haag ist wohl bet einzige gewesen, auf dem bisher nicht bie Schulbftage tn der bekannten Wciie behandelt worden ist, sondern auf bem von den Engländern und Franzosen glatt erklärt worben ist, baß nicht wir die Lxhulb an dem Kriege haben, sondern daß das Weltdrama Irrungen der Stegwrungen gewesen sei. Es wurde den Deutschen wiederholt versichert, daß man und als ™ ' b im eigenen Lande
wirb. Wir fügen
wirb ihre Hett^keitswirkung jenseits ber deutschen Grenzen nicht verfehlen. Man gönnt uns ben Lumpen unb bie Bürste gründlich, wird sich aber in Paris unb London von dem Arbeitseifer nicht anstecken lassen, ob» wohl Graf Montgelas auch Attklagen gegen die Entente erhebt, sondern sich mir befriedigt den wohlgepflegten Bart Zeichen. Nicht ohne Vergnügen lesen wir heute im „Vorwärts", einem Blatte, das stit langen Jahren systchnatisch das eigene deutsche Nest beschmutzt hat, eine Auseinandersetzung mit jener Sorte von Pazifisten, die im „Berliner Tageblatt" und ähnlichen Organen ihre Fördernna erfahren. Der Neu- schweizer Pazifrst Professor Friedrich Wilhelm Förster, der, woran der „Vorwärts" jetzt erinnert, sich früher nicht genug für die Reinheit der Kriegsziele der Entente verbürgen konnte, warnt in der „Bossischen Zeitung" vor der „Hetze" unserer nationalen Kreise gegen die Sieger. Die Folge davon, wäre, iv sagt er, eine Steigerung der ftanzösischen Unversöhnlichkeit. Aber lassen wir hier den .vorwärts" selbst sprechen, wie er über die ®ebanlengänge Försters ironisch referiert:
„Unb diese Folgen wußte er (Förster) recht schauerlich — zu schauerlich sogar, um wirksam zu *m — an bie Wand zu malert: setze die Reak- von ihr chauvinistisches Treiben fort, bann werbe 9^ Tages bas französische Staatsoberhaupt noch ****rita fahren, wo der Deutschenhaß noch immer sei, unb bort die öffentliche Meinung gegen ^eupchland mobil machen. Dann werde bie ganze Amerikanische Industrie und Technik im Bunde mit vranheid) mit Deutschland ein neues Mal, unb ^Erts.Mal enbgültig, ab echnen. Deutschland werde Sintflut von Eisen, Feuer und Gas ver- sein Volk ausgerottet ioerden."
1ZX.1.1V11WM *fw-v »** «'t yw
fonoeren Wert darauf gelegt, das Auswärt g»: Drtt bei Ihrer Veranstaltung ber treten zu feben. Der Gegenstand der Tagisvr-dnmcg des 9. Pazifistenkongresses erfordert bie gröfee AufmerAamkeit ber Leitung der deutschen Auhenpolirik. Die Frage des Erntrittes Deutschlands in den Völkerbund ist immer mehr in bat Vordergrmtd des öffentlichen Interc-fses getreten. Wie Sie misten, bat die Tages preße nuhrfach Narl)rich!-.-n über Vorschläge gebnacht, die wegen ber Auswchme Deutschlands in den Völkerbund txmneutraler unb selbst von alliierter Seite ausgegangen sein sollen. Die deutsche Regierung hat keine amtliche Kenntnis von irgendwelchen derartigen Schritten, sie muß aber selbstverständlich damit rechnen, daß sie Über kurz oder lang vor derartige Entststeidungen geftült toirb. Umso wertvoller wird sie alle Sbtregungm entg>?geimeh.'nen, die mis Ilfrer Mi.te an sie berantrcfc.n. Die deutsche Regierung ‘Derfermt die Schwachen nicht, welche die Völkerbundsakre des Versailler Vertrages enthält; ich darf im einzelnen an die Denkschrift erinnern, welche die deutsche Friedens del egation in Versailles überreiche Dennoch würde der Beitritt Deutschlands zweifellos auch für uns mancherlei Vorteile bieten, insbesondere auf dem Gebiete der internationalen Rechtsbez-ehungen und internationalen Wirt- schaftsHungen Aus diesem Grunde ist Deutschland für die Bemühungen seiner Freunde und der einsichtsvollen unter feinen Gegnern dankbar, welche einen Eintritt in den Böllprbund betreiben. Aber es liegt für Deutschland keine Veranlassung vor, sich zur Aufnahmein den tetzigen Völkerbund zu drängem So lange in der Nähe unserer Grenze Krieg geführt wird, könnte unsere Bindung durch die jetzt gültigen Völker- bundsakie eine Gefahr werden für Deutschlands stetige unb entschlossene Neutralitätspolitik. Solange ferner Großmächte wie die Vereinigten Staaten von Nordamnnka unb Ru ßlanb nicht Mit- atieber des Völkerbundes füib. bleibt ber Zweckge- banft des Vö.kerbundes verkrüppelt. Wenn die Zeit gekommen sein wird, wo Deutschland in den Völkerbund eintritt, werden wir von dem mangelhaft organisierten Völkerbund an einen besser zu organisierenden Völkerbund appellieren. Bisher hat Deutschland allerdings mit feinen Berufungen an bat Völkerbund trübe Erfahrungen gemacht; ich
Die Tagung der iialienischen Sozialisten.
Mailand, 1. Oft. Stestmi. Der sozialistische Parteivorstanb erörterte geifern dir Frage ber Sp/ltung der Partei weiter. Rächdcm mehrere Tjiebner für und gegen fk gesprochen hatten, betonte Bacci, die Moskauer Bedingimgrw mußten je nach ben Verhältnis!en der Parteien der einylrven Länder beurtilt werden. Qo tonnte man die Rest) rin ist« i in Italien nicht mit ben«! in Fvankteich in einen Topf werten. Die Aend^chg des Namens in .Kommunisten anstatt SryA ''en könnte im Falle der Spaltung der Partei böse 'tzolgen haben. Graziadictm inte, eine etnwige Diktatur des Proletariats in Italien, ebenso wie m Frankreich und England toirrbe eine vollkommeirere Form haben, als man sie in Rußland sehe. Jedenfalls müsse die Revolution tn den mitt dem» päitoen Ländern gleichen Schritt halten Hinsichtlich der Fe)vuchme der Seeleute, bie dm nr)ifd)en Dampfer „Rodotzo" besetzten, erllarte die Par:eileitung, mit dem Seemannsbund zusammenzustechen.
Sin Bündnis zwischen Holland und Belgien?
Brüssel, 1. Oft. Havas. In der Frage eines Defensiv-Bündnisses mit Holland erklärt die „Nation Steige", es könne schon jetzt gesagt werden, daß in der Tat ein Defensiv-Bünb- nis offiziell erwogen würbe. Das Abkommen würde sich nicht allein auf die Durchfahrt von Vielingen ober auf bie Scheldegewässer beschränken, sondern sich auf das ganze Gebiet der beiden Länder erstrecken.
Die Bekämpfung der Viehseuchen.
Paris, l.Okt. (Wolff.) Die vom französischen Landwirtschaftsminister geplante internationale Konferenz zur Bekämpfung der Biehseuchen tritt un Dezember in Paris zusammen. Es ist geplant, ein ständiges Bureau zu errichten, das alte' sammelt, was auf bte Bekämpfung ber n-. seuchen Bezug hat


