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1920.

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Nr. 251 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesfen) Zreitag, !. Moder (920

hängt daher von unserem Willen zum

ab."

den

Die

Berlin

Abend- Abend- Schluß- Schluß

1S2,

333,-

335,-

8,15

Büchertisch.

Verlag

Bruno

Baveitthrn machte eine bezeichnende Bewegung I Mann möchte ich freilich sehen, bcr dieser süßen den Schultern.Ob sich's nod) ein paar Heinen Lexe widerstehen tarnte.

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Fortsetzung 1.

(Nachdruck verboten.)

stcuidm. Es ist lange her, baß sich Beruh red

Leben hierher in Die ländliche

stille zurückzog.

182, 181.

8.35

521,-

314,

223, '-95,

262,25

279,75

314,50 219,-

194,50

345,-

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30.9.

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Kurs 30.9.

Kurs 29.9.

79,50

260,50

279,50 542,-

402^-

406,

298,

230,

Lörsenturse.

Frankfurt

Iürlch . . .

Amsterdam .

tiopemjagtn.

Prag. . . .

Stockholm.

Uh icu .. .

London . .

348,

347,

184,55 257,20 216,75

62,18

414,55 994,-

904,05

24,97

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19,78

181,95

257,80

214,75

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900,90

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257,60

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996,-

905,95

25,03 26,28 81,60

19,82

Kirche «nd Schule.

Die Errichtung von Versuchsschulen.

182,25 180, - 675,-

314,75 341,-

362,25 259,75 275,75 540,- 510,- 405,- 292,-

221,50 460,- 225,- 448,- 300,-

Vermutlich wird man nun auch die beiden an­deren Kinder Derrn Falkners bald hier sehen: sie nx-rden dock) bei der Verteilung der Erbschaft nicht

1893,10 1896,90 1938,05 1941,95

433,55 434,45 437,05 437,95

861,60 863,40 884,10 885,90

861,60 863,40 878,10 879,90

1218,75 1221,25 1233,45 1236,25

Tank', lieber Brandt, danke. Ja, es ilt mitunter sonderbar, was ein Vater an seinen

223,50 451,- 320,-

181,55

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412,05 991,50

899,10

23,97

26,47

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19,93

Markuotteruag««.

Datum:

Datum

56,0Deut.Arieq5anL 4°^Deut.Reichsanl. 3°/Deut.Neichsanl. 4°/n Drcufo. Konfols Darmstädter Bank Deutsche Bank. . . Disconto- Gefelllch. Dresdener Bank . Nationalbank f. D. Mittcld.Creditbank H.-Amerik.-Paketf. NorddcutscherLloyd Doch.Gutzstahlwck. D -Lnxemb.Dergw. Gelsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Obe rschl. Äsend.-B. Obcrschles.Eisenind. Hhönix. Brgb.-Akt. Bad.Anilin-u.Soba PöchsterFarbwerke (Elehir. A. E. G.. . Schuckert-Werke. . Felten» Guilleaume Daimler Dud.-Tisenw.-Akt Adlerwerke .... 4°/o5e|f.StaatsanL Electron Griesheim

Kurs 29.9. 79,50 68,40 62,25 67,40 153,75 314,- 215,75 194,- 160,-

29. 9.

10,12

6,25

12,-

tungsbcamten. An keiner Enttäuschung aber dürfte der Alte so schwer getragen haben als an Der, die ihm sein reizendes Töchterchen bereitete. Fräu­lein Gerda benützte einen zu ihrer allgemeinen Ausbildung g wählten Aufenthalt in Dresden aus eigener Machtvollkommenheit da-ur, um Schau- spi^erin zu werden. Auch mit ihr hat der Alte gebrochen.. Ob sie Mut genug haben wird, dem alten Derrn letzt unter die Augen zu treten, Darauf bin ich wirklich gespannt."

Ter Sanitarsrat stöhnte wieder schmerzlich auf, als er sich vom Stuhl erhob. Er ,schob das Fläsch- cken in die Tafel« und reichte dem Apotheker freundlich die £xntb:Sie s-hcn, es gibt sogar m dem itumtypinnigen Tiefenbrunn dramatische Kon­flikte."

Sie werden ihre Lösung mit dem Tode eines eigensinnigen alten Mannes finden," ergänzte der Apotheker trocken.

Doktor Barenthin wiegte den weißen Kops: Wer weiß! Dieser alte Mann ist so wenig a>m alltäglichen Schlag wie seine Kinder. Und ehe er aus der Welt gehen wird, tonnen sich aus der Lin- dcnhöhe noch recht merkwürdige Tinge ereigne. Nur wird man aller Wahrscheinlichkeit nach wenig davon erfaßen; denn B-tnL.arb Falkrer ist p etwas wie ein Menschenfeind, der s'ßch leit dem ersten Tage seines Hierseins wie mit einer chrae- fischen Mauer umgeben bat Ich behandelte nie einen weniger mitteilsamen Patienten als ihn.'

Als der milteilsame Besucher g -gangen war, trat Konrad Brandl zum Feniler uno iiaiTte UngL na<b bei Stelle hinüber, wo er vorhin die gold­haarige Signe Falkner zum ersten Allste gesehen. Sein hageres, häßliches Gefichr sah so verdrvsfen und undurchdringlich aus wie immer.

(Fortsetzung folgt)

Kurs

30.9.

79,50 68,30 62,75

67,40

154, 314,- 224,-

196,25 162,-

151, 181,13

178,25 676,50 348,50 343,75 364,-

264,50 276,50 544,25 522,- 409,- 293,- 223,-

mit den Schultern. ... .

Wochen lang hinzieht, ober ob es ran Tage sein werden, kann ich nicht Voraussagen. Seine eiserne Natur hat ftch lange genug geivehrt; einmal aber mußt: sie doch unterliegen. Und er ist nahe an Die Siebzig."

Ist er wirklich so wohlhabend, wie man

224,-

443,-

305,-

341',-

Sie Zalkner aufLinSenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

Amsterdam»TTotterb. Drüsset-Antwerpen Ehristiania Kopenhagen .... Stockholm. .... Helsingfor*. . ... Italien London.

9ietD-<9ori.....

Paris .

Schweiz Spanien Wien (alter) . .. Deutsch-Oefterr. adg.

Prag.

Budapest

Bulgarion .... Konstantuwpol. . .

fehlen wollen."

Ich weiß es nick-t. Als wich Fräulem Neuhoff vor einigen Tagen fragte, ob ihnen schreiben solle, kannte ich ihr's nicht widerraten. Aber ich kenne räe Famüienverhältnisse nicht so genau: wenn ich rackst unterrichtet bin, sollen die brüten anderen bedenklich aus der Art geschlagen sein."

Ich lernte vor Zeiten in Berlin emen Nechts- landidr.t.m Falkner flüchtig kennen. Sollte das einer der Söhne gewesen sein?"

Wenn er Erich hteß, kann er's geweseit fein. Und wann er Jurist geblieben wäre, stände zwischen ihm und seinem Bater wohl heute noch alle? zum besten. Aber er wurde Politiker und, was schlimmer ist nach der Meinung des Allen, er ging unter die Zeitungsschreiber. Seine Anschauungen sol.en außerdem denen des Allen gerade en gegengeta^t fein. Ta dürste eine Versöhnung wohl auf größere Schwierigkeiten stoßen als bet seinem Bruder."

Ta sind IHv: Tropen, Herr Sanllätsrat. Ich wünsche guten Erfolg."

221, 440 309,50

335*

düng der Prognose desSterbenden Volles" Le-

sich's hier erzähll?"

Mehr als das. Schöner reich ist er. Meute, die es wissen können, schätzen ihn ans mehr als zwei Millionen. Man ist nicht umsonst Mitbesitzer und technischer Leiter eines räbuftricl ei Rteien- unternehrnens. Tie Dinterbliebenen können sich auf eine fette Erbschaft gefaßt machen."

,ch)st der Derr, mit dem Sie sprachen, auch Ingenieur?"

Nein. Er ist Kunstmaler: ein feiner, liebens- würdiger Mensch. Vielleicht etwas zu still inte zu zart für eine so temperamentvolle, lebens- sprühmde junge Frau. Uebrigens war gerade diei' Ehe die Ursache des Zerwürfnis,es mit dem alten Falkner."

Als der Apotheker schwieg, fuhr Doktor Baven-

Man schreibt uns aus Frankfurt: Frankfurter Schulverwaltung beschäftigt sich gegen­wärtig mit einer sehr b^eutungsvollen Unter­nehmung. Es handelt sich um die Einrichtung von Versuchsschulen. Lier soll in der öffentlichen Schulpslege etwas geleistet werden, was sonst der Initiative privater Schulreformer überlassen war: Es sollen Stellen geschaffen werden, an denen von besonders geeigneten Lehrkräften neue Me­thoden der Erziehung erprobt werden. Wir haben in den Fragen der Schulreform endlose Debatten und theoretische Diskuslionen, aber bisher viel zu wenig Stellen, an denen die Probe auf die ver­schiedenen Exempel gemacht werden kann. Wo es bisher geschah, in den freien Schulgemeinden, handelt es sich meist um den höheren Unterricht, hier aber soll der Versuch aerobe bei der Grund- fdjule ansetzen, also am Kernpunkt.

Tollior Baventhin schrieb auf ein Blatt fernes Taschenbuchs Rezept für das verlangte Gicht- mittei, und Brandt begann die Arznei zu be­reiten. Als er Dem SanitätSrat den Rücken ge­kehrt hatte, um eine Flasche vom Gestell zn^nehmen, fragte er obenan:Es gibt also schon Sommer­frischler in Tiefenbronn?"

Sommerfrischler? daß ich nicht wüßte. '

Jck> meinte die' Herrschaften, mit denen L« vorhin von der Litrdenhöhe herabÄmen."

Tas waren leine Sommerfrischler, mein lieber feerr Brandt: die gehören hierher. Es waren Herr Achim Falkner und seine Frau."

Temnoch Verwandte des alten Derrn aut Lindenhöhe "

Ja. Sein ältester Sohn und sei« Schmieget- tochter. Sahen Sie sich Die Tarne näher an? Ein PraäU^schöpf nicht wahr'?"

Darüber habe ich kein Urteil. Wer ick. glaubte, $xtt Falkner sei mit feinen Krädern ent- SxxxL"

War er auch Seit Jahren setzte keines von töt dreien seinen Fuß mehr über die Schnelle des Landhauses. Sind harte Köpfe, die Falkners. Ter vimmel weiß, auf welcher Seite Rech oder Un» «ch gewesen sein mag. Ein so ausgezeichneter Mann er sonst ist, über feine Kräder durfte man mll Falkner nicht reden. Vor einer gewtsfen Pfirle KÖnt sich aber am Ende doch feier, seinen Frieden mit den Menschen M mad>cn.''

Äst es sckwn jo weit mit ihm? Sie halten «erne Lrankhell für hoftnratgÄos?"

setzung von Frank Dellers DetekttvnvvelleGrulto Balbis Verschwinden" jlluftr. von K RabuS) crne spannettde histonsch Detektiogeschichte (Blood siiMt die englisch i^cone") von Johannes von Guenthcr.-der eine ganz neue, symbolisch und psychologisch vertiefte Jotm Der Detektivgeschchte zergt Leopold Plaichinger m seinen berdcn Artikeln ,,?räs dem Traumbuch eines DetelllvL," nnt meh­reren sehr klaren, ausdruckstarken Illustrationen von E. Plaichinget-Coltelli, die auch den sehr wirkungsvollen, farbigen Umfdüag entwarf.

Jugendfrtschc und Spannkraft, ihre Pflege und Erhaltung durch Sclbstmassage und Zweckbewegun^. 20 Minuten täglicher Arbeu für die Äesundhett begründet und durch 60 Bilder erläutert von E. Kämpfe, Verlag LebenskunstDrilkunst, Berlin SW. 61, Prers 4 Mk.

(In einem Teil der Aallage ttnebTtbalL]

Die Dauer der Brüsseler Konfereur.

Brüssel, 30. Sept. (WTB) Davos berich­tet, es sei möglich, daß bie Finanzkonferen- in Brüssel ihre Arbeiten Mitte nächster Woch be­enden könne.

Oesterreich als Bundesstaat.

Wien, 30. Sept. (WTB.) Tie Nattonal- versammluna begann gestern bie Verhandlungen über den GeseyenNvurf, durch den die Republil Oesterreich als Bundesstaat eingerichtet wird. Der Vorsitzende des Kabinettsrates, tzanl, ver­wies daraus, daß der Gesetzentwurf ein Kvmpvo- miß zwischen der Notwendigkeit des Ge­sa m t st a a t e s und der förderalistischen» Rechte der Lander sei. In der Besprechung des Gesetzentwurfes erklärte der Sozialdemokrat Tairneberg, die Sozialdemokraten hätten einen Einheitsstaat schon im Einblick daraus für zivech- mäßig gehalten, daß der Anschluß an Deutschland im gegebenen Augenblick für ein einheitliches Oesterreich formell und technisch erleichtert werde. Ter Gedanke des Anschlusses sei so stark und wurzele so tief in der Bevölkerung, daß in dem Augenblick, in welchem diese Bestrebungen Er­füllung fänden, alle p" ttiLckaristischen Tendenzen weggefchwemmt werden würden.

Die FriedenSvechandlungen in Riga.

Paris, 30. Sept. (WTB.) S>aDa3 berichtet aus Warschau: Nach einer Auskunft an glaub­würdiger stelle soll Joffe aus fldoskau Iw- strukrion erhalten haben, alle i»n Polen gestellten Bedingungen, so hart sie auch seien, anAunehmm, jedoch die Bedmgung abzulehnen, die L>owjetruß- lamd verpflichten werde, die Entwaffnungder Roten Armee ganz ober teilweise durchzu- jühren.

P a r i s, 30. Sept. (WTB.) Nach einer ,,Mw» tin"-Mehoung aus London teilt der Berichterstatter dieses Blattes mit, Joffe habe der polnischen Delegation einen vollkommen fertigen Frie­dens vertrag unterbreitet, der 24 Paragraphen enthalte. Nach diesem Vertragsr-ntwurf sollen Weißrußland, Litauen und bie Ukraine selbständige werde:!, lieber Gali-ien soll eine VolIräbftinnrarng Ottscheiben.

Polnische Untaten.

Beutben, 30. Sept. (WTB.) Auf der Maxgrube sind jüngst infolge der Verhaftung eines polmschen BetriebSratsnntgliedes Un­ruhen ausgebrochen, die zur Verschlep­pung zweier deutschgesinnter Ar­beiter führten. Einer von diesen ist nun­mehr erhängt und mit eingeschlagenem Schä­del aufgefunden worden. Bon dem anderen fehlt noch jede Spur.

Verteilung der Batte.

Paris, 30. Sept. (WTB) Die Botschafter- konferenz trat gestern unter dem Vorsitz Jules Eam- bons zusammen Sie nahm von mehreren deutschen Noten Ztzenntnis und genehmigte die Vertei­lung der deu ts chen Schiffseinh ei ten , die der ftanMischen und italienischen Flotte ange­gliedert werden sollen. Frankreich erhält vier große Unterseeboote, einen großen und einen kleinen Mmenle-ter, ein Instruktiv ns Unterseeboot, fünf leichte Kretrzer und neun Zerstörer

Belgien und twlland.

Brüssel, 29. Sept. (WTB.- Nach der Libre Belgue" ist es nicht zweifelhaft, daß man in Brüssel und dem fcaag daran denke, die Ver­handlungen über die Revision des Ver­trages von 1839 wieder aufzunehmen. Dabei kommt ein Uebeveräkommen in Betracht, wonach Lolland Belgien im Falle eines Angriffes durch Limburg zu Lilfe kommt und umgekehrt Belgien Lolland, falls letzteres durch die Viellingen ange­griffen wird.

Kunst und Künstler. ------- _

Cassirer, Berlin. Das Septemberheft dieser auch in ihrer Ausstattung ganz hervorragenden Monatsschrift für btlbenbe Kunst und Kunstgcwerbe enthält u. a. folgende Aufsätze: Karl Scheifler: Max Klinger t. Kurt Glaser: Edgar Degas als Graphiker. Emll Waldmann: Die ehemalige Sammlung von Lollllsck>er. L. Dllberseimer und Udo Rukser: Amerikanische Archt-

Der Stand unserer volkgesundhett.

Die furchtbaren Erschütterungen des Weltkrieges unö der mit ihr verbundenen Hungerblockaoe, der Revolution und der gan­zen gegenwärtigen Notlage sind natürlich auf oie Gesundheit unseres Volkes nicht ohne Einr- lluß geblieben, uno es ist wohl die wichtigste Zukunftsaufgabe, uns unser höchstes, ja fast einziges Gut, oie Volksgesundheit, nachMögt- lichkeit zu erhalten. Den gegenwärtigen Ge- sundheitsstand des Volkes und die sich daraus ergebenden hygienischen Forderungen behaw- delt der berufenste Kenner, MinisterialdtreL- urr Prof. Abolf Gottftein in seinem soeben bei Karl SiegismunD in Berlin erschienenen Buch, ..Die neue Gesunbheitspflege". Was die Bevölkerungsbewegung anbelangt, so er­gab sich durch den Krieg eine Abnahme der Geburtenzahl um 40 Prozent, die aber mit dem Jahre 1919 ihren Tiefpunkt überschritten haben dürfte, und eine ganz beträchtliche Stei­gerung der Sterblichkeit bei den Altersklassen über 5 Jahre, während die Säuglingssterbi- lichkeit keine wesentliche Veränderung erfuhr. Im Mittelpunkt der Verschlechterung der Volksgesundheit steht die Tuberkulose: wäh- renb im Jahre 1912 41565 Personen an dieser Krankheit starben, belief sich die Zahl chrer Opfer 1917 auf 67 860 und 1918 auf rund 90 000. Die Steigerung der Todesfälle durch Tuberkulose war in den ersten Jahren des Krieges eine sehr langsame, erfuhr aber von 1916 ab ganz plötzlich einen steilen An­stieg, unb parallel damit ging eine Steige­rung der Krankheiten dec Atmungsorgane überhaupt Vielfach zeigte die Tuberkulose ein ganz verändertes, akuteres Krankheitsbiw. Leute durchbricht der Tuberkelbazillus viel häufiger als früher den schützenden Drüfenf- wall und befällt die Lungen. Gerade auch bei den Bessergestellten nimmt diese bisher bei chnen seltenere Jugendtuberkulose erheblich zu. Diese gesteigerte Durchseuchung der Ju­

gend gestaltet die Lage so ernst, denn wahr­scheinlich ist die Schwindsucht des erwerbs­fähigen Alters das Sekundärstadium der ruhenden Tuberkulose der Jugend. Nach der Tuberkulose ist besonders die Zunahme der Geschlechtskrankheiten ein Gegenstand ernster Sorge. Dagegen ist die dritte große Volks- krankhett. der Alkoholismus, durch den Mavr- get an Alkohol währenb des Krieges außen- ordentlrä) günstig beeinflußt worden. An neuen Erkrankungen, die wahrend des Krie­ges in unmittelbarem Zusammenhang mit den Ernährungsverhältnissen auftraten, sind die sog. Lungerschwellung und die Spät- -rachitis ober Knochenerweichung der Ju­gendlichen zu nennen. Im allgemeinen war oic durch die Ernährungsschwierigkeiten be­dingte Gewichtsabnahme von empfindlicher Einwirkung auf den allgemeinen Gesund­heitszustand: der dadurch hervorgerufene G6- webeschwund wird nicht so bald auszugleichen sein und darum die verminderte körperliche» und geistige Leistungsfähigkeit noch längere Zeit anhalten.Die Einförmigkeit, die Ver­dauungsstörungen durch schwer verdauliche Kost, namentlich das so unbekömmliche Brot wirkten unmittelbar auf die Stimmung", sagt Gottstein.Ein Volk, dessen Därme ständig mit Blähungen zu kämpfen haben und dessen Zungen stets einförmige Kost schmecken sollen, ist für den Anruf auf Besonnenheit, Ruhe und Geduld taub. Es sucht dann eben andere Ablenkungen: Reize wie Spielwut, Tanzwut, sexuelle Zügellosigkeit nehmen ebenso übe & band wie Betäubungsversuche; der Miß­brauch von Morphium, Kokain hat zu­genommen. Schlägt der Pendel zu weit nach der einen Seite, so folgt unfehlbar der Ga­genschlag, der sich durch Zunahme vonMyste- zismus unb Aberglauben kennzeichnet. Aber wie auch der Pendel schließlich zur Ruhe torämt, so handelt es sich hier wohl auch mehr, um Uebergangserscheinungen." Von den ein­zelnen Altersllassen sind Säuglinge und Kint- der überhaupt, soweit sie gesund waren,wenr- ger in Mitleidenschaft gezogen worden, mehr die jugendlichen", die in ihrer körperlichen

tijin in seiner redseligen Stimmung aus eigenem '2lntrkb fort: , Eine Schwedin ist fie, nut rem schönen Namen Signe. Der ränge Achim lernte fte vor Jahven während eines Pariser Srädienautent- ,

Halts tarnen. Aber es muß irgend-vas Nickst richtig Minbcrn erleoen muß. Ich habe bie drei i-a idxm qcroeien sein, berai der Mte wollte nicksts von einer gefarmt, als sie noch in recht fugenblidjem Aller «Ocirat tränen. Als sie gegen fecien Di len ge- ist ^3 stch

schloßen wurde, brach er mit dem Sohne a.12 Vcr- Falllrer aus einem arbeitsoollen und erfrägrtidxn Hindun gen ab. Jetzt allerdings scheint es der jungen iteben hierher in bie ländiä-e Stille zurüc^og. Frau überrafdxnb fajncL gelungen yt terä, i n Und ich bin gewiß, daß aus fernem seiner Kinder mit diesem Schrttt auszusöhnen. Ge c m en kamen das geworden ist, was nach feinem Wilten tu» Die beiden an, und heute trat ich sie schon ganz als 1 Ihnen werden sol.te. Ackstm war für bie Ofii- boä liebevolle, zärtlich besorgte Töchterchen. Ten I zierslausbahn bestimmt, und Erich zum Verwal-

Handel.

Die Adlerwerk-Attien.

fd. F r a n k f u r t a. M., :30. Sept. Die Akttcn der Adlerwerke, die auf das Gerücht hin, daß eine Fusionierung mit einer Luxemburger Interessen­gemeinschaft bevorstehe, gestern bis zu 40 Pro^nt gestiegen waren, sind heute wieder stark zurück^ gegangen; teilweise bis zu 25 Proz. Wie wir er­fahren, handelt es sich nicht um eine Fusio­nierung, sondern um eine I n te re s s e n g e > meinschaft mit einem holländischen Werk, das dem Adlerwerk Kohlen unb Rohstoffe im Tausch für Ganz- und S)albfa6ritäte lierern soll. An dem heutigen Kursrückgang ist auch der Ultimo nicht unbeteiligt. An der Interessengemeinschaft sollen u. a. Frankfurter und Mainzer Banken mitnrirfen.

Berlin, 30. Sept. Börsenstimmungs­bild. Die Börje eröffnete ziemlich angeregt und in fester Grundstimmung. Die Kurse waren vor­wiegend mäßig anziehend, namentlich am Mon- tanmartte und in Färb- und Elektroaktien. Auch für Spezialwette über wogen die Kursbesferungen. Rheinmeball genxinncn über 11 unb Zttlsdoff Wald- Hof 12 Proz. Petroleumaktien wurden lebhaft ge­handelt, Deutsche Petroleum waren nach dem geftrigen Rückgang wesentlich erholt und über» stiegen 1500, bröckelten both unter Sckstvankungen wieder etwas ab. Gute Meinung beslanb für Steaua Mimanaaktien, die zeitweilig 2' ) über- schlitten. Tas Anziehen der Deräsenfurte ver­anlaßte eine Steigerung der Valutapapiere, na­mentlich Kolonialaktten. Ter Bankenmarkt war fest bei Besserungen um 1 bis 2,5 Proz. Die Ge­schäftstätigkeit erfuhr im weiteren Verlause eine wesentliche Einschränkung. Die Börse schloß nach leickten Schwankungen im all^meräen hneby fest. Bochumer stiegen bis 681, Deutsche Petroleum schwächtar bis 1475 ab.

Frankfurt a. M., 30. sept. Börsen- st i m m u n g s b i l d. Das Geschäft war etwas ru­higer, doch mar bie Lattung vorwiegend feit. Schift- fahrtsaklteu einheitlich. Nordd. Llopb 181 plus 2 Lapag 182. minus 3, Otavi'-Mtnen 680., 15 Mk. ni?briger. Elektvopapiele sest, ^sonders Schnckert, 230.. A E G. 1 Proz. gebefiert aur 298.. Cliemische Albert, 750, büßten 30 Proz ein. Fest tagen Pinself. Nürnberg, 330 rationiert, plus 10 Proz. Seiltndusttie Wolfs 239. plus 9 Proz., auch sonst die Aktien des Erähcitsmarktes

unb moralischen Gesundheit schwer gelitten haben. Der Gegensatz der heutigen Gesund- heirsverhältnisse zu denen vor dem Kriege er­scheint daüurch noch umso größer, daß die hygienische Entwicklung seit 1880 besonders günstig war. Wenn der Verfasser zum Schluß eine Prognose für die Zukunft,bie schwio- riyste Aufgabe ärztlichen Könnens", wagt, so erinnert er an die gegensätzlichen Beispiele von Irland und Finnland. Einsterbendes Volk", dessen Schicki al sich in beständiger Abnahme der Bevölkerungszifser zeigt, sind die Iren. In Finnland dagegen, wo im Jahre 1868 durch eine Hungersnot etwa 8 Prozent der Einwohner dahingerafft mürben, trat schon nach 5 Jahren eine Einholung der Verluste ein.Die Vorgänge in Finnland", schließt Gottstein,beweisen ie Möglichkeit einer schnellen Erholung, ebenso wie die von Jrlano die Möglichkeit des Gegenteils. Die Abwen-

bei lebhaften Umsätzen fest. Brauereiaktten weiter anziehend. Monvanpapiere anzte.end. Berz> lcus, 445, stiegen um 30 Prozent. Ge.- l'cnti täten genxrmien 7 Dvozent aut 347.. Schwach lagen Dagegen Westeregeln, 931 9 Pvoz. Diamiesrncrirn, 514, vertaten 6>/r Proz. Leim Banken befestigt. Metall Bingwerke notierten 258. Metall Tcrwihnm 169i2. VYbrometcr 177 Spiegel unb Spiegelglas 495.. Schmitungbayv 646 plus 13 Proz. öptoz. Tamanlipas 310. ( 15 Proz.). Im freien Verkehr blieben Die Umsätze betdteiben. Teulsche Petroleum 1490, Be^ 218, Gebrüder Fahr ca. 334, Julius Sichel 1290.. bpvoz. RrächSanleihe 79h'r

fd. Darmstadt, 30. Sept. Als erste deutsche Bank hat die Bank für Lande! und In- dusl rie in V rüffel eine Zweignieder­lassung errichtet

Frankfurt a. M 1. Okt.

Devisenmarkt.

Geld Sritf ®eD SrieJ Datum: 29. Sept 30. Sept

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Detektivgeicbichten 2. Teil . 3onbcmnmmer des ,,Orchideengarten" Phan­tastisch? Blätter, herausgegeben von Karl Lons Strobl, 2. Jahrg-, Öeft 16, Preis 2 Mk. Tas Lest bringt neben der überraschenden Scküußfort-