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Montag, 31- März 1919

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Nr. 76 Zweiter Blatt

Zndustrieftreil ist jetzt Agrarstrei«?

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nxxren Augenblicke der > für manches entschädig-1 schuldig geblieben war.

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Letzte Nachrichten

Um Vanziy.

breitet hat. . . p _

Ich habe ganz besonders lerne Aufmerksam­keit m.? folgenden Satz der fraglichen Note ge-

**EinstellungländlicherArbeiter durch städtische Arbeitgeber verboten. Die Verordnung des Neichsminrsteriums für wirt­schaftliche Demobilmachung vom 16. März 1919 zur Behebung des Arbeitermangels in der Land­wirtschaft enthält auch für die städtischen Arbeit­geber wichtige Bestimmungen. Nach § 3 nämlich

Gietzener Aonzertvereln.

Gießen, 31. März

Dein ersten diesjährigen Kammermusikabend Wendlingquartelts folgte gestern ein zweiter, von dein Wille-Quartett aus Dresden

Reinhard, Krofdorser Str. 10; Urlauber: Geffert, Krofdorfer Str. 11.

Seife: Marke für April 1919. Anteil 125 g L.-^.-Seifenpulver zu 15 Pf., 50 g -Seite zu 20 Pf.

Gemüse: Städt. Obst- und Gemüse-Ver­kaufsstelle Turmhaus am Brand. Törrgemüse, Wirsing, Weißkraut, gelbe Rüben, weiße Rüben, getrocknete Kartoffeln, Erdkohlraben, rote Rüben, Sauerkraut, Zwiebeln.

Sainen-Verkauf: Brotkartenbezirk 2, Turmhaus am Brand. Vor- und nachmittags: Erbsen verschiedener Sorten.

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lUliilillilllöllSlllllllllll M ÄD. ,vs 7 Ubr: «,e sUglboneeMti- hS# üble in 3 Aben Uiam Lbakelveaer

lenkt:Tie deutsche Regierung kann nach em- gehender Prüfung eine Maßnalfme (d. h me Aus- schisfung polmfdxf Truppen in 2<nt;.igjnid)t ver- antworren, die ohne Schaffung ausreidxmdcr Ga­rantien den Bürgerkrieg im eigenen Lande Her­vorrufen mutt"

Der Marschall telegraphierte mir am 29. piarz folgende Antwort:Ich werde persönlich in Spa alle Auskünfte und alle verlangten Garantien bem deutsckien Bevollmäckrtigten geben, der den Vollmachten versel-en sein soll, die nötig sind, um in 48 Stunden zu entsdunden. Tie Zujam- menkunft itnrb staltfinden am 3. April, cs sei denn, daß dies nidtf möglich wäre."

Es wird gebeten, sowohl die Antwort bet deutschen Regierung als auch die Namen des desig­nierten deugckien Bevollmächtigten nächstens mit- zuteilen. gez. Nu da n t."

Daraufhin hat die beutfdje Regierung am 30. Mär- ^schlossen, als" Bevollmächtigten zur Entgegennahme aller der vom Bdarsdmll Foch in Aussicht gestellten Auskünfte und oller der Ckiranrieit, bte die beutfdje Regierung verlangt, den Vorsitzenden der deutschen Wafsenstillstauds- konlmission Reickjsminister Er-bcrger nach Spa zu entsenden. ,

Tie deutsche Regierung hat dresen Beschluß durch folgende Note zur Kenntnis des Marschalls Foch bringen lassen:

Das Reick)sministerium hat als deutschen Be­vollmächtigten den Vorsitzenden der WaifenstM- standskommission Reick.sminister Erzberger be­stimmt, der am 3. April, vormittags, für die gewünschten Verhandlungen in Spa zur Verfügung steht und mit den nötigen Vollmachten Oer»

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Maschinen ultivatoren

Pflüge en $$$ men ind rtscbtft i-stein Oberhe886^' eil-Lager- 2f®c

Kreis Friedberg

Bad-Na uheim, 28 Mär». Tie Schaf­fung eines Spielplatzes für unsere Jugend und Vereine ist zu einem1 dringenden Bedürfnis für unsere Badestadt geworden Da die L tadt geeignetes Gelände nicht zur Verfügung hat, haben sich der Sportverein, der Turnverein 1860 und der Männerturnverern, die zusammen über 1000 Mitglieder haben, in einer Eingabe in den hessischen Staat mit der Bitte um pacht­

weise Ueberlassung von Gelände gewandt, auf dem fid) drei Spielplätze schaffen ließen. Die Wirt- schaftsräume des Turnvereins 1860, die bis zum 1. Oktober noch an den Gastwirt Öertlein ver­pachtet sind, sollen auf Beschluß einer Mitgllcder- versMnmlung zur Neuverpadüung ausgeschrieben werden.

eben ist."

Reickjsminister Erzberger wird am Dien s- :ag, 1. April, von Berlin abreisen.

Die Hebung der Leistungsfähigkeit d.s Beamteukorpers.

delle an einem iljrer letzten Tis.lr sio::sabende die Versorgung der Kriegsbeschädigten. Nach einem ciilleilenden Rcse gt vomDr. Krau s- Müller über die Mamschnns. e sorgnng M"d eine entoelyenbe Aussprache über di- dring'end not­wendige Verle se u-g der ge cfel.n ;;i B rmmun- gen statt, ^er Borjitzende übernahm es, die m Frage kommenden VerbesseTUngseo.s l gc der Fraktion der Nationalversammlung zu weiterer Beljandlung und Durchführung im In crcje lct Kriegsbesckmdigen zu übermitteln. Wei er fand nach' einleitendem Referat von Berufsgenossen- ftl>aftssekretär Kirchner eine eingehende Ans­prache über.kommunale Ausgaben jlatt.

** Der Vorstand des Ortsgewe^rbe- vereins Gießen hat eine Eingabe an Stadt und Kreis Gießen gerichtet, in der beantragt wird, das Submissionswesen nad} den von der hessisckren Regierung kürzlich erlassenen Bestim­mungen für staatliche Arbeiten zu regeln

** Kurse für Gesang und Sprech­technik hat .Herr Philipp Ströbel aus

I Frankfurt a M. an einigen Tagen in der Woche in Gießen ei: gerichtet. Anm ldungen sind an die Musikalieuch.indlui g Busch, Lindenplatz, zu richten.

nicht ganz erreicht wurde.

Anton D v o r ä k s lebensprühendes p-Tur- Quartett brachte den Künstlern wohl den stärksten Erfolg. Blieb auch im ersten Satz noch mancher Wunsck> offen, so erfreute der zweite durch feelen- vollen Vortrag, der dritte durch geistige Durch­arbeitung und feine Ausgestaltung, das Finale durch den nötigen Clan. Auch in diesen letzten Sätzen zeigte sich der Vertreter der Ccllopartie sei­nen Partnern weit überlegen, jinb die Soli >m langsamen imd Scherzosatz waren Augenblicke der Weihe und Erhebung, die f'1- 'r"3

den, was uns der Abend

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tinuowirkung geltend macht.

Tas zuerst vorgetragene k)8-Tiir-Ouartett von Dittersdorf, Haydns Zeit- und Quartettye- noffen, wurde recht gelungen wiedergegcben. Hier ist eine gewisse Reserve allen Jnstruntenten gleich" mäßig anzuempfehlen, bei einem Werke, dem hin und wieder nodt der große Johann Sebastian über die Schicktet sieht und das doch infolge seines liebenswürdigen Naturells und der lebensfrohen! Melodik der neuen Zeit angehört. Tas Menuett war im Vortrag ausgezeichnet getrostem und das Finale entbehrte nicht des nötigen Schwungs: das ganze Werk zeugte von sorgsam' durchdachter Ausarbettting. die aud) in der Temponahme durch weg den Nagel auf den Kopf traf und namentlich in den Mitlelstimmcn bei längeren Notenwerten eine gewisse holzbläserartige Weickcheit der Ton­gebung verriet, wie man sie schöner nicht hören kann.

Nun folgte Beethovens herrliches A> Moll-Quartett op. 132, eine der letzten Arbeiten, die ganz aus der Tiefe der Seele zu uns spricht. Der erst? Satz mit seiner Fauststimmung und Lei­denschaft verlangt mehr Temperament., Mehr entgegen kam der Veranlagung der Künstler der zweite, mit dessen Wiedergabe man sich einverstan­den erklären konnte. Der folgende wunderbare Ge­sang voll religiöser Inbrunst imb Danksagung für Genesung nach schwerer Krankheit, durchbrochen von starken Akzenten entschiedener Lebensbeiahung Und neuer Lebenskraft, konnte nur in den v-Dur Zwischensätzen befriedigen, einmal, weil die als ctantua firmus auftretende choralartige Melodie nid)t klar genug aus dem Gewebe der jede Zecke um.anlenden Zwlsch nsp e e hervortrat, sodann, weil bei der Wiederholung des Choralmotivs mit zunehmender Komplizierlhe't der leise archaisieren­den Stimmführung rythmisch bedenkliche Unstim­migkeiten fid> einstellten, so daß das Zwammen- spiel manchmal ganz in Frage gestellt erschien, schließlich, weck cs an dem, >vas Beethoven hier fordert und zuletzt noch ausdrücklich vorschreibt, der innigen Empfindung, so sehr fehlte, daß wir für diesen Satz nur das Prädikat haben: tarnen est laudanda voluntas. Tas Finale präsentierte sich ebenfalls günstiger, wenn auch das appassionato

veranstaltet war. Tie Herren Konzertmeister Paul Wille, Alfred Wille, Bernhard Unken- stein und Professor Georg Wille sind gut auf­einander eingespielt und brachten cs stellenweise zu ganz hervorragenden Klangwirkungen. Nut schade, daß die Führung, statt von der 1. Violine auszugehen, oft im Cello zu liegen scheint, so daß überall da, wo das Jnsttument solistisch hervor- tritt, plötzlich ein ganz neues Leben zu erwachen scheint und int übrigen sich leicht eine Art Kow-

GÜltige Lebensmittelmarken

für die 14. Woche vom 31. März bis 6. Aprll 1919

Brot- 2250 Gr. Brot oder 1680 Gr. Mehl; Brot Kilogr 45 Pfg., Weizenbrotmehl Kckogr. 56 Pfg , Weißbrot für K/anke 80 Pfg. Wettzbrot- bäcker: Paul, Bahnhoistr., Bende, Bahnhofsti., Kumps, Walltorstr. - .c

7® ,tter: (arte Nr. 14, 40 Gr. zu 48 P g^ Z Eier: Marke Nr. 1, 1 Ei zu 33 Pf., Bezirk 1 ^F Fe i?f ch: ^Wochenabschnitt 14. Metzger für Fremde und Urlauber: Malkomesms, Maus- ^Kartoffeln: Anteil 5 Pfd. zum Preise ' '"Bäbr mittel: M-K 4. «MUMte; mittel noch nicht emgetronen. Zugezogene und Kranke: Vogel, Schützenstr. 5; Urlauber, Van- bach, Schützenstr. 2. Q tor

' Zucker: Marke 3, Marz 1919 Sudcr für März ist noch nicht eingetroffen. Die Ausgabe wnd bekannt gegeben. Zugezogene und Kranre.

Jede Tonne Kohle, die wir jetzt weniger fördern, jeder Waggon Kali, der nicht ver­sandt werden kann, jede Maschine und anoere Jndustrieprodukte, die wir durch Streiks oder Arbeitseinstellungen weniger auf den Markt bringen, werden sich gerade der Jndustrie- arbeiterschaft durch einen entsprechenden Fehl­betrag an Brot und Milch, sowie auch an Butter und Speck bemerkbar machen. Wir wissen alle, daß die Entente jetzt Deutschland endlich das Recht zugcftanden hat, Waren aus dem Auslande zu Taufen und zu importieren: aber diese Nahrungsmittel müssen bezahlt werden, und zwar nicht durch unser Gold, beim darüber hat sich die Entente ihr Ein­verständnis Vorbehalten, auch nicht durch unser en to.rtctei $<Wierge(b, bennbafütroürbe man ucvtt ...........

sich im Auslande bestens bedanken, sondern I dürfen Arbeitgeber außerhalb der Land- oder Forst­einzig und allein durch den Export von I mirtsckjaft Arbeitskräfte nicht einstellen, die bei Waren, also hauptsächlich durch eine starke Ausbruch des Krieges oder während desselben schon Ausfuhr von Kohlen, Kali, Eisen und anderen in der Landwirtschaft tätig geivesen find. Eine Zu- CrfÄ NL°wirtsch aftiiJ »»ÄffÄ ® rM- u J g in unserem Wtanbe mi»

renh des Krieges zurückgegange n ist, und Arbeiten nicht mehr tauglich sind. Die Ver- Wie ungeheuer notwendig es daher auf ordnung ist sofort in Kraft getreten. Ihre Außer- der anderen Seite ist, unsere industrielle kraftsetzung erfolgt erst mit Behebung des Arbeiter- Tätigkeit zu steigern, um ausländische Nah- mangels in der Landwirtschaft.

rungsmittel hereinzubekommen, zeigen sol- ** Wegfall der Port v v e r g ü n st r - aeiide Zahlen über den Rückgang der Ernte bei den wichtigsten Feldfrüchten. Während wir im Jahre 1913 noch 12,1 Millionen Tonnen Roggen ernten konnten, ging dieser Ertrag im Jahre 1918 auf 8 Millionen zurück. Weizen wurden 1913 noch 4,4 Millionen Tonnen ge­erntet, 1918 dagegen nur noch 2,4 Millionen Tonnen. Fast um die Hälfte ist der Ertrag bei den Kartoffeln zurückgeblieben, denn 52,9 Millionen Tonnen im Jahre 1913 konnten nur einer Ernte von 29,4 Millionen Tonnen im Jahre 1918 gegenübergestellt werden. Bei Hafer vermindert sich ebenfalls der Ertrag von 9,5 Millionen Tonnen im Jahre 1913 auf 4,7 Millionen Tonnen im Jahre 1918. Die tierischen Leistungen haben durch den Mangel an Futter eine sehr erhebliche Ver­minderung erfahren. Nicht uninteressant sind in dieser Beziehung die-Feststellungen, die in einem der westfälischen Landwirtschaftskam- UB, v mer angefchlossenen Kontrollverem über die Portosteiheit gc Durchschnittsleistung einer Kuh int Jahre Soldatenbi

Die Sozialisierung der Hochseefischerei.

Berlin, 29. März. (WTB.) Am 20. März überreichte die Sozialisierungskom­mission der Reichsregierung ihr vorläufiges Gutachten über dieSozialisierungder Hochseefischerei. Bei der starken Be­wegung unter den Fischern erscheint eine schleunige Veröffentlichung dieses Gutachtens geboten, damit es als Grundlage für die öffentliche Diskussion für gesetzliche Maß­nahmen dienen kann.

Scz.alisi:rungsmatznlchmen in Ungarn.

Budapest, 30. März. Auf Grund ein*! Erlasses des Volkskonttnissariats für sozialislischr Produktion sind alle Arbeitgeber- und Juteressen- vcrtretnngsvereine o u f z u l ö s e n. Demont- fprcd'enb haben der Landesbund der ungarische« Fabrikindustriellen und der Landesverein der unga­rischen Eisenwerke und Maschinenfabriken ihre Aus­lösung beschlossen. Infolge der Verstaatlichung des Handels wird die Budapester Handels- und Ge>- werbckammcr aufgelöst.

Budapest, 30 .April. Die Regierung hat sämtliche Unterrichts- und Erziehungsanstalten in Staatsbesitz übernommen.

Ein Attentat aus Karolyi.

Wien, 31. März. (L.-A.) Wie verlautet, wurde der ehemalige ungarische Präsident Graf Karolvi gestern hier auf offener Straße tätlich an­gegriffen.

Jaur-s Mörder freigesprochen.

Genf, 30. März. Davas meldet aus Paris, daß der Mörder Jaures, Villaiu, freiee« sprachen worden ist.

W e i nt a r, 29. März. (WTB.) Auf eine Anfrage der Abgg. Brodaus und.Delius ist vom R e i ch s m i n i st e r für Finanzen folgende Antwort eingegangen: Die Reichs­regierung ist gewillt, zur Erhaltung der vollen Leistungsfähigkeit des Beamten­körpers von der durch § 60 a des Reichs­beamtengesetzes gegebenen Befugnis in dem Sinne Gebrauch zu machen, daß ü^er 65 Jahre alte Beamte nur bann im Dienste belassen werden sollen, wenn sie zur Erfüllung ihrer Dienstpflichten in vollem Umfange fähig sind. Derartig zur Ruhe gesetzten Beamten ist ein Ausgleich dafür zu gewähren, daß sie infolge ihres früheren Ausscheidens an den Vorteilen der tünftigen Besoldungsaufbesserungen nicht teilnehmen. In ivelcher Weise der Ausgleich! zu schaffen ist, bildet den Gegenstand von Er­wägungen, die unmittelbar vor dem Abschluß

Berlin, 30. MmH. Auf die am 28 März der Frage der Landung polnischer Truppen in Danzig ergangene AntnwrMote brr deutschen Regierung hat am 29. Mär^ Marschall och durch seinen Vertreter in Spa General Nudrnt folgenden Besckteid überreichen lasten:

Ich habe die Note vvm 28. Mar^ 1919 dem Ma r s chall -O berstkonrma ndierenden der alliierten Armeen übermittelt, der dieselbe den alliierten und assoziierten Regierungen zur Prüfung unter­

stehen.

Berhaftung Dämnigs.

Berlin, 31. März. Nach einer Berliner Korrespondenzmeldmig desB. T." ist der zweite Vorsitzende des Großberliner Vollzugsrates, der Unabhängige D ä u m i g gestern früh Uhr in seiner Wohnung verhafte t und tn das Zettengesängnis in Moabit abgeführt worden. Die Verhaftung erfolgte auf Veranlassmig der Staats-, anwattschast, da Däumig verdächtig ist. zusammen mit Ledebour an den Unruhen im Januar als Führer beteiligt gewesen zu sein. Däumig, der auf dem linken Flügel der unabhängigen sozial- demokratisckien Partei steht, ist vor wenigen Tagen als Delegierter der Berliner Arbeiterräte zum Rätekongretz gewählt worden.

Eine Kundgebung in Kassel.

Kassel, 30. März. Als Geg enkund- gebu ng gegen die Berliner Vorgänge vom ver­gangenen Sonntag versammelten sich am Samstag hier auf das Friedrichsplatze etwa 30 000 Men­schen, vor denen Reden gegen die Reak­tion gelitten wurden. Die Versammlung brachte ihre Meinung gegen die gegenrevolutionären Ab- fichten in einer einmütig angenommenen Ent­schließung zum Ausdnlck. Dann zog die Menge durch die Straßen der Stadt und kam hierbei auch vor das Verlagsgebäude der Kasseler A11 g. Zeitung, die bekanntlich rechts steht. Während der stunden'.ann, lärmenden Kundgebungen wur­den Fensterscheiben und Schau"ästen zertrümmert. Die Menge versuchte in das Haus ernzudringen, wurde aber von Mitgliedern des Arbeiterrates- darau gLhinderl Die Dnickereiangestellteu wurden sedoch zur Arbeitseinstellung gezwimgen und das Blatt am Erscheinen für den Samstag verhindert, nachdem man gedroht hatte, sonst die Maschinen zu zerstören. Nach Beendigung des Um- zuges trat wieder völlige Ruhe ein. Der Verlag der Kass Allg .Ztg. hat an den Reichsminister. Präsidenten ein Protesttelegramm gesanöt

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Starkenburg und Rheinhessen.

rm. T a r nt fta b t, 28. März. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung würbe mitge- tcilt, baß bie verstorbene Frau Greta R ö m c r zum Andenüen an i:<ren einzigen, an der Ostfront gesalleneu Sohn einen Betrag von 10003 Mark ge, i tet hat, aus bessen Zin e.i zwei m Dirmstadt flebmene Studenten, die die Universität Gießen bCiüdjen, un:eri.ü3t werden foLen. Nach leb­hafter Aussprack^e wird^das Orlss^cul über den Bedürfnis a lpi»eis ür S cha u k w i r t s cha f t cn, nachdem »ich die (&uio':rteiniiiE:g und bas Polizei- amt für seine Beibehll ung mtsgespioch-en haben, auf nieitcre drei Jahre gutgcheißen. Wölirend des Krieges siiib 43 Wirtschaften in Tarmstwt etngt- gangen, 18 neue Gesuche liegen vor. Zur Bc- schasfuug von Schulräumen nrirb bas alle hie ig_- Garnisnislazarett von der Mi itär.elörde zunächst gemietet unb sind Verhanblungen zw.rls An auss int Gan^e. ES sollen 10 zweck - mäßige Schulräume da.r t untergcbvacht werden. Tie llosten von etwa 30 000 Mk. für den Umbau werben g mehm'gt. Crre längere Mis prack;e ent­stand chier über die Notwendigl^eck, bi? Kasernen als Woh rungen estlzurich en. Ter R e i chs - bunb der Kriegsbeschädigten erhält anf Antrag einen jäljrt.dy?n Zuschuß von 2000 Mk. zu dein Zweck, ein Mitglied des Bundes in die .ädtische Ve.wal u g zu de eg ereii, das bei allen Entscheibungcn ü.ec Un erstützuugsanträge von Kriegsbesckyädig en imb .striegsl-interbli. beiten be­ratend mitwircken soll. Für die Proiektierungs- tof.eit zur Errichtung eines Rheinha- s e n s für die Stadt Tarms.adt. die zu 12 003 Mk. veranlagt gleichmäßig auf S.aa:, Provinz und die Star>t Derte.lt werden sollen, werden auf An­trag des Mi !i terlums 4000 Mk. bewilligt. Es liegen fünf Projekte vor, und zwar 1. Erfelden, 2. Gernsheim, 3. Gustavsburg, 4. Stichlanal Griesheim, 5. Stichkanal Gricsheim-Pfuugitidt.

Landkreis Gießen.

X Wies eck, 28. Mürz. Die Gemeinde cr- :b das Klingsporscke Fabrikgebäude i in der Micestraße zum 31. Juli ds. Js für 53 500 Mk. In dem mit geräumigem Hof für Sck'Ulzwecke sehr geeigneten Gebäude sind rm oberen I Stock zwei Schulfäle und eine Lehrerwohiung vor- I gesehen Im unteren S ock unb Mansarden stock läfrt sich leicht eine Anzahl von PrivaVvohnungcn einrichten. Mussen auch die vom bisherigen Eigen­tümer beschäftigten Arbeiterinnen künftig den Weg zur Fabrik in Gießen machen, so ist doch aus zwei Gründen der Erwerb des Gebäudes zu begrüßen: Zwei Schulllassen können nun den Anforderungen ber Neuzeit nicht mehr entsprechende Räume m der alten Schule verlassen und dem auch bet uns sich stark fühlbar machenden liebel der Wohuungs- ont wirb etwas abgeholfen.

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Derjuch mit tdro!" nehmen nichts !s mehr zum

;gels in der Landwirtschaft.

** Wegfall ber Portovergün sti- gungen des Feldpost Verkehrs. Vielfach werden vom Publikum unb von Hceresangehörigen im Heimatverkchr Brief.endungen unreckchnäßiger­weise noch mit dem VermerkFeldpoitbrvef, F^l^ Postkarte usw." versehen. Erneut wird deshalb darauf hingewiefen, d. mit der Teuwbilmad)iing bie während des Krieges bestandeneii Portover­günstigungen für Feldpostscnbungen außer Kraft getreten sinb. Vom 1. Februar 1919 ab genießen l m I n l a n d e nur noch bie Angehörigen der mo­bilen Grenzschutztruppen besondere Porbovergünstigungen, über deren Umfang Oie Postanstalteii näljere Auskunft erteilen. Für lalle übrigen Heeres- und Marine- angehörigen int Inlanbe sckib bre Fcld- posl^Portovergünstigungen mit Ablauf bes 31. Ja­nuar 1919 iveggefallen. Demgemäß gelten für ben Postverkchr dieser Personen jetzt tmeder du bestehenden allgemeiueii Friedensstimmcn, wo­nach von ihnen abgehende Postseiibungeti ditrchweg portopflichtig sind, während a n sie (bis itim Feld­webel eiusd-l. aufwärts) gerich ete gewöhnliche I Briefe bis zu 60 Gramm unb Postkarten nur bann enießen, toenn sie den Vermerk .....-___________ _ . __________rief. Eigene Angelegen- 1917, im Vergleich mit der im Jahre 1913, heit des Empfängers" tragen gemacht wurden. Während man im Jahre * Ke in deu t s ch - a me r i k a n i s ch er 1913 diese Durchschnittsleistung einer Kuh mitl Postverkehr! Tu amerikanische Kommlsnon m 4427 Lr°mÄHlchmit j- 3,08 °Sun- Spa -acht daraat^sm^am, U d-^g-abl.ck. dert Fett feststellen Tonnte, ging diese Leistung Staaten einen Postverkehr zwisck-en ^eut- irn Jahre 1917 auf 26o0 Kilogramm Mllcy unb Amerikanern nichtzulassen. Diele mit je 2,05 vom Hundert Fett zurück. Das Bestimmung gilt auch für die Bewohner des be- ift eine Minderleistung von 61,4 Kilogramm setzten bentfdyn Gebietes. Die Uebermitttlung Fett für jede Kuh pro Jahr. von telegraphischen Geldanweisungen an du m

Die angezogenen Beispiele sind nur ein amerikanischen Händen befindlichen deut,d)en kleiner Beweis, wie sehr unsere landwirtschaft- Krieg s gera n g en e n ist Sack< ber fratbc.t» es, ihr erstens Arbeitskräfte zur Verfügung* ^ch der französischen Besat- zu stellen, damit der Boden wieder richtig be»Lungdionc (ausschließlich Elsa>Lo.ln^ gen) arbeitet werden kann, zweitens aber auch so- siub nunmehr im privaten B r i e f v e r ke h r viel zu produzieren, daß wir nicht nur Ledens- auch gewöhulickZe Briese aber nur tm Fa.lc mittel für uns, sondern auch Futtermittel für ernster Priva lang eie gen hei ten m- unser Vieh hereuibckommen. Einreise in den @oui)..S8e.

----Z------reich der Festung Thorn ist eine Emreisc-

Aus Stadt nnd Land. Erlaubnis des GouverneTwents (Abt. 5) erforber-« fWipfipn 31 März 1919 I lich, die vorher rechtzei ig unter Angabe von Zeit G t e tz e n , ÖL. jeati ivi». unb ^se gegen Sinfenbung von 0,10

Schlechte Aussichten für Hausbrand, nackiTuholen ist. In bringenden Fallen ist

Von der Ortskol.lensbelle wird uns gcschruben: telegraphiscbcs Gesuch zuläsllg. , ,

Snioloe de- misüickM Sage des Brennfl-ssver- » T>° Deutsche İ,Iksparte, bcl«n- sorgnng muß leider mit der Wal/rscheinlichkeit ge­rechnet werden, daß ein großer Teil der für das laufende Hausbrmidwirtfck-afts:al)r ausgcgs?b^uen Bezugscheine bis zum Schluß des Jahres nicht mehr beliefert werden kann. Es muß toeitt-r b. dauer! ickxw weise damit geredret wer Len, daß die schlechte Lage der Brennstv Versorgung iwd) bis weit in das neue Wirtichasts- iabr 1919/20 hi:ein anhalten wird, zumal noch nicht zu überleben ist, in welchem Umlange die liillsrl'<i.iisck>en Bre:msäo'ferzeugung gebiete nt Zukunft für die Hausbrandversorguns ber rechis- rl^nilchen Versorgungsbezirle tmeber zur Ver­fügung stehen werden. Bei dem Rückgang der For­dern g unb der erst allmählich zu be cje-.itrn Un- »ulä g ichle-t unse er Eise ibah:lr<r s o tmit t. ist es m-chrsch i I ch. bie tatf.id>tfc L°usb«nd. belicfear g in den er|le:t Moua en b s Wirtichafts- jahres knapper ausfällen wird als in ben eur- sprechmdcn Mona'en des Vorjalges. Es mutz balyer die KontiugmtierMig des Hausbrandes und ebenso das Sy c.n der Bezug:kfctne, tas sich rm allacmei en bewährt hgt, cimtroetlen noch beibc- ImI en werden. Andererseits i,t die weitere Ent­wickelung aus dem Grunde nicht zu uverseilen, well nach den Midi von der Na.ionalVersammlung tn Weimar b'sd'l s enen Gesetzen der Netchs.ohlen-. , - - - -

rat und die Koblenverbande bis zum 30. Ium ds. warb das Kirn IS. ins Leben gerufen sein sollen.