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Nr. 25

Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag. 50. Januar Wy

Aus Stadt und Land.

G ieße n, den 30. Januar 1919.

** Bekämpfung der Eisenbahndiebstähle. Der preußische Eisenbahnminister hat an die Eisen­bahndirektionen einen Erlaß gerichtet, in dem es u. a. heißt: Während teilweise mit den von den A - u. 5., Bäten gestellten Wachposten gute Erfahrungen ge­macht worden sind, haben sich diese Posten in mehreren Bezirken als unzuverlässig erwiesen und sich in zahl­reichen Fällen selbst an Diebstählen beteiligt oder sie begünstigt. Hohen Kosten, die die Räte forderten, stehen nur geringe Erfolge gegenüber. Wo sich der­artige Unzuträglichkeiten ergeben, sollen die Direk­tionen auf die A.- u. S.-Rat-Wachen verzichten und eigenes Personal zum Ueberwachungsdienst heran- ziehen. Es ro'rb sodann den Direktionen ein enges Zusammenarbeiten mit den militärischenUeberwachungs- stellen zur Pflicht gemacht. Ferner soll der Bahnschutz- Patrouillendienst wieder ausgenommen werden, um die Güter des öffentlichen Verkehrs zu schützen.

Hessen-Nassau.

D Gelnhausen, 28. Fan. 3n der Sitzung des Kreistages teilte Regierungsaffeffor Frhr. v. Doernberg mit, daß die Verstaatlichung der Kreis-Klein- bahnen in absehbarer Zeit nicht unwahrscheinlich sei. Bekanntlich sind drei Kreis-Kleinbahnen vorhanden, die Bad Order Kleinbahn, die Freigerichter Kleinbahn und die Wächtersbach-Virsteiner Kleinbahn. Alle drei Dahnen werden in der Form von Aktiengesellschaften betrieben. - Die Elektrizitätsversorgungsfrage sei insofern spruchreif, als die Bildung eines Iweck­verbandes der südlichen Kreise Kurheffens unmittelbar bevorstehe. Es handelt sich dabei um die Entnahme von Elektrizität aus dem staatlichen Mainkraftwerke und die Herstellung der erforderlichen Einrichtungen für die beteiligten Kreise.

Letzte Nachrichten.

Sitzungsbericht btr Waffenstillstandskommission in Spaa vom 28. Januar.

Berlin, 29. Jan. Das bei -em deutschen Rückzüge zur Pflege der Verwundeten im besetzten Gebret »erblichem? deutsch? Sanitätspersonal soll, wie die (Entente in der Sitzung mitteilte, ebenso wie das nt Gefangenschaft geratene Sanitätspersonal entlassen werden, sobald es nicht mehr benötigt wird. Das deittschc Ersuchen, das Sanitätsp.'rsonal keinen gerichtlichen Untersuchungen und Besttafun- gen auszusetzen, lehnten bk- Alliierten ab. Die Verfügung, nach der die deutschen Offiziere die alliierten Offiziere zuerst zu gniren haben, ist nach den deutschen Feststellung» n nicht von Marschall Foch, sondern von dem englischen General Fer- Msson erlassen worden. Die englisch? Kommission wurde daher ersuch^ für schleunige Aufhebung dieser Vorschrift zu sorg.m, welche bereits zu un­liebsamen und unwürd gen Auftritten die Ver­anlassung gegeben haben. Auf die Erklärung der deutschen Regierung, mit der Entente über bie Rückerstattung der von Deutschland in dem ehemals besetzten Gebiet beschlagnahmten, Vermögenswerte erst dann in Verhandlungen einzutreten, wenn der ihr bei Abschlich des Trierer Vertrages nicht be­kannte französische Erlaß aufgehoben worden ist, welcher die Beschlagnahme des >eutsch?n Eige'ttun's m Elsaß-Lothringen verfügt, führte die französische Kommission aus, daß dieser Erlaß bereits am 7 Dezember im französischen Staa sanzeiger ver­öffentlicht sei. Sie bat dah?r nochmals um Mittei­lung des Standpunktes der deutschen Regierung. Die deutsche Kommission setzte in einer Note die Alliierten davon in Kenntnis, daß einzelne deutsche Soldatenräte in der Ukraine ohne Wissen und Willen der deutschen Hvresleitung Verträge mit der Svwjctregftrlmg in Mos lau bett s end die Heimbeförderung der in der Ukraine befindlich«: deutschen Trup en über Großrußland abgeschlossen haben. Durch ihr Verhalten gegenüber den deut­schen Truppen in Rußland trage die Entente einen wesentlichen Teil der Schuld an diesem Schritt, der eine Stärkung der Bolschewisten bedeute. Von den übrigen in der Sitzung zur Sprache gelangten Fragen sind noch folgende erwähnens­wert: Die Enteitte wies darauf hin, daß der v-Zug BerlinSpaa b s Köln vielfach von Personen benutzt werde, die nicht im Besitz eines Passes seien. Falls hierin kerne Aenderung cintrcte, müsse sie die dem deutschen .Publikum für die Benutzung dieses Zuges gewährten Erle chtcrun- gen ausheben. Deutscherseits wurde festgestellt, daß entgegen den gegebenen Zusicherungen wäh­rend der Dauer der Trierer Verhandlungen Briefe deS Staatssekretärs Erzberger an das Auswärtige Amt in Berlin von der amerikanischen Zensur geöffnet worden sind. Die deutsch? Kommission forderte eine Untersuchung dieser Angelegenheit.

Auf die Bemerkung pes ftanzösischel Ver- treterd in der Unterkommission für Eisenbahn- material, die Abgabe von Lokomotiven sei bisher hauptsächlich aus Preußen, und nur in geringem Umfange aus den übrigen deutschen Bundesstaaten erfolgt, wies der deutsche Vorsitzende darauf hin, daß dies feinen Grund in dem Besitzstand der verschiedenen Eisenbahnverwaltungen habe. Er be­tonte, daß daraus keinerlei politiiche Folgerungen auf das Verhältnis der deutschen Staaten zu­einander gezogen werden dürften.

Das liuke Rheinuftr.

Bern, 29. Ian. (WTB.) Eine Pariser Konfe­renz der Vorsitzenden der französischen Handels­kammern, der auch die elsaß-lothringischen Handels- Kammerpräsidenten beiwohnten, nahm einstimmig eine Resolution an, daß Frankreich die Handelsfrei­heit wieder einführe, jedob dabei die Aufrechterhal­tung der Blockade berücksichtige. Verlangt wird eine Begünstigung des englisch-französischen Gegenhandels durch Zollvergünstigungen und Einführung eines Zu­schlages aller aus Deutschland in die Ententeländer importierten Produkte. Das linke Rheinufer solle zum Schuhe Frankreichs gegen neue Angriffe in einen autonomen Staat umgewandelt werden, der durch wirtschaftliche Verträge mit Westeuropa verbunden ist und bis zur Erfüllung der Friedensbedingungen, an deren Erfüllung das linksrheinische Gebiet als mit­verantwortlich am Kriege auch teilzunehmen habe, militärisch besetzt bleiben soll. Rach der Besetzung soll das Land unter französischem Protektorat bleiben oder falls die Bevölkerung will Frankreich oder Bel­gien angegliedert werden. Landau und das Saar­becken soll an Lothringen fallen. -Homme libre" schreibt außerdem, Wilson werde bei seinem Besuche an der Front die Ueberzeugung gewinnen, daß Frank­reich vor neuen Verheerungen bewahrt werden mitf'e. Er werde sich wohl nach und nach völlig zum fr > - -östschen Standpunkt bekennen.

Gegen die Loslösung der Nheinlande.

Berlin, 30. Ian. 3n Köln fand gestern abend eine außerordentlich stark besuchte Versammlung statt, in der Redner aller Parteien sich energisch gegen die Loslösung der Rheinlande erkiärten.

Die Besetzung des Kehler Brückenkopfes.

Kehl, 29. Ian. (WTB) Die für heute abend angekündigte Besetzung des Kehler Brücken­kopfes und seiner Umgebung durch französische Truppen, ist noch nicht erfolgt, sondern auf morgen vormittag verschoben worden. Dagegen sind der Bahnhof und das Postamt von den Franzosen be- setzt worden. Der Fernsprechverkehr ist noch nicht unterbrochen.

Erfolgreiche Kampfe mit den Polen.

Berlin, 30. Ian. An verschiedenen Stellen in Westposen und Westpreußen haben nach demBerl. Lokalanzeiger" Kämpfe mit den Polen stattgefunden, die für die deutschen Truppen günstig verlaufen sind. Als in Kulmsee (zwischen Thurn und Kulm) T-uppen einrückten, wurden sie von der Bevölkerung mit Ge­wehrfeuer empfangen. Die Truppen besetzten die öffentlichen Gebäude und stellten die Ruhe wieder her. Die Polen hatten einige Verluste. Ueber Kulmsee wurde der Belagerungszustand verhängt.

Rosa Viifcmbiufl am Leben?

Haag, 29. Ian. Der Berliner Korrespondent des AmsterdamerHandelsblad" meldet, wie er ans zuverlässiger Stelle höre, sei Rosa Luxemburg nicht tot, sondern werde in einer Klinik des Westens gepflegt. Line Bestätigung konnte der Korre^pon- dent aber nicht erhalten.

Epartakistcn-NnSschl'titiingen.

Berlin, 29. Jan. (WTB.) DerBerl. Lokal­anzeiger" berichtet: Heute vormittag sollte eine Ab­teilung des Freikorps Hülsen zum Grenz- schuh nach Oberschlesien verladen werden, als die Truppen plötzlich von einer großen Abteilung anscheinend wilder Soldaten an der Abfahrt gehin­dert wurden. Da die Freiwilligen den aufreizenden Reden kein Gehör schenkten, zogen die Aufwiegler Revolver hervor und schaffen auf die Truppen. Hier- bei wurde ein Unteroffizier und ein Mann getötet Der Bahnhof wurde gesperrt und telegraphisch eine Abteilung vom Landjäger-Korps herbeigerufen.

Der Berliner Straßcnbnbncransstand beendet.

Berlin, 29. Ian. (Priv.-Tel) Der Aus stand der technischen Arbeiter der Großen Berliner Straßenbahn wurde am Mittwoch nachmittag durch den Schiedsspruch des Berliner Einign gsamies be­endet. Die Ardcit soll am 30. Januar früh wieder ausgenommen werden. Die Ausständigen erhalten bei der nächsten Lohnzahlung eine Zulage in Höhe von insgesamt 300000 Mark, die schon allen Kriegsteil­nehmern bewilligt worden war. Die Direktion hat diesen Schiedsspruch angenommen.

Berlin, 29. Januar. (Priv.-Tel.) Die in den beiden Ausbesserungswerkstätten der Gro­ßen Berliner Straßenbahn beschäftigten 940 Arbeiter sind in den Au 2 stand getreten, weil ihnen die geforderte sogenannte Entschuldungszulage von je 500 Mark nicht zugebilligt wurde.

Em schwedifchcr Arzt über nie Lebensverhülwiffe in Deut ch!and.

Stockholm, 29. Ian. (WTB.) LautSozial- demokraten" hielt gestern der bekannte Prof. Jo- Hansen in der Schwedischen Aerztegesellkchaft einen eingehenden Vortrag über die Lebensmittellage in Deutschland. Auf Grund eines überaus reichen statisti- fchen Materials wies er nach, welchen Schaden die deutsche Bevölkerung durch die Blockade erlitten hat. Nahezu 800 000 Todesfälle in den letzten Jahren seien auf Unterernährung zurück mführen; auch seien die 1600 Kalorien, die jetzt jedes Indioidium erhalte, durchaus ungenügend. Dabei sei es sogar fraglich, ob diese Ration aufrecht erhallen werden könne, da die Absperrung jetzt noch strenger als wäh­rend des Krieges sei. Rach Ansicht des Fachmannes trete in Deutschland, falls nicht sehr bald Aenderung geschaffen werde, völlige Hungersnot ein.

Die Bekämpfung her Säiigliugssterblichkeit in Frnnlrcich.

Bern, 29. Ian. (WTB.) Der französische Senat nahm ein Gesetz an, das die notwendigen Maß­nahmen zur Bekämpfung der Säuglings­sterblichkeit betrifft und das zur Bekämpfung der Abtreibung die Aerzte, Hebammen und Apotheker vom Amtsgeheimnis gegenüber den Behörden ent« bindet, soweit das Amtsgeheimnis sich nicht auf Per- onen bezieth, denen gegenüber die oben genannten Kategorien nicht ausdrücklich zur Schweigepflicht ge­zwungen sind.

Die Lage in Petersburg.

Reuyork, 29. Ian. (WTB.) DieNew York Times" veröffentlicht eine Meldung aus Helsingfors, in der es hecht, Petersburg sei auf dem Wege der Zerstörung. Die Bol chcwisten bringen in bie Privathäuser ein und entnehmen ihnen. Möbel, den Banken bie Wertpapiere und den Museen die Kunst- gegenstände. Die Bewohner sind Banden preisgegeben, die von lettischen Korporalen angeführt werden.

Japans Fricdcnsprogramm.

Paris, 29. Ian. Havas. DerMatin" will wissen, daß das japanische Kabinett dem von Matsui formulierten Friedensprogramm zuge- timmt habe. Dieses Programm enthält folgende neun Punkte:

1. Westliches Europa, das Dalkangebiet und die afrikanischen Kolonien. Japan ist in voller lieber« einstimmung mit den Ansichten Frankreichs, Englands und Amerikas.

2. Deutschland und Rußland. Japan wird in diesem Punkte eng mit England und Frankreich zu- lammcnarbeiten.

3. Die Frage der Entschädigungen. Jn dieser Hinsicht stellt Japan die Regelung der Konferenz an­heim.

4. Das Schicksal Samoas wird in Ueberein» ftimmung mit England und den Vereinigten Staaten geregelt.

5. Neuguinea kommt an Australien.

6. Der Archipel, die Marschall-, Karolinen« und Marianen-Inseln werden unter japanische Kontrolle gestellt.

7. Tsingtau, der Hasen von Kiautschau, und die Eisenbahn von Tsinan kommt an Japan.

8. Japan wird sich mit den Alliierten über die Aufrechterhaltung der Ordnung in Sibirien ver- ftänbigen Keine Macht soll eine Vorzugsstellung ein- nehmen betreffs der dort zu erwerbenden Konzes­sionen.

9. 3n China wird das Prinzip der offenen Tür aufrechterhalten, da 'lavan an der Aufrecht­erhaltung des Friedens im fernen Osten interessiert i[L

Die Grippe in Australien.

Amsterdam, 29. Jan. (WTB.) DemAlge, meen Handelsblad" zufolge melden dieTimes" aus Sidney den Ausbruch der Grippe-Epidemie in Australien. Die Theater, Kinos und Schulen sind ge­schloffen. Das Volk verläßt die Städte und sucht Zu- flucht auf dem Lande.

Amtlicher Teil.

Kriegs-Rohstvff-Abteilung.

Uachtragsbekanntmachung

Nr. F. R. 800/12. 18. K R. A. zu her Bekanntmachung Nr. F. R. 1/12.18. K R A.

(Nr. F. R. 1017/11. 18. K. R. A ).

Im Auftrag? des Rcichsamts für die wirt­schaftliche Demobilmachung wird folgendes an­geordnet:

Artikel I.

Jn der Bekanntmachung Nr. L. 700/7. 17. . A..A betreffend Höchstpreis von rohen Grrß- vlehhäuten und Roßhäulen, vom 20. Oktober 1917 foiiie der Bekanntmachung Nr. L. 700/11. 16. K. R. A., betreffend Höchstpreis für Kalb-, Schaf- Lamm- und Zicacnfelle, vom 20. Dezember 1916 erhält der § 2a folgenden ztveikcn Absatz:

Die Sammelstelle zieht ßftwch >vie bisher von dem nach Absatz 1 errechneten Kaufpreis eine .Gebühr von Vs v. H. für Großviehhäute, V2 v. H. für Kalb-, Schaf- und Lammfelle und 1 v. H. für Ziege,r- und Zickelfelle zu Lasten ihrer Csinliefercr ab."

Artikel II.

Die Bekanntmachung Nr. L. 700/7. 17. K N. A., betreffend Höchstpreise von roh?n Grvß- vrehhäuten und Roßhäuten, vom 20. Oktober 1917 erhält folgenden

8 2 b.

Die Verteilungsstclle hat den ihr ange- schlossenen Gerbereien für alle über die No- vcmberquvte hinaus erfolgenden Zu e langen ton Däuten den Preis zu berechnen, der sich aus der Bekanntmachung Nr. F. R. 1/12. 18. K. R. A. (auch F. R. 1017/11. 18. K. R. A.) vom 30. No­vember 1918 ergibt, zuzüglich eines Aufschlages von 1 v. H.

Für die Gerbereien, die Häute über die Novemberguote hinaus bereits zugeteilt und nicht gemäß Absatz 1 berechnet erhol.en haben, hot die Verteilungsstelle den durch Absatz 1 vor ge­schriebenen Preis bei der nächsten Zuteilung zu erhöhen. Die Erhöhung beträgt so viel, als der Preis für die bereits zu geteilten und bercch- neten Häute höher garoefen wäre, ioenn die Be­rechnung gemäß Absatz 1 erfolgt wäre. Jn be­sonderen Fällen darf die Verteilungsstelle die Erhöhung auf mehrere Zuteilungen verteilen."

Artikel III.

Die Bekanntmachung Nr. L. 700/11. 16. K. R. A., betreffend Höchstpreise für Kalb-, Schaf- Lamm- und Zrcgenfelle, vom 20. Dezember 1916, erhält folgenden

8 2 b.

Die Verteilungsstelle hat den ihr ange- schlossenen Gerbereien für alle über die^No- vemberglVte hinaus erfolgenden Zuteilungen ton Fellen den Preis zu berechnen, der sich aus der Bekanntmachung Nr. F. R. 1/12. 18. K. R. A. (auch Nr. F. R. 1017/11. 18. K. R. A.) vom 30 November 1918 ergibt, zuzüglich eines Auf­schlag s von 2 v. H.

Für die Gerbereien, die Felle über die No­vemberquote hinaus bereits zug teilt und nicht gemäß Absatz 1 berechnet erhalten haben, hat die Verteilungsstclft den durch Absatz 1 vorge­schriebenen Pre s bei der nächsten Zuteilung zu erhöhen. Die Erhöhung beträgt so viel, als der Preis für die bereits zugebeilten und berechneten Felle höher gewesen wär«, wenn die Berechnung gemäß Absatz 1 erfolgt wäre. In besonderen Fällen darf die Verteilungsstelle die Erhöhung auf mehrere Zuteilungen verteilen."

Artikel IV.

Jn der Bekanntmachung Nr. L. 111/7. 17. K. R. A betreffend Beschlagnahme, Behandlung^ Verwendung und Melt-epslicht von rosen Groß­viehhäuten und Roßhäuten, vom 20. Oktober 1917 erhalten die Ziffern c und 6 des § 4 folgende Fassung:

c) Von einer Häuteverwertungs Vereinigung an einen von der Kri< gZ-Rohstoff-Abtcilung d?s Preußisckstm Kriegsministeriums zugelasse- nen Verband von Häuteverwertungs-Ver- ein-gimgen oder an einen von der Krie^s- Rohstoft Abteilung des Preußiscknn Kriegs- ministeriums zugclassenen Großhändler.

d) Von einem von der Kriegs-Rohstoft-Abtei- lnng des Preußischen Kriegsministeriums zugelassenen Großhändler ober von einem von der Kriegs-Rohstoff-Abteilung des Preußischen Kricgsministcriums -zugelassc- nen Verbände von Häuteverwertun^-Ver- einigmrgen an die Sammel stelle ('S 5).

Artikel V.

0n der Bekanntmachung Nr. L. 111/11. 16. K.R.A., betreffend Beschlagnahme, Behandlung, Ver­wendung und Meldepflicht von rohen Kalbfellen, Schaf-, Lamm- und Ziegenfellen sowie von Leder daraus, vom 20 Dezember 1916 erhalten die Ziffern e und 1 des Z 4 folgende Faffung:

e) Von einer Häuteoerwertungs-Vereinigung, die einem von der Kriegs-Rohstoff-Abteilung des Preußischen Kriegsministeriums zugelassenen Verbände von Häuteverwertungs-Vereinigun- gen angehört, an diesen Verband: von einer Häuteverwertungs-Vereinigung, die keinem zu- gelaffenen Verbände angehört, an einen zu­gelassenen Großhändler,- in beiden Fällen je. doch spätestens am fünfzehnten Tage des Mo­nats für das innerhalb des vorangegangenen Kalendermonats gesammelte Gefälle.

f) Von einem von der Kriegs-Rohstoff-Abteilung des Preußischen Kriegsministeriums zugelasse­nen Verbände von Häuteoerwertungs-Dereini- gungen ober von einem zugelaffenen Groß- händler an die Sammelstelle (§ 5), jedoch spä­testens am fünfundzwanzigsten Tage des Mo­nats für das bis zum fünfzehnten Tage des­selben Monats gesammelte Gefälle.

Artikel VI.

Im Artikel VI der Bekanntmachung Nr. F. R. 1/12.18. K. R. A (auch Nr. F. R 1017,11.18. K R. A.) gilt der Grundpreis der laufenden Nummer 7a der Preistafel nicht für ein Qu bratmeter Mafchinenmaß, andern für 1 kg Nettogewicht.

Artikel VIL

Die Bekanntmachung Nr. F. R. 1/12. 18. K. R.A., die teilweise auch die Nummer F. K 1017/11.18. Ä.

N. A. trägt, erhält ausschließlich die Nummer F. R. 1/12. 18. K. R. A.

Artikel VIIL

1918^cfc Bekanntmachung tritt am 26. Dezember

Berlin, den 26. Dezember 1918.

Kriegs-Rohstoff-Abteilung.

______________Wolffhügel._____________

Bekanntmachung

betteffend Jagdausubung in der neutralen ZonL

Das am 30. Dezember 1918 bckanntgegebene -6krdot der Jagdausübung in der neutralen Zone durch die feindliche Heeresleitung bezieht sich nur auf die Jagd mit Schußwaffen. Jede andere Art der Jagdausübung durch die Jagdberechttgten, betzp. Frettieren von Kaninchen und dgl., wird durch das Verbot nicht getroffen.

D a r m st a d t, den 21. Januar 1919. Ministerium des Innern.

_________Dr. Fulda._____________

Neue Richtpreise und Richtlinie«

für Gemüse- und Küchenkräuter-Samen.

Die Offizielle Preiskommission für Gemüse- fmnercren Hal in der Sitzung am 6. November l-lo Gemüse- und Küchenkräuter-Samen für oen Verkauf an Wiederverkäufer und für beit Verkauf an Verbraucher neue Richtlinien und Rich'preise festgesetzt, die mit Zusttmmung Reiä)sernährung.amtes in einer Preisliste oer- ofsentllcht werden. Die Richtlinien enthalten u. a Bestrmmungen, betreffend die Richtprftse für Ort- O^nal- und Spezialzüchtungen, Neuheiten und an­erkannte, Saaten. Interessenten können Abdruäe- der Preisliste gegen Einsendung von 0.56 Mk. je Stück beziehen durch die Geschäftsstelle des Pretsverbandes für Gemüsesamen in Alten- treddtngcn, Bez. Magdeburg.

Darmstadt, den 7. Januar 1919. Hessisches Landesernährungsamt.

Neumann.

Bckonntmachnng

Betr.: Höchstpreise für Pferdefleisch.

Auf Grund des 82 der Verordnung über Pferdefleisch Mto.

wir:

I.

Tie Preise für Pferdefleisch dürfen im Klein­handel bei Abgabe an den Verbraucher folgende Beträge nicht übersteigen:

für 1 Pfund Lmdendratflei'ch. Leber, Fri.chwnrst oder Fett, ohne Knochen 1 Mk.

für 1 Pf n> Mu t?'fi isch ausgenom­

men Lcni-enbrat leisch, olstw Kn?ci^n 80 Pf, für 1 Pfund .Herz, Eingeweide, Kops-

fleisch und andere geringere Sorten Fleisch, ausgenommen Leber, ohne Knoch?n.........60 Pi.

für 1 Pfund Knochen ... 10 Pf

II.

Tie Krcisämter werden ermächtigt, unter Be rücksichtigung der besonderen Mark ve haltnisfe für chr^n Kreis oder für Teile ihres Kreises niedrigere Höchstpreise, als die unter I festgesetzten, festzu­setzen.

Darmstadt, den 31. Dezember 1918. Hessisches Landes-ErnährungSamt.

Neumann.

Bekanntm^.chnn^.

Betr.: Arbeiten für die Reichspostverwaltung..

Nach dem Staatskommissar gewordener Mit-, teilung sind für Neuanschaffungen, Reparatur- lmd Jnstandfetzungsarbeiteu im Gebiete der Reichspostverwaltung große Be.räge vvi> gesehen, und man trägt sich mit dem GÄanken, wertere Arbeiten bei dem Reichsschatzamt zu er­wirken.

Es gelangen insbesondere zur Vergebung: Fahrräder, Möbel, Geldschränke, Wertgelasse, Brrefkasten, Schreibmaschinen, metallograpblsckie Pressin, -Lch'iegsäch?r, Stempelm s:i.:en, Post-q anweisungsstempelmaschinen, Rechenmaschinen. Neulacki?rnng und Ausbesscrmrg von Bahnpost-- wagen, Eml^au der Einheitsverbundsbremse in dre Bahnpostwagen. Neubau und JnsivridsetzwrK vori Postwagen, Kraftwagen, Kraftfab,rräbent,' Handwagen, Paketkarren, Zementkanälen.

Aus Zementkanäle wird ganz besonders verwiesen, da drese in großen Massen gebaut werHcn. Auch in Orten mit elektrischen Straßenbahnen ist der Neu-, bau von Sttaßenbahrumschlußgleisen nach den ein­zelnen Postämtern vorgesehen, dec die Beschaffung einer großen Anzahl von Weichen und Wagen er­forderlich macht, die Arbeilsvergebunge-n erfordern.

Es toird den Interessenten enrpohlen, sich sofort mit den O b e r p o st d i r e k t i v n e n in Ver­bindung zu setzen und bei diesen die Zu:veisung von Arbeiten und Lie.eruugen enerchsch zu betreiben, soweit ersvrdettich unter Mithilfe ter maßgebenden Ste'l^m (Han elslamm^r, Handwerkslammer, Te- mobilmachuirgsausschüsse, Jnnungeir usw.).

Gießen, den 2. Januar 1919.

Tcr Temobi mr.chungkaussckmß Gießen -Land.

Betr.: Kartoffelversorgung im Wirtschaftsjahrel918/19.

Bckanlllmachullg.

Unter Hinweis auf bie (Brunbfäüe unserer Der« fügung vorn 19. September 1918 (Kreisblatt Nr. 112) werden nach Anorbnung der Reichskartoffelstelle di« Ila und IV wie folgt geändert:

Selbstversorger:

Zur Ernährung 1 Pfund für den Tag und Kopf auf die Zeit vorn 3. Februar bis 14. Anqust 1919.

Dersorgungsberechtigte:

(Eine wöckentliche Kartoffelration von fünf Pfund auf die Zeit vom 3. Februar bis 20. Juli 1919.

DcmOberbürgermeister zu Gießen und den BürgermeistereienderLand-> gemeinden des Kreises wird empfoh-: len, vorstehendes ortsüblich zu der-, öffentlichen.

Gießen, den 27. Januar 1919.

Kreisamt Gießen.

I. B.: Dr. Siegert.

B e t r.: Feuerstättenverzeichnis für Hessen.

An den Oberbürgermeister zu Gießen und dir. Bürgermeistereien der Landgemeinden des

Kreises.

Wir erinnern Sie hiermit an Erledigung un-. serer Verfügung vom 9. November 1918 (Gießener. Anzeiger Nr. 2*2, 2. Bl., vom 19. November 1918).

Gießen, den 24. Januar 1919.

Kreisamt Gießen.

I. B.: Pennrich.