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MMg*-Rohst»ff.Abteilung.
Bekanntmachung
Nr. F. R. 1040 12. 18. K. N. A.
3m Auftrage bes Reichsamts für bte wirtschaft. Me Demobilmachung wirb folgenbes angeorbnet:
Artikel I.
Die vekanntmachung Nr. Bst 392/12.17. K.R.A., •etreffenb Beschlagnahme unb Bestanbserhebung von sogenanntem unechten Seegras, auch Alpengras genannt, vom 15. Januar 1918 unb bie Bekanntmachung Nr. Bst. 100 8 18. K. R. A., betreffenb Höchstpreise für Seegras (Alpengras) vom 10. August 1918 treten «eher Kraft.
Artikel II.
Diese Bekanntmachung tritt am 1. Januar 1919 in Kraft.
Berlin, ben 1. Januar 1919.
Kriegs-Rohstoss-Abteilung: W o l f fh ü g e l.
' ■ »Hfl
Nr. F. R. 790/12. 18. K. R. A.
Au der Verordnung des BundeSrats über künstliche Düngemittel vom 3. August 1918 (Rcickjs-Gesetzbl. S. 999) wird folgenbes angeordnet:
Artikel I.
Die gewerbsmäßige Herstellung von Mischungen aus
1. schwefelsaurem Ammoniak mit Superphosphat,
2. Na triu m -Amnumium-Sulfat mit Super-
pbosphat,
3. schwefel saurem Ammoniak mit Super-
phr>sphat und Kali,
4. Natt^rm-Annnvmium-Sulfttt mit Super- pbosphat und Kali
totrb mit der Maßgabe gestattet, baß bie fertige Mischung mindestens 4 t>. £>. wasserlöslicher Phosphorsäure und höchstens 4 v. H. Kali (K, 0) enthält.
Artikel II.
Die gewerbsmäßige Sxrftelhmp dieser Mischungen ist nur denen gestattet, die ste schon vor dem 1. August 1914 gewerbsmäßig hergestellt tjaben.
Artikel III.
Der Preis der Mischungen berechnet sich nach dem Höchstpreis für Stickstoff itnb Phosphorsäure. Der Kalipreis darf 30 Pf. für das Kilo Kali (K20) nicht übersteigen.
Als Miichlohn dürfen außer dem Höchstpreis 2.20 Mk. für 100 kg berechnet werden.
Artikel IV.
Diese Bekanntmachuitg tritt am 21. Dezember in Kraft.
Berlin, den 21. De^mber 1918.
Reichsamt für die wirtschaftliche Demobilmachung.
(Demobit machungsaint.)
________________________M OCt 1}._______________________
Verordnung
das Verbot des Tragens von Waffen betreffend.
Aus Grund des Artikels 73 der Verfassungsurkunde vom 17. Dezember 1820 wird verordnet:
§ 1. Der Verkauf und das Tragen von Stoß-, Hieb- oder Schußwaffen sowie von Munition ist verboten.
§ 2. Ausnahmen von dem vorstehenden Verbot finden statt:
1. für Personen, welche traft ihres Amtes ober Berufes zur Führung von Waffen berechtigt sind, in betreff der letzteren;
2. für Personen, welche sich im Besitz eines Jagdscheines besinden, in 'betreff der zur Ausübung der Jagd biencitbeit Waffen und
3. für Personen, welche einen für sie ausgestellten Waffenschein bei sich führen, in betreff der in demselben bezeichneten Waffen, lieber die Erteilung des Waffenscheines befindet die Ortspolizeibehörde des Wohnortes.
§3. Zuwiderhandlungen werden gemäß 8 367 Ziffer 9 Reichsstrasgesetzbuchs mit Geldstrafe brs zu 150 Mark ober mit Haft bestraft.
Darmstadt, den 17. Dezember 1918. Das Staatsininisterium.
gez. Ulrich.
B e t r.: Wie oben.
An den Oberbürgermeister zu Gietzrn, die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreists, das Polizeiamt Gießen und die Gendarmerie des Kreises.
Auf vorstehende Verordnung weisen wir Sie hin. Für ortsübliche Bekanntmachung wollen Sie Sorge tragen.
Gietzen, den 13. Januar 1919.
Kreisamt Gießen.
Dr. II s i n g e r.
Bekanntmachung
In der Zeit vom 1. bis 15. Januar 1919 wurden in hiesiger Stadt
gefunden: 1 Tamenuhr, 1 Landbeutel mit Taschentuch, Fahrmarken der elektrischen Straßenbahn, 2 Papiergeldscheine, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Kalbfell.
berloren: Papiergeld (einZwanzig- und drei Fünfmarkscheine, 1 Portemonnaie mit 10 bi5 11 Mk. Inhalt, 1 Portemonnaie mit 11,80 Mk.
Inhalt, 1 schwarze Griffelmapp'. ?.ni rrjJtl< Inhalt, 1 silb. Tamenuhr mit gold. Bierzipiel, 1 Handtäschchen, Portemonnaie mit 25 t'Jlati Papiergeld und Fahrkarte nach Lmlouc-esch- bach Inhalt, 1 Geldtasche (Inhalt: 3 Post- auittungen), 1 Portemonnaie mit 21,25 Marr Inhalt, 1 Touplee-Kneifer mit Metallsckride, 1 silberne Tamenuhr mit Gliederannband, 1 Portemonnaie mit 15 Mk., sowie Kleingeld, Butter- und Brotmarken Inhalt, 1 Portemonnaie mit ca. 52—53 Mk. und Kleingeld Inhalt, 1 graues Portemonnaie mit 17,47 Mark Inhalt, 1 goldene Zylinder-Rem.-Uhr Nr. 45 795, 1 schwarze gehäkelte Handtasche mit Taschentuch, Schlüssel, Portemonnaie mit 6 Mark Inhalt.
Tie Empfangsbevechttgtcn der gefunbenöti Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.
Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 11—12 llhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags bei der ixMer» zeichneten Behörde, Zimmer Nr. 1 erfolgen.
Gießen, den 15.Januar 1919. Polizeiamt Gießen.
____________Gebhardt.
Bote.: Rundgaug der Felbgeschworenen.
An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des KreiftS.
Soweit Sie noch damit rückständig sind, erinnern wir Sie an Vorlage des Berichts über ben Rundgang der Feldgeschworenen binnen 14 Tagen. (Ausschreibe» vom 19. September 1918, Kreisblatt Nr. 116.)
Gießen, den 23. Januar 1919. Kreisantt Gießen.
I. V.: Pennrich.
N mndttsM Slitnltntt des Scmi Gilüiiö Jrttrs.
Roman von H. A. Adams.
Nachdruck verboten. Fortsetzung 55
„Aber woher — woher wissen Sie es? $yit sie cs Ihnen gesagt?"
„Sie hat es mir gesagt, Herr Direktor."
Schreckliche Bestürzung war in Herrn Beachs müden Augen zu lesen, und als er sprach, Hang nicksts als unendliches Mitleiden aus seiner Stimme. „Sic wußte, daß sie sterben muß, sie wußte es die ganze Zeit über! Und ich habe alles getan, um jede Andeutung davon von ihr fcrnzuhalten. Was haben Sie mit all dem zu tun?"
/War das klug, sic in Unwissenheit zu erhallen, ihr das Leben so aus den Händen gleiten zu lassen?" fragte Galahad. „Vielleicht hätte sie gerne manches geordnet, manches vorbereitet. Herr Beach, war sie denn glücklich?"
^Glücklich? Gott weiß, ich hatte keinen andern Wunsch als den, sie glücklich zu machen. Ich wollte ihr Glück nicht durch die schreckliche Kunde stören. Und sie wußte alles! Und doch meine ich, Sibyl sei niemals glücklicher gewesen, als während der letzten Tage. Zuweilen schien sie mir gar kein Kind mehr zu sein. Vor zwei Tagen kam ich nwrgens zu ihr, und sie sah aus wie — wie eine Braut! Es schnitt mir ins Herz, sie in ihrer Unwissenheit so
glücklich zu sehen! Und dabei wußte sie alles! Wie konnte sie twtzdem so glücklich sein! Was ist geschehen, das sie so glücklich gemacht hat? Im Namen Gottes, Mann, sagen Sie mir, was Sie wissen. Wie kann ich weiter gehen im Dunkeln?"
Und aus Mitleid mit diesem Vater zögerte Galahad. Konnte er sein Geheimnis ihrem Vater preisgeben und ihm vertrauen, daß er es nicht zerstöre? Und er würde ihm dann auch sagen müssen, daß Harare sie nicht liehe. Wie konnte er hoffen, ihren Vater zu überreden, daß es notwendig sei. diese Täuschung bis sum Schluß durc^uführen? Nein, er konnte diesem blinden Manne nicht das mitleidsbedürsttge Herz eines verträumten Mädchens bloßlogen. Er hatte Sibyl Treue geschworen und mußte seinen Schwur halten. Der Vorhang würde bald genug mitleidsvoll fallen. Er mußte schweigen bis zum Ende.
„Ich kann es Ihnen nicht sagen, Herr Beach, es liegt nicht in meiner Macht, es Ihnen zu sagen."
„Dann werden Sie die Folgen tragen müssen, Herr Jones," sprach der Direktor.
„Ich muß es, fürchte ich, Herr Direktor." „Sie wissen, daß ich Sie verhaften lassen lamt?"
„Sie werden nichts aus mir hevaus- bringen."
„Natürlich muß ich bei dem Zustand meiner Tochter alle Oeffentlichkeit vermeiden;
aber ich kann Sie besttafen und Sie verhindern, sich weiter in diese Sackte, bei der es sich um Leben und Tod handelt, zu mischen."
„Ja, Herr Direktor," erwiderte gequält der Bankbeamte. Er war all defsen müde. Es war ja doch alles gleich. Es würde, Gott sei Dank, bald vorüber sein.
„Ich ersuche Sie, Herr ^Fones, mir Ihr Abschiedsgesuch einzufenden — und Zwar sofort. Und denken Sie, bitte, in Zukunft daran, oaß ich die Polizei beauftragt habe, mein Haus zu überwachen."
Der Direktor ivandte sick seiner Arbeit wieder zu und nahm mit beoenden Fingern ein Bürckwl Geschäftspapiere auf.
Galahad ging nach seiner kleinen Hundehütte von einem Bureau, ordnete seine Arbeit und schrieb sein Abschiedsgesuch. Dann händigte er die Bureauschlüssel seinem Vorgesetzten ein und ging auf die Straße hinaus. Er war fertig mit dem Bankbeamtentum, er war ein Mann geworden.
Die Uhr des Postamtes schlug ein Viertel vor drei. Betäubt von der Plötzlichkeit seiner Entlassung, wanderte Galahad die Straße hinab. Was nun? Was hin während des ganzen übrigen Lebens? Er war nun ein „unabhängiger Mann" — mit einem Häuschen, das Miete kostete, und mit Frau und Kindern, die Nahrung brauchtest. Er war neun» mrdvierzig Jahre alt, und die einzige Arbeit, die er verrichten konnte im Leben, war,
entwertete Banknoten zu zählen. Boll irosb- los en Neides schaute er die Leute an, die an ihm vorübereilten, um ihre Arbeit zu tun, ihre gesicherte Stellung aus^ufüllen, ihren monatlichen Gehalt zu verdienen. Er war plötzlich aus dem Plauder Dinge heraus- aesallen. Morgen würde'irgend ein anderer seine Arbeit aufnehmen; die Bank würde weiter bestehen.
Er konnte jetzt noch nicht nach Hause gehen. Mit dem unheimlichen weiblichen 2lh° nungsvermögen würde Em in ihrer unklugen Frauenweise erraten, fragen, seine Schmach aus ihm herauswurmen. Er war noch zu sehr betäubt und mußte Zeit haben, sich von dem Schlage zu erholen. Er jjiug dahin wie geblendet, sah nichts, wußte nichts von der Richtung, die er einschlug.
Als er in einer bekannten Straße toieder zu sich kam, war er — auf seinem gewohnten Wege zum Stelldichein. Er blieb stehen, aber da er keinen Grund hatte, sonst irgendwo hinzugehen, schritt er weiter bis an den Hafen!
Mer als er voller Sehnsucht in da? stille, kühle Wasser hinabschaute, faßte er sich wieder. Er hatte immer noch Em und die .tnv* der und Sibyl. Es war wunderlich, daß in seiner 9^01 der Gedanke an Sibyl zuletzt kam. Hell leuchteten die Wasser des Hafens in der Sonne. Leben war aus seinem sriedev ollen Spiegel, kern Tod. (Fortsetzung folgt.)
ofteuerBeratung
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deutsche 7?eöisfons- und
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Carl Sch waab,{££X
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für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen
Donnerstag den 30. Januar 1919 abends 7*/< Uhr im Saale des Hotels „Grot Herzog von Hessen* Die Lage der deutschen Kriegsgefangenen und wir!
Redner: Herr Dr. Schneider - Gießen.
Alle Männer und Frauen Gießens und Umgebung, insbesondere die Angehörigen von Kriegsgefangenen sind eingeladen. Der Angehörigen - Ausschuß Gießen für deutsche Kriegsgefangene
VmichiW dor ttuMaoer 1912/14.
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SamStaa ben 1. Februar, abendS T/a Nbr, im
Ltbipkapah. Erscheinen sännlicher ehemaliger Milschüier bringend erwünscht.
sachgemässe Anfertigung von Steuerbilanzen und Steuererklärungen. — Prüfung der Veranlagung. Entwürfe von Einsprüchen und Berufungen.
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Beschädigungen a« tor«nbtttiefen und Ole» bänden, die ourw elnouarrierte Truppen wäb- rend des SitickmarschcS verursacht worben Unb, sind bet dem Stöbt. Cinanarlierungsamt, SelterS- weg 93, soiern noch nicht geschehen, anzumelben. Es kommen nur solche Schöben in Betracht, bte tatsächlich burch Trnvven ober Pferde entstanden und von solcher Bebeuiung sind, daß ein Schadenersatz- ansvruch bered)!igt in.
Der Antrag muff schriftlich gestellt werben, und den Namen bes Beschadiaien, Bezeichnung und 6irSne be-5 Grundstück?, Art der Beschödlguna und Forderung deö EigemümerS ober des Beschödigten cntb'iltvn.
Anmeldung bat bis zum 31. Januar zu erfolgen ; spater eingelrcnde Forderungen können uirvt berürffiditint werden.
Das (Siuquariierunn -aint besindet sich vom L Februar b. I. ab int Amtshaus, Asterweg 9.
Gteffcn, ben 28. Januar 1919. 1239B
Der Oberbürgermeister.
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