Samstag, 26. April (919
Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)
Ur. yr
Zweites Blatt
Letzte Nachrichten.
Vie italienische Verstimmung.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 26. April 1919.
VoNSgebräuche am „Weißen Sonntag".
Der Sonntag Quasimoöogeniti oder weiße Sonntag, eine Bezeichnung, d« auf dre wertzen Ge- twtbcr zurückzuführen sern durste, dre ehemals von den um Ostern getauften Christen wahrend der au! dieses Fest folgenden Woche bis rum Sonntag Quasimodogeniti getragen wurden, fat v re les Volkstümliche. Für die ftawiichen Volksstamme gilt der weiße Ä)nntag als Einleitung der schonen Sommerszeit. Im Harz pslegt man an diesen Sonntag Birken vor denjenigen Hausern ZU errtck- ten in denen sich Äonsirmanden cesinden, wahrend in einigen anderen Gebenden ker Bauer^ain. „wn- ßen Sonntag" die Obstbäume schüttelt, damit nicht tfte bösen Geister, die durch die Lüfte rtek^n, sie zu ihrem Wohnsitz erlesen und ihnen dir Lebenskraft midfauaen. In gebirgigen Gegenden ^.gehen an jenem ^age die Hütebuben mi^veißen^Stabcn^au^
Auf dem Treppenabsatz blieb er einen Augenblick stehen. Er mußte sich sammeln, er mußte seine Ruhe wi.der gewinnen. Er legte die Hand an die Stirn. Was hatte er getan? Er hatte einen Beamten, der sich in der Ausübung seines Berufes befand, tätlich angegriffen, mißhandelt. Er war sich gar nicht klar darüber, wie er sich zu dieser brutalen Haiidlungsweise hatte hinreißen lassen können. Er wußte, daß ein solches Vergehen eine strenge Strafe nach sich ziehen würde.
Schön! , , , „
Nur jetzt sollten sie ihn nicht fangen! Nur nicht abgeführt werden unter den Augen Ruths. Morgen — dann konnte er sich ja selbst der Polizei stellen, freiwillig.
Er riß sich zusammen.
Er schritt die mit Teppichen belegte Treppe weiter hinauf. Er zeigte sich ruhig wie rminer. Keine Spur von Aufregungen der letzten Mrnuten war ihm anzumerken. , . _ .
Am anderen Ende des breiten Korridors, dort wo die Konferenzzimmer lagen, war ein Garderobenzimmer.
Aus dieses schritt er zu. .
Er konnte es nicht wagen, fernen ergensn Mantel und seinen eigenen Hut an der Garderobe zu holen, die unten neben dem Teeraum Iig. Tort wäre er erkannt und verhrftet wrrden.
Er — er mußte sich den Mantel und den Hut eines der Herren ausborgen, die hier oben bei geschlosienen Türen ihre geschäftlichen Angelegenheiten berieten!
Freilich, das Ausborgen mußte ohne Wissen des Besitzers geschehen. Wie .ein Paletotmartx-r mußte er Vorgehen, frech und mit -Sachkenntnis. Nur nicht einen Mantel wählen, der rhm nach-
lien eines der Böller, das in den Bereinigten Staaten du- größten Svmpathien besitzt, und es gilt auch für ein sehr kluges Bolk."
Aushebung aller Schwarzen Listen.
A m st e r d a m , 25. Avril. (Priv.-Tel.)„Daily Chroniclc" meldet: Ter Oberste Wirt' schastsrat in Paris hat beschlossen, sämtlich.- Schwarzen Listen aufzuheben.
Aufhebung der Blockade?
Berlin. 26. Avril. Der „Bcrl. Lokalanz." meldet aus Basel: „Morning Post" berichtet, an der Londoner Börse wird die Aushebung der allgemeinen Blockade erst für Ende Mai erwartet. Im Ministerium finden über die Auf- ljebungder Blockade seit dem 18. April Besprechungen statt Die „Daily News" meldet, daß die Agentur Lloyd in London Versicherungen nach deutschen Häsen ab 1 Mai annehme.
Slandrcch.liche Eischi tzung von Plünderern.
Hamburg, 25. April. (WTB.) Dem „Hamburger Echo" zufolge wurden bisher 6 Plünderer, die mit der Waffe gegen die Sickierheits- lruppen kämpften, standrechtlrch erschossen.
Plünderungen in Buer i. Wrftf.
Berlin, 26. April. (WTB.) Nach der „Pos?' ist es in Buer heute nachmittag zu schweren Unruhen gekommen. Auftührerische Men- schcnmassen stürmten die Kaufhäuser, die K l c i d c r h a n d l u n g e n und die Zigarrengeschäfte, zertrümmerten die Schaufenster und plünderten die Vorräte. Die Straßenbahn-^ wagen wurden angehalten und die Fenster zer- trinnmert. Zwischen der Menge und Der eingrei» senden Polizei kam es zu Kämpfen, bei denen es Verletzte gab. Heute abend trafen ReaierunaS- truppen aus Gladbeck ein, die die Ruhe wieder herstellten. Eine Anzahl Rädelsführer wurde per-- haftet.
Eine Entschließung der schleswig-holsteinischen Ageordnetcn der Nationalvcrsammlung.
Berlin, 25. April. (WTB.) Tie schleswig-holsteinischen Abgeordneten aller Parteien zur deutschen Nationalversammlung und preußischen LandeSnersammlung faßten einstimmig folgende Entschließung:
Wir sehen in Schleswig-Holstein einen unlösbaren Bestandteil der grobdeutschen Republik. Wir erkennen die vierzehn Punkte Wilsons an und unterstützen die Reichsregierung im Kampfe für ihre Durchführung. Wir lehnen jede die Wilson- schen Grundsätze verletzende Gewaltpolitik ab Sollte uns der Friedensvertrag eine A b stim> mung im eigenen Lande aufnötiaen, so verlangen wir für jede Veränderung von Staatsgrenzen, daß 1. eine gemeindeweise Abstimmung aller Männer und Frauen über 20 Jahre ein
Paris, 25. April. (WTB.) Havas erklärt, daß es sich nicht um einen Bruck handelt, sondern nur um eine Unterbrechung der italienischen M i t a r be i t bei den Arbeiten der Friedenskonferenz. Orlando setzte die auf den 6 Mai festgesetzte Einberufung der italienischen Abgeordneten auf einen früheren Zeitpunkt fest. Es wäre möglich, daß Orlando bis zur Eröffnung der Verhandlungen mit den deutschen Vertretern, die nicht vor dem 2. Mai beginnen werden, in Paris zurück frtn wird. Bis zu seiner Rückkehr wird die italienische Delegation weder an den Arbeiten der Konferenz noch der Kommissionen teilnehmen. Italien wird aber weiter teilnehmen an den Arbeiten aller interalliierten Kommissionen, die nicht von der Konferenz abhängig sind, tote z B. im obersten Wirtschastsrat, in der Wafsen- stillstandskommission, in den Kommissionen für Verpflegung, Transporte, Rohstoffe usw.
Paris. 25. April. (WTB.) Orlando erklärte dem „Echo de Paris" zufolge, daß er sich an das Parlament wenden toerde, um eilte Bestätigung des ihm anvertrauten Mandats zu verlangen. Er werde dem König die Vertrauensfrage stellen. Das Parlament wird bte nationalen Forderungen sestzusehen haben.
Eine Antwort Wilsons an Orlando.
Genf, 25. April. Präsident Wilson hat gestern durch seinen Sekretär der Presse folgende Antwort an Orlando mitgeteilt:
„Der Präsident empfindet ein tiefes Bedauern, daß die Vertreter Italiens es für nötig erachten, so zu handeln; er hasst jedoch, daß es möglich sein wird, die Tinge wieder einzurenken. Der Präsident hat sich klare Rechenschaft abgelegt über die Folgen seines Exposes, er hat aber kein anderes Mittel gesehen, aus der Sackgasse herauszukommen. Ter Präsident glaubt nicht an einen Konflikt zwischen Italien und den Jugosiawen: wenn es unglücklicherweise dennoch zu einem solchen kommen sollte, so würden die Verctnigten Staaten in keiner Weise eingreisen. Schließlich möchte der Präsident in Erinnerung bringen, um eine Aussicht auf die Zukunft zu eröffnen, daß Italiens Politik von seinen Alliierten und betreffs seiner Lebensmütelvcrsor- gung und des Gleickjgcwichts seiner. Finanzen besonders von Amerika abhängt. Nun ist aber Jta-
bie Weide selber unb stecken daselbst den Boden ab. Bis zum Pfingstsonntage darf bann niemand an* bers Vieh aus das damit begrenzte Revier treiben. Ehemals war die Nacht zum „iveißen Sonntage" eine „Freinacht" für alle Ledigen, die von diesem Vorrecht durch Tanz und allerlei Kurzweil Gebrauch machten unö bei der j eg sicher Bursche Den Namen seines Schätzchens bekannt geben mußte, der aber geheim zu halten war, menn nickst anoecs der Verräter eine Strafe entrichten wollte, bte nachher zum allgemeinen Besten für Speis und Trank ver- wcnbct wurde. In der Schweiz nennt man (oen „weißen Sonntag" „Bohnensonntag", weil an ihm jeder Kirck)knbesuch.r eine Boljne erhält Vielfach sanden auch Umzüge vermummter Burschen statt, aus deren Gefangenschaft sich die Mävch.-n, die ihnen in den Weg kamen, nur durch ein Geschenk zu lösen vermochten.
** Aus dem Stadttheaterbu ccau. Freitag, 2. Mai, findet ein Gastspiel der Tänzerin Ruth Schwarzkopf statt, die bereits in Bad-Nauheim mit außerordentlichem Beifall gastierte, und sich als vollwertige Rivalin von Hannelore Ziegler erwies.
♦* Der Schwarz- und Blaulohkl^b für Hessen unb angrenzende Gebiete, Sitz Gießen, freit am 2). und 21 April in Kinzenbach seine erste reichbefchicktc Klubschau ab. Trotzdem der Klub erst seit 1. März 1919 besteht, tonnte man nur erstklassiges Material sehen, wie auch ans der Prämiierung hervorging. An Preisen wurden vergeben: Hch. Henle-Gießen Klubpreto unb Zufchlagspreis für das höchstprämiierte Tier, ein Siegerpreis. -Gg. Eiif-Sleinberg 1 Siegerpreis sowie den 1 Preis der Jungtierklasse: Gg Keil- Gießen 1 Ehrenpre.s, 1 erster Preis und 2 dritte Preise; L Licher-Trohe 1 Ehrenpreis, 1 zwerter Preis, den zweiten und dritten Preis der Junatter- tlasse und eine lobende Anerkennung: Fr. Bock- Gießen 1 erster Preis und 1 dritter Preis: Hch. Wahl^Hartenrid, Kr. Biedenkopf, 1 zwei.er Preis: Th Jochim-Gießen lobende Anerkennung. Bei der gleichfalls abgehaltenen Hauptversammlung nut Neuwahl des Vorstandes wurden gewählt: Hch. Henke-Gießen, Vorsitzender, Gg. Keil-Gießen, Schriftführer, Hch. Wahl-Hartenrod, Kassierer, L Licher-Trohe und PH. Zimmermann-Großen- Linden als Beisitzer. Ter.Klub plant feine zweite Schau im August in Frankfurt abzuhalten, um seinen auswärtigen Mitgliedern gerecht zu werden. Sckwarzlohzüchtern dürste sich empfehlen, dem Klub beizutrelen, da er verschiedene Vorteile bietet.
** Besitzwechsel. Der Zentralautomat, Seltersweg 31, Frau Vloedner gehörig, ist Jür 75 000 Mk. an den Inhaber Hermann L ö b e r verkauft wvrden. — Evenfo ist, wie wir hören, das Hotel Felsenkeller, Liebigssiahe 5, das sich im Besitze der Unionbrauerei befand, zum Preise von 96 000 Mk. an Herrn Schwab, Gießen, überge- 9<in9** Die Schwarz-Weiß-Lichtspiele, Seltersweg 81, bringen bis Montag den 28. Avril das Censationsdrama „Halbblut" mit Ressel Oda in der Hauptvolle unö das Lustspiel „Bawneßchvn auf Strafurlaub", in der Hauptrolle Hanna Brinkmann.
Der Doppelgänger.
Roman von Carl Schüler.
Fortsetzung Nr. 13.
Er blickte von seiner Tasse auf, hinüber nach dem jungen Mädchen. Er war erstaunt iiber das,
Jr da sah Ter Ausdruck int Gesicht des ^nge? Mädchens hatte sich völlig
nichts mehr v,n Langeweile ober Gleich- war. via in tehen Mit großen, weit ausge- iü eiten%lugen blickte fic. teh Kriminalbeamten an und dann — wahrhaMg, dann gibt ihr Bück ?? S herüber und biicb mit jener angstvollen ^iMitnuna mit der man den Kunststücken eine, IdUäS Msieht, auf ihm haften. Tafri war
i!t Augen die an ihn ge
richtete Frage, zu lejen:
Was wirst du jetzt tun' »
L-in Zweifel, sie hatte die Lage erkannt. Merkwürdig Wie war das nur möglich? Ein Rätsel' Eines aber stand für Torival fest. Auch iL offenbar für jenen Lpitzbuben, den KL unb fte erwartete aÄinenb mit Span, niuig das, was kommen mußte
Sollte er fr n'^ Zusammenstoß mit dem Kri- vrtnalbeamten in den Garberoberaum verlegen? Ter Gedanke schien, ihm gut. Er zog seine Geld- und seine B.icke suchten den Senner.
In diesem Auaenb.ick hörte er hrn.er
Rückeii eines Stuhles, dann em leifes Knarren der Tielen unter schweren ^linerschritten E wußte, der Kriminalbeamte hatte sich erhoben, er hotte seine Absicht bemerkt unb wollte rhm ben Rückweg abfchneiden.
her nicht paßte, auch keinen, der gleich an einem ber ersten Riegel hing. Tas komite Derbacht erregen. Er wählte einen Pelzmantel. Einen großen, weiten kostbaren Pelz. Ten liefe er sich von bet verträumten Garprobenfrau halten unb drückte ibr dafür ein Markstück in die Hand. Der Mantel liefe ihn groß unb dick erscheinen, unb das war ihm gerade recht. Auch der Seidenhut ber zu dem Mantel gehörte, paßte ihm. Es war ein nagelneuer Seibenhut von ntobemer Form.
„Hatten ber gnäd'ge Herr auch einen Schirm?" fragte die Garberobenfrau, die dem feinen Herrn ben Nummernzettel gar nicht ab- züberlangen wagte. ,
Tonbai, dem ber Boden unter den Fügen brannte, benn jeben Augenblick konnte ber Besitzer des Mantels aus einer ber nächsten Türm trete::, üemeintc die Frage. Er wollte sich braufem gleich eine Droschke nehmen, nach feiner Wohnung fahren und von dort aus ben Mantel unb den Hm durch einen Tienstmann nach bem Hotel zurück fenben.
Er schlim ben Mantekkragen hoch unb stieg gemessenen Schrittes die Trevpe hinab
Unten spielte die Musik wieder. Tie Auf- regung hatte sich gelegt. Tie Leute saßen wieder an den Tischen. Nur vorn, an der Auskunft-- stelle, hatte sich um einen Schutzmann eine leb host beweg e Gruppe ge6i:b:t. Mitten dazwischen stand der Kriminalbeamte und hielt sich ein blutgetränktes Taschentuch vor die Nase. Angestellte wurden bernonunen. T-orioal hörte, wie ein Kellner sagte: ,
, Ich habe deutlich gesehen, baß ber Spitzbube die Treppe hinaufgegangen ist." (Fortsetzlmg folgt.)
Freitag vorm. 7: Segensmesse: abds. 6iA: Mai- andacht. Samstag nachm. 5 u. abds. 8: Bcickstgcl.
Aus dem Hmtsvertünöigungsblatf.
** Tas Amtsverkündigungsblatt Nr. 19 vom 25. April enthält: Belaimtmachung Nr. W. 50./3. 19., betreffend Beschlagnahme unb Melbcpslickst von gesammelten rofrn Mensckxn- haaren. Born 1. März 1919. — Bekanntmachung betreffend Höchstpreise für Schlachtvieh. Vom 14. April 1919. — Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide unb Mehl: hier: Mehlpreise des Korn mui'.alverbands Ten Höchstpreis für Brot und Mehl. — Die Beitreibung ber Gemcindegesälle für 1918 Ri. — Fcldbereinigung Allenbors a b. Lda. — Fclbbereinigung Queckoorn: hier: Berschleisung deS Haingrabens.
Erhöhung der Mehl- und Brotpreise.
Auf Beschluß des Kreisausschusses vom 17. April b. I. wird mit Wirkung vom 15. April b. I. ab bis auf weiteres ber Preis für bas von dem Kommuualverbanb an bie Stadt Gießet? sowie an die Landgemeinden des Kreisel a''-nwfrnbe Mehl nie olg estgesetzsi 1 Roggenmehl, 9 p oz. Ausmästung. 45 Mk. iüc den Toppe,zen.ner ohne Sack, 2 Weizenbrotmehl, 94proz. Ausmahlung, 47,50 Mk. für den Doppelzentner ohne Sack. 3. Weizenauszugsmehl, 70 Mk. für ben Doppelzentner ohne Sack. Für Rücklieferung der leeren Mehliäcke bleiben bie Bestimmungen in der Bekanntmachung vom 13. September 1918 in Strait.
Turch die Erhöljung ber Mehlpreise werden vom 15. April an für bie Landgemeinden des 51 reifes bis aut weiteres folgende Höchstpreise festgesetzt:
Für 23 r o t: a) für ben 4-Psirnd-Laib 98 Pf., b) für den 2-Pfu nb-Laib 49 Pf. Tas Verkaufsgewicht bes Brotes muß noch 24 Stunben nach feiner Fertigstellung vorhanden fein.
Für Mehl beim Wei.erverkauf durch Bäcker oder Händler an die Verbraucher: 1. Roggenmehl 25 Pf. das Pfund, 2. Weizenbrotmehl 27 Pf. bas Pfund, 3. Wrizenauszug:>mehl 40 Pf. das Pfund.
Tie Höchstpreise für Schlachtvieh sind vom Hessischen Landesernährung-5amt mit sofortiger Wirksamkeit bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: a' für Rinder ber Klasse A am 125 Mk., b) für Rinder ber Klasse B auf 100 Mk., c) für Rinder bet Klasse C auf 80 Mk. für 50 Kar. Lebendgewicht: für Kälber einheitlich auf 110 Mk. für 50 Kot. Lebendgewicht. Mit Inkrafttreten ber erhöhten Vieh preise hat eine entsprechende Herabsetzung ber Provision ber Vichhandelsverbände einzutreten.
Richtig, eine schwere Händigte sich aus feine Schulter und eine S inme f.ü.terte ihm ins Ohc:
Schnepfe, madjen Sie keine Dummheiten. Sie sind verljasiet. Kommen Sie ruhig mit. Es ^^Tonpai sah, dicht vor seinen Augen, eine sich über ihn beugende starkgerötete Nase.
Ta kam eine bli.ide Wut über ihn.
Er dessen Ruhe im Regiment geradezu sprichwörtlich geworden war, der sich einbildete, m allen Jagen Herr seiner selbst zu bleix-i, suhlte, wie ihm eine frifee B uttoelle "da- Gesicht schog, wie ihm jede' Ueberlegung zum Teufel ging.
Ter ganze, seit Wochen in ihm aufgeipetcher e Groll und Merger über diese ewigen Derwecks- lunKn entlud sich m entern emtgen, sickagon Faustschlag, den er gegen die Nase des Beamten ^Blitzschnell war es geschehen^ Ter Beamte taumelte, versuchte sich an ciiem Ltuhl zü halten, und stürzte baitn, den ä.uö( nnt sich reißend, mit lautem Gepolter zu Boden.
Kellner eilten herbei. .
Tarnen schrien laut aus, riefen um »Ute. Tie Musik fdjiuicg mitten im Ltück. Man rannte durcheinander^ und wußte nicht warum. Man schrie und drängte. —. . ,
Tiefe Verwirrung benützte Dorival zu einem geordneten Rückzug. . ,
Es gelang ihm, ohne angehalten zu werden, durch bie erregten Menschen mnburch A Tr^pe zu erreichen, die nach den oberen Stockwerken führte Ohne Mantel, olme Hut konnte er sich nicht auf bie Straße wagen, xa fehlen 'hm die ^ucht in die oberen Räume des Hotels zunächst als ber beste AttSweg.
Zur Vermögensaufstellung.
Bon Adolf Ludwig, Tirektor der Toutfch:i ; Revisions- und Treul-andgesellschaft
m. b. H., Cassel. ,
Nach der Verordnung der VolksbeaitftragteTr ' tweme 13. Januar 1919 hat vhne Ausnahme feder 1 Angclwrige des Teutschen Reiches und jeder Aus- ' bänder, ber deutsches Grund-- unb Betriebsvrr^ । mögen fr sitzt, nunmehr bis zum 31. Mai ds Js. ein Verzeichnis darüber anaufertigen, was er am 31. Dezember 1918 an Grund-, Betriebs-- und 1 Kapitalvermögen, unter Berücksichtigung ter Schulden, besessen hat. AuMgepslichtig sind jedoch nur Eiuzelpersonen, nicht auch Gesellichtflen, wohl aber die Gesellschafter als solche. Des weiteren verlangt die Verordnung nähere Angaben über Schenkungen und sonstige Vermögensabgaben von mehr als 1000 Mk.. über Auftvendungen für Kun stund SckMUckgegenst ändc int Eiitzelbetrage von mehr als 500 Mi., sowie über sonssige Anschaffungen feder Art im Einzelbetrage von mehr als 500 ?)?!., hn Gesamtbeträge mm mehr als 10000 Mk., soweit sie in ben Jahren 1914 bis 1918 gem.icht wvrden sind. Auch Aktiv« unb Passiv-Renten sind anzugeben.
Die Formulare zu ben Verzeichnissen, bie demnächst — z. 3t. sind sie noch nicht erhältlich — bei dem Vorsitzenden der Ernkommensteue: Ein- schätzimgskomMission zu erhalten sein werben, brauchen vorläufig nicht eingereicht zu werdeü. Wahrscheinlich Jbirb die Steuerbehörde das Verzeichnis mit kurzer Frist und ohne Gewährung von Fristverlängerung einfordern, sobald die Gesetze für bie geplante Kriegsabgabe vom Vcr- m'ögenszuwachs und für bte einmalige große Be- fitzabgnbe vorltegen.
Mit ber Anfertigung der Aufstellung wird chicm zweckmäßig sobald Äs möglich beginnen. Im eigensten Interesse wird jeder diesmal mit besonderer Sorgfalt das Bermögensverzeichnis anfertigen, da es als Grundlage für bie geplante große Vermögensabgabe bient.
Für bie Wertfestsetzung des Grundvermöycns nebst Zubehör kommt je nach Lage ber Tinge ber «meine Wert ober bie Gestehungskosten der Ertragswert in Frage. — Kaufleute und Gewerbetreibende werden ,bei dex Berechnung tötet) Betriebsvermögens bte letzte Bilanz zu Hilfe nehmen Es werden Abschreibungen, Rückstellungen und Wertberichtigungen eine wichtige Rolle spielen. Man wird gut tun, Bilanz- unb Steuer- sachverständige zu Mite zu ziehen. Ist auf ben 31 Dezember 1918 eine Bilanz nicht vorhanden, fv Tann bei vorliegender ordnungsgemäßer Buchführung mit Abschluß die zuletzt im Laufe des Kalenderjahres 1918 gezogene Bilanz zugrunde gelegt werden. In der Regel wird es sich j^-och empfehlen, die Anfertigung erner Zwischen-Bilanz, auf ben 31 Dezember 1918 imchznhvlen. Als Kapitalvermögen werden außer Wertpapieren, für die mtn die amtlichen Kurse feststehen, und sonstige Forbenmgen ,dic stillen Beteiligungen an rhtem ErwerbInnternehmen anzugeben fein. Hierhin gehören auch bie Geschäftsanteile an erner G m. h <o_, deren .Wertermittelung tn vielen Fallen! /Schwierigkeiten bereiten wird Bon den unter Kapitalvermögen aufgeführten .Bank- .und Spar- gutbaben unb barem Gelbe ist der sog. „Drei- monats-Abzug" gestattet .
Zur Besmtigung bef-ooberer Härten wird auch biennal auf Antrag eine Dergünstrgnng zu er» rridjen sein. Endlich ist noch zu erwähnen, bafe ber Gesetzentwurf einen Gener al Paddon vorneht ^ür alte, auf unrick igen Unterlagen gemachte Vermögen sangaben. Man wird mit.Rück'w&t auf bte Zukünftigen verschärf!en behördlichen Kontrollmaß i nabMeit von dem Generalpardvn mehr als bisher Gebrauch machen, zumal wenn, wie es vtesiick vorgeschlagen ist, völlige Straffreiheit zugesichert ynb von einer Nachzahlung ber hinterzogenen. Steuern abgesehen wird______
Hessen-Nassau.
mr. Frankfurt a. M , 23. April. In einer Versammlung deSBürgerausschusses machte der Gelchästsführer bekannt, dafe Frankfurts Bürgerschaft in dem Augenblick, wo es zu einem Generalstreik kommen sollte, sofort mit einem Gegenstreik antwortet. Namentlich die Unafr hängigen treiben in den letzten Wochen eine wüste Streikhetze, ohne jedoch bisher Erfolge erzielt zu haben. — Von kommunistischer Seite auigel.etzt veranstalteten heute vormittag die Erwerbslosen eine Versammlung. Dann zogen sie auss Ratbaus und stellten dort ihre Forderungen, die eine weitere Erhöhung der Erwerbslosemmterstützung und aleichzeitige -Bezahlung der Sonntage enthalten. Oberbürgermeister Voigt sagte wohlwollende Prüfung zu, dieweilen auf dem Paulsplatz Tausende von Menschen johlten unb schrien.
Aus besetzten Rheingcbiesi
-- Koblenz, 24. April. 14 Schiffsarbeiter, die bei der Ausladung amerikanischer Lebensmittel die Wiedereinftellung eines entlassenen Kollegen durch Niederlegung der Arbeit erzwingen wollten, wurden von den amerikanischen Behörden verhaft e t und in einer sofort anfrraumten Gerichtssitzung zu je 3 Monaten Zwangsarbeit verurteilt. Zwei Arbeiter erhielten 1000 Mk. Geldstrafe ober 100 TageZwangsarbeit.
Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst am Sonntag ben 27. April. (Weißer Sonntag).
Kalholische Gemeinde.
6V2: Beichtgel.: 7. Hl. Messe: 8: Ausfe d. hl. (Komm.: 9: Hockmmt m. Vred Ferer d. erstell hl. Komm. d. Kinder: 11: Hl. Meite: 3: Anfr m Segen. Donnerstag nachm. u. abds.: Beichtgel.
schließlich ber Kriegsgefangenen im ganzen betroffenen Gebiet flattfinbet, 2. nur svlcfr Ge> meinden als für die Abtretung stimmend gezählt werden, worin zwei Drittel der Wahlberechsigtete für die Abtretung ftinmtten, 3. auf beiden Seiten der Grenze unter gegenseitiger Aufrechnung von Enklaven und möglichster L>chonung niirtschaftlicher Zusammenbänge, die gleichen nationalen Minder- heiten bleiben unb ber Schutz ber nationalen Minderheiten auch 'Nach ber Abstimmung sichergesteD wird. Insbesondere svllen Sprache, Schule, .Kirche und angestammte Kultur überall ihr Recht finden, 4. zur ungehinderten Turchfuhrmig einer wirklich freien AbstinlMung eine paritätische — für Nordschleswig eine deutsch-dänische Kommiffion mit einem1 schwedischen Obmann — eingesetzt wird unb lebe fremde Besetzung des Landes unterbleibt, 5 im Sinne der Berner Beschlüsse die Abstimmung erst dann vorgenommen wird, wenn nach Eintritt des Friedens die Wirkungen der Hungerblockade auf* gehoben sind.
Wir verlangen, daß für Schleswig-Holstein mtb offen gefährdeten S'ädten unb Landschaften möglichste wirtschaftliche Fö berung zuge'ichrrt und diese Verheißung sofort in die Tat umgesetzt nnrv. Wir verlangen endsich, daß die alten Freiherten unseres Landes in Verwaltung und Kultur sicher- gestellt und nach den demokratischen Grundsätzen einer mög'ichst weitgehenden Selbstverwalsimg mw ter Zustimmung des Landes neu ausgebaut werden
Henny Porten angeblich ermordet.
V e r bi n, 26. Avril. Wie bte „Deutsche Tageszeitung" meldet, soll die bekannte Kino-Schau- spielerm H e n n v P 0 r t e n. die zur Erholung im Allgäu weilt, von baverischen Kommunist e n e r m 0 t b e t worden fein. Wie bereits vor einigen Tagen gemeldet' wurde, war die Schauspielerin von den Kommunisten als Geisel festgenommen worden. (Wir möchten in die Meldung, über deren Quelle nichts Bestimmtes verlautet, einige Zweifel setzen.
^Eoelheschuie^ I penfion. t k » dach am. I
IßeainafLoerb m.vorschole,erüLinfShrlgenzeugn^


