sortierenden Gendarmen etwas fprod>, was id) »«doch nicht verstehen komrte. Daraufhin knebelte
tn,
Ragna Svendbucg
vioman von Anny Wothe.
kNachdruck verboten.)
Fortsetzung 41.
er mich los unb liefe mich am Chaussee graben sitzm, wo ich bann von einem vorbeifahrenden Kraftwagen ausgenommen und nach einem Lager Marne unbekannt) geschafft wurde. Erst abetids rrhielt ich wieder Nahrung.
Im Februar dieses Jahres lxffchlvssen wir Tesangene, in 2 Zstolonncn zu je drei Mann, aus dein b>esangenen-Lager „Epirrop" auszureifeen, weil Mir ständig schlechtes Essen bekamen und von dem Ägerkommcurdanten, einem Leutnant Carrier toc Carri 6 (wenigstens wird feilt Name so ausgesprochen), wegen ieder Kleinigkeit gleich mit der Reitpeitsche geschlagen wurden, so z. B. laudj, sobald sich einer der Gefangenen krank meldete. Im lebtet en Falle untersuchte dann der genannte Leutnant selbst uns regelmäfeig und
Äedet'ö. wciji, i/vt inuuji luyicicy nui ,,r yr lor oroe r-»
Vierer: W. rnipp,landen" anschrre und dann nn't dem uns trans-- kaiser, Steuer: F. ba | * ‘
Mstransport »regen meiner Verwundung nidU nchr red.it laufen ftmitte und mich in einen LiMsseegro.bat setzte, kam ein f r.tnz ö s is che r Oberst, der mid^i sogleich mit „ihr M örde r-
______ . _________________ sondern mürbe neben dem Pferde, lvelches der Weiter jetzt Betritt gel-en liefe, l)ergeschleift. Schliefelich band
nd Nhriiihksstn.
n- 24 Aug. Tuch M .gesamte Lüvchn jeltung" zerstört.
»auf über 100000 W.
lachrichten.
tWolff.) Nach polni! d'M Curie zum sor der Radiologie« M ernamt tootben.
ort.
nsregattadeS Rvi ji frop der ungünW Öiniiät einat tmrow md die Sieger der I
Lrrrer. ÜlubmeM ivr-Dirrer: ?. Bq
Freiwillig erscheint der aus französischer Kriegs getan gensd-aft entflohene Landsturmm r mi Voorg Brandenburg, geb. am 18. 8. 88 zu Minden, R. I. R. 74, 8. Komp., während der Kesangensd>ast Gef.-Komp. P. G. 334, von Beruf Bädermeister, Heimatadresse: Osnabrück, Lie- bigstraste 62, und macht folgende Angaben:
Ich geriet am 19. 9lugust 1917 bei ööfre 304 Lichtverwundet (Granatsplittcr ins linke Hand- iticnf und in den rechten Unterschenkel) in die Mmgcnschaft loeifeer Franzosen. Als ich beim
F. Kramer.
»lichtes.
'r Nationalgaltrie. I Aug. Ml ,91 D. und derJa^ckBV eDonfe.Sultn 1 •en und gestohlen I iörbfr Llhummn. I
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^berWjc*Al
als er-2 Ä ^Vverschos 1 und. rhn Mir j l erlösen drzr d °ld -Ach
u", göh"li^<nj riatr»
„Sven," bat Ragna weich und hob mit einem '» unsagbar bittenden Blick die Augen zu ihm »vs, dafe er sofort entwaffnet wurde, „Sven sei nicht bart. Steh', ich alaubte dis befte zu tun und wch hoffe ich. alles. Safe mich jntt Sigrid reden, i« Pflegen, sie lieben, über sie wachen, laß. mich W leiten, und alles kann gut werden. Sieh'." Wc sie mit einem leisen, süfeen, wehen Lächeln 'M den schönen Mund, „wenn ich auch kein betau» ch<nbes Glück ausbauen kann, so will id> euch «ch zum Frieden, zum inneren Genügen Helsen, «ld nicht wahr, Sven, du wirst, du mufet mir »elfen/'
1, Sie hielt ihm bittend die Rechte entgegen. I in Wogen forüfrten hoch auf, und Karras warf Re Segel herum, bafe es war, als müfetc das wüte Boot in den Wellen versinken.
. „Nein, ich werde dir nicht helfen," entgegnet!
„Bist du darum gekommen, um hier als vcwcnacl Über unser zertrümmertes Familien- ?tM zu walten, so rate ich dir, kehre um. Kehre jsai. ■ fuhr er mit erhobener Stimme fort, „ober ich U'K für nichts. Glaubst du," sagte et, fkfr lief m vornüber beugend und ihr mit leidenschaft- I"®' lechem Blick in die Augen sehend, „ich könnte ertragen, öidj täglich zu sehen, täglich mit vm iu verkehren, ohne dich, die ich liebe, liebi . y nur ein Weib geliebt worden ist, in die umne und an mein Herz zu reifeen. Glaubst du !£Li„ u unterschätzest meine Kraft — ich' kann
."Ich kenne aber die meine, Sven, und im ^traueii darauf bin ich gekommen. Glaubst du,
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rgcr, Steuer: A. W-j ber Gendarm meine rechte Hand mit einem Sehet» Äel, A. Mülln, O riernen, den er am Sattel seines Pferdes be»
F. Gadc, I. FriedÄ( festigte, so das' ich gezwungen war, ne» >p: 50'Metrr'Bn'^ ben dem trabenden Pferde herzulau- Krug, 2. 6. Seib. ■'' en. Nach etwa 20 Minuten brach ich zusamm cr-Brustslbioiiuin s doch wurde ich selbst da nicht l-osgebunden, sontx . Säaake, 3. V . K. Rupp. 2. P. 5 ettfabrt: 1. E. bi
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Verspiele von verbrechen an unseren Gefangenen.
Aus den bereits erwähnten Protokollen des Gießener Durchgangslagers sind noch folgende Feststellungen hervorzuheben:
Es erscheint: Ter ans französischer Gefangen- schast entflohene Füsilier Stephan K u tz k o w s k i, Rcs. Jnf.-Regt. 90, 11. Kvmp, geboren 6. 8. 1896 zu Pischowitz in Westpreufeen, Kreis Berent. Beruf: Schlosser, cntlafiai nach Vehr bei Vegesack, Bcrtoldstrasze 24, Bez.-Kdo. Bremen 2. Er gibt au: Aw 12. September 1914 wurde ich bei Vitrh le Francois durch ein Zuavenregiment gefangen genommen. Bis 9. Dezember 1914 war ich im Lager Montauban an der tonne und kam von bo nach Marokko. Ain 18. Januar 1916 kam id) nach Frankreich zurück. Nach Aufenthalt in verschiedenen Lagern kam id) ins Lager des Cantonements lAr- beitskommando) Les-Ensices bei Clermont: dort ivar ich Zeuge, wie der deutsche Gefangene Schiwy, einem schlcsifd)en Jnf.-Regt. angehörig, aus der Flucht von entern französischen Posten an der rcd>- teu Seite leicht angeschossen wurde (Strciffdmfe). vLiwa 20 Minuten später nmrde er von einem sran- Msd>en G e n d a r m, dem sog. Chef des Canton» inents, d. i. 'Arbeitskommando unserer Gefan- genen, durch einen zweiten Schuß ans seinem Revolver Odopfsdmfj von hinten) getötet ober vielmehr ermordet. Den Namen des Gendarmen lueife ich augenblicklich nicht mein, vielleicht füllt er mir aber noch ein. Der Kommandant d.'s Lagers hieß Leutnant Joubert. Dreier Vorfall ereignete sich am Abend vor Dftcrn 1918.
9lm 20. 8. 1918 wurde ein deutsckwr Kriegsgefangener, gleichfalls einem schlesischen Regiment anni'börig, mit Namert Szinoll ober so ähttlich, vnsd-eimndiflavischer Abstammung, aus der Gegend von Breslau — wenigstens erhielt er von dort Rote Kreuz-Pakte unb Geld — kurzer- b a n b e r f d) o f f c n. Beim Mittagessen rellamiertc n feine ihm, zustclicttde Brotration, worauf ihn ber jiüchenuikterosfizier höhnisch fragte, ob er nod). mehr kLünsche habe. Szinoll antmortete: „Er bitte, bafe rr in ein anderes Lagerdepot zu leichterer Mrbeit krfebt werbe." Ta sagte der bdr. Kückenunter- «ffizier: „Attendez, fte sollen toute de suite in ein onberes Depot kommen," zog feinen Revolver unb fthofe in unser aller Gegenwart auf etwa 5 bis 6 Vieler den w c h r l o s c it M a n n m i t einem Schüfe (Derzschufe) nieder. Dieser Kückten- unteroff i$ier war von einem Artillerreregiment aus Vorbftankreich intb hieß Thoma. Der Vorfall ereignete sick) aus dem Arbeitskommandv Cliatrau- giceber-Cuide bei Camberoitde int Tcpartement Piiy-Dome. Lagerkommandant war der oben erwähnte Leutnant Jan ber t ober Joubert, mel» ch'in als Lagerkommandant auch dieses Arbeits- bmmanbo unterstand. Meine Mitgefangenen (sol- gm Nanum kamt ich als Zeugen ’bicieS Vorfalles angeben.. Ich bin bereit, meine Aussagen nötigen Falles eidlich zu erhärten.
schickte tms, ohne einen Arzt vorher zu befragen, mit der Begründung, wir feien nicht krank, nnebet jur Arbeit, wobei er uns jedesmal mit der Peitsche övarbeitelc, und wenn er mts ansprach, pflegte er sich stets des Ausdruckes ,^JHr Sck)weine" zu bedienen.
Unser Fluchtverstick), wie erivähnt, mißlang nun, rott arurben wieder gefaßt und nach genanntem Lager zurückgebracht. Wir wurden nun ztinachst in den Keller d?s Bürgermeisteramts von „Cpinoy gesperrt und dann zuerst vvt dem ge- ttannten Leutnant Carrier, sodann tum Örts- ^’uyQcJ‘mclltrt von Epirvoy und den Posten schwer mißhandelt und zwar u. a in der Weise, bafe, nackd7m wir wieder mis dem Keller heraus- g.holt worden waren, umgeben tun 5 Mann mit ausgepffauztem Seitengewehr, wir in aller Oes- fenttichkeit und unter Beisall der umstehenden Torf* lewvhner mit dicken Stöcken geschlagen tvurbm. Jck> selbst hatte einen b I u t ü b e r ft r ö m- ten Kops: die Narbe ist heute nod) zu sehen, ^odann wurden wir wieder bei ber grimmigen Kalte — es war, wie gejagt, Februar — s a st nackt wieder in den Keller geworfen unb erhielten am ersten und zweiten Tage flirr- nid^ zu essen. Am dritten Tage erschien gen. Leutnant Carrier und fragte, ob wir Hunger bitten; auf Bejahen gab er jedem eine ganz binntc Schnitte Brot. Am nächsten Tage erhielten wir wieder nichts usw.
Drei Leuten von ber vorder ermähnten an* deren Kolonne ist es nach ihrem mifeglückteu 'ödud;hKTfud> noch scAechter ergangen. Sic war- t>cn zunächst in die Wohnung des mchrqennnnten Leutnants Carrier zurflckgebmd)t, woselbst sich noch die Posten, die Sergeanten und der genaniite Ortsbürgermeister von Epinoh einfanden. Sobmni mufeten sie sich dort vollständig nackt ausziehen, wurden von dem gen. Leutnant, den Sergeanten und den Posten mit über zwei Daumen dicken Stöcken sdgver misjhanbelt unb wenn sie aus dem Bodcin lagen, mit den mit Nägeln beschlagenen Kommisstiefeln getreten. Abends wurden alle sodann, also auch in dem kalten Februar, halb nackt in eine Jauchegrube im Hofe des Bürgermeisters gesteckt, die zwar gerade fast ausgepumpt war, bei welcher die Jauche jedoch andauernd nady und zurückflofe, so bafe sie während ber Nacht fortgesetzt die Jauck>e ausschöpfen mufeten, damit sie in der Jauche nicht ertranken. Zn diesem Zwecke schöpften sie abwcd-selnd mit einem kleinen Kübel, der ihnen von französischen Soldaten gegeben worden war, die ganze Rackst durch. Erst am Morgen wurden sie ans der Jauck;e- flrube heransgnwmmeii unb in einen in unserer Nähe befiiiblid)en Keller des Bürgermeisteramts «gesteckt. Ab unb zu kam dort d.w Berpflegungösoldat hinein, welcher zugleich Bursche bei dem genannten Leutnant Carrier ivar unb brachte ein Stück Brot. Bei dieser Gelegenheit wurden die drei Leute — es waren dies: Brandt, Sohn eines Pastors, Altmann, Schuhfabrikant aus der Gegend von Breslau unb ein Unteroffizier namens Krunno, aus der Gegend van Essen — jedesmal geohr- feigt, weil sie nicht schnell genug vor dem Burschen aufftanben, insbesondere gen. Brandt, ber bann vorher erst jebesmal feine Brille abnehmen milfete. — Auf bi-efe Weise mussten wir 15 Tage und die drei zuletzt genannten Gefangenen 21 Tage in dem Keller zubringen.
Ein andermal hatte einer von unseren Kameraden einem Mitgefangenen etwas iveggntommen, er wurde zur Strafe dafür von dem gen. Leutnant «Carrier in den „Prison" (Gefängnis), «velchcs ungefähr 19 Stufen tief lag, hinab gestofeen. Nachdem er mehrere Tage dort gelegen, fand man ihn eines Morgens mit Blut aus dem Munde lang auf dem Boden liegen. Ich nehme an, bafe der Leutnant jeden Tag hinunterging, um ihn zu schlagen. Er mürbe sodann auf eine Bahre gelegt, um ins Lazarett geschafft zu «»erben. Wie tn ber Kompvgni.' bekannt wurde, ist er dort gleich am anderen Tage gestorben.
Im April dieses Jalwes wurden wir Gefangene sodann von genanntem Lager Epinoh. lvelck-es ungefähr 35 Kilometer von Arras nach Richtung Cambrai entfernt liegt, nach dem Lager von Frömecourt, drei Kilometer von Bapanme entfernt, verlegt. Einer von unseren Mitgefangenen namens Schmidt, P. G. 334, b-T schlimme Füfec hatte, unb j.desmal, wenn er sich krank meldete, ohne weiteres löieber zur Arbeit hinausgeschickt unb oft mifefeanbelt wurde, wurde eines Tages von beit französischen Korporalen erst derart g schlagen, bafe er auf der Erde liegen blieb unb btnnt mit Sand und Erde halb zug/schüttet.
Am 1. Mai dieses Jahres mufeten wir Gefangene bei strömenden Regen am Drahtzaun fest arbeiten unb jedesmal, nxenn einer auffah, wurde er nicht nur von dem vorgenannten Leutnant, sondern auch von jedem der Posten, die gleickstalls Stöcke trugen, geschlagen. Der Leutnant selbst schluganjenemTagealleindreiReit- peitscheu auf uns kaPut.
Vor ungefähr zwei Monaten hatte ein Mann ebenfalls von meiner Kompagnie, 334, P. G.-
bafe ich sonst hier diesen Gang getan hätte? Nein, niemals! Tu muht unb wirst vergessen, du wirst lernen, an Sigribs Seite ein stilles Glück zu frühen, und ich mufe mir das meinige aus diesen Trümmern auftichten, so gut es geht. DaS ist unsere Pflicht, unb dieser müssen wir leben."
„Pflicht, Pflicht ist bei dir alles, aber bi? Gebaulen und Cksühle, bie in uns leben und uns zwingen, die Pflicht niederzutreten, wenn sie uns den Weg zum Glück perspecrt, die kennst du nicht. Tu dimkst nur an das Verbotene unb kehrst stumm und ergebungsvoll an deS Paradieses Pforte um, ich aber zertrümmere, was sich mir in den Weg stellt. Ich will nur dich, Ragna, dich allein," fuhr er in leisem, heißem Flüsterton fort. „Von dem ersten Sehen bis zu dieser Stunde dachte ich dein im Wachen und Träumen, nur dich begehrte ich, ohne zu ahnen, wer bu warst, und ich kämpfte redlich, mit tausend Schmerzen den Kampf ber Pflicht zu geben, aber ich kann nicht mehr, ich kann nicht, meine Kraft ist zu Ende. Hilf mir!"
„Sven," sagte sie leise, ihre weiche, kühle dond beruhigend auf seine Rechte legend, „sieh' mir ins Auge und sage mir, ob du Ragna Svend-- biirg, mit dem Brandmal der Schuld auf der Stirn, an deinem Hnzen halten möchtest, sage tnir e<
Sven liefe den Blick leuchtend über il-re stalt fliegen, alles drängte ichr, Ragna,m ferne Arme zu reißen unb ihren süßen Mund mit Küsten zu verschlie^n, aber ihr Blick bannte ahn. Unsicher traf sein Auge bas ihrige.
Auf Ragna ^svendburg," sagte er cnNim, tief aufatmenh, „darf kein Makel sein." Heiß, ruhten seine Lippen auf ihrer Hand. . .
Ich danke dir, Sven," entgegnete |ic innig, „unb nun lafe uns beraten, laß uns überlegen, wa« wir tun können für meinen Liebling, für mein Herzenskind , Denke, was du für sie tust.
Komkagnie, im Lager von FrömKcourt den Antritt zmn ^lppell etwa fünf Minuten verschlafen. Sur Strafe dafür muffte er auf Anordnung vcs iraiizösischen Postens JBlinbgängcr suchen und die- selben sämtlich in Granatlöchcr werfen. Wegen der damit verbundenen Lebensgefahr wollte bei Gefangene bic Blindgänger zunächst aber nur an den Raub der Granatlöck>er legen. Ter Posten aber ?wang ihn, bieselbcn in bie Granatlöchei zu wer fen. Bei dieser Gelegenheit explodiertc dann auch, wie ja voran »zu sehen war, einer der Blindgänger imb^ein Splitter traf den Gefangenai direkt vor bie Stirn, so daß Blut spritzte unb er sofort t o t binftürjte. Als er nun iDcggctragcn wurde, fasste der betr. französische Posten mit an unb rennomierte höhuiscki am folgtnbcit Tage vor uno unb seinen Kameraden, indem er sie fragte: ob sie mal „Bock)es"blut sehen wollten, er habe „Boches"blut am Aermel.
So haben diese Unmenjd)cn und wehrlose Gefangene uiti) dazu nodi nach AbsÄlufe des Waffen- snlst-audeS unb Rückgabe ihrer cilenen Kriegoge- saiigcnen, seitdem es für imS überluupt viel schlimmer genorben ist, behandelt nnb ihren Hohn mit uns getriebm.
Tas Essen im französischen Lager war derart sckkecht, bafe wiederholt Leute von uns infolge Schwäche auf dem Felde liegen geblieben sind. Einmal haben sogar bic Engländer an das Lager telephoniert, sie litten von uns die unb die Gesangenen gefunben unb »nur in einem derart jämmeididen Zustande, bafe fic diese Gefahrenen den Fianzosen nicht nrehr herauSgel'en nnlrben.
Bemerken mödste ich auch noch, bafe unser Lagerscldw.bel Ren hold ton dem Lagerleut- nant geohrftigt wurde, weil er sich einmal über das sck leckste Essen beschwerte, unb der llntcroifi- zier Stiebet, gleichfalls P. G. 334, der die Beschwerde verdolmetsckst halte, wurde zur Straft von seinem Posten abgelöst unb bekam 3 Tage „Prison".
TaS wäre im großen unb ganzen, was ich zu sagen habe, weitere Einzell-eiten werben mir später noch einfallen.
Ich habe die volle WahrlDeit gesagt unb bin bereit, die Richtigkeit meiner Angaben jederzeit zu beschwören. Btrnne Mitgefangenen, wenn sie ans ber Cfesangenschaft zurückkehren sollten, )»er • ten bie Wahrheit meiner Angaben bestätigen können.
Ich hoffe, bafe bie deutschen Behörden diesen meinen Angaben nach gehen und dafür sorgen werben, bafe bic gciraicnten foanzösischeli Bestien und Mensck-enschinLer zur Rachensdwst gezogen werden.
Eingesandt.
(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Ein wirklich nachahinenswertes Beispiel gibt ber Ortsvorstand von Pohl-Göns. Dat er doch beschlossen, sänttliche Gemeindedienststellen (Rechner, Polizeidiener, Flurschütze usw.) frmumacheit unb Kriegsbeschädigten zu übertragen. Es ist dies ein soziales Entgegenkommen, an dem es leider in vielen Gemeinden noch fehlt. Hier könnte vielen unserer, armen Brüder ein PILtzckien gegeben werden, wo fic neben einer geregelten Tätigkeit, die sie das Leid vergeffen läßt, auch mit dem Vol^bezug ihrer Rente ein sorgenfreies Familienleben führen könnten. Daim wäre wenigstens ein Teil ber prangenden Inschrift: „Des Vaterlandes Dank ist euch gewiß" in Erfüllung gegangen. Steht doch auch die Tat- fache fest, bafe viele öffentliche Aemter von besser gestellten Leuten versehin werden, die ein derartiges Amt zu ihrem Lebensunrerl>alt nicht benötigen.
Der freie Hessische Landesverband Kdiegs- peschadigter und Hinterbliebener.
Wettervoraussage
für Dienstag:
Wechselnd bewölkt, meist trocken, nachts kalt, nurbmcfelidje Winde, später zunehmende Bewölkung^
Letzte Nachrichten.
Die letzten Stunden Naumanns.
Hamburg, 25. Aug. (WTB.) Heber die letzten Stunden Naumanns wird dem „Hamburger Fremdenblatt" aus Travemünde gemeldet: Naumann erlitt am Sonntag morgen gegen 11 Uhr im Hotel Stadt Hamburg einen Schlaganfall. Die Folge war eine gleichzeitige Lähmung, die im Laufe des Tages Fortschritte machte, während die Herztätigkeit mehr und mehr nachliefe. Als der Arzt, Dr. Schwiecker, zu Naumann kam, war der Kranke nod) ziemlich bei Bewufetsein. Doch konnte er nicht mehr viel sprechen. Er lispelte nur etwas von blutleer, ein Zeichen, dafe er seinen Zustand kannte. Das waren seine letzten Worte. Dann verlor er das Bewußtsein,
tust du für mich. Wenn du mich je geliebt hast" — sie sprach die Worte mir schüchtern und zaghaft aus — „so hilf meiner Sigrid, und ich will dich bis zu meinem letzten Atemzuge segnen."
„Jiagna," rief Sven leidensd)astlich auö, ihr zu Füfeen sinkend und ihre Kniee umfassend, „du bist grausam, unt> ich kann nicht, denn ich lieb: dich."
„Tu mufet," sagte sie sanft, sich liebreich zu ihm hemiederbeugend und ihre weihe Hand auf sein Haupt niederlegend. „Tu mufet, Sven, aber wenn cs dich trösten kann, so wisse denn, dafe auch ich leibe, unsagbar leibe."
„Ragna," jubelte er auf, ihre Hände mit Küssen bedeckend, ,p, tausend Tank für dieses Wort. Es full mein Talisman sein, wenn mir der Weg, den id» gehen mufe, zu schwer wird."
„Tn willst ihn gehen?"
„Ich will, Ragna."
„Versprich cs mir, Sven, bei dem Leben deines Kind.'s. das ein Bindeglied werden soll zwischen Sigrid und dir."
Sven zuckte wie.von einem Schlage getroffen zusammen. „Ich verspreche es," sagte er dumpf, „ftgne du mich aber zu dem sch.'veren Werft." Ragna beugte sich lautlos über seine Stirn und berührte sie leise wie zum Segen mit ihren Lippen.
Ta sprang Sven empor, so hastig, bafe Bvot schwankte, ungestüm rife er Ragna an fein Herz. Einen Augenblick fühlte jeder des anderen Herzschstag. Lippe lag auf Lippe in einem langen, freiten Kusse.
„Ten ersten und letzten," wie Sven tn Ragnas Ohr flüsterte, „zum Abschied sür's Leben."
„Sitzen Sie man blofe still, Herr Graf," liefe sich Karras Stimme hinter dem Segel hervor vernehmen, „unb li-alten Sie Fräulein Ragna fest, sonst fliegen wir mach alle über Bord,"
daS er trotz aller ärztlichen Bemühungen nicht wieder erlangte. Er wurde in die Privat- klinik des Dr. Schwiecker gebracht, ivo er gegen 5 Uhr nachmittags entschlief. Naumann suhlte sich am Tage vorher noch völlig wohl. Deutsche Kriegsgefangene im Saargetzict und
in der Pfalz.
bt. Ludwigshafen, 21. Aug Im Saargcbiet und in der Rheinpsaiz sind in der vergangenen Woche eine gröfeere Anzahl van Zügen mit deutschen K r i e g s g c s a n g e n e n , ungefähr einige tausend Mann, ein- getroffen.
Eiu neuer französischer Uebergriff in Speyer.
Mannheim, 25 Aug. (WTB.^ In Spevec ereignete sich ein neuer Akt französischer Willkür. Ter zur Sicherung des deutschen Regier u n g s ge b ä u de S bestellte Krimi- ii a l b e a m t e Man z wurde aus die ftanzv'ische Ätommanbantur befolgen, aber nach belanglosen Fragen entlassen. Aus dem Heimwege wurde M>. von einem französischen llnteroifixier tätlich beleidigt, der ihn dann seinerseits auf der Wache einer tätlichen Beleidigung beschuldigte, um feine B^nlwstimg zu konstruieren. Darauflmr wurde M., ber vorlxr nod; seinen Vorgesetzten von dem nxil;rnt Sachverhalt verständigen fj.inte, von de« Franzosen ins Gefängnis geworfen
Amerikanische Truppen in Deutschland.
Amsterdam, 24. Mg. (WDB.) TaS Preswbuieau Rlidio mcibct ans Wa idngtvm: General Pers hing hat dem amcriramfdicn KriegS- amt vorgeschlageu, dafe die amerislmischm Streitkräfte, bi.' in TeutsMand nad> dem 30. Se> ti*mb;r verbleiben, 6000 'DJlann betragt sollen
Oberpostdirektion Mainz.
sw. Mainz, 24. Aug. Wie das „M^ Journal" hört, ist iu Mainz eine Oberposft direktion für das besetzte hessischeGe biet geplant.
Ein Falschmünzernest.
L e i p z i g , 23. Aug. (Priv.-Telegr.) Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, freute abend in der Burgstrafec eine grofee F a 1 s ch^ m ü n z e r w e r k st a t t ansznnehmen und eine Bande von 8 F a l s ch m ü n z e r n festzu- nehmen. Die beschlagnahmten 3584 falschen 50 Markscheine, und wie jetzt nachaewiesen ist, weitere G100 falsche 50 Markscheine, welche bereits über das ganze Deutsche Reich veraus gabt worden sind, sind innerhalb sechs Wochen aus dieser Werkstatt hervorgegangcn.
Die Geheimrertrüge Englands.
A m fee r b a m, 23. Aug. (Wolfs.) Laut Presse- burcau Radio meldet bic „New )')ork World" auS Paris, bafe in Fran kreid) befürchtet wird, bafe noch weitere geheime Verträge wie der per sisch-britisckx' Vertrag, beftefren, bie ber Frieden» konserenz nicht vorgelegt sind.
Französischer Lnftdienst.
Versailles, 26. Slug. (WTB.» yttrch der Pariser Ausgabe der „Daily Mail" nntb freute ein* regel mäfeige Luftverbiudun g für Passagiere, ©rieffr®ft und Pivstkolli zwi'ckeli L o n b o n unb Paris <rufgcnomm.it Werbern. Nach dem glcidjen Blatt soll in Kiftze aud> ein dreimal wöchentlicher Personeudicnft London —Paris —Brüssel undzuruckeu, gerichtet werden.
Ein Beschluß des amerikanischen Senats- ausschusseS.
Amsterdam, 26. Zljug, (MDB.) Wie das Pvefftbureau Radio aus Waflftugton meldet, nahm der ScnatsmtSsch ufe für Auswärtige An gelegen- leiten die vom Senator Lodge vorgeschlng.rn, Ähanderung d^s FriedenSvertragee an, ber jufolg; China statt Japan ben Hasen tun Schauttrng übernimmt.
Die Politik Japans.
Amsterdam, 24. Aug. (WDB.) Nack dem Press'bureau Radio wird aus Peking gcmeltx:, bafe der japanische Gesandte im AuSwüetigcn Amt erklärte, Japan sei bereit, innerhalb >,w?i Jahren Kiantschau an China zurückzu- geben, fordere jedoch dafür Kompen sali o-nen an anderer Stelle. Damit kaum setzi das Pressebureau Radio hinzu, nur die Wand fdjurei ober die M^omgolei gemeint fein.
Ein Anspruch des Vesuvs.
Rom, 25. Aug. Nach starkem, imterirov schern Tomier haben sich plötzlich auf der Süd seiledesMonte Sommamn Vesuv zwei Krater geöffnet. Zwei Lavaströme fliessen in das Jnftmo-Tal, ohne dafe vorläufige (^fahr be- steht, dafe bie Lava »abseits der Besuvbörser durck> fließt.
Ragna war wie vernichtet auf ihren Sitz nieder gesunken — lag nhfrt der Makel der Sck>uld auf ifrrein Antlitz, trug sie nicht bas Kainszeichen auf ber Stirn?
Sven mochte ihre Gedanken erraten, berat ein Leuchten flog über fein Antlitz, als er leise zu ihr tagte:
„Nicht also, Ragna, nicht zur Schuld, sondern zum Segen mürbe dein Kufe für uns alle. Er sott mir Kraft geben, den Weg der Pflicht zu geben, wie bu es willst, das schwöre ich dir, unb nun lafe dir von Slgrid berichten."
Und die Wogen umtobten den Deinen Kahn und Sven erzählte von Sigrid unb -ich, wie ein alter.Freund zu einem lang entbehrten Fremde spricht. Und in Ragna wurde es so still, so fri.Sy voll unter feinen Sorten, und es keimte tfoHxm unb jüfe die Hoffnung in ihrem Herzen auf für Sigrids Mück.
Tafe sie es mit dem eigenen Glück bezahlte, Imran dachte sie nicht, nur als sie bic Zinnen fron Svendfrurg geübten, da »vurde ihr Blrck von Tränen schwer, mrd es war, als legte es sich ihr nrif eine bleierne Last auf die Seele.
Ein Ruf Svens erschreckte sie fast
„Was hast bu?" fragte sie bestürzt. Sein Auge flog tief bewegt zu bem Schloschurm empor, an dem foebnt die Fahne ber Svendburgs hoch empor stieg.
r "Sieh," sagte er weich, „sieh, fo erfüllt sich unser Wunsch, bem Hause Svendburg ist ein Sohn und Erbe geboren."
Ragna sah voll warmer Innigkeit zu ihm auf.
„Möge dieses junge Reis am alten Stamme," fagte sie mit vor B.noegung zitternder Stimme „ben Eltern ein Segen fein."
(Fortsetzung folgt)


