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Frankfurter Nraufführuug.
Jrankuu, 21. OKtdr. Zwei Scenen aus dem Lebe« ’J.iels Lynes Hal Frederick "Delius nach dem dänischen Roman von 3. P. Jacobsen zu einer dramatisierten Scencnfolge in 11 Bildern und muscka-
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** Marke n-Ausgabe. Am Freitag Samstag den 24. und 25. d. Mts. gelangen in Bezirken Brot-, Fleisch- und fiartoffebnarben Ausgabe. (Siehe Anzeigenteil.)
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Erne öffentliche Sitzung der Stadtverordnetenversammlung findet am Montag den 27. Oktober, nach- mittag« 5 Uhr, im Stadthaus, Zimmer dtr. 11. statt. Aus der Tagesordnung steht: 1 Mitteilungen. 2. Au-sührung des Reichsoieh- feuchengesetzcä: hier: Ernennung von Schätzern.
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^artoffelverforgung. Wie wir vom LebenSmittelarnt erfahren, sind wieder zwei Waggons Kartoffeln eingetroffen, mit denen die Firmen Drechsler und Löbsack beliefert werden konnten. Diese Geschäfte geben die Kartoffeln gegen die Marke und 43 ab.
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Airche «nd Schule.
'^Bad-Salzhausen, 2l. DU. Zahlreiche Freund« und Freundinnen der „Dorskirche" aus dem südlichen Oberhessen batten sich gestern in unserem Badeorte versammelt, um Ansprache -u halten über die Arbeit, die die neue Zell für btt Dorskirche gebracht hat. Pfarrer L e v d e aus Roh« dors bei Lanau sprach aus dem Schatz reicher 6r« fahrung über „unter Landvolk in Sturm der Zeit und das Aebot der Stunde für seine geistigen Führer"'. Der $ebnn
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Aus Stadt und Land.
Gießen, den 23. Okt. 1919, Maßnahmen zur SiafchrSukrrng de» EonutagSverkehrS.
Die Einschränkung des Personenverkehrs an 3mm- und Feiertagen, deren Beginn nrir zum nächsten Sonntag, den 26. Oktober, ankündigen konnten, bringt naturgemäß eine empsindliclie Ueberfüllung der verbleibenden Züge mit sich. Um den dadurch entstehenden UebelstLnden zu begegnen, hat der preutz. Minister der öffentlichen Arbeiten den Eisenbahndirektionen besondere Maßnahmen empfohlen. Der Sinn dieser Anordnung geht aber mcht dahin, sämtliche Maßregeln schematich überall durchzuführen. Sie kommen nut da in Frage, ja> die« die örtlichen Verhältnisse bedingen. Eine Einstellung bc« Berkaus« von Bahnsteigkarten kommt wohl für einen so engen und verkehrsreichen Bahnhof wie den an der Friedrichstraße in Berlin in Betracht, nicht aber für einen kleinen verkehrsschwachen Ort, wo während des ganzen JahreS kaum ein paar Bahnsteig karten verlangt werden. Ferner soll die Zahl der Fahrkarten für jeden Zug und Bahnhof beschränkt werden. Dann soll die Geltung der Karten auf den Lösungütag begrenzt bleiben und endlich ist vorgesehen, die Ausgabe der Fahrkarten vorzeitig AN schließen. Nötigenfalls ist auch für eine Absperrung der Bahnhöfe zu sorgen.
Lebensmittel.
Verwaltung frei gegeben werden.
Minister Tr. Mayer: Auch in der Venoal- mng stehen, die höheren Stellen den Technikern durchaus offen.
Dbg. Stahl (Soz.) verteidigt die Saltung der Mehrheitssozialistrn in der Frage der Spandauer Werkstätten. Die Schließung derselben ist nur zurückzusühren aus die tzaltuny der Unabhängigen. Durch Sabotage seien Millionen in Spandau verloren gegangen. Auch die Vernünftigen unter den Unabhängii ’ waren darin einig, datz Betriebe mit 240 000 Mmschen nicht umgestellt werden könnten. Auch in Spandau muß möglichst die Selbstverwaltung eingeführt werten, ebenso das Mitbestimmungsrecht.
Dbg. I a u d (Str.) tritt dafür ein, daß bei der Umstellung auf den Mittelstand nnd das (leine selbständige Gewerbe Rücksicht genommen werden muß.
Minister Dr. Mayer: Tie Heeresbetriebe werden Dinge Herstellen, an baten das Handwerk flrößres Interesse hat, z. B. Lrandwerksmaschinen m vollendetster Beschaffenheit und preiswert. Lon- kurrenzartikel für das Handwerk werden nicht berge stellt werden.
Fortsetzung morgen 1 Uhr. Haushalt des Auswärtigen Amtes.
Schluß 6 Uhr.
mehr, und zwar 60 Pf. für Gas, müssen vom 1. Oktober ab für Koch-, Leucht- und Heizga« bezahlt werden. Der Wasserpreis wurde um 10 Pf. auf jetzt 35 Pf. für den Kubikmeter erhöht.
s.w. Gernsheim, 21. Oft. Unter der Dö- völleruny herrscht wegen des Planes, auf dem fcautenjdbeine Ansiedelung für vertriebene Elsaß-Lothringer zu Waffen, große Erbitterung. Der Gemeindcrat hat sich zusammen mit dem Bauernverein in einer gemeinsamen Eingabe an die Regierung geroanbt
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 22. Okt. Ter Kreis Wetzlar hat nach der vvriLhrigen allgemeinen Volkszählung 59156 Zivilcimovhner. Tie beiden Städte Braunfels und Wetzlar zählen 14 437 Be- Nohner uni) zwar Braunfels 1403 und Wetzlar 13048 Einwohner. Auf die Landbürgermeis^rcien verteilt sich die Einwohnerzahl wie folgt: Aßlar 7927, Ätzbach 6623, Braunstls 7218, Greifenstein 4253, Hohensolms 3429, Launsbach 2894, Groß- Rechtenbach 6691 und Schöffengrund 5633. Da« Ergebnis der Volkszählung vom 8. Oktober ist noch nicht zusammengeflellt.
ra. Wetzlar, 22. Oft. Aus Grund der Verordnung über die Verwendung des Mehrerlöses auS den Häuten von Schlachtmeh werden für den Umfang des Kreises Wetzlar die Fleischpreise im Kleinverkauf wie folgt festgesetzt: Rind- leisch von 3,50 auf 3 Mk., Fleischwurst und Preßkopf von 3,50 auf 3 Mk. und Kalbfleisch von 2,90 auf 2,40 Mk. herabgesetzt.
vcssen-Nassau.
--Frankfurt a. TL, 22. Okt. Der 43jährige Arbeiter Wilhelm Schmidt aus Mainz hat die ganze Diebeszunft übertrumpft. (Er kettete im Osthasen ein riesiges Holzflos los und wollte es stehlen. Als man den Diebstahl entdeckte, wollte er an Land -ringen, fiel aoer in den Main und ertrank, ehe )m Hilfe gebracht werden konnte Die Leiche wurde nach Bürger Zeit geborgen.
Q Ma rburg, 21. Okt. Am Sonntag finden in den Landgemeinden des Kruses Marburg die Gemein de ratswahlen starr. Mit oer-
3. Ernennung eines Feldgeschworenen. 4. Vc- roilfiginig des Kredits für die Wiederbesetzuug einer Eehilsenstclle bei dem Polizeiamt. 5. Vergütung für die Zähler bei der Volkszählung. 6. Ausgabe von Kricgsuvtgeld. 7. Beschasiungsoeihilfe für Beamte, Lehrer und Arbeiter. 8. Gesuch deS 5tien- tahnheimüättenvereinS inn lieber lajfung von fltot Gelände und um Unterstützung bei seinem Bauvorhaben.
•* Reichs-Textilwaren. Für die minben beraütelte Devölkernng in der Stadt Gießen kommen demnächst in hiesige, Geschäften Reichstexlllwaren zum Verkauf. Art, Menge und Dreis der zur Verfügung stebenden Waren wird jeweils besonders bekannt ge» geven. Gegenwärtig steht bei dem im Anzeigenteil verzeichneten Geschäften bis zum 30. Okt. Drell zum Preise von 4.40 Mk. per Meter, Ar et o ne zum Preise von &25 Mk. per Meter, Herren-Anzugstoff zum Preise von 32.20 Mk. per Meter.
- Die Urliste für die Schöffen und Geschworenen liegt von Donnerstag den 23. KL Donnerstag den 30. Ofct auf dem Stadthause, Zimmer Nr. 8, zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist kann gegen die Nichtigkeit und Doll- ständigkeit der Urliste Anspruch erhoben werden.
** Ter Gießener Mieterverein schreibt uns: Lm vergangenen Sonntag fand im „Felsen- feiler" eine Sitzung des provisorischen Vorstandes des unter dem Drucke der Verhältnisse neu belebten Gießener Mietervereins statt. Es wurde beschlossen, am 27. Oktober eine erneute Vorstandssitzung ab- -«halten, in der die den veränderten Berhältnissen angevaßteu Statuten einer Beratung unterzogen werden sollen. Am 4. November soll dann eine Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung ein berufen werden: 1. Borstandswahl: 2. Statutenberatung; 3 Wahl der Beisitzer für das Mieteinigur^samt. Bis jetzt sind dem Verein zirla 200 neue Mitglieder beigdreten. Dis zu der Mitgliederversammlung soll durch Listen die ausgelegt und in Umlauf gesetzt werden sollen, eifrig um neue Mitglieder geworben werden. Tie Bestrebungen des Vereins sirtd bei den von Tag zu Tag
Lasar zlaischlewAdrnd.
G i e ß e n, den 22. Okt. 1919.
Cäfar Flaischlen ist eine der ^ückhaft sonnigen Dtchternaturen, die den grauen Alltag jederzeit mit einem Anhauch, ei nein Wort in (Mö verwandeln können. Tie für ihn bezeichneniron Verse ,Lwb'Lonne im verzen" fino zu Volksgut geworden. Man findet sie aur manchem ^chrervt.sch, in manchem Wartczunmer, sogar in ^erlauss^ laden hängen. Und es sind gute Worte. Dichter fein, heißt voll und ganz Mensch sein." Zo wohl lautete ein Satz aus dem Romane Jost Scufrieo, aus dem der Dichter gestern abend einige Bruch-' stücke im Saale des Gesetlschaftsvcreins vorla«. Damit hat Flaischlen sich selbst al« Ttchter umschrieben. Ifcr setzt den ganzen Akenschen an feine Tich- wng. Aber dieser Schwabe ist ein Besonnter, ein Beglückter, kein »eemfat ringender Kampfer. Und wenn er ,»Glück auf", „Sonn auf" ruft und totnn er ein männliches Eihos predigt, wie in der ersten Druppc der von ihm Dorgetragmrn Gedichtc, so ningt es mehr tote das straffe Wanderlich eines unbeirrt der «onne entgegen Wandernden, denn dn Hamm.'rschlag eilten der hart am eignen Schicksal schmiedet.
Flaischlen ist da« glückhaft primitive Dichter- knw, tue das sich alles in feuun vänden zu Gold wandelt, gang gleich ivas sie berühren.
Zn Begnm schickie er einige SBorte voraus über ten «ertrag des lprischen Gedichte. Und doch war er sich iclbit kein guter Iutcrpret. Seine Gedichte und Proso,tücke leien sich besser.
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bat Stellen müssen wrr Fi^enreure und S'aufleufe setzen. Wir haben aber Betriebe an 16 verschiedenen Orten. Wo sollen diese Leute so schnell her genommen werden? Wir müssen Kalkulationsbureaus schaffen und Fühlung mit der Kundschaft suchen, die es noch nicht gab. Die Arbeiter und Angestellten müssen uns unterstützen. Vielfach Haban wir auch erfreuliches Entgegenkommen gtfunben.
Abg. Maretzky lD. Vvt.): Wir freuen uns, daß auch die MehrheitSsozialisten einfeben, daß leitende Strafte mit großer Bewegungsfreiheit und mit guter Bezahlung nötig sind.
Aba. Brüh! (llnaby.): Tie Arbeiterrätr hatten vielfach für die Verwertung des L.^resguteS Ratschläge geoebm, die aber nicht befolgt worden sind. Auch unter dem neuen Kurs wird mietet verordnet und befohlen ohne Rücksicht auf die Rechte der Arbeiter, die snt bet Revolution da« Recht erworben haben, mitzubcsrimmen.
Eine Rerhe von Titeln und Entschließungen des Ausstosses wird angenommen.
Abg. Wieland (Dem.): Auch in die Lande«- rinanaämter müssen Techniker hinein, nehm den Juristen. Ten Technikern muß der Aufstieg in die
unerträglicher sich gestaltenden Dohnungsverhält^ Nissen su begrüßen. Sie finden hoffeittlich in den beteiligten Kreisen das Interesse, welches sie verdienen. Daß der Bereiin auf dem richtigen Wege ist, geht wohl am deullichstmr daraus hervor, daß er zunächst energisch für die Umgestaltung des Miet- emigungsamtes eintritt, wo der bestimmende Ein-- fluß der LwuSbesitzer je eher, um so besser beseitigt werden soll. Auch'ist die baldige Erricytung einer juristischen Auskunftstelle in allen Mictsfragen in Aussicht genommen, in der jede gewünschte Auskunft urrentgelllich erteilt iverben soll.
,** Frauenversammlung. Tas Thema „Die MädchenfortbildnngS schule" wird in einer vom Politischen und vom Allgemeinen deutschen Frauenverein einberufenen Ber- ammlung in eingehender Weise behandell werden. Endlich ist die schon feit langer Zeit von Frauenseite erhobene Forderung auf Ausdehnung der Fortbildungsschulpsticht auf die Mädchen ihrer Lerwirllichung nahe, und eS ist mm von großer Wichtigkeit, daß die Fraueit ihre Wünsche in Bezug auf Ausgestaltung der Schule zur Geltung bringen, inn Einfluß darauf zn gewinnen. Alle Frauen, die für die Sache Interesse haben, welcher Partei sie auch angehöreu, sind herzlich eüt- geladen. Die Versammlung findet Freitag abend 8 Uhr im Hotel Schütz ftott Der Saal ist geheizt. (S. Anzeige.)
"Pasqueel-Dary veranstaltet seine Abende heute und morgen, abends 7 Uhr, irn Hotel Einhorn. Siehe Anzeigenteil.
Landkreis Gießen.
n. Lollar, 22. Okt Auch in hiesiger Gemeinde hat sich das Bedürfnis nach Weiterbildung geltend gemacht. 3n einer vor 14 Tagen einberufenen Der- ammlung wurde beschloffen, Volksb ildun g s- rbende einzurichten. Arzt, Pfarrer und verschiedene Lehrer haben iu banbensroerter Weise ihre Mitarbeit ugesichert. Gestern abend sprach im ersten Dortrage lehrer Keller über Biologie. Der gute Besuch am gestrigen Abend berechtigt zu der Annahme, daß man den Dolksbildungsabenden großes Interesse ent. gegenbringt. - Um entstandene Mißverständnme zu beseitigen, sei auch an dieser Stelle darauf hingermesrn, daß bte Bestrebung jeder Parteipolitik fernsteht, daß es sich vielmehr um wissenschaftliche Vorträge handelt.
x W l e s e ck, 22. Okt. 3n der letzten B e « meinderatssitzung wurde u. a. beschlossen, daß die Holzhauerarbeiteu wieder öffentüch bekannt ge. macht werden, so die Anfertigung eines Windfangs am Pfarrhause. Der Stall bei dem von der Gemeinde erworbenen Fabrikgebäude und ein in der alten Schule srenverdender Schulsaal sollen zu Mietswohnungen umgewandelt werden. Eine Abgabe von Holz und Kartoffeln an Unbemittelte wurde der Armen. Kommission überwiesen. Der Schlamn»wagen und die Schäferhütte sollen auf dem Submisfionswege veräußert werden. Die Abschaffung des allen und An- chaffung eines neuen Dullen, wurde genehmigt. De- chlossen wurde auch die Anbringung von vier An- chlag tafeln.
Kreis Alsfew.
np. Mücke, 22. Okt. Auf Station Mücke war eine Sendung Margarine für die Gemeinden Ober- Ohmen und Ruppertenrod angenommen. Dem Fuhr» mann der die Margarine mitnehmen sollte, war be
reits der Frachtbrief ausgehändigt worden, aber - die Margarine war verschwunden.
Kreis Lau'erboch.
O Schlitz, 21. Okt. Der verstorbene Schuhmachermeister Wilhelm ©imtnnn IIL ha: nickst nur der hiesigen Kirche 3000 Mk. jum Besten der <vrkg<hÜTtcrbItet(r.cn vermacht, er hat auch noch 3000 Mk. der Stadt «stiftet, die die Zinsen für die Orrsarme» verwenden soll. — Tie fiarid- bibliothek, eine alte gräfliche Sllftung, ist nach Ne-nanichatmng vieler Bücher der Allgemcin- beit wieder zugäoolich gemacht rootben. Tie Bücherausgabe erfolgt Sonntags im gräflicbeu Spital. — Tie Leiche des im vorigen Derbst hier verstorbenen Frecherrn von und zu Eglossstein wurde dieser Tage nach seinem Farnllienstamm- sitz in Egloffstein (Bayern^ über führt. — Prinzessin Max von Ratibor imb Corvey, geb. Gräfin von Grirnand d'Orfav, die Mutter der hiesigen Erb- Säfin, bei der sie, im letztm Sommer auf der
Uoburg wellte, ist plötzlich an Herzschlag gestorben.
Lreis Schotten.
up. Dom Sogeisberg, 22. D6t CErne eigen« tümliche Erscheinung bildet das lange ®rünb[eiben bei Blatter und Gräser. Trotz des Frostes steht der Wall» rwch hn üppigstem Sommerkleide. Auch die Wiesen sehen eher nach dem Frühling wie Späthe^st aus. Der Wetterregel nach soll bas einen strengen Winter bedeuten, un diesem Fahre aber ist die gesamte Vegetation um einen ganzen Monat in ihrer Entwickelung zurückgeblieben, so daß wir auch eine Ausnahme von der Regel wohl er märten können.
Kreis Frieddera.
— Friedberg, 22. Okt. Um eme beffereFleifch- oersorgung der Bevölkerung zu gewährleisten, soll für den Kreis Friedberg ein Umlegungsverfahren eingeführt werden. Rach diesem Verfahren haben die Gemeinden auf Grund ihres Viehbestandes regel» mäßig Schlachtvieh zur Dersorgung an den Kreis abzuliefern. Die Umlage wird durch den Oberhessischen Diehoerband festgesetzt, durch das Kreisamt vollzogen und auf die Gemeinde ansgegeben.
Starleuburg unö Rheinhessen.
rm. Darmstadt, 21. Olt. Ter um das hessische Landgestüt und die Landwirtschaft hochverdiente Oberlandstallmeister in Ruhe Fecd. Willich, gen. v. Pöllnitz, eine tüchtige Kraft, wenn auch in rauher Schale, der seit Jahren er- lcankt und fall erblindet war, ist mut von seinen Leiden im Alter von 73 Jahren erlSst worden.
rm. Darmstadt, 21. Oft. Rach dem Vorbild anderer Städte (Frankfurt usw.) haben die Stadtverordneten zur Verbesserung unserer Finanzlage nunmehr beschlossen, auch ein sog. 7. Steuerziel erheben zu lassen, um eine direkte weitere Sten er er Höhung, die auch nicht gut durchzuführen wäre, zu vermeiden. Allgemeine Unzulriedenheit hat diese Angelegenheit aber be- onders tun deswillen erregt, well der Beschluß in einer nichtöffentlichen Stadtoerordnetensitzung gefaßt worden war. — Immer höher leigat die Preise für GaS, Wasser und jetzt auch für Brot. Ätscht weniger wie 26 Pfennige
Er sprach von dem Wert des Reimes im Eft-1 dicht, der beim Vortrag vielfach nicht genüg-md l hervorgehvden wcrüc. Er tägig: „Reime surv die l Augen mit denen das Gedicyt in die Welt sieht." Das soll keineswegs bestritten sellu > Und dennoch klingt bei dieser Art des Vortrags die ihm eigene Verwendung deS Reimes als Butnenreim und bei kurzen, ungleichen Berszeilen.oft als Spielerei ihrer selbst nhUen. Auch bie^e Gedichte lesen sich besser, da dann der Reim nicht auch noch akuststch hervor» gcl-oben wird.
Und iwch eines: Manches, was so unendlich primitiv und rührend kindlich, fast alltäguch für die junge Generation klang, gewinnt Licht, Farbe und oedeutiamkell, wenn man die Worte unbefangen durch den Saal, den Dichter und die Zuhörer auf Nh einwirken läßt Und wiederum ist es mehr Flaijch- lens lyrisch erfüllte, rhythmische Prosa, als Die mit engmaschigen Reimen durchwirkten Verse.
Man mache den Dersuch und höre mit innerem Ohre die Tlup-k nachjtehenden Gedichtes, das sich gestern abend ,o gamtcht auswirken konnte;
□ ra Kahn.
Schaukelt weiter Mich, ihr Wellen! . . . Schau, kett weller mich, thr Winde . . . durch die wunder- . bare Ruhe dieser lichten Einsamkeit . . . leise leise wiegt mich meiter
in die Ferne
3« den stillen weihen Wolken, die den Horizont umNimmen ...
Tragt mich fort, wohin ihr wollt!
* Freibank. Frellaa den 24. Oktober werden von 1—3 Uhr die Nr. 2801—2900 beliefert.
sckwindenden 2Tu5nahnen tourten die btsheri«« Bürgerm«nster und Schöffen wi terg*jpäb't inne merkwürdige Ausnahme machve das Torf Ne^'el- . brunn. Tort eric&ien kein Mansch zur Wah!, mci[ ■ die Levte angeblich dte Sonnragswähler:! 'müde sind.
h Marburg, 22. Okt. DieStadtverord» n et en stimmten einem Dringlichkeitsantrag betreffend die Aufhebung der städtischen Dorschule zu. - (Eine heute hier abgehaltene Lürgerrneisterversammlung bewilligte den Landlehrern eine einmalige besondere leuerungsbeüjilfe von 300 Mk.
Easttvitte unö cichloerbrmrch.
Gießen, 22. Oft.
Der Verein der Gastwirte Gießens hat nachstehende Eingabe den dafür maßgebenden Stellen ruqehen lassen:
.Die Mitglieder der Vereins der Gastwirt» von Gießen sind durch die erneute Verordnung über bi» Einschränkung des Verbrauchs von Gas und Licht wiederum iu allerschwerste Not gekommen. Der Se- ruf, der an und für sich in der letzten Fell schon unter dem allgemeinen Niedergang der wlNschaftüchen Verhältnisse zu leiden hat, wird dadurch, daß abends von 10 Uhr an keine der beiden Seleud)tungsarten gebraucht werden darf, auf das tiefste betroffen. Die Gastwirte stehen auf dem allein richtige» Standpunkte, daß durch diese Verordnung absolut nicht das erreicht wird, n»as erreicht werden soll. Es soll zur Ersparnis von Gas und Elektrizität zwischen 10 uuö 11 Uhr, - dem Eintritt der Polini, stunde - eine andere Beleuchtung vorgenommen werden. Es kommt hierfür nur Kerzen- oder JUrbib- belend)tung in JJrage. Aber gerade diese Beleuchtung wird vom East sowohl als auch vom Gastwirt auf das unangenehmste empfunden. Der Wirt mutz wegen der einen Stunde das andere Licht beschaffen, welches einem allgemeinen Wunsche durchaus nicht entspricht, so daß die Gäste lieber nach Hause gehen als bei solcher Beleuchtung sitzen zu bleiben. Hierin aber liegt gerade der große Fehler der ganzen Verordnung. Statt Licht zu sparen, wird hierdurch umsomehr verbraucht. Der Gast geht wohl nach Hause, er gehr aber sich«, lich um 10 Uhr noch nicht zu Bett, er brennt püU mehr zu Hause noch eine zeitlang Licht. Es brennen also ungefähr 30 Leute zu Hause bO mal so viel Licht, als diese Leute im Gasttokal verbraucht haben würden. Der Lichtsttom wird also in viele kleine Kanäle geleitet und verbraucht dadurch eine Unmaße Energie, die gespart wäre, wenn diese (Energie m einem Strome bliebe. Die Gastwirte geben sich deswegen der Hoffnung hin, daß die Derordnung so ge. milbert werdest möge, als es die Deleuchtungslage irgend nur gestattet. Sie verkennen keineswegs bu Schwierigkeiten, die sich dem entgegenftellen, muffen aber andererseits auch jo viel Entgegenkommen finden, um ihren ohnehin so schwierigen Berus auch ausüben zu können. Es ließe sich der Wunsch der Gastwirte dadurch erreichen, daß di» jeweils schwachen Besuchsstunden der Restaurants und Kaffeehäuser benutzt würden, um so viel als möglich Beleuchtung zu ersparen, um dann dafür die Stunde von 10 bis 11 Uhr wiederum brennen iu können. Sie würden sich auck verpflichten, die Beleuchtung von 10 bis 11 Uhr soweit einzuschränkeu, daß nur die notwendigste Beleuchtung vorhanden wäre. Der Dorstand des Gastwirtevererns würde bann mit allen Mttteln bestrebt sein, seine Mitglieder zu allergrößter Sparsamkeit in Gas und Elektrizität anzuhatten, nm einerseits den Ontereffen der Allgemeinheit, anderer, seits den eigenen Interessen oerecht zu werden.'
Die Bedenken und Äorfchläge des Gast- wirtevereinS sind vom volkäwntts'chaftltchen Standpunkte durchaus beachtenswert. Nicht nur Licht würde gespart, wenn den Gast- wirten eine längere Beleuchtung gestattet würde, sondern auch Brand, denn mancher der sein geringes Heizmaterial zu Hause sparen will, sucht im öffentlichen Lokal eine „Wärmchalle" auf. Wird chm diese 'n zu früher Stunde verleidet, so wird er unter Umständen zu Hause sein bißchen Holz verfeuern müssen. Auch der erzwungene Ver« brauch von Kerzen und Karbtd in den Gastwirtschaften bedeutet eine Schädigung der Allgemeinheit, denn bei jedem Gegenstand, nach dem irgendwie Nachfrage herrscht, steigen die Preise unsinnig. Es wäre aber in jeder Hinsicht zu begrüßen, wenn dem Ersuchen der Gastwirte entsprochen würde.
Ommer mehr versinkt die Aüffe mit dem Straub unö mit den Bergen . . Alles wird zn blauem | Glanz . .
Selig Leg ich auf dem Rücken, horche auf die Ammenlieder, die mir Wind und Wellen fingen . . falte langsam meine Hände . . schlleße lächelnd meine Augen und verträume in den Himmel,
wie ein Hinb in stiller Wieg» . , Meine Mutter ist die Sonne .
meine Mutter ist bte Sonne und ich weiß, sie hat mich lieb!
Wenn man von diesem Gedichte sich hat tragen lassen, weiß man, daß Flaischlen ein Dichter ist.
D-shalb sollen nun nicht die sogenannten Au- torenaber.be irgendwie abgelehnt werden. Wenn schon Lyrik oorgelragen wird, dann immer noch am besten durch den Dichter selbst. Diese Vermittlung ist bann die wertvoll e. Und auch der gestrige Abend gab dem überfüllten Hause sichtlich Diel, obgleich gerade diese Lyrik sich eher als „Sonne im Herzen" denn als .Wort auf den Lippen" eignet V.an mutz es dem Bunde zur Pflege von Musik und Literatur danken, daß er den Dichter herbefchied unb freut sich, zu hören, oaß er mit diesen Abenden fortfahren will.
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lischer Verdeutlichung zusammengestellt: , F e ■ ■ < r m o re und Gerda". Das Frank,urter Oper» hcurs bereitete diesem rein lyrischen Gebilde «* Dienstag Abend eine in jeder Hinsicht würdige Uraif- führung, für deren Gelingen die Negie ^Walther Brügmann) und Orchesterführung Brecher, und die mitwirkenden äünftler vorn Scheidt Wir! und 3<t Holl ihr bestes taten, [ehr wesentlich unterstützt von den wichttgen Hülfskünffen des Theatermalers unb Seiend) tu.ngsmet|tcrs. Mtt ihnen konnte der Komponist am Schluß den Beifall einer starken Minorität mehrmals entgegen nehmen.
Dieser äußere Erfolg darf aber nicht barfibei hinwegtauschen, daß .Fennimore und Gerda", dem Werk eines feinsinnigen und vielleicht auch poetisch empfindenden Äunftocrftanbes bte Bedingungen iu wnkl cher Lebenskraft doch in betenkluber wetft abgehen. Es sind lebende Bilder mit Musik - nicht mehr, nicht weniger! Die haben kein umgrenztes Ende und keinen zu Enttvicklungsindg- lichketten genutzten Anfang. Die beiben durchaus selbständigen Ciebeserlebniffe Niels ßgnes, eben .Fennimore und Gerda', die ohne zwingenden Grund in dem Werk vereint sind, entbehren jedes braea* tischen Elements, und der Äompon.ft, hörbar am stärksten, wo er sein Orchester in breiter SUtnmungs- raalerei ausholen lassen kann, hat auch nicht verbucht, durch irgendwelche Handlungsmomente die Spannung seiner Bilder zu erhöhen. Seiner Musik aber sehtt as, was allein dem tanzen zur Farbe, die es in harmonischen unb orchestralen Reizen reichlich auf» weist, Leden unö Zukunft verhe.flen könnte Du Erfindung, das eigentliche Schdpsensche! tt


