Einzelbild herunterladen

Nr. 169

Zweiter Blatt

Sterner Anzeiger (General-Anzeiger fflr GberWen)

Mittwoch, 23. Juli 19(9

itan

CllSM

iw Louis Rothe

JHMWUÄ

M

Ms;

1»

w

,etnfP*X-

ren, sondern ein Kind der russi-

funft erteilt

lummi

(Nachdruck verboten.)

Fortsetzung 17.

IriO ager

>

h- «en er il

8 dl, 57c N6

s§

S-lS

i'f'cit Revolution. Der Artikel 162 enthält eine Reihe von Bestimmungen, die für uns nnannehm- # t in dem Gedanken eine

Ä

Ö<»Ä':

Ünni$erg

Carle

. 7.* ecker eUK ien e Au^ r, Bl»' ! etnP* L 011311

Ragna Svendburg

Roman von Anny Wothe.

| tages treten. Aus der anderen Seite sind wir gern I bereit, den Wünschen der Arbeiter und Angestellten I Acchnung zu tragen.

Abg. Erkelenz (Dem.): Wir stehen dem Mesyslem grundsätzlich sympathisch gegenüber, | lehnen es aber ab, bcii Räten irgendwie geartete f oolitisthe Rocttte zu gewikhren und ebenso, sie all- I qemein als Kontrollorgane einzusetzcn. Wir sind i dagegen für die Arbeiterräte als Organe der F sozialen Selbstbestimmung. Bedenklich erscheint es, F in dieser Zeit der Streiks den Arbeitern neue 1 Nechte zu geben. Aber der deutsche Arbeiter ist 1 sonst der sanfteste und willigste der Welt. Tas

19 5- !N IN en m n, U.

"Gltarr

Höhens1'

LZG1 ksB'I

fuhren, da kam mir allerdings der, ich gestehe es, vermessene, halb wahnsinnige Gedanke, Sie an mich zu reisten und Sigrid zu lassen."

Ragna zuckte bei dem Namen jäh zusammm. Sie hatte es ja gewußt, daß er es rottr, den Jie bisher gehaßt, und der jetzt einen so zauberhaft faszinierenden Eindruck aus sie ausübte, aber die Gewißheit raubte ihr fast die Sprache.

Fürchten Sie nichts," sagte Graf Svendburg, und sehen Sie mrch mit Ihren Svnnenaugeir nicht so verachtungsvoll an. Ich weist wohl, wohin der Weg der Pflicht mich ruft, und ich toetbe ihn gehen, ohne Furcht und Zagen, aber eines möchte ich wissen, hätten diese, vorhin so sonnigen Augen auch so starr und kalt geblickt, wenn ich Ihnen genaht wäre frei unb ungebunden?"

Ter Wagen hielt. Hoch oben über den duf­tigen Talge landen schwebte er in steiler Höhe.

Grütschlap," rief der Schaffner.Alles aus­steigen !"

Wie im Traum erhob sich Ragna. Die Füße waren ihr schwer, als hingen Bleigewichte davon. Sie merkte es kaum, daß der Graf ihr die Hand zum Aussteigen bot. Mechanisch legte sie die ihre hinein.

Alles drängle der elektrischen Bahn zu, be von der Grütschlap den Verkehr nach Murren leitet. AlS Graf Sven inib Ragna zu dem Wagen kamen, nraren schon alle Plätze besetzt, und der Leiter des Wagens gab soeben dos Zeichen der Abfahrt.

,Lu spät," sagte Ragna, und es war Sven, als läge eine leise Bitterkeit in ihrer Stimme. Sollte das eine Antwort auf feint Frage sein?

Es wird am besten fein, wir gehen zu Fuß," sagte Graf Svendburg,immer hier an der Bohn entlang ist der Weg nutzt weit, und wir haben die herrlichste Aussicht. "

rtcr klar t kitt-

;6lüon m an

und liefert LutoS. eßen,

Pe

UAntegralrech^

^>. Gletzener W

dicht Stunde«

ÄMl. Antlkbvlk.

VIM an den Ml

jeder «rt billlgitc? ~ -------------------- --

C RUvSil J ist brr einzige neue politische Gedanke, den die Re-

v urorfiprSt1 I Vvlution bis jetzt zutage gefördert hat. Aber er ist

Äff- NL-r-r.«

angenommen, daß die Fraktion in Erwägungen darüber eint roten darf, daß dies noch gescheht.

Nach der Annahme des Organisationsstattltt begann die allgemeine Ausspraclte über das Pro-' gramm. Nach kurzen einleitenden Anssührunacn des Dr. Frankfurter über den Gesamtinholt bei Programms und nadi einer langen Geschästsord- nmigsaussplacbe folgt dos Referat von Dr. Friedrich Naumann über die Kulturfragen Er führt aus: Ich habe keine Zukunstsforderungen auvzuspreäxm, die nicht sclwn in der Verfassung erfüllt sind, umsomel/r haben wir Anlast, uns über die großen sozialen Fragen auszusprechen, die das deutsche Volk als Ganzes angehm. Früher sagte man:Der Mensch wird besser iverden, wenn er reicher an nralcriellen Gütern wird jetzt werden wir alle ärmer tver- den, was hilft da in die Höhe?" Da must uns unsere demokratische Weltanschauung die Aitt.oort darauf geben: Wir müssen an dem Wert des einzelnen Menschen im Volke glauben und an den Wert jedes auf demokratisehen Grundsätzcit aus gebauten Völkerbundes. Von hier aus wird unsere auswärtige Politik und unfere ürnere'Pvlitik ihre leitenden sittlichen Gedanken erhalten müssen, ge­rade auch unsere Sozialpolitik und unsere Schul' Politik. Daher müssen wir den Gedanken der uatio nalen Einheitsschule unb des fta>atsbürgerlict)en Uuterritttts in den Vordergrund stellen. Es ist ein großer 'Fortschritt für die Religion, daß die Kirche und J5taat getrennt werden sollen, wenn sich unter Sttwnung der Rechte der Kirche d,'' Trennung durchführen läßt Gerade in der Not ixS? Vaterlandes und unserer eigenen Not stellen rotr den religiösen Glaubetr in den Dienst unsres Vo^es.

'Ter Parteitag stand vollkommen unter bei Wttknng Naumanns Worte. Dem gab, nachd'M uer stürmische Beifall verrauscht tvar, der Prän- dlrnt 'Ausdruck und vertagte sodann die weiter? Beratung aut morgen.

Als erster Punkt soll das Mirtschaftspro- gramm besprochen werden.

Ter Parteitag sandte an Lindenburg ein Telegramm tiefempfundenen Dankes für das, ,vas er um das deutsche Volk mit seinem Schutz ooll-* bracht bat und mit Dank für die trorbi (blute Treue, die Hindenburg auch über die Reoolution hinaus in guten und bösen Tagen dem deutsch.',! Volk bewahrt hat.

Die ttomimmalwahlen.

-s- Bersrod, 21. Juli. Bei ixr Wahl eine- Beigeordneten hatten wir fünf Bewerber, von denen keiner im ersten Wahlgang siegt'. In der gestrigen engeren Wahl wurde Landwirt Philipp Bötz III. mit 109 Stimmen gewählt. Sein Gegner, Heinr. Kutscher III., erhielt 99 Stimmen. Agitation und Wahlbeteiligung, 90 Pro­zent, ließen den bei der Gemeinderats- und Bür­get meister,vahl nicht in Erscheinung getretenen alten Torfvarteihader wieder ausflammen. In Winnerod wurde der bisherige Beigeordnete Heinr. Schmitt II. einstimmig wicdergewLhtt. Dem Gemeinderate gehören 2 Jungfrauen an, an, die Hauslehrerin und Köchin des Gutsbesitzers und Gemeinderats Clemm. Ties allen Frauen und Mädchen als tröstendes und verheißungsvolles Zeichen für die Zukunft.

sg. G r o st e n - B u s e ck, 21. Juli. MA der gestrigen Beigeordneten Wahl fanden die hiesigen Kommunalwahlen ihren Abschluß. Zum Beigeordneten wurde der Sozialdemokrat Willst m H a r b a ch HI. mit vier Stimmen Mehrheit ge­wählt. Abgegeben tourben 1036 Stimmen. Davon entfielen auf Harbach 519 und Anton Huber vom Bürgerverein 501 Stimmen; einige Stimmen waren ungültig bzw. zersplittert. Die Wahlbeteili­gung bzw. Agitation des Bürgervereins war etwas flauer als bei der Bürgermeisterwahl, da man sich wahrscheinlich wegen des guten Ausgangs der letzteren etwas zu sicher fühlte. Obwohl der Bür­gerverein bei der Gemeinderatswahl nur vier Kan­didaten durchbringen konnte, war es ihm aber möglich, den sehr Heist umstrittenen Bürgermeister posten glatt zu behaupten, ein Beweis für das Vertrauen und die Achtung, die man Ferdinand Gans II. infolge seines offenen Charakters ent­gegenbrachte.

)( Mainzlar, 21. Juli. Gestern fand hier die Beigeordnetenwahl statt. Abgegeben wurden 99 Stimmen, von denen der bicherige Beigeordnete Wilhelm Bingel 95 Stimu-en erhielt.

r. Muschenheim, 21. Juli. Bei der gestrigen B ei g evrdn eienwa hl wurde der bisherige Beigeordnete Otto Roth wieder gewählt. Bon 352 Wahlberechtigten machten 136 von ihrem Stimmrechte Gebrauch; davon entfielen 130 auf den Gewählten.

f£&

-Betriebsräten durch die Arbeiter und Angestellten, he an der Leitung der Betriebe entscheidend mit- imrken und die Sozialisierung fördern sollen. Tie

1 rbeiterrate sollen die Verioaltnng im Reiche, Ctaat und (Gemeinde beaufsichtigen und haben d. s fffecht des entscheidenden Emspruchs gegen | Qefeblidje Maßnahmen.

Abg. Dr. Delbrück (deutsch-natl.): Der \ fkätegebanfe dem wir eine tocittragenbe Bedeutung rt pro»' ' ^ispreclten, wird den Gärungsprozeß in unserer BneSr ; Erfassung noch längere Zeit anfrechterhalten. ES

Ragna jteigfe schweigend den blonden Kopf und, das lichtgraue Reisekleid ein wenig höher zielend, sagte sie:Es wird das einfachste sein. Sehen Sie dort das fleckenlose Schneekleid der Jungfrau. Hoch überragt sie mit ihrem Silber­und Schneehorn, das im Sonnenglanze zu uns so greifbar nahe herüber schimmert, alles klein­liche der Erde. Tonnernd wälzt sie ihre Lawinen hinab ins Tal. Sehen Sie, tvie der Schnee auf­wirbelt imb in taufenb Funken hernieder stäubt, lwren Sie, rote es kracht und donnert und eine Sprackw spricht, die nie vergebens klingt. Hävm und sehen Sie das alles? Ja, ich lese es in Ihrem Antlitz, Sie empfinden in diesem Augenblick, wie ich. Alles Unedle und Unschöne löst ftch, wie die Schneelawine dort, von uns ab. Wir stehen stau­nend, und fragend vor der gewaltigen Macht, bie da zu uns spricht, und mir beugen uns ihr. Und aw- gestchts dieser überwältigenden Schöpfungswerke möchte ich Sie bitten: vergessen Sie diesen Tag. Kehren Sie zurück in die Heimat, zu Ihrer Braut, bringen Sie ihr die Grütze und die Segenswünsche einer Unbekannten und denken Sie, daß alles Liebe, was Sie ihr erweisen, dich in Segen für Sie ver­wandeln wird, weil ich darum bete!"

Sven Svendburg hemmte unwillkürlich den Schritt von dem steilen Abhang, den sie entlang schritten. Tfe schroffen Felswände des schwarzen Mönches hoben sich fast drohend von den weißen Schneefeldern der Jungfrau ab.

,^Jch werde nach Ihrem Willen hm, mein Fräulein," sagte er mit einem fast harten Kl-ang in der Stimme.STber im Angesicht Gottes, den Sie ja wohl in dieser gigantischen Bergwildnis zu erkennen glauben, frage ich Sie, hätten sich unsere -Wege gekreuzt, als ich fra war, hätten» Sie mir da vertraut? Hätte Ihr Herz vielleicht!

Reichswirtschaftsantt als besonderes Parlament neben dem Reichstag wünschen wir nicht. Aber wir wollen ihm das Recht geben, Gesetze einru- bringen, auch wenn die Rcichsregierung diesen nicht zusttmmt.

Aba Cohn (Unabb. Soz.): So wie die Re­gierung den Rätegedanken in den Generalstreik- tagen des März versprochen hat, hat sie ihn nccht ausgesührt Diese Vorlage wird keine Berubi- gung schaffen. Die Arbeiter wollen em schnelles Tempo sehen.

Rrichsarbeitsminister Schlicke: Die Vor­lage geht ganz wesentlich über das hinaus, was die Regierung versprochen bat. Allerdings I>at sie niemals versprochen, daß sie politische Arbefter- räte schäften will. Das Rätesystem arbeitet nicht überall vollkommen, wie man aus nächster Nähe aus ihrer Herrschaft, etwa in München, fehcn konnte. (Erregter Widerspruch bei den Unab­hängigen.)

Abg Er Hardt (Ztr.): Etwas Berechtigtes liegt in dem Rätesystem. Aber die damit ver- bunbene Agitation kann bedenklich sttmmen. Man tut so. als ob man mit der Einsetzung von Räten alles Uebel beseitigt und der Tisch gedeckt sei. Dem Anträge der Demokraten stimmen wir zu. Hoffent­lich kommt bald die Zeit, wo wir uns bei innerem Frieden zu gemetnfanter Arbeit zusammen finden.

Abg. Schneider-Sachsen (Dem.) ^gründet seinen Antrag. Die Angestellten dürfen nicht nach demselben Grundsätze behandelt werden wie die Arbeiter.

Abg. Dr. Hugo (D. Volksp.): Ter Ausbau der Arbeiterräte und damit die Uebenvindung der Klassengegensätze zwischen Unternehmern und Ar­beitern ist eine Voraussetzung Nr den Wieder­aufbau imserer Wirtschaft.

Reichsarbeitsminister Schlicke: Die Ar- beitcrausschüsse werden iw den Betrieben auf- geboben werden. In einem Betriebe zwei Körper­schaften mit denselben Aufgaben zu betrauen, er­scheint nicht angängig. Wie die Arbeitgeber ver­treten fein sollen, darüber kann ich bis heute mich noch nicht äußern. Es kommt darauf an, die beiden Kreise, die verschiedene Interessen zu ver- treten haben, zur Zusammenarbeit zu bringen.

Abg. Dr. Sinzheimer (Soz): Eigentüm- licherweife berühren sich m dieser wichtigen Frage die Rechte und die äußerste Linke. Augenscheinlich wollen sie die Demokratte schwäck>en. Das Er­gebnis dieser Beratungen must sein, daß die Mas­sen nneder Vertrauen zum Staate und zur Wirt- schastscntwickelung gewinnen. Das wird gelingen tvemi man die Arbeiter als Menschen behondelc.

Reick»skommissar Dr. P reust empfiehlt aus technischen Grurrden dem denrpkratisichen Anttag Folge zu leisten.

Reichsarbeitsminister Schlicke ertlärt, nach­dem sich »och verschiedeire Redner geäußert hatten: Wir sind damit einverstanden, daß oer Enttvurs noch weitere Verbesserungen im Sinne der An­gestellten und Arbeiter erhält.

Abg. Giebel (Soz.): Die Angestellten und Arbeiter sind darauf angewiesen, in den Betriebs-' raten gegen den Kapitalismus zusammenzusteh'il. Tie Angestellten wollen auch gar nicht isolierte Bettiebsräte für sich allein, denn sie wissan, daß sie gar picht schlecht dabei fahren, wenn sie oi: organisierten Arbeiter des Betriebes vor ihren Wagen spannen können.

Abg. Andrö (Ztr.) erklärt, ein $dl seiner Freunde werde nicht für den Antrag Schneider stimmen.

Damit schließt die Besprechung.

Nächste Sitzung Di-enStag vormittag 10 Uhr. Versafsungsentwurf.

Schlug 3/tll Uhr abends.

Der Demotratische Parteitag.

Berlin, 21. Jnlr.

Tie Telegiertien, die die Sttaßenbahnen heule nicht benutzen konnten, treffen verspätet ein und die Absperrung des elektrischen Lichts macht es notwendig, daß teilte Mittagspause eintreten kann, vielmehr bis 4 Uhr durch getagt werden muß. 'Man tritt zunächst in die Beratung einzel­ner Anträge ein. Mehrere Anträge betref­fend Beseitigung der Zwangswittfchaft werden der Fraktion der Nattonalversammlung überwiesen. Ein Anttag Köln, der die Billigung der Partei für den pazifistischen Gedanfen und eine Soli­daritätserklärung ber deutschen Demokraten mit den Temottaten der übrigen Länder fordert, wird von Dr. Marwitz bekämpft wegen der rmperialisttschen Polittk der westlichen Tcntofraten.

Ter Vorsitzende heute Professor Dr. G e r - land-Jena weist auf die Ablehnung der Partei gegenüber allen nattonalistisck-en Neigun­gen hm. Das schütze vor dem Verdacht, dah när Gegner des Pazifismus seien. Ter Kölner An­trag gehe zu iveit und soll darum nur als Material der Fraktton überrollen werden. Ties findet Zu-

Schrisll.Angeb.un an den Gien. Aiu Junges Mädchen

Ausbildm, Im WelBilhen a. m Schrillt. Ang. u-OH! d.GesȊslSst.d.Gi

Släikk-W wird zum Bügeln nommen. Emilie Willoustratze 411

niiel« s 4*8 Ali«;

$il!

; ä

lol"'

schneller geschlagen, und glauben Sie, daß es mtr gelungen wäre, das himmelhoch jauchzende Ge­fühl in Jh^r Brust yx wecken, das mich jetzt Not und Eittsagung erfüllt? Antworten Sie mir bei dem Glück meiner kleinen Sigrid, für das üb mich hier verbürge, aber die Wahrheit!"

Heiß in stummer, unausgesprochener Qual suchten seine Augen die ihren, und heiß wie in namenlosen Jammer um etwas unwiederbringlich ewig Verlorenes waltte es in ihrem Herzen. Aber sagen, aussprechen, mit kurzen, dürren Worten, daß der Mann dort, den sie zu hassen glaubte, feit der ersten Stunde ihres Sehens ihr Herz mit fast dämonischer Gewalt erfüllte, daß sie glaubte, in der Minute sterben zu müssen, wo er von ihr ging, er, der ihrem Liebling, ihrer Schwester atv gehörte, nein, ine.

.Lerne Lüge in diesem Augenblick," sagte er fast streng.Bei Sigrids Glück", betonte er feier­lich. Gönnen Sie mir doch diesen kurzen Trost," bat er weich,er wird mir Kraft geben, wem, mein Mut erlahmt, dem Wesen Rofen auf den Weg zu streuen, das mir vertraut, er wird mich beroabren, toatn ich sttauchle tm Kampf zwischen Pflicht und Liebe. Sagen Sie mir nur das eine, roenn Ihr keuscher junger Mund sich scheut, das Wort zu spreck)en, das wir mis nicht sagen dürfen. fan ich Ihnen fremd ober hatten Sie die gleich« Empfindung mit mir, daß wir uns tonnten?"

Wir kannten uns," ragte Ragna. Sven jetzt hochaufgerichtet unb voll in die Augen fetzend.Wir kannten uns stets, das fühle ich auch in biriem Augenblick, aber wenn sich unsere Wege kreuze», so haben wir uns nie getonnt."

.(Fortsetzung folgt)

sttnnmma. Der Forderung, dn Agrarvrvsramm aufjujMfen, wird Mgestimmt. Eine Reihe anbercr Anträge wird der Parteileitung zur Beschlußfas­sung überwiesen.

Nunmehr kommen die bret Referenden -um Schlu ßwvrte.

Abg. Petersen verwahn sich bagegen, daß er nach rechts wolle. Er krittsiert bann uod>mo[5 die Sozialdemokraten wegen ihres Mangels an ge­eigneten Persönlichkeiten für die Aemter unb ihres Rückfalls zu reaktionären Waffen bei Bekämpfung bes Kommunismus, roenixt sich aber zugleich auch überaus scharf gegen die internationalen Elemente der Revolution, die unser Volk verwüsten. Ter Partei gegenüber, die Petersen ht ihrem Idealis­mus ermuntert, weist er doch darauf hin. daß die Politik immer nur die Kunst des Möglichen in Kompromissen sei. Petersen erntet stürmischen Bei fall.

Graf Bernstorfs faßt sich ganz kurz. Er iveist die Forderung ab, nicht früher in den Völkerbund einzulreten, bevor nicht der Friede revidiert sei. Es werde gerade bann zur Revision kommen, wenn wir im Völkerbund mitwirken. Vor dem Aittrage gegen Erzberger warnte er, da dadurch der Kampf um die Friedensfrage ein­seitig gestaltet werde.

Nuschke rechtfertigte sich nun, daß er zu wenig von der Jugend gesprochen habe. Damit ist die Tebatte geschlossen.

Ter Vorsitzende Koch widmet noch ein kurzes Wort der Feststellung, daß die Debatte durch ine freie Aussprache zur Närung der Ansichten unter offenbarer Annäherung der verschiedenen Redner gedient habe.

Es wird bann abgestimmt über die bat Re­feraten zu Grunde liegenden Aitttäge. Tobet wird mit großer Mehrheit ein Antrag Cohnstaedl- Frankfurt a. M. abgelehnt, der es mißbilligt, daß die Partet aus der Regierung au§getreten ist, und es wttd mit gleicher Mehrheit der Antrag angenommat, der oen Austtitt billigt! Ferner stndet folgende

Resolution über dte Haltung der Partei

unter stürmischem Beifall Annahi^re. Tie Reso­lution lautet:

Der Parteitag würdt g t die Gründe, welche die Mitglieder der Fraktion bei ihrer Av- sttmmnng in der Fri e den s s ra g e geleitet haben und billigt die Haltung der Fraktion.'Ter durch das Eintreten der anderen Regierungs­parteien erfolgte Austritt aus der Regierung be­deutet keine Wandlung in den Anschauun.Ten d'c Partei weder für die außenpolitischen noch für die innetpvlitischen Ziele. Tie deutsche demokratische Pattei erkennt diesen Frieden nicht als eine Aus­führung der in den Waffenstillstandsvereinbarungen gewonnenen Rechtsgrund tagen an und erhebt gegen bie unerhörte Vergewaltigung des drutschat Vol­kes flammenden Widerspruch! Ten einmal ge­schlossenen Ftteden werden wir nach besten Kräften und ehrlich zu erfüllen suchen in der sicheren Er­mattung, die wirtsckmftliche unb politische Gleich­stellung Deutschlands zu erreichen, und die Lüden unserer Volksgermssen im besetzten Gebiet abzu­kürzen. Wir verwahren uns aber schmr jetzt da­gegen, des Wortbruches geziehen zu werden, wenn wir trotz ehrlichmt Bemühens nicht alte Forderungen des Vertrages zu erfüllen vermögen. Tas Weltgewissen und die Grundsätze der Demo- Fratie, denen sich kein Volk auf die Dauer ent­ziehen kann, werden zur Revision dieses Bettrages führen. Der Dag wird kommen, an dem Teut,ch- land unter gerechten Bedingungen in einen Völkerbund eintreten kann. Erst bann ist der Friede und die Wohlfahtt aller Völker ge- sichett! Um diesen Kamps um das Recht erfolg­reich zu bestehen, muß die Demokratie im Inneren Deutschlands-zur lebendigen Walzrheit toerben. Freiheit der Person und der wittscl/aftlichen Ent­faltung bei gerechtem sozialen Ausgleich uni) bei Gleichberechtigung aller im wirtschaftlicherr Pro­gramm erfordett starkes deutsches Gefühl uno Staatsbewußtsein, strengste Arbeitsamkeit und hin- gebende Pfliästersüllung jedes einzelnen gegenüber der Gemeinschaft des deutschen Volkes, das sind die Leitsterne, denen wir folgen. Ter Parteitag erwartet, daß die demokratische Vertretung in oen Parlamenten ohne starre Voreingenommenheit uno ohne richtungslose Anpassung seine Grundsätze Har unb bestimmt verwirkliche. Er ruft die deutsche Jugend auf, in dem großen Kamps für Deutsch­lands Zukunft unsere Reihen zu berftärten."

Bei der

Abstimmung über bie Legislaturperiode wird ein Arrttag mit 358 Stimmen abgelehnt, der die Fraktion nötigen wlll, bei der brüten Lesung der Verfassung für eine dreijährige Legislatur- periode zu stimmen. Dagegen wird ein Antrag

50-60 000

gegen gute öl leihen gesucht. Eihi U. 014325 nb. Gin

10-6001)0$^ gute 2. Huvotheln zuleib. Reslkauü: werden ebenfalls nommen. Scho 014334 an den (fir.

ÄhM

vonLmllvniM lalle», Ünottn pier,

Maichmr

reir lind. Trotzdem liegt' ittltl jJJSbme M || Tendenz, die auch bei uns Anklang gefunden hat, aus sgrtzerlich- loemi sich die Entwicklung nämlich als Gegen- ""* 1 " , gewirht gefjen eine lieberfbannung des Parlamen-

tarismus in der Erriästung und Schaffung einer | berufsständischen Kammer bewegt. Unserer Ueber-

l ertetu »g Lod, Comi i. WW!|

KronpnlU^I I tugung nach wird eines schönen Tages das Reichs

-^iübeinui® I ujtrtFc^aft^antt als Erbe an die Stelle des Reichs^

Möbeltk°s " -

ÄS t «ÄÖ i Efe

Deutsche Nationalversammlung.

(62. Sitzung.) Diiontag, den 21. Juli.

(Schluß.)

Artikel 153 (Vergesellschaftung^ wird in der ?lus>chußfassung mit einem Zusatz der Sozial­demokraten :Erwerbs- und Wirtsck-aitsgenossen- schasten und bereit Bereinigungen sind Träger der Gemeinwirtsck)astt' angenommen.

Tie Artikel 154 (Schutz der Arbeitskraft und einheitliches Arbeitsrecht, 155 (Schutz der geistigen Arbeit), 156 ^Vereinigungsfreilxnt zur Wahrung und Förderung der Arbeits- unb wirtsckfaftlicheir Bedingungen), 157 (Sicherung der freien Zeit zur Dahrnebmung staatsbürgerlicher Rechte), 158 (Ar­beiterversicherungswesen), 159 i zwischenstaatliche Regelung der dentsclen Verhältnisse der Arbeiter) und 160 Arbeitspflicht unb Arbeitsrecht) werden obite (Erörterung in der Ausfchußfassung ange­nommen.

Artikel 161 (Schutz des Mittelstandes vor Ausbeutung imb Aussaugung) wird mit einer kleinen Aeuderung angenommen.

Artikel 162 (Räteartikel) bestimmt im wesent­lichen: Arbeiter und Angestellte toirken mit den Arbeitgebern an den Lohn und Arbeitsbedingun­gen und der gesamten wirtschcHlichen Entwicklung der produktiven Kräfte mit. Die Organisationen und ihre Vereinbarungen werden anerkannt. Ar- I-eiter und Angestellte erhalten gesetzliche Ver­tretungen in den BezirkSarbeiterräten und im Reichsarbeiterrat Die Bezirksarbeit erröte unb ?)teichsarbeiterräte bilden zusammen mit den Vcr tretnngen der Unternehmer und sonstiger betei­ligter Bolkskreise einen Reichswirtschaftsrat, in dem die wichtigsten Berussaruppen vertreten sind. Arundsätzlickse sozialpolitische imt> roirtsckiaftspoli­tische Gesetzentwürfe sind dem Reichswirtschasts- rat zur Begutachtung vorzulegen. Dieser kann solche Gesetze selbst beim ReickBtage beantragen. Seine Vertreter können an den ReiclsstagsVerhand­lungen darüber teilnehmen.

Die Abg>g. Haußmann imb Gen. (Dem.) beantragen, daß die Reichsvegierung, auch wenn fie einem vom Reick-sWirtschastsrat beantragten «tzesetzesantrag nicht zustimmt, sie ihn ttotzdem unter Darlegung ihres Standpunktes beim Reichs- mg cinjubringen habe.

Ein Antrag S chneider (Sachfen)-H au ß- wann (Dem) will neben den BetriebSarbeiter- läten ausdrücklich auch die Angestelltenräte ange- sührt sehen.

Abg. Teliirs (Dem.) beantragt, daß nicht ur die wichtigsten Berufsgruppen, sondern alle l 'ichtigen Berii sgruppen in dem Reichswirtschafts- rat vertreten sein sollen.

Die Abgg. Arnstadt u. Gen. (deutsch-natl.) b-antragen an Stelle des Entwurfes die Errich- li'ng eines nach Berufsständen gegliederten Reichs

' i'irtschaftsrates als öffentliche RechtSvertretung lls gesamten Wirtscl-astslebens, dec griinbfegcnbc so,ialpolitiscl)e unb Wirtschastspolittsche Ofesetzent- hiirfc yn begutachten hat und solche selbständig fr im Reichstag beanttagen tonn.

Die Unabhängigen beanttagen die Wahl von

Sie urteilen hart," sagte Sven mit zu- femmengebissenen Zähnen.Wie aber, wenn nun roch rin anderes Wesen an dieser Pflicht zugrunde lebt?"

Sie meinen Ihre Braut?"

Eine qualvolle, herzerschütternde Angst bebte i Ragnas Worten, so daß Graf Sven sie einen Moment vetttönonislos ansah.

Sie ist eine äußerst zarte, sensible 9totur," igte er langsam.Wer weiß, ob sie beit Stür- :eit einer Ehe, wie ich sie nach den heutigen 'rlebniifeit bieten kann, gewachsen ist?"

Ihre Braut liebt Sie doch?" Atemlos fast ttttmoll die Frage Ragnas Munde.

Natürlich," sagte Sven wie mit einem halben fächeln.So junge, halbwüchsige Dinger lieben fmmer, uno zwar immer den, der ihnen gerade in den Weg tritt."

Kennen Sie denn Ihre Braut so genau, um »n wissen, daß sie eben auch nur ist, wie alle icnibent?"

Sven zuckte die Achseln.Ich nahm sie, weil m rein uno schön war, weil ich sie iwch un­berührt glaubte von dem erbärmlichen Getriebe fee Alltagsmenscheu. Ich dachte auch nicht daran, Ife zu verlassen, als ich Sie heute sah und in Seiten mein Ideal erkannte, nein, ich hatte nur «g Bestreben, Ihnen zu beichten. Ihnen zu sagen, veücktc Stürnre Sie in meiner Brust entfesselt, in® daß ich Sie lange gekannt unb Ihr Bild in h:inem Herzen gehegt habe. Wie sie aber so an »inner Seite hier mit mir zur leuchtenden Höhe

Thlbto

01OM