Einzelbild herunterladen

Nr. 299 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Montag, 22. Dezember 1919

ist ja eine Affenhitze. Wer soll denn dabei schla­fen?"

,Lch," gab Estrid ruhig zur Antwort,mir tft nicht wohl, ich will zu Bett gehen. Was du mir zu sagen hast, hat biS morgen Zeit."

Da irrst du gewaltig. Gleich soll eS gesagt sein."

Du siehst doch, daß ich gar nicht mehr an» gezogen brn."

Dreh dir daS Lxmr zusammen. Im Pesel wird dich kein anderer sehen, als ich, und mich soll dein NachLgewand nicht weiter stören."

Du bist rücksichtslos, Peter, ich muß mich schonen."

Sie sah mit einem leisen, träumerischen Lä­cheln zu ihm auf. von dem sie wußte, daß es chn sonst blind und toll gemacht. Aber heute ver­fing ss nicht.

Ich habe mit dir zu reden, und zwar so­gleich," sagte er rücksichtÄos.Komm!"

Und wie vorhin Sölve, so folgte Estrü» ihrem Manne, nachdem sie sich das Harr notdürftig zu­sammengewunden, stumm in den Pesel.

Da scannte traulich die Lampe und der Tee­kessel summte. D:e fürsorgliche AkB? hatte woh! geglaubt, d:e Männer würden noch am Abend ein Glas Punsch oder Tee nehmen.

Mit einem Ruck erlöschte Peter die Flamnte.

Syute zog er selbst den Borhang vor dv breite Fensterreihe. Kein Blick von draußen sollt- erfpäljcn, was hier geschah.

(Fortsetzung folgt.)

Fortsetzung 13.

(Nachdruck verboten.)

Hof, den

wollte sich würde Vv* läge, und»

gcwart Ferks, wir beide, du und ich wir sind uns tief verioandt."

Manne.

Nein, er ging hrnauS in den Ställen zu.

Die junge Frau atmete aus. Sie niederlegen. Wenn Peter dann kam.

Langsam löste sie ihr seidenweiches Mond- Haar Wie ein Mantel umwallte es ihre hohe Ge­stalt. Da dröhnte schon Peters wuchtiger Schritt durch den Flur und in demselben Augenblick stand er schon in der Stube.

Prachtvoll riß er die Fenster aus.

Lomm mit in den Pesel," gebot er, ^ier

tun, als ob sie im tiefsten Schlat wenn er fragte, würde sie schweigen.

Geegespenster.

Roman von AnnyWothe.

Aeerfarisdics Copyright 1918 by Anny Wothe-Mahn, Leipzig

Estrid war in wilder Hast aus dem Kvanken- gemach die Trepp chinabgestürmt in ihre Schlaf­stube. Dort vergrub sie zuerst in maßloser Angst ihren Kops tief in die hochaufgetürmten Berten der Butze, mit den lichtblauen, geblümten Kattun- gardinen. Wie ein furchtsames Kind, wogte sie 'mim aufzusehen.

In dem großen, blauen Kachelofen mit der breiten Ofenbank knisterten Helle Fammen. Akstr hatte geheizt, weildie Frau" immer fror und des Nachts wenig schlaren tonnte, trotzdem es noch kaum Zeit war, die Stuben zu wärmen.

Angstvoll horchte Estrid auf joden Laut. Jetzt wurde es st ll da oben in der Giebelstube. Nur der schwere Tritt Peter Son Bend stopfte die Tvwp' herab.

Esttvb fieberte. Ob er wohl zu ihr kam? Zum ersten Mal fürchtete sie sich vor ihrem

Fürsorge auch auf diesem Gebiet, insbesondere in den ländlichen Bezirken. Diese Vereinheit­lichung wurde durch die Bildung einer Arbeits- aemeinschast zwischen der Laudesversicherunasan-i statt und der Zentrale für Mutter- und Säug- lingssilrsorge in der Verwaltung sowohl in der Ausführung der Einzelarbeit in einer Weise ge­löst, wie sie heute in keinem dec anderen Staaten vorliegt. Durch die enge Zusammenarbeit der beiden Stellen ist eS gelungen, in den letzten Jahren Hunderte von Kindern im Alter von 414 Jahren in Heilstätten zu versenden. Die Tätigkeit der Kreissürsorgerin auf dem Lande macht erst die Sozialversicherung in ihren letzten Auswirkmigen fruchtbar, und andererseits sind die Schwestern in ganz anderer W.rse durch den Rückhalt an der Landes Versicherungsanstalt in ihren Bestrebungen gestützt. Durch dielen so er­weiterten Ausgabenkreis hat sich die Unentbehr« lichkeit der Kreissürsorgerin in den letzten Jahren in doppeltem Maße erwiesen. Mit ihm aber zugleich wuchs auch das den Schwestern entgegen­gebrachte Vertrauen. Hinzu trat iveitgesendeS Verständnis und Entgegenkommen vieler Verwal­tungsbehörden für bie sozialhygienische Arbeit ohne das ein dauernder praktischer Eriolg kaum mög­lich ist. Wie stark vor allem auch die Regierung die erfolgreiche Arbeit der Zentrale zu werten weiß, zeigt, daß der im letzten Jahr bewilligte Zuschuß ente Höbe von 125 090 Mk. erreicht bat Die ungeheure Schiväclmng der gesamten Bolls- kraft, die sich oieljach erst heute bemerkbar wachenden Folgen der Hungerblockade a: Bannt und als erstes zu ihrer Hebu ig und Ausheilung grob-* zügig eingegrisfen zu haben, das wird dem Heinen Freistaate Hecken zum Ruhme gereichen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 22. Dezember 1919.

Mutter- und SäuglingSsürsorge in Hessen.

In einer der letzten Zusammenstellungen des statistischen Reichsamts zeigt unter allen deutschen Staaten Hessen mit 9,3 Proz. die bei weitem niedrigste Säuglingssterblichkeit. In allen an­deren Staaten steigt sie zum Teil weiter über 10 Prvz., m Bayern bis zu 17,5 Proz., im Reich auf 15,4 Proz. Ein Bild der oielfeitig verzweigten tief eingreifenden fürsorgerischen Kleinarbeit und der großen gelMid)cn Mittel, die sich diese für die Kriegsjahre außerordentlich günstige Zahl in Hessen erkämpft bauen, darüber wird der demnächst erscheinende Kriegs-Jahres­bericht der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge ein anschauliches Bild geben. .

Eine hohe Säuglingssterblichkeit ist nicht ein Blitz, der in den Wald fahrt und hier und dott einen einzelnen Baum vernichtet, sondern sie gleicht einem Orkan, der durch den Wald fahrend viele Bäume entwurzelt, viele dauernd im Wachstum schädigt, bei vielen Aeste und Krone veknichtet. 15 Proz. gestorbener Säuglinge, das bedeutet bunberte von Kindern, die körperlich und geistig nie zu ganz vo'l leistungsfähigen Menschen licramvachsen werden, es bedeutet künstliche und falsche Ernährung der Säuglinge, Skrofulose und Rachitis der Kleinkinder, Tuberkulose der Schulkinder und Jugendlichen. Die einzelne Zahl gibt eine Ahnung von der furchtbaren Wirkung des Krieges aus unsere gesamte Bolksgesundl)eit, einer Wirkung, die durch die ungeheuren Menschen­verluste und den gleichzeitigen Geburtenrückgang von größter Bedeutung für die Zukunft Deutsch­lands werden können.

Die Zentrale für Mutter- und Säuglings- fürforge in Hefen hatte schon vor dem Krieg das organisatorisclte Problem: die Frage der einheit- lichen Zusammenfassung aller Kräfte aus ihrem Spezialgebiete gelöst, eine unheilvolle Zersplitte­rung verhindert und damit einen gewaltigen Vor­sprung vor den anderen Ländern geroonncn, die viel später, teilweise erst jetzt mit einer Zentrali­sation auf sozialhygienischem Gebiete beginnen Die größte Förderung für die rasche und staike Entwicklung der Arbeit der Zentrale bedeutet selbst­verständlich der seit 1916 von der ^Regierung und Volksvertretung bewilligte Staatszusckmß von 40 000 Mark, und die durch Bundesratsverord- nung vom 3. Dezember 1914 erlassenen Bestim­mungen der Reichswochenhllfe.

Die Zahl der Kreisfürsorgerinnen, auf deren Schultern die gesamte FürsorgearbeU int einzelnen liegt, beträgt heute 36 gegen 18 int Jahre 1914. Mit der Verkleinerung der Be­zirke der einzelnen Schwester konnte naturgemäß eine erheblich intensivere Fürsorge einsetzen: die Mütterberatungsstellen stiegen von 40 aus 100, die Zahl der hier regelmäßig vorge­stellten Kinder roucfr? auf rund 5000. Die Zahl der durch die Schwestern gemachten Hausbesuche von 16 732 vor dem Krieg aus 33 884. In vielen der Beratungsstunden, die ursprünglich nut für Säuglinge gedacht waren, werden nunmehr auch Kleinkinder, deren Entwicklung durch die schlechten Lebensbedingungen der Kriegszei:en ungeheuer ge­litten (>at, vorgestellt und eriorderlichenlalls durch Abgabe von Zusatzlebensmitteln unterstützt.

Um die Belehrung in den Beratungsstunden, die praktischen Winke und Ratschläge der Schwe­stern bei ihren Hausbesuchen noch zu erweitern und zu vertiefen, hält die Zentrale sortlau ende Kurse und Einzelverträge durch ihre Wander- lehrerinnen in allen Städten und größeren Ge­

meinte sie:Vergeßt, was ich Törichtes gesagt, und jetzt schickt mir die alte Akte, bis Ihr wieder- kehrt. Ich >veiß nicht, ob ich allein mit dem Kranken fertig werde. Seid bedankt für Eure Bereitwilligkeit für diesen Unglücklichem

Sie reichte iimt beide Hande, und Bent Ban­ken zog diese schmalen und doch so kräftigen Müdchmhände an seine Lippen.

Eine Mutwelle schoß Ober Sölves Gesicht. Ihr hatte noch niemand die Hand geküßt. Es wir nicht Sitte auf der Insel. Sie hatte aber schon davon gehört und gelesen, und der Kapitän, der nxit herumgekommeii in der Welt und so viele fdione Firmen gesehen hatte, der wußte gewiß, was sich schickt.

Tarn t beruhigte Sölve ihren rasenden Herz- schlag, und Bent Bonken ging mit einem weichen Blick am das holde Geschöpf aus dem Zimmer.

Sölve trat nach einem herzlichen B ick auf den Kranken zum Fenster. D.e Nacht hatte sich tref herniedergesenkt, eine weich'., milde Herbst» nacht Sie sah hinüber nach dem stellmsteigenden rötlichen Stift, und nicht well davon.war es Trug oder Wirllichkeit das Wrack eines ge­strandeten Schiffes gespenstisch vacen Der weiße Sand bcr Dünen leuchtete tm Sternen schein. Weit­hin über Meere und Lande aber ftrafylte das Fnrer des Leuchtturms wie ein großer, flammender Weihnoclstsstern.

Mit bidvoll sinnendem AuÄ>nick blukte Solde in fein mächtiges Lichtauge, das ihr mild ttöstend entgegenstrahlte.

Still trat sie dann zu dem Kranken, und ihr blondes Haupt tief zu ihm hernitt-rbeugend, flü­sterte sie:

Nun muß auch ich durch LcLeu gehen, Jn-

meinben ab.

Zur planmäßigen Bekämpfung der unheim­lich um sich greifenden Rachi tis, die in vielen Fällen zu frühen und lebenslänglichem Krüppel- tum führt, hat die Zentrale in Ergänzung der an manchen Orten getroffenen Solbadoemrich- hmgen Kl e i n ki n de r san a to rie n errichtet, in denen durch ensonne, Bäder, Mas age, Liege­kur und sorgsamste Pflege die Deinen Patienten geheilt werden. . .

Die verlierenden Wirkungen des Krieges auf die Zunahme der Tuberkulose und Ge­schlechtskrankheiten unter der «samten Bevölkerung und die Rückwirkung dieser Zunahme auf den Gesundheitszustand der Heranwachsenden Generation drängte nach Vereinhelllichung der

Wir werden versuchen, ihn zu bernhrqm und ihm sagen, daß alles zur Fahrt ^erüstetist Vielleicht gebt 3^f Jirnunb gebt bte nahgat Weisungen, damit alles bereit ist, wenn der ^ior- aen tagt. Es ist jetzt doch zu spat getvorden, inn noch die Nachtfahrt zu wagen.'

Der Kapitän sah das junge, blonde Menschen- kind, das mit zarter Hand die Kufen des Bc- wußtlosen glatt strich und dann eine erfrischende Limonade bereitete, um damit die fieber hei stell Lippen des Kranken zu netzen, forschend an.

Was treibt Euch, Sölve, dem Manne nicht nur wohl zu hm, sondern bis über die Grenzen des Möglichen für ihn zu sorgen Ist es bl ost Mitleid o.-er" Bents Stimme stockteviel­leicht gar Liebe?" t

Sölve hielt dem forschenden Blick des See­manns ruhig staiid, bann satt sie, sich IW am das rotgoldene Haargewoge von der weißen Stirn ^^^Vstlleicht ist es Schuld, Bent Bonken."

'.Nein," rief Bent aufspringend, dein Mad­ien'innig in die tiefblauen Augen blickend.Wer aus folcben Augen schaut, wie Ihr, der trägt teine Schuld im ___

Ost drückt uns die Schuld anderer doppelt schwer" kam es fast wider Willen von Sölves firmiert, aber als sie sah, daß Bent aufhorchte jtnbeine dunkle Glut über Kin Antlitz lief.

Balser iStellv.LvvS und Urstadt) von den Demokraten, Lenhart und Schorn (Stellv. Frau Hatte mar und Knoll) vom Zentrum. Dingeldey (Frau B iera u» von der M-urschen Dollspartei und Diehl (Dr. Dehlinger) von der Hessischen Volkspartei.

Ter Ausschuß wird sich noch heute vonstt- tuieren.

Eine Vorstellung des Ersten Marnzer Fußballvereins trnr Beihilfe $ur Bes ch af- fung eines Spvrtplatzes wird der Folge­rungen fpCb.-r abgelckhnt Der Präsident des Landesbildungsamtes Dr. Strecker wüst daraus hin, daß die R gierung nur Landesvr- länden, > icht loBaien Ver inen Zuichü se gnväyron kann. Tll Sportvereine haben eine selche noch nicht gefefatfien.

Die Vorstellung eines früheren Wärters W. der Pflcgeanstalt Goddelau wird abgelehnt. Die Vorstellung der Registratoren an den hessischen Amtsgerichten über Regelung ihrer Gehaltsverhältnisse wird für erledigt erklärt. Ein dringlicher Antrag Roß (öOi.), die Höchstpreise für fR üben in ein richtiges Verhältnis zu den Kartoffeln zu fetzen, wird vom Antragsteller begründet und zur Annahme emp­fohlen ; er wird aber ohne Debatte nach den Vor­schlägen des Ausschusses gegen die Stimme des Antragstellers für erledigt erklärt. Eine Vor­stellung einer Witwe H. in L i ch bett. F e l d - bercinigung wird an den Ausschuß zurück­verwiesen. Der Antrag Hofmann u. Gen., Uebcrlaifung von Oelsrucht an die Selbst­versorger, wird für erledigt erklärt, ebenso eine Vorstellung von Landwirten aus dem Kreis Heppenheim, Protest gegen den Acht­stundentag in der Landwirtschaft: eaenfo eine Vor­stellung des Oberbürgermeisters der Stadt Darm­stadt betr. Fleischpreisc: dcsgl. eine Vor­stellung des Webermeisters F. in Altenbu r g (Kreis Alsfeld) betr. Unterstützung; ebeme ein bringlidycr Antrag der Abg. Schreiber u. Gen. (Dem.), die D ie n st a nwe i f u n g der

Gerichtsvollzieher, Räumung von Woh­nungen betr. .

Eine Vorstellung des Hauvtlehrers M. an bei

Kunstgewerbeschule Mainz wird der Re­gierung als Material für die Neuregelung der Gel-altsordnung überwiesen.

Ein Antrag Häufer u. Gon. (Soz.), d,e Reform des Küappschaitswesens betrecenb, wird von dem Antragsteller begründet und mit einigen vom Ausschuß vorgefchlagelien Aenderungen an­genommen. , A, ,. rT

Eine Vorstellung des Karl Appell II zu Ulrichstein, Freigabe von Benzol für einen äußerst wichtigen A u t o p o st - betrieb, wird vom Abg. Fenchel iS) x>.) tm Im ter esse der Verkehrsverlwttnisse im Vogels­berg warm befürwortet. Das Haus ersucht die Regierung, eilten Freigabeschein aud;uite.len

Ein Antrag Delp u. Gen. (Soz.), Ein- führung des Achtstundentages, wird durch die Maßnahmen der Regierung für erledigt erklärt Abg. Rechtien (Soz.) erklärt bet dieser Gelegenheit, daß die Vorwürfe über die Arbeitsunlust der Arbeiter unbcrcdrtigtjeien.

Die Vorstellung der Frau K. in Michelau und Vorstellung des I. E. zuWa ldm ' che l b a ch werden für erledigt erflärt _ ....

Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Präsi­dent Adelung schließt um 12V? Uhr die Sitzung und vertagt das Haus bis Ende Februar.

Der Präsident wünscht dem Hanse gute Feier­tage. Mögen wir beim nächsten Zusammentritt uns im langersehnten Zustand des Friedens be­finden und unsere Kriegsgefangenen wieder unter uns sehen, denen wir beute unfern herzlichsten Gruß entbieten wollen. (Beifall.)

unerhörten, groß angelegten Schwindel mit gefälschten und offenbar eingeschmugKlten Zahlkarten auf die Spur gekommen. Wie ver­lautet, beläuft sich der Gesamtbetrag, auf welchen sich die gefälschten Zählkarten be­ziffern, auf etwa 1 Million 111000 Mark.

verfassunggebende volkrlammer der Srdftaates Hessen.

49. Sitzung vom 19. Dez.

Auf der Tagesordnung stehl als erster Punkt die Anfrage des Abg. Reiber (Dem.) Über die

Schulgesrtznooclle.

Staatspräsident Ulrich bittet die Schulfrage einem Sonderausschuß zu überwei.en. Abg. Reiber (Dem.) ig tximi: cinDcr.ianben und wünscht nur die baldige Vorlage des neuen Schul­gesetzes. Abg. Urftabt iTem.) schlägt die Wahl eines Sonderausschu ses nach der Pause vor. Säm.liche Fraktionen taten ihre Zustimmung erklären.

Eine Reihe vvn Vorstellungen dieser Frage wird der Regierung als Material übcwie;en und in dem neu zu wählenden Schulausschuß zu be­handeln sein.

Einer Vorstellung des Verbandes Hess. Frauenvereine in Offenbach u.n gleiche Ausbildung für Mädchen und Knaben wird der fRcgi amy übcrroie.en mit dem Wunsche, ihr nach Möglichen statt-ugeben. Eine weitere Vorstellung desselben Verbandes betr. Zu­lassung der Lehrerinnen zur Leitung von Madchen- schulm, Venoeifung der Oberlehierinncn an den Seminarien, Zulas jung von Knabenschuttm, sowie Aufhebung des Eheveichvtes für Lehrerinnen wer­den durch die Erklärungen der Regierung für er­ledigt erklärt. Eine Vorstellung des Landes- lehrerinnenvereins und des Vereins t.ch- nischer Lehrerinnen betr. P flichtsortbll «ungsschule wirb der Regierung als Materüll überwiesen Eine Vorstellung der Verelliigung der Kriegs- feminariften betr. eine einmal ge Staats- unter ft Übung wird durch bir; Er'.lärung dr Regierung für erlciigt erklärt, ebenso eine Vor­stellung des Verbands Hess. F r a u e n b c r e i n e in Offenbach betr. weibliche Leitung der Fortbildungsschule für ML chen

Ein Antrag Delp und Gen. be;r. Erfassung und Verteilung der Lebensmittel wird durch die Maßnahmen der Regierung für erledigt erklärt. Einem Antrag Tclo und Gen. auf Verbot des Kuchenbackens wird zugestimmt. Eine 23vrfjellung des Reichsbundes der Kriegs be schädigten Bez. He.sen um Le - bensmittelzulagen für schwer beschä­dig t e und lungenleidende Kriegsbe­schädigte wird bei der Regierung befünaortet.

Bei der Vorstellung der Handelskammer zu A l t o n a bett. A us he b u n g de r Zwangs­wirtschaft und einer Vorstellung einer Bauernversammlung lli Biblis im gli­chen Betreff entfesselt Abg. Hofmann (Ztt.) eine Kartoffeldebatte. Er beklagt sich über die ganz falldien Ernt.Einschätzungen, die Befchlagnahme von Saatgut uiro. Auch Abg. Fenchel erhebt ähn­liche Beschwerden. Abg Schulte (Soz.) fatbert (sehr erregt) tm Jntereise des Standpunkts bcr Verbraucher die Deibelialtung der Zwangs- wirtsdvst und weist auf die Kartoffelnot m Worms hin. Er zieht sich eine Rüge des Prüf identen zu, als er dem Abg Dorsch Hetze vorwirst. Abg. Dorsch (H. V.) weist auf den Mißbrauch der Be- ?ugssdstine durch sozialdemokratische Landbürger- meister hin. Abg. Urstadt (Dem.): Auch die Gescl-äftsleitte leiten unter bcr Zwangswirt scha st. Wir wissen ja, wie die Freigabe des Leders ausge­fallen ist. Abg. Dr. D e h l i n g e r (H. B.) wirst den Arbeitern vor, dadurch, daß sie tehw Kohlen und lein Kali pvoduM-rmi, an der Hungersnot schuldig »u sein. Vlbg Schulte (Ztr.) zieht sich bei erneuten Angriffen auf den Abg. Dorsch (Dem.) eine neue Rüge zu. Es kommt zu schatten Kufen und Gkgfnnifen von beiden Seiten. Tie Linke und die Lußersde Rechte werfen sich gcgxmfeitig ihren , Ton" in- imd aut>TlxiIb des Hauses vor. Abg. Fenchel (H.B.) stell: feft, daß neulich mit den Vertretern brr Gemerkichaf.en eine ganz sachliche Aus iiuinb.-retntng möalich gcwe eii sei, nur hier im Hause würden die Vertreter der Landwlltsclxtst von der Linken stets in schärfster Weise angegrificn. Tie beixn Vorstellungen werden für erledigt E^Der Antrag Fenchel und Gen. bett. Er­höhung Ixt Schla chl vieh^ und Milch- p reise wird für erledigt erklärt, cbcnio eine Vvrsstllung des Reichsbundes fitt Krtegs- be schädigten tBetz. Hessen) bte Krtegsbe- schädigten- und H in te r bl ie bene n r-

Es ttllt eine Panse ehr, in der über die Zusam- mertfetnmg des Sonderausschusses füi die Schul­novelle beraten wird.

Nach der Pause wird der

SonderauSschüß für dir Schulnovtllc «wählt. Er setzt sich zusammen aus den Abgg- Engelmann, Kaul und Rechtten (Stellv. Delp, Fran Rauck und Vetters) von der foialbenw kratischen ^trtei, Reiber und Frau

" Tie Zahl der Referendare bei den Justitzbehördcn hatte ihren Höhepunkt im Jahre 1910 erreicht. Sie betrug damals <701. Seutem vsli iie fuäatD.g zurücktz' gingm, iu5<<lonberc wählend des Krieges. Ader auch die sdcuUliche Umwälzung hit einen weiteren Rückgang g-bracht. Am 1. Äug. 1918 waren noch 5492 Referendare vorhanden, am 1. August d. I. aber nur noch 5075. Die Ab­nahme seit der Umwälzung ist noch größer als während des Ktt.ge^s. Tie meisten Referendave ro^rcen nach wi. vor cm Bezirk des Kammergerichts mit 1191 beichähigt. Es folgen der Beztrk des OberlaniX'sgettuhts Köln mit 5-5 Restrendaren, donn b.t veN Breslau {mit 4199, Lamm M urn- bürg 420, Gelte 328, Tüssetiurf 320, Frank­furt a. M. 258, Königsberg 223, Stettin 181, Pvsen 1.6, Kiel 163, M.sel 151, Marrenwerler 125. Don den Referendaren stammen aus Au!>.ll 27, aus Schtvarzl'urg-Svmx'rslxmsen 4, aus Braunschwttg, Schwarzburg-Rudol,Ldt und Sach- fen-Meimar je 1.

** Von der Straßenbahn. ES sind in letzter Zeit wiederholt gefälschteZah» marken eingeworsen worden. Die Persön­lichkeiten find festgest-ellt und Strafantrag wegen Betrug und Fälschung gestellt, so daß sie sttengswr Besttafung entgegenfehen. Weiterhin sind in letzter Zeit wiederholt Per­sonen gemäß 8 7 der Schutzbestimnrnngen mit 3 Mark Strafe belegt worden, well sie ernt Marktplatz angaben, um g e st iegen zu sein, ohne daß es der Fall war. Das Umsteigen am Marktplatz ist nur dann gestattet, nxnm ein Fahrgast von einem Wagen sofort sich zum anberen Wagen begibt. Kann er wegen lieber« füllung des Wagetts nicht sofort nritfalyren, so l)ot er nicht das Recht, mit dem nachst« solgenden Wagen zu fahren, ohne zu zahlen. Tie mißbräuchliche Benutzung von Monatskarten hat nicht nur deren Entziehung, sondern auch die Besttafung ge­mäß § 7 der Schntzdestimmungen für die Sttaßenbahn ptr Folge, wenn nickt Anzeige rvegen Bettugs erfolgt. Ebetrso sind Monats­karten ohne Lichtbild ungültig. Alle lieber- schreitungen werden von nun an unweigerlich zur Anzeige gebracht werden.

** Freigabe von Betriebsstoff. Die Gewerbeinspektion Darmstadt, Hauptver­teilungsstelle von Betriebsstoff für Berkehrs- zwecke, macht die he'ssischen bezugsberechtigten KrafN'ahrzeugbefcher darauf ausm.rksam, daß die Anträge zur Freigabe von Bettiebssloff für den Monat Januar bis spätestens 25. ds. Mts. bei der Hauptperteilungsstelle einge­reicht sein müssen, andernfalls Berzögerun- gen in der Lieferung usw. entstehen. Auf die Vorschriften der Rücfseite von Formular B inad)en wir aufmerksam. Es liegt im eigensten Interesse des Antragstellers und einer be-

rm Darmstadt, 19. Dez. Die Hessische Volkskammer überwies in ihrer heutigen Schlus'sitztmg eine Anfrage des Abg. Reiber bett, die Schulgesetznovelle, sowie eine ganze Reil?e von Vorstellungen, bett. Schul- und Kirchen- frogen aus Empfehlung des MiiliUerprastdenten Ulrich an einen Sonderausschuß, der die Beratung dieser nnchtigen Fragen alsoald vor­nehmen soll Tamit wutte bte für den Schluß des Landtags in Aussickst stel-ende KMtitsoelxn.e abgeschnitten und der Schluß des Landtags unter Erledigung aller übrigen ©egavänbe ettnoglrchl. Der Zusammentritt der Kammer durste voraussichtlich erst wieder Ende Februar oder An­fang März nächsten Jahres cnolgcn.

flus dem besetzten Gebiet.

Mill ionen schwindel

beim Postsckxckamt Karlsnchr.

Wie dieNeue Bad. Laiweszeitung^' be- richtet, ist man im Laufe der letzten Monate beim Postscheckamt in Karlsruhe crnem ganz