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169. Jahrgang

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geordneten Oberbürgermeisters Sche ide- mann, morin es heißt: Die Behauptung, daß Rosa

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Kricgsgcfangenen-Hcimkchr.

Berlin, 20. Dez. (WTB.) Die ReichSzcntral- stelle für Kriegs-- und Zivile,efangcne teilt mit: Der letzte HeimkehvertrauSport aus Aegypten ist am 19. Dezember mit dem DampftePylos" in Brunsbüttclöog em getroffen. Er bracht? 719 Mili­tärs und 28 Zivilgefungenc mit. In Wesel kamen am 18. Dezember 291 Männer und 3 Frauen an, die der DampferBenevents" aus Brasilien und Argentinien heimgebracht hatte. Ein Scbwerver- nundetentransport aus Frankreich, 42 Offiziere, 214 Mannschaften und 9 Ziv. listen umfassend, hat am 19. Dezember in Konstanz heimatlichen Boden erreicht.

Vü5 Veihnachlzseft unserer Gefangenen.

In Apotheken und Drogerien erhältlich odi direkte, allein. Hersteller.

pbarmaz. Ges. Walter&Co.

Fnikttfi'! Kalseretr.»

nr. 299

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^^»ungnt Mtkhöheil, 9^ 22. De, be«®^äft5. gemalt. lte>|e wirb ig^ :Soientiona!, h« Dorftanb.

Aur dem Ueiche.

Eine Kundgebung gegen da» Betrieb»« rätegesetz.

Berlin, 21. Dez. (Priv.-Tel.) Der«ost. Ztg." zufolge fand gestern in Essen eine vom Kartell der freien Gewerkschaften Deanrftaltete Mafsenkundgebung gegen das Betriebs- rätegesetz in seiner jetzigen Fassung statt. An der Kundgebung beteiligten sich besonders die Un­abhängigen und Kommunisten, die die Herabsetzung des Wahlalters teilweise auf 14 Jahre und das Alleinbestimmungsrecht der Betriebsräte forderten.

Berlin, 21. Dez. (Wolff) Negierungspräsi­dent a. D. Wirklicher Geheimer O'.'erregicrungsrat F ö r st e r - Danzig wurde zum Reichs- undStaats- kommissar für das abzutretende Gebiet der freie» Stadt Danzig sowie für das an Polen absutre* tente Gebiet des Regierungsbezirks Danzig bestellt.

Die Verhaftung v. Kessels aufgehoben.

B e r l i n, 20. Dez. (WTB.) Der gegen Haupt- mann v. Kessel erlassene Haftbefehl ist gemäß § 179 der Militärstrasprozeßordnung aus gehoben worden, weil ein dringender 93er > dacht des Meineids nach den bisherigen Ermitt­lungen nicht bestehl. Andere Momente, die eine Untersuchungshaft rechtfertigen könnten, waren m dem Verfahren gegen Hauptmann v. Kesfel über­haupt niicht vorhanden.

Eine Erklärung Scheidemann».

Kassel, 21. Dez. (Wolfs.) Das Kasse­ler Volksblatt" enthält eine Erklärung des Ab-

ich eine Prämie auf die Ermordung Luxemburgs und Karl Liebknecht- ausgesetzt hätte, kann nur dem Kopfe eines gehirnkranken Menschen entstammen.

Paris, 22. Dez. (WTB.) Anläßlich Weihnacht sjestes hat die deutsche Regierung der franzöiisä^n um die Erlaubnis nachgrsucht, trf$ protestantische und kath li che Feldgeist­liche die deutschen Gefangenenlager ut Frankreich besuchen dürfen. Tie französische Regierung hat diesem Gesuch entsprochen.

Preis für \ mm höhe für An,eioen o.34mm breite Örth ti 15 Bf, auOiDäitl 18 Pf., für Reklamen von 70 mm freue 48Pf. nebfl 20/, Teueru"gS- gufdilag. Bei Platz- porichriii20°, Austctstag, Hauvtlchrütleuer: Aug. (ßoeg. VerantivoNlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr- Renihoto Zenz; für den Anzeigenteil: H. Beck; fämilut) in Gießen.

Montag, 22. Dezember 1919 Annayme von Lazr.^ca f. die L agesnunnner Ute . zumNoctnninaq vorher.

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Aus der italienische» Kammer.

Rom, 22. Dez. (WTB.) Die Kammer ge­nehmigte mit 242 gegen 216 Stimmen die Tages­ordnung Miliani des Inhalts, daß die Kammer nach Anhörung der Regierungserklärungen den Plan betreffend die Budgetzwölftel annimmt, über den Ritti die Vertrauensfrage gestellt hat.

Die Not Mitteleuropas.

Berlin, 22. Dez. DemBcrl. Tagebl." wird auB Basel gemeldet, daß bte von dem ehe­maligen Leiter der alliierten HilfskomMission in Europa, Hoover, gemachten Vorschläge für die Ev» nährung der unter der Hungersnot leidenden Ge­biete Europas dahingehen, die grohen lleberschüsse an Weizen und Mehl unter ine Bevölkkrmrg Oesterreichs, Polens, Finnlands usw., ausgenom­men, Deutschland, zu verteilen. Er macht daraus aufmerksam, wenn nicht bald Hilfe käme, müßten an die 20 M illionen Menschen in Mittel­europa verhungern.

Hinrichtung von Terroristen.

Budapest, 21. Dez. (Wolfs.) Vierzehn zum Tode verurteilte Terroristen wurden heute im Hofe des Militärgefangenenhauses auf dem Margaretenring hingerichtet.

Eine Reise Lloyd Georges nach Pari».

Amsterdam, 21. Dez. (Wolfs.) WieTele- graas" aus London meldet, begibt sich Lloyd George am 30. Dezember nach Paris.

Irland.

London, 21. Dez. (WTB) Reuter. Sonar Law erklärte in einer Rede, die Regierung werde die Errichtung einer irischen Republik nicht dulden. Anschläge wie die auf Marschall French würden das britische Volk niemals dazu bewegen, Irland das Selbstbestimmungsrecht zu gewähren.

Amerika und der Friedensvertrag.

Washington, 21. Dez (WTB.) Die Kom­mission für auswärtige Angelegeiih.üen des Senats hat die Resolution des Senators Lknox, die den Friedenszustand mit Deutschland her­zustellen sucht, in abgeänberter Form angenommen. Zn der Resolution nird der Regierung bei dem Projekt der Errichtung einer internationalen Liga zur Aufrichtung des Friedens im großen und gan­zen Unterstützung zugesagt, ferner wird erklärt, daß Die Vereinigten Staaten fortsahren werden, in guten Bezielnmgen mit den Alliierten zu bleiben. Die demokratischen Mitglieb.r bekärnpf.n die Reso­lution, während die Republikaner hoffen, in ihr die Grundlage für eine Schlichtung des anläßlich der Besprechungen des Friedens Vertrages entstan­denen Konflikts zy finden.

Gesterreich; PoLnf.

Wien, 22. Dez. (WTB.) Das'Wiener Kvr- respondenzbureau teilt mit, baß das Interview, das der Staatskanzler in Paris mehreren ausländischen Journalisten gewälzt hatte, in der ilM von ber ,Lr erte" g.-gebenen Fas urg. in der es in Wien unb Deutschland bekannt geworben ist, Anlaß zu allerloub Erörterungen gegeben hat. Ter Staats Kanzler stellte am Samstag in der Na­tionalversammlung neuerlich fest, daß der Bericht­erstatter des Pariser Blattes seine Ausfülumaen in einem wichtigen Punkte nicht verstanden hat. Selbstverständlich ist es dem Staatslairzler nie eingefallen, den feinerheit von allen Parteien der Volksvertretung oestülofsenen Anschluß an Deutsch­land, auf dessen Verwirklichung Oesterreich unter

Berlin, 20. Dez. (WTB.) Die Rcichs- zentralstelle für Kriegs- und Zimlgefangene teilt mit: Tic Bemül-mgcn der Regierung, unsere Kriegsgefangenen in Frankreich durch Liebes­gaben des dauernden treuen Gedenkens der Hei­mat zu versichern, wurden seit Beginn der un­günstigen Wi terung noch gesteigert. Tie Kriegs- gctangenenajt.ilunß der beutidxm FriederrS etega- tion rührte mit Hilfe der dänischen Roten-Kreuz- Vertretung in Paris, die sich dadurch erneut große Verdienste um unsere Kriegsgefangenen erwarb, bereits erhebliche Mengen Winterllcidung, Wäsche, Schuhzeug, Tabakwaren unb Lebensmittel den deutschen Kriegsgefangenen zu. Wegen ber großen TrM'.spor'.schwi-rigbMvl, namen lich in der etc» maligen Ka mpjtzone.Witrden die Waren offne Rück­sicht auf bi? befonberS hohen Kosten durch Last­autos unmittelbar in die Lager abgerollt. Tie Versorgung der Sager des Hinterlandes wurde durch den deutschen Hilfsdienst in Bern mit äußer­ster Anspannung fortgesetzt. Wie immer, stellte sich das internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf auf deutsche Bitte in den dienst des Liebeswerks für unsere Kri gsgefangenen unb er- bi.lt für die Liebesgabenverteilung bis zum Ab- transvort der beut scheu Kriegsgefangenen von ber französischen Regierung ein besonderes Mandat. Für die Regierung galt es, nachdem bi? Hoffnung ä?s deutschen Vrlkes, die Kriegsgefangenen aus Frankreich zu Weil-nachten zu Hause zu haben, sich nicht erfüllte, ihnen in Verbindung imt der laufenden Für'orge das treue Gedenken der Heimat zum W.i'nich de ft auszud-.ten. Unter dem Pro­tektorat und ber Leitung von Delegierten des inter­na tonalen Roten Kvwi ees vvm Roten Kreuz vollen in > lesen Tagen aus der Schweiz besondere, zu diesem Zweck tufammengefeilte LastmiwLlon-

Sklavevei zu kennzeichnen und die rcotgebrinuum Zurückstellung einer in ber Bolksgeschichte heran- sfe Driften Idee als Ausdruck von poliriichen Gegen­sätzen unb Antipathen zwischen den Deutschen Lesterrcichs und jenen des deutschen Reiches er- sch.inen zu lassen. Ein Berliner Blatt glaubte im Zusammenhang mit ber Pariser Reffe ber öfter rxichischen Anordnung sogar die törichten Berichte von einem zwischen Oesterreich unb Frankreich ge- | planten Bündnis gegen Deutschland ernst nehmen zu dürfen, ob.chvn der ausgesprvchen!

Tret neue deutsche Noten.

Paris, 21. Dez. (WTB.) Die deutsche Mis­sion ber Friedenskonferenz hatdreiRoten über­reicht. Die erste Rote belxrnMt die Bestimmungen für Truppentransporte nach Inkrafttreten des Friebensverttages. Die zweite Note bemäntelt die Frage, die zu Beginn der gegenwärtigen Ber- IxmbluwTen zwischen den Sckj^ffahrtsfachrerstcm- digen anfgcworf.n wurde und die genaue Angaben hinsichtlich der deutschen leichten Kreuzer for­dert Die dritte Note besagt, daß die Nationalver- jammhntg das von den Deutsck>en unterschriebene Protokoll über die Unterdrückung des Artikels 61 ber Reichsverfassung über die Bereinigung Deutschösterreichs mit Deutschlaach ihrerseits ge­nehmigt hat.

Die Wiedergutmachung von Ccapa Flow.

Paris, 21. Dez. (WB.) Ter Oberste Rar behandelte gestern die Frage ber Wiedergut­machung für die b.0 Scapa Flow ver­senkten Schiffe. Tte Frage konnte nicht er­ledigt werden, da die englifäjen Delegierten noch Deine diesbezüglichen Weisungen aus London er» l-alten hatten. Die deutsch?n Schiffahrtssachver­ständigen übergaben dem Sekretariat ber Frie­denskonferenz die von ihnen wegen der leichten Kreuzer verlangten Auskünfte. Die deutsche Mill- tärvommission, die gestern in Paris eingetroffcn ist, unb die die Vorbereitung der Inkraftsetzung des Friedensvertrages zur Aufgabe l)at, mackste Angaben über die TvansportmSglichkerten der alliierten Truppen, die gemäß dem Friedensver­trag nach Oberschlesien geschickt werden sollen.

Die Auslieferung Wilhelm» II.

Brüssel, 21. Dez. (WTB.) Soir ver­nimmt aus pulet Quelle, daß Holland durch seinen Delegierten den Vertretern der Alliier­ten mitteilen ließ, daß es die Ausliefe­rung des ehemaligen deutschen Kaisers verweigern werde. Die holländische Regierung werde sich auf das Asylrecht stüt­zen und auch andere Gründe geltend machen.

ist. Ein Bild ber Einsicht, die gelegentlich bei den I Regierungsstellen beobachtet werben kann, gab eiie 9ivtiz, bie vor einigen Tagen offiziell verbreitet | wurde. Ta erklärte ein Mtiu^rt Es wird mir vor geworfen, baß ich Marknoten im Auslande Der- bzuse. Ich erkläre hiermit, daß ich niemals eine Marinote druckte. Es besteht al o die Verstellung, ixifj man deutsche Marttw len nn Ausbr.be nur verlausen kann, wenn man sie vorher fdbft druckte.

Die schwerste Gefahr von allen, die unsere Industrie bedrohen, ist die, daß wir in die Lage rommeit könnten, von unserer technischen Leistuugshöhe herabzufinken. Die Jahre des Krieges haben unsere wirtschaftliche Ausbildung nicht vertieft. Die Arbeit, die wir für Forschung, Entwicklung von Verfahren und Erfindungen zu leisten haben, ist schwerer aufzubringen, als zu irgendeiner früheren Zeit. Die Kosten wachsen ins Unerschwingliche. Um so mehr haben wir unsere ganze Aufmerksamkeit dahin zu richten, daß durck Anspannung aller Kräfte unser For- schungs- unb Wissenschaftswesen auf der Höhe bleibt, unsere Arbeitsmethoden uns erhalten blei­ben und die technische Fähigkeit unb Handfertig­keit unserer Beamten und Arbeiter uns nicht geraubt wird. Keine allgemeine Regelung des Wirtschaftslebens kam uns zur Hilfe. Die deutsche Industrie wird auf dem Wege der Selbst­hilfe ihre künftige Existenz schaffen müssen. Sie wird es mit denjenigen Mitteln zu tun haben, die ich^rwähnte. Es sind dies die fortschreitende Konzentration und die Vereinfachung und Verwissenschaftlichung des Pro­dukt ions- und Vertriebsprozesfes.

Berlin, 20. Dez. (WTB.) Der Reichs­rat stimmte dem Gesetz über das Reichsnot­opfer, dem Gesetz über die Sozialisierung der Elektrizitätswirtschast und dem Unisatzsteuer- aesetz in der von der Nattonalversammluno beschlossenen Form zu.

Seneral-Anzefger für Gderheflen

SwiMngznlnddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u. Stcinörudcrei R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle itDruderd: 5chu!str. 7.

Berlin, 21. Dez. (Wolff ) DieDeutsche Allgemeine Zeitung", berVorivätts" und das Berliner Tageblatt" bringen Berichte über eine Unterredung des Reichskanzlers Bauer mit dem Berliner Vertreter des Budapester BlattesAz (£ft". Auf die Frage, ob in Deutschland wieder gearbeitet werbe und ob die Arbeitslust und der Arbeitsnnlle im Steigen seien, antwortete Bauer, daß 'Zeichen dafür, daß die Arbeitslust und der Arbeitswille sich im werttätigen deutschen Volke wieder eingestellt haben, immer häufiger zu beobach­ten seien. Auch die Bereitwilligkeit zur Akkorb- arbeit nehme zu. In ben Kohlenrevieren seien die Arbeitsleistungen und die Förbermigs- zahlen gestiegen. Es fehle freilich an Rohstoffen, die wir ans ben bisher deutschen Gebieten bezogen, an Erzen unb Kohlen, die uns zu immer schärferen Einschränkungen im Industriebetrieb zwin­gen. Die schweren inner Po l i t i schen Wir­ren der ersten Monate des Jahres 1919 seien Fiebererscheinungen gewesen. Aus bem Boden der Demokratie werde die polittsche urrd daran anschlie­ßend die wirtschaftlich? Gemndung Deutschlands sich vollziehen. Was die Frage ber Einigung der leiden s o z i a l be m o k r a ti s chen Richtun« gen betreffe, so sieht ber Reichskanzler, nachdem sich der Parteitag der USP. sich für eine Politik der Diktatur entschieden hab?, keine Möglickftcit mehr, wie eine Einigung erfolgen soll. Die Er­rungenschaften des ersten Jahres der deutschen Re­publik für die Arbeiter geigten aber, daß im neuen Deutschland die sozialistischen Ziele auf friedlichem, gesetzlichem Wege erreicht werben könnten.

Die wirtschaftliche Lage.

In ber letzten Generalversammlung ber D. E. G. hielt ber Prä ' ent Dr. Walther R a t h e n a u, einer ber hervorraaenbsten Kenner unseres Wirtsck>aftslebens, eine An­sprache, in ber er die wirtschaftliche Gesamt läge betrachtete. Obwohl Rotbenau einen eigenwilligen und manchmal einseitigen Standpunkt einnimmt, wirft seine Rede doch scharfe Lichter auf die augenblicklichen Ber> hältnisse unb bie Aussichten für bie nächste Zukunft.

Die entscheibenbe Wirkung des SlYteged ist i4c ber Gütervernichiung, de 5 Jahre an- gedaucrt hat und noch heute nicht boaibct ist. Tiefe Gütervernichtung, bte arö&ic ber Geschichte, erstreckt sich nicht! mir auf tie Gül er bes Verbrauchs, sondern auch auf die Pwbuktionsmittel und Ver­kehrsmittel unb auf alles ba3, was die Welt an sichtbaren Kapi alnxrten angeimnmeü hntte. Steben ber Güterveruichtung geh. die Verminderung der Arbeitskraft einher. In der Welt ist Überdies eine erschlaffende Wirttmg des Krieges eingetreten, die die Arbeitswilligkeit hemmt unb beit Arbeitseffekt verringert. Wir stehen also nicht nur vor einer gewaltigen 93cnntn£crung des Güter- bestanbes, des Besdairdes an Prvduk.iorts'mittcln unb vor einer außerordentlichen Verarmung der Bergwerke unb bes Bodens, sondern gberchzei'.ig vor einer erheblich verringerten Produttronssähig t Beit unserer Wirtschaft, unb dies in einem Augen­blick, wo die grvßeir Ausgaben der Welt­wirtschaft uiod) gar nid)t begonnen haben, die in bem Aufbau ber östlichen Gebiete und des zerrütteten Rußlands, der neu entstandenen Staa­ten unb vor allem der.zerstörten Gebiete von Bel­gien unb No r df rankreich bestehen. Schon heute, bevor diese Aufgaben an uns herangetreten sind, ist die Bilanz der 'GüterverlKltnisse ber Welt eine überaus bebenklich negative. Taraus ergibt sich das Prinzip, das an die mittelalterliche Wirtschaft erinnert, nämlich die Umkehr des Derhollnisses von Angebot unb Nachfrage unb die Umkehr unseres ganzen Handels- und Wir t scha stSver hältnisses.

Biele Jahrzehnte war die Produktion gezwun­gen, für ihre Güter A b f a tz zu schaffen . Die Pro- buhion mußte dem Konsum Nachläufen. Gegen­wärtig ist die Lage umgekehrt . Der Konsum muß aut Jahre der Probuktion nachlousen. Die GLterknappheit wird anhalten. Eberrso wie wir es auf dem Getffete der Lebensrnittel gewöhnt sind, wirb aut dem Gebiete der Verbrauckisg-üter und Droduktivnsmittel de Nachfrage das Angebot übersteigen. Man muß nickst glauben, baß dieser Zu staub ohne wffteres ibentifd) ist mit einer Hochkoniunktur. Eine Hochkonjunktur würde erforbent, baß der großen Nachfrage eine ent­sprechende Probuktionssäh igkeit gegen überstellt. Die ist nickst vorhandeir, unb so drückt sich ber Zustaub bes Wektbedarss nid mein? in ber Ansxawmmg aller Austragsbestäirde als in der tatsächlichen Lei­stung der Industrie aus.

Die Kvnseguenzen erstrecken sich aut zwei Richtungen. Auf der einen Seite ergibt sich die Tatsache, daß bie Schärfe der Ko n k u r re n z, wie wir sie bisher? gekannt haben, ihren Sinn verliert. Es hat ferner keinen Zweck, ungezählte Millionen mir für Zivecke bet gegenseitigen Konkurrenzierung auszugeben, unb es ^hat auch keinen Zweck, in bem Maße, Ivie wirs gewohnt waren, uns treiben zu lassen von jedem Wunsch, der von irgend einer bnfumirenben Stelle an uns gelangte. Im Gegen­teil, es entsteht für uns die Aufgabe, auf der einen Seite die Organisationsapparate zu vereinfachen |nti> auf der anderen Seite die Produktion zu typisieren unb dafür zu sorgen, daß die Zer­splitterung in unendliche Abstuftmgen der Typen unb Ausführungen sich mindert. Eine weitere Folge des Güter- und Produktionsmangels der Erde ist das dauernde Sinken des Geld wert e s, das nicht nur bei uns besteht bei uns freilich stärker als bei den anderen sondern in der ganzen Welt. Ich erwähne, daß wir täglich etwa zwei Millionen Mark in Kupsettverten verbrauchen, obgleich un­sere Produktion noch nicht dem Friedcnsstande gleichkommt. ,

Innerhalb der Gesamt ituation ift unsere deutscheLageboppeltfchwer. Schon vor Jahresrrist war vormiszusehen unb wurde vor- ausgesehen, daß unb warum sie zur Sltt.ti neigen muß-te Es waren Auffellnngen vorlanden L ei das Quantum von Rohstoffen, das unbedingt in ben nächsten Jahren nach Deutschland cinge ütjrt werden mußte Die Zahlen beliefen sich mit Hun­derte von Millionen des t>ama tgen Geldwertes. Tamals war ber Augenblick gekommen, um Matz- nahmen zu treffen, die es uns erntbgliditen, btefe enorme Einfuhr durchzuführen, ohne unseren Geldwert zu vernichten. Nichts der­gleichen ist geschehen. Es herrschte ber Ruf nach bem freien Handel. Diesem Rufe folgte Deutschland und feine Regierung. Heute stehen wir unter ber vollen Dikta dir des freien Handels. Das Ergebms ist bte V erf chleuderun g deutlcher Wa­ren ins Ausland und bas Sinken bes Gelbwertes auf et en Punkt, ben vor einem Jahre bte wenig­st«! für möglich gehalten haben.

Tie Ausg-aben, die zu lösen gewe'en wären, waren ttopixl'e. Es mußte auf ber einen Seite ein Ausgleich zwischen Verbrauch unb Produktion getunten werden. Dauernd verbraucht unser Land gewalUg vi.l, mehr als es mengt Es verbraucht »u Lasten seiner Zukunft fci.ier l)eruntergewirt- sckiafteteu Be.riebseinrich ungen und eines ollae- Minen Ausoer Kaufs. Tte zweite Aufgabe .txtr bie Verkehrsregulierung an unseren Gren­zen. Es würd'? ntchlc trorgenrmmen. Nock, immer, nach Jahressrist, stehen mffee Grenzen offen, cii Zustrntd, ber in einem zivilisierten Lande unerhört

unpolitische Eharakter dieser Reise von vornhereiitz llar war. Tie auswärtige Politik Oesterreichs Eaiai nad) dem Frieden von St Germain nur eine Völ­kerbunds Politik fein. In dieser Crientiei rung selbst liegt schon bie Ausschließung leglichce besondever Bündnispolffik. Daß Oeitemich ober irg.ttb eine österreichische DolkSpartei gegen die teutsche Republik eine seindseliac Haltung einnch« men sollte, ist eine geradezu abiurbe llnterstellung.

Wien, 22. Dez. (WB) Staatskanzler Ren« ner berichtete in der Nationalversammlung über das Ergebnis seiner Reift nach Paris, das poli­tisch ein voller Erfolg gewesen fei, in dem bie durch ben Krieg hervorgerusene Kluft durch die mündlichen Verhandlungen überbrückt worden fei. In materieller Hinsicht habe die Reise nur ben Anfang eines Erfolges gebracht, lieber Vorarlberg sagte ber Staatskanzler, daß ihm eine Note des Obersten Rates überreicht worben sei, bie bk terri­toriale Integrität Oesterreichs zusicheve. Diese Ent- schejdlmg fei von großer Bedeutung. Der Staats- kanzler machte sodann Mitteilunaeu über bte Ber- Ixnrblungen in ber Kohlen- und Waggonftage unb eriüäfmte die Erlaubnis zum Anlaut von 1200 Kohlenwagen in Frankreich, ferner bte Verl>and- lirugen über die finanziellen Fragen. Der Staats­kanzler betonte die Notwendigkeit ber Zufammen- fasfung aller Kräfte unb stellte test, baß die Rc- gi.nntg des volle Vertrauen ber Mädite habe. An die Ausführungen des StaalSkanzlcrs schloß sich eine kurze Debatte.

Die Sterblichkeit In Wien.

Wien, 20. Dez. (WTB.) Korr.-Dureau. Nach d,en statistifchen-Äusweisen sind in den ersten zehn Monaten 1919 in Wien 52016 mehr Todesfälle und 69 292 weniger Le­bendgeburten im Vergleiche zum letzten Frie- densjahre zu verzeichnen, so daß der Gesamt- Verlust 121308 beträgt.

Brones endet man

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