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Zweites Blatt
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Das Glück der andern.
Original-Noman m>n Erich Eben stein.
Copyright 1916 by Ordner S- Cotnp., Berlin W 30.
(Nachdruck p--' "N.) Fortsetzung 54.
ES dämmerte bereit« stark. Sa kannte Mag- mis Modestas Züge nickt mehr -lnürschetden, denn sie ging ganz zu.etzt, allem hinter der Mutter und Sitlijn, die Fräulein Mangold in di- Mitt, ge
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Die (Etats der Unwersilätsinftitute.
Unttt der Ueberschrift „Die Auslieferung der deutschen Wissenschaft an das Ausland" erläßt die Göttinger Hauptgeschästsslelle der Vertretung der deutschen Studentenschaft einen bemerkenswerten und wohlberechtigten Aufruf, in dem es heißt:
Eine schwere Zurückfctzimg der Wissenschaflln muß m der Tatsache erblickt werden, daß die Etats der Universitätsinstitute heute noch dieselbe Höhe haben, wie vor dem Kriege, also angesichts ves gegenwärtigen Geldwertes den Instituten letzt hochaerechnet der fünfte Teil von dem für Un^ terrichr und Forschung zur ^rfügung steht, was sie vor dem Kriege aufwenden tonnten. Keiner Bevölkerungsschicht, keiner erwerbstätigen Person nKiotwan beute eine wenigstens einigermaßen iliren M'dürinissen entbrechens« Ausbejserung ihrer Einnahmen zu versagen. Ungeheure Mittel werden für die Besserung der Lage des werktätigen Bolles vom Staate zur Verfügung gestellt. Nur dem Zti'denten würde damit nicht allein die Hilfe »erjagt, sondern seine Existenz würde durch di: Verweigerung von Geldmitteln für einen gesunden wisienschastlichen Betrieb aus das Schwerste b> droht. Eine derartige Handlungsweise der R> rucrunfl gegen den Studenten, dm sie in der Stunde der Not rief und ruft, würde vor keinem Forum Rechtfertigung finden.
Der militärischen Machtmittel beraubt, le- sitzt Teutschlatid nur noch zwei Waffen: die Industrie und die Wissenschaft. Klar hat man in Frankreich, England und Amerika erkannt, diß eine erfolgreiche Industrie ohne eine blühens.' Wisfenschatt nicht denkbar ist. Mit scharfen Augen haben unsere Gegner gesehen, ^daß die Ueb:c> ügenhett der deutschen Industrie auf dem Zn- lommenarl« ten zwiscl)en deut.cher Industrie und deutscher Wissenschaft beruht. Tatkräftig haben 1 te unsere Organisation bei sich durchgeführt und uns teilweise schon einen bedeutenden Vorsprung abgewonnen. Nicht um für die wissenschaftlich: Forschung gegenüber den anderen Gebieten des Ltcn-tslebens besondere Vorteile zu erlangen, weist die deutsche Studentenschaft auf diese Tatsachen Inn, sondern nur um auszuzeigen, wie unheilvoll fü' Deutschland die schwere Benachteiligung der Visienichast werden muß. Fortschritte in den Fa- lrikatimismethoden der Industrie werden nur durch lolche Männer errungen, die in wissenschaftlicher sdn-schungsorbeit in der Werkstatt eines bedm- t<nben Forschers geschult sind. Der deutschen Studentenschaft ist es dalser unverständlich, wie der Minister für Wisfenschast, Kunst und Volksbildung unter 1) 1 Nr. 2375 schreiben kann:
„Es ist mir nicht unbekannt, daß dre erhebliche Steigerung der Löhne, sowie der Preise fü: Kohlen, Elettrrzität, Gas und für alle sonstigen wirtscl-afttichen Bedürfnisse die Instituts- ctals vielfach derartig belastet hat, daß für die wissenselxiftlichen Aufgaben nur geringe oder gar leine Mittel übrig geblieben sind. Dennoch zwingt mich die Finanzlage des Staates, wiederholt mit allem Nachdruck darauf hinzuweisen, vag bie äußerste Sparsamkeit in der Berw.'n- dung der Institutsmittel unabweisliche Pflicht der Anstaltsleiter ist".
Das l-eißt, der Herr Minister weiß also, daß für wissenfchastliche Aufgaben jetzt nichts mehr von den Jnstitutsmitteln übrigbleibt, aber er kann cs nicht ändern: Deutschland muß sich wlssen- sckaftlich bankerott erllären, und die Universitäten sind von nun an lediglich als Lsshr- und nicht mehr als Forschungsanstalren zu betrachten. Um ein Beispiel anznführen, sei erwähnt, daß an der Universität Göttingen das physikalische und das clffnrische Institut vom Januar 1920 an für die letzten drei Monate des Rechnungsjahres 1919 über Geldmittel zur Aufrechterhaltung ihres B?- triebes nicht mehr verfügen, und daß. ihnen durch daS oben angeführte ©djreibeii des Herrn Ministers lebe Aussicht aus die Erlangung neuer Geldmittel genommen ist. Als Folge der Aus- poverung der deutschen Wissenschaft durch die Maß- nahmen der Regierung ergibt sich die Taff ach:, daß einige der int Kriege neutralen Staaten fortgesetzt versuchen, bedeutende Vertrete der deutschen Missenschaft unter Aufwendung großer Mittel für sich zu gewinnen. So droht z. B. Göttingen oer Verlust des Professors P. Deby, eines der be> kuterdsten Physiker der Gegenwart. P. Devise, der erst im 36. Lebensjahre steht, hat vom Jahr: 1907 bis in die Gegenwart auf den verschied m- sten Gebieten der Physik hervvrragmde Forsckfer- arteit geleistet. Seine größt: Tat ist die Erforschung der Struktur der Materie. Seme Ar- I eiten vermitteln uns Erkenntnisse, um btt moderne Physiker seit Jahrzehnten kämpfen. Es ist sicher, daß diese Arbeit von gewaltigem Etnslutz auf die Industrie sein muß, wenn fte fo wett g> fördert ist, daß ihre Methoden in die Laboratorien d>'r Industrie Eingang finden und aus der Schule Tckye's hervorgegangene Mysik-w sich .der m-
nummen hatten.
Zerstreut beantwortet.' er di: an ihn gertch- teten Fragen, G?m indemg.'.egmhettcn bettend, unb ärgerte sich nur, hier vorn: ftstgehalt-n zu ir-riDeit, während er andernfalls vtell-nckt Gelegm- fjett gefunden hätte, von Modesta eine Erklar.ing >u erzwingen. Denn dazu war er jetzt entschlossen.
Inzwischen hatte Fräulein Mangold die berühmten Rcttenegger Rosen im Borilb:rgehen bewundert und Evelyn sich ltebenswurdtg vrboten, ihr einige abzuftlsneidon.
Sie holte eine Gärtnerscher;, kehrte um und mar nach .ventgen Minuten so vertrest in ilM Tefttättigimo, M» He g'.n, cr^ockm
Uhr, als eine vor Ausrcgung raul/e Sttmme,Plötzlich neben ihr sagte: „Ah - da sind ^Sie ia'. 3 suchte Sie schon im ganzen Haus ...
Evelyn fuhr herum. Ta stand Fräulein . Debster vor ihr, atemlos, ohne Hut nur un h auskleid, das graue Haar imrr um b« Schlafen, 1 feine Spur von Farbe 1 n dem hageren Gesicht.
°drc stechenden Augen waren starr und haß- : rdfiltt aui 'Evelyn gerichtet, die msttnktiv angst- lj,h zurückivich vor dem flackernden ^.icht, das barm
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Vereine
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Samstag, 22. November (919
dustriellen Arbeit wünnen. Tas Ausland benutzt die erbärmliche materielle Lage der deutschen Wissenschaft zu dem Versuch, uns P. Debye zu en treu? m. Professor Delche hat einen Rus an das Poly- t-.chnikum yt Zürich erl-alten. Unb zwar erfolgte diese Berufung wenige Tage nach ersolgloien Ver- handluygen über die Göttinger Jnstitutsverhält- nisse zwischen Professor Debye unb dem Preußischen Ministerium für Wisienfchast, Kunst und Volksbildung. Ein Beweis für den guten Naä>- richtcndrenst der Eidgenossenschast und für ihre zähe Energie, die bedeutendsten Forscher unter Ausmitzung ihrer wirtsck)astlick)en Stärke zu ge- ttimteu. Nicht unbekannt dürfte ferner sein, daß Frankreich das Polytechnikum zu Zürich als seinen w'.sscnschaiilich-teckmllche:i Vorposten gegen Mitt 1- imb Osteuropa betrachtet. Zu diesen Vorgängen dar, d:e dcutsckfe Studentenschaft im Interesse des Vaterlandes nicht schiveigm. Deutschlands Studentenschaft verlangt unter voller Berücksichtigung der traurigen sinanziellen Lage des Staates, ortz eine sofortige Aufbesserung der Mittel für wlssen- schastlichc Lehre und Forschimg we.irgstens bis zu dem Stande vor dem Kriege erfolgt.
Ifircbc un> Schule.
ßtmcinbftüß i : Nidda.
Nidda, 22 9Zoo. Ter für Montag. 24. Nov., angekündigte Gemeindctag in Nidda mutz der Vertebrslnudernisse ivcg-.'n verschoben w r- den Er wird vermutlich erst int Frühjahr sta:t- finden.
Aus dem Nmtsve^kündigungsblatt.
** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 123 vom 20. November enthätt: Die Rechnung der Provinziallassc für 1915 Rj. — Rü lkehr der Kriegsgefangenen. — Benzo bewirtscha tuug. — Gefunden und verloren. — Die Behandlung der Zugtiere im Winter.
Benzolbewirtschaftung., Das Kpets-- amt macht die Interessenten darauf au'merkam, daß die Aitträge auf Freigabe von Bettiellsstoifen für Kraftfahrzeuge von jetzt ab bei der G<'werbe- Jnspektiou Da.mf a'.t, Hauptoertti ungs'elle von Betriebsstoffen, für Vercebrszwecke bis zum 25. l. M. für den kommenden Monat einzureichen sind. Die Formulare können von dort zum Preise von 2 Mk. für 10 Stück bezogen werden. Dem Antrag auf Brennsto'fsteizabe muß eine beglaubigte Abschri t ber Zulas un '.^Wv nicintg beige lügt werden. Die Beg a.ibigung bet Abschrift wird vom Kreisamt vollzogen.
Gefunden und verloren. In der Z.llt vom 1. bis 15. Novem'.er 1919 wurden in hie i er S alt gesunden: 1 Damcnuhr, 1 Tomenschleier, 1 Pelzkragen, 1 Peitsck^, 1 Brustbeutel m t Jnha.t, 1 einzelner Damen'chuh, 1 Handtasche mit Jnhall, 1 Armbanduhr, 1 Notizbuch mit Papiergeld, 1 Uhr- kette, 1 Ring, 1 Brieftasche mit Inhalt, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Paar Kinderschuhe und Papiergeld: verloren: 1 schwarzloderne Geldtasche mit 280 Mk. Inhalt. 1 goldene Brosche mit dunklem Stein, 1 braunes Pvr.envonnaie mit etwa 50 Mk. und Briefmarken Inhalt, 1 silberne Tamenuhr mit Ledcrarmbond, 1 ovale Brosche mit Tiamanten besetzt, 1 Poltemonnaie mit etwa 40 bis 50 Mk. Fnhalt, 1 Handtasche mit Portemonnaie, Inhalt 46 Mk., 1 kleines Portemonnaie mit 39 Mk. Inhalt, 1 schwarzledernes Portemonnaie mit 52 Mk. Inhalt. 1 Portemonnaie mit 60 Mk. Inhalt, 1 Leder beutel mit 138 Mk. Inhalt, 1 silberne Armbanduhr, 1 braunlederne Brie tasche mit 20 Mk. Militärpaß und sonstigen Papieren Inhalt, 1 Granatbrosche, 1 fi(berne Tamenuhr mit Anhängsel (Steigbügel, Münzet und 1 braunleder- nes Portemonnaie mit 46 Mk. Inhalt.
Die Behandlung der Zugtiere im Winter. An alle Besitzer von Zugtieren und Leiter von FulirwerLn richtet das Polizeiamt die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte ernstlich daraus Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den nachteiligen Einllüssen der Witterung nach Möglichkeit geschützt werden, daß namentlich: die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich und niemals unbedeckt im Freien stehen gelassen werden, das Zaumzeug im Stall aufbewalirt oder andern alls vor dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und die Hufeisen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten gehörig geschärft oder mit Stollen versehen sind.
Wettervoraussage für Sonntag:
Unbeständig, zeitweise leichte Niederschläge, Tcntperatur wenig geändert, Winde aus nordwestlicher Richtung vorherrsä-end.
Wirts chastHminister Schmidt mit einer Ansprache eröffnet, in der dieser betonte, daß eS die besondere Ausgabe der Körperschaft sei, den großen Ge- w.rbezweig der deutschen Wirtfchast am gemeiu- wirtschaftlichcr Grundlage auszugestalten. Zum ersten Vorsitzenden »ourde Bergrat Klein- Tort- mund, zum zweiten der GeioerkschastSvorsitzend: I m bu s ch gewählt. In den vorbereitendenR'ichs- wirtschattsrat wurden von den Aroeitgebern Berg- nxnksbesitzer Stinnes und Kommerzienrat Schumann, von den Arbettnehnllern Abg. H u 6 unb Imbiisch ernannt. Im Lause ber Verhandlungen wurde einer Verordnung über di: Einfuhr ausländischer Kohle zugestimmt.
Sclöslhilfe der deutsch n Industrie gegen das Valuta-Elend.
Berlin, 21. Nov. Im Reichswirtschafts- minifterium haben in der letzten Zeit Besprechungen stattgefunden über Maßnahmen zur Hebung unserer Valuta. ^Das Ergebnis dieser Be- sprechw'.gen zeigte sich in einer g|e vif en Geneigtheit ber maßgebenden Stellen, zu dem Mittel von Ausfuhrzöllen zu greifen. Ter Hauptverband der dcutschen Industrie, ber sämtliche maßgebenden Organisationen unserer Industrie umfaßt, wir heute in Berlin versammelt, um die g.eiche Angelegenheit zu beraten. Die diesem .Hauptverband angeschlosfenen.Industrien haben sich sämtlich bereit erllart, im Wege ber Selbstverwaltung die Ein- und Ausfuhr zu kontingentieren, um dadurch den Stand unserer Valuta zu befi'ern, die planlosen Einkäufe im Auslände zu verhindern und ixm Verschleudern deutscher Waren nach dem Auslände vorzubeugen.
Jii neutralen Ländern haben sich in letzter Zeit die Stimmen gegen das von Deutschland ans- aet’enbc Dumving-System fe'Iyr verschärft, und die Drohung wurde ofien ausgesprochen, baß, wenn Deutschland nicht selbst für Abhllfe sorge, entsprechende Gegenmaßnahmen im Auslande er- gtiheu werden würden. Dieser Stimmung namentlich in den neutralen Staaten will die deutsche Industrie dadurch Rechnung tragen, daß beim Verkauf deutscher Jndusttieprodukte nach dem Auslande ein gewisser Preisaufschlag eintritt, so daß ein Ausgleich bei den Preisen der deullchen Waren an die Weltmarktpreise herbeigefülhrt wird. Tas Reichswirtschastsministerium war in dieser Beratung durch seinen Unterstaatssekretär vertreten und ließ erfeiuten, daß es bereit sei, diesem Vorschlag der deutschen Industrie Rechnung zu tragen und auf seine eigene Absicht aus Einführung von Ausfuhrzöllen zu verzichten (Frks. Ztg.)
Der Lattdra. in Höchst.
Berlin, 21 Nov. (WB) Nachdem be7annt- lich vor einiger Zeit die Ausweisung des Land- ratcs Tr. Klaus er in H ö chst a. M. durch oie französisch: Be'atzungsbehörde erfolgt ist, übertrug diese Behörde dein Kreisschulinspektor H i n d r 1 ch s in Höchst die Verioaltung des Landratsamtes, obschon die zustänoige deutsche Verwalttingsbehörv: hiergegen bei dem französischen B:fehls- haber Einsprüche erhoben hat und die Staatsregierung Hindrichs in seinem Amte ilicht anerkenitt. Da Hindrichs bas Amt ohne die Genehmigung der ihm vorgesetzten Behörde angetreten hat unb im übrigen auch gegen ihn ber Vorwurf erhoben roicb, staatsfeindliche Bestrebungen durch seine politische Tätigkeit zu unterstützen, ist gegen ihn ein Disziplinarverfahren mit dem Ziel ber Dienstentlassung durch den Minister für Wissenschaft, Kunst unb Bolksbilbung eingclcitet.
Die Layrische Demokratie gegen den Unter- suchungsattsschub.
München, 21. Nov. Der Landesvorstand der demokratischen Partei in B a vern hat sich beute mit dem parlamentarischen Uittersuchungsansschuß be aßt und einstimmig folgende Resolution beschlossen:
„Gleich allen andern Völkern hat auch das deutsche Volk das unbestreitbare Recht, über Ursachen, Ausbruch, Verlauf und Ende des Krieges von seinen Führern Reckienschast zu fordern. Ter in Wahrung dieses Rechts von der Nationalvec- fammhmg geschaffene Untersuchungsausschuß hat jedoch die in ihn gesetzten Erwartungen aufs schwerste enttäuscht. Er hat nicht die echofste Reinigung der politischen Atmosphäre gebracht, sondern er hat nur die Leidenschallen ber Parteien aufgepeitscht, die Zusammenarbeit aller zum Wicderaufbau notivendigen Kräfte aufs äußerste gefährdet und bie nationale Würde durch ein Uebermaß von Selbstbezichtigung und Selbstzerfleischung stark geschädigt. Das Hauptergebnis der bisherigen Ber- haiidlungen aber ist die nwhl allgemeine Erkenntnis, daß die volle Wahrheit über bi« Schuld am Kriege in seinem Anfang, Verlaus unb Ausgang nicht durch die einseitig geführte Untersuchung eines Volkes allein «funben werden kann. Un-
Letztc Nachrichten
erläßlich wäre die Dcfframg nicht nur ber beut-
' irfxm irmhprn «riiff» hf*r und n e U-
Die erste Sitzung des Reichsfohlenrates.
Derlin, 21. Nov. (WB.) Tie erste Sitzung erläßlich wäre die Dciframg nicht mir ber beut- des Reichskohlenrates wurde vom Reichs-1 schen, sondern auch der feindlichen und ne u-
tralen Archive und die gleichheitlichr Ver- nehmung der verantwortlichen Politiker auch deS feint)lid)en und neutra.cn Aus audes vor einem einwandfrei besetzten unbeiaugencn Welt" gerichtsh 0 f.
In dieser Erwägung stellt der Lanixsvorstanr der Deutschen demokratischen Partei in Bayern folgende Forderungen:
Tie Nationalrecsammlung möge öffentlich erklären, daß nur einem unparteiisckien Weltgerichts- Hof, dem alle Archive offen stehen, die Errnittiung der vollen Wahrheit gelingen kann und daß eine einseitig in Deutschland gc ührte Untersuchung als ausfich tslos bls zur Einsetzung des Weltgerichts- Hoss zurückzustellen ist. Die deutsch-demokratische Fraltion der Nationalversamm ung möge besl^lb ihre in den Unter suchungsauss ch u ß ent sandten Mitglieder zurückrufen.
Sollte wider Erwarten die Nationalversamm-' lang durch Mehrheitsveichluß ein Weitertagen des Ausschus,es erzwingen, so wäre unter allen Umständen dafür zu sorgen, daß der Fehler einer einfeUigeu Zusammen,etzung des Ausichu.ses nicht roicberl)olt und daß Garantien grschai>n werben für ein sachgemäßes unb zweckmäßiges Rechts- unb Erm.tt.ungsver ahren.
Untat eines farbigen Franzosen.
Berlin, 22. Nov. Aus Saarbrücken wirb bcm „Berliner Lok.-Anz." berichtet, baß eine Buchhalterin in einem Kino von einem farbigen Franzosen mit einem Revolver schwer verletzt würbe, well sie sich mit Freun-' binnen unterhalten und gelacht hatte.
Die cn s tz iche Lag7 in Oesterreich.
Wien, 21. Ni-v. (WTB) Die Nationalversammlung nahm einen Zweimilliarben- kredit zur Bestteitung der durch die normalen Staatseinnahmen nicht geberftfri Staats<Uisgaben an, ber durch kurzfristige Schatzscheine gedeckt werden soll. Der Staatssekretär ber Finanzen, Dr. Reisch, kündigte die baldigste (Einbringung von Vorlagen betreffend die neuen Steuern forme die administrativen Maßnahmen rvegen Erhöhmig ber Verkaufspreise für Moiwpolartikel unb be staatlich bewirtschafteten Artikel an. Der Staatssekretär erwartet, bie immer wieder in Auslicht gestellte ausländische Anleihe zu bekommen. Staatssekretär Dr. Renner schilderte die entsetzliche Lage, in der sich die Bevölkeriing und das Staatswesen befinden. In ber Stabt mit mehr als zwei Mil- Honen Einwohnern sitzengroße Massendes arbeitenden Volkes, aber auch ber je« samte Mittelstand, Künstler und Ge- lehrte, in licht loser Stube hungern! und frierend, in einer Stadt, in ber das Straßen da hnwcsen unb die Beleuchtung täglick stillzusteheu drohen. Niemand weiß, ob unter diesen Uniständen der Winter von Million.u Eimvohnern überlebt werben kann. In ben Städten und Jndu- hrieorten Steiermarks kann schon seit Tagen kein Brot ausgegeben n>erben. Tirol und A zburg sind ohne genügende Brotfrucht. In den Lündern uw seres Staates versagt die Kohlenoersorgung voll- stänoig. Wir sehen die wachsende Zahl von Leichenbegängnissen, die sich mehrende Zahl der Kinder- grüber. Wir scben, wie sich ein entsetzen volles Sterben des ganzen Gemeinwesens ankündigt. In dieser Lage will die Regierung die 91ationaH Versammlung um sich scharen, um mit den Abgeordneten gemeinsam das Gewissen unserer Nachbarvölker, das Gewissen ber ganzen Welt wachzurufen. Wir haben immer vorausgesagt, daß Deutsch-Oesterreich allein unb isoliert nicht bestehen kann.
Auswanderungen in Ungarn.
Berlin, 22. Nov. Laut „Berliner Lokal- Anzeiger" fördert die englische Negierung in Un* garn stark die Auswanderung Die englische Mission hat die Adsickst, 20 000 Mann nach Australien zu leiten, um dort landwirtschaftliche Kolonien zu gründen.
Passaßierluftverkchr Amerika—Europa.
Berlin, 22. Nov. Dem „B. T." wird aus Basel berichtet: Aus Newyork wird gemeldet, daß man sich in dortigen Finanzkreisen mit der Gründung einer Aktiengesellschaft beschäftige, die den Passagier-Luftverkehr Amerika — Europa einführen will. Man rechnet dabei darauf, daß die Luftschiffe in Deutschland gebaut werden.
Neuapoftolifche Gemeinde
Gottesdienste: Sonntag nachmittag 31/, Uhr
7ßQ.~)_____________Mittwoch abend 8 Uhr.
Wir laden Sie hiermit berzltch ctu zu den christlichen Versammlungen im Vereiushaus der Sladtmtision Löderstr. 14.
Es finden dort statt:
Jeden Sonntag abend 8'/« Uhr: Religiöser Bortrag. .jeden Mittwoch abend b*/t Uhr: Einführung In dre Heilige Schi ist.
Eintritt frei für jedermann.
„Fräulein Websier?" stammelte sie in b?m dunklen Gefühl, daß nur ein außergewöhnlicher Umstand bie alte Dame in diesem Aufzug nach Rettencgg batte führen können. „Sie suchen — mich? Warum? Was ist geschehen?"
„Was gesckfehen ist?" zischte dre Alte. ,,G'.- tötet haben Sie ihn in Ihrer Herzlosigkeit! Ein' Kugel hat er sich in die Schläfe gejagt und nun will er Sie nach einmal sehen — kann nicht sterben, ahne seiner Mörderin wach ttnmal tn die grausame schöne Larve geschaut zu haben. Da bin ich fort — libwohl —"
Cie hielt tmte unb blickte seltsam vor sich hin, als wüßte sie nicktt mehr, was sie hatte sagen wollen.
Evelyn hatte sich, einer Ohnmacht nahe, an emes der Rvsewbäumchen gelehnt. Tie Gartenschere war ihrer Hand entfallen. Sie fragte nichts meör. Aber sie zitterte am ganzen L;ib Wie vorhin, als Modesta ihr von Gottorbs Tranen erzähll hatte, dachte sie erschüttert: So sehr hat er mich geliebt?
Und diesmal blieben Sehnsucht und Vernunft stumm. Eilte jammervolle Angst sck>nürte ihr die Slrtyfe zusammen. S erben h tte er wollen um ihret- tttden! War vielleiclit schon bot — sie konnte nichts mehr Lutmachen — nichts! Und würde die Last dieses schveck.ichen Vorwurfes nun e.mg trogen müssen durch ein ganzes langes Lebm bin» buiÄ ...
Tie knöchernen Finger des allen Fräul'ins krallten sich in ihren Arm. Etums B-itzenbes, bas Evelyn als einen Revolver erkannte, wurde in Frau lei n Wcbslers anderer H.iiid sichtbar, während sie broheiid sagte: „Sie wollen nicht mit- gehcn? Ihm nicht einmal diesen letzten Wmtsch
ersüllen, während er daheim in fernem Blute liegt um Jheetwillen? Aber ich habe vorgeforgt. Sie müssen! Mit derselben Waffe, bie seiner armen Hanb entfallen ist, weiche ich Sie z.vingen . .
Es war etwas .Kreischendes in ihrem Don, etwas WahiiwitzigeS m ihrem Blick.
Aber Evelyn achtete kaum davauf, wie fte auch die Waffe nicht erchreckte. Ihr war, als sei alles andere in ihr erloschen über dem einen Gedanken: Er sttrbt und ich bin schu d daran! Tiefes Furchtbare, Unvorhergesehene hatte sie jäh aufgerüttelt aus Se.bsttäusckxung und Egoismus.
Ein Schauer lief durch ihren Leib.
Nur bas nicht! Nur ihn dem Tod entreißen, ihm sagen zu können, was sie jetzt mit so furchtbarer Wahrheit in sich führte: Ich liebe bich ja unb kann keines anderen Weib werden, böte er mir auch alle Schätze der Welt! Ich war töricht und sckwach — nun aber bin ich stark! „Lassen Sie mich bos!" sagte sic rauh und schüttelte Fräulein Websters Hand von sich. „Ich will ja nur zu ihm ... zu ihm!"
„Nicht hier," setzte fü bann hastig hinzu, als das alte Fräulein sich oer Lindenallee zuwandte, „da könnte man uns aufhalten. Durch den Wild, der Fußpfad ist näher . .
XXIV.
Man hatte eine Weill auf Evelyn gewartet, unb da sie nicht erschien, einm Diener abgechndt, um nach iljr zu sehen, der aber unverrichtet er Tinge zuruckkam.
Tos gnädige Fraulein sei nirgends zu linden.
Und ba die Dämmerung rasch zunahm und des Pfari'ers Pferd ungedu.dig wurde, waren die Gälte endlich fortgefahren, annehmend, daß irgendrun
zufälliger Umstand Fräu'ein Losenstein verhindert habe, rechtz-eittg zurückzukehren.
Tas nahm auch die Gräfin an.
„Tu siehst dich wohl ein wenig um nach deinem Bräutchen, lieber Magnus," wandte fü sich an beit Sohn, „gewiß hat Friedrich nicht ordentlich gesucht. Vielleicht ist sie nach dem Glashaus hinüber, mo Haßler die langstieligen neum Rojen zieht.
Magnus nickte stumm und wandte sich nach den Glashäusern, die sich an die Gärtnerei m an- schlossen.
In Modesta aber war eine merkwürdige Unruhe Sie hatte doch Evelyn noch vor kurzem an' den Rosen bau mchen im Rasenpart :rre stehen sehen!
Sie eilte dorthin. Ta lag im Rasen di: Gartenschere und etwa ein Dutzend frisch abg:- sckntttener Rosen verstteut. Was sollte di.-s heißen? Ihre Unruhe wuchs. Vielleicht war Evelyn plötzlich unwohl geworden, und sie weilte in ihrem Zimmer?
Aber dort war nur Johanna, die Jungfer, die eben alles für bü Nacht zurechtmachte.
Modesta fragte, ob sie bie Schwester nicht gesehen habe.
„Nein, gnädiges Fräuletn. Ich bachü, sie sei schon wieder bei ben andern Herrschaften, nack> fcem sie mit Fräulein Webster gesprockfm."
Modesta fühlte einen Stich in der Brust.
„Fräulein Webster? War bie berat hier?"
(Fortsetzung folgt.)


