Mftft etn 8«fammen|d)!uB f flmt- liche r landwirtschaftlicher Orga- eif»Honen be4 Deutschen Reiches zu einem Reichswittsck-aftsverband der deutschen Landwirte unter dem Namen ^Deutscher 8 p n b b u n t/', ferner der Zusammenschluß bet Kreisorganisationen der Provinz Iran- dendurg zu dem Brandenburgischen Landbund statt.
8u(age für farirg5beft6 (folgte.
Berlin, 17 April. Die Reichsregiermig hat bcrfüpt, daß den infolge Kriegsbe - beschädigung vor dem 9 November 1918 entlassenen Unteroffizieren und Mannschaften mit Rücksicht aus die Verteuerung aller Gegenstände des täglichen Bedarfs eine ein- malige Zulage von 50 Mark gezahlt wird. Die Zahlung erfolgt durch die Bezicks- kommandos.
Die Berliner Streikbewegung.
Berlin, 18. Sürril. (»22ÖJ Tie Eint» SungSvc-rhandlungen im angrftriltenfhrif ttabmzn heute einen g ü n it 18 e n Verlauf, eo- tocit bte Vage sich av-mds 9 Uhr beurteilen läßt, bestehen gute Aussichten, daß eine (ämgung er- >üü wird.
Das Ende der tfrrnrrmiriltrnherrschast in Braunschweig.
Braunschweig, 17. April. Die Stadt Braunschweig wurde in der vergangenen Nacht von hiesigen, hinter der Reichsregierung stehenden Offizieren, Unteroffizieren and Mannschaften in Verbindung mit den bereits eingerückten kleineren Abteilungen der Regie- rung^tnwpen besetzt. Der frühere Berliner Poltzeiprä ixnl Eichhorn bat in vergangener I?acht im Flugzeug die Flucht ergriffen, mußte jedoch in Holznnnden eine Notlandung vornehmen und wurde von den in Holzminden stationierten Regi» rungslruppen f e st genommen. Der Exprä idem Merges und andere komnrunisti'che Führer haben in der ver- ?angenen Nacht Braunschweig im Automobil luchtartig verlassen und konnten bibber noch nicht festgenommtn werden. £xute vormittag ließ General Marker durch Flugzeuge in der Stadt Brounschlveig bekanntmachen, daß der Meichspräsident über das Gebiet des ganzen Freistaates Braunschweig den Belagerungszustand verhängt und ein außerordentliches Kriegsgericht eingelegt habe. Die bisl^rige braunschweigische Regierung wird abgeic^t, eine neue Negierung entsprechend der Zusammensetzung des Landtags eingesetzt.
Braunschweig, 18. April. (WTD) In der BerhanKunq znnsthkn bcm General Mo etter tmb bcm AelieisenausschAiß des Landtages rnrrbc schossen, was aut einen regelrecht organisierten > erzielt, tariyf) bie die Spannung zwischen Bram»- lck»oeiq um) dem Reiche htscingl wird. Danach' Mürbe das Äabinett bdtebcn mi5 vier ober fünf Mehrhei l Ävzicklrsten, zwei ILiabbäng-gnr und einem Demokraten Dieses Stibcnrtt wirb bis zum 24. April im Amte bleiben. An diesem Tage wird der Landtag Ktttcrrnnmtreien und txe Neubckdung des AadvkertS vornehmen.
Unruhen in Fserl-Hn.
' ' Iserlohn, 16. April. Hier bnn eS am Sonntag gelegentlich einer Drotestversamm- luug gegen bte neu gegründete Stadtwehr und eines sich daran anschließenden Demon- skrationszuges zu Unruhen, in deren Verlauf mit Handgranaten geworfen und mit Maschinenjpnvehren geschossen wurde. Es Wurden dabei 31 Personen verletzt, davon 16 schwer. Ein Schutzmann wurde von De- monsttanten im Rat Hause erschossen. Anläßlich dieser Ereignisse rückte heute früh das tveftfälijdx Freiwilligenkorps Lichtschlag ein. Heber die Stadt und Umgebung wurde der verschärfte Belagerungszustand verhängt.
Ein Ausstand hi Ttaittfn
Danzig, 16. April. Heute früh traten die gesamten Ga st wirtsange st eilten, ScHtter, Köche, Hausdiener, Hausmädchen usw. in den Ä u S st a n d , weil die Forderung der Arbeitnehmer-Organisationen nach festen Bezügen bei Abschaffung der Trinkgelder von den Arbeitgeber-Organisationen abgelehnt worden war.
Unruhe« in Wie«.
Dien, 17. April. Die für heute befürch- fcten Zusammen st öße anläßlich der großen Bersammluitgen der Arbeitslosen, der Kriegs in validen und der aus der Kriegs- gefangen j'cha st Heintgekehtten haben heute nachmittaa tatsächlich stattgefunden und mehrere Stunden die Umgebung des Parlaments -um Sck-auplatz der wüstesten Szenen gemacht, bei denen mehrere hundert Schüsse von den Demonstranten auf Leute der Polizei abgegeben wurden, wobei zwei Personen getötet und etwa 20 schwer verwundet wurden. Bor dem Rathause hatten sich etwa 10000 Arbeitslose eingefunden. Um 9 Uhr gelang es, das Parlament in weitem Um- fceiS durch Volkswehr abzusperren.
Bien, 18. April zWTB> Tic Blätter ver- Urteile:, die grirrigen Ensigsi se aufs ftiürsste und evniafruen die 4ftix'ltennkg, die ^t'ioruii-nbrit, Ruhe tmb Ordnn >g zu wahren und die Innbftrmbrn Ele- •neire, it> Idr das Volk aufUrfceu, abzu wftm. Die z^tolsi-zei u:g mdbet bau gestern nflrfrnittng im ^Heeresanu ' eine Tepu ation ArbtttS'oser dir Räumung des Gebäude bis 3 Ubr nachmittags bedangie, da um S Uhr die Reg ierung der Räterepublik tbicn Einzug halten würde. Die Geandten der Rnrto"»ck sinnen. deren Kommissionen teils im £toerr*imt ihren Sitz haben, vandten iüi) aus diesem Anlaß an den italienischen Vene'al Legre.
Verhaftung de» (Braten Czernin.
Bien, 18 AptÜ. (WTB > Ter frühere Mi rüst er des Aeußetn Ottokar Ezernin wurde vorgestern von den beutfrt>-dfterTcidnfd)cn Grruz- behörbm verhaftet, als er versuchte, olrne Pah die Sdm^iwr Grenze tu überschreiten. Urber die töorgcschichte bet Ikrbafaoitf wird gcruechtt: Lzcr-
nln wandte sich kürtzkkch an die Wiener 'öoltjrv dirtttion um Ausitettnug eines R isevasfts in die etfnHv Ter Pag wurde ihm nach p<nangegangener Rücksprache mit txm Staat .-«Litte für AußrtcS im Hinblick auf die von au>g zauberten Aristokraten in der Schweiz betriebene, gr ien tw deutsch- ü errerchische R pubrk getidMee 'i ropa i<uiba ver- ittigm. Czeruin roaabe sich bürnus an den Lla<.t:kanz er mit der Bitte, ihm die Erlangung eines Passes dennoch zu ermöglichen. Ter SiaoiS- kanzlet roied bis Ersuchen ab Ezernin gab nun vor, daß er sich auf eine ferner Besitzungen in Dbcröi'ierrcid) (xgeben wolle, und reiste mit dem Enrente-Sch-tellzug von Wien ab Stack den Zug in Oberöiterrrich zu verlassen, fuhr er lekuch bis Feldkirch durch, woraus bort btt Bcrbufiung erfolgte.
tonne tuet auf dem <3dnete der sozialen Jürtorge üingc Personen. Dre Mitglieder des Beirats tot len un Beirrt der Hau vifüttorgc stelle ihren Wohnsitz hauen Sie werden von der Haupt ür- iv:griieue bmnen am Grund von Vo-.schags- liürn, die von den wrrtfchattlichcn Orgmniatio.tti! der Ururmebmcr tmb Arueirer, jtnegsbeüchvigten irnb -Hinterbliebenen au! Austot derwtg der Haupt- rürtorgci'teflf bei ihr einyetei-te rocr.cn Ter Beirat kann in zwei fdbitiintxgc Abteilungen für Kriegsbeickzäbtgten- und Hinterb^ikdeneik-Fürtorge geteilt werben. Ter Beirat beietfirfc in ällen g irnisi ä tzl ickxn Fragen, stellt 91 id>: Ihnen für oü Verwaltung und Verwendung der Mittel auf und fntidx-iüet enCgüUig m einzelnen Fürsorgefällen über fküfawröen gegen Berfü-Mngcn der Haupt- uirtorgfUrUm.
fln den Städten und rn den -reisen
Vie Dtrwiditung der rusfilchen Landwirtschaft.
Jetzt erst darf man von einen» völligen Untergang Rußlands sprechen, nachdem dir dvlfchewitzsische Regierung ihre Hai b CTbunnunteli^ auf die Landwirtschaft geie-tt bat. Tiefe wat gerade am wenigsten von der Umfhnriroefle berührt worden und gab bis vor kurzem noch der Hoffnung Raum, d E sie dem vergewaltigten Üxntoc die ersehnte Genesung bringen wurde.
Im (Megtufafr i#u brr noch vor wenigen Mr» traten begründeten Ueberzru>mng, daß die 2ait* nnrtschail sttußlonds mit ihren schöpferischen Quellen am wenigsten von der Rr-oolution berührt rrurbc, ist jetzt ihr naher -Ruin ß-stzustellen. Tie Bolsch-wisten, als gruudiätzttche 'Partei des industriellen Proletariats, hotten niemals ein Agrar- Programm aubgeorhitei. Lenin widersetzte sich ipaar mit aller Enifchiedenheit dem von den sozto- lifti-djen Revolutionären ab- faß en Agrarpro- ^ramm. Die Lteste revolu ionare Partei — entstanden zu Beginn der russiichen Industrie und des gewerblichen Prolewriols — stützte sich fest auf die Bauernschaft. Von der sozialen Hebung der Bauern wurde di» Wiedergeburt des russischen Votkes erwartet. Taher richtete sich das Streben der sozialistischen Rwo'u ianäre ruf eine möglichst rasche geistig, Erw ckuug t»-s B«!uerntums.
Lenin und seine Geiolgichast erachten es jedoch als eine ihrer wesentlichsten Ausgaoen, zu ver- hindern, daß die breiteste MaÜe der russischen Ba.iern sich in eine entilußreiche oder herrschende Älaise verwandle, iveil der Bauer von Natur aus ein konservatives Clement darstellt. Sobald die russische Erde erst au geteilt und der Bauer versorgt ist, müsse er sich in den gesährlichlsten FeinddesinoustriellenProletariats verwandeln Aus dieser Anschauimg erstärt sich die Lässigkeit in der Durchiührung der Dekrete be-uglich dec Natwnalisierling des Großiirund- besitzes und der Austeilung der Aecker unter di» Bauern. Tic Agrarreform gehört ein ach gar nicht in den ?>nrercsselrers der Bolschewisten, sondern sie widerspricht vieln»ehr ihren Akich-^n. Instrnkiiv haben die Bauern schon unter der Regienrng XbrenskiS sich selbst zu Helsen imb die Aulteilung der Herren- tmb Krongüler durchzuführen versucht. Sekbstvcrstöndlich bekamen die vermögenden Bauern den Löwe-nanteil m ihre Hand und die arme Landbevölkerung ging habet leer aus. Es vollzog sich einjach das Recht des Stärkeren und führte zu einem sozialen Kampfe deS Dorfes.
Lenin begrüßte diesen fiümüf att Mittel, das länbltche mit dem industriellen Proletariat tu einer statten Einheit zu oerschmelzen, mto rührte daher (einen Fmger, um den Äufmbr im Dorfe zu mildern Die Bauern wußten aber zu gut, daß pie Bolschewisten ihnen nur insofern ein Interesse entgegenbrmgen, als sic Brot vorn Lande erlangt können Aus Wut gegen den Terror hielten die begüterten Bauern ajer das Getreide zurück und riesen dadurch die bewaffneten ReauinerungSdiVisionen hervor, welche setzt den Schrecken der Landbevölkeruitq bilden. Unter solchen zerrütteten Berhältnissar wendet sich die Aufmettsainkeit her Bauern mehr dem persönlichen Selbstschutz zu, ai-rher Landwirtschatt Die eigimtliche Feldarbeit wird infoigedessen vernachlässigt und hie Ernte für Jahre hinaus geschädigt und »ermindett. Rach einer Darlegung des ..Ao- los Rossiji" geht die hotfnungoreiche Landwiit- schast RnÄands als Opfer der herrichenden titoroalt ihrer Dcrntchtung entgegen.
Die Neuordnung der ttrlegrbeschödiqten' und Kriegshinterbliebenen-Fürsorge.
Durch eine Derordnurrg der ReicktSregierrmg vom 8. Februar 1919, sowie der hessischen Regierung vom 28. Februar 1919 über die sozial« KrimSbeschädigten- und KriegshiiUerbliebenen- Fürsorge ist die Fürsorge für die Opfer desl Krieges neu organisiert. Sie ist unter Mitwirkung der Einzclstaate i undSelbstrern a tungskcr er vom Reiche übernommen, ohne daß damit die Mitwirkung der freien Wohlfahrtspflege eingeschränkt werden soll.
Beim Reichsarbeidsamt wird ein „Reichsau S s ch u ß der Kriegsbeschädigten- und Kriegs- hinterbl»e<>enen-Für sorge"' errichtet der eine Körperschaft deS öffentlichen Recht-? ist und aus zwei Abteilungen besteht. Die Abteilung „Kriegsbeschädigten Fürsorge" Ixlktß aiö je eiiH‘m T^rtreuer der HauptsKrsorgestellen, einem Bentterer der BollS- spende für Kitvg*ef<xibigte lLudendorff-Srerrdej und mindestens je einem Bertteler der BereinigtM- gen der Kriegsbeschädigten, die ihre Wirksamkeit auf das Reich erstrecken und eine entsprechende Mitgliederzahl haben. Die Abteililng für „KriegS- Hinlerblicbcnen-Fürsorge" besteht aus je entern; Vertreter der üauutfürforgeiN'ilcn, einem Vertreter der „Nationalstistnng für die Hnckerbliv- benen der im jhieiie Oki ul lenen", deren Selbständigkeit und Berfügungsfädigkeck über ihre Mittel unberührt bleibt, und mindestens je einem Vertreter der Vereinigungen der Hinterbliebenen, unter gleicher Voraussetzung wie bei den lineq*- bejd)äbtgtcn. lieber das Zntressen der Voraussetzungen erttscheidel der Staatssekretär des Rcick»S- arbeilsamtS, der auch (bis zu fünf) auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge erfahrene Personen in der, Reichsausschuß enthmbet.
5ln Mi B un desl tauten mertw-n ,L»aupt- türforg< stellen der stfieqsbeü!Äb'gten- und Krie^^bn'terbliebeittn-Fünorge^ enib et: kür Hessen ist die Hessische H a u p t f ü r f o r g e- stelle m Darmstadt errirtret, btr dem Cun- deS-Arbeits- und Witt cha t amt angrgl ebrrt ist Leiter der Hauptiürsorgestette und Vorsitzender d.'s Beira s ist der Boni >ende di-s Lmides-Arbeli»- inrb Wirtnttatt^imiS, Mü<? ieder des Beirats find je zwei Vertreter der W*r»rt»<be>f*iito»<en unb Hmuttblttbenen. der Unternehmer uub XLrbeuvr.
des Landes bestehen amtliche Fürsorgestellen, Oie später durch einen Verrat wie bei der xxrupffüriorgeitr(le emxiietl werden; für die 3ufanum-nfcunno des Beinars gelte»' ^^iefelben Vor- christen wie vbiN ler Beirat befdfi*® imb ent ichidet bei Bischverden »-«yii IktrixTungen der amtlichen Fürsorge!teilen. Otogen die EmscheidAng de-) Verrats ist die BeichzverDe an bte Haupt kür- io:»ri"iet;e zulässig, bte, ra.U »e wtft selbst ab- hckN, tne ntügultige Entschrrdung ihres Beirats betbei führt
Die Neuorganitonwn tritt am 1. Mai d. R. in fi'raft Mu diesem Tage wird der roäbrmb vi.r jkriegsiahren iepru’SrTKb tätig aeivesei« seitherige Londe Saus >chu ß "ür tne ftrv^ befaiätngTen» Fürsorge, befielt Okiehahe von ber LLtdcSver- fwV.-nflig4anitnlt geführt wurden, ferne Tätigkeit rBiirllen, tne in zahllosen Fällen für tne Opfer des .üriegrd Hilfe zu bringen gewußt bat. Ter Tank deS bcifijdxm Volkes wrrd ihr sicher fein Nmi wird durch btt ©eieogrbung ein Wunsch der Zkrieg?beschädigten eriüllt, bte nicht nur ©bi oft der Fürsorge sein roolltriv sondern bei der Ent- Ndribung über ihr Äeschuk nntbnhnunen nx>llten, ein Wunsch, dem der Laudesauss.hu ß bereits frei- nnUig hatte entsorechen wollen ber-or durch Gesetz den Kttiegsbefchadigten und <nirterb(iebcuen das Recht der Mitbesummmig verliehen ivorden ist. Möge den Ömern des flrtegrt aus diesem Rocht all das Heil und Wohl beschieden sein, das sie von ihrer Mitwirkung erwarten.
Aus Stadt un- Land.
Gießen, 19. April 1919.
Keine Reisen unternehmen!
Der Zugverk.hr hat bi.hr le ine weiteren Ein schr ä >i tun ge n erfahren. Tie Züge, die vicht ei.»gestellt ivirrtxm, verkehren an den jeier- lagen nixt) regelmäßig. Es muß aber dring end davor gewarnt loerden, teyt zu Ostern Reifen zu unter, cbmtti. Wte uns vom Sta w«csvors>wid des Dalmlwfs Gießen muyteilt wird, war der Andrang am Gründonnerstag bereits so erheblich, daß er lau m bewältigt werden konnte.
vcrmißtennachforschnng.
Dir bei der Rückkehr unserer Kriegsgefangenen sich bietende Gelegerrheit, über das Schicksal unserer Vermißten weitgehendste AusALrunq zu erhalten, will das KriegsmiNisterrmn in der Weift ausnützen, daß in den Durchgangslagern beim Eintreffen in der Heimat jeder Ärirg*Ktanyrt eine Liste bet Vermißten seines Truppenteils mit Angel-örigen- abrefkn erhält tmb für spätere AuskunftserlriInng fcn der Hand behält. Zur Herstoll>rng der -Listen bittet das Krvqsmtnisterrum leben, der bisher ohne irgendeine Nachricht über einen vermißten Heeres- angebörüten ist, um umgehende lieber enöung, spätestens aber bis 22. April, einer einfachen Postkarte mit folgendem Inhalt: Anschriftseite: An das Zentral-Nacknrvis-Bureau des Kriegsministerrums, Berlin NW 7, Dorothrensttaße 48 Angabe der Adresse deS Absenders. Rückseite: Angabe des Truppenteils, der Kompa-i- nie usw., des Dienstgrades. Nametts. Vornamens, sitoburtstages und OkburtSorten des Vermißten und Dag und Ort des Vermtßtsettrs (deutliche Schrtst ohne weitere ZusäpeX
Lebensmittel.
* • Au Sgabe von ®«ttermiT5. Von Dienstag bis Samstag grianql in den Verkaufsstellen der Firma Gebrüder Grieb Buttermilch zur Verteilung. Siehe Bekanntmachung.
* * Pferdefleisch-Verbrauch Pferdefleisch und daraus hergestellte Fleischwaren dürfen vom 22. April ab nur gegen Rczchssieisckmntrkenal^ gegeben werden. Aus jeden Wock»enabfckMtitt (zehn Vio Anteile- entfallen bis auf werteres 6iX) Gramm.
* T ie Kricgsgesellsck.aft für Gemüse-Konserven in Braunsilweig hat die in Salz rin gelegten Gemüfe fr ct gegeben, wodurch die Gk-müicfnapvlX’tt wesentlich gclroben ist, Tie Salzgemüse werden kurze Zeit geivä sert und fön* nen barm wie frische Gemüse Verwenduirg finden. In Gres»en sind die Gemüse durch die Firma Z. M Sckmldos zu beüeben. iVgl Ins in h Ztg
* * P r e i >' e f ü t M a r m e l a d e Die flri- » gesellscbasl für Obstkonftrven und Marmeladen m. b. H. in Berlin veröffentlicht im ..Reuhsanzei- St" Nr 78 eine Bekanntmachung über die neuen ersteller-, Großhandel-- und Kleinhandelspreift für Marmelade. Der Kleinhandelspreis mußte von 1 Mk auf il,30 Mk. je Pfund erhöht werden, weil der bisherige Pvets die Unkosten nicht deckte. Im einzelnm ergab sich die Erhöbung daraus, daß der Kriegsgesellschaft für Dbftfonfernen und Marmeladen infolge bet politiidxm Wirren sehr erhebliche Verluste entstanden und ksie Arbeitslöhne un- oerhältnismäßiz hoch geitvg-n i ch — Die Spa ine zwischen Groß- und LleinhandelspreiS mußte et.oas vergrößert werden, da den Kleinhändlern durch den böIxten Preis ein höheres Verlustrisiko entsteht, auch der bisherige Zuschlag des Kleinhandels die bei dieser Ware entstehenden Kostrn nicht immer voll gedeckt bat
* * Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde: am 10. Aor l der Kanzlist bei der fitanoocriKt*-rungAuirmeT Vte-, b«tt> Lohnes tn Taimimbi tx>m 1. April 1919 ab rum Regsittn- »r bei dieftr Behörde: am 14. April 1919 der Ehttstian 3 u 1 a n f zu Tormstadt jim Ieener bei dem Obervei sicherun-Saim mit Wirkung vom 16. Apni 1919. — 3n den Rude and verfttzt nintk*n: am 12. Avril ber Oberlehrer «m dem R al-v rni^sium m lonnfxiM P^osi-s yr Tr Fri d- ri.ti 5 c r i b a und der Oberlehrer <m der Vnbnti^- Oberrealickmle zu Tarne aht Prt'ftsi'or Hrsiurich Seo eil, betbe auf chr Nack» u den, unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten Tienste vom 16 April 1919 ab: am 4 April der Reckrner
I ber £<nbeM»DeH44K enb der
tonds, 9ttd#ningßTat A<rtob Weitzel ju Tarrn* nabt, mit Wirkung vom 16. Apnl 1919 ab auf sein Nahi'uchen unter Anerkennung feiner de» Staate gelei teten Dienste.
•• Tie G ießener Kunstsammlung im Reuen ÖdioL Eingang 5endadx;rg>na;.t, irrldje itunm, br r.sieder rrgilniäbifl geöttnet <lt wurde durch Ankaui und 5iiftu;tgen um rin ge rrunsma rte bereidxrL Am 1. Cfkrf-.i.T ag m d-t Sammlung nur für bk Mitglieder be^ LL^er* hc s schen Kunfwereins »uging g. am 2. Jeftrtag und dir übrigen Sonntag iil ber EirckrM unnit* grirlid* Kinder ohite Be»üeittmg von Erwachsenen haben (einen ZurrrU. Tk Ausstzevung il\ von 11 — 1 Uhr g^ ofniet. Txr Ausnei'U! g des Cbrr- hi .fischen Kun »Vereins blecht während ber Feiertage geidiofjen.
* <Raubanfälle. Am ®rihxboTrnrr5» tag, abends gegen 11 Uhr, wurde in ber Ebelstra ße einer Frau ihre Handtasche, und Ecke Südanlage-Bleichstraße einem Mädchen eine hellbraune Aktenmappe mit Gewalt entrissen. Als Täter kommt in beiden Fällen eine große, kräftige Person in Frage, die feldgrauen Mantel und dunklen Hut trug. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.
• • Pferdediebstahl Am 17 April 1919 abends ixgcn 10 Uhr wurden hier aus emein 5lall zwei M ilitärpserde mu 5eltmxtgrn 16 von einem 5olbaren entnmbrt. T« Pfert» sind eine Fuch^ftute mu la-igem Schvers und Bläfft und eine braune Stute mit langem sckpoarzenl Schwanz. Beide Pftrde sind an der Chöen Hals- ftiie unter ber Mahne G. 0. unb an ber ItnErtC Hin ter ha'ch F. K. 5 gebrannt. Wer über den Verbleib der Pferde Auskunft geben kann, wirb gebeten, ber SrTimtnal-Ybteihntg Meldung zu erstatten. Vor Anvauf wird gewarnt.
* * D o hn u n g s ü r S t u den tinnen Ttoe Politische Fronen verein macht es sich jin Aufgabe, tm Hinblick auf die WohnungSknoppbeil für die Unterkunft bei Studentinnen zu sor.ten, tmb erwartet, daß viele Wohmungsindader sich bered finden werden, überftüf|i<x Räume zu diesem Zweck 4ur Verfügung zu [tollen, ehe bte Zwangsoermietung auSgeführt wird. lieber etwaige Schwierigkeiten: Bedienung u. der gl kann durch mündliche Rücksprache Bereinbarting getrosten werden. Meldungen find erbeten an Frau Thekla BogU Süd-Anlage 10II.
* Eine öffentliche Fraaender- f a m m l u n g wird Mittwoch den 23. April, abds. 8 Uhr, im Hotel Großherzog von der Deutsch- nationalen Vollspartei veranstaltet. Frau M. Kramer wird über Fi ■'•enacbeit in der Gemeinde sprechen.
♦* Ter GabelSberyer Stenogra- phen-Verein von 1861 wroie die ©teraxrra- phen-Gefellsck»st Gabel 5herger, E B., eröffnen in den nächsten Tagen Airsanger-Lehrgänge in ber ötobelsberger Kurzichoift. diühetes ist ans bcm Anzeigente ck zu ersehen.
** Tas Fu hrverkehr-amt Friedberg meldet: Bei ber brobenben Ern'telsirnn des Eisenbahnverkehrs machen wir herauf aufmerftom, daß es den » samten Frachtzverkehr auf ber Strecke D arm stobt— Frankfurt—Brlbel— Frtebbera— Bat»- Ncni beftn—Dutzbackt—Gießers— Wetzlar—Marburg sowie Offenbach—Hanau zu larifptnjen auftrdX er Hal'en wird.
* LichtsvielbÄUs, BahnboFdraße 84 Don heute bis Montag wird als Festproaramm hn Hennv-Potten-Film ,,Ihr Svortt', neuester Monopol-Lnstspielschlager in 4 Akten, geneben. Ferner : „Bräutigam auf Aktien" ein Lustfpiel- schlager mit Biggo Larsen in ber Hauptrolle.
Landkreis Gießen.
* • Grüningen, 17. April. An- unserer Gemeint^' hat der Feldtvebel Jakob L a u be r in der Httbenfckxrr von Letloli.» Vordeck mir gekämpft. Schon vier Jahre vor dem Krieg ountt er m Attika bei der Schutztruvve, zuletzt als Untervfsizier Als Sanitcktsftsbwebel hat er am ganzen Felbzug leifgeiwmmrn bis September 1917, wo er von den Eng'ändern gefangen genommen nrnrtK. 9larf) 14 Monate dauertiber Gemngenichaft, bte er zum Teil in Kairo in Aegypten zubrachte, würbe et aus«liefert und kam Ende Jammt bs. Js. in feiner Heimat wichet an. Unsere Qtomrtnbe kann mit Rech, ftokß auf diesen A'tikak^npftr fein. — Bon seinen fünf Brübern haben noch vier na Krieg teil genommen, so baß ber Batet, ein int fRuliefianb lebender Bergmairn, fünf Söhne dentz Vaterlanb gestellt hat. Olm»bl sie in cm len Schachten mi gekämpft imb mebrrrr von ihnen verwundet worben sind, brnnben sie sich doch noch alle am Leben, der zweit älteste wat Frtbivechch- (entnant unb ist jetzt Förster in Elpenrod Bei Alsfeld Ter dritte, ein Offizierstettvertreter, ist noch tm Dienst, einer befindet sich in entiiidxr Ge- ft ngenfchift. — Muske ier Sibelm lern, Sohn des Landwrts Johannes Tetn, starb am 21. Xe* jembrr 1918 m eng i cher Gefangenschaft. — Tie sse bbereinigungsarbeiten sind seit dem Frühiach wieder in vo U m Umfang au’^'ornmen worben. Zur Zeit wirb das mt dem Schiffe >berg bi gleicher Höhe liegend^ feuchte Darüber g ILnbe grünbtich ennvässert. Tie 6irttodfierungKirtage bet Wiesen in Brinkheirn, einem vor 500 3afnen untergegangt-nen Orte an ber Straße nach Lang- Göns beim ftrt wmen Kreuz, ist im Winter zu Eitbe geführt worben. Man hofft, bis zum Iah« 1921 mit bet ganzen Bereinigung fertig zu fein.
-m Klein-Linden, 18. April Friedrich 5 freier und Frau Katolme, geb. Kraft feiern am 22. April das Fest ber silbernen Hochzeit Im vorigen Iahte konnte ber Jubilar fein 25 jädriaes Dienstsubiläum ba bet Betrieb-'Werkstätte Wiefh-n begehen.
« Wieseck, 19. AprA. T4e beiden foHäal- bnnokralischen Parteien in Wftseck beschloßen m einer gestrigen Besprechung, zur betmrffrbenbal Gemeinde rat s wähl mu rt.rr gtmcinfämat Lifte vor die Wähler zu treten.
Unruhe« in Offenbach.
Offenbach, 18. April. Auf dem Pü» helmsplap fand heute nachmittag eine von ftomniumiten einberufene Versammlung statt. Im Anschluß daran bildete sich ein Demon» strationszug, ber sich nach den Kasernen begab, wo der B o l k S r a t seinen Sitz hat, und Die von Regicrungstruppen belegt sind Hier kam eS Ku Zusammenstößen. Infolge der Schießereien wurden 11 Personen getötet, 6 schwer verletzt. Unter den Verwundeten befinden sich mehrere Soldaten. Der Belagerungszustand iR über die Stadt verhängt.


