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Mittwoch, 16. Juli 1919

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderhesten)

Zweites Blatt

llr.165

WWWM

Fortsetzung 12.

Nachdruck verboten.)

ehe man anoeren Dienen, anoeren peiitn yv 7 .-jS,,u,

bmr.te. Sie hatte ja so vieles gelernt sie Der- sie fretmachen wollte von dem drückmden Bewußt kM fo »icl^ iie mal so itois aus ifrre fitnntiriffe fern, bai 0rmknhöt iu eilen. Unb nun "ünb hier sah sie zum erstenmal, daß $um ?Fvri- brauchte diese kleme Schwester ^^-Äwehr bMmen im Lbm mehr notwendig war, als Schul- die nahm das.Gnadenbrot

tirifrit und tausend gesellschajtliche Kenntnisse. ba» fr- iribst fo stolz verichnucht. wenn auch t»

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sicht. Nein, verstehen mußte man zuerst, was von lliicin verlangt wurde, gelernt mußte man etwas p*n, .ehe man anderen dienen, anderen Helsen

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RtöriWn/Wi s &cke zu hosn M.'l'iüblsteia,^; bdlg-. SiK-.H me»TeL_CTI

Arbeitskraft.

Wie hatte doch der blonde Riese heute an der blauen Havel, der sich ihrer so freundlich, so echt und warm wie ein treuer Bruder angenommen,

mmit schw. mant. clrag. se lall.

6W imt ennvr inerst. n291 iger 013863 met , M' leit r.26l.

SJ?- ®atb. Uli I u. kuiv an ben Wir- Hitali

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Vioman von Anny Wothe.

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ohne weiteres zugesteht.

Müssen heutzutage nicht viele Tünche von Mädchen gleich mir auf eigenen trüaen stehen," fragte sich Ragna wieder und immer wieder m

Abg. S ch i l d b a ch (Soz.): Ter Zweck des ..ctzes, der in der Tebattc, besonders von der echten, fast ganz außer Acht gelassen wurde, i>! bodt, die überschüssigen Mfte, die in der fribuflrie heute nicht beschäftigt werden können, irf dem L<rildc sestzuhalten und um die Erzeugung, Nalmmgsmitteln zu steigern: denn es ist eine längst erwiesene Tatsache, daß der Silent* itz auf diesenr Gebiete mehr leistet als der roijbcfib- Tas Land darf nicht zu vollem Eigen­tum aus gegeben werden, um es vor Mißbrauch -pekulation und Vernachlässigung) zu entziehen.

begegnete unser Antrag auf EinsillMmg Erbpackst rcdittifim Bedenken, die wir nicht unüberwindlich halten. Bei den standes herr­lichen Besitzungen mutz ein Besitztitel verlangt b u-li. roetben, damit nicht früher von den Gemeinden! I88H i ß8»- * rioemed Borreckst noch belohnt wird. Es mutz Bfiha Md) den Grundsätzen, die bei der Ablösung der fMthntr &tn- mchberM)glut»en Tvinänen matzgebend nxtren, art- säöigt werden. Der frühere Finanzminifter Dr. t<f e r hat in Weimar seine Minen gegen das mdgesetz springen lassen, ich glaube aber nid*, 13 er damit in der Narionalversammlung Erfolg »ben wird. Tie Rackste, - B. Dr. Röftcke, hat

dieser langen, schlaflosen Nacht, .ünüssen nicht viel« Tausende ebenso ringen und kämrien? Gehen nicht viele Tausende daran zu Grunde?" fragte sie sich weiter.Müssen sie nicht zu Grunde geben? Nutzt an ihrer eigenen Unfähigkeit, wre dte M ärmer bv- haupten, sondern an ihrer Erziehung? Eme Er­ziehung. die das Mädchen nur für das Hans und die Gesellschaft erzieht, ist heutzutage,. wo es so viel mehr Frauen als Männer gibt, ern Unbmg. Wer aber später mal auf eigenen Füßen fteha null, der mutz von Jugend am daran hin gewiesen, danach erzogen und unterrichtet werden, ein jeder nach seinen Talenten und seinen Fähigkeiten."

Ragna fuhr verstött auf. Latte sie taut ae- sprochtn? Ter Mond schien voll in ihr Stübchen und auf die torifeen Wasserrosen, dir sie heute von der blauen Havel mit hrimgebvacht.

Und mit den Wasserrosen kam auf Gedanken- flügeln wieder Arne Lorenzen ffn ihr gezogen. Hatte er ihr nicht so warm seine Hilfe angeboten, tocim sie sich hier freimachte aus der für sie, n* er selbst sagte, so unwürdigen Stellung? Nein, sie wollte riefe Hilfe nicht, so verlockend es viel­leicht auch für jte war. Aus eigener Kraft wollte sie sich emporschwingen oder untergeben. Zuw Studium war es zu spät für sie sie mutzte leben und verdienen. Das wollte sie, aber ohne Hilfe von Arne Lorenzen.

Mit hritzen Wangen fiel Ragna, erst al- del junge Tag schon in ihr Zimmer grüßte, in euren flüchtigen Schlummer, aus dem sie die Struma der Frau Professor Lorenzen sehr energisch weckte.

,L)err des Himmels, haben Sie einen Schlad Fräulein Svendburg," sagte Frau Therese, als Ragna auf ihr stürmisches Klopfen geöffnet, tn das Zimmer tretend, .,id) glaubte, Sie waren tot, 1 da kam ich gleich mal idber nachzusehen, i (Forrsctzung folgt.)

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Dtrfafiunggebtnöe Dolktammer der Freistaates Hessen.

31. Sitzung vom 15. Juli.

Präsident Adel ung eröffnet um Vill Uhr

Sitzung. Bor Eintritt in die Tagesordnung:

Abg. Dorsch (zur Geschäftsordnung): Nach Aritunk^berichten, die von Kollegen im Hause frfätigt uverden, hat mir Präsidorrt Ulrich stm Zuruf gemacht: Alter Freund, du bist ja p-stzugge. Ich mutz gegen einen solchen Ton vom ^tzierungstisch die entschiedenste Verwahrung ein-

Präsident Adelung stellt fest, datz her Aus- llniff von ihm nicht gehört wurde und datz er sich gid» im anrtlixijcrt Stenogvamm nicht findet. Irt Herr Präsideitt Ulrich beftreitet, diese Aeutze^ Lag getan zu haben. Ich hätte selbstverständlich >-^l Ausdruck gerügt. >

fAnm. des Berichterstatters: Ter Ausdruck I ij| von dem Herrn Präsidenten gemacht worden ind wurde von zahlreichen Personen im Haus sshött.)

Tos Hous A-rt barrtnf in der

[gllflnuclntn Aussprache über das Landgesetz acker.

jeder Ast « billigt Bettel c. tw

steE^A rSidie in '

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feft!

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in dort für das Sicdlungswesen ausgesprochen. Kein Antrag bezweckt Unterbindung des Schochers oi Grund und Boden motz durch den Bauern. >iäifd)fc hat erklärt, datz der Staat Herr alles ülottnms ist, das er leinen Bürgern nur zur Nutznießung überläßt. Tas war allerdings v-on bnt nur im militarifttfdien Sinne gemeint. Abg öiijucr selber hat früher im Hause bedauert, datz iid-4 die Gemeinden ernt gesetzliche Handhab«, iarbm, freiwerdendes Bauernland zu erwerben urti, ü nicht in die .Hände des Grvtzgrundbesitzes fallen M lassen. Daß Freiherr v. Heyl nicht selber die dppvsüron leitete, sondern seine Kommis und die. toi ihm ausgehaltonen Zeitungen, die Wormser yitung und' die Hessische Lande-^zeitmig, ist selbst- kn'länMid). Tas ganze Gesetz ist durchaus bauern- mmdlich. Es wurde ja auch die Berufung des hndcoforslmeisters Weber, der der Rechten nahe- inb, im fcaufc von der Rechten mit Genugtuung btilfet. Wir roarcit überhaupt dagegen, eine Min- Mg i-enze fest zusetzen, da die Verlältnisse in Ober* Wien anders sind als im Odenwald und im itentoalii anders als in Rhein Hessen. Wir sollten k RlbgliclK-it offen lassen, Neinbäuerlichen 8vercnrrrlscliasten anszuhelsen und dem Arbeiter h Äartosselstück zu verschaffen. Wo bleiben bie Bntrrrfien der Kleinbauern, wenn man Güter

zu ihr gesagt?

,^JHre Kenntnisse und Fähigkeiten liegen jnif einem anderen Gebiet als dem für Haus und Fa­milie. Sie müssen hinaus in die Wett, m den fixunpf des Lebens."

Wie müde hatte fte jetzt schon der Kampf gemacht, der nach Arne Lorenzen noch keiner war. Und doch hatte und batte sie ihn gern gekämmt, denn sie kämpfte nicht für sich allein. Sie roar hinausgezogen von Heimat und Vaterhaers, nicht nur um allein aus eigenen Füßen zu stehen, son­dern vor allem der Heinen Schwester wegen, ine

Warum war sie auSgezogen? Um xu kämpfen, ringen um eine eigene Eristenz. Und was hatte ff erreicht? Nichts! Freilich, sie hatte nid# nötig tixibt, während der sechs Monate, die sic hier tn Itrlin weilte, die Hllse des fremden Vetters an- MX'hrnen, sie hatte sich so-usagen ihren Unter» kt verdient, aber wie? Trotz aller Nachsicht, die h einesteils in dem einfach bürgerlichen Hauff fcrt),- fühlte sie sich gleichsam geknechtet und tag» t) bis ins Innerste verletzt. Und doch mutzte sie forirni, daß es für sie ohne diese Nadelstiche des «iene nicht ging, denn ihr fehlte eben alles, um ir.e Stelle ausfüllen zu können, wie die, welche V von Frau Professor Lorenzen zugemutet wurde, i Was nützten ihr alle Selbstverleugnung, aller feife, alle Mühe? Nie konnte sie es recht machen, tn Vers hen folgte dem anderen. Was jeder nur i'igetmafaen geübten Kinderpslegerin und Stütze in Kinderspiel gewesen wäre, ward ihr zu schwerer jirbe.Mit gutem Willen gelingt alles", btlegte im Therrie Lorenzen zu sagen, wenn Ragna feilen mutloser als gewöhnlich erschien, aber [Kcgria hatte doch nur zu bald eingesehen, bafe der hte Wille allein noch lange nicht den Meister

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Strüms Wollbemdei, Ei Röcke n!w. nun; reine volle« t

Die Kommunalwatjlen.

♦♦ Allertshausen, 16. Juli. B-et her Deigevrdne tenwahl wurde üautexrt Jahs tzillgärtner I. mit 99 Stimmen gewählt. Je eine Stimme entfiel auf Frau Margarete Romer und Frau I. Hillgärtner. Frau Katharina Hillgärtner erhielt 5 Stimmen. eine Stimme war zersplittert. Zur Ge­meinderatswahl war nur ein Wa hl- vorschlag ausgestellt Wiedergewählt wur­den Steinhauerpolier Hch. Müller, Landw. Johs. Körbächer, Landw. Hcy. Schomber, Gastwirt Joh. W. Nackstigall, Landw. Hch. Schneider, Gastwirt M. Hormaun, Wagnermrister Hch. Hillgärtner. Neu gewählt Axurden Hüttenarbeiter Ldg. Wis^ net I., Landw. Peter Meßmer, Steinhainer Johe-. SchneckerK. Eisenbahnschaffner Adam Müller und Landw. Hch. SteinIjarb; letzterer wurde inzwischen zum Bürgermeister gewählt.

Q Birklar, 14. Juli. Bei der gestrigen Beigeoronetenwahl wurde der bisherige Beigeordnete Heinrich Müll« VII. rinftimmig wiedergewählt. Sämlliche Gemeinde Wahlen ver­liefen somit ohne Wahlkampf und brachten den steten Gemeindefrieden nicht au8 dem Gleichgetotcht.

* Burkhards, 14. Juli. Zum Beigeord­neten wurde Heinrich Horr II. mit 81 Stimmen gewählt. Ein Gegenkandidat wurde nicht ausgestellt.

as. Burkhardsfelden, 16. Juli- Vci der Beigeordneten wähl machten von 417 Wahlberechtigten 229 --- 50,5 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Ter bisherige Vriasordnet. Etaislian Damm wurde mit 227 (Stimmen wieder gewählt. Zwei Stimmen entftriat auf ern Fräulein. Es waren mehrere SDanbibaten aus­gestellt, die aber, da sich in letzter Stunde .xr bisherige alte Beigeordnete Tamm, der fern Amt als stellvertretender Bürgermrister und Brigevrd- tncter treu nnb gewissenhaft geführt hat, auf* stellen liefe, sämtlich zurückttaten: cm Zeuh-n für die Beliebtheit des Wichergewähltem ,

** Butzbach, 13. Juli. Bet dec Ijeutigni ersten Bei g eo r d netenw a hl wurde der bis­herige 1. Beigeordnete Karl Ha der mann II. eiitftimmig wieder gewählt. Ein Gtegenfanbibat war nicht aufgestellt worden. Er erhielt 761 Stimmen Sonntag, 20. Juli, findet die zweite Deigeord- netenwabl statt. m

a Göbelnrod. 14. Juli. Bei der Ber- gevrdnetenwahl wurde der bishemge Bei­geordnete Georg Wilhelm mit 36 Stimmen wieder gewählt. Sein Gegenkandidat erhielt 32 Stimmen.

O Grünberg, 13. Juli. Bei der heutigen Beigeord neten wa hl wurde der bisherige Beigeordnete Karl Konrad Fuldat ohne Gegen­kandidat mit 479 Stimmen wiedergewählt. 10 Stimmen waren -ersplfttert. Die Wahl verlief ruhig.

u. Heuchelheim, 14. Juli. Gestern fand mich hier die Beigeordnetenwahl statt. Bon den abgegebenen 1136 Stimmen entfielen 720 auf den bisherigen Beigeordneten Friede. Wilh. Kreiling. Sein Gegenkandidat Friede. Stern- müller IIE bereinigte auf seine Person 413 ^H^Seiligeftern; 16. Jutt. Bei dec Bei­geordnetenwahl wurden zwei Kandidaten ausgestellt: von ben bürgerlichen Parteien Georg Seipp iV und tm letzten Augenblick, am Samstag abend, Karl Held. Es wurden im ganzen 543 Stimmen abgegeben. Tavvn entfielen auf Seipp 367, auf Held 165 Stimmen, sowie auf 2 Frauen je eine und auf Franz Göbel eine StimmS, 8 Stim­men waren ungültig. Mithin ist Seipp gctodbU. Zu seinen Ehren wurde ihm nach alter ländlicher Sitte von seinen Wählern ein Tannenbaum grietzt.

* Münster, 14. Juli. Bei der geftrigert Beigeordnetenwahl machten von 203 Wahlberechtigten 92 von ihrem Wahlrecht Ge­brauch. Paulus Walter wurde mit 80 Stim­men wiedergewählt. 12 Stimmen waren »ev splfttert.

Abg. Reh (Dem.): Grundsätzliche Gegnerschaft »gen das Landgesetz hat sich im Hause nidyt ge» liniert, die Kritik hätte unbedingt sachlich bleiben mfl'm. Ter Rechrer polemisiert gegen die Agi- tation des Hess. Bauernbundes in den Bersamm- Uiigcn aus dem Lande. (Zwischenrufe von den Ab- ö;,Tlrrlmdrn der Hess. Bp.» Ich bedauere, daß Abg. vrttinyolz, li.i"glffurr hier im Hause meine Anwaltstätigkeit für 0L jll lonftn -'S iterhessische Standes Herren in die Tebatte gezogen tat. Wir können den Schmerz, bafe nicht mehr (witte Bauern wie früher in der Kammer sind, nicht teilen, haben selbstverständlich bäuerliche Ber- trtrr in der Kammer ganz gerne, aber nicht von her Einseiligkrit der Vertreter der Hess. Äolksp. Beifall links.! Als Jurist mufe ich mich den Be- ken des Kollegen Köhler gegen den Art. 60 eignungsverfahren) anschließem Ich hoffe, daß ch die Bedenken der Recksten in bet Entschädi- ngSsrage in der Einzeldebatte beseitigt werden, datz daS Gesetz einstimmig angenommen werden , was die Stellung unterer Regierung gegen- ibrt der Rcichsregieruny und dem Reick,ösied- tagSgesetz gewaltig verstärken würde. (Beifall.)

?lus dem AmtsverkündigungSblatt.

Tas AmtsverkündigungsblattNr.58 vom 15. Juli enthüll: Verordnung über ben Ver­sand von roten Möhren und Karotten aller Art. Anfertigung von Fahrraddecken irnb Fahrrad- schläuchen. Vom 23. Juni 1019. SeraikLung von Glimmer (Mira). Vom 21. Juni 1919. Französischer Verbtnbungr-offizier in Tarm stabt. Bcschafftmg von Belten für Kriegsbeichädrgie unb Kriegshinterbliebene Bertrilungsstellen; feier: Rückführung von Gütern. Tie Aussüferung von Aermessung^arbriten für Rechnung der Gemeinden. Rotlauf bei einem verendeten Schwein des Heinrich Mingelhöfer, Oppenrod. F^ldbevev' lügung Heuckfflhnm. Felbbereimgung Kessel­bach; feier: das topographische Mterverzeläniis. Feldbereiirtgung Lang-Göns. Orissatzung bie Benutzung ber automatischen Vichwage der tzstmeinde Alten-Buseck betreffeitb. Tte Ge­meinde vichwage zu Ober-Bessingen. Trenst- uacl ricklln des Kreisamtes.

Faferrabbeckcn u. Fahrr adschläuche können fünfeig ohne jede Einschränkung angefertigt werden.

Verarbeitung von Glimmer (tohea). Tie Beschränkungen, denen die Verarbeitung von Glimmer (Mica) auf Grund von Berpslichtungs- f (treiben der Glimmer Verarbeiter gegenüber ber Kriegs-Rohsdoff-Abteilung unterlag, sind seit 21. Juni aufgehoben.

Tas hessische Ge sa mtmtnr stertum gibt bekannt: Nachdem bet Friede nunmehr geschlossen ist, sieht die Hessische Negierung itae wichtigste Aufgabe darin, die Berpslichtungm, die er .für Hessen zur Folge hat, int Interesse des Vaterlandes so lofeal wie möglich zu erfüllen. Ta große und wichttge Teile Hessens voraussicht­lich auf Jahre hinaus besetzt bleiben, wirb dies nur mögltch sein durch Unterhaltung einer stän­digen Verbindung mit dem Oberkommando der Besatzmigstruppen in Mainz. Es ist bcShalb noch Tarrnftabt ein franzöfticchst Verbindungsosfizier mit dem erforderlichen Begleitpersonal abMmman» btert nrorben. Tte Hessische Regierung rechnet darauf, baß die Bevölkerung der Hauptstadt, tote auch des Laubes in Berücksichtigung ber oben» genannten Umstande dem franzöfischen Serbin» bungsoffizter bei ber Hessischen Regierung und seiilem Personal jederzrit mit Ruhe unb Würde begegnet unb sich insbesondere jeder unbesonnenen Haichlungswrise enthält.

Beschaffung von Betten für Kriegs­beschädigte und Kriegshinterbliebene. Tie Hes­sische Hanptsürsorgestelle ber Kriegsbeschädigten- imb Kriegshinterbliebenenfürsorae zu Darmstadt ist tn den Besitz von 80 Stück Lazarett betten ge­kommen, die an Kriegsbeschädigte und Kriegs- hinterbltebene des günstigen Preises wegen abge­geben werden sollen. Es bandelt sich um: 58 eiserne Bettstellen mit Sprralboben ä 60 Mk., 22 eiserne Bettstellen mit Draht gefleckt boden ä 40 Mk., 41 Seegrasmatratzen, gebraucht, l-teilig, fe30Mk., 6 Kapokmatratzen, gebraucht, l-teilig, ä 60 Mk., 5 Roßhaarmatratzen, gebraucht, 1-teiltg, ä 60 Mk., 3 Matratzen, Fcber» und Rotzfeaarnuschung, ä 45 Mk., 25 Seegrasmatratzen, gebraucht, 3- tciTig, ä 35 Mk. Tie erwachsenen Fracht- pp. Kosten, btt uns noch nicht sämtlich bekannt sind, kommen noch feinju, so bafe dem Preise für jeocs

nichts, gar nichts.

,Lhre Kenntmsse und Fähigkeiten liegen auf einem anderen Gebiet," wiederholte Ragna unnnll- kürlich Tottor Arne Lorenzens Worte. Ja, aber auf welchem denn? Sollte sie sozusagen erst alle Schulen durchmachen, ehe fte das Richti« sand? Sollte fte erst alle ihre Kraft, ihren Mut ver­geuden, um dann immer wieder und wieder emzu- sehm: das pofet nicht für dich, dein Können reicht nicht ans dazu sind andere berufen?

Warum hatte er, der es so gut mit ihr meinte, einen Feuerbrand in ihre Seele geworfen, indem er ihr den Vorschlag machte, Medizin zu stu­dieren? Er glaubte, bafe fte da am Platze wäre? Ja. sie glaubte es auch. ES wäre etwas, was ihr Befriedigung, Anregung verschaffte, was chren Getst spornte, noch hohen unb höchsten Zirien zu streben. Aber die Aussührung dieses Planes mar für sie, die Mittellose, eine Unmöglichkeit. Und dann Jahr über Jahr würde vergehen, ehe fte irgend etwas ergreifen konnte, und bei ihr ver­langte gewissermaßen der Augenblick fern Recht.

Außerdem war Ragna zu klug, um mcht zu wissen, bafe bei bet ganzen Art des Unterrichts und der Erziehung, die sie genossen, auch das Studium für sie mit Schwierigkeiten verknüpft war, die bei jedem jungen Manne, der etn Gym­nasium besucht hatte, fortficlen. . _____

Eine Bitterkeit wallte in ihr auf, erne grenzen­lose Bitterkeit gegen die Ungerechtigteft, mit der dem totiblidjen Geschlecht bie Bildung im all* gemeinen von vornherein vorenthalten wird, die man jedem Jungen, ob er nun klug oder Rnnm,

bis 200 Morgen schützen will? DaS ganze f SiebelungSnnternehmen wäre bann in ganz Hessen i auf 235 Betriebe angewiesen. Auch Abg. Brauer ; hat feier im Hause fest^eftellt, bafe das klein­bäuerliche Hessen mehr in der Erzeugung von i Nahrungsmitteln getriftet hat al4 der Durch­schnitt des Reiches. Man soll nicht nur natio­nale Redensarten machen, sondern auch nationale ' Arbeit leisten. Und das Gesetz verfolgt ben natio­nalen Zweck, die Leute im Lande zu erhalten und unsere Volkskraft wieder auszubwien. Sollte ber Geist bes Kollegen Dorsch im Gesetz »um Ausdruck kommen, so wäre das Gesetz für uns unannehmbar, der erzreaktionäre Geist, der die politischen Rechte an den Besitz knüpft. Dadurch treiben Sie eine Politik der Aufreizung der Ar­beitermassen. Mit 1200 Mk. kann Kollege Dorsch nur 'drei bis vier Wocken in Darmstadt leben, und da erhebt er noch Klagen über übertriebene Lohn tarderungen ber ArbcUer! (Heiteckkcit.) Ich gebe zu, bafe sich die Anschauungen unserer Partei über die Landwirtsclxift geändert haben. Wir nahmen an, daß in der Landwirtschaft wie in der Industrie der Großbetrieb siegen wurde. Diese Vormlsseyung roar falsch, der Kleinbetrieb erwies sich in der Landwirtschaft als überlegen, unb daraus zogen roir die Konsequenzen. Herr Deh- (inger soll erst einmal lesen, was das Erfurter Programm über die Landwirtschaft sagt. Wir wollen die Prvduttionsmittel, zu denen auch der Grund unb Soben gehört, verstaatlichen, wenn sie nicht mehr dein Produzerrten gefrören, sondern dem ÖH-ofeflapi'aliftcn. Tem Produzenten, der im Besitz seiner Produktionsmittel ist, wollen wir sie doch nicht wegnehmen. Tas letztere ist beim Klein- banern der Fall. Ta ist es doch ungeheure Dema­gogie, zu sagen, wir wollten den Weinbauern von ferner Sck^lle vertreiben. Wenn toir wollen, daß das frrtroerbenbe Bauernland van den Gemeinden erworben und dadurch der Spekulati-cnr entsagen werden soll, so wollen toir dach nur dasselbe, wie der Kollege Brauer. Wo bleibt denn da die angebliche Banernfeindlichlkeit der Sozialdennckra- tie? Wir haben stets für die llrndroirisch.rftlichen Positionen des Voranschlags gestimmt. Versetzen Sie uns nickst in die Zwangslage, bas Gesetz ab- zulehrren, inbent Sie bie Mindest grenze frinaus- sctzcn unb dadurch den Zweck des Gesetzes imrmög- lich machen. (Beifall.)

Es tritt eine Pause ein.

Nack, ber Pause gibt Präsident Lldelung be­kannt, daß ber Aoltestenrat beschlossen habe, wegen der Geschäftslage des Hauses, in den nächsten Tagen Nackmittagssitzmrgen abzu'h.llteir. Tie erste f)tach,mittagssitzu7rg findet morgen statt.

Abg. Schröder (Z.): Ter Manimonismus der Kriegswirtschaft hat ben psychologisch verständ­lichen Wunsch nach Sozialisierung immer stärker anfckMellkn lassen. Ich werde nur meine Periöit* liche Ansicht zum Landgesetz vortvagen und mich tm Rahmen der Generaldebatte hallen. Tas Lang - gesetz ist zweifellos ein erster Schritt zur Soziali­sierung. Besonders der §111 erweckte diesen Ein­druck und dann die Aeufeerungen des Herrn Finanzminifters, in denen er sich zu dem Ab- ringen des Staates von Grund und Bvden betanrtt bat. Dr die Zeit zu ruhiger Prüftmg feMte, auch Vorbilder nickst vorhanden wavyr, sind wir aufs Erperimentieren angewiesen. Gewifte Erperimente smb gerade bei der gegmrofrrhgen wirtschaftlichen Lage sehr gefährlich. Der Redner verliert sich in langatmige akademische Abschwri- fungen über das Wesen des Staates imb zeigte dadurch, auf tote fruchtbaren Boden die Anregvng des Aeltestenausschusses, sich kurz zu fassen, gefallen ist. Zur Sache kommend, erklärte der R^rner, bafe viele Bestimmungen zu weit gehen. Tie besonders aTtstößigen §§ 42, 49 und 111 hat der Ausschuß ersixnlichcrweise beseitigt. Was geschieht mit dem Lande, wenn der ßanbhunger bei Aenderuna unserer Ernährungslage wieder in Landüberdruß verwandelt wird? Attentate auf unfern Wald sollten nicht gemacht werden. Ter Redner begrüßt es, daß in den Siedlungsausschüssen eine pari­tätische Vertretung der Landlieferer und Land- empsänger vorgesehen wurde. Tagegen schaffen die 53, 58, 86, ferner 60 ff. ein Ausnahme­gesetz, das unter allen Umständen vermieden wer­den sollte. Man kann das Landgesetz anders beurteilen als ber Herr Fmanzminister. Andere Leute beurteilen die Kinder meist richtiger als die eigenen Eltern: ich begrüße es, daß ber Ausschuß wenigstens bie Trucksack)e 126, biefe unreife Frucht am Baume der Gesetzgebung, abgeschnittcn bat. Ich hoffe, bafe meine Anregung, auf gütlichem Wege ohne Anwendung von Zwang die Absichten des Gesetzes zu erreichen, auf fruchtbaren Boden fällt.

Präsident Adelung erklärt, bafe die Liste ber ersten Redner erschöpft ist unb erteilt sodann dem Abg. Dorsch das Wort.

Abg. D o r s ch (H. 23.) stellt gegen ben Fmanz- minister Henrich feit, daß die Landankäufe des

Frriherrn o. Heyl gar nicht tn seinen Wahlbezirk Nelen, so daß bie Berufung mif einen angeblich parlamentarischen Brauch nickst sllchfrallig ist. Der Redner redxfertigt gegen die Bor­würfe der Linien bie Achtation gegen das Landgesetz. ES roar Pflicht und Recht, die Landwirte über die Fvlgen des Gesetzes auf zu- klären. Wenn durch ben Zufall, bafe ein Abg. zu- rilrftrat, Kvllege Feldmann, ber an 15. Steile auf ber benwkratiscycn Liste stand, in die Volks­kammer eintrat, so tarm man dies doch wohl nicht mit dem Abg. Reh als eine genügende Vertretung ber Landwirtschaft halten, die uns übeNlüftig mache. Der Redner stellt gegen ben Abg. Schild­bach fast, daß er von dem gesunkenen Geldwert sprach, wonack) 1200 Mk. fr-ute nur noch den Wert von 400 Mk. beträgt. Wir Landwirte wün­schen daS Jnkrasttteten des Gesetzes, doch unter Beseitigung der uns anstöfeigen Artikel, auf tue wir in ber Spezi'aldebatte zurückkommen roerben.

Abg. Fenchel (Hess. Vp.> bittet um 53eante wortting einer im April gestellten dringlichen An­frage über die Behandlung des verpachteten Guts­landes. Wir haben gebeten um eine Antwort vor der Behandlung des Lanbgeseyes. Wir haben doch auch noch ein Recht auf eine Antwort. Ten Bor­wurf bes Finanzministers, bafe roir uns selbst bei der Mitarbeit aubgef(haltet hatten, mufe ich ab- lehnen.

Schluß ber Sitzung IV2 Uhr

Nächste Sitzung MitQvoch vormittag 9 Uhr (pünttlich).

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Stück noch etrott 1 Mark zuzurvchnen sein dürft.'. Wetter hat die Stelle icod) ein; Partie Decken (tote sie in ben Lazaretten zum Ernziehen in die Bezüge benutzt roerben), wovon das Stück sich auf etwa 18 Mk. stellen wird, und eine Arczahl Nacht­tische, das Stt'lck zu etwa 17 Mk. tn Aussicht Tte Preise für, sämtliche Gegenständ: verfteh.-n sich ab 2armftabt. Bestellungen [öimat H3 jum 18. Juli an bie Bürgermeistereien aufgegeben werden.

Rvtlauf ist bet einem ixrmbrizn Sckwcw des Heinrich Klingelhöfer, Oppenvod, feftgeftritt. Gehöftsperre ist angeotonet.

Dien st nach richtendes KreiSamtcS Balthasar Hillgärtner von Keffelbach würbe als P 0 l i z e i b i e n e r für diese Gemeinde eidlich verpflichtet.

Praktisch musste man ringreisen können, so mitten I anderer Form, und sie konnte nichts dagegen tun, im Leben auf eigene Füße gestellt. Wenn Ragna darüber nachbaclfte, welche Fehler sie schrm be­gangen, welche Engelsgeduld sie schon durch tfrrc Unkenntnis ber einfachsten Tinge herausgefordert hatte, bann stieg ihr bie Schamröte ins Gesuht. Unb obgleich sie Tag unb Nacht mit sich ge­rungen, gesucht hatte, ihren albernen Stolz, ber sich immer wieder auf bäumte, zu bekämpfen, ob­gleich sie die Zrit, seit sie frier in Bersin roar, gut genützt und viel, sehr viel unter ber strengen, aber gerechten Hand von Frau Therese gelernt hatte, mackste sie doch noch täglich neue Fehler, sie fühlte, bafe sie den Leuten keine wirkliche Stütze war, sondern, dafe ihr noch riet, noch sehr viel fehlte, um das zu sein, was fte wollte und mußte, ernt

[Verschied^ An- u.Verl von LMvcn. Li­tauen, kkoom vier, 1

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