Einzelbild herunterladen

wir also den Ausreiber," sagte sie, mit lochender Augen Ragna ins Antlitz sehens,und so hübsch, hübscher noch als vordem freilich verteufelt einfach, die schwarze Gewandung steht dir aber brillant. Run aber erzähle," bat Sigrid stürmisch, die Schwester zu einem Lehnstuhl führend,erzähl: alles, alles, wie ist es dir ergangen, was hast: du getrieben, hast du dich nicht nach diener kleinen Sigrie gcseh.'tt?"

Alles kam atemlos hervor, nachdem Sigrid die nach dem Korridor gehende Tür verriegelt.

Ach, ich konnte cs ja kaum erwarten, nach- dem ich deine Depesche hatte," plaudert: die junge Frau, sich lächelnd in einen Schaukelstuhl /versend rmd Ragna strafend bcbeachtend.Am liebsten hätte ich cs ja gleich allen erzählt, ober ich weih io, daß ich deinctnrcgen schweigen muß. Som würde dich ja als Familienoberhaupt gleich ein- saugen und mit dem Bücherschreiben wärs vor­bei. Sven sagt, deine Bück>cr wären sehr schön ich lese Romane, nimm miris nicht übel, lieber. Sven meint auch, es wäre sehr vernünftig, daß du anonym schreibst, aber im Grunde glaube irf>, daß er doch ganz stolz darauf ist, daß eine Svendburg die Bücher überPflicht" undAr­beit" geschrieben hat. Ost sitzt er und lieft ftunbäv- lang darin, trotzdem er sie nun nachgerade f ernten müßte. Aber, das hat er mir schon oft gesagt, wenn er dich findet ich weiß, daß er schon die eif­rigsten Nachforschungen angestellt hat dann müßtest du ohne Gnade zurück."

Als ob mir dein Mann etwas zu sagen hätte," sagte Ragna mit einem leisen, verächt­lichen Auszucken der roten Lippen.

(Fortsetzung folgt.)

Nr. 189

Zweites Blatt

Gießener Anzeiger lGeneral-Anzetger für Gberhesserv

l6er Gieße

ate!

Vie Ureirtagswah!.

die

sivah!

l

bach.

Zurückweisung

er

Sigrid gegenüber trat. Tausend Möglichkeiten

Fortsetzung 33.

tNachdruck verboten.)

Svendburg. Goratschin erzählte viel von Berlin I Und dann kam der Morgen und .Ragna strhr . ob dem glänzenden Leben hier. Das machte mir | nach Berlin. Äm Bahnhof nahm sie ane drosch«.

e n s v e r- z t würde.

rücksichtslosen U-Bootkriege eine

Mittelung Wilsons dur

über den Entschluß zum U-Bvotkrieg von Herrn Reichskanzler oder dem Auswärtigen niemals zur Sprache gebracht ttrorben.

ürst nger iun- und te.

Heinrich Ö ein vt Schäfer, Maurer, Arbeiter,

n-atürlich nicht. Ter sitzt in Chriftiania fest. Ich Mr auch dort. Tas heißt im Winter, wo was «s war. Viel war cs ta nicht, aber doch besser

Sickendorf; 15. Johannes Techert, Schuhmacher- meister, Frischborn; 16. Johannes Seibert, Ar­beiter, Reuters; 17. Georg Rausch, Arbeiter, Wallenrod; 18. Heinrich Wink, Hilssweichenfteller, Hutzdorf; 19. Andreas Klippcrt, Metallarbeiter, Dirlammen- 20, Josef Ruhl, Ärbeiter, Herb­stein; 21. Karl Hedtrich, Zimmermann, Lauter-

rüi-frocifuna. Wir müssen damit rechnen, daß den Appell nur erläßt, wenn er seine strikte

Stadt folgende Kandidaten ausgestellt: von der demokratische,' Partei Bankvorstand Hartmann Stoll und Bäckermeister Philipp König, von der deutschen Dolkspartei prakt. Arzt Dr. Langsdorf, von der l)essisck)cn Volkspartei Rechtsanwalt Dr. Brücker und Sanitätsrat Dr. Bauer, von der sozialdemokratischen Partei Gastwirt Robert Wie­dermann.

4 Butzbach, 14. Aug. Aus unserer Stadt sind für die K r e i s t a g s w a h l e n an aussichts­reicher Stelle die folgenden Kandidaten aufgestellt worden: von dec Zentrumspartei Kassenkontrolleur Kmietsch, von der deutschen Volkspartti Bürger­meister Köhler, von der demokratischen Partei Branereibcsitzer Melchior, von der sozialdemokra- tischen Partei Kaufmann Oppenheimer.

O Friedberg, 12. Aug. Für die am 17. August stattsindenden W a h l c n z u m K re i s- t a g des Kreises Friedberg sind nicht weniger als 5 Wahlvvrschläge zugelassen. Einem Wahl­vorschlag der beiden sozialdemokratischen Parteien stehen 4 bürgerliche Wahlvorschläge gegenüber^ eine Liste des Hessischen Bauernbundes und der Hessi­schen Volkspartei, eine demokratische Liste, ein: Liste der Deutschen (liberalen) Volkspartei und eine Liste des Zentrums. Warum diese Zersplit­terung, die einen schärferen Wahlkampf unvermeid­lich macht? Wie in anderen Kreisen hätte es doch mindestens zu einer Einigung des Bürgertums kommen polten! Zu wählen sind für den Kreis 30 Kreistagsmitglieder.

RI. Friedberg, 13. Aug. Richt allein beim Publikum, sondern auch bei den politischen Parteien unseres Kreises ist dos Interesse an her am nächsten Sonntag stet! findenden Kreist ags- wahl gering. Tic Wahlmüdigkeit ist eine Re­aktion auf den politischen Hochbetrieb der letzten Monate. Obgleich uns nur noch einige Tage von der Wahlhandlung trennen, ist bis jetzt erst eine Partei, die Deutsche Dolkspartei, mit ilyrem Wahl- worlcttag an die Oefsentlich-keit getreten unter Aus­gabe der Losung: Staiü und Land, Hand in Hand! Unter den 13 ausgesührten Kandidaten befinden sick vier Landwirte. Mehr gespannt ist man auch aus den Ausfall der Bürgermeifter- wähl, die dieser Tage von den Stadtverordneten vor genommen 'nrirb. Wie wir erfahren, befinden sich unter den zahlreichen Bewerbern mehrere Fried" karger Herren, während andererseits durchgesickert ist, im Stadtparlament sei Stimmung für einen Frankfurter Bewerber vorl-anden. Infolgedessen appelliert ein mitBiele Bürger" unterzeichneter Aufruf an den Lokalpatriotismus und lädt für den 14. August zu einer Massenkundgebung zu Gunsten der Wahl eines hiesigen Rechtsanwaltes ein, dessen Namen auch auf der Liste der Bewerber stehen soll.

O Lauterbach, 13. Aug. Wie von uns schon kurz mitgeteilt wurde, ist die von den politischen Parteien getroffene Vereinbarung, für die am 17. August ftattfindende Kreistagswahl sich

zum Kreistag fi« NahlversahrrnS m ch gesinnte Arbeiin lperschaft war bn beiterfeindliche; :ii rbeiter wurden ::r, ib gedrückt. $am t Bevölkerung, jo:;i sches Blut zugesti aufgefttß:n

1 Kandibair,

gebt ta rg Beckmw

Tie bürgerlichen Wahlvor

kreuzten ihr Hirn. Wenn Sven zu Hause war, oder wenn ihn ein Zufall herbeiführte. Wenn die Gcpßmama von ihrem Hiersein erfuhr, so war alles umsonst. Mit pochendem Herzen schritt Ragna über den Ziethenplatz der Hauptsront des Hotels entgegen. Kaum konnte sie dem Portier den Namen Gräfin Sigrid Svendburg nennen und nach der Zimmernummer fragen.

,^Jhre Starte ?" fragte der Portier, forschend bte.feljrr einfach gekleidete Mädchengestalt, die zu Fuß einherkam, musternd.

Es ist nicht nötig, mich zu melden," sagte Ragna, stolz das blonde Haupt hebend,ich werde erwartet."

Verblüfft nannte der Portier die Nummer und Ragna schritt die Treppe hinan. Erschöpft blieb sie vor der bezeichneten Ztmmertür stehen. Sigrid hatte sicher dafür gesorgt, daß nur sie allein anwesend war, aber wenn doch Sven ein­trat und wenn sie ihm in Sigrids Gegenwart gegenübertreten mußte?

Ragnas Herz pochte in wahnsinnigen Schlägen. Leise klopfte sie gegen die Tür.

Herein," rief eine glockenhelle Stimme, und bamt lag Sigrid in Ragnas Armen und lachte und weinte in einem Atem. Innig drückte Ragna das junge, schöne Geschöpf an ihre Brust.Mein Lieb­ling, mein Einziges," ftüsterte sie zu Sigrid zärt­lich hernieder,eMich, endlich habe ich dich wieder."

Tic junge Frau befreite lieft jetzt etwas ener­gisch aus der schwesterlichen Umarmung. Sie faßte Ragna um die Taille und bog das Köpfchen weit zurück, sie so gleichsam betrachtend.Da hätten

Iirt der Reichskanzler mit keinem Wort berührt. Ebenso ist bei den Verhandlungen, die zwischen dem Auswärtigen Amt und der Obersten Heeres­leitung über den U-Bootkrieg gepflogen wordm sind, femals von einer diplomatischen Aktion Aime- rikas iugunften des Friedens die Rede gemefen! Hindenburg veröffentlicht dann die Schriftstücke, die ihm zu dieser Friedensaktivn mitgeteilt worden sind. Es ist:

1. ein Telegramm des Reichskanzlers vom ?3. November 16, in dem dem Kaiser vorgeschlagen wurde, den Grafen Bcrnstuff anzuweisen, er möge Wilson veranlassen, möglichst bald nach seiner Wiederwahl den Mächten einen Friedensantrag tu machen. Ein solcher Friedensantrag erfolgte nicht!

2. ein Schreiben des Reichskanzlers vom 27. Oktober, in dem mitgeteilt wurde, daß die Ver­einbarungen mit den Zentralmächten für das Friedensangebot getroffen seien. Ter Kanzler führte dabei aus, Präsident Wilson hat vertraulich den Grasen Vernstorsf wissen lassen, daß er in der Zeit zwisckien jetzt und Neujahr einen Frie­densappell zu erlassen gedenke! Ob seine Msicht mir 11.(6 ausgeführt wird, bleibt ungewiß. Er ist unentschlossen und scheut ängstlich eine

dem Amt

auf eine Liste zu einigen und so jeglichen Wahl­kampf auszusck-alten, in letzter Stunde leider doch nicht Wirilichieit geworden. Der Alan scheiterte an den Forderungen der Sozialdemokratie, die mit der Anzahl der ihr zugedachten Sitze nicht einverstanden ist. Gewählt wird nach den eit. telnen Amtsgerichtsbezirken des Kreises; 21 Ver­treter sind in den neuen Kreistag zu entsenden. Nach dec ursprünglichen Vereinbarung wären diese in gleichmäßiger Weise auf die einzelnen Städte und Ortschaften, sowie auf die wirtschaftlichen Interessengruppen verteilt worden. Nachdem die Wahl nun politischgemacht" wird, kann infolge der Verhältniswahl der Fall cintrctcn, daß manche Gemeinde und manche Verussgruppe mehrere Sitze im Kreistag bekommen werden, do Vertreter von ihnen auf zwei Wahlvorschlägen an bevorzugter Stelle stehen. Dem sozialdemokratischen W a h l v o r s ch l a ge, der 21 Namen enthält und für die 3 Amtsgerichtsbezirke des Kreises gilt, steht in jedem Amtsgerichtsbezirk eine Liste der vereinigten bürgerlichen Parteien (Deutsche demokratische Bolkspartei, Deutsche Vvlkspartei und Teutsch-nationale Bolkspartei) gegenüber, so daß im ganzen also 4 Wohlvo» schlage in Betracht kommen und in jedem Amts­gerichtsbezirk (Lauterbach, Schlitz, Herbstein) neben Der sozialdemokratischen Liste ein besonderer Wahl­vorschlag des geschlossenen Bürgertums vorliegt. Tie drei bürgerlichen Listen in den einzelnen Amtsgerichtsbezirken sind jedoch als miteinander verbunden erklärt, so daß sie bei Verteilung der Kreistagssitze dem sozialdemokratischen Wahlvor­schlag gegenüber als ein einziger Vorschlag anzu- sehen und zu behandeln sind. Ter sozial- dc Mo lratische Wahl Vorschlag enthält die folgenden Namen: 1. Franz Graulich, Schmied, Lauterbach; 2. Heinrich Lachmann, Maurer­meister, Schlitz; 3. Heinrich Wahl 29., Maurer, Angersbach; 4. Joh. Kasp. Roth, Gelbgießer, Stockhansen; 5. Heinrich Zinn, Maurer, Landen­hausen; 6. Mathilde Nikol, Lehrerin, Ilbeshausen; 7. Heinrich Schwing 4., Zimmermann, Maar; 8. Heinrich Fischer 2., Landwirt, Willofs; 9. Kacl

Bernstorfs vom 7. Januar 1917 beginnt mit den Worten:Amerikanische Vermittlung für eigent­liche Friedensverhandlungen ist wegen der öffenl-- tichen Meinung unerwünftlft. Tie Frage der Mit­teilung unserer Friedensbedingungen wollen Euer Exzellenz befter inlaLorifcft behPideln. Dagegen ermächtige ich Sie, schon jetzt untere Bereitwillig- teit zur Mitwirkung an demienigen Teile des Pro­gramms zu dokumentieren, für das sich Wilson be­sonders interessiert: Schiedsgericht lick>e Einrichtun­gen und Friedensliga. Tie Reichsleitung legt so­mit auch hier auf die Vermittlung feinen Wert.

Es folgt bann das Telegramm des Grasen Bernstorfs, der von dieser Erklärung des unein­geschränkten U-Bootkrieges den Bruch mit den Verein, igten Staaten ernxrriet. Inzwischen war ani 9. Januar der kaiserliche Befehl zum rücksichtslosen U-Bsotkrieg ergangen. Am 16. Januar wurde Bernstorfs telegraphiert:Wir sind entschlossen, das Risiko (Bruch oder Krieg mit den Vereinigtem Staaten) aus uns zu nehmen!" Hindenburg veröffentlicht dieses Sdyrcibeu, um den Vorwurf gegen sich und Ludendorff zu entfräften, daß sie die Schuld daran treffe, und erflärt zusam- nveufassend: 1. Ter Vorwurf, den Reichskanz­ler z u c i ,l e r zwiespältigen Politik ge­genüber den Bereinigten Staaten gedrängt zu ha­ben, trifft mich und GeneralLudmdorsf unkvdiugt nicht. 2. Bedenken, daß durch den U-Bvotkrieg die diplomalische Aktion des Präsidenten Wilsml gestört werden könnte, sind in den Verhandlungen

Ragna Svendburg

sjioman von Anny Wothe.

Äblehmnrg durch die (hitaite nicht zu erwarten braucht!

Sehr wickckig ist das dritte Schreiben des Aus­wärtigen Amtes vom 24. Dezember. Es enthält den Wortlaut einer Antwort auf eine Note Wil­sons, betreffend Grundlagen für die Herstellung eines dauernden Friedens und beginnt mit den Worten:Um einer Einmischung des Präsiden­ten Wilson in die Friedensbedingungen vorzu­beugen, haben wir uns zu einer Beantwortung seiner Note entschlossen, die im Sinne unserer Friedensaklion gehalten ist, aber klar zum Aus­druck bringt, daß wir mit unseren Gegnern direkt zu verhandeln wünschen. Tie kaiserliche Re­gierung lehnte also Wilson als Frie­densvermittler ab. Eine Instruktion an

foont,.

ltbi8sh6b(

4 Bad-Nauheim, 14. Aug. Für .. Wah l en zum Kreistag wurden aus unserer

Nodemer, Landwirt, Altenschlirf; 10.

Eichenauer, Arbeiter, Bannerod; 11.

Kister, Schlosser, Engelrod; 12. En:st Apotheker, Schlitz; 13. Georg Möller, Hopfmannsfeld; 14. Johannes Wolf,

Ta, endlich kam der Postbote mit einem Brief von Chajas grober Hand an Ragna adressiert.

Mit hastigen Fingern löste das junge Mädchen dm Umschlag und las:

Süße Ragna!

Eigentlich verdienst Tu gar nicht, daß ick mir so viel Mühe gab, Seiner habhaft zu werden. Fürst Goratschin, dem ich erzählte, daß Tu in Berlin wärst ich habe ihn als unseren besten Freund natürlich ins Geheimnis gezogen schwur hoch und heilig, daß es ihm sehr leicht gelingen wurde, Tich in Berlin aufäufiitben, aber danke ergebenft. Trotz Polizei und Einwohnermeldeamt, -vv der gute Fürst cigenbcinig hinging, keine >Lpur oon Tir. Tn scheinst also unter einem anderen Warnen in dem göttlichen Berlin zu Hausen. Das mag ja für die Schriftstellerin recht schön fein, aber für mich recht unbequem. Na, also^ kurz iuib gut, es bleibt mir also weiter nichts übrig, Venn ich Tich sehen will, diesen Brief wieder an unsren alten Drachen Chaja zur Besorgung zu senden. Wer weiß, wann er da in .Teilte Hände kommt, wahrscheinlich, wenn ich gar nicht mehr in Berlin bin. Und ich will Dich doch so gern: iehen, ich muß Tich sehen, hörst Du wohl, aber b»ld, ach bitte, recht bald.

91(xr ich tue immer so, als ob Tu alles weisst und vor allem, daß ich in Berlin. Sven

Bin untn

1271

n das Fernspret1/-1 ^geschlossen.

H. Rotlschili, obel-u. Manufaktur^ Bahnhofstraße f£

Verftkti«! rochkiste-il Iste vorhanden. StW ,d)e$nflet)oteunti1| n den Mn.nOI ßerrÄöW'll J, gut. Eint I.

jiähtt).ob.hnberL&1| 5-489- ba»s veir. in i-erb. a- tret herni.erlv-ied.nw>'»

jungen d.9. 9>'ll

Verloren'--

''TwÄLfl

ißt ni*; L gwrM

eine Einladung ihrer alten Freundin Gräfin De­ge^ und brannte darauf, mich hier bei ihrer guten Freundin zu zeigen ich soll nämlich noch hüb­scher geworden fein, und die gute Großmam r macht gerne mit mir Staat. Sven hatte nichts dagegen was sollte er schließlich auch und wir sind nun hier, wohnen recht hübsch und leben einen recht vergnügten Tag. Wir reiten und fahren alle Tage aus Großmama natürlich nicht, sondern Goratschin und ich, aber sonst isfs hier recht angenehm und nett Wirf Dich ihr zu Füßen und alles ist wieder gut glaube wenigstens. Willst Tu nicht? Ich sehe Dein Haupt sich stolz emporheben. Na, laß nur, ich tue Tir nichts. Natürlich darf kein Mensch außer Goratschin wißen, daß wir uns sehen ich freue mich schon auf unser heimliches Zusammentreffen. Es wäre himnv- lisch, wenn Sven eifersüchtig mürbe, wenn er doch noch etwas Läuten hören sollte. Wir wohnen im Kaiserhof. Gib mir sofort Nachricht, wann Du mich hier auf suchen willst. Ich werde zu Hause sein, und unnötige Lauscher fern zu halten nnffcn.--Komm bald, mein Süßes, Großes,

es erwartet Dich sehnsüchtig

Derne kleine Sigrid.

r"*verein£xj

s«f

Ragna faltete langsam 'ben Brief zusammen. Etwas Starres, Kaltes, Ruhiges kam über ftc. Sie schritt zu ihrem Schreibtisch und warf eine Depesche auf ein Stück Papier.

Morgen Mittag zwölf Uhr, Ragna" stand darauf, aber die roenigen Jöorte brannten in ihrer Seele und irrten wie Fieberschauer wahrend her Nacht durch ihre Träume.

schlüge lauten: 1. Amtsgerichtsbezirk Lauterbach: 1. Alexander Stöpler, Bürger­meister, Lauterbach; 2. H. F. Rodemer, Bürger­meister, Angersbach- 3. Joy. Gg. Bensel, Land­wirt. Maar; 4. Karl Neidhart, Kaufmann, Lauter­bach; 5. Heinrich Ziegenhain, Bürgermeister, Dir­lammen; 6. Heinrich Konrad Wienold, Bürger­meister, Stockhausen; 7. Geor^ Geisel, Bürger­meister. Reuters; 8. Leonhard Hoos, Kommerzien­rat, Lauterbach; 9. Christian Henkel, Bürger­meister, Landenhausen; 10. Johannes Keip, Bei­geordneter, Wallenrod; 11. Heinrich Listmann 3., Kaufmann Lauterbach; 12. Karl Keutzer, Bürger­meister, Frischborn; 13. Heinrich-Euler, Bürger­meister. Heblos; 14. Heinrich Lerch, Bürger­meister, Allmenrod; 15. Heinrich Prediger, Bür­germeister, Wernges. 2. Amtsgerichts­bezirk Schlitz: 1. Fririw. Zöller, 1. Beigeord­neter, Schlitz; 2. Johannes Fischer, Bürger­meister, Pfordt; 3. Heinrich Römer, Fabrikant, Schlitz; 4. Adam Döring, Bürgermeister, Rim­bach; 5. Joh. Ad. Schäfer, Bürgermeister, Uetz- hausen; 6. Christian Hofmann, Bürgermeister, Qneck; 7. Hrch. Hendrich, Gastwirt, Schlitz; 8. Hemrick Hohmeier, Bürgermeister, Fraurvm- bach; 9. Georg Baumgärtner, Fabrikant, Schlitz; 10. Johannes Weber, Bürgermeister, Willofs; 11. Konrad Lips, Bürgermeister, Unter-Schwarz. 3. Tlmtsgerichtsbezirk Herb ft ein: 1. Los. Anton Wiegand, Bürgermeister, Herb­stein; 2. Friedrich Jost, Bürgermeister, Bermnts- bain; 3. August Rasch, Bürgermeister, Freien­steinau: 4. Heinr. Schaaf, Bürgermeister, Eichcl- barn: 5. H. Ochs, Bürgermeister, Ilbeshausen; 6. Paul Schwalbach, Bürgermeister, Bannerod: 7. Heinrich Ganß, Bürgermeister, Crainfeld; 8. Heinrich Rahn, Bürgermeister, Rixfeld; 9. Fr. Engelbert Kübel, Landwirt, öerbftein; 10. Karl Scherf, Bürgermeister, Altenschlirf; 11. Karl Schäg, Bürgermeister, Ober-Moos; 12. Johannes Berting, Bürgermeister, Fleschenbach; 13. Johs. Rahn, Bürgermeister, Engelrod; 14. Hermann Jockel, Bürgermeister, Lanzenhain; 15. Theodor Wlllmann, .Bürgermeister, Steinfurt.

®. t). £. und H öoobKrieg.

Berlin, 13. August.

TaS , 20. Jahrhundert" veröffentlicht einen Briet Hindenburgs an ben Prinzen Max von Baden," in dem der Nachweis geführt wird, bau der frühere Reichskanzler oon Be1hmann-Hollw:g an den Ernst des Wilsonschen Frie- bensoermittelungsversuchs nicht ge­glaubt hat, ja baß er diesen Vermittelungsoersuch durch das 5riebc:i§angcbot oom 20. Tezemder hintertreiben 'wollte. In dem Briese, der Groß:s Hauptquarttcr, 17. Ok.ober 17 datiert ist, bezieht sich Hindenburg auf einen Artikel des Professors von Schulze-GävernitzWilsons Friedensvarnntt- telung". In derVossiicheif Zeitung" vom 18. Ok­tober 18 wirb die Frage aufgeworfen, Iven di: Schuld daran trifft, daß durch die Erklärmtg des rücksichtslosen U-Bo)tkrleges die damalige Fricdens- vermittelung-Saktion des Prästoeriten Wilson zum Scheitern gebracht 'worden ist. Hindenburg erklärt, daß er bei lieber nannte seiner bnnctligcn Stellung als Generalissimus dem damalig-en Reick)skanzlcr von Bethmann-Hollweg gelegentlich einer Aus­sprache auf Schloß Plcß am 30. Oktober 1916 den Entschluß zum verscl)ärften U-Boolkriege von der Erklärung abbängig gemacht bat, baß er nach der militärischen Lage den Augenblick für gegeben erachte. Damals Rumänien hatte gerade dm Krieg erklärt und äußerst schwere Kämpfe tobten an der West- und Ostfvont ließ dieselbe diese Er­klärung mit Rücksicht auf die Neutralen nicht zu.

Hindenburg schildert btrmt die Lage im De­zember 1917 und sagt:Also mußten toir trotz aller Bedenken zu dem letzten Mittel greifen, das tne feindliche Materialüberlegenheit eindämmen konnte, nämlich dem rücksichtslosen U-Bootkrieg. Es wurde darauf am 20. Tezember dem .Aus­wärtigen Amte gedrahtet, daß nunmehr der U- Bvotkrieg mit aller Schärfe einsetzen müsse. Ter Reichslanzler erklärt sich am 25. Dezember zur Einleitung von Besprechungen über diesen U-Boot- frieg bereit, sobald die deutsche Friedensaktion durch eine Antwort der Entente zu einem gewissen M- Astuß gelangt sei! Der Reichs kanzter legte da- 6ei feine Stellung in folgendem Wortlaut fest: daß der uneingeschränkte U-Bvotkrieg, da er sich nicht nur gegen feindliche, sondern auch gegen Neutrale Schisse richte, unmittelbar in unser Ver­hältnis zu den neutralen Staaten eingretft, daß er eilten A k t der auswärtigen Politik d a r ft e l l t, für den ich die alleinige und nicht übertragbare Vevanttvortung zu tragen habe."

Tie entscheidende Besprechung fanb am 9. Ja­nuar 1917 im Sckfloß Pleß statt. Daß mit dem

Lust, und da Sven nicht abkvmmcn konnte, reisten I aber fie hielt es nicht aud in dem engen Gefährt, trir los. Natürlich höchst anständig Grotz-1 An der Ecke der Linden- und Wilhelmsttaße stteg mama als Gardedame dabei. Großmama hotte sie aus sie mußte sich erst sammeln, ehe sie

Freitag, 15. August W9

Hocbschulttaehrichten.

Marburg, 13. Aug. Die Sibltotftctir« Dr. Reinnoldt, Pros. Dr. Wrede und Prof. Tr. Maurmann wurden zu£)bcrbibltotbeEarer ernannt.

ücmijcHcs.

* Ein vielbegehrtei Posten. Die ,O. Ztg." schreibt: Um die Offeuback-er O ber- b ü r g e r m e i st e r st e l l e, die jüngst in ben Der- schicdcnsten Blättern ausgeschtteben ivar, sind bis zum Terminablauf nicht weniger als 96 !) Be­werbungen angegangen. Tie Bewerber setzen sich aus allen Kreisen der Verwaltung zusammen: Bürgermeister, _ Syndizi, Justitiare, National- ötonomen, Kaufleute, Spar lassen-, Bank-, und Handelsdirettorei:, Bauräte, Techniker, Verbands- geschäf.ssüh.er, Hochscl>ulproses.oren,Nechtsanwälte. iSchriststeller, ja ein Brauer, ein Landwirt und ein Bezirksfcldioebel sind darunter. Man begegnet nur wenigen Namen, die in der Städteverwaltung bereits 51 lang haben.

* Sontra (Bez. Kassel), 14. Aug. Ein auf­regender Mord fall spielte sich am Sonntag mittag in dem nahen Torfe L i n d e n a u ab. Der 45jährige Arbeiter Bernhard Schmidt von hier wurde von den beiden Söhnen des Landwirts L. auf einem ihnen gehörigen Kirschlwume ange- troffen. Als die beiden, mit Gewehren aus­gerüstet, sich dem Kirschbaum näherten, ergriff Sch. die Flucht. Die beiden L. nahmen die Ver­folgung auf und eröffneten ein regelrechtes Scharfschießeil auf den Fliehenden, bis dieser endlich, von einer Kugel in die Brust getroffen, tot zusammenbrach Gendarmeriewachtmelster W e- der von hier nahrn am Nachinittag die Ver­haftung der beiden Brüder vor und überlieferte sie dem hiesigen Amtsgerichts-Gefängnis. Tie Menge versuchte die beiden Verhafteten den Po­lizeihänden zu entreißen, um Lynchjusttz an ihnen anszuüben. Weber konnte es auch nicht verhindern, daß die Verhafteten auf dem Transport von der folgenden Menge mißhandelt wurden. Auch rin Landwirt aus Wichmannshausen, welcher hier zu Besuch weilte und für die Verhafteten Partei ergriff, wurde von der Menge arg mißhandelt.

>vz. Düsseldorf, 14. Aug. Gestern abeito erhob das Publikum in einem Lichtbild- theater auf der Sch-adowstraße bei der Aus­führung des FilmsGelübde dec Keuschheit" als Protest gegen diese das Schamgefühl jedes anstän­digen Menschen auf das tiefste verletzende Dar­stellung schärfsten Einspruch. Es erhoben sich mehrere hundert Persmren und gaben durch lebhafte Protestrufe ihrer Enttüstung Ausdruck. Der Erfolg war, daß die Vorführung des Films abgebrochen wurde. Kurz darauf wurde versucht, den F-ilm zu Ende zu spielen. Als den nun in schärfstem Tone zum Ausdruck gebrachten Protest­rufen nicht Folge gegeben wurde, schritt man zur Selbsthilfe und zerriß die Leinwand. Hierauf griff die Polizei ein und schloß das Theater.

* D i e Sittsamkeit der Postbeam- tinnen. Bewerberinnen um Stellen für Post- und Telegrafen gehilfinnen müssen nad> der Dienstanweisung am Ort ihrer künftigen Beschäf­tigung Familienanschluß an Verwandte haben, bei denen sie wohnen können. In Aus­nahmefallen muß dauernd darüber gewacht wer­den, daß die Unterbringung in jeder Beziehung einwandfrei ist. Viele Verkehrsämter haben deshalb angeordnet, daß alleinftcißenbe Beamtinnen zur Wahl einer Wohnung der Genehmigung des Amtes bedürfen. Für ^Beamtinnen im vorgeschrittenen Lebensalter hält das Reichspoftministerium jetzt eine derartige Fürsorge für nicht mehr erforder­lich. Es hat desl-alb bejtimmt, daß derartige An­ordnungen der Verkehrsämter spätestens mit der planmäßigen Anstellung, stets aber mit Vollendung des 30. Lebensjahres Der Beamtinnen sortsallen.

kirchliche Nachrichten.

Israelit. R e l i g i v n s g e m e i-n d e. Got- teöhenft i. d. Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, 16. August. Voraoeick: 7.15 Morgens: 8.30. Abends: 7.50 und 8.30.

Israelit. Religions-Gesellschaft. Sabkatfeier d. 16. August. Freitag abend: 7.15. Samstag vormittag: 8.00. Nachmittag: 4.00. Sabkatausgang: 8.30. Wochenguttesdienft: morgens 6.30, abends 6.30.

WIm Interesse der viel. Srcchleld. sei ea dieser Stelle nochmal ganz besonders a. d. Insarat d. Herrn Ph. Sleaer Lohn in heutigar Knamer hlngewionen.