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trotten, wo er inten iferi qcfyxtfen wird, "nlaß zur ^ntrnttramg nxrr, datz feine Armee fid- der Entwaffnung und Internierung entzogen hcN und nach Deutschland gelüdjrtet war. Nur einig' tausend Mann wurden seftgehalttn. Mackensen: sich deswegen vor bat Ententemächten zu verant­worten.

Das Wahlergebnis in Sayern.

M ün chen, 13. Jan. (WTB. Amtlich.) Einst­weiliges Wahlergebnis nach dem Stande von Mon­tag abend 8 Uhr: Von 191 rechtsrheinischen Di- striktsvermaltungsbehörden liegen die einstweiligen Wahlergebnisse zum bayrischen Landtag für 147 Distriktsverwaltungsbezirke vor. Hiernach entfallen lauf die hauptsächlichsten Parteien folgende Stim­

men:

Äahr. Volkspartei

Sozialdemokratische Partei

Deutsche Volkspartei

Bayr. Bauernbund

Nation al liberale und Mittelpartei

Unabhängige

Mittelst audspartei Unterossiziervartei

55 Abgeordnete

50

22

18

7

4

Mannheim, 13. Ian. (WTB.) Die bayerischen Landtagswahlen sollten in der Pfalz am 2. Fe­bruar stattfinden. Die französische Besatznngsbehörde verlangt aber die Abhaltung der Wahlen noch im Januar. Da auf den 19. Januar die Wahlen zur Nationalversammlung angesetzt sind, Kommt als ein­ziger Termin der 26. Januar in Betracht. Ein Be­schütz ist hierüber noch nicht gefaßt.

In diesen Zahlen sind die Wahlergebnisse von Nürnberg ganz und von München zum größten CCri! mitenthalten von 416 Münchener Stimm­bezirken fehlen twrf) 39), dagegen lag das Wahl­ergebnis ans verschiedenen Städten, z. B. -ttigs- bürg, Fürth, Würzburg überhaupt nicht vor, so daß sich das Gesamtergebnis noch verschieben kann. In der Annahme, daß durch die ausstehenden Resul­tate das Stimmergebnis der verschiedenen Parteien Zueinander sich nicht erheblich ändert, bart als Er­

gebnis angenommen werden: Bayrische Bolksvartei Sozialdemokratische Partei Deutsd>e Volkspartei

, Bayrischer Bauernbund Nationalliberale Partei Unabhängige

754 477

696 433

312182

250 238

86 153

87 593

3180

9 236

Bern, 13. Ian (WTB.) (Ein Sonderbericht­erstatter desMatin' hatte in München am 2. Januar den Ministerpräsidenten Eisner interviewt. (Eisner erklärte ihm u. a, daß die Unabhängigen in Deutschland die ungeheure Mehrheit des Volkes (!) hinter sich hätten. Wenn man dies jetzt noch nicht erkenne, so werde man es bei den Wahlen sehen. Dann würden die Unabhängigen die ganze Macht in Deutschland haben und die Sozialisten vom Schlage Scheidemann und Auer würden zwar mit den Unabhängigen arbeiten können, diesen würden sie aber die erste Stelle einräumcn muffen. Hinter den Sozialisten würden die Sowjets als Stütze stehen.

Aur Hessen.

AnS dem hessischen Volksrat.

I Darmstadt, 12. Jan. Ter Volksrat ist «mtschlossen, allen Putschversuchen der Unab­hängigen mit den schärfsten Mitteln entgegenzu­treten. Wie der Vorsitzende des Dolksrats, Delp erklärte, wird eir es aus sein Gewissen nehmen, den Führer der Unabhängigen, Rechtsanwalt Dr. Wolff, der nur aus imbesriedigtem Ehrgeiz han­delte, vor das auf dessen eigenen Antrag geschaffen^ Nevolutionstribunal zu stellen nnh ihn an die Wand stellen zu lassen, falls er Unruhen «mzetteln wolle. Ajuf den Straßen patrouillieren bespannte Maschinengewehre.

Republik Groß-Hessen.

Rodheim a. d. B., 13 .Jan. feier wurde gestern in einer Versammlung der Demokrati­schen Partei folgrnoer Beschluß gefaßt:

Tie heute zu Robl)rim an der Bieber statt- findende, von der Deutschen demokrati­schen Partei etnberitfene Wählerversamm­lung begrüßt die Absicht zahlreicher Per­sonen aus Hessen, Hessen-Nassau und Wetzlar, diese mit'.eldeutschen Landesteile zu einer Re­publik Groß-Hessen zu vereinigen, aufs wärmste und crbo'ft von diesem Zusammen­schlüsse große politische intb wirtschaft­liche Vor teile sür die Deuwlmer dieser Ge­biete itnb für das Reich. Tie Versammlimg hofft und wünscht, daß die deutsche National­versammlung in Kassel als enter im Zentrum des Reichs gelegenen ruhigen Stadt eine sichere und würdige Stätte finden möge.

Aus Stadt und (and.

.Gießen, den 14. Januar 1919.

Lebensmittel.

Einträgen von Lebensmittelkarten. Die am 11. d. M. zur Ausgabe gelangten Lebens­mittelkarten sind bis spätestens 16. Januar 1919 einer Berkan sstelle zur Eintragung ihrer Firma und Abtrennung des Kontrollabschnittes vorzulegen.

* Ausgabe von Süßstoff (Saccharin). 3m Monat Januar 1919 wird gegen die Lieferungs- abschnitte 23 und 24 der SützsloffkartenH" (blau) und gegen die Lieferungsabschnitte 3 und 4 der Süß» stoffkartenG" (gelb) von den Süßstoffabgabestellen Süßstoff abgegeben. Es gelangen auf die Abschnitte 23 und 24 je ein Briefchen und auf die Abschnitte 3 und 4 je eine Schachtel zur Ausgabe.

** Ausgabe von Bückingen. Don Mittwoch den 15. bis einschl. Freitag den 17. d. M. erhalten die Kunden der im Anzeigenteil aufgeführten Ge- schäften auf je eine in dem Geschäfte abgegebene Lebensmittelkarte einen Bücking. Der Bestellausweis zur Lebensmittelkarte ist vorzulegen.

»

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurden: am 7. Januar 1919 der (i)e- richtsschreibergelnlse Heinrich OScorg Klein­schmidt in Hir'ckborn znm ^IkruariatSassistenten bei dem 2(mt*qcrid)t Hirschhorn, der Gericht-» fdjmbcrgriil c Damian Schüssel in Bad-Nau- brhn jum Aktuariatsassiftcnten bei dem Amts­gericht Bod-Naul>cim.

** Personalnachrichten der Ober- Postdirektion Darmstadt. Verlieben wurde das Eiserne 2. Klasse den Z-eldvvst- sekretären Grill ans Bingen (Rhein) intb Metzel ans Darmßadt: daS Hessische Allgemeine Ehren- neidrn für .ittiegSverdienste am Strieg5banbc oem Gefreiten der Res. Telegravbenassistent Heil aus Darmstadt: das Hessisch: Kriegc-ebrenzeidxm oem Felldposisckrctär Glenz aus T-armftabt. A n g e - Itommen: AlS Pouagent: Die Ärirgsteilnch- mer Herrn. Jourdan III. in Walldorf bei Frank­

furt «Marn), Ullrich in Rodheim v. d. H. und Wecht in Zotzenbach (Odenwald); alsPoftagen - tin: Fran 9Jtargaretbe Probst Witwe in Eisen­heim. Versetzt: Postsekretär Lapp von Seligen­stadt (Hessen) nach Klein-Krotzenburg (Kr. Offen­bach) unter Uebertragung einer Postverwalterftelle, Postfekretär Schneider von Budenheim ltach Höchst Odenwald), Postverwalter Ring von Kl.-K'rotzen- burA (Ldr. Offenbach) nach Budenheim, Obcr-Post- affi)tcnt Hein von Bensl>eim nad) Darmstadt, Tcle- Iraphenasi'istent Reinhardt von Gießen nach Bad- Nauheirn, Postasjistenr Weber von Darmstadt nach Bensheim und Poftassiftent Görisch von Mainz *nad) Alzey. In den Ruhestand versetzt: Poftsekretär Olt in Höchst (Odw.). Freiwillig ausgeschieden: Telegravhengehilsin Eck in Worms, die Postagentin Wilh. Jourdan in Wall­dorf bei Frankfurt (Diain) und Mabel in Zotzen­bach (Odenwald). A u s dem Felde der Ehre gefallen: Leutnant d. R. Ober-Postassistent Rodrian aus Gießen. Gestorben: Postsekretär Kammer in Darmstadt, Offtzierftellvertreter Ober» Postassistent (5ad)5 aus Heppcnl>eim (Bergftr.) in iranzösischer Kriegsgefangenschaft, Ober-Telegra- phenassiftent a. D. Wenzel in Alzey, Postagentin, feeberer in Dudenhofen (Hessen), die Postagenten .Holl in Rod heim v. d. H. und Wilhelm Probst in Essenheim.

**OeffentlicheBücherhalle. Im Dezember wurden 1506 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 903, Zeitschriften 182, Jugcndschriftcn 107, Literaturgeschichte 7, Gedichte und Dramen 30, Länder- und Völkerkunde 19, Kulturge­schichte 17, Geschichte und Biographien 58, Kunstgeschichte 12, Naturwissenschaft und Technologie 63, Heer- und Seewesen 7, Haus­und Landwirtschaft 4, Gesundl^itslehre 5, Religion und Philosophie 43, Staatswissen­schaft 19, Sprachwissenschaft 4, Fremdsprach­liches 26 Bände. Nach auswärts kamen 23 Bände.

*"* Gestohlen wurde trotz der jetzt verschärften Aufsicht gestern abend im Theater aus der Gar­derobe des 2. Ranges einem Soldaten ein ganz neuer Militärmantel. Als Dieb kommt ein Kamerad" in Frage.

** Gießener Konzert-Verein. Mittwoch den 22. Januar findet abends 7<2 Uhr in der Stadtkirche das vierte Konzert mit Frau Anna Kaempfert (Sopran), Kammersängerin aus Frankfurt a. M., und Herrn Arno Landmann, Organist der Christuskirche in Mann­heim, statt. Ium Vortrag kommen Orgelwerke von Bach und Reger, Gesänge von Vach, Mozart, Sey- both, Landmann, Neger und Göhler. D.e für die Aula zum 4. Konzert ausgegebcnen Abonnements­karten haben keine Gültigkeit,' diese müssen bis zum 18. Januar bei Ernst Challier gegen Plätze für die Kirche umgetauscht werden.

**Bahnverkehr Gießen - Gelnhausen. End­lich, nach vielen Klagen der Arbeiterschaft, haben sich die bisher so schlechten Verkehrsverhältiiisse aus der Bahnstrecke Gießen-Gelnhausen bedeutend gebessert. Der erste Frühzug, der bisher 4.46 Uhr von Hungen abging und entschieden zu früh gelegt war, jo daß er tatsächlich nur von etwa 20 Arbeitern benützt wurde, geht von heute ab um 6 24 Uhr von Hungen ab. Da die meisten Betriebe mit der Arbeit erst um 7 bzw. 8 Uhr beginnen, wäre die bisherige Be­nützung des ersten Zuges ein Unsinn gewesen. Die Verlegung ist im Sinne aller Arbeiter und auch jeden­falls der übrigen Reisenden. Der seit kurzer Zeit fortgefallene dritte Zug Gelnhausen-Gießen geht nun auch wieder ab Hungen 9 Uhr. Ebenso haben die Abendzüge eine erfreuliche Derleaung erfahren. Der bisher 6.15 Uhr und oft später abgegangene erste Zug geht nun bereits um 5.30 Uhr von Gießen noch Gelnhausen ab. Damit ist ein lang gehegter Wunsch der Arbeiterschaft endlich in Erfüllung ge­gangen.

** Besitzwechsel. Das Eberhard Metzger'sche Geschäftshaus am Seltersweg ging für 180000 Mk. in den Besitz des Inhabers des Tapetenhauses Täubert über. Der Kaufmann Aubel kaufte für 60000 Mk. von Abermann & Kling deren Anwesen, Kepler-Straße 11.

** Ter Matthäus-Frauen verein hatte seine Mitglieder für gestern zu einem Vor­tragsabend nadi dem Markussaal geladen, um über die Wahlpflicht zu belehren. Zur (Einführung bemerkte Herr Pfarrer Mahr, baff, wenn auch in diesem Saale einmal von Politik gesprochen werden solle, sich dies durch die Beziehungen rechtfertige) die das christliche Leben zu der Politik habe. Der Mensch fönne nicht nur ein ausschließlich inneres Sefccn führen, er habe Beziehungen zu seinen Mil- Vnenfdxn. und diese zu regeln sei das Wesen der Politik. Das Referat hatte Frau Prof. Kable (übernommen, die eingangs auf die entscheidende Wichtigkeit des ersten Wahltags hinwies, an dem die Frau das öemidjt ihrer Meinung mit in die Wagschale zu iverfen berufen fei. Freilich hätte sie gewümcht, daß die Fvau das Wahlrecht nicht aus den Händen einer sozialdemokratischen Revolu- ttonsregiertmg, sondern von einer rechtmäßig von der Volksmehrheit berufenen Regierung empfangen Wtc. Referentin berührte nun eine Reihe wich­tiger Fragen, die in der Zukunft zur Entscheidung stehen, u. a. die Frage der Trennung von Kirche und Staat, uitb gab recht instruktive Belehrungen Aber das Wahlrecht selbst. Anschlicßcird führte Herr Pfarrer M a h r in einer Rn he geixnt tot toller Sätze aus, wie der Geist der Frauenwelt, in dem sic das Wahlvedft ausübe, in Zukunft nicht von Iden Interessen der ledigen, erwerbenden Frau, son- dem vor allem von denen der Fran als Eattin und Mutter beherrscht sein muß.

** Die deutsch-nationale Bo l ks- partei wird am Donnerstag den 16. Januar, abends ?Vs Uhr, im Stadttheater eine Wähler- Versammlung für Unteroffiziere des aktiven und Beurlaubtenstcntbes veranstalten. ?tttch Offiziere, Sanitätsoffiziere und Militärbeamte sind ringeln- den, mit ihren männlidien und wriblick-en An­gehörigen trittmtehrnm. Es werden fprcdxm Pro- Tefior Dr. Jeß (Oberarzt d. L.), Geeint rat Haupt, Feldwebelleutnant Ufinger unb Ober- postsekretär Kohl Hase. Außer der allgemeinen politischen Lage und der Bedeutung der bevor stehen- den Wahleir soll namentlich die künftige Gestaltung des Heerwesens in seinem Verhüt misse zum Volks­tänzen und die rechtliche und wirtsdwftlube Sicher­stellung der Militärpersonen (ZivilVersorgung der Unteren tiere uiro.) be)'prod>cn werden.

Die deutsche demokratische Partei teilt uns mit, daß in der Versammlung heute abend 8 Uh- im Fürstenhof noch Herr Eisenbahnwerkmeister Hart- Frankfurt a. M. sprechen wird.

" Die Zentrumspartei gibt tm heutigen Anzeigenteil ihren Stimmzettel mit den zu wählenden Kandidaten für den Wahlkreis Hessen bekannt, war- auf an dieser Stelle nochmals hingewiesen sei.

"De Auszahlung der Familienunter, stützungen an die Angehörigen der zum Heeresdienst|

i Eingerufenen für 16. bis 31. Januar 1919 findet I vc»m 15. bis 17. Januar statt.

* Der Verein ehemaliger 116er hat ver­gangenen Sonntag zu Ehren seiner aus dem Felde zurückgekehrten Mitglieder einen Begrüßungsabend im Saale des Hotels Großherzog von Hessen veran­staltet. Der Abend gestaltete sich zu einer erhebenden Feier. Rach einleitendem, von einer Dame gesprochenem Prolog begrüßte Herr Boller als Vorsitzender die zahlreich Erschienenen. Den GlPizpunkt des Abends bildeten die von Professor Schmoll gehaltene Fest, rede und die von Pfarrasfistent Schäfer getjaltcn» Ansprache auf die Gefallenen. Eine angenehme lieber- raschung wurde den sämtlichen anwesenden Kriegsteil, nehmern zuteil, da jedem eine, in hochherziger Weise von der Firma Gg. Phil. Gail hier gestiftete Liebes- gäbe, bestehend in einem Zigarrenetui mit Zigarren und Tabak, verabreicht wurde. Bei Musik und paffen- cn Liedern verlief der Abend in schönster harmonischer Weise und fand seinen Abschluß, nachdem Kvmerad Reitz den Dank der Kameraden ausgesprochen.

* Die Seminare für technische Lehrerin, nen beginnen neue Iahreskurse am 23. April. Auf­nahmegesuche sind bis 15. Februar beim Vorstand der Aliceschule einzureichen.

** Schwarz-Weiß-Lichtspiele, Seltersweg 81. Ab heute bis Freitag, 17. Januar, kommt der l.Film der Eva-May-Serie, betiteltSabja", Drama einer Inderin in vier Akten, zur Aufführung. Der Lust­spielschlagerDer verrutschte Poseidon" vervollständigt den Spielplan.

Landkreis Gießen.

** Garbenleich, 11. Ian. Der Musketier Hrch. Stumpf, der seit dem 23. Oktober 1918 als vermißt gemeldet wurde, hat heute aus englischer Gefangenschaft geschrieben.

j. Grünberg, 12. Jan. Letzten Mittwoch faub hier eine von len wnabhängigen Sozialisten jtnb letzten Freitag eine von ber Deutschen Volks- Partei einberufene Wahlversammlung statt. Wäh­rend bie erste ohne Diskussion verlies, sprachen in letzterer außer den Rednern Professor Roloff und Hauptmann Binder von Gießen Fvau Pro­fessor Vigener, C>Heßen. An bec Diskussion beteiligte sich ein Mehrheitssozialist, Wehrmann Henkel von Sauter, und ein Demokrat, Postsekretär Keller von Grimberg. Die sehr gut besuchte Ver­sammlung verlief in bester Weise. Gestern abenb sprach für bie Tentschnationale Bollspartei Pro­fessor Dr. Werner von Butzbach im Gasthaus zum Rappen. Heute nadjmittag sprach Pfarrer Schmidt von Grünberg imRappen" in einer evangelischen Volksversammlung über bie Lage unserer hessischen Landeskirche. Diese sehr stark, namentlich von Frauen besuchte Ver­sammlung nahm einstimmig bie Resolution an, wo­nach bie Versammlung sich gegen eine Trennung von Staat und Kirche ousspricht. Am Abend sprach dann im gleichen Saale der Sozialdemokrat Diener 'aus Gießen, welcher dem bürgerlichen Staate die Schuld am Zusammenbruche Deutschlands im .Kriege zuschob. Ws Gegenredner eiiüiberte ihm Meditskonsuleitt Iöckel von Grünberg. Er er» mahnte die Sozialdemokratie, erst deutsche Arbeiter- Partei unb dann erst iirtemational zu sein. Der Beifall zeigte, daß bie Versammlimg in der Mehr­zahl diesen Ausführungen zusttmmte.

-m. Hungen, 13. Jan. Gestern nachmittag sand im Saale derTraube" eine Versammlung statt, die von der Frauengruppe der Deutschen Bolkspartei in Gießen (früher nationalliberal) ein­beruf en war. Sie war namentlich von Frauen gu* besucht. Pros. Dr. Rolosi-Greßen eröffnete gegen 7>5 Uhr die Versammlung und sprach in <pva IVrftündiger Rede über das, was seine Partei in politischer Beziehung zu vertreten gedenke. Einig- Seit und Arbeitsamkeit seien die Ghmnitpfeilet, auf denen unser Deutsches Reich wieder auf gebaut werden muffe; dazu müsse aber wieder ein starke Heer gefdjaffeu werden. Später sprach raxff Frl. Stud. plstl. Jacobi-Gießen, und ihre Älusfüh- rungen galten hauptsächlich den Frauen. Die Frage der Einheitsschule gab Veranlassimg zu lebl^i ter Diskussion, die den Versammelten keine Besrirtzi- gung brachte.

--fm- Londorf, 13. Jan. Tie auf vergan­genen Mittwoch nachmittag 2 llhr einberu'ene Versammlung der 8 Gemeinden des .ffirchsPiels Lvndorf, der Psarre«n Allestd.'rf und Treis ivar von vielen Mannern und Frauen besucht. Nach dem Vortrag des P?arrers Ä u s f e l d von Gießen überTie Lage unserer evangelisd-en Landes­kirche", nach einer Ansprache des Lehrers Roth von Climbach, der die Nottvcnbigkeit des Reli- gionsimttrrichts für die Erziehung der Jugenb betonte, nach einer weiteren Rede des Prosesjors Weimar mrs Gießen über Kirche und Sdnile wurde folgende Entschließung cinftimmig ange­nommen:Tie beute in Londorf versammelten evangelischen Bewohner der Kirchspiele Londorf, Mlendorf a. b. Lda. und Tr^ns a. d Lda. er­warten in Hinblick auf eine etwaige Trennung von Staat und Kirche von der Refterung unseres Landes: 1. Schutz des kirchlichen Eigentums: 2. Er- balhmg des Selbstbesteuerunasrech s der Kirche: 3. Beibehaltung der ckniftlichen Schule mit be­kenntnismäßigem Religionsunterricht." Mit Ge- ang des Littl>erliedesEin feste Burg ist irnfer Gott" schloß die eindrucksvolle Versammlung.

Lich, 12. Jan. Wohl 1200 Glieder der ev. Kirche aus Lich und Umgebung hatten sich heute in unserer Stiftskirche versammelt. Pfarrer Lenz sprach bie Lage unserer hessischcn Landeskirche angesichts der auf Tmtimng von Staat und Kirche hinzielenben Bestvebrrngen. Er ührte Mvs, baß das geiftige Recht der Kirche auf ihrer göttlichen Stiftung beruhe unb im antaftbar fei, daß die Beeinträchtigung ihrer materiellenl stiechte einen schrveren öd)oben für die Gesamtheit bebeuten würde, daß ferner die Ettern unb nicht der Staat den erfttm Anspruch haben, zu bestimmen, welchen Religionsunterricht ihre Kinder in den Öffentlichem -schulchl genießen sollen, und schließ­lich, daß auch in der «erstrebten Voll^kirrho nur >as ewige Evangelium der wertgebende Inhalt neuer Formen bleiben müsse. Einmütig wurde fol» genbe Errtschließcmg angenommen, die die tffe- fimumg der großen Mehrheit unserer Stadt wieder gibt:Die heute zur Aufklärung über die Lage unserer hessischen Landeskirche versammelten evan­gelischen Bewohner von Lich unb Umgebung er- loartcn von Regierung intb Volksvertretung un­seres Landes, daß bei einer AuSeinanderfetzung Zwischen Staat und Kirche bie wohlerworbenen gei­stigen unb materiellen Rechte der evangelischen >ttrche gewahrt werben. Sie sprechen im Namen des deutsch-chrlftttchen Etternbauses bie Fordertmg aus, baß der -Staat auch fernerhin in der Schule ch r i ft - sichen Unterrichtais Grundlage aller wahren Erziehung und Bildung erteilen läßt. Sie begar die Zuversicht, daß bie Kirche traft der in ihr wirk- amen Mächte des unzerstörbaren Evangeliums sich eine ihren Aufgaben entt'prechende i^k-fbalt geben wird, und zwar als kraftvolle Bolks5rch>- für alle VoUsgenossen, die für sich und chre Slnber das |

Geistes» unb Glaubenserbe der Reformation wahren wollen." Ter Gesang vonEin feste Burg ickuoß bie Versammlung, die sich aus einer kraft-* vollen Kundgebung kirchlichen Bewußtsettts zu etner erhebenden Zeicr gestattet hatte.

,e Wieseck, 13. Ian. 3n der gestrigen eoan- gelischen Volksversammlung fand nach einstündigem Vorttag von Pfarrer Sattler über .Trennung von Staat und Kirche' Frau Geheimrat Sievers-Gießen als Mutter tiefbewegende, warme Worte: ihnen folgte ein kraftvolles Bekenntnis des Herrn Lehrers West­phal zu Religion und Kirche: so wurde aus dem Abend eine erhebende Kundgebung für eine Drei­einigkeit von Kirche, Schule und Haus. Unter dem Lutherlied wurde sie mit folgender Entschließung be­endet:Wir in überfüllter Kirche versammelten evan­gelischen Männer und Frauen der Gemeinde Wieseck erwarten von der Regierung und Volksvertretung, daß die Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche erfolgt unter Mitwirkung der kirchlichen Körper­schaften ohne Gewalt unter dem Zeichen des Rechts und des Friedens. Da für unsere Jugend das Beste gerade gut genug, verlangen wir die Erhaltung des Religionsunterrichts innerhalb des Rahmens der Staatsschule Wir verttauen darauf, daß unserer Kirche für ihre großen Aufgaben an Leib und Seele unseres Volkes auch fernerhin eine feste finanzielle Grundlage gesichert bleibt und ihrem Wirken als Bolkskirche auch im neuen Deutschland eine freie Dahn."

KreiS Friedberg.

** Friedberg, 14. Jan Tic Prcssoochtvi^ lung des A.- u. S.-Rates Friedberg bittet un y>crö;fcntiid)ung nncftftc'.,enter Ro.i;: Infolge bec bcnfcb-iiben Vcrkehrsnol wurde ein nuhri<rfthrs- amt für den Kreis Friedberg gefctxiffcn. Durch ine Abgabe der Lokomotiven und Waggmts an die Entente ist die E: seich ahn nicht mein m der Lage, den Güterverlebr zu beioältigen. Ilm nun den großen Industriestädten wie fyrant urt und feentau ine überschüssigen Lebensrnittel der We thau jw jiiülncn und umgetebrt vv.l dort uricber >tphten und Produtte der Industrie in die Wetterau zu r ringen, nnirbe das Fubrverk-Hreantt eingerichtet, ffierabe für den .fffteir Frickderg ist diese Einrick». tung äußerst wichtig, da einerseits die Baftn erheb­lich entlüftet ivird unb anderseits bei minimalem Fuhr lohn doch der .ffrd5 mit M'o!)len und anöcmrr versorgt werden kann. Tie Zentrale des Amtes IxHübet sich in Friedlxng im Schlosse (Telepbvn 99»; Zweigstellen in Vilbel, Butzbad) und Waidjcn. Tie Zentrale sowie die Zweigstellen sind gerne bereit, Auskunft in dieser Ange!egenhl-it zu er* teilen und Aufträge entgegenzunetnnen. 'Xv werke verkehren zwischen GießenFai.dlerg Frankfurt und Hanau. Für spater ist ins Auge gefaßt, den Fuhrverkehr bis nach Offenbach aus- zubehnen.

-m. Aus der Wett er au. 10. 3 an. In den vier Kriegs jähren hat das Wild (Rede, Hasen, Fasane,:, Feldhühner und auch das ülaubzeug, wie Fückisc u« bgl.) infolge des Fehlens ber Jäger :md^ Forftworte eine bedeuteist»^ 3-i:-ntungr erfahren. Trotzdem haben die in letzter Zeit ab- gelittenen Treibjagden einen sehr timngcn Er­folg aufzuweiscn. Bet tagelangem Jageir wert-ew oft .nur ein paar Hasen ober, u>cnn den .Jägern das Glück besonders hold ist, auch rin paar Rehe zur Strecke gebracht. Taff trotz des geringen Abschusses der letzten Jahre der Wi.dsland so ge-üt» ist, ist den Jägern unerflärlirh.

Starkenburg und Rheinhessen.

= Von der Bergstraße, 12. Jan Früh­ling int Januar herrscht Innrer an den Hängen bet Bergstraße. An den Bäumen, besortders den Man­deln unb Pfirsichen, knvspet's wie im März. In manchen Gärten biu^n bereits die Veilchen. Blü­hende Äirschzweige brach ber Gärtner Rascher auf dem feoljb-Tg bei Elmshausen. Schneeglörlciten und Primeln findet der Wald:vanderer an geschützten Lagen in reicher lleppigkrit.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a. M., 13. Ian. Zu der Mord- fache an dem Schutzmann Geiselberg hat die Krimi­nalpolizei bereits mehrere Verhaftungen verdächtiger Personen vorgenommen. Der übelbeleumundete Ein­brecher Karl Hornung gestand ein, daß er in der Mordnacht von dem Schuhmann Geiselberg angchal- len und später geflohen sei. Der vcrmutliche Täter dürfte der 35jährige Sttaßenhändler Karl Schmidt aus Kaichen (Oberheffen), wohnhaft in Frankfurt, sein. Er ist seit dem Mordtage verschwunden. Die Beschreibung, die der Hilfswachmann von dem zwei­ten Festgenommenen gemacht hat, stimmt in allen Teilen auf Schmidt.

= Frankfurt a. M., 13. Ian. Die hiesigen Polizelkosten betragen jetzt auf den Kopf der Be- Dotierung pro Jahr 21 Mark gegen 1,50 - 2,00 Mk. vor der Revolution.

)( Marburg, 11. Ian. In einer heute im Ledererschen Saale abgehaltenen, stark besuchten Land- wirte-Dersammlung wurde gelegentlich der Besprechung der Besd)äft:gung der Arbeitslosen aus den Großstädten in der Landwirtschaft allseitig der An. stcht Ausdruck gegeben, daß diese Arbeiter sich dazu wohl nicht gut eignen würden. Viel besser wäre es, wenn die in den Dörfern vorhandenen Arbeitskräfte' welche die ländlichen Verhältnisse kennen und die Landarbeit verständen, dort beschäftigt würden, an. statt an die Post oder an die Eisenbahn zu gehen Hlerfür dürsten sich die Leute aus den Großstädten jedoch ganz gut eignen. (Ein Antrag, in diesem Sinne auf die maßgebenden Stellen einwirken zu lassen, fand einstimmige Annahme.

Ztadttheater Giehen.

Samstag, 18. Jan., 7:Der Revisor'^ (12. Tsrtu tag-Abonnem.-Vorst., gern. Pr) Somttag, 19,3 Akbesterr feällc" ck. Pr >: 7.:Tie Rose' ton otambul (gern. Pr.). Montag, 20,7:Tic Jom:- naluten" (12. Tietrstag-Slbonn. °Vorst., gern. Pc ).

^ocbfcbtiliiadiricbtctt,

- Die städtische Verwaltung in Köln tem der ,K. Z." mit: Das preußische Staatsministerium hat in einer Sitzung vom 4. Januar einstimmig folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die preußische Regierung ge. nehmigt den Plan der Stadt Köln, ihre Wissenschaft, lichen Anstalten zu einer neuartigen Universität aus» zubauen. 2. Dabei wird nach Frankfurter Muster die Ueberführung in eine Staatsanstalt unerläßlich sein. 3. Die Handels-Hochschule Köln wird alsbald in eine vorläufig isolierte wirtschafts- und sozialwissenschast. liche Fakultät umgcwandelt und als solche das Pro« motionsrecht erhalten. 4. 3n Erwartung der weitern Entwicklung der Dinge soll sofort bei der Reichs, r gierung beantragt werden, daß der Kölner Akademie für praktische Mediftn schon jetzt Semesteranrechnung sür klinische Semester zugestanden wird.

Vrieskaften der Ncdaktion.

Wohnung auswärts. Wenden Sic sich cm kvL i'li: trinigungiami Gieren.

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