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Donnerstag, 13. März IW

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»Von hin auS traten die Truppen dann den 'Vormarsch in das Innere der Stadt Lichten-

Die Verhandlungen in $paa

Berlin, 12. Marz. (WTB.) SitzungS-, bericht der WaffenstillstandS-K.'nrmission in Spw DCt9 vom 10. März 1919. Tic Alliierten haben nach

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U'?<anbenn Sollen s. elehtildje Wen empfiehl ** Carl Schunck.

vom 10. Marz 1919. Trc Miller len haben nach rtiebcrbjlten Anfragen gesdern näfcrc Auskunft über den Stand des Abtransportes der Tentschen

Die Kämpfe In Erotz-Verlln.

Berlin, 12. März. Heute morgen um 9 Uhr hat, wie dieB. Z. am Mittag" meldet, das Vorrücken der Negierungstruppen gegen Lichtenberg begonnen. Zunächst wurde die Warschauer Straße von den unter dckin Oberbefehl des Generals L ü 11 w i tz ste­henden Truppen besetzt und sodann in der Frankfurter Allee Anschluß an die Marine­brigade des Obersten v. R o h d e n genoi imen.

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Zunahme o»n üiizelge» f. die Lagevilunrnler Di8 gum 91adimiuaq vorder ohne jedeBerbindtichkert 3elknprel|e:

für örtliche Anzeigen 25 M.,fürauswart»g« 30 1«., für Reklamen Wlt.l.nebft 20 oleue- runa-z»s rlag;Plagoor- fdirifi 20 % Au'scvlag. VauvtfchriHeiler: Aug. (Äoeiz verantwortlich für Politik: Aug. Goey. für den übrigen Teil: Dn Neinhold Zenz; für den Anzelgenteil: v. Beck; fäinlilch in Gießen

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Die Besetzung von Lichtenberg hat sich,

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Wahlen in Waldeck-Pyrmont.

Arolsen (Walldeck), ll. März. (WTB.) Beiden Landtagswahlen wurden gewählt: 3m Wahlkreis Waldeck 5 Sozialdemokraten, 5 Deutschnationale, 3 Demokraten, 3 Wc Ideckscke Dolksbündler, 1 Volks- parteiler; im Wahlkreis Pyrmont 2 Sozialdemokra­ten, 1 Deutschnatioüaler, 1 Demokrat.

aus Haidar Pascha b^t?. Konstantinopel erteilt. Es fehlen jedoch immer noch Mitteilungen über die Heimbeförderung der in Nikolaiem»! uiti) Odessa befindlichen deu scheu Truppen. Tie deutsche Kom­mission ging daher heute in einer Note nochmals aus die Lage dieser deutschen Truppen ein. Ter dcutsckren Kvmmission ist bekämet geworden, daß das SchloßBurg an der Wupper seit längerer Zeit als britische Kaserne und Ofrsierskasrno be­nutzt tvird. Sie richtete an die Alliierten das Er­suchen, das Schloß tret zu geben, da es in erster Linie ein Museum ist und jetzt schon durch die Belegung und Diebstähle ungeheuren«den er­litten hat. Ter Vertreter der deutschen Regierung legte nachdrücklichst Protest dagegen ein, daß auf Verfügung des französischen Bcsehlsfabers die in dem besetzten Gebiet gelegenen Teile des Ober­taunus-Kreises und des Kreises Usin­gen zu einem Hilfskrcis vereinigt wurden. Tie deutsck« Kommission erbat die Einfuhrerlaubnis für cd. 36 000 Kg. in Spanien gekaufter Wolle nach Teutschland. Auf die an Tcutschland ge­richtete Anfrage der Alliierten wegen Herstellung besonderer Trahtverbindungen Mmlrfett den alli­ierten Missionen in Berlin, Warschau sowie in Prag und ihrer Heimat ließ die deutscfa Regie­rung erklären; daß die Frage zunächst geprüft werde. Die^deutscije Regierung sei jedoch vorläufig bereit, einzelnen Missionen den Chifsrierverkehp mit ihren Regierungen und mit Spaa zu gestatten.

Nach der Vollsitzung gab General v. Ham- merstein den Vorsitzenden der alliierten Kom­missionen in einem längeren Vortrage einen Ueber- blick über die m i l i t ä r i s/ch e Lage im O st e n, insbesondere über die Landung polniscl-cr Truppen in Tanzig, deren Uebcrführung aus, Frankreich nach Ü^)Icn in Aussicht genommen ist. Er wies nochmals darauf hin, daß der Truppentransport durch Westpreußen neue Beunruhigung unb blutige Aufstände Hervorrufen würde. Dre polnische Bv- wegung arbeite dort unter dem bolsck>ewislischen Deckmantel und verschleiere darunter ihre natio­nalen Ziele. Sine Ausladung in Libau würde, wie er weiter ausführte, durch die dortigen günsti­gen Hasenverhältniste erleichtert. Außerdem könn­ten die von der Ostfront zurückkehrenden leeren deutschen Versorgungszüge zum Transport ausge- nutzt werden. Auch Memel, Pillau und Königs­berg könnten als LcmdungÄKätze in Betracht ge-

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angemessene Entschädigung statt findet. Don Kvm> munismus kann Feine Rede sein. Die AbLnfa- rungsanträtze sind für uns unannehmbar. Wir trollen den Arbeiter in seinem Emporstrck>en unter­stützen.

Abg. Cohn (Unabh. S.): Wir leimen die Ber» antwvrtunq für die Vorgänge in Lichtenberg ab. Etwas sozialistischer Geist liegt ja in dem § 2. Wir glauben aber nicht an die Wirkung des Ge­dankens. Tie Rätedemokratie auf wirtsdxlftlid-enH Gebiet wird ßommen, mag man sich sperren wie man will.

Von dem Abg. Auer (So;.) und Genossen geht ein Antrag ein, in dem § 2 die Worte , gegen angemessene Emsd-ädigaing" zu ftreid>en. Hierzu verlangt die Deutsche Volkspmstei namentliche Kimmung.

Abg. Braun-Nürnberg (Soz.) betrachtet den Gesetzentwurf namentlich als ein Rahmengesetz. Er will die Ueberführung der Werke in den Besitz der Gesellschaft, um dem Arbeiter Anteil an dem Ge- deilien am Werke und damit die Freude zur Arbeit zu geben. Cntjcfadisungsansprüche lehnt er ab.

Nachdem die Abgeordneten Tr. Becker (D. V.-P.l und Traub (T.-Nat.) den Standpunkt ihrer Parteien bar gelegt l>aben, erwidert Reichs- w i r t s ch a f t s m i n i st e r Wissel auf den Vor­wurf, daß zu einer Zeit der Erschöpfung an die Einführung einer neuen Wirtscl-aNsordnnng heran» gegangen sei, daß in unserer Zeit kein privates Unternehmen Anspruch auf privaten Verdienst hat, sobald das Allgemeinwohl Ordere, daß es in den Besitz der Gesamtheit übergeführt wird. Tie Re­gierung werde ungesäumt von der ilyr durch dieses Gesetz übertragenen Befugnis Gebrauch madjen.

Tas Haus beschließt dann, die Bespredmng der Vorlage noch heule zu Ende zu führen, die Ab- ftimnmnrrcn aber morgen vorzunehmen. Zu §4 liegen Abanderungsanlräge der D. B. P., der D.» Nat. und der U. S. vor.

Abg. Schiele (D.-Nat.) sielst nur eine Ver­teuerung der durch die Sozialisierung bciroifcnen Produkt« voraus und' verlangt, daß Grund und Boden von dem Gesetz ausgeschlossen bleiben.

Zu § 5 liegt ent Antrag der D.-Nat. vor, der verlangt, dos Znkrafttreten des Gesetzes im besetzten Gebiet aussetzen zu lassen, bamit die Feinde nickst diese Betriebe Staatsgut betracksten und für sich in Anspruch nehmen. Ein weiterer Antrag der D.-Nat. will das GesetzGemein* wirtschaftSgesetz" nennen.

Damit ist btc zweite Beratung beendet. Nächste Sitzrmg Donnerstag vormittag 10 Uhr: Gesetz über russische Zahlungsmittel, Sozürlisieruiissgesetz,Kvh»i lcnwirtschaftsgrsetz.

tigen Vormittag fast kampflos vollzogen.

Seit heute morgen wird eine Durch­suchung des gesamten Ostens und Nordens nach Waffen durch die Brigade Reinhardt vor­genommen. Die Danziger-, Elbingcr- und Pe­tersburger-Straße, die Bernauer- und Brun­nenstraße, sowie die Lothringer-, Josth- und Barnimstraße sind hermetisch abgesperrt. An allen Straßenecken wurden hohe Drahtverhaue gezogen und Maschinengewehre ausgestellt. Niemand kann die abgegrenzten Häuserblocks verlassen.

Berlin, 12. März. (WTB.) Bei den Durchsuchungen in den besetzten Stadtteilen wurden in der Nacht vier Spartakisten, die bewaffneten Widerstand leisteten, festgc- nomtnen und standrechtlich erschossen. Bei Aushebung eiftes Spartakistennestes in der Gegend östlich deut Alexa'nderplatze wurden zwanzig Polen gefangen genommen. Heute früh begann der planmäßige"Angriff ge­gen Ltchtenberg. Haussuchungen in der Hutten- und Beusselsstraße ergaben große Waf- fenmengen.

Ein vereitelter Spartaristenanschlag auf Breslau.

B res lau, 12. März. (WB0 Ter Volks- rat gibt bekamst, daß beute früh die wickstigstvn öffentlichen Gebäude in Breslau auf Be­fielst des GeircralSonnrvaildos im Einverständnis mit dem Zentralrat der Provinz sowie mit dem Len- tralSoldademat Schkejieus besetzt wurden. Man hatte einen verbvockssLisdien Anschlag entbedt, two­nach berüchtigte berliner Sparta ki st en- fübtet in BreÄwr erneerrofien waren, die dort die öffenllkbm Geböiude besetzen wollten, um bann Breslau der Plünderung preeszugeben. Der Plan war in allen.Eiwzrltzesten durchgerrrbeitet. Durch die Entdeckung konnte im letzten Augenblick unab» sÄchares Unglück von Breslau abgewsndet werden. Da» Ende de» Streik» in Oberschlesien.

Hindenbutg, 12. März. (WTB.) Hier tagte gestern eine stark besuchte Versamm­lung der Arbeiter Ausschüsse und Vertrauens­leute der o b e r s ch le s i s ch e n G r u b e n. Der frühere Volksbeau ftragte Barth-Berlin er- suck)te die Anwesenden, den Streik abzubrechen, da der Generalstreik in Mittel-Deutschland und Berlin beendet und in Oberschlesien als aus­sichtslos zu betrachten sei. Es wurde, wie der OberschlesischeWanderer" meldet, beschlossen, am Donnerstag bzw. Freitag früh geschlossen die Arbeit wieder aufzunehmen.

Deutsche Nationalversammlung.

Weimar, den 12. März.

Präsident Fe hrenba ch eröffnet die Sitzung um 2-/2 Uhr.

Zweite Beratung des Sozlalisierungsgesetzes.

In § 1 sind die Worteunbeschadet seiner persönlichen Frei'beit" von der Kommission ein- gefügt, rm 8 2 ist fas WortEntschädigungs- vflicht" neu cin-piefügt1, ebenso die Bestimmung, daß die gemeinw'irstckwstliche Regelung nur im Falle dringende«? Bedürfnisses durch das Reich erfolgen kann.

Abg. Bögler (Deutsche Volksp.): Meine Fraktion legt gegen die Kommissionsbesrblüsse, UKlriK nach unserer lieber zeugung für die gesamte deutsche VvlkSwisttschaft verderblich sind und bett Wieberaufbau unserer Wirtschaft hemmen ober gar ausschlietzen werden, Verwahrung ein. Wir wollen eine evolutionäre Entwicklung. Was aber in den Vorlagen erstrebt wird, ist eine revolutionäre Ent­wicklung, für bie wir bie Verantwortung ablehnen.

Abg. Tr. Pachnicke (Temokr.): Von einer revolutionären (fmvvicklung kann nicht gesprochen trerben. Wir werden rech zeitig abzustoppen wißen. Wir erhoffen von dem Gesetz eine versöhnende Wirkung. Ter § 2 öffnet die Tür für die Soziali­sierung soweit, daß wir, da wir keine Sozialisten sind, ihm nickst zu stimmen können. Wetm wir aber trotzdem dem Gesetz als Gnrzem zustimmen, so leitet uns balxi der Gkbante, daß für die So­zialisierung in jedem einzelnen Falle ein besonderes Gesetz no.-wendig ist, dessen Annahme in unserer Hand liegt.

Abg. V e i d t (Teutsch-Nat.): Man könnte dem Gesetz die Heben chrift geben: Ein Ausflug in ben Zukunflssiaat. Der Trost, eS handele sich nur um ein Mankelgesetz^ kann uns nicht bertthigen. Der Grsetzeistw.irs gibt der Regierung einen Unioersal- schlüssel, der Oer Sozialisierung alle Türen öffnet. Tie damit bezweckte Beschivickstigung der unruhigen Elemente wird nicht erreicht werben. Wir lehnen bie jetzt von ber Regierung vorgeschlagene Art ber Sozialisürung als im tiefsten Grunbc unsozial ab.

Jnzwifckien sinb von ben Teutsch-Na.tonalen und der Teuckchen Bolksvartei verschiadene .Ab- äirderiingsanträge eingegangen.

Abg. B u r l a g e (ZeiitrO: Zu 8 2 hält meine Partei daran fest, daß eine Enteignung nur gegen

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zogen werden.

Wilson» Rückkehr.

N c u y o c k, 11.^z. (WB.) Reuter. Wil­son ist errältet und hält sich auf Anraten des Arztes den größten TLil d^s Tages in seiner Kabine auf. Man erwartet, daß.der TarnpserGeorge Waslstngdon" am 13. März in Brest ankommt. Wilson fahrt sofort nach Paris weiter. Auf drahtlosem Wege wurde absemackst, daß am 14. März eine Sitzung ber FriedensSonferenz statt- finden soN.

Die Verhandlungen in Posen.

Berlin, 12. März. (WB.) Die Mitglieder der deutschen und interalliierten Kommission trafen sich, wie bereits mitgeteilt, ant 5. Mürz in Kreuz. Ta sich die interalliierten Vertreter weigerten, in Brvrnberg zu berbanbetn, einigte man sich schließ­lich aus Posen als Verhanblungsort. Beim Be­treten bes von den Polen besetzten deutschen Ge­biets wurden bie bentschen Vertreter unter scharfe militärische Bewachung gestellt unb benselben Frei- heitsbeschräTckungen unterworfen, bie für die ersten Verhandlungen in £ricr seitens des Marsck-alls Foch angeordnet waren. Die Fahrt der beutidten Kvmmission vom Bahnhof Posen nach bem ihr zugewiesenen Quartier erfotgr'e in offenen Drosch­ken unter militärisckier Begbsitung. Im Hotel wur­den die deiitschnl Delegierten sofort durch ein starkes Pvstenau(gebot von der Außenwelt a b g e s ch n i 11 e n. Selbst ber Verkeln innerhalb des Hotels mit ben Vertretern ber dortigen deut­schen Behörden sowie .Telehbongespräckie wurden nur im Beisein polnischer Ofsiziere erlaubt. Frhr. von Rechenberg, der Voriitzende ber deutsckxn Kommission, legte ioflort bei Nvulens, bem Vor­sitzenden der interalliierten Kommission, scharseii Protest ein unb erklärte, die beutfdjen Vertreter würden an ber für ben 7. März mtbemumtat Sitzung nichtteilnehmen, wenn die polniscfan Anordnungen bestehen blieben. Auch bie beutsche Wafsenstillsiands.'vmmission erlob auf Anordnung Erzbergers bei Nudant Einsprud) gegen das pol­nische Vorgehen Nachdem hierauf die polnifd/m Maßnalnnen zum Teil rückgängig gemacht nnirben, faben die Sitzuirgen der beiberfatiryn Kommissio­nen am 7. März im Sdstosse ihren Anfang ge­nommen. Die Berich'er'a tung über die meücren Sitzungen bleibt Vorbehalten, bis bie bisher be- sreheichen Sdmsterigkei cn lei der Nachrichteu-Ueber- mittlung hefaben sein werden. Zur Zeit finden nur Verhanblungen auf bem Gebiet des Verkehrs­wesens statt. Die militärischen Sßerlyrnbhmgen mußten ausgesetzt werben, ba vorerst unüberbrück­bare Differenzen eingetreten sind.

Weimar, 12. März. (WB.) Ter 1Z(eT« teftenansschußderNativna'lversammn lung beschloß in seiner IxntHgiar Sitzung dem Hause vvrzusdstagen, nach Vecabsdsiedung des So* zialisierungs- unb Kohlengesetzes am Tonnerstag abend die Sitzungen bis zum Tirmstag den 25. März zu vertagen. Damit wird den in Betracht kommenden Regierungismitgliedern die Möglichkeit gegeben, an der Da-mng her preußischen. Nationalversammlung teilz'.mehmen. Bis ;unr Wiederzusommentritt wird ber Notetat mit ben Steuervorlagen fertigten eilt fein' und zur Bera­tung kommen kömien. Ter Verfassungsaus­schuß soll roäljrenb der Pause weiter tag en, wenn möglich seine Arbeiten abschließen. Die mit ber Prüfung ber fBerorbmmgen beauftragten Ausschüsse n>erben ihre Tätigkeit ebenfalls wäl-rend ber Pause fortsetzen.

Wii» dem Wirtschaftsausschuß der Rationalvcrfammluttg.

Weimar, 10. März. Ter Wirtschafts« ausschllß ber Nationalversammlung br en bete heute bie Aussprache über bas Kapitä Arbeitsmarkt unb Landwirtsdxift" unb nahm fol» geuben Antrag des Zentrums, ber Teutsd-en De« mokratischam Partei, ber Sozialdemokraten, der Teut sch-Nationalen Volkspartei unb der Teutsd»en Vollspartei an:Die Nationalversammlung wolle beschließen, die Neickr-sre-gierung zu ctfudjen, auf tue Gliedstaaten einzuwirk-.n, baß

1. bie Reparatur der Lokomotiven unb Eisenbahnwagen ben einzelnen Eisenbahn- birefttonen zur ganz selbständigen Erledigung ohne siskalisdy Rücksidsten übertragen werden;

2. in den dlcparatunvcrfi.ntten so'ort die drei* malige A ch t stu n de n s chi d;-1 cingiführt wird;

3. die Privatbetriebe angehalten wer­den, Revaraturen an Betriebsmitteln der Eisen- balmen zu übernehmen, sobald ihnen eine zwölf­monatige Beschäftigung der genannten Art zu ge­sichert wird;

4. ben Bergarbeitern zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit und Arbei'sfreudigkeit un­verzüglich mehr Lebensmittel, namerstlich Fettmaren geliefert werden;

5. durch genügend Schutz dafür gesorgt tvird, daß pstichttieue Arbeiter mcht mehr durch Gewalt an der Ausübung ihres Berufes gehindert werden;

6. I. unverzüglich bucdjgrei enbe Maßnah­men getroffen werben, daß in der nachfolgienben Reihenfolge schleunigst Kohlen und Betriebs­stoffe in ausreid/endem Maße gefefert werben:

a) ber Lanbwirtschaft zum Dreschen und Pflügen, b) den der Landwirtschaft bieneirden Kraftzentren zur DurdMlfrrmg ihrer Betriehe, c) ben ber Futtermittelversorgung dienenden Betrie­ben, namentlich ben Twckilereiei, der landimrt- schaftlid>?n Erzeugnisse, di den Stick'.vffwerken und Kalibergil'erfen zur Sicherung ihres dauernden vollen Betriebes;

II. dafür zu sorgen, daß die landwirtschaft­lichen, insbesondere auch bie Kleinbetriebs nicht burch Hausbrandöohlen, sonbern durch selb­ständige Kohleirtzuwei'uirgen versorgt werden und eaß hierbei ben vaushallungen auf dem Sarrbe bie- selben KohleirmOVen ungeteilt werben wie L labten;

Ur. 61

Ter Stehener InjHger erscheint täglich, al,her Sonntags. - Beiloaen: Siebener Samilknbltitter;

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169. Jahrgang :

Eichener Anzeiger

Der Ausblick nach dem Zrieden.

Es muß doch Frühling werden", wenn cs auch jetzt wieder von Paris her heißt, der Vorfriede werde nicht vor dem 15. April ab­geschlossen werden. Die Entente hat allen OVranb, den Fricdensschluß zu beschleuniaen. denn der. Bolsck>ewismus klopft auch an ihre Tore. Nach einer Reutermeldung aus Paris hat die dortige Konferenz beschlossen,mili­tärische Maßnahmen gegen das Vorrücken der lBolscyewisten nach Mitteleuropa zu ergrei­fen". Bekanntlich ist die Lage im Osten unseres Reiches gar nicht ungefährlich, und unsere Um- terhändler haben dies den Gegnern gegenüber geltend gemacht und um Ermöglichung des ferneren deutschen Widerstandes ersucht. Die Lebensmittel sollen uns nun in beschleu­nigtem Tempo geliefert werden, und von der plötzlichen Abgabe der g e s a m t e n Handels- 'slotte ist nicht mehr die Rede. Nach der Rhein.- Westf. Ztg. sind Privatnachrichten aus Maast- ridjit eingelaufen, wonach in Belgien die Revolution ausgebrochen sein soll. In Lüttich und Eharleroi sollen schon heftige Siraßenkämpfe entbrannt sein. Vielleicht han­delt es sich nur, wie so oft, um vage Gerüchte, aber Gefahren bestehen für unsere westlichen Nachbarn, das ist sicher. Im Deutschen Reiche selbst könnte vermutlich die Ordnung hergestellt werden, wenn die En­tente ein Einsehen hat und uns einen annehm­baren, schleunigen Frieden mit Beseitigung der Ernährungsnöte gewährt. In Groß-Ber­lin sind die Kämpfe von den Regierungstrup­pen erfolgreich beendet worden, in Oberschte­sten ist die Arbeit wieder ausgenommen wor­den. Freilick), noch gärt es gefährlich. In einer großen Sitzung der A.- und S.-Räte Groß- Berlins in den Germania-Sälen platzten die Geister heftig aufeinander. Dort herrscht noch immer die Neigung, die Diktatur des Prole­tariates aufzurichten. In dieser schweren Not des Vaterlandes rüsten sich unsere Fric- densunterhändler, die letzt ernannt sein sollen, und an deren Spitze Graf Brock- dorff-Nantzau steht, zur Abreise nach Frank­reich. Erzberger geht nicht wieder mit ein befriedigendes Symptom. Das deutsche Volk, c«sichließ!ich wohl auch der Unabhängigen, ist sich einig darüber, daß wir ein Friedensd ik- 1 a t nickst annehmen, sondern daß wirklich un­ter deutscher Mitwirkung verhandelt wer­den muß. Vielleicht brauchen wir in der Ent­scheidungsstunde, die in der inneren wie in der äußeren Lage mahnend und drohend vor uns steht, kraftvollere und energischere Füh­rer, stärkere Entschlußkraft und strammere Unberirrbarkeit als in der verflossenen Zeit der heißesten Schlachten.

Der Präliminarfriede.

Paris, 12. März. (WTB.) Reuter. Trotz aller gegenteiligen (Erklärungen wird von autoritativer Seite die Ansicht ausgesprochen, daß der vorläufige Friedensvertrag frühestens Mitte AprU geschloffen werden kann.

Paris, 12. März. (WTB.) Havas. Dis einem Bankett zu Ehren der amerikanischen Frie- txnsdclegatton rühmte T a r d i e u das große Werk, ,an dem alle einmütig gearbeitet hatten unb besten olücklicl-er Wschluß nunmehr gesichert sei. Lan- 1 in g , der dann zu Worte kcrm, sagte, die Armeen der Zentrahnädite hätten zu existieren aufgehort. .Hunger und Entbehrungen erwarteten mm die lyermgefcfyrtcn Truppen der Feinde als Folgeer- 5d>einung ihres blinden Vertrauens zu ihren Füh- .rern, Deutschland habe seine Leiden verdient und bezahle nun für seine Verbrechen.

Amsterdam, 12. März. (WTB.) Wie Bleu ter aus Paris meldet, erklärte L a n s i n g< in einer Unterredung mit Vertretern ber Presse, daß so rafd) wie möglich Frieben geschlos­sen und Schiffe mit Lebensrnitteln nach Deutschland gesdnckt werden muffen, um die Welt vor Anarchie zu bewahren.

Weimar, 12. März. In der heutigen Ka- binettssihung, die sich mit den Fragen des Vor- sriedens befaßte, ist bk deutsche Friedens- deIegation gewählt worden. Sie besteht, wie wir zuverlässig erfahren, aus bem Reichs- ininister des Answärtigen Grafen Brockborff- Rantzau als Führer, ferner gehören ihr an die beiden Kabineltswitglieder Tr. David und Giesberts. Dazu treten weiter der bekannte £>amburger Großkau fnrcmn Max Warburg, der Marburger Staats- unb Völkerrechtslehrer Prof. S ch ück i n g, dcrals Mitglied der deutschen denvo- Iratffdjen Fraktion der Nationalversammlung an­gehört, und der sozialdemokratstche Münchener Schriftsteller und Politiker Adolf Müller, der Mr Zeit in Bern weilt.

Weimar, 12. Marz. Die neuen Waffenstill, standsbedingungen, die sich hauptsächlich auf die Lebensmittellieferung beziehen, werden morgen in Brüssel beginnen.

Die Entwaffnung Deutschland».

Basel, 12. März. Wie Havas aus Paris be- richtet, teilt derTemps" mit, daß man Deutsch­land eine Frist von zwei Monaten einräumen werde, damit es sich seinen neuen militärischen Der- hältnissen, wie sie von der Konferenz beschlossen seien, anpafien könne.

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