Dienstag, 12. August WO
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Zweites Blatt
llrJ86
die ?lepren Fabriken
Mitglied der Nationalversammlung.
!»st 1919.
NachmittagSsrtzung.
einer Tabaksteuer ein.
Fortsetzung 30.
(Nachdruck verboten.)
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belastuug sehr beeinträchtigt werden kann unb andererseits der tobe Steuerlast die Mi:tprnse treiben kaim. Sehr erwunsckst wärt es, den Umsatz in Grundstücken mm geringerem Wert etwas zu erleichtern, um den kleinen Manu moglutit zu sckwnen, imd ivir bitten Sie schon jey:, unserem diesbezüglichen Antrag;uzu stimmen
Wir können uns von'der Befürchtung nicht frei- ^gslwlitik, t^ch die Wr den halten, daß der Umsatz durch eine so hohe Stemptt-' Wohnungen be,chafscn-wollen^
Ragna Gvendburg
Roman von Anny Wothe.
Abg. Bae recke (Teutsch-natl): Wir kön- Cncn mis nur schweren Herzens entschlretzen, diesem Gesetz 3iRummnwii. linier Hauptbedenken richtet sich gegen die Höhe der Steuer und dr.- Benachteiligung der Gemeinderi. Wir oerlcrng.m, ben den Gemeinden auch fernerhin wenigstens nn fester Anteil an dem Ertrage gewährleistet wird.f jwnt;
Am Regierungstisch: ErLber^
Präsident Fehrenbach eröffnet bee Sitzung inn 4 Uhr 15.
Das Haus tritt in die zwecke Lesung aeS Ge- setzentlvurses einer Tabaksteuer ein.
Aba W e tz l i ch (Deutschnatl.): Wir hcklvn gegen daS Gesetz ernsthafte Bedenken, da es di" Listeuz des Tabakgewerbes gefährdet Du- Buche- wie findet nur Beifall bei einem klemm, aver mächtigen Kreise der Grvstkapitalisten.
Abg. Schlueter (Soz.): Die Vorlage bedeutet eine sehr starke Belastung der Tabakmdu- strie. Die Prüfung der Monopol frage hat uns gezeigt, daß für die Verstaatlichung der Zigarren- Industrie iwft> jede Grmchlage fehlt. Die Ber stoatlickung würde unS viele ^Zahre kein (Md bringen, sondern Zuschüsse nötig machen Die Banderole liegt sowohl im Interesse der Kvnlu- mmten als auch in dem der Arbeiter. Mente Partei behält sich ihre, endgültige Stellungnahme zum Entwurf bis zur brüten Lesung vor. Wir machen sie Djn der Gestaltung der Besitzsteuer
herzlicher :m H'nscheiden Wtnen jagen 9e unseren aus.
»in«, und ^inber
angenommen. ,u„.*s
§ 18, der für den gewerdsmotziacn - stücksbandel die Steuersumme um 2 Proz. Höver ansetzt, wird mit einer redaktionellen Aenderung angenommen.
S 25 wird unverändert angciwmmen, ebmn solvent sie nicht von der Kommission gestrichen worden sind, die §§26—37.
Nach § 38 erhält vom Ertrag der steuer da<- Reich die Hälfte, lieber die Verwendung beran- deren Hälfte trifft die Landesregierung Bestimmungen. , , „ Qti
Ein von der Komm iss-."n neu em gefugter z ov a bestimmt, daß den Gemerndcn imlcr allen llmstru den bis znm 31. März 1925 der biSlterige Dürft: schnittsertrag der Steuer zugennescn werden Joli und zwar soll der TuvchschnittSertvag imck dem Rnuerttkrmlmen der letzten sechs Jahre WWW nXTtO0. Riedmiller (So».) begründet erneu sozialdemokratischen Antrag, wonach der Tuvck'' sckmittsertrag itnrb den letzten drei Jahren vstgefetzi werden ''oll, weil dadurch bet Gemeinden wnaw? sichtlich ein höherer Betrag garantiert werdet kamt.
Tre §§ 38 und 38 a werden fchließluh anste rwrnmen, letzterer mit dem siozialdenckkratischen Antrag. . Y - . .
Bei § 41 beantragt Abg Siehr.(Dem.) bte Streicknmg des Absatzes 4, der bat Enrzelstntten und Gemeinden die Möglichkeit bittet, m der Uebergangszeit gewisse Steueirrletchteruirgen oder Beftenm gen wieder zu besefttgen. Wecker beantragt er die HinzuÄgung eines neuen Absatzes, wvauim für Veräußerungen, die sckzon vor dem 1. Juli 19U' abgeschlossen wurden, aber erst später beurkundet wurden, eine Befreiung von ber Steuer etntreten joü
’ Absatz 4 wird gestrichen, dagegen wird der An trag Siehr (Dem.) auf Einfügung eines neuen 2lbsatzeS ab-gclehnt.
Damit ist das bjrwkdtvechselsteuergefetz erledigt.
Hierauf wird die Werterbevatung aut raidv mittags 4 Uhr vertuest. Schluß 21/* Ulm.
Wenn hier und Da eure uicungrcu gqiuuM. amu, so müssen an anderen Stellen -obere Ernnalmtar bewilligt 'verden. Die Finanzgesehe müssen so, wie sie rorltegen, verabscksiedet werden, ^gestellten Anttägc srnd aud* teilweise undurchführbar, da die Grundlagen für die Veranlagungen fchlert. Bei den. groben SchWterigPeiten ist ein Ersatz nicht leicht zu ^schaffen. Im übrigen kann die Umsatz- steuer mehr aufbringen.
setzt et nachher Prügel, aber die Menschen hier, die bringt nichts mehr uff de Berne."
Sie zeigt, auf wei Tote, die man soeben mit zersÄnetterten Gliedmaßen vorüber trug.
Und wieder verging eine bange, arbeitsreiche ^“"jtrau Brand," sagte einer der Aerz>'. t>en Kopf zur Tur herein steckend, ,,,haben Sie noch irgendwo ein freies Plätzchen tnt ^auft? Hwr hot man unter den Trümmern eines Wagens soeben einen jungen Mann l>ervorgezogen. Aeußer- lick scheint er imverletzt, aber er ist ohne Bewußt- fein, vermutlich schwere Gehirnerschütterung, wir müssen zunächst trachten, ihn aus dem Wirrwarr zu entfernen."
,^Jch weiß, nicht," sagte Frau Brand und sah Ragna unschlüssig an.
„Natürlich, mein Zimmer steht zur Berfü-
Ragna schritt mit stolzer Vornehmheit m dem Arzt vorüber, um ihm den Weg zu zeigen, ^as Antlitz des Kranken, der auf der Bahre lag, konnte sie nicht niIT ^r Stunden, mein.Frän
kin " sagte der Arzt, der nugenscheurlich nstaunt war eine so vornehm ausfthende Dame, in dem Bahnwärterhäuschen zu finden, Echuldt^nd zu Ragna. „Sobald der Kranke, trmsportsahig, wird man ihn wie die anderen schwerverletzten sofort nach der Stadt ins Hospital schaffen.
Im Umsehen hatte Ragna in ihrem Wo bn- rimmer efin bequemes Nachtlager bereitet, und di? Träger hatten den Fremden darauf nieder- gelegt. Ter Arzt trat setzt mit Nagna hu^u, und der Scl>cin ber Lampe fiel voll auf das Gesicht des Kranken.
Ragna starrte ihn an, als habe [te einen Geist cefcben Ihre Kniee bebten, ihre Hande zitterten, sie suchte unwillkürlich nach einer Stutze und klammerte sick voll Verzweiflung an den Arm des Arztes, denn der Mann, der da bleich und
Nacken (Ztr.): Die BelastmigSfahig- kett des Tabaks wird frfttocr, aber nicht nner- tttiglich in Anspruch geiwmmen. ES bleibt für uns nur eine Fabrikatsteuer übrig. Zur Zoll frage werden wir erst in der dritten Lesung 'ätel - hing nehmen können. Im ganzen würden wir dem Entwurf in der vorliegenden Form zustimmen
Abg. Kempkes (D. B.): Die Sätze ber Bor- läge find zweifellos sehr hoch, aber sie gehen!
»vch, warum denn »ich? Wir wollen ja schon ton selbst, daß Sie bei uns bleiben, Fräulein Ragna. Soll denn der Mann da oben liegen bleiben?"
„Bis morgen früh," saugte Ragna mit schwerem Seufzer, dann schritt sie mühsam die Treppe hinan. v .
Sven hob bei ihrem Eintritt unruhig den irolv AlS er sie sah, huschte wieder ein fast tor Wirt':'' Lächeln über seine Züge. Sttll schloß er bre Augen Ragna rückte ihm mit bebenden Händen die Kissen zurecht und legte ihm kühlende Kom - pressen auf das schmerzende Haupt — er schien cd nicht zu bemerken. Stundenlang lag er so unbeweglich- „ .
Frau Brand kam von Zeit zu Zeit, um zu fragen, ob sie etlvas helfen sollta
Ragna saß an Svens Saget. Der matte Ethem der Lampe brach sich in dem blitzenden Goldreif art seiner Hand. Der Flieder duftete betäubend herein in das stille Gemach, und unten im Garten blühten die Rosen.
Der Nachtigall Lied war längst berftnmmt Rosenrot ging die Sonne im Osten auf, und jubelnd stieg die erjte Lerche in die Luft.
Da erwachte -Sven. Klar und durchdringend richtete sich sein Blick auf Ragnas Gestalt, und nach ihrer Hand tastend, sagte er leise: „Es ist doch schön zu leben. Ich glaubte zu träumen, als ich Sie gestern abend sah, und er war süß, dieser Traum, ich wollte ihn auskosten und schloß dir Augen und träumte mich so in eine Welt voll Glück und Sonnenschein hinein. Der Schlummer in Ihrer Hut, mein Fräulein, hat mich gestärkt, neu belebt — ich glaube, ich bin ohne ernstlichen Schaden zu nehmen, davongekommen. In erster Reihe aber lassen Sie mich Ihnen danken, daß Sie sich so freundlich meiner annahmen."
Er wollte sich aufrichten, sank ober gleich , darauf wieder matt in die Mssen zurück
„Ruhe, Rul)e," mahnte Ragna, „der Arft wird bald hier sein."
(Fortsetzung folgt.)
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stumm vor ihr lag, war Sven Svendburg, der Gatte ihrer Schwester. ...
Wie der Goldreif an seiner bleichen Hand, die so schlaff herniederhing, blitzte! Ragna erfaßte eS wie Grausen vor dem Schicksal, vor sich selbst.
„Sic haben sich überanstrengt, mein Fräulein , sagte der Arzt gutmütig. «Hier nehmen eie bicfc Tropfen, der Anfall wird bald vorübergchen. Und nachdem er Sven untersucht, setzte er hinzu: „Der Kranke wird Sie nicht viel m Anspruch nehmen. Ruhe ist das Einzige, w<^ ihm augenblicklich nottut/' Und noch einige BerhalttingSmaß,' regeln im allgemeinen erteilend für bte Pflege der Krankem sagte er Abschied nehmend: „Also sorgen Sie sich nicht, mein Fräulein, dies« unfret- wttlige (Srnquarticrung soll nicht lange dauern höchstens bis morgen.'
Dann war er gegangen, um nach den anderen Verwundeten zu selben, und Ragna war mit Sven Svendburg allein. Ihr Blick fenllc ^stch zufällig auf ihren Schreibtisch, wv sein uno engrite Bud stand — siel fern Auge baraut.bann war sie verloren, bann wußte er, wer sie war, und das durfte nicht fein. Mühselig raffte sie sich auf und schritt.zum Schreibtisch, es einzuschließen. Kaum war es geschehen, so schlug der Kranke die Augen nur. Groß und starr waren sie auf Ragna gerichtet. „ . n,, f
„Ein Traum," sagte er leise, unb em Lächeln irrte über die erblaßten Wangen. Dann nahm wieder tiefe Bewußtlosigkeit ihn gefangen.
Ragna hatte kaum zu atmen gewagt, letzt ging sie eiligst zur Tür und die Treppe bmab
„Frau Brand," sagte sie mit singendem Atem zu ihrer braven Wirtin. „Der Mann, ber dort oben in meinem Zimmer liegt, ist ein Verwandter unseres Hauses. Er bars nie erfahren, wo ich weile, weil ick sonst zurück in die Heimat muß. Rennen Sie nie meinen Namen, und verbieten Sie es auch den Kindern, solange ber Fremde hier weilt. Hören
„Ja bad)," sagte Frau Brand, „mem Jotte
■»“tonUM., Milq
„Falsche Weichenstelluna" Brand auf Ragnas entsetzte Frage. „Ich sah das llngtüd kommen unb versuchte alles, den Zug rum^lehen zu bringen, leider vergeblich, letzt gilt es, ben Un^ glücklichen zu helfen, die vielleicht noch unter den Krümmern liegen." Ter Platz vor bem £>aufe fAlte sich mit ivehklagenden, bestür-ten Meusch^' di- alte knt 8uge enteilten. Unter d,-s-n b«s-nd sich glücklicherweise ein junger Arzt, der )iaj tat* kräftig der Verletzten, bevor andert^ittge Hilfe herbeikam, annahm. Ragna lttifi vhne erst zu fragen zu unb ward so zur wirksamsten Hilfe für die Verwundeten. Einen Teil hatte man bald im Bahn Häuschen untergebracht, ein anderer Deck lag stumm unb bleich auf dem fügten Rasen Schreck und Angst Ijattcn sie nur bewußtlos gemacht. So verging die erste bange Stunde, da riufte ein Hilfszug von ber iiächsten Station an, er brachte Aerzte unb Arbeiter, und lxild^ entwickelte sich eine fieberhafte Tätigkeit, ^llettht konnte man nach ein kostbares Menschenleben, das imter ben Trümmern begraben tag, retten.
„Sie sind ein braver, wackerer Kamerad,, mein Fräulein," sagte ber junge Arzt, als er svebm kunstgerecht eine klaffende Wund^ am Arme nnes Schwerverletzten zunähte, wobei ihm Ragna Assistentendienste leistete. ,jDbne Sie, unb ohne die wackere Frau da," er zeigte auf Frau Brand, „batte ich selbst wenig ausrichten können, nun aber müssen Sie rulx'ir, wir bekommen jetzt Verstärkung, und Sie," sagte er zu Frau Brand, „gehen jetzt ruhig zu Ihren kleinen Kiildern, die ich da in der Kammer weinen höre."
„3, wo wär ick berat," sagte Frau Brand. „Tie Gören kennen man immer brüllen, bann
11 gegen die Organisationen gesprochen. Die Be- bas aäiize^Gesetz abzulehnen. amten nehme ich in SclMtz, aber die Organisationen
d ?lbg^ Waldstein (Dem.): Ter Entwurf er- verwerfe ich. DSlsalb schaffe ich eine ^euorMtu- febeirtt uns überhaupt nur unter dem Gesichts- sation. Gegenüber dem Abgeorbnett.i ^r. Wald- vunll annehmbar, daß das Reick in seiner Not- stein bitte ich um Dmu^si^Aing, ^ß wij bic ?age ungelseure Einnahmen braucht. Ob der Ent -1 ungeheure Notlage des Reiches einen veränderten wurs wirkluh die erwähnten Mlehreinnahmen bcin- Standpunkt zur DÜrchsnhrwig bei btaftif^n gen wird, ist uns aber mehr als fraglich. Wir Politik anfertegt . .
Srbei? deshalb nicht aus -Steuertoeu, fonbern Abg. Dr Becker-Hrt^lDttc^s^ksp.). um das Erträgnis ber neuen Steuer eiiligwimchen | Wenn auch bte Finanznot des sickerzustellen, den deutjch-nationalei: Antram den ander ter Betrachtungsweise zwingt, so glauben wir ©teS ton 4 auf 3 'to^ent $u doch datz benj.ur6 umeren SIntra«
- • I emtretenben Ausfall et trag en tarnt.
w“ Seiet Seifen, T, SW: Wir stimf. tog...»«»«. CU.Q: _«et gegen, wfew
_ Erliegens bringt, wenn man
ihnen nicht butd) besondere Sckutzmastnahmen unter die Arme greift, kann rninbesteiiS Stontel* haft erscheinen. Sicher aber sind die dem Wirtschaftsleben drohenden Gefahren der starken Blutentziehung, die die Boralgen über die einmalig* Kricgsabgccke für 1919 sMchreinkvmmeiNteuer) unb die Bermögenszuwachssteuer, schließlich auch die Vorlage über die Erbschaftssteuer in vielen Inllen zur Folge haben wird, außerordentlich chwer. Nicht jeder, ber im Kriege verdiente, Hal ein Gelb in leicht greifbarer Weise angelegt. Dazu kommt nunmehr die Notwendiglett, sich wiederum Ull d~— -.
auf bic Friedenswirtschaft umzustellen jmb endlich bar mären wir für eine 6rtiärimg, Jt>re sich da>. bic gewaltige Steigerung des Bedarfs an Be- Verhälttiis dieser Steuer zu anderen tsteinrn. Um triebsfapttal infolge Steigerung ber Löhne unb satzsteuer, Grundsteuer usw. gestalten wird ber Rohmaterialpreise. Soweit der Verdienst im Geheimrat Papitz erwidert, daß über bieü* Betrieb festgelegt ist, wirb man ihn ohne ~rnq< im Nahmen der Reichsabgabenvrdnung z>: Scksäbigutig des Geschäfts ^überhaupt Nicki cuis ^rlwndelu sein werde.
ihm herausziehcn können. L-oweit dies man der mnt i inbami m ber Fasstrng del ÄÄW »v
l an ds k apita l m ftartcrem Umfang in Gruichstückkn 20000 Mk. unb
deutsche Wirtschaft ernzieht, als dies dieser Wirt- '»000 nickt übersteigt (ali § 7a).
schäft und -- bei bem Mangel an sozialem Smn uub^en ^000 8 20 a und
ber Auslandskapitalisten und Unternehmer — ben Decker-Hessen (D. V. P.
Angestellten unb Arbeitern nützlich lern kann. Alle 20 b berbunben. Nach dem letzteren
diese Umftanbc muß bte Steuergesttzgebung geradi Oberbe Hürde aus demselben Grunde, wenn
in der des Neuausbaues unseres Wirtschaftsleben- sheuervstickttge Betrag bic genannte Höhe nicht mehr berücksichtigen als je bic SkrtaHer der vor- ^Litetb«S^er ermäßigen.
liegenden Gesetzentwürfe aber unb diejenigen, die uvers^reitti ow v Siehr
noch iortwährenb nach Vertchärfimg ber Steuer- WaZ) Ur di- Anträge
gesetzt' insbeionder-e der Mehrwilommen- uick dsr Erend Abg. Simon (Svz.) dagegen spricht. Zuwachssteuer rufen, scheinen daran viel zu wenig \™, w Erz berg er: 58er der
ju denken. Aufgabe derftmige^dre un^e Fvaktton ^1y4 sind bic Anträge abznlel/mm.
rn die Steucrausschusse der Nationalversammlung uni) ^ne Kleinigkeit gestrichen wird,
entsandt hat, wird es fern, immer unb immer I u,lv w J --------
wieder darauf hinzuweisen, daß das Reich ge- walttge Steueropfer von allen Bevölkerungsund Wirtschaftsschichten verlangen muß, daß ihm aber nickt damit gebient ist, wenn unter allzu hohen Steuern das wirtsckZaftliche Leben schwer gefchabigt wird oder gar in einzelnen Fällen ganz »um Erliegen kommt.
bleiben. Nicht gelungen ist es und, im Ausschuß rung wird namentn eine Abstufung der Steuer nach der Leistuiigsfähig" tretcne Enttvicllung kett zu erreichen. Im ganzen sehen wir das Gesetz stören. Die Demerfu' .. als eine immerhin erträgliche Steuerquelle für „ich habe Mißtrauen S-ä-rlbie bas Reich an. . Behörden", iveifen imr mit dos @
Aba Henke (U. 6.): Für uns wiegt bas! Ltvw#*'iww—o — —- n -• -, -r .
Bedenken, baß die Grunderwerbsstcuer auf die nicht von flrtßtraucn gegen bte Beamten, sont^n OTteter abgcrodlit roerben mtb, [<6roer genug, um r - - -- -------------- *•’«
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Manzresorm ober Staatsbantrott?
Don Dr. Decker, Finanzminister a. D.
Abg. Simon (So;.) spricht gegen die An- ^ic Abstimmung ergibt bic Annahme des K « unb die Ablehnung ber 7 a unb 20 a. 5? 20 b wirb angenommen
3u § 8 crllärt Reichsftnanzmildster ttr#* ber acr, baß eine Vorlage, bett, die einbciP licke Regelung der vesteuermig der Toten H-r.ck in ber Ausarbeitung begriffen lei inib demnacvst Oer 'Nationalversammlung zugehen werbe.
^8 wirb nach längerer Debatte unverändert angenommen, nachdem ein Streichungsantvag bn- Demokraien mit knapper Mehrheit abgelekmt worben war. . , M c n (,■
S16 setzt bic Steuer auf 4 Proz. feit, em
Antrag ber Deutschnationalen Will fit aus 3 Proz herabseven. Reicksfinanzminister E r z b e r ger er- sucht bringend um Ablehnung des bcutidinatw ■ naleti Antrages. § 16 wird darauf unverändert
- ~ 9Ibg. Dr. Becker-Hessen (D. Bp : Nichts ist
Deutsche Nationalversammlung. einfacher, als an der Hand des. Steuerzrttels das nnm 11 qhujuft 1919 Einkommen sestznstellen. Der Fmanzminister wirb
Sitzung vom 11. August 1919. ton€ Ausfälle haben. Wo soll man denn Steunn
Vormittagssitzung. Nachlassen, wenn nicht bei fleinen Leuten unb Ge-
Am Regierungstisch: Erzberger. Scktnidt. setzen, bic gerade sie so hock belasten? Außerdem Zwette Beratung des Grundwechselsteuer^ der Ausschuß in der Seftimmung des § / gesetzeS. für die Besiedelung des platten Landes und die
8 1 hat nach ben Beschlüssen des Ausschusses Schaffung aesimder Kleinwohnungen denselven folgmde Fassung erhalten: Grundgedanken bereits -lü richtig^anerkannt, roenn
Beim Uebergang des Eigentums an in- auch unter gewissen Vovcmssetzungen
ländischen Grundstücken wirb eine Grund- ?lbg. Kurtage (Ztr.) spricht gegen bic erwerbssteuer erhoben. Dem Uebergang des Anträge.
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^n^rt worden IN. „Entwurf eines « Einnahmen nicht einstellen fönnai.
^Abg. Sol mann ^Soz.): Annehmbar ist Abg. Soll mann 'So».)
für uns der Entwurf inn unter der Bedingung, Partei von der Nrndrtoe,mttelten
daß bei aller Rücksichtnahme auf die Fttiailznot deS ton ber Steuer roiei^r sei, wett
Ruches auch die Lincmznot der Gemeinden iiccht ckirch eine Sonbervergünsttgung fftt bas platte außer acht gelassen wird. Alles gemeinnützige Land geschaffen worden wäre
Grundeigentum muß von dieser Steuer befreit Abg, Mum(D.-natl.): Dw hohe Best^- bleiben. Nicht gelungen i» es i-n «Mbf$u8|nmg roirb namentliche
ing des Reichsfmanzminisvd.s, gegen bie~ gegenwärtigen Behörden", iveifen wir auf das Schärffte zurück. Reicksfinanzminister Erzberger: Ick habe
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Unser hessischer Abgeordneter veröffe>ttlttl>t in ter Zeitschrift ,,Teutstl)e Stimmen" einen Aus- (otf, den wir im Auszüge hier wiedergeben tvvllen:
Das Steuerbündel, mit dem ber Reickssinanz- cnniürt die National Versammlung bedacht t)üt und taä deutsche Volk beglücken will, ist recht uu- rteickmäßig zusammengesetzt: es enthält Steuern, sie einmalige, und solche, die dauernde Einnahmen bringen sollen: neben direkten »reteii indirekte Llbgaben von belr'icktlicher v)öhe auf, Besitz, Verbrauch unb Ver- jehr werden in gleichem Maße belastet. Tie SSßten Mängel der Vorschläge find ihre Lücken- fftgkett unb ihre Systemlosigkett Die Kernstücke icklen noch: die in ihren Grundzügen bereits durch die Presse verösfentlilMe einmalige V e r- nögenöab g abe ober wie man sie letzt, um (jt bat Steuerzahlern schmackhafter zu machen, xamt: das Reichsnotopfer — Reicks n o t e n opfer P6I in einer Zeitimg infotge eines seltsameii Druckfehlers gesagt — soll in wenigen Tagen (ungelegt werden, die Reichseinkommensteuer iM herbste folgen. Aber auch harte mbircftc ?Ib» gabot werden nach mehr oder weniger deutlichen Mziösai unb anderen Mitteilungen noch kommen, von denen man vor einem Jähre kaum zu reden hätte wagen dürfen. Unb was bis jetzt vorliegt, ist durch keinerlei System, dürft) fchtetlci lettenbat Sftinidgedan ken zusammen gehalten, ivenn Nicht durch den einen: Tue Geld in meinen Beutel.
Zwei Streitpunkte, um die in allen Verhand- lungen über frühere Reichssttlanzreformen der figtnvf ber Meinungen heftig hin- imb bertobte, foielen bei dieser Reform eine hockst untergeorix- Vtt ober fast gar keine Rolle, sie trcrben rn ber Begründung zu den bis retzt vorliegenden Gef'tz- mtwürten kaum gestreift: die A b gren z u ng ber Steuer gebiete zwischen Reich unb Einzelstaaten unb die Frage der direkten und inbireften steuern.
Wer bie Begründung der Gesetzentwürfe nn «micn übersieht unb bie bisher darüber geführten Berhandlungen verfolgt hat, vemmg einen Gedanken nicht los zu werden: alle Vorlagen — bie jetzt zur Beratung stehenden nne auch bie ruxb kommenden — stehen unter dem Geiste des stärksten F i s k a l i s m n s. Das Reich braucht viel Geld, uick es nimmt es überall, wo nock^ etwas ju holen ist Deshalb werden nicht nur die Quellen biretter Besteuerung ausaeplinipt bis zum letzten Tropfen, sondern auch indirekte Steuern gesteigert rts zu einer Höhe, die z?var bei der Leiftstferttg- krtt, mtt ber heute das Geld leider ausgegeven itntb, crträglid) erscheinen mag, die aber bei Wiederkehr normaler Verhältnisse und gesunver Anschauungen über ben Wert bes Geldes geradezu ichwindelerregeick erscheinen wird. Der lüiahrige .stunge. der ohne Bedenken 35 Psi für ferne jjriUp stückszigarette hinlegt, tarnt dabei gennü auch dem Reiche in ber Form der Zigarettensteuer etn starkes Opfer bringen. Daß aber int Warenpreis, den i>er 35erbraud>cr zahlt, mehr steuer als Rohmaterialwert unb Arbeitslohn steckt, stellt doch so sehr alle 33egriffc auf ben Kopf, das; eine Besteuerung mit solcher Wirkung ttur unter der iieutigeu Anschaunngstveise unb der erdrückenden sttot 'des Reichs vorgesftsiagen und angenommen loerben kann. Schlimmer aber ist etwas an bered: iiic Vorlagen nehmen zum Teck recht wenig .Kütf* üibt auf die Wirkungen, die sie auf das deutsche Wirtschaftsleben — auf private wie,oftent- lnche Wirtschaft — üben werden Das Schlimmste für die letztere, für bte Finanzwirtschaft in.Staat unb .Gemeinde, wird erst die kommende Glnkom- inensteuervorlage bringen, die an cheinend Glied- fbaaten und Gemeinden zedes Recht auf die Einkommensteuer nehmen unb sie damit finanziell entlfaupteii will; darüber wird später noch zu sprechen sein. Der Privatwirtschaft aber, bie für die nächsten Jahre ohnelstn schwer zu kämpfen haben wird, um wieder einigermaßen m bte Hohe iu kommen, schlagen bic vorgesehenen Steuern »um Teil schwere Wunden. Von den tnbireften Steuern führt bic Erhöksting der Züickholzab.mbc zweifellos zum Monopol, die ber SteuerauSfchuß zur Einführung im Jahre 1921 auch bereits beschlossen haben soll. Auch für Tabak, vor allem für Zigarre und Zigarette, scheint die Banderolensteuer nur eine Zwisftfenstation auf bem Wege zum ^tvnopol unb damit zum Ruin eines blühenden .
Erwerbszweiges, zum Untergang vieler lleiner unb jufhmmen. SÄ’ M fcteuten. Ob di« gewaltig. Äi LLLk iÄ mit I Antr°g"stimmt," mÄ bie W-
Erhöhung ber ^chklkartenstetier, gegat bic m der men Ei k^u, ^r nunosvolittk. durch die wir ben Arbeitern billige
gegenwärtigen Zett der bis zuni Wahnsmn gesteigerten Spielwut an sich gewiß nichts einzn-


