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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Samstag, p_. Moder (919

Zweites Blatt

Nr. 258

.bl|tbtnen:

belaste, die bilanzmäßig auch für die gestundeten, sein Parteifreund Brann (Franken) mit der Er- Beträge zum Llusdruck tonrmcn müsse, und die, klärung, die Partei halte nach wie vor an dem

Reichsnotop'er fest. Nachdem dann auch noch das

er

ichl.

11604D

JJlama liebste, süßeste Mama, ist das dem

Fortzetzung 24.

sNachdruck verboten.)

Betrage zum Vuidbrud fonrmcn misste, und die. soweit sie sofort bezahlt werde, der Wirtsclsaft qr> hebliche Summerr entziehe während alle Acten von Betrieben infolge der Steigerung aller Aus- gaten für Löhne, sstohmateri allen usw. heute ein Vielfaches, das Zehn-, Fünfzehn- und Zwonzig-

Aus vem Anttsverkrindrgvngsblatt.

* DaS Amtsverkündigungsblatt Nr. 101 vom 9. Oktober enthält: Bskanntmachung tetr. das Gesetz über das Bramttioein Monopol. Die Wahlen zum Provinzialansschuss der Provinz Oberhessen. Die Wahlen zum Provinzialtag. Hessischer Landkalender. Ausführung des Reichs- Vichseuchengesetzes vom 26. Juni 1909; hier: Er­nennung der Schätzer. Die Beitreibung der Ge- meindesälle. Wirtschaftliche Beihilfen an ehe­malige Kriegsgefangene. Verordnung betr. Ab­änderung der Verordnung über Beschäftigung Schwerbeschädigter vom 9. Januar 1919 (Reichs- Gesetzblatt S. 29). Vom 24. September 1919. Ausschluß unzuverlässiger Personen vom Han­del; hier: des Metzgers und Wirts Heinrich Moos in Lollar. Walzarbeiten 1919. Rotlauf bei einem verendeten Schwein des Mattheis Moritz Ohly in Holzheim, des Otto Seipp in Leihgestern und des Pächters Jakoby in Utphe. Haupt­körungen im Jahre 1919 des Kreises Gießen. Konzession als Ttenstmann.

»8-

^nge unfern

9lten Dank.

T trauet

I wühl d Rühl

1919.

Tie Regierung bekämpfte beide Vorschläge. Don dem Antrag Hugenterg behauptete si',er wrd: verheerende Wirkungen für das Wirtschaftsleben haben, da er es nicht so individualisiere und nicht die gleichm Erleichterungen gewähren könne, wie dies der Negierunge-entwurs über das Nolopser tue. Die laufende Vermögensabgabe aber wurde mit der Behauptung bekämpft, ihre Sätze seien zu hach, daß sie ebenfalls schwere wirtsck)aftlick>e Schäden zur Folge haben mürben, unb daß auß-erdem neben so hohen Steuer sätzeu für die lausende Vermögens­abgabe es nickst mehr möglich sei, die geplante und Unbedingt notwendige Reichseuttommmsteuer, die Kvpitalerttagssteuer uird die 'Slufwandssteiu-r ein­zuführen; außerdem bringe die laufende Ver­mögenssteuer nicht die einmal notwendige größere

schwere Beeinträchtigung ihrer Lebens Möglichkeit, weim nickst den völligen Zissaminenbruch, Notiren- digkeit, fremde Bdittel in den Betrieb l-erein- zuziehen, soweit man sie überhaupt erhalten tarnt, damit aber entweder Sozialisierung mancher Be­triebe auf dem Umwege über die Besteuerung oder, was wir für viel schlimmer halten, Erleichterung des Eindringens von fremdem Kapital in die deutsche Wirtschaft.

Daß auch dieser Vorschlag weder bei der Re­gierung, noch bei den regierenden Parteien An­klang fand, bedarf keiner weiteren Ausführung. Das Reichsfinanzministerium ist eben auf das Reichsnotopser ein geschworen und steht vollkom­men, nach den Aeußerungen der Regierung selbst, unter starkem politischen Druck. Tie Regierungs­parteien aber halten sich nach den Grundsätzen des parlamentarischen Systems für verpjl.chtel, ihrem Herrn und Meister durch dick und dünn zu folgen. Zwar hatte der sozialdemokratische Abgeordnete Katzenstcin, durch sachliche Gründe überzeugt, für seine Person erklärt, daß er die laufende Ver­mögensabgabe angesichts der Bedenken gegen das ReickMotopser vorziehe. Ihm folgte aber bald

testet, bitten, mir auch solche Hausarbeit zu ver- schassen. So bringen wir es wohl wieder herftn."

'iverte, Mama. Ich habe mit Frau Sattler be­reits gespvvckicn, und da sie mein Geschick zur Schneiderei immer bewundert hat, war sie mit

Emmy nickte. . .---------------.l--;

..Bescmders da ich mich entschlafen habe, dies m der Haussva renichule ntcht zu unterbrechen und

Das Glück der anüern

Original-Roman von Erich Eben stein.

Oopxrixkt 1916 by Ordner & Comp., Berlin W 30.

Summe, die sich das Reichssiuanzministerium vom einmaligen Notopfer trotz der dabei vorgesehenen ZaV.ungterleickteimic.en versprech:. Die V rtvtter der Deutschen Volkspartei bekämpften das Not­opfer in der vorgeschlagen en Gestalt. Sie führten zur Begründung ihres Standpunktes an, daß daS Noiopser trotz aller Zahlungserleicksterungen das wirtschaftliche Leben urit einer gewaltigen Schuld

Ernft?" . .

Vollkommen. Tu brauchst dann baue Kurie

'»K41

1 Novbr. L Dn MAem

Anmeldung l7 Ludwigstr. 47.

& '-ft Flucht. ^ic-*nr,l(i Rrnling, MenbergerAegln

Aliche-, sauberes Mädchen iber in kl HauSH. ges. unellen n. 9-5 Nhr Frau 6roß, Merstrake 19.

mb., älteres Mädchen, lchrs etwas koch kann d Hausarbeit nut üben nmt, »egen «2 L M ges. L Mdchen rbanden. "i« ,">rau Lina Faee. >anan, Paoierf-chrlk.

VS VA HUW *)---- *--- -

schon jetzt zu tun, und dich als» nichts kosten uns rft allen' geholfen. . n . . m . h-'ho mit Kmu Sattler b:-Ach, das wäre ja zu scholl! Und in Berttes

wann i/uiv ea-iifi, yuiv--15 du mit fo

hock trabenden Namen belegst, tft nur tat>achlicher Herzensinstinkt, und der muß m wohl angeboren ftin." »

Zimmer soll ich> wohnen dürfen?" .

Gewiß! Oder magst du lieber Ernas Ka­binett ?"

Nein nein aber wird Mama es er* tauten?"

Ich denke, sie wird nichts ba gegen habem In Retleuegg ivarft du ja io nur das fünfte Rad am Wagen und hier bist du. unsere Königin ! antwortete Bertte an Stelle seiner Mutter eifrige ,^Ja, du mußt es tun, Lotte, bitte nur deine Mama nur heute gleich dir kann ja kein Mensch etamss abschlagen!"

Sie gab ihm einen kleinen Nasenstüber.

O du lieber, süßer Heuchler! Als ob du imt nicht schon sehr viel abgeschlagen hättest!" __

Nur Dorheiten! Tafür bin ich doch der Mann. Ich habe dich doch zu erziehen!"

Lotte wurde plötzlich ernst. .

Du aber wenn Magnus es udArnmmt t Er ist so gut und will dir doch- die stelle ver« '^Jfcm dafür sollte ich ihm wohl dankbar sein," nab er etwas gezwungen zu.Dennoch, lieber Wildiang, würde ich wünichm, wenn du weniger entzückt wärest von dem Muck, das। mu Graf Santeifelds Protektion in Aussicht stellte!"

Q Bertie was ist das?" rief Sötte ei> sckrockenWas meinst du denn? Bist du denn nicht auch glücklich, daß wir nun wahrscheinlich schon so bald heiraten können?"

Er' strich zärttich über Lottens Haar und blickte ihr tief, fast ängsllich forschend in die Slugen, Es ist wenigstens das einzige, was mich bat mit versöhnen kann, und nur darum ergab ich mich bisher stumm darein! Aber dmke mal nach> Kleines würde es bid) denn nicht viel stolzes matten und ein größeres Glück für uns beide fmt4 wenn ich meine Existenz nicht der Pvotettion, iont dem meiner eigenen Kraft verdanke?"

Lotte sah ihn tewoffen au.

(Fortsetzung folgt.)

ib 6oierf,S!nJli.M inbro rl,d,n° urfn &r-

Abänderung der Verordnung über Beschäftigung Schwerbeschädigter. Alle öffentlichen und privaten Betriebe, Bureaus imd ^Verwaltungen sind verpstichtet, auf fünsund" zwanzig bis einschließlich fünfzig insgesamt vor­handene Beamte, Angestellte und Arbeiter ohne Unterschied des Geschlechts mindestens einen Schwerbeschädigten und auf je fünfzigweitere Arbeitnehmer mindestens einen weiteren schwer­beschädigten zu beschäftigen. Der zweite Absatz deS § 1 der Verordnung vom 9. Januar 1919 fallt

Ausschluß unzuverlässiger Pe r - sonen vom Handel. Gemäß Beschluß des Kreisausschusses vom 27. September 1919 wird der Metzger und Wirt Heinrich Moos in Lollaü vom Handel mit Vieh, Fleisch und Fleiscbwarett ausgeschlossen.

Wegen Vornahme von Walzarbei­ten wird die Kreissttaße, Ortsdurchfahrt Lollar, vom 9. Oktober l. F. ab bis auf weiteres 'für den Fuhrwerks- und Automobilverkehr gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über Daubringen StanseubergOdenhausen. Für leichtere Fuhr­werke kann der am Sägewerk Nuhn in obige Orts* durchfahrt einmündende Wicsenweg und die hier anschließende Lumdastraße in Lollar benützt werden. _, .

DerRotlaufbei entern verendeten Schwcm des Mattheis Moritz Ohly in Holzheim, des Otto Seipp in Leihgestern und des Pächters Jakoby in Utvhe ist erloschen. Die Sperrmaßregeln sind auf­gehoben worden.

Hauptkörungen im Jahre 1919 des Kreises Gießen. Diejenigen Viehbesitzer, welche Fasclllere zur Könmg zu bringen beabsichtigen.

Ja. Sie haben nur alle ausnehmend gefallen und ich 'würde mich herzlich freuen, diesen bravm, vortrefflichen ssNenschen, denen das Leben bisher nur ein sorgenvolles Antlitz zeigte, ein bißchen Sonnenschein bereiten zu können. Aber ich habe noch eine Nebenabsicht dabei."

Eine Nebenabsicht?"

Ja. Errätst £>u sie nicht, mein Junge? Tu hast mir doch erzählt, daß Tante Therese Evelyn nicht empfangen hat und dir gegenüber sogar von einerMesalliance" sprach. Dieses dumme Wort will ich im Mim ersttcken und ganz aus der Welt schaffen, indem ich zeige, 'wie ich über deine Braui und ihre Familie denke."

O, Mama, jetzt verstehe ich dich erst ganz!" Za. Therese Kammeisberg ist viell.'icht nicht die einzige, die so denkt. TaS verletzt meinen Stolz und mein Gerechtigkeitsgefühl. Kastengeist ist eine überlebte Sache. Nattirlich hält: ich ja amt früher gewünscht, daß deine Wahl auf etn Mädchen aus unseren Kreisen gefallen wäre, aber die Hauptsache- ist doch die Liebe! Und von einer Mesalliance kann man nur sprechen, wo der Adel der C-famnuna fehlt. Dieser aber scheint mir in der Familie Losenstein diese gräßlich: Tante Ada ausgenommen gerade in hohem Maße vorhanden! Ich will doch sehen, ob es jemand tragt, von einer Mesalliance zu reden, wenn die Gräfin Sanderfeld beweist, daß sie sich solidariich fühlt mit der Familie ihrer Sch'wiegertochter!"

Magnus unrarmte seine Mutter zum zweiten Male gerührt. r t , ..

Tu bist nicht nur die beste, ponbern auch bt: großherzigste, varnehmst denkende Frau, bi? ich kenne, Mama! Welck)0s Vorbild wirst du Evelyn

in ollem iein!"

Hoffen wir, daß sie in dieser Ricytung eme-3 Vorbildes nie bedarf, mein Junge!" sagte di: Gräfin halb ernst, halb lächelnd.Wa.

malige Kriegsgejanaene mitgetcilt. Allgemein ist zu bemerten, daß die wirtsch.ntliche Notlage bet l)eimgckehrten striegsgefangeucn die e.'.tjcheidends Voraussetzung für eine Zuwendung ans Reichst Mitteln ist; die Bemessung der Beihilfen erfolgt nach durchaus sozialen Grundsätzen. Tie, Inter­essenvertretungen der Kriegsge;angenen sind mit ausschlaggebcuder Sttmme bei der Entscheidung über Gewährung der Beihilfen durch die Teitt« nähme ihrer Vertreter vor dem Hilfsausschutz beteiligt. Die Beihilfe soll den Kriegsgesangenenl die Wiedcraumahme einer geregelten Arbeitstätig* leit ermöglichen; sie soll möglich!! nicht zur Be^ streitung der Kosten für den Lebensunterhalt ver* wendet 1 verüben; sie ist also feine Unterstützung in diesem Sinne. Als Stichtag ist der Tag des Waffenstillstandes, der 11. November 1918, feil* gesetzt. Ein ordnungsmäßig ausgestellter Gut* lassungsichein ist die unbedingte Voraussetzung jüt Gewährung einer Beihilfe. Die Beihilfe wird nicht ausschließlich in Barzahlung, sondern möglichst irt Form einer zweckdienlichen Zuwendung, z. B. Be^ Schaffung von Belleidungsstücken, fehlendem Ar^ beitsgcrät usw. gewährt werden. Die Anträge auf Gewährung einer Beihilfe sind durch den heim-» gelehrten Kriegsgefangenen an die örtliche. Sriegöx gefangenenheimkehrßelle (evt. Bürgermeisterei) zu richten. Von der Gewährung der Beihilfe werden Kttegsgefangene ausgeschlossen, die ivegen Landen Verrats reck'tsftäftig verurteilt sind. Die vom Reiche bewilligten Geldmittel werden in vollem Umfange in Form wirtschaftlicher Beihilfen für bic l>?imgekehrten Kriegsgefangenen und nicht für 33ctN waltungsunkosten verwendet. Wegen der Zahlung der Erwerbslosenunterstützung an ehemaligesrreas^ gefangene ist bestimmt, daß eine Auszahlung d ' Erwerbslosenunterstützung während der 8 Wochen, für welche dem ehemaligen Kriegsgeiaugenen Frie^ densgebührnisse bewilligt find, nickfts entgegensteht. Tie miliiärischerseits bereits gezahlten Gebühr* nisse werden auf die Erwerbslose nun ter stütz uns an gerechnet. Zur Vermeidung von Vetrugsver^ suchen wird jede an den ehemaligen ft'riegögefnn« gcren geleistete Zahlung auf der Rückseite des Entlaffungslcheines vermerkt. Der Entlastung^ schein ist deshalb bei jeder Anttagslellung und Auszahlung vorzulegen.

Lehru'^k«

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Der Hessische Landkalender, dessest Herausgabe während des Krieges unterbleiben mußte, wird wieder im Staatsverlag erscheinen.

Wirtschaftliche Beihilfen an ehe« malige Kriegsgefangene. Die Reichs« zentralslelle für Kriegs- und Zivilgesanpene ii< Berlin hat jetzt Ausführungsbenimmungen über die Gewährung wirtschaftlicher Beihilfen an c!)cn

Zentrum erklärt hatte, daß es, und zwar vor­nehmlich aus polittschen Gründen, für das Neichs- notapfer eintreten werde, war das Schicksal aller Gegenvorschläge im Ausschuß besiegelt und wird es auch in der Nationalversammlung selbst sein. Die Negierungsparteien werden diesen Gesetzent­wurf, von dem die gesamten Vertrettmgen des Wirtschaftslebens ohne Unterschied der Partei- stellilng erflärt haben, daß er _ die verhängnis­vollsten Wirkungen für das Wirtschaftsleben haben werde, demnächst zustiinmen, und sie werden, wie wir leider befürchten müssen, auch die Unterstützung der Demokraten haben. Schon im Ausschuß hatten sie nicht ungeteilt für den Vorschlag ihres Frak- tionefoliegen auf Einführung einer lausenden Ver­mögensabgabe gestimmt. Nachdem sie aber in diesen Tagen wieder in die Regierung eingetreten sind, oder ss doch in aller Kürze tun werden, braucht Herr Erzberger nicht mehr zu befürchten, daß sie ihn grundsätzlich bekämpfen werden, obgleich Herr Theodor Wolfi noch vor zwei Tagen im Berliner Tageblatt erklärt hat, mit diesem Manne werde sich die Temokrattsche Partei nicht einmal Ell­bogen an Ellbogen photographieren lassen. Die Deussche Volkspartei darf aber auch auf diese Verhandlungen mit Stolz und dem beruhigenden Beimlßtsein zuriickblicken, daß sie es versucht bat, unser Wirtschastsleben vor den schwersten Ge­fahren M bewahren, und daß sie mit ihrem Ver­such nur gescheitert rft, weil sie nicht die nötige Unterstützung anderer Parteien gesunden hat. Trotz ihrer Stellung in der Opposition hat sie auch hier versucht, mitzuarbefteii, und sie wird auch bei den leiteten Verhandlungen, nachdem ihre grundsätzlichen Abänderungsvmsschläge gescheitert find, wenigstens, versuchen, zu retten, was noch zu netten tft, ohne daß sie habet sich ter Not­wendigkeit verschließen wird, dem Reiche die Mittel zumfubren, die zur Gesundung seiner Finanzen notwendig sind.

XI.

Tcutte Ada war ohne Sang und Klang nach Neustadt zurückgekehrss nochtem ihr Evelyn, die es doch nicht ganz mit ihr verderben wollte, te- ftimmt eine Einladung zur Hochzeit versprochen batte.

Ms T-Mk dafür versah sie Evelyn vor thver Abreise noch mit einer Geldsumme und alWci ausrangiertem Doilettenkvam.

Tamit du dich in Rettenegg nicht über die Achsel lUtfcten lassen mußt von dieseMhochnastgm Bante. Denn hochnäsig sind .sie, darüber gibt es keinen Zweifel!" ,

Tie Reise nach Rettenegg war namlrch auf Drängen Evelyns, die fitb viele Annehmlichkeiten davon versprach, beschlossen worben.

Vorher hatte die Mutter sie unter hier Augen noch einmal ins Gebet genommen.

Bist du sicher, daß du Magnus wahrhaft liebst und 'ihn nicht enttäuschen wirst später? Bedenke, wie r'urchtbar cs dann für mich wäre, Gasttreund- fchatt in seinem Hanse genossen zu haben!"

Evelyn lächelte überlegen.

Was du nur immer für Sorgen hast, Mama Natürlick, liebe id> ihn. Siehst bu das ten-n mdjkr

Ja . . aber manchmal, wenn wtr allem find, bist hu doch auch wieder so sonderbar. Mir ist dann immer, <cks taste mir etwas völlig FwemteS aus deinem Wesen entgegen, das du verbergen willst. Don all meinen intern bist bu dos ernzige, Cvelyit, bei dem ich nicht klar und deutlich vts auf den Grimd der Seele sehen katm/

Vielleicht bin ich komplizierter als meine Scktzveslern," sagte Evelyn hochmütig.

Mama Losenstein war mir halb beruhigt, -wer die Gräfin und Magnus drängten tagTub, und für M'-testa, bereu Mässe und Stille ter Mutter ernst- >ich Sorge machten, würde die Lnftveranternng U Was ''dic^iro lwQidigen Anschaffungen ante traf, w entschloß sich Frau Lofenslem seufzend, ihren feit Jahren ängstlich gehüteten Notpfennig an- ^ereucn. un§ nachher, wenn Evelyn ver­heiratet ist, eten doppelt einschrcmkm, tagte sie zu Emmy,und id) werde Frau Sattler, die ja feit langem für ein erstklassiges Stadtgsschatt »r<

Das lleichrnotopser.

Von Finanzminister a. D. Tr. Becker, SDiitglieo der Nationalverfammlung.

Der Gesetzentwurf über das Reichsnotopser ist mm bei Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten vom 10. Ausschuß in Behandlung ge­nommen irorben. Die Verhandlungen waren von einer gerate bei Steuergesetzen ungewöhnlichen Sachlichkeit getragen, obgleich die Parteien hier recht gegensätzliche Auffassungen Vertraten und auch innerhalb ter Parteien selbst offenbar Die Ansichten auseincurdergehen. Das Reichsnotopfer nach ter Regierungsvorlage stellt sich bekanntlich als eine einmalige Abgabe, als ein großes, ei li- maliges Opfer des Besitzes dar, dessen Abtragimg allerdings in dreißig, und soweit es auf Grund­besitz entfällt, in fünf zig Jahresraten gestattet werten kann. Sein Zweck ist nach der Auffassung des Reichsfinanzministers zunächst Abbürdung eines großen Teils ter" Kriegsschuld, damit aber zugleich Entlastung des laufenden Jahresbudgets; als Nebenzweck denkt man sich eine Abschivachung der dermalen in weiten Kreisen bestehenden Vec- schwendungssuckst und damit am letzten Ende sogar eine Senkung her Preise. Von der Regierung und benen, die ihren Entwurf unterstützten, wurde mit sehr starken Worten zur Verteidigung des Ent­wurfs darauf hiiigewiesen, daß politisch'e Grünte die Verabschiedung tes Entwurfs gerate in ter vorliegenden Form unbedingt notwendig rnad ten, da bic Bevölkerung eine stark: Vor- n^gbelaftung des Be.itzes verlange und nur unter dieser Voraussetzung die hohen, indj- veften (Steuern ertragen werde, die man ihr zu­muten müsse. Erst die Annahn)e des Notopsers werde auch im Parlament ter Bewilligung von neuen indirelten Steuern die Wege ebnen. Der Reichsfinanzminister selbst hat diese politischen Ge­sichtspunkte im Verlaufe der Debatte dadurch nnterstrichen und sie mit dem Hinweise darauf verstärkt, .daß er den Ausschuß aufforderte., zu haudelii. damit nichtdie andere Seite handele".

Daß svlck>e Ettvägungen und insbesondere die Furckt vor ter Straße bei Betrackttung von in daS Wirtschaftsleben so tief einschneidenden Vor- fdu'ägm, nne sie ter Notopftrgej:tzentwurf enthält, nickt maßgebend sein konnten, ist selbstverständlich. Schreiber dieser Zeilen hat dies gegenüber jener Bemerkung deS Reichsfinanzministers auf das schärfste betont und sich energisch dagegen ver­wahrt, daß man den Ausschuß ober gar die Na­tionalversammlung mit der Drohung vor dem Berliner Mob zur Annahme der Regierungsvor­schläge zwingen wolle.

In ten bisherigen Verhandlungen tes Ans- schusfes lagen drei grundsätzliche Ab­änderungsvorschläge zu dem Regierungs- mlnnirf vor. Die deutschnationale Fraktion und insbesonterr ter Abgeordnete Hugenberg vertraten den Standpuntt, der GedaniE einer einmaligen großen Steuer sei überhaupt abzulehnen und in vollem Umfange zu ersetzen durch eine Zwangs­anleihe, die man normal verzinslich ausgeben könne, deren Zinsscheine man aber für eine Reihe von Jal-ren mit einer starken Zinsscheinsteuer belegen müsse; diese Steuer solle dem Reiche im yanzen die gteidie Summe bringen, wie der Ro- cherungsentwurs, sie würde also zunächst, da man über ein Gesamtergebnis ter Zwang-anleihe von etwa fünfzig Milliarden nicht hinausgehen könne, hundert Prozent betragen müssen, fo daß also die Anleihe tatsächlich mindestens zunächst völlig un­verzinslich fein würde. Die Zwaugsanleihe Itfibe vor dem Notopfer des Entwurfs vor allem den Vorzug, daß sie dem Anleihegläubiger ein Papier in die Hand gebe, durch dessen Belnhung er sich Kredit "erraffen könne, so daß also dem Be- triebe nicht die vollen Mittel entzogen würden, wie dies das ReichsTrotopser zur Folge haben werte. Aus der anderen Seite war von dem demokratischen Abgeordneten Henrich der Vor­schlag gemacht worden, das einmalige Notopfer durch eine laufende Vermögenssteuer zu ersetzen. Der Vorschlag ging von dem Gedanken aus, daß das einmalioe Notopfer selbst beiStnn- hinrg das Wirtschaftsleben doch zu stark belasten wird, imb daß es deshalb angemessener und er­träglicher sei, an seiner Stelle eine lausende Ab­gabe zu erbeben. Die Abgabcnsätze sollten nach diesem Vorschläge gestaffelt werten und bis zu vier vom Hundert gehen.

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Freuden berzit. Ich werde Stücklohn b:6>mmcn, und wenn ich neue >Mc>dckle erfind:, was mir sicher gelingennrirb, kann ich sehr viel Geld ver­dienen, sagte Frau Sattler."

Du willst dich ganz ter Schneiderei widmen, Emmy?" w

,La . ." Emmy blickte mrt leeren Augen in die Ferne.Zu etwas muß ter Mensch doch gut fein. Und ich brauche jetzt Arbeit . . viel Arbeit, vom Morgen bis in die Nacht hinein, um nicht denken z-u müssen."

Ja, willst du denn aber nicht mit nach Rettenegg?" fragte die Mutter nach einer Pause.

Nein. Wie könnte ich dies dort ertragen! Evelyns Glück immer mit ansehen zu müssen, fremteit Leuten begegnen und tatenlos die Hand: m teu Sckpoß legen! Ich würde verrückt darüber. Ich will eure Kleider jetzt anfertigen und dann, w-nn ihr fort feit, zu Sattlers hm überziehen, wo ick. in Hildas Stübchen wohnen kann. Wir haben das bereits ausgemacht."

Noch jemand war nicht entzückt über die Ein­ladung nach Rettenegg: Lotte und Bertie Gevas.-

Sie sprachen anfangs nur in Anteutnngeu darüber, bis dann Lotte eines Tages, als sie beite bei Mama Geras, die Lotte schon ganz als Töcktevchen betrachtete, saßen, ärgerlich losbrach: Es ist zu dumm, daß. wir uns jetzt auf, viele Wicken trennen lassen, bloß damit Evelyn fick in Rettcnegg patzig machen kann. Sie hat es frca- lich gut, beim Magnus wird ja auch dort fein. Ater ich . . ." '

So geh dock; nicht hin, Lottckvm," sagte Frau Geras lächelnd.Du würdest uns allen ja Auch fehlen wie ein Sonnenstrahl! Bleib: hier bei uns, ich räume dir Dertöcs Zimmer ein und er ttwett mgfriid'cn zu meiner Schwester üter. di: ;a nur zwei Häuser weit wohnt. Tante Psste hat Platz genug/'

Provmzial- VieifatuiMt.

Ulf 15. DU. lusj an ünti Wwr., Werg,vnafllt 12. Ä MW ow. kann, fuchl strahl citantEul HoUmiM, giolmSa.d.Labn."'" äst. Mädchen Silber oder für sm id)L Nab. :i der Äv iftft d. @ie& Anz. iva

W. Mlidchk/l ungern Ehevaac nach "Nauheim per lof. ob. od. gefuttot. Boräust. ichftt. 28 v. « chlhkWädlhni

fache an Bettiebskapital unbedingt notwendig baten, soweit ater eigenes Betriebskctt'ftal nicht ht genügender Menge vorhanden sei, die Besckiaf- fnng von solchem auf bem Wege des Kredits er­heblich erschivere oder gar ganz unmöglich mache. Dem demokratischen Vorschlag einer laufenden Der- knögcnsabgate haste dieser Mangel nickst an, er müsse aber zu außerordentlich hohen Steuersätzen kommen, wenn diese Abgabe ten erforderlichen Er­trag von 2Vs bis 3 Milliarden bringen solle. Auch die ganz unverzinslickie oder mit 100 vom Hun­dert Zins-Stener belastete Anleihe-wurde von uns als nickt geeigneter Ausweg angesehen, da eine,un­verzinsliche Anleihe, wenigstens so wie die Dinge zur Zeit liegen, fernen Berwägenswert habe und deshalb tatsächlich ter Wirtschaft dieselben Beträge entziehe, wie das Notopfer, ohne daß die Anleihe­stücke etwa als Deckungsunterlage für fremde Kre­dite tettach'et und benützt werden könnten. Wtt schtlngen deshalb vor, die beiden Gedanken zu kom­binieren, etwa in der Art, daß man zunächst eine etwa zu drei vom Hundert zu verzin­sende Zwangsan leihe ausgebe, verteilt nach ter Höhe des Vermögens in ähnlicher W?ise, wie etwa der Regierungsentwurf das Notopfer auf die einzelnen Vermögensschichten verteilen wollte. Ente solche Zwangsanleihe int Ertrag von rund fünfzig Milliarden würde bem Reiche eine Ausgabe von einer Milliarde an Zinsen gegenüber dem ter- maligeit normalen Zinsfuß ersparen ober ihm, wenn Man die Anleihe etwa nominell zu fünf Pro­zent ausgete, andererseits ater, um die tatsächliche Verzinsung auf drei W.-ozent herunterzndrücken, mit einer vierzigproz-entigen lau feilten Kuponsteuer be­legen wollte, einen Steuerertrag von einerMil­li« r de j ä hr ti ch bringen. Steten dieser Zwangs­anleihe schlugen wir vor, eine laufende Ver- tnögensabgabe zu setzen. Diese hätte'sdann noch, damit genau die gleichen 2V2 Milliarden Er- ttag herauskämen, hne beim Reichsnotopfer, noch rund IV2 Milliarden Vtark mrfzubringen, könnte also erheblich niedri gere Sätze haben, als die laufende Vermögenssteuer, wie sie der bemefratikte Vorschlag anregte. Die Zwangs anleihe, wie wtt sie vorsMugen, würde bem Anleihegläubiger zwar auf der einen Seite zwei Prozent Zinsen dauernd ent­ziehen, ihm aber gleitfßritig ein Anleibestück in die Hand geben, durch! dessen Beleibimg er sich immer wieder neues Betriebskapital soweit nötig, ver­schaffen könnte, lleterdies gäbe sie dem Anleihe­gläubiger die Hoffnung, bei Besserung Unserer wirt­schaftlichen Verhältnisse und der Fnianzen des Rei­ches einen Kursgewinn zu machen, wenn sich der Kurs unserer Staatspapiere allgemein wieder hebt. Finanzteil würde mit unserem Vorschlag dem Reiche der gleiche Betrag zugeführt, wie ihn das Reichsnotopfer bringen soll. Wirtschaftlich aber würde seine Annahme alle die schweren Nachteile vermeiden, die das Reichsiwtvpfer ganz zweifellos für eine ganze Anzahl von Betrieben rtetnen und Maßen, zur Folge haben wird, insbesondere die