riiomag, V. August 1919
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)
M.M
Zweites Blatt
Uhr,
Montag den 11. August:
Opernhaus.
ötc Reck,nung des Zenttattirchenfonds für 1914
stirtet Annahme/
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Prozentsge Erhöhung, fcftgtiegt, der Urlaub, HöchsteTe in einer Abstufung zngesvrnden, der die» Mitt: Nredrrgfte
Fortsetzung 29.
(9iadü>nuf verboten.)
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die nächste Sitzung auf Montag, früh 10 festgesetzt.
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wahren könne.
Synodale Pfarrer Wagner stellt hrerber fest, daß die Verhältnisse des Zentralkirchenfonds sich jetzt etwas besser gestellt haben, als man maartetc, bat sie aber die Verhältnisse für 1920 absolut nicht übersehen lassen, da man nicht wissen
men Bänninger, Kehligen staedt und S ch a s f st a e d t Verhandlung angesetzt worden, die statt des dienstlich vertziilderten StaatskommissarS für di- wirtschaftliche TeMobilmachung aus seinen Vorschlag Rechtsanwalt Dr. Stein aus Tocmstadt, der unparteiische Vorsitzende des dortigsc Schlichtungsausschusses, leitete. Auch diesmal tonnten sich die Parteien über die strittigen Punve niH einigen. Aber auch die BeschlllßfassM^ des Schlich- tungEsschuffes fE war erst nach längeren Verhandlungen seiner Mitglreder möglich.
In dem Schiedsspruch, den atsdrmr beide Parteien annahmen, wurde für die 3 beteiligten Betriebe grundsätzlich die Ber - kurzung der Wochenarbeits-ert von 48 aut 46 Stunden, mit Lohnausgleich durch drei-
sirrt a. M., war zur Wiederholung der am 28. Juli 1919 stattgefundenen Verhandlung, bei der es wegen Stimmengleichheit nicht zum Schiedsspruch kommen konnte, erneut gegen die Gießener Fir-
nt, sre heiße BttmZ pacrs, aber dieses Namens keine Vrsach . Abraham Sauer in seinem 1610 in Frankfurt a. M. gedruckten Thoatrum urbuim. Beide Ab-
700 Zahre zriedberg.
(1219—1919).
Bon Tr. A. Ruppel, Friedberg.
Der Schlichtungsausschrrtz der Provinz Oberhessen.
Verhandlung Vvm 7. August 1919 (Sondersitzung).
Aus Antrag des Deutschen Metall- rbei terverba ndes, Bezirk 8, in Fvank-
nm. abbsJ
10.8.
10. 8.
11. 8.
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Ragna Svendbucg
Roman von Anny Wothe.
®tükn mb ™ia8en Hott R laufen.
NttltaH Frankfurt a.8, Kaiserstratzr Z Tel Römer 568 E
tag 14.: Gespenster. Freitag 15.: T« Schmetter- lingsschlacha. Samstag 16.: Medea. Sonntag 17? Nachmittags: Alt-Heidelberg. WenÄs: Ter lebende Leichnam. Montag 18.: Minrra von Barntelm. Tienstag 19.: Die SchnetterlrngÄchlacht. Mittwoch 20.: 1913
Biich-rtisch.
— Die Türker von Habid G>ib Ver/ag „Der Neue Orient G. m. b. £>., Berlin W |50, Tauentzienstr. 19 r.
Höchste Temperatur am 10.8. —'
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28L", H. 8. — 10.5°, 11. 8. =1-2*
Nenstmdchen^U" am ©abnöof SoM o iißr tnorflens, v* MM«-«
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lannticbaft e'nes.IM anitdnbigen Mada» Witwe mit 1 Sind» au59c|d)0|iett.«Ml
Krieges nicht zur Anstellung gelangenden Kandidaten schadlos gehalten werden.
Die endgültige Regelung alter dieser Fragen soll durch eine Gesetzesvorlage erfolgen, doch soll alsbald das Oberlonsistorium zu entsprechenden Maßnahmen ermächttgt werden.
Die Berichterstatter des Finanz-Ausschusses Dr. Becker und des Gesetzgebungsausschusses Wahl-Schlitz siird mit der Vorlage einverstanden und haben einige Zusätze beantragt.
Synodale Prof. D. Diehl tritt dafür ein, daß nur dann von den Ausnahmen Gebrauch gemacht wird, wo dies nötig erscheint, da sonst praße Schwierigkeiten entstehen. Im übrigen dreht es sich nur um eine kurze Zeit (etwa 10 Wochen- die dem Kriegsteilnehmer zugute kommen fall. Zur Unterdrückung falscher Hoffnungen muß er dies ausdrücklich festlegen. — Für manchen ist es ein großes Entgegenkommen.
Tie Vorlage findet einstimmige Annahme.
Ter Bitte des Vorstandes der Hessischen Lutherstiftung, betr. Erhöhung der Stipendien entsprechend der Geldwertung von 400 Mk. auf 500 Mk. und von 700 Mk. auf 750 Mk. wird entsprochen.
Endlich wird noch die Vorlage betr. Vergütung der den Dekanen dienstlich obliegenden Aufwendungen, die auf 600 Mk. festgelegt werden, genehmigt.
Tann wird die Verhandlung geschlossen und
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LebenngefUhrth ucht ein alleinsteh. b beitet auf bem Vanbe niL , -c„ «.
guten Lohnverjain-ikl könne, ob der Anschluß an den Staat für die
u. eigenem -öeltn, 37Ö.u| Steuererhebung weiter bestehen bleibt.
mit 3 schuipst Linie.I Auch die Vorlage des OberHonsiswriums betr. blMsWer,vmigllt.S/ * ~ ~ -
u. angen. Erich. Ein/
teilungen des Namens werden jedoch von ter modernen Sprachwissenschaft verworfen, die ihn vielmehr mit dem mittelhocklideutschen Worte vride- Schutz in Zusammenhang bringt. Temnach bedeutet der Name Friedberg so viel wie „befestigter Berg".
Unter dem 26. Oktober 1216 schon wird in einer Urkunde die Burg „Wridburc" erwähnt, die Von dein Ho'henstaufen Friedrick» II. zum Schutze des in der Wetterau Liegenden Reickssgutes auf den Grundmauern eines abgetragenen Römer- kastells angelegt worden war. Es ist sehr wohl möglich, sogar wahrscheinlich, daß vor her Errichtung der Burg auf der Stelle dec heutigen St.rdt eine dörfliche Ansiedelung bestanden hat. Wir wissen freilich darüber nichts. Während schion in Urkunden des 8. und 9. Jahrhunderts Wetterauer Dörfer in FriÄ>bergs nächster Umgebung, aufgeführt werden, werden „Bürger in Frideberg" zum erstenmal intter bem 11. August 1219 aenannt. Seit diesem Ta^e also ist die Stad t Friedberg für uns nachweisbar.
Während zunächst noch an der Spitze der städtischen Verwaltung der Burggraf stand, kam es infolge des staunlrch raschen Aufblühens der Stadt sehr bald zur Trennung zwischen Burg und Stadt, die den Grund zu jahrhundertelangen Fehden zwischen beiden Parteien legte. Am 20. Jmn 1683 erschien in Friedberg eine Kommission, um zu prüfen, ob man das Reichskanunergericht von Speyer nach Friedberg berlegen könne. In dem Gutachten dieser Kommission heißt es: „Gleichwie mm dre gute Gelegenheit und die befbänbige Passage den Cin-rohnem in Friedens zeit merklichen Bor- theil bringt, so ist die Stabt im Unfrieden wegen der Landstraße den Tuvchzügen von Truppen und allerlei Unheilen unterworfen." - Gemeint ist die ftrakt publica, die große Heer- und Handelsstraße, die aus Norddeutschland über Friedberg nach Frankfurt a. M. führte; sie bildet den Schlüssel für den merkwürdig raschen Aufschwung, zugleich aber auch für den spateren Niedergang der Neichs- ftabt. Kein Krieg wurde auf deutschem Boden aus- getragen, der mcht in ihr seine tiefen Spuren zurückgelassen hätte.
Man mache es sich klar, was es bebetrtet, wenn die junge Stabt um 1250 schon in der Lage ist, den Bau einer Kirche in der Größe der Liebfrauen-t kirche anzufangen, wenn die Juc^-^mreinde bereits 1260 ein rituelles Bad in dien Maßen des noch heute bestehenden Judenbades erhätt! Im „Wetterauer Städtebund" sehei: wir die freie Reichsstadt seit 1265 an der Seite von Frankfurt, Wetzlar und Gelnhausen, und Friedberger Recht galt bis tief nach Norddeutschland hinein. Die Blüte der Stadt fällt ins 14. Jahrhundert, wo die Glocken von 10 Kirchen und Kapellen den Kaufmann grüß-
Nein! Mein Chef hat mir allerdings eine enorme Gehaltserhöhung versprochen, wenn ub bleibe aber es srad andere Gründe, dre nnch zwingen, eure Stellung aufzugeben, bie mir eine gute Lehrmeisterin für das Leben mar."
„Ist Herr Tokdor Metzner vielleicht der Grund?"
Fast zaghaft kamen die Worte von Arne Lorenzens Lippen.
„Sie wissen?"
„Er sprach mir — ich lernte Doktor Metzner erst feit einigen Wochen - schon rnieberbjU b^ von, wie begeistert er üvn Ihnen 'et, und gestern sagte er sogar, daß er Sie--Waten nullte.
Ragna lachte, ein leises, süßes, kinderhiftA Lachen. „Ter gute Doktor," sagte, sie W gehört auch zu den Mannern, die immer glauben, es käme nur auf sie an, wenn ne herraten wollen.
„Das geht auch wieder vorüber, bester Doktor, das 'wissen Sie ja am besten."
Ragmr stockte. Was wm: das für ein Bltck, ber fie traf, öatte Arne Lorenzen nM selber gesagt daß er überwunden und nun? Erne heiß.' Glut stieg in Ragnas Antlitz. Ern woUrges, selb fam schaurig süßes Gefühl überkam sre - f« mar also doch noch geliebter brauchte ftch nicht mit feiner Freundjchaft zu“J? liebt sie noch unb )ie — sre war glücklich darüber.
Ja sie liebte den Mann, ber ba fo hoch aufgerichlet vor ihr stand und flammenden Auges aus sie hernicberiah. Liebte jte ihn? _
Rein und tausendmal nein — und doch
Jlü [elf, was Sie sagen ivollen, in ^hrem Antlitz, Ragna Svendburg," sagte Arne Lorenzen leise, und seine Stimme klang grollend — Mm iu Ihnen nicht well ich, wie ich >zhnen frech?og überwunden — sondern well tify Wig %ar — hören Sie, llernllch eoersuchttL
Neckmungsjahre entnommen werden.
Auch die weitere Vorlage betreffend eine zweite enrmalige Kriegsteuerungsbeihilfe für 1918 ent- fpted;enb dem 5Sorgeleit des Staates wird ohne Aussprache gutgeheitzen.
Hierauf wird die Vorlage betr. die Gewährung von Teuerungszulagen für 1919 beraten. Es sollen gewährt werden an laufenden Zulagen: Als Fa- nnlien-uschuß für im aktiven Dienst stehende Bezugsberechtigte jährlich 2000 Mark, für solche ohne äeenen Haushalt 80 Prvz. hiervon, eine .Kinderzulage von 500 Mark, für Pensionäre 1200 Mark, Witwen 700 Mark, Vollwaisen ebenfalls 700 Mk. Die Mehrausgabe gegen 1918 beträgt 872 000 Mk. Diese Ausgaben können aus den vorhandenen Mllteln gerade noch gedeckt werden. — Tie Vorlage wird nach Erläuterungen des Oberkonsistorial- prLsidenten Dr. Nebel, sowie des Berichterstatters Dr. Wagner mit den Zusätzen genehmigt, daß den verheirateten nicht angestellten Pfarrern, die Kinder haben, auch für bieje die Zulage «währt werben soll. Auch den Hinterbliebenen von SfarrerfamUien soll wie bisher soweit möglich entsprechende Unterstützung zuteil werden. Ober- kouftswrialprasioent D. Nebel erklärt dagegen, baß man aus finanziellen Gründen den Pfarrern ent Krankenanstalten usw. die Zulage nicht ge-
Ragna lächelte unter Tränen zu ihm auf. ,Sie sehen, lieber Freund," sagte )te, ,chaß td) schon allein, oljne Familien glück und -Bande werter kommen muß, unb ich will es auch! ‘
„Mein Buch hat mir neben dem Ruhm, ber mir recht zweifelhaft erscheint, weint tch auch stolz auf den Erfolg bin, weil er nnch unabhangtg machte, einen recht ansehnlichen pekuniären Gemimt gebracht. Schon wieder wird eine neue Auslage tret bereitet, und mein Verleger hat mich gegen ein geradezu glänzendes Hvroorar gebeten, ein ayn- liches Buck« zu schreiben, Mm Beispiel über W- .Arbeit". Äe wissen ja, was ich davon vergebe, aber das schadet nichts. Mit dem nötigen „Klimbim" trägt mich auch' dieses Werk hoch empor — ich habe Geld mti) Ruhm — was will ich mehr vom Leben."
Es sprach eine grenzenlose Bitterknt aus Ragnas Worten, aber auch ein so tiefer Svckenschmerz, daß er Arne seltsam erschüttette.
„Sie dürfen hier in dieser einsamen, traurigen Umgebung nicht bleiben," sagte er. „Jetzt, wo Sie durch eigene Kraft sich etwas errungen haben, iiiüß'en Sie hinaus ins Leben, in die Welt. Welch glänzende Rolle würben Sie spielen, wenn Stä üs Gräfin Svendburg aus Ihrer Anonymität heraustreten und sich als Verfasserin ber „Pflicht" w erkennen geben. Hier gehen Sie zu Grunde."
„Sie täuschen sich, lieber Freund. Hier kann ch wenigstens unter Menschen sein." , ,
„Werden Sie Ihre Stellung in der RedaMrn Mfter führen?" fragte Doktor Lorenzen voll Interesse.
Well ich mich' überzeugen wollte, ob etn Mann, nrte Doktor Metzner einer ist, nur ju sagen brauchte: die heirate ich! Ich gehe beschämt ist meiner eigenen Gedanken von bannen, denn ich sehe, daß die alte Ragna, die ich kannte, sich treu
Ter Waffenschmied. Dienstag 12.: Der Ring des Nibelungeii II. Tie Walküre. Mittwoch 13.: Ter Zigeunerbavoil. Tonnersdag 14.: Ittg»- letto. Freitag 15.: Uitbme. Samstag 16.: Martha. Sonntag 17.: Ter Ring des Nibelungen III. Siegfried. Montag 18.: Hannerl. Tienstag 19.: Zar u. Zimmermann. Mittwoch 20.: Dosea. — Schau* spielhaus. Montag 11. Ang.: Die Schmetter- lingsscklacht. Dienstag 12.: Iphigenie auf Tauris. Mittwoch 13.: T« drei Zwlll«tge. Donners.
ten, ber zur Friedberger Messe zog. In dem wich tigstcn Reichsgrundgesetz des Mittelalters, der Goldenen Bulle, vom 10. Januar 1356 wird Friedberg mit bem Rechte ausgezeickMet, bei KömgswahlLN den Er^bisckjof von Köln nach und von Frantiurt geteüen zu dürfen.
Von dieser Höhe sank die Stadt jedoch bald und stetig mehr zur Bedeottungslosigkell herab. Die anbaueniben Streitigkeiten mit den Burggrafen, der 3ufammenbrud) des „Wetter auer Stabtc- oundes" 1389, die wachsende Bedeutung Frank- furts, zwei große Brande 1383 und 1447, zuletzt und vor allem die Kriege des 17. und 18. Jahrhunderts wurden ihr zum Verhängnis. Im 30jäh- eigen Kriege wurde Friedberg viermal belagert unb dabei dreimal erstürmt und geplünbert. Erst im 19. Jahrhundert, nach der Einverleibung durch Hessen 1802 und besonders nach ber Erbauung der Main-Weser--Bahn 1850, konnte sich die ^>tadt wirtschaftlich erholen, so daß sie heute mit ihren etwa 11000 Einwohnern unter den ober hessischen Städten an zweiter Stelle steht.
Noch immer deuten Burg, Stadtkirche und Kaiserstraße auf die mittelalterliche Blüte ^Friedbergs eindrucksvoll hin. Aber wie reich wäre die Stadt an Denkmälern ber Vorzeit erst, wenn man bei dem Ausbau im 19. Jahrhundert mit mein Respekt vor der Vergarlgenheit zu Werke gegangen wäre! Viele alte Tore, Stadtmauern, Türme, Kirchen, Kapellen und Steinbrunnen sielen der Entwickelung zum Opfer, ohne daß man in allen Fällen die Notwendigkeit begreifen kann. Dazu wurden bewegliche Altertümer (bamnter 1878 ein außerordentlich wertvolles Allargemälbe) unb Archivalien kurzsichtigerweise verschleudert und sind heute eine Zierde ber Museen von Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden, sogar von London. Erst seit etwa 1896 trat darin ein Umschwung em. Die Stadtverwaltung machte Räume zur Einrichtung eines Museums, eines Sradtarchivs und einer Stadtbibliothek frei, unb heute bilden diese Sammlungen einen wertvollen Besitz für die Stadt und eine Fundgrube für den Forscher auf dem Gebiete der Wetterauer Geschichte. Der derzellige verdienstvolle Leiter dieser städttschen Institute, Herr Gymnasialprofessor F. Dreher, hat aus Anlaß des heutigen Stadtjubiläums eine Festschrift*) im Selbstverläge des Stadtarchivs erscheinen lassen, deren Blldbeilagen musterhafte Reproduktionen von Skizzen alter, zum Teil verschwundener Baulichkeiten barftcllen.
Die Zeitläufte sind festlicher Stimmung nicht hold, und so hat die Stadtverwaltung von einer Feier des heutigen Tages Abstand gerammten. Rauschende Feste sind ja auch nicht immer die würdigste Form für eine Jubiläumsfeier, und Jubiläen sind schließlich nicht nur dazu da, um, gefeiert zu werden. Sie sollen beit Menschen besinnlich machen, und zur Bettachtung des -urückgelegten Weges an- regeri. Möchten auch die zahlreichen Freunde Friedbergs draußen int Lande den heutigen Tag zum Anlaß nehmen, aus ber Betrachtung ber wechselvollen Vergangenheit unserer Stadt Hoffnung und Zuversicht auf eine bessere Zukunft unseres sctzver- geprüsten Vaterlandes zu schöpfen.
T) „Das malerifehe Friedberg", zur Erinnerung an das 700]übrige Bestehen ber einst Freien Reichsstadt Friedberg in der Wetterau, herausgegeben von Ferdinand Dreher. Friedberg in Hessen 1919.
tcitjcn
„Nie," sagte er ausstehend unb ihre H«ü> abickiiednehmenb an seine heißen, zuckenden ~U>t*n pressend. ,Lch kämpfe unb ich werbe Sreger fern.
Er ließ ihr keine Zeit zur Antwort, sondern stürmte hinaus, Ragna aber suhlte noch ttrnge seinen Kuß auf ihrer Hand brennen und \tv\. sinnend sprach sie vor sich hin: „Er ist doch mein einziger und bester Freund."
Tie Sonne ba draußen lachte dazu, und die aufbrechenden Zweige ber Weidenkätzchen kwpften Frühlingsgruß ans Fenster.
Und ob wir wandern und fvagvr Und suchen ich und du, 9He neigen getrennte Bahnen Austs neu’ einander sich zu.
Hans Grasberger.
Eins stille, schweigende Sommernacht. und süß duftete der tyvetev, unb bec strömte betäubenden Wohlgeruch über Gwtt-N Haus. Es lag so ftiö am Wesende, kern Laut störte die Einsamkeit. Nur rm Aieberbusch sang leist ein Böglern von unb Siete..
Ragna saß am geöffneten Fenster bei der Lampe und schrieb. __ ,
Das Klirren der Signalsttmge unten machte i« aufsehen. Wie kam bas? Hatte sie recht ge* hört? Ter Schnellzug muhte bas Häuschen doch schon passiert haben. War sie wirklich vertieft in ihrer Arbeit gewesen, daß ne bas Srgmll überhört hatte. Ragna trat zum Fenster und blickte hinaus. Sic konnte aber nichts auf Der Strecke erkennen, als einige hin- unb herflackernte Lichter und jetzt — ba flammte es M «uf und sie sah ganz deutlich Frau Brants totenblasses Gesicht, wenn auch nur einen Moment. ,
Ein Zeichen war es, ein Notsignal, das die refolutc Frau Brand gegeben, indem sie eut Büschel Stroh entzündete. Jetzt sah Ragna auch den Bahnwärter Brand, eine Laterne und nne Fahne schwenken Ohne Besinnen stü^t: ^09™ hinab. Hier galt es ein vielleicht ttaßluhes Uw- hell abzüwenben, aber sie hatte noch Haustür erreicht, ba erschütterte em Krachen die Luft, dem es rme dumpfes Stöhn«, und Äechzen folgte. Ter feit env-r bulben Stmch: fällige Schnellzug war mu.emem G^te^LigeKw- fammengestoßen. Berte Ma,chrnenunb rare Rnhi
I Per^änemvagen waren jertrummert.
(Fortsetzung folgt)
9. evangelische Landezsynode.
Fünfter Tag.
mr Darmstadt, 9 Aug. Dio 16. Sitzung her 9. ordentlichen evangelischen Landessynvbe wird \nttet Vorsitz des Präsidenten Din^eldcy mit ttnem Gebet des Pfr. Wagner eröffnet.
Zunächst wird die Vorlage des Oberüonsisto- rßnns, betreffend die Tagegelder und Reisekosten jär die Mitglieder bet Tekanatssym^e der Deka- ratsausschüsse und Landessynode beraten.
Nach Bericht des Synodalen Wahl-Schlitz sollen die Tagegelder entsprechend den erhöhten Sätzen der Hessischen Volk-rkammer festgesetzt und auch auf die nicht auswärtigen Mitglieder aus- cedehnt werden. Tas Gesetz soll rüatoirfenb bis 1. Wril 1919 Gültigkeit haben.
Nach einer zustimmenden Erklärung des Synodalen Landgerichtsrat Tr. H o f im Vtamen des Yinanzausschusses rofjb die Vorlage einstimmig
Cinberufung eines Lanteslirchentages fortgefahren.
Zunächst wird ein Antrag des Abgg. Wagner und Beier, eine Kommission zu ernennen, nrcldpc über das ganze Material beraten und der Synode eine entsprettZenbe Vorlage machen soll, bamtit die ganze Beratung vereinfacht wird, ein» stimmig üitgercomnten und die Beratung über den Gegenstand abgesetzt. Die Kommission, bestehend aus dem Gesetzgebiurgsausschuß und den Vertretern der einzelnen Gruppen, wird gewählt und soll schon am Nachmittag zusammentteten.
Tann gelangt die Vorlage betreffend bst Bildung einer selbständigen Fllialgemeinbe Hütten- sttb mit Sprache.
Nach Bericki des Synodalen Fritsch will die Gemeinte Hüttenfeld, welche bisher Lampert- f.i:tm zugetcill war, nunmehr mit Viernheim vereinigt werden, ba ihr durch Entgegenkommen des Fvecherrn von H e y l ein Bauplatz für eine Kirche Mr Verfügung gestellt wurde.
Tie Vorlage wird genehmigt.
Es folgt die Beratung ter Vorlage des Ober- stmsistorrums betr. die Berücksichtigung des Heeresdienstes.
Nach Erläuterungen oes Ooerlonsiswrialprüsi- baticn Dr. Nebel sollen cklle Pfarrkandidaten, wüche am Kriege teilnahmen, dadurch begünstigt werten, daß Mnächst die nach ter Dienstpragmattk vovgeschrietene Vorteoeitungsdrenstzeit vvn zwei Ären herabgesetzt werten kann, auch die Besucher deS Predigerseminars sollen entsprechende Der- günftigrmgen erhallen, ebenso sollen die infolge des
noch kann ich hoffen!"
Er stand mit leuchtenden Augen öot chc, und Ragna war es, als wmx niajt er ber Ge- temütigte, er, ber sie vorhin getäu.cht, lonbzrrt sie. Wie kam dos nur?
„So ist es auch nicht wahr, daß Sie fortgehen," fragte sie, die Antwort umgeheno, nnt feiler Bitterkeit in der Stimme.
„Doch, ich gehe, aber wenn ick wieterkehre, Ragna ©tenbburg —" Seine Stimme klang drohend und doch bebte ein leiser, zärtlicher Mang daraus hervor, und dieser Klang pochte an Ragnas Ster?.
„So werten Sie vergessen haben. An« Lo-
*
Ich ziehe finster des Weges. Ter ferne von deinem hegt, Bon deinem Pfade, dem sttllen, Ter nie zu meinem fick biegt.
m. 1 Kind nicht flnJf'J DtSfr. Mei. SchrllZ 18/li u. 9272 a. b. i]
Wnrtl mieten, toMole M „angenheil, Ach ä Haushalt, besitji mda v. tausend Marl A^ v und EinrichlunL Mt
angenommen..
Es folgt die Beratung der Vorlage betreffend btt Gewährung von >ttiegsteuerungsbeihilsen für Wirt»" Pfarrer. Es sollen erhalten: Verheiratete Pfarrey ?n9cbote unk;1''11:' ftrr das Jahr 1918 einen Farnilienzuschuß von ,M s ‘ let 1000 Mark, ledige 700 Mark. Für Kinder 250 Mark, Perrsionäre 500 Mark, Witwen 360 Mark. Tie Mittel sollen aus ten Ueberschüssen früherer
zwischen ten beiberftitigen Ausickften halt und die Fortzahlung tes Lohnes nach tem Turck- s ch n i 11 s l o hn des letzten Vierteljahres bestimmt, entsprechend tem „Heidelberger" Abkommen „K.ll- l-.'ktioabkommen für die Metallindustrie"), über testen Hauptpunkte die Parteien sich berefts fonnlosl verständigt hatten.
(Es wird im übrigen auf die Bekannt machung de s Schiedsspruchs verwiesen.)
Turnen.
-m. H u n g e n, 8. Aug. Währeiw ter bernate 4V» Kriegsjahre wurde ter Unterricht des lüefigea Turnvereins durch die a nerfenncnSiDertc Tätigkeit des früheren Tuntwarts, tes bejahrten W. Frut ig II., Ehrenmitglied tes^Berrrns, fast ausschließlich mit Zöglingori und Schlütern aufrecht erhalten. Jälplickt komtte eine ganze Anzahv Zöglinge und Sck-üler zu ten Iugend-Wetturnen des Gaues Hessen entsandt werten, die auch stets gute Erfolge erzielten. Jetzt aber, nachdem die aktiven Turner, soweit sie nicht ilw Leben auf dem Feite lassen mußten, wieder l-eimgekehrt falb, herrscht unter ter Leitung tes Turmvarts H. E b e r s o h n wieder ein reger Turnbetrieb und der Verein hat wirklich Grund, auf seine Turner stolz zu sein. Bei tem kürzlich gelegentlich crnes Sttstungsfeftes tes Turnvereins Schotten veranstalteten Musterriegen-Wetturnen wurde die Musterriege tes biefigeu Vereins mit tem 2. Preis bedackft, o. M sie eigentlich! ten ersten errungen hatte. Ar.i einem Turnfest tes TurnvereinA Braunfels erhielten die Turner Karl Hofmann! und Hermann Hofmann ten 7. unb 10. Preis. Weiter hat ter Vevein bei tem am ttergangcnenl Sonntag stattgefundenen Bezirkstumfest tes 3. Bezirks des Gaues Hessen zu Hirzenhain einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Vvn ten zu diesem eretranbten Turnern P. Hernzelmann, K. Hofmann, H. jofmann, E. NickÄ, W^ Seibert und A. Hörning wurde ter 2., 3V 5„ 6., 7. und 17. Preis errungen.. Ter Schüler Richard Hahn bekam den 16. Preis. Bei tem bevorsteheirden Feldberg-Wetttnmen und Gauturnfest zu Gießen wird ter Verein ebenfalls durch seine Turner vertreten sein.
Vermischte».
* Falsche Mischungen bei einer Kaffeefirma. Tie Firma Tengelwann in Mülheim fall durch falsche Mischungen während teS Krieges das Volk in unerhörter Werse hinter gangen haben. Es wurde, wie die „Polittsch-Parlaaren- tarischen Nachrichten" hören, eine Untersuchung eingeleitet.
Spielplan der grantfurtcr Theater.
Herrn in sicherer N-r itellung zwecks Imit Heirat kennen zu lerei Schr Angeb. unt M a, d, Giehener AM-e Heirat! gntellig, sttebs-R-r Bstaüre alt, suchl ^ baldiger Heirat i J
„Es ist vermüt hlich, die Statt habe jren Namen von Keyser Frideriw II. bekommen, daß sie Frite richsberg oder Fridberg genennet worden. Andere wollen, sie heiße Vdons paeis, Frideberg, zeigen " an." So berichaet
Vemntwortlich für Pollttk: ______I V.: vr. Reinhold Zenz.
Meteorologische Beoh^chtungem
der Station (Stil™—*——


