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3ns dem belebten Seviet.

Abberufung des Generals Mangin.

Paris, 8. Okt. (WTB.) Havas. Tie Zei- 'tungen melden, daß Geiteräck Mangin von seinem Kommando in Mainz abberufen wor­den ist und daß er sich zur Verfügung des Lriegsminislerinms gestellt hat.

Rur dem Reiche.

Mmister £efcr und die Forderungen der Eisenbahuer.

Frankfurt a. M, 8. Okt. Ter Eisen­bahnminister Oescr hatte gestern während seiner hiesigen Anwesenheit eine Unterredung den Vertretern der Eisenbahnarbcitcr. Ter Gegen stand der Erörterung war oie Einführung der Be­triebsräte bei den Eisenbahnern und die Mitarbeit der Arbeiter Vertretung bei den Beratungen über die geplanten Betriebseiaschränkungen, die Hebung der Arbeitsleistung und die Einführung von Bc Iriebsoerbesserungen. Ter Minister stellte oie Ver­abschiedung des Betricdsrätesystems in etwa drei bis vier Wochen in Aussicht und sagte auch für die Direktion und Aemter eine größere Mitwirkung der Arbeitcrvertrcter zu. Fern.n: stellte Herr Leser eine durchgreifende Reform der Eisenbahnwerk­stätten in Aussicht, wobei die Arbeiterschaft eben­falls beratend Mitwirken soll.

kr. Frankfurt a. M., 8. Oft. Uirter den Frankfurter Eisenbahnern besteht wie­derum eine Bewegung, die sich unter U in ständen zu einem großen Streik verdichten lötrb. ES handelt sich um die Nichtzulassung der Betriebsräte zu den Sitzungen der Eisenbahndirektion, da die Tirektion den Standpunkt vertritt, daß das die Rechte der Betriebsräte um beträchtliches über­schreite. Eine große Versammlung der Betriebs­räte soll am Kommenden Freitag das weitere ent­scheiden.

Die Erfahrungen einer preußischen FeststellnngSkommission.

Berlin, 9. Okt. Nach demBerliner Tageblatt"' hat die Potsdamer Feststellungs- kommission für Nahrungsmittellieserungen vor einigen Tagen ihre Tätigkeit im Kreise Ost-Prignitz und Neu-Ruppin begonnen. Tie Landwirte und Bauern nähmet:, als sie merkten, daß ihre Milch-, Butter- und Getreidevorräte geprüft wurden, eine der- artig drohende Haltung ein, daß die Kommission gezwungen wurde, ihre Tätigkeit bis auf ein Mitglied einzustellen. Tie Kom­mission hat aber wenigstens soviel festgestellt, daß auf den Ritter- und Bauerngütern enorme Vorräte lagern, die bis jetzt noch nicht erfaßt worden sind. Die Knmmis- sion, die morgen wieder in Potsdam eiütcifft, wird sofort beim Ernährungsminister vor­stellig werden.

Der Vorsitz in der demokratischen Fraktion.

Berlin, L. Okt. In der gestrigen Sitzung der demokratischen Fraktion der Natio- nalversammlung kam es zu eingehender Be- sprcchung verschiedener wichtiger Fragen, vor allem wurde die durch den Eintritt des Abgeordneten Schiffer in die Reichsregierung notwendige Wahl des neuen Fraktionsvorsitzenden vor- «enommen. Einstimmig wurde Herr v. Pa her ge- ovählt, der lich jedoch eine Bedenkzeit von 24 Stun­den ausbat. Man hofft, daß sich Herr v. Payer der einftimmigen Beschlußfassung nicht entziehen kund den Vorsitz der Fraktion übernehmen wird.

Straßenbahn. Ausstand in Stettin.

Stettin, 8. Okt. (Wolff.) Tie A n g e st e 11- te n der Straßenbahn-Gesellschaft sind, nachdem sich die Verhandluirgen wegen ihrer Lolm- forberungen mit der Direktion zerschlagen haben, heute früh in den A u s st a n d getreten. Ter Be­trieb ruht vollständig.

Art» Statt und Land.

Gießen, den 9. Okt. 1919.

Lebensmittel.

* Am Freitag den 10. und Samstag den 11. d. Mts. gelangen in den Bezirken Brotmarken jur Ausgabe: AE Freitag vormittag von 8 bis 12 Uhr. FK Freitag nachmittag von 26 Uhr, LQ Samstag vokmittag von 812 Uhr, RZ Samstag nachmittag von 26 Uhr. Tie Marken find unbedingt an vorgenannten Ausgabetagen in den Bezirken abzuholen

* *_ Bei der ftädt ischen Obst- und Gemüsestelle treffen täglich größere Mengen Winterobst (Wirtschafts- und Tafelobst) ein. lAbgabe erfolgt in jedem Quantum. Wirtsckwfts- Lvfel. zum Preise von 60 Pf., Tafeläpscl zum jPreise von 75 Pf. das Pfund.

* Freibank. Freitag 10. Oktober 1919 werden tun 13 Uhr die Nrn. 26012700 be­liefert. *

Das Glück der andern.

Original Roman von Erich Eben stein.

Copyright 1910 by Greiner » Camp., Berlin W 30.

lNachdruä verboten.) Fortsetzung 23.

. Magnus nagte ärgerlich an der Unterlivve und warf zuweilen ängstliche Blicke nach seiner Mutter, die qanz stumm dasaß und den endlosen Redestrom wie in starrem Erstaunen über sich hingehen ließ.

Würde nun durch diese entsetzliche Person nicht der ganze gute Eindruck, den Mama von Losen' fteins befommen hatte, zerstört werden?

Dabei faßte seine Hand unwillkürlich verstohlen ÄBufj der Evelyns und umschloß sie mit festem Druck. Denn er sah ja, rote sehr auch sie setzt litt.

Emmv versuckste Taute ?Iba durch eine Tasse Dee zum Schweigen zu bringen. Leider ohne Er« folg. Sie erreichte nur einen Wechsel des Themas. Tenn Tante Ada sagte mit einem verwunderten Blick curf ihr einfaches Hauskleid:Wie, du bist noch reicht für daS Tbeater ungezogen, Emmv? Hat dir denn Evelhn nichts von der Loge in der Over gesagt?"

Tod). Aber ich danke selbswerstäudffch dafür, Äante.

das beißen, daß auch du mich im ksttebe lassen willst, wo ich ja nun letiier auf Lötjim und unseren lieben Maimiis verzichten viuß r

Ja, Tante. Ich bin wirklich nicht in der Stimmung für Bergnügnngen. Das hättest du btr ngcntlid) benfen können!"

^,,£'1)0? Das gibt'» aber nicht Du mußt mit, Emmy! Wer rotti> baut bat tevpf hängen lastö».

** dem Städktheaterbureau. Tas Schau'vielTer G y rnn a s t al d ire k- r o r" von Alfred Bock und Eugen Zabel, das zurBorfererdes60. GedurtstagesAl- i r eb Bocks am 13. Oktober 1 Borstellung im M ontag-Absmunnent über ?l^EüI-N'. des ^radttheawrs geht, jährt mitten in den Leben s- rreis eines hununiftiieben Gymnasiums. Ties grei­fen die Schutverhättnisse in das gesellschaftliche L-cken der Pcovinzstadt ein. Ein neuer, ernster, freigesinnter und feingebildeter Tirettvr übernimm: eine Anstalt, die mancherlei innerer Reformen und einer Läuterung des wahren pädagogischen Gastes bedarf. Ter Tiiektor, gegen die llngunst zufälliger Verhältnisse kämpfend, erliegt, da er in der lau­tersten Sache den Schein gegen sich hat um> zu stolz ist, die Rechte seines Herzens gehässigem klatsch und Tratt'ch ;u unterstellen. Er erliegt, aber er nimmt die kostbarsten Trophäen, Freiheit und Liebe, aus dem Kampf mit der Philisterbosheit in ein neues, seiner Wissenschaft gewidmetes Lebert mit sich rört. Tie 9tolle des Gymnaiialdirekt.'rs Hegt in den bewährten Händen des Herrn start Bolck.

** Ter Konzcr tverein beginnt, etwas früher als sonst, die Reihe seiner musikalischen Darbietungen am Sonntag de n 12. Ok­tober mit einem Liederabend der Frau Maria Pos-Earloforti, unter Mitwirkung des Musikdirektors Dr. Georg Göhler als Be­gleiter am Klavier. Frau Pos-Earlofortt wird als eine hervorragend geschulte und begnadete stoleratursängerin, eine neue, außergewöhnliche Er­scheinung, gepriesen, über die Berliner, .Hamburger und Leipziger Zeitungen übereinstimmend günstige Besprechungen veröffentlicht haben. So schreibt Paul Schmers in der Allg. Musik-Zta.":sic ver­bindet südländisches Fühlen mit beut,eher Sorgsam­keit. Tie schlanke und doch ausgiebige Stimme ist ein Koloratur-Sopran mit flangftarter Tiefe und breitem, lyrischen Unterilan§, also eine Mischung, wie wir sie bei deutschen Sängerinnen kaum an­treffen." Die Berliner Mittagszeitung sagt von ihr:Diekleine Lerche" zwitscherte die Erlösung, die Loslösung von allem Erdbeschwetten. Alle Vor­züge einer hochkultivierten Sängerin (Kultur, die in der höchsten Potenz wieder Natur wird) ver­einigen sich in diesem reinfi origen Wesen: vollendete Atem- und Klangschnle, morgentauglitzernde Kolo­ratur, nationales Temperament, dramatische Im­pulse und eine Seele, die jeden Gedanken herz­belebt. Welch ein Rausch von Melodie in der Kundgebung der alten Italiener und Mozarts." Auch in anderen Blättern werden neben der vor­trefflichen Schulung der Glanz und die Biegsamkeit ihres herrlich klingenden Soprans hervorgehoben. Die junge Künstlerin, die sich mit ifrrefn ersten Konzert fn Berlin am 30. April 1919 so einmütig glänzende Kritiken errungen hat, ist in diesem Winter in allen größeren Städten, ebenso wie in Holland verpflichtet. Ein glücklicher Zufall fügte es, daß auch wir sie nebst ihrem ständigen Be­gleiter Dr. Göhler für ein Konzert in Gießen gewinnen konnten.

** T ie freie Gewerks chaft der Frr- s e u r e des Arbeitnehmer Verbandes Friseur- und Haargenerbes, Zweigverein Gießen mit Zahlstelle Wetzlar, ist am 1. Oktober 1919 in eine Lohn­bewegung eingetreten.

Landkreis Gießen.

Streik auf der Strecke Lich-Butzbach.

-m. Lich, 9. Okt. Infolge Streiks des Fahr- Personals ist seit gestern der Betrieb der Gesell- schastsbahn, 9toben strecke LichButzbach und Lich Grünberg, eingestellt. *

** Allend o r f a. d. Lda., 7. Okt. Gestern konnte das Ergebnis unserer dritten Samm­lung für unsere Heimkehrer dem Durch- gangslager Gießen überwiesen werden. Im Ganzen wurden von der Gemeinde bis jetzt gespendet: 230 Eier, 44 Laib Brot, über einen Zentner Mehl, 41/? Zentner Aepfel, ein Korb Kartoffel und kleinere Mengen sonstiger Lebensmittel. In bar gingen 257.50 Mk. ein. Zwei Postkarten der 'Heimkehrer, die von den XSabcn empfingen, bezeugten der Ge­meinde den Dank der HeimgeVehrlen. Ebenso gingen bis jetzt zwei Dankschreiben der Lagerkommandan- tur ein.

G Grünberg, 7. Okt. Wie die hiesige Bür­germeisterei bekannt gibt, wird am nächsten Mitt­woch und Donnerstag der roeif&tn Mannte ,,G al- lusmarkt" wieder abgehalten. In der Kriegs- ck'it 19141918 fand zwar Btoh- und Shximermarft statt, aber auch hier hielt sich der Markt sttts in mäßigen Grenzen und wurde daher innerhalb der Stadt abgchalten. Dieses Jahr wird nun her Markt wieder «ff seinem aßen Platze, auf der Käs- roicie, zwischen Gießener Straße und Lichcr Bahn, stattfinden. Ganz besondevs statt wird auch der Jrirvbttz beschickt sein, und seine alte Änziehungs- lraft für viele beweisen. Daß der Besuch bei einigermaßen günstigem Wetter groß werden wird, ist wolst selbstm-rständrich. Gab sich hort; schon tun jeher die Jugend der umliegenden Ottschafteir bis wett in den Vogelsberg und in die Rabenau hinein hier ein Stelldichein Natürlich wird das dieses

weil so ein schlechter Mensch sein Wort brach? Sitzen geloffen worden sind schon viele Mädeln, intb bei deiner Jugend ist doch immer noch Aus­sicht. daß du einen anderen findest; nur darfst du dich eben nicht vergraben vor der Welt. Habe ich nicht recht, liebste Gräfin?"

Jetzt endlich erwachte die Gräftn aus ihrem sprachlosen Staunen.

Ätz glaube nicht," sagte sie trocken, ivähr?nd ihr Blick miilcibig Emmy folgte, die bei Tante Mros lmzatten Wotten zusammen gefahren war und jetzt mit wehem Gesichtsausdruck ins ?tebeu- zimmer verschwand.Ädindeftens sollte man die Entscheidung allein den Beteiligten überlassen imb nubt gefühllos nach Wunden tasten, die nodi offen foib."

Tante Ada wurde rot.

Ad« ich meinte es ia gut," sagte sie nu- ttcker, ,u«d was wahr ist, dars man doch en fannne sagen» Sitzen gefoffen hat er sie nun doch einmal!"

.^Änlwheit kann eft sehr takttos fein, wenn man »te $ur Unzeit sagt. UebrigenS mochte ich den vulgären Ausdntcksitzen gelassen" nach dem, was °nr Mama Lowmteiu müteüte, gar nicht für eine -toabebeu kalten. Oberleutnant Kornett hat sich vielleicht mir als Ehrenmann verpflichtet qe- gtaubt, etn «ertzättnis zu lösen, tnm dem er £n ^druck erIneTt, daß er Emmn durch das damit verbundene Watten seelisch zugiwnde richte."

Tie Gräfin hatte ruhig, aber rart eisiger Form- Inbftni geMvochrn. was ihren Dorten den Eba- eafter einer ^stirrchtwerfun i verlieh.

Tante Ada luurbe noch röter.

Gut .taffen wir diese Sache also," sagte sie <wgrrl«b.Die (^>wage bat in diesem Hause ja leider inrmet eine große Rvkte gespielt, s.ffr mein

Jahr nach 5faMger Paule und ganz besonders für die zurückgekhtten striegsteilnohmer in er­höhtem Maße der Fall sein. Eins wird freilief) in diesem Jahre toobt noch nicht so werden wie beim letzen Fttedens-i^allmattte, das sind die Metzgerläden. Während sie damals geradezu rott- gestopft mit Fleisch- und Surnroaren sich dem Äuge des Marrrl«suchers bicfentierten, wird man wohl jetzt nichts ton diesen Herrlicktoiten zu schaue» bekommen. <

Kreis Lauterback.

0 Wallenrod, 8. Okt. Heute wurde her int 82. Lebensjahre verstorbene Zimmermeister Konrad Stoppler, ein Veteran von 1866, unter zahlreicher Beteiligung der ganzen Gemeinde, zur letzten Ruhe geleitet.

KreiS Friedberg.

bz. Friedberg, 7. Okt. In der Wohnung des Derrn Wittich in Bad-Raubeim, alte Saline, wurde gestern Nacht ein Einbrüche ditt'stahl verübt. Es wurden von den Sieben stlerdungsstücke und Betvräsche tm Wette von 3000 Mk. entwendet. Tic hiesige Polizei erhielt von dem Vorgang zwi> scheu 7 und 8 Uhr Kenntnis. Gleichzeitig wurde auch mitgeteilt, daß di? drei Diebe sich noch mit dem Diebesgut verpackt in Rucksäcken in dem Felde zwischett Fttcdberg und Bad^Naubeim von dem Be­stohlenen verfolgt, befänden. Die Polizeibeamten und auch das sämtliche Feld'chutzversonal nähmet! sofort die Verfolgmrg nach'den Dieben auf. Dem Polizeiwacktmeister Shtrnruntm gelang es, gegen 9 Uhr die drei Tiebe mit schwerbcpackten Rucksäcken auf der Straße FriedbergOber-Roßbach aufzu> spüren, von wo sie ihren Weg weiter guetteld nach der Unterführung der Bahn FttcdbergHomburg nahmen. Als die Diebe die Verfolgung bemerkt hatten, Watten fie ihre Gepäckstücke ab und liefen ttligst davon. Einer zog, als er sich beinahe in der Hand des Beamten sah, eine schatt geladene Militärpistole und zielte auf seinen Verfolger Dieser kam dem Dieb zuvor und traf ihn derart, daß er vollständig kampfunfähig wurde. Er hat einen Ltmgenschuß erhalten unb mußte in das Bürger Hospital aufgenommen werden. Er heißt Rttdolf Kiefer, ist von "Beruf Bergmann und ist am 11. August 1897 zu Httligenwald - Kreis Triers geboren. Seine Begleiter, die von dem Beamten festgenommen werden konnten, sind der Beramann Albert Martin, geboren am 28. Februar 1895 zu Weimettswttler (Kreis Ottweiler) und der Schutt- der Phllipp Reutershahn, geboren am 29. Mai 1897 zu Hirzenach (Kreis St. Goar). Tie ge­stohlenen Gegttistände befanden sich noch sämttich im Besitz der Diebe.

Vilbel, 9. Okt. Ein in das hiesige Ge­fängnis eingelieferter Mann überfiel den Wärter und sperrte ihn selbst in die Zelle ein. Auf der Flucht schlug er die Fran des Wärters nieder und mißhandttte sie schwer. Der Mann wurde vettolgt und wieder feftgmonrmtn.

Starkenburg und Rheinhessen. Offenbacher Kommuniftcnprozetz.

L f f e n b a ch, 8. Okt. Von den am Tonners- tag abend verurteilten Kommunisten, deren Revi­sionsrecht heute abend abläuft, haben bis jetzt Eisenreich und Bauch Revision eingelegt. Die Braun hat ihre (Strafe anerkannt, wärend dies bei Bockhardt noch nicht gewiß ist.

Kreis Wetzlar.

** Strupbach bei Königsberg, 7. Okt. Am 1. Oktober d. I ist Louis Becker aus Königs­berg aus dem Dienste auf der Oberförsterei Strup­bach ausgeschieden und in den wohlverdienten Ruhestand eingetreten, nachdem er volle 41 Jahre und ununterbrochen 5 Oberförstern als Knecht alle Geschäfte und Arbeiten der umfangt ei eben Dienstländereien stets in treuem Flttße, mit großem Verständnis und reicher Erfahrung vettehen und daneben auch alsstolzer Kutscher" den Herr­schaften gedient hat und hierdurch auch in unserer Stadt eine wohlbekannte Persönlichkeit geworden ist.

Hessen-Nassau.

Kampf mit Einbrechern.

kr. Frankfurt a. M., 8. Okt. An der Halte­stelle der Straßenbahn nach Homburg kam cs in Oberroßbach zu Schießereien zwischen G'N dar men unb Einbrechern, in deren Verlauf bet 22jübrig' Bergmann Rudolf Kiefer durch einen Lnngenschuß getötet wurde.

Raubansäör.

= Fran ksur t a. M., 8. Oft. In ber ver­gangenen Nacht gegen 21/» Uhr wurde in der Ftteb- berg.r Anlage eine Kontori stin von einem bisher unbekannten Täter über fallen, der ihr die Handtasche mit 200 Mk. entriß. In der gleichen Nacht wurde am Zoologischen Gatten ein Lederarbeiter überfallen und nieberge- fcf)Äagen. Ta der Arbeiter laut um Hsffe rief, konnte der Täter den beabsichtigten Raub nicht auMhren. Durch die Auftnerksainkett eines Hilfspolizisten wurde die Verschiebung von 119 000 unverzollten Zigaretten verhindert. Tie Waren verfielen der Beschlagna'hmtmg.

Müllbriketts.

kr. Frankfurt a. M., 7. Okt. Zur Linde­rung der Koltlennot wurde hier eine bedeutsame

Erfindung gemacht. Es bandelt sich dabei um Briketthcrstcllung aus ganz gewöhnlichem Mull, der vermittels Sägrnchl oder Ruß gebunden wird. TaS Produkt, das bann entsteht, übertrifft in seinem .Heizwert Braunkohle. Tie Herstellunzs- tosten suc dm Zentner dieser Briketts stellen sich auf rund 5,50 Mk. Erne Fabrik, die diesen neuen Brennstoff herstellt, ist int Entstehen begriffen.

«

fr. Frankfurt a. M., 7. Okt. Hier ist eine V e r k e b r s - O m n i b u s - G c s e l l s ch a f t im Entstehen begriffen, die Omnibus.inie.l nach allen Stadtteilen cinndjten, um die augenblicklich oolU tommen überlastete Straßenbahn zu cntlafttn.

Der Schlichtuagsausschutz der Provinz Lbcrheffe».

Verhandlung vom 29. Seprember 1919.

1. Ter Deutsch olzarbeiter-Ber- danb tZahtstelle baue das Säge­werk von Wi.helm Fung in Gillingen An- trag. auf Verhandlung gestellt, nxnl Jung ncht genttgert bob.\ den Ärbeuernus äpiß anjuerrfn- neu und well er ben VeriraEnsmann bet Crgairi- lation ohne Grund entlassen l)abc. Von Arbeit-« tnTmerseitt wurde daraus dingewiesen, daß Jung in kinem Betriebe in der Siegel mehr tote 20 9)tonn beschäftige und daher gesetzluh verpflichtet stt, bu: Wahl eines ArbeuerausschuffeS zu octanla fen. 65 sei wegen der Zugehörigkttt zur Crganifatton zu Rttlereten gekommen, unb die Enllaffung der Leut: sei als Maßregelung aufzusaifen. Ter Arbeit­geber crfläri1, er tobe eigentlich zu viel Lutte an­genommen, die Leute ständen vielfach untätig anllx rent, ber ArbeitS-ett umher und rauchten unzu- lässiger Wei e im 5ägeroecMrtriebe Zigaretten. Er habe alicrDütg4 dem einen Arbeiter getünbigt, wttl bitter mit Streik gebrvb: habe. Ter Schlick' tlmgsausschuß cntfdüd> babin: Dem Ärbettgeber wird aufgegcben, binnen acht Tagen die Dahl eines Arbeiterausschusses für das Sägewerk ge­mäß den ge,etzlicken Bestimmungen zu veranlas- sen und diesen über die Frage d:r Entlassung des Karl Wllhelm zu hören. Bis babin ist Wil- helnt ireiter zu bttchafttgat. Ter Arbeitgeber er­kannte den Schiedsivruchtricht an, die Arbeitnehmer erklärten die Annahme mit dem Antrag, den Schiedsspruch durch den Sxrnt SlaatSkommtssar für die nitt'chastliche Temobilmachung ü» Httftn zu Darmstadt für verbind.ich erflärcn zu lassen.

2. In der Lohnsttettsacke der Arbeiter des Qttarzitsteinbruches der Firma Albr. Hoffmann, Bureau Alsfeld, wurde von den Beteiligten erllärt, daß am 15. August eine Vereinbarung mit dem Deutschen Arbeiter­verband, Bezirksausschuß Frankfurt a. M., ge­ttoff en worden sei, die bis zom 1 Oktober Gültig­keit habe. Ten Parteien w^eve überlassen, für die Zeit nach dem 1. Oktober eine andere Vereinbarung zu treffen, oder wenn diese fehl schlägt, den Schlich- tungsausschuß erneut an zum s en.

3. In der Antragssache G ö tz, z. Zt. in Darm­stadt, gegen Mühlenbesitzer Karl Koch, Walzenmühle in Assenheim, hatte der Anttaasteller dic ihm durch Schiedsspruch vom 19. August 1919 zugesprochene Abfindungssumme, zu deren Zahlung der Anttagsgegner bereit gewesen war, nicht an­erkannt, vtelmehr die Entscheidung des Staats- kommissars angerufen. Auf Anregung des Staats­kommissars sand eine nochmalige Verhandlung statt, bei der davon abgesehen wurde, dem Antrag­steller eine bestimmte Summe zuzusvrecken, da bte Höhe der Entschädigung den betr. Gerichten b»w. Sondergerichten überlassen bleiben soll. Der Schlichtungsausschuß beschränkte sich daher darauf, das Wiedereinstellungsverlangen des Antragstellers grundsätzlich für berechtigt zu erklären. Anttag- steiler erkannte den Schiedsspruch an, Anttags­gegner war nicht erschienen.

(Schluß folgt.)

2Cird>c «nd Schule.

rm. Darmstadt, 7. Okt. Der evangellsche Kirchengesangverein für Hessen Ijidi am Montag vormittag im Landeskerchengebäude seine Hauptversammlung, die erste wieder seit 1913. ab, die sich aus allen Landesteilen guten Besuches er­freute. Ter Vorsitzende Geheimrat Dr. D. Flö- ring erstattete den Jahrcsberccht über die TLig- feit seit der letzten Veriammlung im Jahre 1913 in Lampertheim, insbesondere über das hübsch ver­laufene 36. Kirchengesangfest in Sckaafheim und die sonstige Entnnckelung des Vereins. Tie Jahresrechnung wurde genehmigt imb die bis­herigen Ausschußmitglieder Geheimrat Tr. D. Fib­rin g als Vorsitzender, Reallehrer Weide als Scfonft- fuhrer und die übrigen Mitglieder wieder, die Herren Prof. Weimar und Pft. Marx neugewähll. Heber die Hebung des Gemeindegesanges hielt dann Prvf. A. E. Becker-Offenbach einen lehrreichem Vortrag, in welchem er vor allem Vereinhettluhung des Ehöralgesanges, Vermehrung des Melodien- schatzes, V»kÜrzung des EhorolducheS usw. wr- bertc und prakttsche Winke auffteHte. Es folgte eine lebhafte Besprechung.

armer Sch-vager sich entschloß, ein mittelloses Mäd­chen zu betraten, und dann noch das Unglück batte, vier Töchter zu bekommen. Liber Evelhn soll unt?r diesen traurigen Verhältnissen nicht leiden. Ich hoffe, daß ihre Aussteuer auch Ihren Berfall fin­den wird. liebe Gräfin . . ."

Dos h^ffe ich auch," mtterßoach fie die Gvafin lToden,^_txi ich selbst das Bergn^vt haben rrerbe, meine Schwiegertochter au^guMatten. Wir nuufn.*n das vorhin aus, ehe Sie kamen. Es wird dies mau Hxhzeitsgeschenk, au Evelyn sein."

Tante Ada vergaß einen ÜRonwnt lang vor Erstaunen den M.unL zu stAiesten.

Tie Giräfin fuhr -wichsen .fort: ,Lch ,vttß, daß Sie so liefo»swürdig ßnn wollten, Evelyn anszustattm und sogar bte Lvckzeir «rro^i'richten. Mestre ^vchanegertocheer wird Jkien gm»ß für diese gute Absicht stLS dankbar btefben. Ta ich ihr aber nun atitMxy.'maß doch näher stehe, muß ich Sie btt ton, beLres mir »u überlassen."

Wie auch die Hochzeit'?"

J&t- Mrmitten sie auf Rettenegg fei nm, wie mes atte SasÄvrrölb taten."

Tante Ada kam sich xnt wie air« allen Him­mel« gestürzt. Sie war ganz verstummt.

Dann beschäftigte sic der (Mwitte unrrnshör- lick, ob man sie wenigstens dann zur Hochzeit mrch Retttuegg einladen nnerbe ?

Aber die Gräfin ließ darüber mckts verlauten. Test? eifriger tmbba^hrter bemüht' sie sick, Momo Hitenstein M bcstiinmen, dost sie ihren Töcht *rn icknm fetü oder doch so bald wie möglich zu Besuch nach Rettenegg tönte.

Ich möchte Sie doch dort recht bald allen umertn Frcunde.l Vörstetten, und wir würd'» uns batenb überhaupt alle viel rascher uäbertn?t?n! .Auch ist es schon jetzt braufon im Frühling.'

Ihre kleine Mod.ffta würde bald ganz rote Back» lekonnnen!" . . .

Und sie zögert noch!" dachte Tante Ado verwundert.Wahrhaftig, die alberne Gins« gert noch, ja zu sagen! Aber ß) war Berti ja immer V'

HX amn Losensttin zögerte in der Tat, heut.' noch eine bestimmte Zusage zu gebm.

Sie muß le doch erst mit sich zu Rate gehen, ob Tie fj viel Güte anständigerweife amt-bmen burftri Ja wenn Eveinn MagnuS fv geliebt hätte, wie es sein Mit1 Demi man sicher wäre, t-aft sie hielt, was die Gräfin und Magnus von ihr erwarteten. Ader Gastfreundschaft mnebenen bei Meiffchen, vor deren vorwurfsvoll fragenden Augen man fpdter einmal den Blick ntederschlagen mußte . . . .?

Tarnt gab e» noch p Vtd rrosaische Bedeuten. Die Gräfin sprach von Gesellschaften, Bsrstel- hmgen >, dazu gehörten doch mindestens tt« Pear, wenn mich einfache, doch ordentliche Toi­letten. Nnlon war ja durch Tante Adas Grr- ber»bc immer gut versorgt.

Aber wir?" dachte die Mutter ratlos.

Auch Magnus nur im füllen crfkuml über dieic Einladung, von der ihm die Gräfin vorher nichts gesagt batte. Aber er nur selig. Einmrs über dftffen ^latanten Beweis, i»ß die Mutter Lvftnsteins nach ihrem Gesckmack fand, und kamt auch über die Aussicht, mit Edelvn auf seinem geliebten Rettenegg dm Rest der Brautzeit ver« bringen zu dürfen.

Er umarmte die 'IaUtcr daher, daherm w* gelangt, .stürmfick und dm'ktt ihr für diesengj(* baiften aller Pläne, die sie je erdacht".

T»e Gräfin lächelte verlegen.

l Fortsetzung folgt.)