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Tie Anzeige lautete:

Xttrr in Pelzmantel, der vorgestern t>or Hirtel Katserhof zu junger Dame in Auto stieg, wird gebeten, diese Tarne an der Stelle morgen um 11 Uhr vvrmi tags zu erwarten, an dev er das Auto verlassen hat. Sicherheit wird verbürgt. Angelegenheit dringend.

Fabelhast!" sagte Toritxd

Angelegenheit dringend!"

Sicherheit wird verbürgt!"

Sie verbürgt sich!" fuhr er ist feinem vergnüglichen Selbstgespräch fort.Das ist auch nötig. Ich bin nämlich ein Räuberhanprminn Ich bin ein moderner Großstodtbindit in Lack­stiefeln und Seidenhut

Tann dachte er nach.

Soll icb? Soll ich nicht? Ja! Spielen wir das Spiel weiter! Es wäre doch jammerschade, wenn ich auf einmal kein schöner Räuberhauptmann mehr wäre und in meiner ganzen Armseligkeit als einfacher $xre von Armbruster dastünde. Und wenn das gut geht, dann das sage ich dir( zukünftige Frau von Armbruster! werde ich diesem fabel­haften Emil Schnepfe den besten Verteidig« Ber­lins ftelkn, wenn sie ihn erwischen!"

6.

Spiele das Spiel!" ermahnte sich Doridal. Sonst bringst du dich um das Vergnügen, einst als Großvater deinem Enkel diese sabeihafte Ge­schichte erzählen zu können!"

Eine Viertelstunde vor der festgesetzten Zeit war er zur Stelle.

Die ein Wachtposten schritt er auf dem Bür­gersteig auf und ab und hielt nach allen Richtungen llmichau. Nie war ihm eine Viertelstunde so lange erschienen. Tie Minuten krochen im Schrrechengang.

«Mein Gott." flüsterte sie ihm erschreckt zu, ,chort steht ein Polizist!"

Fürchten Sie sich vor der Polizei?" fragte Torival gedankenlos.

Nein aber Sie? Wir wollen Umkehr« Wenn er Sie erketrnt, sind Sie verloren!"

Aha, sie fürchtete für ihn. Und sie hatte ihm doch seine Sicherheit verbürgt

Lassen wir es darauf an kommen " antwortete er mit imponierend« Ruhe. ,Zch bin gewohnt der Gefahr ins Auae zu sehen. Aber bitte, Ihren Arm. So geht es besser."

Und er gab sich den Anschein eines Mannes, der mit kaltblütiger Gelassenheit allen Schrecken dieser Welt entgegengehl. Er zog ihren Arm hr den feinen, und sie widerstrebte nicht. Als sie tat dem Schuhmann vorbeigingen, fühlte er ihr Züterett

Eine gewisse Frechheit ist für meinen BerZ durchaus erforderlich," bemerkte er so nebenbei Man kommt ohne sie nicht vorwärts!"

In dem Cafe war nid# ein einziger Gast, man schien auch noch nicht auf den Besuch von Gastenzu rechnen. Ein Kellner, blaß und übern ach- ttg, der eine Arbeitsschürze porgebunden hatte, wt,chte Tische und Stühle ab, und ein Mädchen putzte mit verdros'enem Gesichte Gläser.

Tor dal und R ith ''etz en sich in eine Nische. T« Kellner brachte Kaffee. Als sich der Marrn wieder an seine Arbeit begeben hatte, sagte Ruth, nm dem Löffel spielend, ohne auszu blicken:

Sie haben Wort gehalten. Sie haben bet Mantel meines Vaters zurückgeschickt."

Aber ich hatte Ihnen doch mein Ehrenwort gegeben!"

(Fortsetzung folgt.)

Endlich schlug es vom Turm der Kviser-Wilhelm- Gedächtniskirche 11 Uhr und siche, mit einer Pünkt­lichkeit, die seinem Herzen wohl tat, kam aus der Richtung vom Lützowplatz mit schnellen Schritten Fräulein Ruth Rosenberg.

Er eilte ihr entgegen, zog tief den Hut und küßte ihr die Hand.

Ich danke Ihnen, daß Sie mich nicht haben warten lassen!"

Ruth lächelte.

,^Jch-freue mich," «klärte sie.daß Sie meine 2lnz<ige gelesen und verstanden haben. Ich rechne darauf, daß Sie diese Zusammenkunft so auffaffen, wie sie gemeint ist. Sie bezweckt die Besprechung einer geschäftlichen Angelegenheit. Wir können: natürlich nicht hier aut der Straße stehen bleiben. Rur fünf Minuten von hier entfernt, in der Kur­fürstenstraße, liegt ein Cafe, das jetzt gar nicht besucht ist. Tort will ich Ihnen sagen, weshalb ich Sie gebeten habe, hierher zu kommen. .Bitte, be­gleiten Sie mich."

Sie. hatte diese Ansprache hastig herunter- gehaspelt wie etwas Auswendiggelemtes. Nun sah sie ihn mit ihren großen, dunklen Augen fragend an.

Wie Sie befehlen!" sagte Torival.

Er suchte, während er neben ihr herging und mit Wonne den fernen Deüchengreuch ein sog, der sie umspielte, nach einem Gesprächsstoff. Der kühle, rein geschäftsmäßige Ton, den sie an^?schlagen halte, beirrte ihn nicht, aber es erschien rhm nicht an der Zeit, so xu sprechen, wie er gern gesprochen hätte. Und so schwieg er, gleich ihr. Innerlich ab« war er sehr vergnügt!

Plötzlich fühlte er, wie die Fing« seiner Be­gleiterin sch um sein Handgelenk krampften. Ihr S^itt stockte.

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Ur- M Swetter Blatt__________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)_________Vonnerrtag, 8. Mai (9(9

verfassunggebende üolfsfammer -er Zreiftaater heften.

IS Sitzung vom 6. Mai 1919. (Schluß.)

T« Abg. Schildbach (So»... whrt fort

Er verliest einen Brief des früheren Van- deswo!>nuncp>mspeltorS Gvetzschel über feinen Rück­tritt. Tiefer macht d« früheren sttegicrung, be­sonder- dem Mitiist« von Hombergk und dem Ministerialrat Schliephake den Vorwurf, daß sie ihn tn fein« Tatigf-ü so hemmten, daß cc feine Stelle aufgegeben habe Besonders habe man ihm fein Zusammenarbeiten mit sozialdemvkratischen Kreisen verdacht. (Zuruf: Ein Kulturdokumont!) In ganz Manu sind gegenwärtig 14 Klein­wohnungen, 3 Mittel- und 3 Großwohnungen vorhanden. Tiefe Not wird auch durch den Abzug der ftanzösisclien Besatzung nicht behoben. Bon 2260 Kleinwohnungen, bte im Jahre 1914 in Mainz untersucht wurden, entsprechen nur 87 den Mindest so rderu rgen an Luftraum (10 Kubikmeter pro Preson. Für unsere Zucht häuf« werden 20 Kubikmeter verlangt.) In Mainz ist ein Wohnraum iirit bis zu 11 Personen belegt worden. Nur in den Sttbten mit besond«s großem Wohnungselend sind sparta kritische Unruhen vorgekommen und auch erklärlich. Wir müssen endlich auch dem Arbeiter ein Heim verschossen. (Beifall.)

Abg. Knoll (Ztr.): Gut gewohnt ist halb gelebt. Tie sittliche D«wahrlosung ist nicht nur eme Frage der Erziehung, sondern auch brr Wvh- nungSverhLtnisse. Tie alte Regierung hat es ver­säumt, hi« rechtzeitig die Mittel bereitMt stell en. Besonders groß ift bie Wohnungsnot in kinder­reichen Familien. Der Redner bestätigt die An­gaben des V)rredn«S über die Wohnungsnot in Mainz. ES fehlt dort an Baugelände. Tas Reichs­schatzamt hat früher für die Vergabe von Festungs­gelände Spekulationspreise verlangt. Tie Woh­nungsnot auf dem Lande muß durch AusteiUmg trr großen Güt« beseitigt werden, aber dem freie» Bauern muß auch die freie Scholle erhalten bleiben. Wir müssen versuchen, auch dem Arbeiter ein Eigenheim zu verschaffen.

Schluß ber Sitzung iy* Uhr.

20. Sitzung vom 7. Mai.

Präsident Adelung «öffnet um 9V2 Uhr die Sitzung. Das Haus fährt fort in der Be­sprechung der Anfrage Dr. O s a n n üb«

Wohnungsnot.

Frau Abg. Balser (Term) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Schildbach. Tie Streiks haben die Wohnungsnot verschärft. Die Frage des länblid)cn Grund und Bodens wird bei anderer Stelle zu besprechen sein. Wir find Dafür, oaß der Dau« als frei« Mann auf feiner freien Scholle sitzt. Deshalb mfav der Kollege Dorsch feine falsche Darstellung der Stellung unserer Partei zu diesen Fragen in Zukunft unterlassen. Das hessi­sche Wohnungsgesetz hat doch feine Vorteile gehabt und wir wurden um dasselbe beneidet. Ich erlaube mir folgende Anregungen zu geben: Den Umbau Ungeeigneter Räume zu Wohnräumen sollte man unterlassen. Die Fremdenzimmer in größeren Häu­sern sollten herangezogen w«den. Auch stehen hier tiod) eine Reibe von Häusern Irier, z. B am Mice- platz und in der Frankfurter Straße. Das Recht der Beschlagnahme von Wohnräumen muß in eine Pflicht der Beschlagnahme umaewondelt nxroen, sonst wird besonders auf dem Land die Beschlag­nahme unt«blciben. Es müssen ab« auch Werk- stätten- und Wirtschäftsräume beschlagnahmt wer­den. Tie Mieterschutzbestimmungen hatten seither nur problematisckxm Wert. Auch die Miet« sind an den korrupten V«hältnissen schuld Mir sind Fälle bekannt, daß hi« Miet« bis 1000 Mark »mehr Miete zahlen, als sie früh« zahlen mußten. Es sollten deshalb die bayerischen ©traibeftimmun» veii gegen solche Mieter auch bei uns eingeführt werden. Auch die Miet« möblierter Zimm« müssen geschützt werden. Hi« in Darmstadt roerben Studenten bis 90 Mark abgenommen. Auch die Häuserv«käufe müssen genehmigungspflichtig ae= macht werden. In d« Wohnungsinspektion müssen die ^trauen vremehrt ttrrben.

Tonn garantiere ich d« Regierung, daß die schlimmsten Auswüchse schnell beseitigt werden. An d« Wohnungsnot geht unser kommendes Geschlecht zugrunde. lBcifallft

Abg. U r st a d t (Demokr.) wendet sich dagegen, daß in der jetzigen Zeit die alte Oberförsterwohnung in Stvrndors bei Alsfeld abgelmochen wird. Beamte, die versetzt werden und wegen bre Wohnungsnot von ihren Familien getrennt waren, müssen eine Entschädigung «halten. Ich torebc einen solchen Antrag etnbringen.

Abg. Dorsch (Hess. Dollsh «! Ich mochte vor Kräng seinqimrtierung in bewohnte Häus« war­nen. Man kann die Preise für städtischen Grund und Boden mit dem für ländlichen Grund unb

Boden nicht in einen Topf werfen. (Zurufe bet den Sozialdemokraten.) Ter Bau« dankt dafür, vom freien Besitz« jum Pächter herab-usinken. Warum haben tnr Sozialdemokraten bei den Wah­len nicht gesagt, daß das Land aus freiem Eigentum in Erbpacht übregeführl roreben soll? Wir stehen auf dem Standpunkt, daß Eigentum und Erbrecht die Grundlagen des Staates find. Beifall.)

Abg. Ktel (Unabh.): Auch der Mittelstand leidet unt« der Wohnungsnot, am stärksten wird doch die kinderreiche Prolreori.rmmilie getroffen. Man schimpft üb« hohe Lohne unb ArbeitÄosen- sürsorge unb bewilligt dem Großherzog eine täg­liche Arbeitslosenunterstützung von 1222 Mark und 3 Schlosser. Ich beantrage eine Revision d« Billen und Schlösser

Abg. Widmann (Soz.): Tie Wohnungs­frage ist eine Kultnrfvage. Tie Wohttungsnot er­fordert gebieterisch Znangsmaßregeltr. Tie für Mainz geschilderten VrehÄmisie treffen auch für Offenbach zu. Tie Behinderung des Zuzugs ist in Erwägung zu ziehen. Nichts nnrft so auf­reizend als die Unterschiebe auf dem Gebiete bei) Wohnungswesens Tic Laitdesversstirerung.wnswl ten und Sparkassen, die die Baugrlder hergegebenl haben, müssen bie Anweisung erhalten, die Miet­preise ihrer Hyvothebengläubig« nackrzuprüsen. Tie Hausbesitzer werden wieder durch die Hyvo- tfjefcn gelber gedrückt. Es muß uns« ganzes Hpvo- thefenrecht verbessert werden. An den Verhält- nissen ist die Partei des Abg. Dr. Osann schuld, die der früheren Regierung den Rücken steifte: jetzt muten ihre Reklame-Anträge mcrfioürbig an. Abg Dorsch mochte ich erwidern, daß wir die Verantwortung ber ackerbautreibeirden Bevölkerung gegenüb« übernehmen. Zeittnrgsinscrate, wie Wohnung für knrberloses Ehepaar" sind eine Schande unb sollten verboten werden. 51 ch möchte bie Regierung bitten, nicht auf die Einwände zu hören, sondern §u-ugreifen unb die vorliegenden Anträge burd^uhibren. (BcifaU.)

Landessorstmeister Tr. Weber: Tie alte OberfArsterwolnrung in Storntors steht auf einem Ouellgrundstück. Tre letzte Oberförster i t gesund­heitlich schw« geschädigt worden. Um das brauch­bare Bauholz mich zu verwertett, wurde es auf Abbruch »«steigert. Es hat sich auch niemand ge­funden, ber barrmten hätte wohnen wollen. Als Farsmartwohimng muß sie entschweben abgelehnt werden.

Abg. Schorn (Ztr.): Es muß auch an bas Verantwort! ichkcitsge fühl des einzelnen app?lliery n«ben. Tas habe ich in der bibberigvn ausgedchtt' ten Tebatte vermißt. 5Vn der Schule erkennt man sofort die SckMler aus Familien, die es ocrflanben, sich ein gemütliches Heim zu schaffen.

Abg. Herbert (Ztr.): Die Rcichsregierung hat eine empfehlenswerte Einrichtung getroffen. Beamte, die feine Wohnung an ihrem neuen Wir- fungsort finden Tonnen, werben an dem alten be-> schäftigt und einstweilen durch Hilfskräfte bei der neuen Stelle vertreten. Bei der Bcreck>nung ber Baukostenzuschüsse bitte ich bie Mieten nicht zu hoch festzusetzen.

Abg. Köhler (D. V.): Die äußerst ftucht- bare Aussprache zcmt, daß sich bie Deutsche Bolks- «Partei mit ihrer Anfrage ein Verdienst erwarb. Es ift absurd, der Deutschen Bolkspartei die Schuld zuzuschieben. Das hessische Wohnurrgsgesetz war vorbildlich. Vor d« Revolution war von beiden Häusern eine Million für Wohnungszwecke bewil­ligt worden. Sie erwarten tmm« alles Heil von Zwangsmaßnahmen. Wenn wir früh« solche vor- geschlagen hätten? Es gibt nur zwei Mittel zur Besserung: DaS ist die Bereitstellung d« nötigen Mittel und Beseitigung all« bureaukratischen Hin­dernisse. Das zweite Mstttel ist bas Aufhören der Streike im Baiigew«be. (Zurufe b« Sozialdemo­kraten : Wo wirb beim gestreikt?)

Abg. S ch i l d b a ch (SoäJ stellt fest, baß seit ber Revolution nirgends in Deutschland ein Bau­arbeiterstreik stattfand, weil zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein Tarifvertrag abgeschlossen ist. Der Redn« bestreitet gegenüber der Frmi Abg. Balser, daß « die Wohnv«hältnisse übntricben habe. Der Redn« rerlvest einen Artikel des,AI^.1 Dorsch, in b« er ber Sozialdemokratie vorwirst, die Parteibudik« unb Bergnügungselablissements zu fördern. Keine Panei hat mehr in der Be­kämpfung des Alkohols geleistet, als bie unsere. Wir wollen den Gegensatz zwischen dem Boden­besitzer und dem Bodenbenützer beseitigen. Wir nullen nicht den 23au« vertreiben, sondern ihn "befreien. Es änbert sich nur der Besitztitel. Tie christlichen Gewerkschaften haben sich in Resolutio­nen für Enteignungen ausgesprochen, Herr Kollege Knoll. (Zuruf des Abg. Knoll: Die christlickx'n Gewerksamsten stehen auf dem Boden des Privat­eigentums.) Man weiß beim Zentrum nie, wie man daran ist. Wenn wir zusammen arbeiten wol­len, dann müssen b«artige Zicken aushören. Ta wir über bie Wohnungsnot einig sind, möchte ich bitten, der Regierung möglichst wett gehende finan­zielle Vollmachten zu «teilen.

ES tritt «ne Pause ein.

Scücp ber Pause wird zunächst ein Sonder - au 4 schutzzurBeratungberGesetze bett. 5» rber u n 0 bet VohnungSwesensund über Vanbfieblun« unt» ein parlamen­tarischer Ernährungsbeirat qdväbCE. Zn den ersteren werden gewählt die Abgg. Schild dach, Widmann, Lux unb Bornemann ^oz.s, R e h undFelbmo nn (TenrottJ, Knoll und Frau Hattemer (Ztt.), Köhler (D.P > und Brauer (Hess. B.). Zn den letzteren di- Abgg. Engelmann, vchulle, Tel b, Lang (Soz.), Feldmann und Loos (Dem)', Herbert und Schor r (Zlr ), Fenchel (^Hess V^) und Hahn (T. B.) gewählt.

Fortsctzuog der Dedalic iibcr WohnullßSllol.

Abg. Delp (Soz): Die Wohnungsnot ist großer, als es die «ta:iilik zeigt. Tenn darin wer- den Wohnungen aufgefübrt, die ganz ungenügend sind. Ich stimme dem Koll. Köhler zu, daß zu bureaufratifd) bii den Baukostenzuschüssen verfahren wird. Ich bitte als Bauarbeiter, daß b« Koll. Köhl« feine Vorwürfe gegen ben Bauarbeiterstanb zurücknimmt Tic Bauarbeiter finb ivährend des Krieges larifttru geblieben, obwohl sie, vor bmt Kriege die bestbezahlten Arbei«, jetzt zu ben schlech- test bezahlten gehörten unb nur 180 Arbeitstage tm Jahre haben. Nackst»em ber Tarif abgelaufcn war, haben wir neue Verträge abgeschlossen. Gegen reni teure Arbeitgeber werden mir allerdings mit Streik vorgehen, schon im Interesse der verttagstreuew Arbeitgeber, um diese vor Unterbietung zu schützen Tic Bauarbeit« sind sich ihrer Beranttvortttchkih bewußt

Abg Widmann (Soz.) gegen den Dg. Köhler: Wir sind gegen die Zwang^ma r ge n, wenn nicht wie im Wohnungswesen unbedingte Notw noig e ten Dort egen.

Abg Knoll (Ztr. > gmen den Abg Schild­bach: Bei unterem Eintritt in die Aelnit mehrltcit haben wir kein Jota von unserem Programm au gegeben, so wen y wie b:e Demokraten oder Sozialdemokraten: die chri'!lich?n G iverilcho t?n gehören verschiedenen pol t sch n Part ien an, nicht dem Zentrum a lein Wir sin) jür die Sozialisie­rung geeigneter B triebe. Wir stehen auf dem Standpunit des Privateigent ims unb- der aus gleichenden Gerech ig eit. Bi.lleichk könnten cinice Frei werdende Schloss« zu Erholungsheimen aus- gestaltet werden.

Abg. Dorsch (H. B.) rechtfertigt seinen Ar­tikel in der neu;n Tagesze't mi, bi? notto ndig ge­worden sei, tveü bie sozialdemokratischen Rednr fei ben Wahlen der Frag? der Bchandllint des G und und Bodens aus dem Wege g ng n Viel­leicht kann Aog Lu - Auskun t geeen was er zu seinen ländlichen llern üoer diese Fragen 'age.

Abg Lur (Soz.) pol m fiert gegen ben A g. Dorsch. Als er bie,em ben Vorwun mach', baß er es mit der Wahrheit nicht genau nimmt, wirb er vom Präsidenten Adelung gerügt. Der Grund und Boden soll im Veräuß«ungssall ins Staats-- eigentum über ührt werden Was ich heute sage, habe ich auch in den Wahlver ammlungen gesagt.

Abg Köhler (D. B): Es i)t kein Zu^isel, daß die Streiks in ben Kohlenbergwerken auch die Preise b« Rohmattrialien in die Höhe trieben. Auch bie beständige Steigerung b« Löhne verteuert das Bauen. Wir befinden uns also in einem eirrulus vitiosus, billige Wohnungen unb teure Löhne. Das nrofite ich sagen.

Abg. Dorsch (H. V.) will nicht dem Abg. Lup und Abg Bornemann in dem Ton folgen, weil wir im hessischen Parlmnent keine öUrrrn- klnschen Szenen ein führen. Tie guten Bo den preise kamen gerade ben kleinen Bauern zugute. Die angeblichen Bvdettpreise in Bingenheim sind als falsch erwiesen.

, Abg. D e l p (Soz.): Hätte Kollege Kühl« sich gleich so ausgebrückt, hätte ich keinen Einspruch «heben müssen. Wir Bauarbeiter verurteilen die Streiks bet Kohlenarbeit«.

Abg. Fenche l (H. V.) kann sich von den Vorteilen des Erbbaurechts nicht überzeugen.

Präsident des Landesarbeilsamts Raab schöpft aus b« lebhaften De kitte ben Mut, daß sfty noch eine gemeinsame Basis zur Behebung ber Woh­nungsnot finden werde. Zch werde darauf drängen, baß keine bureaukrotische Verzögerung ber Be­handlung der Baukostenzuschüsse «folgt, ab« die Pläne müssen wir doch prüfen, damit mit den Staatsmitteln keine Locker, sondern wirkliche Woh­nungen gebaut werden. Ab« es müssen auch die Gemeinden ihre Pflicht hm und Anteil über­nehmen, wobei wir auf arme Gemeinden Rück­sicht nehmen nxrrben. Wir wollen uns bemühen, das Reick) au größeren Zuschüssen zu bewegen unb ich hoffe, baß baitn auch das Land die aus es treffenden höheren Anforderungen auf sich nimmt Tie Tatsache, daß es Gfremeinben gibt, bie sich ihren Pflichten entziehen wollen, barüb« wer­den wir uns bei ben Verhandlungen über bie Sieblun^gcsetze zu besprechen haben. Wir sind gewiß, baß wir bei ben Bestrebungen zur Linde­

rung ber Wohnungsnot die ^ttStamn« hintre uns haben. (Beifall.)

Schluß ber Sitzung l1/* Ubt.

N^chstt Eitzing Donnerstag vormittrrg 9 llhr. * e

Das Finanzminiftrenun bat ber Hessischen Volkskammer bie in Ülussicht geftefitt RemerungS> Vorlage betr bie Forberung des Woh­nungswesens iugeben lassen, bie das Gesetz bett, die Gewährung von Baukostenzu­schüssen, sowie das Gesetz betr bie Uebernabmt von Bürgschaften jur Förderung des Wohnungs­wesens enthält. Tic Baukostenzuschüsse, von baten drei Millionen Mark zur Verlüguna ftrben, sollen in ttldm (Jlebtettn des Landes gnväbrt nvrbcn, tr- denen ein dringender Mmtgel an Siern- und Mitttle Wohnungen besteht. Die näheren Bedinguntien sind bereitS verösfentlichit. Für die Bürgschaften neben fünf Millionen Mark zur Vrefügung, doch dürfen die Einzelbürgschaften 90 Prozent bre Selbstkosten der Bauunternehmer nicht überschreiten. Die nähv- ren Bedingungen roreben durch das Finanzmnnstr» num fctgesctzt.

-s Ter Hess. Volkskammer sind jugegangre: Eine ^.ruckwche betr. ben Entwurf eines Gr-setzes, da-.- die Aufhebung ber besonderen Gerichtsstände für den Grobherzog unb bie Standes Herren verlangt Etne dringliche Anfrage b« Abgg Tamm unb Gen, bett, die steuerliche Erfassung der Kriegs gewinne, sowie der hohen Kottiunktur- ge Winne. Ein Antrag Schreib« u Gen, bett Vermehrung der Gendarmreiestellen in Rhein­hessen, Antrag Wttlig u Gen., betr. Beseiti ffung der Zahlung von Remunerattonen in den Strafanstalten. Antrag ber Abgg Engelmann u Gen., betr. Aufsicht des Staates über alle Füv- sorge- unb Erziehungsanstalten Anfrage Osann bett, den Borbereitungsbienft für Gerichtsreseren- bare und dringt. Anfrage Schreiber u. Gen. üb« Aushebung der Freiheitsstrafen b« deutschen Reichsangehörigen in den besetzten Gebieten.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 8. Mai 1919.

** Amtliche Personalnachrichten. Am 25. April d. Js. wurden bie Forstassesforan Sriebrich Kna f aus Büdingen, Karl Reiß auü ffenbach a. M. unb Emil Brill aus Alsfeld zu Forstassistenten mit Wirkung vom 1. April d.. Js. an, unb am güeichen Tage bie Forstzoart« aspiranten Philipp M e n ge r aus Groß-ptvfeheim, Peter Lehr aus T-armftabt, Heinrich Gonber aus Nieber-Brcidenbach und Julius Kniß aus Griesheim zu Forstwarten renannt.

** P ostwert zcichen Versteigerung en des Rrichs-Postmuscums in Berlin werden dem­nächst heranftalttt werden. Die erste Versteiger-mp, bei der Restbestänbe ungebraucht« PostwretZeichen der früheren deutschen Postanstalten in b« Tür fei (Ausgabe 1906/12 mit Wasserzeich-n) verkauft wer­den sollen, wird voraussichtlich Mitte Jum statt finden.

♦♦ Besitzwechsel. DaS Anwesen des Bankbeamten Bachmann, Ederstt. 16, ging zum Preise von 40 000 Mk. an Bürgremei^r Stuck­haufen aus Bitsch über, das Anwesen der Frau Debus Witwe, Krofdorf« Straße 12, für 26000 Mark an H. Gerlach, die Hofreite de- Schlossers H. Schön, Riegelpsad 20, für 35 000 Mk. an Fuhr­mann Ignatz Krack, Haus unb Bauplatz bes Wirtes G. Baum, Schillerlttaße 35, für 34 000 Mark an Briefträger Rohrbach, baS Hau- bes Rentners Prösch«, Löberstt. 15, für 40000 Mk. an Lokomotivführer Heydt, und da« Anwesen Hewel, Kaiser-Allee 7, für 56 500 Mk. an Kauf­mann Althaus.

KreiS AlSftld.

up. Ober-Ohmen, 7. Mai. Bei ber letzten biesjähripen Brennholzversteigeruni aus der hie sigeu Rtebeselichen Waldung Zellwald bewegten sich die Preise in näcfeter NL!>e des Tarifs van 80 Mk. für 4 Raummeter Buchensch.stt. Das ist auch Geld genug für eine Holzmenge, die zur Friedenszeit weniger als die Häl tc kostete.

Starkenburg und Rheinhessen.

Bingen,?. Mai. In den kleinen Dörfern Münsttr unb Sarmsheim hob die Polizei ein Spartakusnest von über 60 Mi g i dem aus. Tic Hauptanführer und der Wirt, bei dem bte geheimen Sitzungen ftattfanden, wurden vrehoffet. Tie Bande war im Besitz von Maschinengewehren unb Handgranaten.

Hessen-Nassau.

Frankfurt a M., 7. Mai. Auf dem Börsenp'atz vreha tete gestern die K imina'polizei den berüchtigten Schieber Ludwig Besier, gdr. 1889 hi Lollar bei Gregen. Er hatte ein« Tarne eine große Anzahl alt« Hundertmark, scheine unter dem Vorwande ahgirommen, er to;me i!)r dadurch Gewi.m Aa otan elj txT, '

Der Doppelgänger.

Roman von CarlSchüler.

Fortsetzung Nr. 20.

Ich mochte Ihre Zeit gar nicht in Anspruch nehmen," entgegnete Torival.Ich war gekom­men, um den Herrn Konsul zu sprechen."

Ganz ausgeschlossen? Ter Herr Konsul hat mich beauftragt, die Angelegenheit zu erledigen. Also bitte, beantworten Sie meine Frage." Ter leine Herr konnte eine sehr enregtsche Sprache führen.

Zum Glück fiel Torival ein, daß ber Knopf an der Intten Tasche des Mantels abgerissen war. Tos gab er an unb bies Merkmal genügte bem mißtrauischen Heren. Schnell, wie « gekommen Mar, vreließ « mit kurzem, hastigem Gruß das Vartezimmer unb gleich darauf brachte ber alte Steuer dem verdutzten Torival den Mantel unb den Seibcnhut. Torival gab die Sachen an Gal­di no. verabfolgte bem Tten« ein TrinkgeÜ» unb vre'ieß in gedrückter Stimmung das große Ge­schäftshaus.

Er hatte sich die Sache andres vorgestellt!

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Am aitberen Morgen wurde er entschädigt.

.Gatdrirv hatte ihm sämtliche Morgenblätter futfci'. müssen, imb in einer ber Zeitungen fmb jr ein Inserat, dis sich nur aut ihn beziehen bunte, eine^achricht Ruths. (St bitte also richtig sreechnet! Tas erftnderische Mädchen hatte sich einer Anzeig' in ei.rer ber getf nsten Tage yitung'i »chrcnt, um ihm mitzuteilen, daß es t^.t bnngcrib Ii4 sprecheic -nüniche. Wahrhaftig: dringend!