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Frankfurt a. M.. 6. Mai. Ke Siibt- vevorbnetenversomml'rng wählie heute in »eheimer Sitzung vier besoldete unb 1 4 u nbesol- bete Stabträte. Auf Grund eines lieberem# kommens ter politischen Par -nen wurden zu de- ''oldeten Sladträten neu gewählt der Leiter deS LebenSmit.'eiamle- Tt. <f» m u be, der Redak­teur Dito Z ie l ow s k i lSo».) und der Gewerk­schaft ssekvetär Carl Möller f5oi.). Stadtrat Tr. Meckbach wurde wtederg-ivählt. ßu un- '*efo!beitn SladtrLtrn wählte mm 6 Sozialdema- froien, 4 Demokraten, 1 MittelstLnd'er, 2 Zen- trumsleutr und 1 Liberalen. Sechs ter unbesol­deten Swdträte gehörten bi Ster dem St adwerorte- netenkoll- gium an. Bus tem Magistrat scheiten zwei befoltere und sieden unbesiolde e Stadträte aus, die sich teil- pensionieren ließen, -vils nicht Mieter-- wurden. Tie Zckb Ider besoldeten Sbadträte wurte' von 12 aus 15 erhöht Tre besoldeten Stadt- röte Hin und Tr. Levin schriden demnächst durch Pensionierung ebenfalls aus ihren Aemtern. DasI neue Megistr"tSkoilegium ist nunmehr nach poli- aschen G^-sichiSpuntten zusammengesetzt.

P Marburg, 7. Mai. In der gestern ab- fybötenen Sia' tvervrdnctensidung kam es wegen der immer bedenklicher werdenden Wohnungs­not in Marlnirg und den dvmit in Zusammen­hang stehimden MietSsteiaerungen ,u einer länge­ren Bussprache Der Vorsitzende des Mieteini- qungs- und Wohnungsamts, Stadtv. Pros. Tr. Brevt, wies daraus hin. b-aft alle Bemühungen, die vielen obdachlo'en Marburger Familien rmter- tubringen, vergeblich sein würden, wenn dem Zuzug nicht Einhalt geboten werden könne. Es wurde dem Magistrat anheimgegeben, scharfe Be­stimmungen dahingehend zu erlassen, daß Woh­nungen an Auswärtige, die nicht Loecks Studiums oder wegen ihres Berufs hier sein müssen, nicht vermietet werden dürfen.

besten Bolksgmwssen ungern erinnern, ater wenn man gerate von uns Buße verlangt, so darf man den Waffenstillstand nicht ver­gessen. «Sechs Wochen dauerte ei. bis wir ihn erhielten; sechs Monate, dis w,r ^hre fttie- tensbeding!mgcn erfuhren. Verbrechen im SPriegc mögen nicht zu entschuldigen sein, ater sie ge­schehen im Ringen um den Sie^, in ter «Sorge um das nationale Dasein mit einer Leidenschaft, die das Gewissen ter Bölter stumpf macht. Tie Hu nderttnusendevonNichtkämpfern, tee seit dem 11. November an ter Blockade zu Grunde gingen, wurden mit kalter Ueberlegung getötet, nachdem für unsere Gegner ter Sieg errungen und verbürgt Ivar. T a- ran denken Sie, wenn Sie von Schuld und Sühne sprechen.

DaS Maß ter Schuld aller Beteiliaten kann nur eine unparteiische Untersu chun g jeftftcllen, eine neutrale Kommission, vor ter alle vauptpersonen der Tragödie zu Worte kommen, ter alle Archive geöffnet werden. Wir haben eine solche Untersuchung gefordert und wir wiederholen die Forderung.

Bei dieser Konferenz, wo wir allein ohne Bundesgenossen der großen Zahl unserer Gegner gegenüberstehen, sind wir nutzt schutzlos.

Letzte Nachrichten.

Die Rede der Grasen Vrockdorss-Ranhau.

Berlin, 7. Mai. Die Rede te- Grafen Rantzau lautete im wesentlichen wie folgt:

Meine £xrren! Wir sind tief durchdrungen von der erhabenen Ausgabe, die uns mit -3brcm Wsammengeführt hat, der Welt rasch einen dau­ernden tVrkben zu geben. Wir täuschen unS nicht über den Umfang unserer Ntederlaae, den Grad unserer Ohnmacht. Wir wissen, daß die t^teioalt bet deutschen Waffen gebrochen ist. Mr kennen die Wucht des Lasse-, die un- hier eut^gen-

strafen wollen «Ls ipirb von Ihnen verlangt, daß wir als dir allein Schuldigen am Kriege erscheinen. Ein solche- Bekenntnis wäre in meinem Bombe eine Lüge. Wir sind fern davon, jtte Verantwortung dafür, daß e» zu diesem Weltkriege kam und daß er so geführt wurde, von Deutsch­land abzuwälzen. Die tzaltung ter früheren deut­schen Regierung auf den Haager Friedenskonferen­zen, ihre Haltung und Unter la ssun gen in ten tra- klischen 12 Iulitagen^n zn dem Unheil be ge­tragen haben, aber wir beizeiten nachdrurtlch oaß Deutschland, dessen Volk überzeugt war, einen Ber- teidigungskrieg zu fühoen, allein mit ter Schuld belastet ist.

Keiner von unS wird behaupten wollen, daß da- Unheil erst seinen Lauf in dem Augenblick be­gann, a!4 ter Thronfolger Oesterreich-Ungarns ten Mörterhänden zum Opfer fiel. In den letzten' 50 Jahren hrt ter Imperialism us aller europäisch en Staaten bte internationale Lage chronisch vergiftet. Tie russi'che Mo­bilmachung nahm ten Staatsmännern die Mög­lichkeit ter £>eilung und gab die Entscheidung in die $>4nte ter militärischen Gewalten Wir firtb nicht hierher gekommen, nm die Verantwortlichkeit ter Männer, die ten Krieg politisch und mili­tärisch geführt baten, zu verkleinern und begangene Frevel wider das Völterrechk abzuleugnen.

Wir wiederholen die Erklärung, die tei Beginn de- Krieges im Deutschen Reichs lag abgegeben wurde. Belgien ist Unrecht geschehen und wir wol­len cs wieder gut machen.

Aber auch in ter Art der Kriegführung hat

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Sie selbst haben nn- einen BnuteSgenosien zu- geführt: ba6 Recht, da- urtl durch ten Vertrag über die Frieden Grundsätze gewährleistet ist. Die alliierten und aisozncrten Regierungen baten zwi­schen dem 5. Oktober tmb 5 November 1918 auf ben M achstrieden verzichtet unb den Frieden ter Gerechtigkeit auf ihr Panier geschrieben. Am 5. Oktober 1918 bat die deutsche Äegiernne die Grundsätze des Präsiden­ten der Bereinigten Staaten von Ame« r t f a als Friedensbai - voivschlazen Am 5 No­vember hat ihr ter Staatssekretär Lansing er­klärt, dast die alliierten und assoziierten Mächte mit dieser Basis unter zwei bestimmten Abweichungen einverstanden seien. Die Girndsätze des Prä­sidenten Wilson sind also für beite .striegsparieten, für Sie, wie für uns und auch für unsere früheren Bundesgenossen bindend geworden.

Tie einzelnen Grundsätze fordern von uns schwere nationale und wirtschaftliche Opfer, aber die heiligeu Grundrechte aller Völ­ker sind durch diesen Vertrag geschützt. Das Qk wissen ter Welt steht hinter ihm. fteinc Nation wird ihn ungestraft verletzen dürfen.

Sie werten unS bereit finden, aus dieser Grundlage ten Vor^neten, den Sie uns vorlegen, mit ter festen Absicht zu prüien, in gemeinsamer Arbeit mit Ihnen Zerstörtes wieder aufiubaurn, geschehenes Unrecht, i« erster Linie das Unrecht an Belgien wieder guiz»machen und ter Menschheit neue Ziele politischen und sozialen Bortschrittes zu zeigen. Bei ter verwirrenden üllc von Problemen, dte ter gemeinsame Zweck aufwirft, sollten wir möglichst bald die einzelnen Hauptauigaben durch besondere Kommissionen von Sachverständigen auf ter Grundlage tes tnm Ihnen vorgelegten Entwurfs erörtern lassen. Datei wird es unsere .Hauptaufgabe sein, die verwüstete Menfchenkrast der beteiligten Völker durch einen nationalen Sclmv von Leben, Gesundheit und Freiheit der arbeitenden Klaffen wieder auszurichten.

Al- nächstes Ziel betracht ich den Wietercms" bau ter von uiti besetzt gewesenen und durch ten Krieg -etstörten Gediehe Belgiens unb Nordfrnnk> rnchs. Die schlechteste Methode wäre, die Arbeit weiter durch die Ari.>gs^iesangenen besorgen zu las­sen. Gowitz, diese Arbeit ist billig aber sie käme ter Welt teuer zu stehen, wenn .Hatz und Verzweif­lung das deutsche Volk darüber ergreifen würde, bnfe seine gefangenen Söhne, Brüter und Väter über den Vorsrieten hinaus in ter bitteren Fron weiter schmachteten. Gut Zusammenbruch würde die Ersaschcrcchtig.en um die Vorteile bringen, auf die he Anspruch haben, und eine unteilbare Ver roimrng des ganzen europäisclien Wirtschaftslebens nach sich ziehen.

Gegen diese drohende Gefahr mit ihren un­absehbaren Folgen müssen Sieger wie Besiegte au der $>ut sein. Es gibt nur ein Mittel, um sie zu bannen: DaS rückhaltlose Bekenntnis zu ter wirt­schaftlichen und sozialen Svlidarität ter Bölter, zu einem freien unb umfassenden Völkerbund. Da- tentscte Volk ist innerlich bereit, sich mit seinem schweren Lose abzufinden, wenn an ten verein­barten Grundlagen tes Friedens nicht gerüttelt

wirb : ein Frieden der nicht tzm Nam« tev RrchiO vor ter Dell verteidigt werten kann, würde inv- mer neue WitersUinte gegen sich aufrufen.

Niemand rvärr In ter Lage, ihn mit gutem Gewissen zu unterzrichnen, tenn er mtee uneriulle bar Niemand könnte für sei» Ausführung tet Gewähr, die in ter Unterschrift liegen soll, uten» nehmen.

Wir sind bereit. daS uns übergebene Dokument mit gutem ®ülen und in ter Vohnum »n prüfen, datz das Endergebnis unserer ZuiamM'Mkunft neu un« allen gezeichnet werten kann "

Die GliedkNing des Frir-rnSvrrtrags.

P a r iS, 7. Mai. sReuter.) Der FrretenSv«»» trag zerfällt in 1 5 Ad schni t te

Der 1. enthält ten Bälkerbundsoertrag.

Der 1. um|(breibt die Grenzen Deutschlandl,

Der 3 verpflichtet Deutschland, die durch bat Frieden in Europa herteigefülirten politischen V«* imbrrungen anzunehmen, errichtet die Tschecho-Sla» wakei und Polen, revidiert die Grundlagen ter belgischen Souveränität nnd ändert die Grenzem BelchenS, er rittet neue RegterungSsvfteme in Lurcmburg und im Saarbecken, gibt Elsaü-Lotb» ringen an Frankreich zurück, stellt die Gruudsätzp für die Regelung ter stteswegschlm Fraiv' auf unb verpsUchtek Deutschland, die Unflbbdngigtet Dentscd-Oefterreichs anzuertennen

Der 4 Abschnitt enthält einen aNgemrmev Verzicht Deutschland- auf feine überseeischen Brn Wungev und stiechte, stellt dte internationale An­erkennung des britischen Prodektorats in «egypteS fest und annulliert dte AlgeciraSaktie.

Der 6. Abschnitt beschränkt den Umfang der deutschen Armee und Fiotve und schafft dte Dienste p'licht in Deutschland atz al« ersten Schritt <znr allgemeinen Abrüstung.

Ter 6. regelt dte Rücktetzr ter Krregsgefaw» genen.

Der 7 tenbrft von ten Verantwort IichvnteM und ter Bestrafung unb sieht ein gerichUitt« Acv- fahren gegen Kaiser Wilhelm vor.

Der 8. handelt von ter Schadenvergütung rmv Wiedergutmachung und enthält besondere Verfü­gungen über dte Rückgabe ter Trophlten aus frite Heren Krtegen.

Der 9. enthält sinanztelle AusfühningSl» fHmmungnt.

Der 10. die wirtschaftlichen Bestimmungen unb setzt die nichtpolitischen tntmiatUntaten Verträge und Konventwnen nneter in Krast.

Der 11. Abschnitt besaßt sich mit ter Laste schiffahrt. . , _

Der 12. regelt btt internationale Kontrolle vrm Häfen, Flüssen und Eisenbahnen mit bejonberat Veriüguugen sür ten Kieler Kanal

Der 13. enthält baS «rteilsabkommen.

Der 14. bestimmt die Garantien sür die Dur» Führung, namentlich die Fortdarrcr der milüfcte säwn Besetzung deutschen GebtetS

Der 15. Äbfttütt bringt noch etne Reihe von Klauseln über dte Anerkennung anderer m der Folge abzuschlteßenter BnträAe und die Bestatt gung ter priiengerichtlichen Entscheidungen.

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