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Die YnnbtflflSroabkn in Sachsen.

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ferenz das Problem des Bolschewismus bespreche«. Thomas verlangte am Sch uh seiner Rede die Aus-

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Ost von den mit

Fällen einer großen Buche konnten vor kurzem Heimer Holzmacher 1 Zentner Bucheckern zufai

Lebensmitteleinfuhr verboten und macht öffenwch daz» bekannt: .Die Versorgung der Stadt dürste dadurch wenig beeinträchtigt werden, da der Wagen, dank der Unaufrichtigkeit der Behörde, die dessen Be­orderung sichersiellen sollte, in der Hauptsache 3«* tungen enthielt.'

Starkenburg und Rheinhessen. Elscubahnzilsammkilstoy.

= Offenbach. 3. Febr. 3m Bahnhof stießen heute vormittag die Arbeiterzüge Steinheim und Dietzenbach zusammen. Durch Zusammenprall ging eine Anzahl Wagen, die

Kehren. Das seit heute einsehende Schneewctter wird leid-r dem Eckernsammeln ein jähes Ende bereiten. KrciS Mtzft d.

oa. Alsfeld, 3. Febr Am heutigen Markt waren 30 Schweine aufgetrieben. Bei gutem Absatz stand der Preis zwischen 140 bis 220 Mark.

Kreis Sckyttrn.

# Ober-Seibertenrod, 3. Febr. Rach 32« monatiger treuer Pflichtersüllung starb den Melden, tob der Musketier Rudolf Schmirmund, Inhaber des Eisernen Kreuzes.

Kreis Fnrdberg.

= Friedberg, 3. Febr. Einem hiesigen Ein­wohner wurde Freitag nacht ein wertvolles Reit« pferd gestohlen. Der Bestohlene fuhr sofort nach Frankfurt, wo er das Tier vermutete und meldete den Vorfall im Polizeipräsidium. Zeuge der Anzeige war zufällig'ein Kriminalbeamter, der vor einem

Gasthaus ein Pferd gesehen hatte, das mit der Photo­graphie übereinstimmte. Der neue Eigentümer, der das Tier für 1500 Mk. von dem Diebe gekauft hatte, muhte wohl oder übel das Pferd dem rechtmäßigen Besitzer aushändigen. Heute früh wurde auch Pferdedieb in Frankfurt verhaftet.

Berlin, 3. Febr. In Sachsen fände» Sonntag die Landeswahlen statt. 3m Te irk Dres­den wurden bisher gezählt (ohne die Stadl Dresden): Demokraten 37,722, Mehrheitssozialisten 80,370, Un-

Arbeitern beseht waren, in Trümmer. Von dem Zugpersonal wurde ein Heizer getötet, der Loko­motivführer des Diehenbacher Zuges irug lebens­gefährliche Verletzungen davon, auch der Zugführer dieses Zuges erlitt sehr erhebliche Verwundungen Aus den Personenwagen holte man 15 teils sehr schwer, teils minderschwer verletzte Fahrgäste heraus, die sofort dem Krankenhaus zugeführt werden muh- len. lieber die Ursache des Zusammenstoßes »er­laufet noch nichts Bestimmtes

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. TI., 3. Febr. 3m Güterbahn­hof wurden vergangene Rächt zwei Sicherheits­posten (Solbatcn) und ein Zivilist dabei erwischt, als sie einen ihnen zur Bewachung anvertrauten Eisen­bahnwagen seines roerto Uen 3nhalts, Leder, be­raubten. - (Einer amtlichen Aufstellung zufolge wurden im Monat Januar auf den hiesigen Guter- bahnhöfen 63 Wagen erbrochen und größtenteils ausgeraubt. - Auf dem Grundstück der Rentnerin Gans, Bockenheimer Landstraße 104, entdeckte die Polizei in der Autohalle zwei feiste Kühe und vierzig Hühner, die nicht angemeldet waren.

AuS brm beschtcn Nhtingcbiet.

xxm Reichscha-anweiinny-m ist in dem Abschnitt .Wer allo zur Zeit irgeniwne über freu Gelder im Betrage von mindestens 500 Marl verfügt, kann sie auf diesem W-ge ohne irgenttvclchc Spesen oder Unkosten täg.ich durch die Richs- bankftelle Gießen zu 4'/, Prozent, bei roentger als BOtägtger Laufzeit $u 4 Prozent Zinsen an- k-gen" insofern ein Fehler unterlaufen, «Us btt G.-lder nicht zu 4'/r Prozent, foiüxrn zu 47< Prozent angelegt nxrten.men.

Schwarz-Weiß-Theater, Seltersweg 81. Ab heute bis Freitag gelangt das dramatische Schau- pielTas Geheirnn s des Schloßes' und das Hedda Vernon-LustspielPüppchen', aus der Serie 1919, zur Aufführung.

Landkreis Gießen.

* Saasen, 4. Febr. Die Eheleute Karl Schä- er und seine Ehefrau Anna Katharine geb. Krug begehen heute das Fest der silbernen Hochzeit.

Krcis Vüoingen.

# Nidda, 3. Febr. Durch Leichtsinn ereignete ich auf derGänswiese' ein Unglücksfall. Wacht­posten hatten dort in der Rächt ein Feuer ange­zündet und biefes war irgendwie auf die Zündschnur eines zum Sprengen daliegenden Geschoßes über gesprungen. Dies explodierte und zwei Soldaten wurden schwer verletzt, der eine am Arm, der andere am Auge. - 3m benachbarten Fauerbach starb der Beigeordnete Ehristian Schwab.

t Stockheim. 3 Febr Der um 7.30 Uhr vor. mittags nach Gedern abfahrende Personenzug ent- gleiste bei der Ausfahrt aus der Station Stockheim. Die Maschine stellte sich quer über das Gleis. Men- d)c leben kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Der Zugverkehr mußte für einen halben Tag einge­stellt werden.

< Ortenberg, 4 Febr. Der seit dem Tod des seitherigen 3nt)abers leerstehendeMauergarten' ging durch Verkauf an Elektrotechniker Schweickert über, der in dem Anwesen ein 3nstallationsgeschäft errichten will. Der schöne Saal soll jedoch für Fest­igkeiten erhalten bleiben. - Gerichtsdiener Bremmer wurSk nach langjähriger Tätigkeit in gleicher (Eigen- schaft^nach Darmstadt verseht. Die Bevölkerung sieht den allseits beliebten Beamten nur ungern scheiden. Während des Krieges stand Br. als Wacht­meister bei einem Darmstädter Feldartillerie-Regiment.

< Aus de m Niddertal, 3. Febr. 3nfolge des schneefreien Winters konnten bisher noch mit bestem (Erfolg Bucheckern gesammelt werden. Täglich sieht man noch Leute im Wald beim Kehren dieser wett­vollen Früchte. Da für das Pfund getrocknete Eckern 1,50 - 2,00 Mk. bezahlt werden, so bildet die (Ernte für manchen eine sehr gute Einnahmequelle. Nach dem

abhängige 8086, Deutsche Volkspartei 10,925, Deutsch- nationale 31,464, Christliche Volkspartei 1989 Stirn- men. 3m Bezirk Leipzig wurden bisher gezählt (ohne die Stadt Leipzig): Demokraten 17,551, Mehr, hertrlozialisteii 20,359, Unabhängige 15,306, Deutsch« nationale 11,923, Christliche Bolkspattei 84 Stimmen. 3m Bezirk Chemnitz erhielten bisher: Demokraten 102100, Mehrheitssozialisten 133,681, Unabhängige 44,484, Deutichittttionale 61,009, Christliche Dolkspattei 1613 Stimmen.

Dresden, 3. Febr. (WTB) Rach den oorlän- *q(n nichtamtlichen Meldungen wurden bei den gestrigen Wahlen zur sächsischen Volkskammer nach unverb ndlicher B rechi.ing tnsgefaml gewählt: 40 Sozialdem traten, 21 Deutsche Demokraten, 15 Un. abhängige, 5 Mitglieder der Deutschen Dolkspattei,

trotte ttttderzuholven, imb betmrt, daß zu diesem Zweck gemiß geeignete Truppen zur Berfi1 cunfl ftefjen

Berlin, 3. Febr. (WB.) Vor dem Moa­biter Ärimmalgerich: nahmen heute die Spartaki ft en- Prozesse ihren Anfang. Sie werden voraussichtlich die ganAe Woche bauern

Berlin. 3. Febr. (WB.) In der Presse sind mehrfach Befürchtungen über neue kommun» st ische Putsche geäußert wor- den. Es ist bekannt, das; zahlreiche Agenten deS russischen BolsckZewismuo in Berlin wer len. Weite Kreise der Berliner Bevölkerung sind schwer beunruhigt. Uns wird von zu- stärrdiger Seite mitgeteilt, daß trotz der Dc- lüchicrungen nach Bremen und Weimar starke, zuverlässige Negierungstruppen um Berlin bereitftcl/cn. Diese Truppen sind aus erneute Putsck-e gefaßt. Sie werden Berlin nach einem wohl vorbereiteten Plan besetzen, so­bald dies nölig wird. Sollte in Berlin er­neut Ruhe und Ordnung gestört und bewaff­neter Widerstand geleistet iverden, so wer­den die Truppen rücksichtslos durch- greisen, um Ruhe und Ordnung mitWas- sengewoU zu sichern. Die Regierung wird, roeim.ia, den Belagerungszustand vcrhän- gen. Die Verantivortung für das Bllutver- gießen fällt dann lediglich jenen zu, die gegen Gesetz und Recht in verbreck-erischer Weise Putsche veranstalten und Unruhen Hervor­rufen.

Die Lage in Bremen.

B r e m e n, 3. Febr. (WB.) Folgende Re­solution wurde soeben vom Rat der Bolks- beauftragten sowie von den Vertretern der Hamburger und Bremerhavener Truppen ein­stimmig angenommen: 1. Rücktritt der jetzigen bremischen Regierung. 2. Bildung einer neuen Regierung, die pari­tätisch zusammengesetzt ist, unter Mitwirkung aller sozialistisä-cn Parteien nach dem Ver­hältnis drr abgegebenen Stimmen zur Wahl des A.- und S.-Rates. 3. Die bewaffneten Arbeiter erklären sich bereit, die Waffen ab- zugeben an die einrückenden Hamburger und Bremerhavener Truppen, die alsdann die Si- jcherung Bremens übernehmen. und den Sicher­heitsdienst organisieren. 4. Die Division Gerstenberg verpflichtet sich, in ihren jetzigen Stellungen zu verbleiben und den Einmarsch der Hamburger und Bremerhave­ner Truppen nuht zu behindern. Nach dem Einmarsch dieser Truppen rückt die Division Gerstenberg ab. lieber diese Resolution wird, der A- und S.-Mat in einer über Mittag tagenden Vollsitzung abstimmen.

Bremen, 3. Febr. (WB.) Zn der letzten 9lad)t fanden zwiscl)en deut Rat der Volks­beauftragten Bremen und der Division Äer- stenberg Verhandlungen statt, in denen eine Waffenruhe bis heute abend beschlossen wurde. Heute mittag 1 Uhr wird eine Voll- sitzmrg des Arbeiter- und Soldatenrates statt­finden. Trotz der vereinbarten Waffenruhe kam es im &tufe der Nacht zwischen den Vor­posten zu unverantwortlichen Gefechtsplän- keleien. Seitens der Bremer Mannschaften sind fünf Tote mld acht Verwundete «u ver­zeichnen. Die Regierungstruppen sollen an­geblich siebzehn Mann verloren Haden. Eine Patrouille der Division Eerstenberg, be­stehend aus elf Mann, wurde gefangen.

VclkigtnmgSznstand über Thorn.

Brom berg, 3. Febr. (WTB.) Heber die Veranlassung zur Verhängung des Belage­rungszustandes über Thorn wird mit- geteilt: Am 31. Januar 1919 wurde der Unter» »ahlmcister Rychlicki von der 4. Maschinengewehr- Abteilung wegen Spionageverdachts in Haft ge­nommen. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurde eine Menge ihn und eine Anzahl poütiicber Thorncr Bürger belastenden Materials vorgefun­den. Im ganzen wurden bisher acht Personen auf Grund des § 81 Abs. 4 (Lattdesverrat) verhaftet.

Die .Kölnische Aeilung" verboteu.

Berlin, 3. Febr. Die englische Milstärbehörde hat dieKöln. Zeitung' auf 10 Tage und das .Kölner Tageblatt' auf 8 Tage verboten Das Ver­bot stützt sich auf formale Verstöße, soll in Wirklich, keil aber auf die reichsfreunbliche Haltung der beiden Blätter zurückzuführen fein.

Das endg ltifle Ergebnis der Wahlen zur Nitionalversnmmlnnfl.

Berkin, 3. Febr. (WTB.) Rach den end. gültigen Feststellungen der Wahlkammissare erhielten an Sitzen: Deutschnationale Dolkspattei ttnschl. der Bayerischen Mittelpattei, der Rational- liberalen Partei in Bayern, der wütttembergischen BÜrgerp.rttei und des Wütttembergischen Dauern- xnb We!'"ättner-Bundes 42, Deutsche Dolkspattei

14 MttgNeder der dentsch^iattonalen Dolkspattei «nb 1 Mitglied der Chttstlichen Volkspatt«.

Wadlkll zvr Volkskammer zv Rroß.

Greiz, 3. Febr. (WTB.) Btt den Wahlen zum Landtag für Reuß älter« Linie wurden ge­wählt: Zwei Deutsch-Rationale, vier Demokraten, zwei Mehrheitssozialisten, sieben Unabhängige. Di« Listen der bürgerlichen Parteien waren verbunden.

Gera (Reuß), 3. Febr. (WTB.) Der Landtag von Reuß jüngere Linie wird sich nach dem (Er­gebnis der gestrigen Wahlen zusammensetzen aus: fünf Mitgliedern der Deutichen Dolkspattei und Deutsch-nationalen Dolkspartei, drei Demokraten, dreizehn Sozialdemokraten. Die Listen der beiden soz aldemokratischen Patteien und die der bürger­lichen Parteien waren verbunden.

Letzte Nachrichten.

Vie Verner Soziallstenkonserenj.

Bern, 3. Febr. (WTB.) Schweizerische Depesche«, Agentur. 3n demselben Saal, in dem gestern bie schweizerische sozialistische Pattei die Beteiligung an der Berner Sozialistenkonferenz ablehn e, wurde heute nachmi tag der Kongreß unter zahlreicher Beteiligung eröffnet. Erschienen sind bisher 80 Delegierte am 21 Ländern: Deutschland, Elsah-Lothringen, Deutsch- Oesterreich, Frankreich, England, Schweden, Däne­mark, Finnland, Böhmen, Rußland, Georgien, Grie­chen and, Ungarn, Rumänien, Livland, Esth and, Polen, Bulgarien usw. Erwartet werden noch die Vertreter von 17 Staaten, darunter Spanien, Serbien und Japan. Belgien und die Vereinigten Staaten ver­halten sich weiterhin ablehnend. Henderson schil­derte in seiner Eröffnungsansprache die Schwierig­keiten, die einer Internationa en Konferenz bei Kriegs- ausbrud) entgegenstanden und betonte, daß bie jetzige Konferenz auf die Friedensverhandlungen ein­wirken werde und den 3ntereßen der Arbei'.erschaft dienen solle. Aus Vorschlag von Henderson wurde Branting zum Präsident der Konferenz erwählt, während auf Vorschlag von Huysmans der Holländer Wibaut und der Argentinier Just« zu Vizrpräst. denten gewählt wurden. Zum Vertreter der Zentral­mächte wurde der Deutsch-Oesterreicher Seitz und Henderson als Vertreter der (Entente zum Vor­sitzenden ernannt Branting nahm die Wahl zum Präsidenten an und verbreitete sich solaendermaßen über die politische Lage und über die Aufgaben der Konferenz:

Branling- Eröffnungsrede.

Der Krieg, der die Welt verheett hat, war mit möglich innerhalb einer Kapitalist schen Gesellschafts­ordnung. Roch im Jahre 1912 konnte die Inter­nationale gegen den schon drohenden We'tkrieg ihr« Stimme erheben, als aber im Fahre 1914 die noch mehr verschärften Gegensätze zutage traten, dazu noch verbrecherische Hoffnungen auf einen Krieg, der einem einzigen starken Volke mit einem Schlage die Welt­herrschaft bringen sollte, und alle Versuche eines frieb» I chen Ausgleichs der Demokratien des W ftens ver­nichteten, da wurde die Internationale zuck erste« Opfer des Weltkrieges. 3d) denke dabei auch an einen Schickfalsschlag, der die ganze Welt, aber in erster ßipie unsere sozialistische 3nternationale traf: .An die Ermordung unseres unoerg tzlichea Iau'rLs! (Die* Derfamntfung erhebt sich.) Die Machthaber gewißer Länder haben e# fertig ge­bracht, die Wahrheit völlig ri verschleiern und dem Volke den Glauben beijub iiacn, daß es sich nur darum handele, Land und ßlpcn gegen einen ruch­losen UeberfaU zu^oetteidigen! (Es ist meine lieber- zeugung, daß nur durch-'offene Aussprache in diesen Angelegenheiten die Atmosphäre geschaffen werden kann, in der der Aufbau eines neuen Vertrauens zu all denen, die den gleichen 3bealen zustreben, mög­lich sein wird. Wir haben es nicht vergeßen, wie die erste 3nternationale, nach dem Sturz des französischen Kaiserreiches in Sedan, einen anständigen Frieden mit der französischen Republik gefordert hat, und wie Bebel und Wilhelm Liebknecht einer verwilderten Volksstimmung Trotz boten, welche die Annexion von Elsaß-Lothringen gegen den Willen der eingeseßenen Bevölkerung verlangte. Es muß jetzt an uns bi« Re he sein, mit derselben Bestimmtheit gegen den Annefionismus, von welcher Seite er auch kommen mag, aufzutreten im Namen der gesamten sozialisti­schen Demokratie in (Europa und einstimmig Friedens- bebingungen zu fordern für die neue R>publiken, bie aus den Ruinen der alten Kaiserreiche entstanden sind. Schon die Londoner Konferenz der (Ententefotialiften im Februar 1915 hat betont, daß der Krieg nur gegen die deutsche Regierung und nicht gegen das deutsche Volk geführt werde. (Es wäre unfair, wenn jetzt die Arbeiterklaße wegen der von ihr nicht be­gangenen Verbrechen ganz verbluten mühte, und es wäre mit der Zivilisation unvereinbar, wenn bie Arbeiterklaße sogar zu Zwangsarbeit oerurteilt würde, für den Sieger ebensowohl w>e für den Be­siegten. Für die permanent oder augenblicklich Starken wie für die permanent ober augenblicklich schwachen Völker muß als einzige dauerhafte Grundlage gelten, bas Selbstbestimmungsrecht der Nationen. Wilson hat es unternommen, mit seinen 14 Punkten inmitten der Staatsmänner und Poli­tiker der kapitalistischen Wttt gewißermaßen eine Re­volution herbeizuführen. Wilson rechnet auf die Unter­stützung der Arbeitermaßen und er weiß sehr gut, daß er derselben bedarf. Bern muh die Kontrollstation der Arbeiterklaße werden, um einer möglichen Ver­fälschung des Wilsonschen Programms entgegenzu­arbeiten. Bern muh die selbständige Zentrale der Arbeiterklasse werden, wo die 3becn des Sozialismus weitergefühtt werden. 3m Völkerbund, der mehr und mehr vom Sozialismus durchtränkt werden muh, muh jeder (Egoismus verschwinden, wie eine Giftpflanze, bie aus Mangel an Nahrung sterben rauft. Die Ar­beiterklaße ist in einer Reihe von Ländern durch re­volutionäre Aktionen vorwärts gekommen, der Acht­stundentag ist überall durchgeführt oder steht auf der Tagesordnung. 3n verschiedenen Ländern ist d^Rede davon, noch we ter zu gehen. Wir stehen inmitten einer Umwälzungspenode wie sie noch nie da war. Die Zeit ist da, wo wir unsere alten Forderungen verwirklichen wollen. Dazu ist internationale Zu­sammenarbeit notwendig, eingehende Aufklärung und Austausch der Erfahrungen. Der Redner regt guflt Schluß, an, eine Kommission zu bilden, die den Auf­trag hat, eine große Konferenz vorzubereiten, damit die Internationale endgültig ihre Arbeit aufnehmen kann.

Albert Thomas erklärt: Auch wir sind ül*r- zeugt, daß eine internationale Aktion notwendig ist. Ti ft das Vertrauen auch da? Die Haltung der deut­schen Mehrheitssozialiften hat es erschüttert. Wir wißen, sagt Thomas, indem er sich zu den deutschen Delegierten wendet, daß 3hr durch ben Militarismus unterbrückt, baß 3hr geduscht wurdet. Aber es kam die Stunde, wo 3hr aufgeklärt wurdet. Wo war da Eure Auflehnung, wo war (Euer Protest gegen Brest- Litowsk? 3n Stockholm habt 3hr sogar das Plebiszit für Elsaß-Lothringen abg lehnt. Inzwischen hat Deutschland die 14 Punkte Wißons unter dem Druck der Waffen angenommen. Habt 3hr deutschen Mehr- he tssoz al'sten auch so unter dem Druck der Maßen gehandelt? Welches sind (Eure Gedanken?

Albert Thomas schlägt ei e Resolution vor, bk verlangt, daß zunächst die ftrage der Verant­wortlichkeit erörtert wird. Gleichzeitig soll di« Kon-

Au» Statt und Land.

Gießen, 4. Februar 1919. Lebensmittel.

Kunsthonig und Marmelade. Wie wir durck das Lebensmittelamt erfahren, trifft im Laufe der Woche Kunsthonig ein, der sofort zur Ausgabe kommen soll. 3m Laufe der nächsten Woche wird vor­aussichtlich Marmelade verteilt werden

"Iigarren-Ausgabe. Ab Mittwoch den 5. d. M. werden in den Geschäften, bei denen die Vorbestellung erfolgte, gegen Abgabe der Zigarren­marke Zigarren zum Preise von insgesamt 4 Mark verausgabt. (Siehe Bekanntmachung.)

Freigabe des Handels mit Dörrobst. Die Rttchsstelle für Gemüse und Obst hat sich zur Freigabe des Handels mit Dörrobst (R.-Anz. Rr 19) in der Hoffnung entschloßen, daß es dem reellen Handel am besten selbst gelingen wii d, ben in der letzten Zeit besonders bemerkbar gewordenen unlauteren Schleich­handel mit dieser Ware zu überwinden. Auch von Höchstpreisstst,etzungen für Dörrobst glaubt die Reichs­telle Abstand nehmen zu nen. Sie weist aber darauf hin, daß die Vorschriften der Bundesratsver. Ordnung vom 8. Mai 1918 (Reichs-Gesehbl. S. 395) gegen Preistreiberei noch in Geltung und zur Be- iiämpfung wucherischer Preise für Dörrobst aus­reichend sind.

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** Die Stellung der Augehdri- gen technischer Berufsstände. Am Sonntag hielt Herr Rvgierungsbaumeister Storck im Hotel Schütz in einer stark be­uchten Versammlung einen Vorttag über: Die Sdettung der Angehörigen technisä-er Be­rufsstände. Der Vortragende wies darauf hin, wie die Technik es war, der Deutschland es zu verdanken hat, daß es im Wettkampf )er Völker groß geworden ist und daß durch ie unserem Soft die Möglichkeit gegeben! wurde, den sauer erstrittenen Platz an der Sonne zu behaupten. Er erinnerte ferner an das, was währerid der Kriegsjahre die Technik geleistet hat, und wies weiter darauf hin, welche Riesenaufgaben chr für die Zu­kunft erwachsen werden, um uns ^u ermög­lichen, weiter zu bestehen, wie bie Technik die Dundesgenossin der Landwirtschaft wer­den müsse und auch in der Jndusttie noch reger als bisher sich zu betätigen habe. Mit besonderem Hinweis auf die kommenden schweren Zeiten, die unser Volk durchzu- machen haben wird, hob der Redner hervor, wie notlvendig es ist, daß bei den zu lösen­den Aufgaben eine verständnisvolle weitsich­tige Leitung von Fachleuten sich be­tätige, damit nicht wie bisl)er durch eine umständliche Gescl-äftssührung der ersttcbte Erfolg in Frage gestellt wird. Er wies dar­auf hm, wie notwendig es ist, daß die Teck)- niker zur Lösung des iveitaus größten Teils der bevorsvel-eirden Aufgaben herangezogen, daß sie aus der seitherigen Stellung von Hilfsarbeitern zu mitarbeitendenFüh- rern unseres Volkes werden, daß bei voller Würdigung der Tätigkeit der Kerufe, die nicht mit der Technik verwandt sind, mit diesen und nicht hinter diesen zum Wohle des deut­schen Volkes an leitender Stelle gearbeitet werde. An den mit großem Beifall auf- getwmmenen Vorttag schloß sich eine Aus­sprache, in deren Verlaufe von sämtlichen Rednern auf die Berechtigung der gestellten Forderungen hingewiesen wurde. Mit Zu­stimmung sämtlicher Amvosenden wurde eine Ortsgruppe des Bundes techni­scher Berufs stände gebildet, die es sich zur Aufgabe gemacht, die Stellung des Tech­nikers zu heben und darauf hinzuwirken, daß der Techniker sich politisch betätigt.

**Dringlichk«itsbeschcinigungenfürRei. senbe. (E> wirb darauf aufmerksam gemacht, baß Dttnglichkeitsbescheinigungen für Reisen vom Polizei­amt aus bienstlichen (Brünben nur Werktags von 10' , oorm. bis 12 Uhr mittags unb von 4'/, bis 6 Uhr nachmittags ausgestellt werben. Die Dring- lichkeit ber Reise mutz im einzelnen Falle glaubhaft nachgcwiesen werben.

"Warnung vor dem Betreten bes bünnen Eises. Kaum haben bie stillen Gewäßer sich mit einer schwachen Eisschicht bebeckt, ba wagen fick schon vorwitzige Menschen, vor allen Dtng.n Kinber, auf ba4 Eis Es ist noch kein Winter ver. gangen, ohne baß nicht eine Reihe von Unglücksfällen burch Einbrechen unb Ertrinken gemeldet würben.

Wahl von Bürgermeistern unb Bei. geordneten. Rach dner Bekanntmachung bes Staatsminiftcriums haben bis zum 3nkrafttreten ber gesetzlichen Neuregelung der Wahlen ber Ortsoor, ftanbsperioncn in Stabt- unb Lanbgemeinben Neu­wahlen von Bürgermeistern unb Beigeordneten in ben Städten sowie von besoldeten Bürgermeisten» in den Landgemeinden zu unterbleiben.

** Wiedcreinstellung der Kriegs- t c i I n e b nt e r. Vom Dcutsch-nat:vnalen Hand- lungsgch l'enverband, Or^niOjc ® cftc-n, wirb uns st.-slbiicben, daß nach einer Verordnung ber iRetcbörcfltvninß vom 24 Jairuar 1919 alle vom ldeeresdvnsi c.itiaticnen Ang-'üelllen einen qe'etz. ItdKn Anspruch auf Wieder-i Wellung bei ihrem früheren Ärbctigcbcr haben, rortn sie sich inner­halb 14 Tag.n nach Inkrafttreten d?r De- or> mzng jur Verfügung stellen Der Ck>Tfid)af'S- bunb fordert alle Angestell den auf, sich (> i ihrem früheren Arbei g.ber \ur Ar'^ei saufnahme yi mel­den iuti> nch an ihre DemsSorgrnisat'vnm ju wenden, wenn ihnen irgendwelche Schivierigkeiten entstehen

** Reich-schayantveisnng In bem am gebrachten Hi.uoe^s auf du Ausgabe

21, Chr s' k he Dolkspattei einschl. der Bayei,schen Qoltepariv. unb ber katholischen Dolkspattei Oppeln 88, Deutsche D.mokratische Partei einschl. ber Deut- schen Dolkspattei in Bayern 75, Sozialdemokratische Pattei 163, Unabhängige Sozialdemokratische Partei 22, der Bayerische Bauernbund 4, die Schleswig. Holsteinische Bauern- um) Landarbeiter.Demokratie 1, her Braunschweigische Landeswahlverband 1, Deutsch-Hannoversche Partei 4, zusammen 421.

Mainz, 2. Febr. 3n einer Wir schäft drangen nach der Polizeistunde französische Soldaten ein, denen der Witt jedoch bie Abgabe von Getränken ver­weigerte. Darauf schoß einer ber Franzosen mit einem Revolver nach dem Witt, ohne diesen zu ver- letzen. Den herbeigeeilten Schuhmann Escher ver- wundete er mit einem Schuß am Hals, worauf auch dieser von seinem Karabiner Gebrauch machte unb den Franzosen so unglücklich traf, baß dieser am anbern Tag starb. - Ein französischer Kolonialsoldat, der bisher unbekannt geblieben ist, erbroßelte bei einem Besuch in deren Wohnung eine Postituiett-. - 3m städtischen Arbeitsamt wurde vergangene Nacht ein Einbruch verübt und 23000 Mk. in Stadtscheinen, die zur Erwerbslosenunierstühung bereitlagen, gestoh­len. - Der .Kinomatograph der Armee' veranstaltete unter Leitung des stanzösischenAufHäningsoffaiers in der Liedertafel eine grobe Vorstellung von komischen und Krieqsfflms ür bas Iivilpublikum.

xr Wiesbaden, 3. Febr Auf Antrag des Re- gierungsprät'deinen hatte bie französische Behörde die Einfuhr von Lebensmittelpaketen aus dem un- besetz en Gebiet für Wiesbaden und Umgebung ge- fta tet. Bei Ankunft des ersten Wagens wurde eine große Anzahl Pakete mit unerlaubten Waren wie Zeitungen, Bekanntmachungen usw. festgesi'"t Als erste Warnung wurden bi« verbotenen Gegen, stände verbrannt die Lebensmittel den Abreflaten . Vu» y.uv«m 3.uv ucjptcu^w

ausgehinb-gt ttm 'weiter igen barg abermals ' Thomas verlangte am Sch utz seiner Red« die Aus- zahnole unerlaubte Ufare;i; er wurde samt seinem Klotzung der am Kriege mitschuldigen keu schen Mehr- ganzen 3nhat nach Frankfurt zurück befördert. 1 heitssozialisten aus der 3nternatlonale. Dw französisch« D«hörd« hat darauf di« weiteres Di« Verhandlungen werden heute abend sottgcsetzl^