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'S* 1319.

AwlMngrnlndbrud «.Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch. u. Steinbruderei «.Lange. Schriftleitung, GeschLftsftelle u.Druderet: Schulstr.7.

(eiftung zu den deutschen Konzessionen abgegeben d morden intb verkündete den Entschluß der Alluer" t

Dezember 1919.

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Ter Gießener Tinzeig« erscheint täqlkb, außer Sonn und Feiertags.

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Die neue Antwortnote Llemenceaus.

Die Antwortnote Clenrenceans, die

8). im Dezember 1819

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nachstehend wiedergeben, bringt in der fangenen-Frage sachlich gar nichts Neues. $0) stehe hier auf meinen Schein", so er- fiärt er uns wieder. Das Versprechen der

Nigel

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Annahme von Anzeige« s. dte Lageonununer oii zuin Nci chmitlaa vorder. Dreis Mr \ mm höhe tue An^eiaen v.34mm Breite örtli li 15 L<i, miiiDtiite 18 yt., sür Reklamen von 70 rnm Breite 48Bf« nebst 20°/. Teuerung»- zuschlag. Bei Platz- X>orld)rin20e/,2luff(lilag. Hauvtschri tleüer: Aug.' Qioeiv Veraiuwortlich für Politik: Aug. Goetz; für beu übrigen Zeik Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: v. Beck; sämtlich in Gießen.

Mich unferet U«- ; en Nmerhfainteiien | tnoanbltn, den Ktaft* LnDgangslagets, dm: des CagetplaW6' «er Vöriach mit bin : «nW*"'; rdt Adders ertha geb. h°b«th

1919

Arbeit menschlicher Ku tu c der Ze ftöamg anheim* fiel, wenn der unparteiii che Beobachter nachher aus dem Munde der Bewohner die Berichte über bis ihnen während vier Jahren zug« fügte Be­handlung, die Vergewaltigung und die un­geheuer schändlichen Maßruchmen gegenüber Hingen Mädchen, die in roher 2Änie von ihren Familien getrennt worden und, hören würde, so könnte er seine Entrüstung angesichts der Hal- antg Teutschlands und des anmaßenden Tones seiner Noten nicht verbergen. Tie Alliierten sind sehr überrascht, zu sehen, daß die deutsche öf­fentliche Meinung dis ynx Stunde sich noch so wenig der Verantwortung bewußt ist. indem sie nicht selbst die gerechte Bestrafung der be­gangenen Verbrechen verlangt, und daß es unter den Schuldigen, wie es scheint, wnig Mutige und von vaterländischem Geiste Erfüllte gibt, die sich der Verurteilung, die sie verdienen, nicht ent­ziehen und ihre Haltung vor Gericht verteidigen, um dem Lande die Erfüllung seiner Verpflich­tungen zu erleichtern. Solange man in Deutsch­land nicht verstehen rotrb, daß das Unrecht gut- gemacht und die Schuldigen bestraft werden müssen, darf Deutschland nicht erwarten, daß, es mit den 1 anderen Nationen die Beziehungen aufnehmen und von den Alliierten die Vergebung seiner Fehler 1 und die Milderung der gerechten Friedensbedrn-

Brüsseler Konferenz zugunsten de» Völkerbünde».

Brüssel, 1. Dez. (Wolff.) HavaS. Heute nachmittag 3 Uhr wurde in der Akademie zu Brüssel die Länderkonferenz zu Gunsten des Völkerbundes eröffnet. Auf der Ber- sammlung waren vertreten England, Frankreich, Spanien, Belgien, die Schweiz, Holland Däne­mark, Mrwegen, Portugal, Griechenland, Polen Japan, China, Rußland (?) und Serbien. Ten Vorsitz übernahmen Deschamvs und Hy­mans, der belgische Minister des Aeußern. Wrl- lorghby-Dickinfon vertrat England, Perreri Jto- lien, Leon Bourgeois Frankreich, Alfonso Costa Portugal im Vorstand.

Tor Präsident der belgischen ^Bereinigung für den Völkerbund eröffnete die Sitzung mit der Aufforderung zu einer Andacht von zwei Minuten zu Ehren der für die GevechtigSeit gefalK-nm Sol- bätrn Hymans hieß dir ruswärtigen Telegierlen willkommen und berichtete über bie Vorbereitun­gen zum Völkerbund. Ter englische Regierte sprach im Namen der übrigen den Tank für den liebenswürdigen Empfang aus. Er betonte die Notwendigkeit für Belgien uiü) England, brüderlich vereint zu bleiben. Perreri gab der Be­reitwilligkeit der italienischen De legierten AuÄwuck. mit den Vertretern der anderen Staaten zusam­men zu arbeiten zur Beseitigung der Weltkrise. Lson Bourgeois brüdtc im Namen Frankreichs den Wunsch aus, daß Amerika bald an der Konferenz teilnehmen könne. Die Versammlung ernannte so­dann eine Kommission zur Vorberütung der Trak­tate des Völkerbundes.

Eröffnung de» amerikanischen Kongreffe»

uw ucui yuuen mu H.-1 Washington, 3. Dez. MTB) davaS.

füllt wurden und dadurch die Jahrhunderte alte Wilson hat angi'kündigt, daß er spater über ---r>. cl-a---t-r-, bie Frage des ^ftedensvertrages ein? Botichffl i an den Kongreß richten werde. Seine teutigi Botschaft beziehe sich nur aus innerpolitische

Fragen.

Da» dänische Parlament und die Blockade gegen Rußland.

Kopenhagen, 3. Dez. (WTB.) Einem Telegramm ans Kristiania zufolge beschloß der Storthing, der Regierung vorzu­schlagen, die Forderung der Entente auf Be­teiligung an der Blockade gegen Ruß­land abzuweisen und sofort die Arbeiten für die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Beziehungen zum russischen Volke wieder auf­zunehmen.

Generalstreik in Italien.

Rom 3. Dez. (WTB.) Infolge einiger ÜcU nerer Zwischenfälle, die sich am Montag abend in Rom ereigneten, wurde in Rom, Mailand und Florenz der Generalstreik erflärt. 2er Ausstand gab in diesen drei Städten Anlaß zu patriotiscl>en Kundgebungen, die aber, um Störungen zu vermeiden, von der Polizei schließ­lich verboten wurden.

führen, als es dazu angehalten und gezsvungmwor- oen ist, in bezug auf Art 61 der Reichs verlassuna, der bis zur Stunde noch nicht unterdrückt im.wetl .-ie d utsch« Regierung imm r bi- zur letzten Ttmtre wartet, um ihre Verpflichtungen auf nwraLifaxn oder materiellen Druck hm zu erfüllen, uni), gut die kühne Behauptung, daß DeutManb aus lerne Propaganda gegen bie Alliierten verzichtet gäbe, einziuwhen, will ich mich nur in bezug aus die Auslieferung der Schuldigen tn eine Diskussion einlassen. Tie Deutschen selbst leug­nen nicht, daß zahlreiche Verbrechm belangen wor- Oen sind, und daß die allgemeine Moral verletzt itnirbe. Trotzdem bleiben,die Urteber dieser brechen, die man kennt, imlei traft. Wenn man auch ranz human sein will, so bleibt es doch mi»grers- lich, daß Deutschland zögert, in eme Vergeltung iür diese schweren Verbr chen ein »uni.li-vn Wenn man angesichts der venvüsteten G'biete ui Frank­reich und Belchen in Betracht zücht, wr? unieve Provinzen systematisch verwüstet, un.ere Ju-

Aur dem Reiche.

Koburg lehnt den Beitritt zum Thüringer Staat ad.

Koburg, 2. Dez. Im Freistaat Ko- bürg fand vorgestern die Volksbefra­gung über die Annahme des Thüringer Gemeinschaftsvertrages statt. Nach dem bis jetzt vorliegenden Resultat wurden 25 437 Stimmzettel mit Nein und 3148 Stimmzettel mit Ja abgegeben. Damtt lst der Beitritt Koburgs zum Freistaat Thü­ringen abgelehnt: die Regierung wird aufgefordert, den Anschluß an Bauern fo- fort herbeizuführen. Die Wahlbeteiligung be­trug etwa 72 Prozent. Gegen 30 ländliche Orte stehen noch aus, jedoch ändern sie nichts an der überwiegenden Mehrheit für den An­schluß an Bayern.

München, 2. Dez. (WTB.) Ministerpräsi­dent Hofmann hat an den Staatsrat Kl i n- ter in Sx>burg folgende Drahtung gerichtet.Die bayerisch Regierung und das baberiidje Volk be­grüßen die mit überwältigender Mehrheit erfolgte Willenskundgebung des Koburger Lautes und heißen die neuen Volksgenossen herzlich nM- tommat."

ten vom 1. November 1919 geantwortet uno daß sie, nachdem sie ihre Kommissare nach Paris gesandt Hal zur Regelung der Funktionen der Kommissionen für die Durchfühnrng des Frie­densvertrages, dieselben sckMi nach zwei Tagen nach Berlin aurtiefbetief, obwohl der Zeitpunkt und die Prüiurogsbedingungen für die zu er­örternden Fragen im Einvernehmen mit den deut­schen Delegierten sestgelegt sind. Die deutsche Re­gierung ist es, die die Kriegsgefangenenftage um­greift, um die deutsche öffentliche Meinung gegen die 2tl liierten und ganz besonders gegen Frankreich zu verhetzen. Der Beweis dalür geht aus der Tatsache hervor, daß die Friedenskonferenz auf den 1. Dezember die Ratifikation und die Inkraftsetzung des Frie­densvertrages festgesetzt hatte, welcher Zeitpunkt zugleich die demnächstige Rückkehr der Gefange­nen bedeutete, und daß die deutsche Regierung, anstatt sich zu den letzten in Aussicht genommenen Verhandlungen bereit zu erklären, eine jögernbe Haltung einnimmt, und daß sie in bezug auf die Heimschaffung der Gefangenen eine Diskuffion in einer nicht annehmbaren Tonart einleitete, und daß es von ihr abhing, am Ende des vergangenen Monats die Kriegs­gefangenen heimkehren zu sehen. Der zögernde Charakter eines solchen Vorgehens und Die durch Deutschland verschuldete Verzögerung der Ratifikation übertragen auf dieses die ganze und volle Verantwortung für die Zurückhaltung der Gesangenen in Frankreich, wo sie Übrigens nicht nur human, sondern mit W o hl- wollen behandelt werden. Ohne aut die Einzelheiten der deutschen Ausführungen ^welche in .mancherlei Beziehung einer Berichtigung bedürfen in bezug auf Schleswig und Oberschlesien sowie die baltischen Provinzen, wo Deutschland sich erst entschloß, ferne Verpflichtungen teilweise durchzu-

Vervstichtungen tn dieser Angelegenheit, die Sache über dem Boden durchsägt, Mmenmit Master ge*| der Allgemeinheit der alliierten ist, eingegangen. s** alte'

Die Erklärung vom 29. August war aus huma­nitären Gründen und nicht als Gegen-

tm, den Zeitpunkt der Inkraftsetzung des Fru-' densvertrages bezüglich der Deimschafftma der Kriegsgefangenen vorzurücken und fiel selbst in die Zett, wo die Koiiveutioneu über die Kohlen­lieferungen und die Entschädigung für den Ser* geailten Manheim abgesckstoffen wurden. Die Erklärung wurde nicht als Wkommen zwi­schen der deutschen und der französischen Regierung in Form eines Versprechens erlassen, sondern es handelte sich um eine humanitäre Erklärung der Alliierten und bctnlft tne &e* samtheit der von ihnen gemachten deuftchen Kriegsgefangenen. Diese Erklärmig enthalt lob aeudes: 1. den unverzüglichen Beginn der »eim» ichasfung der Kriegsgeiangenen, 2^ die eoentuelle Abkehr von dieser Politik des Wohlwollens ini Falle daß die deutsche Regierung und das deutsche Volk nicht alle Verpflichtungen, die Unten aus dem Wasleiistillstandsabkommen envachsen, und an das sie bis zur definitiven Rati.i;ierung «s Friedensvertrages gebunden sind, erfüllen. Gcmal> dem von allen Alliierten gefaßten Befchlutz begann die Heimbesörderung unverzüglich, und wah^nd Mehrerer Akouate wurden die in England, Beb aieii und Amerila befindlichen Geiangenen m ihre Heimat zurückbefördert. WieDerum gemäß der Erklärung vom 28. August

wurde die Heimschaifung eingestellt im

Hinblick auf die u n v o l l t o m m e n e I n n e ha l- tung der W a f f e n st i l l st an ds bed in g uii- g en durch die deutsche fltegicriuig. Die von den Alliierten freiwillig gemachteil Versprechungen sind alle genau durchgeführt worden. Durch ine Jiote vom 1. November 1919 wurde die deutsche Re­gierung über die Nichterfüllung einiger durch das Waffenstillstandsabkommen vom 11. November 1918 übernommenen BerPflichtungen tn Kvnntms gesetzt. Sie wurde über die Maßnahmen, die die Ausführung der im Friedens vertrage nicht mehr erneuerten Klauseln des Waffenstillstands- abkommens fieber stellen sollen, benachrichtigt. Tve französische Rogiermug oerfoLgtc Beine auf der Nick>dh.imsck)assung der KriegSgetonsenen fußende Politik uno gebraucht diese Gefangenen nicht ms Druckmittel. Sie hält sich einzig an die Artikel dos Frredensvertrages, «und weim die wohlwollen­den im Monat LÜugust getuvffenen Masmollmen nicht ziu Ende gefül?rt iverden, so ist das einzig auf die mtmgelnbe Aussülwung der durch die deutsche Rc- gkeinig übernommenen BerpJichtungen zurückzu- lühren. Ti' Skrantnrorimg für die Verzögerung der Heirnschafsung ber deutschen Kriegsgefangenen bat sich ine deutsche Regierung Dadurch zugezogen, daß sie noch incht einmal aul die Note der Alliier-

S« haben am 27. November ein Schreiben über die Heimschafkung der de u t s cke n Kr ie g s- gefangenen an mich gerichtet, oaS eine Reilx von Delauptungen enthält, deren scharfe Donar: nicht genügt, um ihre Ungenauigfeit zu verbergen Allgemein gesprochen hat T«tt>chland hinsichtlick> der Heimschaffung der Kriegsgefana.-nen mir ein Recht, nämlich das in dem von ihm unterzeich ne ten Friedensvertrag niebergelegte, bett, bie Heimschaffung der Gefangenen vom Tage der In- kvastfetzung, ix h. nach Austausch der Ratifi'öa- tionSurkünden, ytbe Acnderung der Destimmun- r, btt für beti>e Parteien Gesetzeskraft besitzi, eine Vergünstigung. Tie Bedoupttmg, daß di Kriegsgefangenen unlchuldig am Kriege sind uni Feine Serantroorhaifl für den Krieg trogen, if; nicht stichh l-fli. Ihre Note erklärt, das

bte franzöii.che Regierung erstmels arr

2 9. August 1919, spater ans Anlaß de- Kohlenlieferungen durch Deutschland und noch später bei Bezahlung der Buße von einer Million Mark an das französische Note Kreuz für dir Ermordung des ftan-ösischen Sergeanten Man­heim sich zu einer vorzeitigen Heimsendung der , --------- -----------

deutschen Kriegsgefangenen verpstichtet hätte. Diese dustrieniederiassungen zerstört und die Wohnhauier dreifache Behauptung entbehrt jeder Grundlage, I durch ein barbarisches Verfahren m Staub und bam nie ist die ftLnzösifche Regierung selbständige 1 Trümer gelegt, die Fruchtbäume einen Meter

Eine Präsidentschaft Elcmcnccaus?

Ppr is 2. Dez (WTB.l Nach demMaün" stellen verschiedene Persönlichkeften der Umgebung Clernenceaus diesen als Präsidenten der Republik in Aussicht. Bisher verhielt sich Cle- menccau diesem Vorschläge gegenüber ablehnend, aber die Befürworter der Idee geben die Hoff­nung noch nicht auf, diesen noch zur Annahme bewegen zu können. Er wirb sich dann aber nicht als Kandidat aufstellen lassen, sondern das Amt nur als eine Ehrung übernehmen.

Foch über angebliche deutsche Rüstungen.

Paris, 2. Dez. (WTB.)Petit Journal" melbet, daß Marsckiall Foch an den Obersten R a t ein Schreiben gerichtet hat, in dem er am die Gefahr, die die unaushörli^-hen Rüstungen Deutschlands für den Weltfrieden bedeuten, hinweist. Das Blatt nennt dann verschiedene An- zeickum, die auf Rüstungen Deutschlands sckstießen ließen, und sagt, es sei an der Zett, daß der Oberste Rat den Warnungen des Marschalls Ge­hör schenke.

Die Forderung eines französischen Hetzblattes.

Paris 3. Dez. (WTB.) DerHomme Libre" verlangt Genugtuuna für die Z u r ü ck - Haltung der französischen Soldaten in den Gefängnissen von Königsberg u n d D a u z i g. Das Blatt hält es sür notwendig, daß Nachsorschungeu darüber angestellt werden, ob nicht noch in anderen Orten französische Soldaten -urückgehalten werden, da durch diese Entdeckungen sich neuerdings eine große Anzahl ftanzösischer FamUien in banger Erwartung befände. Es soll eine rasche Untersuchung von der deutschen Re­gierung, bie für biefe Vorkommnisse verantwortlich sei, gefordert werden.

mit entstellten und willkürlich gefärbten Aus­zügen daraus gegen die deutschen Interessen tontet. Deutschland ist wehrlos dagegen, weil es das Buch noch nicht kennt? Nichts kann Koutsky darin entschuldigen höchstens kann gesagt werden, daß er und sein Verle­ger, der das Buch aus Profitgier hinaus- aab, vor einen. Untersuchungsausschuß ge­hörten. Wir Deutsche müssen tm übrigen jetzt zusammen halten. Clemenceau fühlt, daß die Bande der Entente sich langsam lockern, daß Amerika sich wahrscheinlich zurückzieht, und darum verschärft er die Lage, um willkürlich aufs neue mit eigenen Aktionen gegen Deutschland vorzugehen.

Paris, 2. Ter. (WTB.) HavaS. In Be- <mtn> orrung brr deutschen Note vorn 27. Novern bei über bie Heimschaffung der deutschen Kriegsge- fangenen hot Clemenceau an den Präsidenten ter deutschen Delegation folgende Note gerichtet:

Grntenfl», mit der Heimsendung unserer Ge­fangenen sofort zu beginnen,^sei nur eine all- at meinehumanitäre Erklärung" gewesen, die Frankreich nicht binde, weil ja auch bie zur Bedingung gemachte vollständige Erfül­lung des Friedensvertraies und des Waffen- stitlstondsvertrages von Deutschland nicht ge­leistet worden sei. Die> übrigen beteiligten Länder hättest ja ihre Gefangenen zurückge­schickt. Diese Charakterisierunghumani­tärer"' Erklärungen und Absichten ist sehr interessant und bezeichnend. Frankreich will also nur eine schöne Phrase mitgemacht haben, über wirkliche Humanität oberVer­gessen der Verfehlungen" will der störrische Greis nicht mit sich reden lassen. Er stellt immer neue Ansinnen und gibt es auch ziem­lich offen zu, daß dies seine Taktik sei. Wenn wir a l l e s getan hätten, was sich auf Grund der Abkommen nur auSdenken läßt. Dann hätte der alte Hasser nur ein grimmiges Lachen und wüßte doch noch etwas, was er uns zumutete. Da er der deutschen Regie­rung vorwirft, sie hetze die öffeiitliche Mei­nung auf als ob nicht umgekehrt die bittersten Klagen der betroffenen Familien die Negierung zu ihren Noten veranlaßten glaubt Clemenceau selbst in einen sehr flachen Ton der Propaganda zurückverfallen zu kön­nen. Er malt uns nod) einmal die Greuel vor, die Nordfrankreich betroffen hätten und spricht von den armen Mädchen, die brutal aus ihren Familien herausgerissen worden wären ... Wir haben für die Leiden der französischen Bevölkerung alles Mitgefühl; indessen, die Frmizosen haben doch ebenfalls tn ihre Städte und Dörfer aus Kriegsnod- wendigkeit selbst hineingeschossen, und Herr Clemenceau schreit aus bie)en Gefühlen seit länger als einem Jahre die Welt wie aus einer Drehorgel an. Andere haben auch ge­litten. Und nicht nur Deutschland birgt Schul­dige! Hat Frankreich nicht das Bedürfnis, seine Schuldigen zu bestrafen? Ja. bte» 1 enigen, welche Festungen zu früh ausgeliefert haben, aber nicht diejenigen, die dem Feinde gegenüber wider Menschlichkeitsgebote gesündigt haben. Das sollten sich auch biejeiligen Kreise merken, die Clemenceau zu neuen Eingriffen ins eigene Fleisch anspornen möchten. Er ergreift ofsensicht- lick) Partei in Sachen unserer Unter­suchungsausschüsse und stärkt die Partei derer, bei*en noch nicht genug geschehen ist. Herr Koutsky, der die Schulbaktion zufam- menstellen sollte, hat ein Buch darüber im Auslande veröffentlicht, das jetzt

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Erstes Blatt 169. Jahrgang Mittwoch, 3. Dezember 1919

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Die 5tcmrvorlagen.

Berlin, 2. Dez. (Wolff.) Der der Na­tionalversammlung zugehende Gesetzentwurf der R e i ch s e i n l o m m e n st e u e r laßt die ersten tausend Mark jeden Gesamteinkom­mens vollkommen frei. Die Steuersätze für den 1000 Mark über)leigenden Teil des steuer­baren Einkommens find gestaffelt. Sie be­tragen 10 Prozent für bie ersten angefange­nen oder vollen tausend Mark des steuer­pflichtigen Einkommens, von da ab l l Pro­zent für die nächsten angefangenen ober vol­len taufend Mark, von da ab für die weiteren tausend Mark des steuerpflichtigen Einkom­mens bis fünfzehntausend Mark, erhöht sich der Tarif um qe 1 Prozent. Für die Beträge über 500 000 Mark beträgt der Steuersatz 66 Prozent. Das Prinzip der Steuerer­fassung an der Quelle wird für Per­sonen angewandt, die in einem Arbeits- oder Dienstverhältnis stehen. Der Arbeitgeber hat bei der Lohnzahlung 10 Prozent des baren Arbeitslohnes zuLasten desAr- beitnehmers einzubehalten. Für den eingekstiltenen Betrag sind Steuermarken in die teuer!arte des Arbeitnehmers einzukleben und zu entwerten. Der Arbett- nehmer kann die eingeklebten und entwerteten Stempelmarken wie bares Geld bei feiner Steuerschuld einzahlen. Das Gesetz soll am 1. April 1920 in Kraft treten

Berlin, 2. Dez. (WTB.) Der Natio­nalversammlung ging der Eittwurs einer Kapitalertrags st euer zu. 9cach dem Entwurf wird von den Erträgen aus dem Kapitalvermögen eine Reichssteuer erhoben. Steuerpflichtig find die Erträge aus inlän­dischen wie ausländischen Kapitalanlagen. Da die Steuer' eine Ertragssteuer ist, kommt der Abzug von Schuldenzinsen ober 23er- bungskosten nicht in Betracht. Nur von Er­trägen aus ausländischen Kapitalanlagen kann die auf Erträgen ruhende Auslands- fteuer abgezogen werden. Vereinbarungen, wonach der Ähuldner Die Steuer zu Lasten des Gläubigers übernimmt, sind nichtig. Die Steuer beträgt 10 vom Hundert. Bei kleinen Rentnern wird unter gewissen Bedingungen bie Kapitalertragssteuer zu drei Vierteln auf die Einkommensteuer angerech­net. Das Gesetz soll am L Mürz 1920 in Kraft treten.

Köln, 3. Dez. DieKöln. Zta." berichtct aus Töashingwn: Din: Kongreß ist gestern eröft- net morden. Tie Botschaft des Pra)i- dcnten tvird für heute erwartet. Man schätzt bie von Cer Regierung verlm.g^n Gesamt-. krcdite, bie vom Kongreß gefüttert werten Mten, au) 1800 MM. Tollar. Außerdem sollen 1400 MM. Dollar für bte Kriegsflotte verlangt werte».

(-Werk.....