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Erstes Blatt

<69. Jahrgang

Donnerstag, o. Juli 1919

unparteiischen Obmann bestehenden HauptaussckM.'wachste r~3o che inöer Vage zu ictn, den 01 liier* übertragen icerboi solle. Dieser Ixibe aber am 1 en und assoziierten Neuerungen von der ersolqten 24. Ium einstimmig enifdjieben, das; die verlangte! Beschlutzsasiung der geletzgebenden Körperschaften mmalige Wirtschaft^ trat 700 Mark argen- und der Lollmhung des Hricd-ns°rrk°a-S durch _r i < ______1 e-i___s. - e ,t. hrrr 9irirf)4hrniih<infi'n sIJ?Tffciluna mii rhrtl xii kon-

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aus

nicht fest, da die Teilresultate aus den Haupt- icerfiTälten säst n^ch alle fehlen. Eine kleine Besserung der Lage ist insofern eingetreten, als eine Anzahl von Arbeitern in die Werkstätten zurückgekehrt ist. Tas hat zur Fofge gehabt, daß heute bedeutend mehr Güterzügeabge fertigt Serben Tonnten al» gestern. Es scheint daher Aussicht vorhanden zu sein, daß der Sctrüb morgen in größerem Um- rang roieb.r ausgenommen werden kann. Ter Ge- 7v e r k s ch a f t s b u n d der E i s e n b a b ne r hat

zwisck»en Arbeitgebern und Arbeitnehmern abge schlossene Tarifvertrag bestimme, daß die Schlicks tung von Sttelligteiten einem aus drei Vertretern der Arbeitgeber und .Arbeitnehmer sonne einem

rung nimmt davon Kenntnis, daß die alliierten und assoziierten Regierungen bereit sind, fobalb sie von der ordnungsmäßigen vollständigen Ratifi­kation des Friedensvertrages durch das Deutsche Reich amllich Kenntnis erhalten haben, die Blockade schon vor dem Inkrafttreten des Frie­densvertrages aufzuheben. In dem Wunsche, so schnell wie möglich von der für Deutschland so schweren und verhängnisvollen Blockade fceirelt zu werden, wird die deutsche Regierung alles daran sehen, um die für die Ratifilation erforderlichen Maßnahmen zu beschleunigen. Sie hofst Anfang : n ä ch st e r W o che in der Lage zu sein, den alliier^

mäitig nickst bewilligt werben könne, baß es aber angezeigt sei, die Frage in etwa sechs Wollen. er­neut zu prüfen, wenn bic Wirkungen des Friedens-

den Reichspräsidenten Mitteilung machen zu ton­nen. Die deutsche Regierung gibt der Erwartung

sich jedenfalls furden AbbruchdesStrerks erklärt, doch iehlt es nicht an Agi.atoven, die noch ci-ng Stimmung zu machen versuchen für das Verharren im Ausstand. Sie finden aber wenig

oU 1919, ibenda 8l/,l rversammlur Darmstädter Hao: bes Erscheinen bittet Der Voratai

Eine Erklärung des Rcichsarbeits- miuistcriums.

Berlin, 2. Juli. Tas Reichsarbeits­ministerium gibt in jn.net Erklärung bekannt, daß es a b g e l e h n t habe, in den Berliner B e r- kehrsstreikvermittelndeinzugreif en. Es erblicke in diesem einen inttxrmthvortliclxn. Vertragsbruch, da der am 5. Juni 1919

'unfer, Mtra&e 7H.

(Eine deutsche Note über die Aushebung der Blockade.

. Berlin, 2. Juli. (Wolff.) Durch die deutsche Friedensdelegation in Versailles wurde dem fran­zösischen Ministerprafioenten Clemenceau folgende Note überreicht:

Derr Präsident!

Auf die Note vom 28. Ium betreffend die Aufhebung^der Blockade beehre rch mich, Ihnen iolßCttbes mitinidlen: Dir deutsche Regie»

rnst Ludwig de ülttwooh

Annahme von Anzet-en f. die rtageSnuntmer bi» zum Nachmillag vorder odnejodeVerbnidlichkeu Preis für \ mm höhe für Anzeigen v.34 mm Breite örtlich 15 Pf., auswärts 18 Pi., für Reklame^ anzeiqen von 70 mm Breite 48 Pf. Bei Platz- oorschrifi20",.,Aufschlag. Hauotschriitleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr Reinhold Zenz; für den Anzeigeiilftl: p. Beck; sämtlich in Gießen

Oswald^ nödi 2 rag^

M. 152

Der Gießeaer Anzeiger erscheim täglich, außer Sonn- und Feiertag«.

Sezugspreir: nwtati. Mk, 1 60, viertel- jährlich Alt. 4.80; durch Abholo- u. Zweigstellen monatl. Mk. 1.50, durch die Poft Mk. 4.50 viert el- ;dbrt ausschl. Beitellg. -erulorech - Anschlüsse: für die Lchristleilungl 12 Berlag,Gefchäitsstelle51 Lnfchrftt sürTrahtnach- nchlen: Anzeiger Siehe«, psßfchecklvnto: §r«tN«rt a. m. U686

Berlin, 2. Juli. Das Endresultat den Abstimmungen der Eisenbahner steht noch

Lloyd George znm Botschafter i« Washington bestimmt?

Berlin, 3. Juli. DerPost" zufolge ist Lloyd George zum Botschafter m Washington in Aussicht genommen.

Englischer Pöbel und Admiral v. Reuter.

Amsterdam, 2. Juli. (Wolff) Dem ,,Al- gemeen Handelsblad" zufolge berichtetDolly Chronicle", daß Admiral v. Reuter, als er am Samstag mit feinem Gefolge und unter Es­korte die Bank in Esweftry besuchte, von einer etwa tausend Personen zählenden Menschenmenge^, die sich vor der Bank anfammelte, aus gepfiffen wurde. Eine Frau versetzte dem Admiral einen Schlag auf die Schulter. Ein junger Mann warf ein Stück Kohle nach ihm, das ihn ins Gesicht traf. Die Handelsbeziehungen mit Frankreich.

Paris, 2. Juli. (WTB.) Havas.Excel- flor" meldet, daß die kompetenten Handels- kreise sich damit beschäftigen, die Wieder­aufnahme der Handelsbeziehungen m i t T e u t s ch l a n d in die Wege zu leiten. Das PariserJournal" glaubt zu wissen, daß man den freien Handel bevorzugen wird.

Ausdruck, daß die alliierten und assoziierten Re­gierungen in demselben Geiste, der sie zur Zusage einer früheren Aufhebung der Blockade ver­anlaßte, sich damit einverstanden crHärcn werden, daß, sobald die erwähnte Nachricht vorliegt, auch mit der Heimsendung der deutsch enGe- f a n g e n e n aus ihren Ländern begonnen wird.

Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Ver­sicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung.

gez. Müller, Reichsminister des Auswärtigen

Der Fünferrat.

Amsterdam, 2. Juli. (Wolff.) Das Reu- tersche Bureau meldet aus Pans: Den Vorsitz im Fünfer-Rat wird nicht, wie gemeldet, Cle­menceau, sondern P i ch o n führen.

Paris, 2. Juli. (Wolff.) Havas. Der O b e r st e R a t der Alliierten versammelte sich am Dienstag im Quai d'Orsay. Es gichören ihm an: Clemenceau, Pichon, Lansing, Bal­four, Tittoni, Marconi und C h i n d a. Ter Rat prüfte den Modus der Bedingungen, die Oesterreich, der Türkei und Bulgarien zu stellen sind. Heute wird der Rat das westarabifche Pro- blem prüfen.

Die Ratifikation de» Frieden».

Berlin, 3. Juli. Wie dem BerlinerLokale Anzeiger" gemeldet wird, läßt P i ch v n in seinem Organ die Erwartung aussprechen, daß die Rati­fikation des Friedens mit Deutschland bis zum Nation alsest, dem 14. Juli, vollzogene Tatsache sein wird.

Die Zwischenfälle in Spa.

Spa, 2. Juli. (Wolff.) Der in Spa zurück­gebliebene Vorsitzende der deutschen Waffenstill­standskommission Generalmajor v. Hammer­stein erflärt anläßlich der feindlichen Kundgebun­gen in Spa in einer Protestnote an die Alliierten vom 1. Juli u. a.: Die belgischen und englischen Militärbehörden verhinderten die Ausschreitungen nicht. Daher erhebe ich gegen die Vorkommnisse schärfsten Protest. Ich bitte ferner den General Nudant, veranlassen zu wollen, daß die Verlegung des Restes der Waffenstillstandskommission auf deutsches Gebiet nunmehr beschleunigt erfolgt.

Spa, 2. Juli. (Wolff.) General Nudant übergab bet deutschen Kommission in Spa am 30. Juni folgende Note: Die internationale perma­nente Waffeiistillstandskvmmisswn wird ihre Tätig­keit bis zur ^Ratifizierung des Friedens fortsetzen. Im beiderseitigen Interesse ist eine Verminderung des Personals wün- schenswect. Die interalliierte permanente Waffen- stillstaneskommission wird von Spa verlegt. Der neue Aufenthaltsort wirb in kürzester Frist festgesetzt. Die deutsche Wasfenstillstandskommission wird zu gegebener Zeit von den Entschließungen des Marick.mlls verftändigt werden. Es liegt in ihrem Interesse, ohne die Verlegung abzuwarten, sich nach Möglichkeit zu verkleinern.

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Eisenbahn-Ausstand auch im Virettionsbezitt Zranksurt!

yhin ist die böse Schlange des Verkehrs- streiks auch bis in unsere nächste Nähe gtz- lommen: im Direktionsbezirk Frankfurt «aben die Arbeiter den Verkehr lahmgelegt, swährend die Beamten größtenteils dieses Treiben verurteilen. Es ist noch nicht völlig klargestellt, wie weit der Ausstand auch andere Zeile Deutschlands in Mitleidenschaft ziehen ünrb; alle bisherigen Anzeichen sprechen da- iüc, daß es sich keineswegs um einen General­streik über ganz Deutschland, sondern nur um eine in Frankfurt geschürte Bewegung handelt. Regelrechte Abstimmungen haben ,eben falls nicht stattgefunden, und es bleibt nef bedauerlich, daß es einigen wilden Streik- machern wieder gelungen ist-unser ganzesWirö- jchastslcben aus das verderblichste zu bedrohen. Lm Führer der Stteikbewegnng in Gießen crflärte, wenn es sich nur um einen Teil- i streik und nicht um einen über ganz Deutsch­land verhängten Generalstteik handeln sollte, so würde die Arbett alsbald wieder auf- i genommen werden. Bei diesem Bekenntnis inüßte man sich aber über die Leichtfertig- ' feit wundern, mit der in dieser Zeit der Spannung auf das unverantwortliche Trei- ben einzelner Gruppen hin so schwerwie- fmde und weittragende 5)andlunaen vor- [ Genommen werden. In jedem Falle ist die lttbeitsniederlegung an den Eisenbahnen gegenwärtig ein Verbrechen gegenüber der k Allgemeinheit. Sogar die Führer der Uvab- bangigen, Haase und Hoffmann, haben noch rorgestern in Berlin öffentlich ausgesprochen, I baö sie den Berliner Ausstand für unzweck- ' niätzig halten. Es wird sich für die Eisenbahn- ' frwaltung darum handeln müssen, endlich ' beit Herd solcher Unruhen zu beseitigen, und habet müßten ihr alle vernünftigen Menschen, nudj im Eisenbahndienst, ganz abgesehen von der Berechtigung oder Verfehltheit gewisser ^Forderungen, beistehen.

I Franksurta.M., 3. Juli. (WTB ) Der Usisenbahnverkehr ist heute früh 6 Uhr infolge ffbes Ausstandes der Eisenbahner vollkommen eingestellt toorben bis auf die Züge, die nach jbent besetzten Gebiete fahren. Diese Einschrän- IfiLitg machte man, um Komplikationen mit der »Entente zu vermeiden. Aus dem gleichen Grunde arbeitet die Hauptwerkstätte in Nied, »die im besetzten Gebiet liegt. Die wichtigsten ^Lebensmittelzüge und die Züge mit Webendem Vieh werden durch die Streikleitung befördert. >

o. Frankfurt a. M., 3. Juli. Gestern m«hmittag tagte in der Festhalle eine von »etwa 10 000 Eisenbahnarbeitern Gesuchte Versammlung, die einstimmig be- Wichloß, in einen Sympathie st reik für fbie Berliner st teilenden Eisen­bahner einzutreten. Dieser Beschluß wurde Wkfaßt, trotzdem von mehreren Seiten darauf »dingewiesen wurde, daß die Beamten- Wchaft sich an dem Streik nicht betet» lügen werde. Auch nachdem der Streik- Idcschluß gefaßt war, erklärte die Beamten- l&aft nochmals, nicht an dem Streike teil* lernen zu können, da sie nicht dieMitverant- jimtung für die unabsehbaren Folgen über» Mhmen könne, die aus dem Streik für die ge- kMte Bevölkerung und auch für die Beamten- I'lhaft entstehen würden. Der Streik stirbe pünktlich nachts um 12 Uhr Begonnen. Streikposten besetzten den Haupt- Mhnhof und sperrten alle Zugänge. Es dürfen |^r noch Personen den Hauptbahnhos be- Mtten, die ins besetzte Gebiet reifen wollen, pa der Zugverkehr dorthin aufrechterhalten Wdird. Die Streikleitung hat die Zusicherung Wkgehen, daß die Milchzüge weiter ver- l$Tcn dürfen, damit die Ernährung der Wräuglinge sichergestellt ist. Wie sich der Zug- Umkehr weiter gestalten wird, hängt von einem Meschluß ab, den die Streikleitung im Laufe

Bormittags fassen wird. Heute früh wur- B^n.vier Züge abgelassen, und zwar einer in Jet N ichtung nach Gießen, einer in jr Richtung nach Fulda und zwei in der Wichtung nach Bad Homburg. Auch im Mvufe des Vormittags waren die Zugänge Uivm Hauptbahnhof streng abgesperrt. Die f «attesäle wurden von den Streikenden ge- UÄirmt. Der Eisenbahnerstreik macht sich ?ütürlich auch im Po st verkehr sehr stark Unmerkbar. Es sind heute früh weder Postsen- «ingen angekommen, noch können solche von iloranffurt weitergeleitet werden. In der Eitrigen Versammlung wurde von einem Der Mcserenten auch die Forderung erhoben, daß rrT Eisenbahnmini st er Oeser so-

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oderheffen

AwMtngsnlnddruck u. Verlag, vrühl'fche Univ.-Such- u. Zteinöruckerei R. Lange. Schriftleitung, SeschäftLstelle u. Druckerei: Zchulftt. 7.

sckilusfcs auf den LebenÄnittelmarkt sich, überfclxm ließen. Wie richtig der Scküedsspruch die Sachlage übrigens beurteilt hat, zeigt die von der Regiertumf neuerdings zugefagte Senkung der Lebensmittel- Preise.

Die Groß-Berliner Arbeiterräte.

Berlin, 1. Juli. Heute traten die Arbeiter- rate Groß-Berlins zu einer Vollversamm­lung zusammen, um M den Vorgängen der letzten Zeit Stellung zu nehmen. Däumig führte aus, daß die ^Regierung für die durch die Revolution erzeugte Psyck>ologie kein Verständnis habe. An­gesichts der gegenwärtigen Zustände habe man keine Neigung zu einem langen Bürgerkrieg, den wir uns auch bei unseren gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen nicht leisten könnten. Von einer Re­gierung, in der sich Mitglieder einer so reaktionären Partei wie das Zentr um beiänixn, könne man nicht ermatten, daß sie unser Wirtsckaftslebm wie­der aufridften und die politisck^c Krise lösen könne. Auf einen Zuruf aus der Versammlung erfiärte Däumig: Auch ich bin davon überzeugt, daß, wenn an .Stelle der rechtssozialistischen Minister Haasc, Tr. Breitsckjeid, Rosenselo oder Cohn ständen, die Vechältnisse sich auch nicht bessern würden, weil eben das alte Staatsgebäude nicht mehr mit den altet^ Mitteln repariert werden kann! (Beifall.) Däumig kam dann aus die Verhaftung der Voll- zugsratsmitglicder zu fpreäxnt, von der er sagte, daß sie nicht einmal mit Wissen der Regierung erfolgt, sondern lediglich von den mili­tärischen Kreisen ausgegangen sei, denen man in unbeschreiblicher Kurzsichtigkeit unbeschränkteMacht gegeben habe. Mit der größten Entschiedenheit wies er bann die Behauptung zurück, daß die genwärtige Stteikbewegnng mit ungarischem Gelbe betrieben werde und daß der frühere Polizeipräsident Eich­horn die Hauptleitung des Streiks in Händen habe; eine derartige Mellauptung brdenie eine systematische Dergiftuna.,.der öffentlichen SOiciramg.Ich kann auch sagen, daß wtt gar keine Ursache haben, durch derartige töttchte Dinge, wie sie uns in die Schuhe geschoben werden, die polittscho Krise vor­zeitig zum Ausdruck zu bringen. Wir sind politisch befähigt genug, um zu wissen, daß die Tinge selbst heranreifen! Kein Mitglied des Vollzugsrats hat mit den Vorgängen in Hamburg irgend etwas zu tun gehabt. Tie Streiks werden sofort auf hören, wenn die erftaa Anfänge einer sozialistischen Wirt­schaftsreform uvrhanden sind. Dann mären Streiks allerdings ein Verbrechen! Aber alles, tvas ge­schieht, läuft jetzt darauf hinaus, die Arbeiter weiter in Abhängigkeit vom Kapitalismus zu er­halten."

Don der Fraktion der U.S.P. lagen zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung folgende Axv- träge vor: 1. Tie Vollversammlung fvrbert von der Reichsregierung die sofottige Freilassung ihrer Arbeiterr.äte, die am Tonnerstag den 27.Juni unmittelbar nach der Vollversammlung durch einen brutalen Gewaltakt ihrer Freil,>eit beraubt wurden. 2. Tie Vollversammlung fordert die vollständige Wiederherstellimg der Preßfreiheit. 3. Tie Vollversammlung verwahrt sich mit aller Entschie­denheit gegen die Eingriffe in die Koalitions­freiheit der Arbeiter und Beamten durch den Reick^swehrminister N o s k e.

Als Vertreter der Mehrheilssozialisten sprach Kanow: Es gebe keine militärische Neben- regierung. Was an militärischen Maßnahmen er­folgt fei, fei eine Wirkung dessen, n>as von den Radiralen verübt worden fer. Wenn die Arbeiter­schaft einig wäre, würde es solche Erscheinungen nicht geben! Das Eindringen in die Räume des Vollzugsrats sei zu Derurteilen, aber es dürfe auch nicht sein, daß Personen, die mit dem Voll­zugsrat nichts zu tun hätten, von dessen Bureaus aus ihre Patt-.-r-Angelegenheiten betrieben, wie cs tatsächlich geschehen sei. Ter (Streit der Eisen- balmer und Straßenbahner sei gemacht worden. Keine Berufsgruvpe fei nach der Revolution in ihren Verhälttriffen so sehr aufgebessett worden wie gerade die (ftsenbahner, aber diese betrachten die Revolution nur als Lohnbewegung. Aus solchen Streiks erwachse nur das Chaos.

Nach längerer Erötterung wurden bei An­träge der Unabhängigen und ein Antrag der Kom­munisten, der die Unverletzlichkeit aller Arbeiter­räte forbert, bei einigen Stimmenthaltungen an- genomme.

709 Stimmen gegen einen Streik waren; 150 Leute enthielten sich der Abstim­mung. Da beim Eisenbahndirektionsbezirk Frankfurt über 50 000 Beamte und Arbeiter tätig sind, so haben nur etwa 17 Proz. a b g e ft t m m t Am Hauptbahnhof sammelte sich im Laufe des Vormittags eine große Men­schenmenge. Zu irgendwelck-en Zusammen­stößen ist es bisher nicht gekommen.

Der Eifenbahnerstreit in Gießen.

In Gießen traten heute früh die Werk- ftattarbeitcr in den Streik. Sie lösch'en die Feuerungen in den Lokomotiven aus, so daß von hier aus wohl kaum mehr Züge abyelassen werden lönnen. Auch die auf unserer Station Lokomotiv- wechsel vornehmenden Züge müssen liegen bLiben. Ter O-Zug von Marburg konnte abgeben, da der Lokomotivführer selbst Wasser usw. aussüllte. Ter Zug nach Gelnhausen ist ebenfalls, wenn auch mit Verspätung, abgegangen. Ausgefallen ist bis zur Stunde (9 Uhr) der Fuldaer Zug. Nach 10 Uhr wird voraussichtlich kein Zug mehr abgeben.

Der Personenverkehr war beute an unserem Bahnhof 1 Stunde hindurch vollständig direklions- los. Am Schalter wurden Fahrscheine nach allen «Richtungen bis 81/« Uhr aus gegeben, dann aber wieder gegen Rückzahlung des Fahrpreises zurück- genommen. Die Beamten erklärten, sie wüßten nicht, ob anb welche Züge verkehren. Das Personal, welches von au6erhalb die Züge hierher verbrachte, crflärte sich bereit, die SttÄe wieder zurückfahren zu wollen, und so konnte gegen 9Vs Uhr ein Ver­so nenzug nach Fulda und nach 10 Uhr nach Lim­burg abgehen. Die Züge wurden stark benutzt. Die Auskunstsstelle am BaynluH wußte sich dem an» drängenden Menschenstrom 'gegenüber überhaupt nicht zu helfen. Die Fahrkartenschalter wur­den gegen V-9 Uhr geschlossen und nur geöffnet, wenn ein Zug zur Abfahrt bereit stand.

Gießen, 3. Juli. Um 10 Uhr fand im über­füllten Saale des (Safe Leib eine Versammlung der Eifenbahnarbeiter statt. Bettiebs-Unterassistent Stephan verbreitete sich zunächst über die F o r- derungen, für deren Durchsuhrung die Eisen­bahner Deutschlands kämpften. Diese Forderungen gipfelten in der sofortigen und energischen Durch­führung der Dcmottatie in der Eisenbahn vnb Beseitigung des Eisenbahnministers O e s e r. Weiter werden verlangt schleunige Einführung des Betriebsrätesystems, wirksame und durchgreifende Maßnahmen zur Herbeiführung des Preisabbaues für alle Bedürfnisse der getarnten Lebenshaltung, sofortiger Eintritt in Verl;andlungen über die Regelung der Lohn- und Gel>altsverhältnisse ent­sprechend den Beschlüssen der Lohnkommission, Freilassung aller verhafteten Ar-eiier und die Unterlassung von Maßregelungen. Wie der Redner erklärte, seien diese Forderungen gestern von Franffun mit der Aufforderung, für ihre Durchführung in den Streik zu treten, über­bracht worden. Weiter sei von Franffurt betont worden, daß es sich um einen Generalstreik über das ganze Reich handele. Bei der Streik­abstimmung sei die Mehrzahl der Arbeiter für den Streik gewesen. Ferner er Härte Herr Stephan mit aller Entschiedenheit, sofort für den Abbruch des Streiks einzutreten, wenn es sich Herausstellen sollte, daß es sich nur um einen Teilstreik im Frankfurter Direktionsbezirk handeln sollte. Die Eisenbahner kömtten nur durch geschlossenes Vorgehen etwas erreichen. Noch heute vormittag solle versucht werden, mit Franffurt in Verbindung zu kommen, um Klarheit über die Streiklage zu erlangen. Für Gießen ver­langt ixr R.dner außerdem Mitbeslimmuugs- recht beim Maschinenamt und den in Be- tricbS'iDerfitätlen -im Bahn Hose sei dieses Recht Rum Teil durchgeführt) und vor affem das Ab­sehen von jeglichen Maßregelungen für die heute in den Streik getretenen Arbeiter. Zum Schlüsse ruft er auf, Ruhe, Ordnung und Disziplin zu wah­ren, gegen etwa wild werdenden Mob tatkräftig fouiugreifen und die Arbeitswilligen nicht an der Arbeit zu hindern.

Die Versammlung dauert an; die Streikleitung befindet sich im Gewerffchaftshaus.

Die Wirkung des Stteiks in Sachsen.

Berlin, 2. Juli. Aus Sachsen wird mit» geteilt, .daß infolge des Stteiks der Eisenbahner verschiedene Gasanstalten aus Mangel an Kvhle unmittelbar vor der Betriebseinstellung stehen. In Meißen werden Tausende von Arbeitern noch in dieser Woche brotlos, wenn nicht die für die Fabriken notwendige Kohle eingeht. Die Erregung der Arbeiterbevölkerung über den Streik ist all­gemein.

Der Verlauf des Berliner Stteiks.

Au» Ungarn.

Wien, 2. Juli. (W. B.) Reisende aus Un> g am berichten, daß bei der Niederwersimg des letzten Putsches in Budapest nicht nur Soldaten und Zivilisten, sondern auch halbwüchsige Knaben baufinweise erschossen wurden. Es waren die Zöglinge der Ludovica-Akademie, mer* zehn- bis fünfzehnjährige Knaben,.die fidj an bet Besetzung der Telephonzentrale beteiligt batten fett, wußten kaum, um was es sich handelte und machten, den Putsch nur deshalb mit, well mau |ie itt te; Militärakadeuue hungeru ließ.

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4. Juli 1919, ne , versteigere ich im hi 4, nr.gtn Ausgabe bei a ung 40 gut ftbaLent Stfl «schränk, 1 Regula vr, ei­en (145/329 cm), 1 L tert irtre Gasigster, Gasim gangs-ürc hehr gut aWt Tvych, 1 RNimmchink. m in, Petroleumlampen, no sonstige @kgtn)M

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yimmung. Die eigentliche Abstimmung im Gehör, da ihnen enmdert wird, daß viele bereits k't mbahndirektionsbezirk Frankfurt hat er- zu ihrer Arbeitsstätte zurückgekchrt seien und außer- iÄm, patz 8 750 Stimmen iLr und>dem der Stveitzonds iaft ßanc iÄiitel rur^r öubc.