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Dienstag, s. Ml W

Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

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katasters kann letztmalig am Mittwoch den 4. d. Mts. von vormittags 8^12 Uhr und nach- mittags von 2V25 Uhr auf dem ftobt Lebens- mittclamt, Zimmer Nr. 15, erfolgm.

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owic kom-l. Vrnv SoiaS, Weich«, N.l0llÜ.riichr,H^ tochbalt., Wajchkön n. o.a-HauS-u-A-« gerate.

Der Doppelgänger.

Roman von CarlSchüler.

Fortsetzung Nr. 34.

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Freier Handel und Zwangsbewrrt»

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Sjfcung der handelziammer Sietzen

am 20. Mai 1919.

Protokoll - Auszug.

soweit es noch nicht geschehen, einen Garantiebetrag von 20 Mk. zu entrichten. Zur Erleichterung der Mitglieder sowie ^ur Schonung der einzelnen Wie-

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J und Fertigwaren Vvrgetvageir.

( Tem Deutschen Industrie- und Handelstag ist t Ebn: die wirtschaftlichen Wirkungen i>«r politischen Umwälzung auf In-

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der wirtschaftlickMr Lage gemackst worden sind.

lieber den Antrag der Abgeordneten Delp und Genossen, betreffend die Einführung des Acht­stundentags, ist dem gleichen ein Gut­achten erstattet worden. Es ist darin die Auf­lassung vertreten worden, daß der Achtstundentag für dre Tauer nur aufrecht er halten werden kann, baut auch das Ausland diesen Arbeitstag einführt.

Dasselbe Amt hatte die ,Handelskammer zu einer Aeußerung über den Antrag der Abgeordneten Hoffmann und Genossen Mtfgeforderi, in welchem feie Rl^ierung ersucht wurde, bei der Reichsregic- nmg such gegen die Wiedereinführung der Som- n er zeit auszusprechen. Da die Meinungen der befragten Kreise über diese Frage weit auscinander-

duftrie und Handel des Kammerbezitkes be­richtet worderr. Es wurde darin aus die großen Gefahren hingewiefen, welche als Folge- und Be- glertcrscheinungen der politiscl>en Umwälzung das eutsche Wirtscliastsleben auf ovS sckMerste bedrvl^en.

Tas Ki>iSamt Gießen harte die Handelriam- mer zu einem Bericht darüber aufg^fordert, btttnc- w-cit ein Bedürfnis nach Anlage von Flug­plätzen in Oberhessen besteht. Nach Anhörung aller beteiligten Kreise hat es die Hundelskammcr als drrngnld wünschenswert bezeichnet, daß Gies;cn als Lustvcrkehrsslation ift Oberhessen in erster Linie in Betracht gezogen wird, da in ferner un­mittelbaren Nähe geeignete Flugplätze vorhanden sind.

. Als Grundlagerr für Verhandlungen mit dem Reichslohlcnlvmmissar waren dem Landes-Arbeits­und Wirtschaftsamr nähere Angaben über den Stand der Kohl enver svrgu n g dec Jirdustric des Kammerbezirkes dringend erwünscht. Tie Han­delskammer hat diese Untertogen in einem aus­führlichen Berickst geliefert.

Zu tein Entwurf eines Tabaksteuerge- setzes hat die Handelskammer eine Reihe von Wünschen der Regierung in einem vertraulichen Dericht vorgetragen.

Als Mitglied der Vereinigung südwcstdeutfchcr Hairdclskammern hat sich die Handelskammer einem Vor gelten der Bereinigung angeschlossen, welches die Aufhebung der Verordnung betreffend den Ver­kehr mit Branntwein aus Klein- und Großbcennerrien, sowie die Verteilung, von Sprit an tne Brennereien zur Herstellung von Likören und Branntw^-in zum Ziele hatte.

Bei der Regienmg hat bte Handelskammer die Gleichstellung des ' Kvndivorengewerbes mit dem Gaslwirtsgewerbe bezüglich der Durchführung der reichsgesetzlieljen Vvrfchrifte^r über die Sonn­tagsruhe befürwort et; über die nach dem Gesetz zulässigen 6 Ausnahmetage sind dem Polizciamt zweckentsprechende Vorschläge gemacht worden.

In einem Bericht an das Ministerium konnte die Handelskammer rin gesetzliches Vorschreiben von besonderen Kassabüchern für den Kleinhandel bei der Durchführung des § 15 des Umsatz- steuergesetzes nickst empfehlen.

Wiederholte Klagen über die Unzulänglichkeit der bei dem Fernsprechamt Gießen be­stehenden Cinrichtmtgen haben zu schriftlichen wie mündlichen Verhandlungen zwischen der Ober-Pvst- direktion und der HarödelsLammer geführt. Tie vorhandenen Schtw-ierigtkeiten haben ihre Ursache in der starken Ueberlasttrng der Fernspreck^iniickstungen einersrits und dem Mangel an Rohmaterialien, welche zur Herstellung neuer und zur Verbesserung der bestellenden Anlagen benötigt werden, ander­seits. Außerdem steift der Mehremstellung von gut ausgebildeten Beamten die Wohnungsnot hin­dernd im Wege. Die Postverwaltung wird aber bemüht sein, ine Mängel so gut und so schnell tote möglich zu beheben.

In einer gemeinsamen Eingabe an die Eisen­bahndirektion Frankfurt Baben die Handelskam­mern Limburg, Wetzlar und Gießen auf die großen Gefahren und schweren Folgen hingewiesen, welche die Gewährung allzuhoher Lohnforderungen der Eisenbahnarbeiter auf Industrie und Handel ausüben müssen.

Klagen aus den beteiligten Kreisen haben ferner die Handelskammer zu einer Vorstellung bei der Eisenbahndirektion Frankfurt veranlaßt, in welcher gebeten wurde, die unterstellten Behörden anzuweifen, daß dem Dienstpersonal bei Um­ladung von Gußwaren eine sorgfältigere Behandlung erneut zur Pflicht gemacht wird.

Auf Wunsch der beteiligten Verkehrskreise hat die Handelskammer die Wiedereinstellung der beiden Z ü g e 5 5 4 u n d 5 5 5 auf der Strecke Gießen-Fulda für den Sommersahrplan be­antragt.

Die Einrichtung einer Haltestelleander Strecke Gießen-Gelnhausen wurde im Interesse der Arbeiterschaft der Firmen Gail und Fernie befürwortet. /

Bei der im März d. Js. stattgebabten Sub­mission für Domanial-und Gemeinde- Waldungen hatten zwei auswärtige Firmen sämtlickies Holz zu außergewöhnlichen Preisen auf- g.kaust. Im Interesse der oberhessischen Säge- ner'fc hat die Handelskammer das Ministerium der Finanzen gebeten, diesem Ankauf die Gem-h- mignmg zu versagen. Ter Einspruch ist von Erfolg begleitet gewesen.

Die hessischen Handelskammern haben beschlos­sen, dieHessische Verteilungs stelle" unter dem NamenJndustriestelle" vorerst fort­bestehen zu lassen. Zu ihrem Geschäftsführer ist Herr Dr. Herbert bestellt worden. Aufgabe der Industtiestelle wird es sein, der hessischen Industrie für die Zeit des Uebergangs Notstandsarbeiten zu vermitteln. c Ä t . .

Dem Deutschen Industrie- und Handelstag wurden Gutachten erstattet über Herstellung von Möbeln durch nichtfachmännische Betriebe,

ArBachmMmf Kauen und stammen m bestem Hanse. m

und Wechseln hm, von dem Brief sagte « Zeitungsbericht .nichts! tiefe Trauer in * Seele des Herrn Labwein einge^ogen war, J<t, darüber regte er sich nicht im geringsten auf.

freute ihn sogar, daß er dem Spitzbuben das ®elb noch nicht zurückgeschickt hatte; mockfte er Kchig noch zappeln. Aber aber dieser Emil vchnepse! Es war doch ein unerträg iches Gefühl, wn armen .Teufel so fürchterlich heveingelegt zu wten; sich selbst aber so sicher zu wissen, so ge- p zu sein, daß seine Verkettung von Umständen to eigenen Sprung ins Verbrechertum zur Ent- l(dung bringen konnte. Tenn vor einem Er kann t- to-tben dem Aussehen nach schulte ihn ja die Mzeiliche Legitimation. Alle iwrigen Spuren

er verwischt. Aber

. Jawohl! diesem Emil Schnepfe ging es an tot Kragen!

Gräßlich gräßlich

Ans Stafct rrrrd Land.

Gießen, 3. Juni 1919.

** Amtliche Persona lnachrrchten. Der außerordentliche Professor Dr. Franz B e r g- Hvff-Jsing zu Tarmstadt wurde zum ordent- lichen Professor für Bolkswirtschaftslelwe, der Pro­fessor Tr-Jng. Viktor Dlaeß aus Viernheim zum außervrdmtlichen Professor für Mechanik an der TPechnischen Hochschule zu Darmstadt und zugleich zum ,-ordentlichen Hvnorarprofrisvriß der Lehramlsastesfor Heinrich.Röder aus Fvankfurt a. M. zum Oberlehrer an der höheren Bürger­schule zu Schlitz, die Lehramtsassessvren Otto Heid aus Horrweiler, Kreis Bingen. Matthäus Wer­ner aus Fauerbach v. d. H., Georg Goes aus Tarmstadt, Friedrich Elbert aus Worms zu Oberlelxrern, der Schulverwalter Jakob Klippel aus Partenheim zum Reallehrer an der Ober- vealschulc zu Gießen ernannt. Dem Lehrer Johannes M e n g e l zu Herchenham, Kreis Schot­ten, wurde die Lri>rerstelle an der Volksschule zu Kaul stoß , Kreis Schotten, dem Lehrer Friedrich Taub zu Lindensels t. O. die Lrhrerjtelle an der Volksschule zu Glattbach, Kreis Bensheim, dem Lehrer Jose? Wildhardt zu Obertshau­sen eiito Lehrerstelle an der Volksschule zu Oberts­hausen, Kreis Offenbach, dem Schulamtsaüwärter Heinrich Göbel aus Groß-Zimmern eine Lehver- ftelk an der Volksschule zu Lorsch, Kreis Bens­heim, dem Schulamtsanwärter Valentin Gräff aus Hühnlein eine Lehrer stelle an der Volksschule zu Groß-Hausen, Kreis Bensheim, übertragen. Tie mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu .Sckfteckftenwegen, Kreis Lauterbach, ist erledigt. Mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden. Dem Inhaber kann dne Ortszulage gewährt "werden.

** Die Anerkennung des Bieh-

** Besitz wechsel. Fi von den Geschwistern Pfeil .. slraße 38 zum Preise von 37 000 Mk.

** Ter vereinigte Kaninchen- Zucht- und Pflege-Verein wird am Don­nerstag den 5. Juni abends die gepachteten Wiesen an seine Mitglieder verteilen. Jeder Interessent hat,

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vermachtes.

* Zorge a. Harz. Zum Gemeindevorsteher dfturde der Letter der Kreiskartoffelstelle Blanken­burg a. Harz Kaufmann Wilhelm Margraf aus Gießen gewählt.

* Au ch ei n Arbeitsloser. Unter der RubrikStellengesuche" finden wir in der »Kreuz- zeitting" folgendes Inserat: Ich suche Beschäfti­gung (Privatdienst, Genossenschaftswesen, Wohl- tätigl'eitsorgcmisation). Dr. für von Jagow, Regierungspräsident, zur Zeit Breslau, Negierung.

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An. n. vkrtaus n »MW Antiquitäten foroleUebemnbmcgiM

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Esittennr-ikrnl! imb Wirtschaftsamt wurden die Wünsche der Jn- ^ftrie in bezug auf Friedensarbeiten dec scit- mamö.qU»-^'!'M« ierigeu Heeresüeferantm und des Handels in bezug Jer °uf die Einfülnrmg von Lebensmitteln, Rohstosferr

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Vüir vider gegen die Maßirahme darzulegen.

In Berichten an das Hessische Landes-Arbeits Wrrtschaftsamt wurden die Wünsche der In

Mangel an Garn, Arbeitszeit in offenen Ladengeschäften.

Tie Hmrdelsoammer hat bei dem Deutschen Industrie- und Hanvelstag die Beibehaltung der Heimar-blit unb Hausindustrie befürwortet.

Die Handelskammer bat dem ReichSverwer- tungsaml Sachverständige für die Verwer­tung von frei merbenbem Heeresgut aus Erfordern in Vorschlag gebracht, sowie der Reichstertil-Aktien- gesellschast für die Ecsassung und Verwertung der im Gebiete der Heeres- und Marineverwaltung frei werdenden Web-, Wirk- und Strichraren.

Nach der Reichs Verordnung über die soziale Kriegsbeschädigten- und Kriegs- hlnterbliebencnfürsorge sind als Mit­glieder des bei den einzelnen Kreisfürsorgestellen zu errichtenden Beirats insgesamt je zwei Ver­treter der Kriegsbeschädigten, der Kriegshinter­bliebenen, der Unternehmer und der Arbeitnehmer zu berufen. Auf Ersuchen hat die Handelskammer der städtischen Fürsorgestelle in Gießen, sowie den Kreisfürsorgeftellcrr in Gießen, Msfeld und Lauter­bach Vorschlagslisten über die zu berufenden Unter­nehmer eingcreicht.

Die Bemühungen der Handelskammer um rechtzeittge Versorgung der Ziegeleien und Feldbrennereien mit Brenn­stoffen sind bisher ohne jeden Erfolg geblieben. Die Handelskammer hat die Unterstützung des Ministeriums angerufen.

Sxrr Oberingenieur Richard Fertsch in Grüir- berg i. H. ist non der HandelsPammer als Sach­verständiger für maschinelle und elektrotech­nische Anlagen angestellt und vereidigt worden.

Herrn Kaufmann Hermann Fuhr in Gießen ist auf Vorschlag der Handelskammer von dem MeßamtfürdieMustermefseninLeip- zig die ehrenamtliche Vertretung seiner Inter­essen für den Kammerbezirk übertragen worden.

Tas von der Handelskammer eingesetzte Schiedsgericht für Schuhwarenpreise hat bisher in 2 Fällen getagt.

Von amtlicher Seite sind der Handelskammer noch Mitteilungen über die folgenden Gogen- ftÄnbe zugigangen: Verkehr mit dem besetzten Ge­biet, ftabdteteguamme über LebensnntteÜiestrun- g.m, Liste über Warenausfuhr aus den Nieder­landen. Nähere Auskunft hierüber wird auf dem Sekretariat der Ha^cdelskammer erteilt.

öttfltiaettejii nimmt.

Landwehrkanal. Es schauderte ihn, wenn er daran dachte, daß er gestern den Schutzmann um ein Haar mit dem Zeug beglückt hätte.

Eben hatte er noch an ihn gedacht, da sah er auch schon den Schutzmann. Breit und be­häbig kam er langsamen Schrittes daher, den Bauch umgürtet mit dem yriben Riemen. Ob er den Spender des Zwanzigmarkstückes wicder- erkennen würde?

Guten Ddorben!" hörte er in diesem Augen­blick eine liebe Stimme sagen.

Ruch stand neben ihm. Hübscher noch als früher erschien sie ihm in ihrem kecken Frühjahrs- ^hütchcn, in ihrem eleganten Schneiderkleid.

,^Jch danke Ihnen, daß Sie so pünkttich sind!" sagte er und küßte ihr die Hand. .

Nicht Sie haben mir zu danken," wehrte sie ab, und er sah, trotz des Schleiers, daß sre rot wurde. i.Hch habe Ihnen zu danken, daß Sie Wort gehalten haben." .

Sie orückte ihm fest die Hand.

Wollen wir jetzt nach unserem stillen SBuifel gehen, oder wäre es Ihnen recht, wenn nxr im Tiergarten? i ,

Nein, nein," unterbrach fre rhn ängstlich, ,^s ist wegen Ihrer Sicherheit lasser, wenn wir in das Cas6 gehen. Aber wir müssen ernen Um­weg machen. Dort steht ebt Schutzmann, der im­mer zu uns herübersieht." .

Wir wollen ihm zeigen, daß wir rhn nicht fürchten!" lächelte Torival.Sitte, Ihren Arm!

Sie schob ihren Arm unter den seinen, und sie gingen auf den dicken Schutzmann zu. Ter hatte ihre Begegnung mit angesehen und in Do- rival den Spender des Goldstücks imedererkannt.

Als die beiden an ihm vorbei gingen, grüßte er natürlich. .Und bann der Herr war ja

Dorival bedauerte seinen Mangel an Gesetzes- 'rntnis; er hätte gern gleich das Schlimmste ge- Wtzt: Wieviel Jahre Zuchthaus dieser unglück- -elige Schnepfe dereinst ihm, dem Freilierrn von »embrüfkr, zu verdanken haben würde!

«Fabelhaft!" stöhnte er vor sich hin.

Es war ihm überhaupt wüst zumute. Tie Be­treibung da in der Zeitung klang so sckieußlich tobrechcrisch. Na wenigstens hatte die Opium- idftroito vtxV.t-m Schaden angerichtet; das

isenstücke findet die Verteilung im Bcreinslokal« Postkcller", Wagengasse, statt. Wir verweisen auf das heutige Inserat. Neuciutretende können, soweit noch Vorrat, berücksichtigt werden.

** Tie Schwarz-Weiß-Lichtspiele. Scltersweg 81, beginnen ab heute mit dec Film- schövfungKain" in 4 Teilen und 20 Akten. Tie Teile kommen alle einzeln zu je 5 Akten und kurz hintereinander zur Ausführung. Bis einschließ­lich Freitag wird gegebenKain" 1. Teil und Das Verhängnis auf Schloß Santarem", eine große Menschheitstragödie von Robert Heymann, in 5 Akten. Tic Hauttrolle spielt Erich Kaiser-Titz.

Landkreis Gießen.

** Röthges, 2. Juni. Zu den Kommu­nalwahlen wurde auch bei uns von den ver­einigten Parteien, Hess. Volkspartei, Mehrhetts- fozialisten und Demokraten, eine allgemeine Ver­ständigung gesucht. Leider ist dieser Versuch ge­scheitert. Auch ein Aufruf des Arbeiter- intb Bauernrats zu einer allgemeinen Wählerversamm­lung kam nicht zustande, da die Ortsbehörde die einzige Möglichkeit der Veröffentlichung durch ott Ortsschellc verweigerte.' Es ist dies um so mehr zu bedauern, als hierdurch der Parteikamps bei­gelegt und mancher Zank und Streit, welcher durch unsere kleinbäuerlichen Verhältnisse bei jeder Wahl entstehen, vermieden worden wäre. Wie soll ein großes einiges Deutschland entstehen, wenn cs noch nicht möglich ist, so eine kleine Gemeinde unter einen Hut zu bringen.

Kreis Lauterbach.

la. S ch l i tz, 2. Juni. Die Gendarmerie hielt am Mittwoch einen Mann aus Fulda an, der 30 Pfund Zucker mit sich führte. Es stellt« sich heraus, daß er den Zucker bei einem hiesigen Geschäftsmann eingekauft hatte, das Pfund angeb­lich zu 5 Mark. Bei einer sofort öorgenvmmenen 5oaussuchüng wurden bei dem betreffenden Ge­schäftsmann acht Zentner Zucker beschlagnahmt.

Kreis Friedberg.

o. Bad-Nanheim, 1. Juni. Die von der hiesigen Ortsgruppe des Volksbundes zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen ver­anstalteten Opfer tage legten ein erfreul'ches Zeugnis von dem Opsersinn der Einwohnerschaft und Kurgäste ab. Die Sammlungen zum Besten unserer Gefangenen hatten ein Gesamtergebnis von rund 7300 Mk. Bei zahlreicher Beteiligung hielt der Stenographenverein Gabelsberger, dessen Tätigkeit während der langen Kriegs^jahre stilliegeu mußte, heute zum erstenmal wieder em hereins- wetts chreiben ab. Tro^em erst feit einigen Monaten die Unterrichtstätigkeit wieder auf­genommen worden ist, wurden gute Leistungen erzielt. 37 Preise kamen in den Silbenabteilungen 60160 zur Verteilung. In der Stadtschule bat der Stenographenverein wieder einen kostenlosen Volksschülerlursus in Gabelsbergerscher Steno graphie eröffnet, wozu die Stadt in entgegen­kommender Weise die Mittel zur Verfügung stellt. Etwa 40 Volksschüler, und -schülerinnen aus den Oberklassen beteiligten sich daran. Ein Lehrer bet Stadtschule leitet den Unterricht.

Starkenburg und Rheinhessen.

mt. Bingen, 2. Juni. In der Stadt- vervrdnetensitzung lag em Plan zum Zu­sammenschluß der Arbeitgeber der Kreise Bingen und Mainz vor. Eine Gründungsverfammlung, die einen solchen Arbeitgeberbund ins Leben rufen soll, findet in Ingelheim statt.

Kreis Wetzlar.

ht. Fleisbach, 2. Juni. Forster Bartho- lomae ist in der Genswiej« an der Beilsteinmr Chaussee erfdxaffen aufyfunbcn worden. Aus dem Hmterhalt rouebe er meuchlings vom Hochsitz her- üntergeschossen. Man vermutet, daß es Wilddiebe, und zwar zwei, gewesen sein müssen. Bon beit Tätern hat man noch keine Spur.

Hrssen-Nassau.

mr. Frankfurta. M., 2. Juni. Der Brot-» preis wurde in der heutigen Magistvatsfttzung von 82 auf 90 Pfennig ertzcht.

mr. Frankfurt a. M., 2. Juni. Die direLe Bahn Verb rndnng von Frankfurt nach Darmstadt, die infolge des unvorsichtigen Berlxcktens einzel­ner Reisetlder den Franzosen gegenüber rnitbet gesperrt worden war, ist nunmehr auf Betreiben der hessischen Regierung hin erneut frrigegebett worden.

Kannst du augenMicflid) diesem Emil Schnepfe helfen?" fragte sich Dorival endlich.

Nein, offenbar nicht."

Kannst du die Sachlage andern?"

Unmöglich!"

Schön, mein «Junge! Dann zerbrich drr auch gefälligst den Kopf nicht über Tinge, die nun em- mal sind, wie sie sind. Fertig! Schluß!"

Es war aber nicht fertig. Ein neuer Gedanke plagte ihn: Wenn nun dieser Emil Schnepfe nnrk- lich gefaßt wurde? . _

Wenn man ihn verurteilte?

Dann bann hotte ein anständiger Mansch die Pflicht pfui Teibel . .!

Aber einen Emtl Schnepfe fängt man nicht so leicht. Ter saß jetzt womöglich in aller Ge­mütlichkeit in einem Luxusl-oto in, na, in Singa­pur oder Kapstadt oder sonstwo, und rupfte uw schuldige Hennen vom Schlage der Frau von Maartatz.

Selbstverständlich!

Natürlich 'war Schnepfe schon längst ttrs Aus­land geflohen, sonst hätte ihn die Piltzei m dieser langen Zeit doch sicher schon erwischt

Daran hatte Dorival noch gar mcht gedacht.

Und er pfiff sich eins.

Er wurde -sogar sehr vergnügt.

InbetäulainguieiT gerillt SlnM J®. an den Gien-MT Eisenbahner, 31 Wj eeSngel, Arge die ,

Hekenntnehen einer netten nmft-» od Sräuieins mn

Anwesend sind die Herren: Geheimer Kom- merzienrat Heichelheim als Vorsitzender, Kmnmcr-' ytitTat Sck>irmer als 1. stellvertr. Vorsitzender, Mumerzienrat Grünewald als 2. stellvertt. Vor­sitzender, Diehm, Kommerzienrat Hvos, Noll, No­rack, Kommerzienrat Ramspeck, Rinn, Nölft, Rühl, (»tammler, Zur buch und der Syndiiüs. ^ozialisterung der Volkswirtschaft.

Nach einem längeren Vortrag des Stmdikus jnb einer sich hieran anschließenden Aussprache tmmtt die Handelskammer der nachstehenden, von Er VertteterLmsierenz der hessischen Handels- 'antmem bereits abgegebenen Erklärung zu:

Tie hessisckMr Handelskammern erblicken in jat bis jetzt zur Durchführung der Svzialisiermtg mtemommenen Schritten der Reickxsregiiemng (Lv- .ialisierungs-Gesetz, Kohlarhandels-Gesetz usw.) Ijcn Beginn einer dauernden Lähmung unseres Airtstlsaftslebens. Tie der Sozialisicrrmg zu- »unbe liegende Annahme, daß auf diesem Wege re wirtschaftliche Wohlfahrt gefördert werden tzme, wird durch keine einzige Erfahningstatsache unterstützt. Jede Abschwüchmtg der Jnttiattve und rckbstverantwortlichkeit des Privatunternehmers srnnke, Qllf dem Weg einer Mitwilckung anderer Elemente ^iWongne, ü, her Geschäftsführung macht diese schwerfällig, etehhni^S^t M notwendigerweise zu Reibungen und erhöht ftnbUfir )ie UnfofteiL Auch untergräbt sie die Disziplin,

Vadewannr «ß auch im wirtschaftlichen Leben nicht entbehrt

pult, tüasbr'rd, L retben Tann. , . «

fclci, auch i P. («1 Tie Handelskammern lehnen mit aller Ent- U; lK kurze Clfi schiedenheit eine systematische, auf die Sozialisie- JeitrtieW l8ack,W nmg des Wirtschaftslebens gerichtete Politik, dre _ .übern nickst zu einer Beruhigung, sondern zu

einer Lauernden Beunruhigung des Wtttschafts- lebenö führen wird, ab. Nur durch Wiederher- Mung der Autorität im öffentliche,: Leben und in den Daten Untemebmungen, sowie auf dem gaben der Privatwirtschaft kann sich das zer­rüttete Wirtschaftsleben Deutschlands wieder cr-

ömirti* hat sich die Kammer darauf beschränkt, in ifrccnt Bericht die vorgebrachten Gründe für und

Erne Stunde später war Dorival auf d^m Weg zu dem Cafe in der Kurfürstenstraße. Am Großen Stern bot ihm ein Blumenmädck)en Sew* chen an. Er kaufte ein Sträußchen, tun es Ruch mitzubringen. Tie Zeitung mit dem Bericht über das Attentat auf den Bankier Labwern l)ctttt er __ inuKiim i zu sich gesteckt, beim vielleicht hatte ihn Ruth Zum Donnerwetter, die Sache ging einem noch nicht gelesen. Als er

Ji bte Nerven! I brücke ging, warf er die Opiumzigavetten ui den

schaftung.

In Nr. 97 der Oberhessischen Bolkszertuna «schüfttgt sich, wie oer Syndikus bo lüitet, rin Artikel Mit der vom Reichs- Minister für Ernährnngswesen angeordneten Frei­gabe des Handels mit Jnlandseiern. Es wird darin u. a. auch gesagt, daß jede Wirtschaftsmoral in dem Handel erstorben sei und daß seine Geschäfte sich mir auf restlose Betoncherang der Massen er- sttecken. Die Handclskanlmer hält sich in Wahrung i« ihr anvertrauten Interessen für verpflichtet, -ine solche Verunglimpfung des Hqiidels- LNeuenwegL xeiu {n tiefer allgemeinen Form vor der Oef- acntM.. mnnntf f ientlichkeit ernste und entschiedenste Verwahrung dDUUUU.iZUUUP .tngulegen. Der Handel, auf dessen großen und zust.«ro». nnSgulaw reschen Erfahrungen unsere ganze Friedenswirt- ,,<iflod),®r.8ttlni; mttberuhte, hat einen wohlbegrün- A/innli? WaI Anspruch darauf, in seinem Bestände ge- 30911 Ji Äützt zu werden und kann es nuÄ ruhig hiwieh- Lfikih a!6 BeirirK1 wn, wenn seine TätiBeit in einer solckMl Weise teVäinUfflonaiLirt herabgesetzt und ihm die Befähigung zur Ausübung nUtbmmt ^ürnttn Volkswirtschaftlicher Funktionen abgesprvckien wird. utiieatrotrben. 6* Aus dem Geschäftsbericht ift folgendes Ung. u. 0106851 '«rvorzuheben:

Dem Hessischen LandesarbettK- und Wirt- ichaftSamt ist ein ausführlicher Bericht über den Msck.äftigungsgrad in den einzelnen Industrien, Über den Umfang der Arbeitslosigkeit wie über die vir t schäft liche Lage im allgemeinen erstattet wrben, worin auch zweckmäßige Vorschläge zur Arkämpfung cer Arbeitslosigkeit und zur Hebnng

gestern so gemütlich gewesen sagte er ver- ständnisinnia: . ,

Wünsche gehorsamst mcl Glück!

T-orival dankte.

Ruth sah Torival erstaunt an. Schließlich entschloß sie sich zu der Krage:

Ter Polizist karmte ^ie?"

Gewiß. Er grüßte mich doch, wi^Sie ge* sehen haben."

Sehr respektvoll sogar. Und dann hat « Ihnen Glück gewittischt. Wozu eigeittlich?"

(Än zärtlicher Blick Torioals ftreiftc seine schöne ^Begleiterin. Jk

,^Za, wozu soll er mir Glück gewünscht Ha­ben?" lachte er.Zu meinem Erfolg gestern bei Labwein natürlich!"

Ruch blieb stellen und starrte Dorival an Tazu gratuliert Ihnen die Polizei?" Sie haben es ja selbst gehört." Ste sind ein merkwürdiger Mensch. Sie scherzen, wenn Sie in schlimmster Gefahr sind. Aus Staten werde ich nicht klug."

Wirklich? Na, mir geht es manchmal eben, so) ich werde aus mir selbst nicht klug. Tas kommt, weil ich krank bin. Seelisch-, nicht körperlich."'

Warum geben Sie nicht zu einem Arzt?" Ich bin zu ihm gegangen. Heute morgen Und was hat er gesagt?"

Tas hoffe ich jetzt von ihm zu erfahren." Sie zog ihren Arm unter dem seinen hervor. Wir malten lieber jeder für sich gelten." Sve traten in das Eafö lind iial-men ihre alten Plätze ent. Ter Kellner erkannte sie und lächelte freundlich. Er zog sich diskret zttrück, nach­dem er den Kaffee gebracht hatte.

(Fortsetzung folgt.)

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