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Nr. (01

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wwewtt. WL1 -3$, otertel- fftrtufe M. 4-05 durch Lbbote- u. Znseig stellen nwnatl Bit. 1.25. durch die Host Btt. 4.05 wertete fätjd. au»|d>L Beitellg. "icrnfpredi - Unfcbtiifie: für tee Sdiviftleitunql 12 Verlaa.«eschästsstelle5t Anschrift für Trahtnadb rtdjien. In jttgrrlefcau

pa»1che«aala:

rewtfwrl e. Dl. 11686

Erster Blatt

169. Jahrgang

Siehag, 2. Mai 1919

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

3n>lIHitg»nm6»ni<t i. Der lag: vrützl'iche Uni».-v«ch- u. Steinöruderd K. £a*ge. Sdfriftleitung, 6tf<häfls|telle uDrudtrei: Schulstr. 7.

Bimattme hu R-zei-e» f. die 4.a<te»iiu;nniet ot» zum ^laduniiiai vorder o^ne jcbtlHvbhib.id)teU

5ell<nprci|t:

für ött liehe jlnjeigew 25 Vf. Jur autroärttftt 30 Pf, für Reklamen Mk.l. - nebst 20" 0Ieue» r unflfyHl .11 ag; l'la u u ov» febrift 20 h Austchlag. Hauotschrilletter: Ang.

Goea. 0evanheoriii.il htt Volitik: 'Jhtfl. O^oen. für bcu übriacn ieil: Dr. ReuiholS 3enj; fur den AnzetgemeU: x). Beck; \amtlich in Diehen

tigai Maßnahmen allen Spuren des

Wien. 30. April. (WTB.)

»lern eine kleine Erhö-

-Bureau. Zu Iowischer

gelang der Kärntner Voltswehr, Sankt Jakob, das nachts vorübergehend verloren gegangen war, heule morgen wieder zurückzugewinnen. Im Be­reich von Klagenfurt gelangte der Ort Grafenstein durch die Kärntner Volkswehr wiederum in den Besitz der Deutschen.

Foch zu überreichen:

Ter deutschen Regierung sind in diesen Tagen zuverlässige Meldungen darüber zugegangen, daß diepolnische Armee beabsichtig?, in den näch­sten Tagen einen militärischen Vorstoß mit grö­ßeren Truppenmengen gegen deut sches Ge­biet in Posen und Oberschlesien zu unternehmen. Tie Zusammenziehung polnischer Truppen an der deutschen Grenze txfraftigt dre Richtigkeit dieser Meldungen. Der deutschen Re­gierung ist es unmöglich, irgendeine Garantie da­für zu übernehmen, daß der Waffenstillstand zwi­schen Deutschland und Polen aufrecht erhalten wird, wenn die polnische Arm« zu einem Angriffe gegen deutsches Gebiet übergehen sollte. Tie deutsche Regierung könnte nach einem solchen Angriff selbst­verständlich auch nicht mehr einen weiteren Durch­hau spart von Truppen der Armee Haller zu-

Auch der französische General Du Pont m Berlin ist von dcm Tatbestände in Ken,ttrrs ge- : und gebeten worden, sofort der interalliierten,

ron Meißner auf dem Perron anweseiid. Präfekt Chaleul hielt an die Delegation folgende Ansprache:Ich bin beauftragt, im Rainen der Negierung der Republik die beut»

dem gemeldeten Einbruch

Truppen in Kärnten wiro mitgcteilt: Es

An» rrnd Land.

Meßen, 2.Mai 1919.

Die Milchpreiserhöhung.

sind.

Die Brauneisensteingrube Georg ersoffen.

** Lang-Göns, 1. Mai. Tie dm Budo» russchen Eisenwerken in Wetzlar gehörige B r o n tu eisen st eingrube Georg bei Lang-Gons ijt vor einigen Tagen infolge Ersaufens zum Erliegen getommen. Die Arbeiter der Grube etwa 50 Mann waren wegen Lohnforderungen in den Ausstand ».'treten und nxigcrtcn sich trotz mehrfach-r Sitten, die allerdrrig.md^ Not- standsarbeiten, wie Kessel- unb Pumpen^ -Wartung, auszusührm, obwohl ihnen die Gefahr des Ersaufens der Grube nicht unbetantt war. Tie beiden Beamten der Grube versuchen vergeb- lich allein die Wasserhaltung weiterzufülnm, fo daß nach Ablaus tx>n drei Tagen die Grubenbaue bereits vollständig unter Wa s.r standen. Ta die Grube schon seit Man am bi folg? der gesteigerten Lohnsorderungm mit erheblicher Zubuße gearbeitet hatte, ist, abgesehen von der gegenwärtigen tech- nrsÄen Schwierigkeit, an eine Wiederinbe- triebsetzungnichtzu denken.

Wenige Monate vorher ist bereits eine an* dereBrauneisensteingrubeter VndernS^ schm Eisenwerke nach Lohnforderungen, die eine Unrentabilität zur Folge hatten, eingestellt worden.

Schafft Studentenbuden k

Dom Wohnungsausichuß der Gießener Stu* deittmschäft werden wir um Aufnahme nächstei)en' der Zeilen g.betm:

yn werten Kreisen herrscht die Meinung, daß ein Vermieten von Wohnungen an Studenten mtt recht vi.'l llnannehmlichk i m verbundm i'L sei an dieser Stelle davauf aufmerksam gemacht, daß die Ansprü^ eines Studmtm oon baz tterüicn Ausnahmen sehen wir ab. der lahrre

nicht geregelt wird. Deutschland brauche die Lösung dieser beiden Fragen nicht z u kennen. Bis zur Einführung des endgül­tigen Regimes können die Mächte, die gegen­wärtig die deutschen Kolonien im Besitz haben, nichtsdestoweniger sofort die nöti ««----« treffen, um diese Kolonien von <-----------

Vertrauensvotum für Orlando in der italienischen Kammer.

Rom, 30. April. (WTB.) Stefani. In der gestrigen Sitzung der italienischen Kammer verteidigte Orlando seineval- tung und die der italienischen Delegation auf der Pariser Konferenz. Selbst wenn^lle ita­lienischen Forderungen Erfüllung fanden, so sei das im Verhältnis zu dem, was aydere Mächte erreicht hätten, noch immer gering. Trotz der neu hinzutretenden Gebiete würde Italien verhältnismäßig eine weit geringere Zahl Angehörige fremder Nationalität in seinen Grenzen einschließen als andere Staats­gebilde, die vor oder erst während des Krie­ges entstanden seien. Orlandos Rede wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Eine TagesordnungLuzzattis.die decRe- gierung das Vertrauen ausspricht, wurde mit 382 gegen 40 Stimmen an­genommen.

Auch der Senat nahm mit allen 199 Stimmen eine Tagesordnung Titoni unter Lochrufen auf Italien, Fiume und Dalma­tien an.

deutschen Einflusses zu befreien.

Helmbeförderung der deutschen Uriegrgesangenen?

Poris, 30. April. MTB.) bavos. 6te- me,nceau, Lloyd George und Wilson hielten am Tienstag eine Sitzung ab, in der die Fraoe von Kia.uts ch a u besprochen wurde. Es cheiut sestzustel-en, daß Japan das Recht aus die- es Gebiet erhalten wird, es aber in bestimmter Frist an China zurückgeben wird. Definitive Be- chküjsie wurden nicht gefaßt Am Nachmittag wurden die belgischen Abgeordneten Va ndvr- vclde und Luysman an gehört. Delacroix verbreiteke sich über die wirtschaftliche Lage Bel­giens. 800000 Arbeiter seien ohne Arbeit, Tte belgischen Delegierten forderten, daß ein Vorschuß von 2 Milliarden Fr. gewährt werde, der von der von Deutschland zu zahlenden Entschädigung abgezogen werden könne. In diplomatischen Sncv en.'-jält man es für wahrscheinlich, daß die ita- ^Difilchen Delegierten bald wieder an den Ver- hastdlungen teilnehmen werden. Tann tourbo hie Frage der deutschen Gefangenen besprochen, diovnoch' geprüft werden soll. Tie damit beschäf­tigte Kommission hat die Leim beför der ung de 600 bis 700000 Gefangenen be­schlossen, da der Wiederaufbau durch gelernte Arbeiter vor sich gehen müsse.

Morgen wird die Prüfung der Vollmachten der bcutidyen Delegation stattftnden. Wahrschein­lich wird der vollständige Text des Friedensoer- trages am Samstag morgen in einer gemeinen Sitzung den Delegierten der kriegführenden Staa­ten bekämet gegebene werden. Nachmittags soll der Text ber deutschen Delegation überreicht werden. Erleichterte Einfuhr nach Deutschland.

Paris, 30. April. (WTB.) Lavas. Der Oberste Wirtschaftsrat hüll v.iker dem Vorsitz Lord Robert Cecils seine 15. Sitzung ab. Ter Rat wurde benachrichtigt, daß die Blockade' sektivn die notivendig-n Massnahmen, getnoffen bat, um die während des Krieges aus die Einfuhr oon Waren in die Schwc iz imb für die Neutralen Nordeurovas bestimm en ©in3 'idji änfungen aufzuheben. Infolgedessen fönnen alle Waren mit Ausnahme derjenigen, die eim der Spezialliste für Krie^material verzeichnet sind, ohne Beschränkung in jene Länder einge ührt wer­den, welch? ihrerseits ärebendmittel nad) Teutschland senden können, ohne für diese Senduilg.m die Autorisation ber in diesen Ländern eingerichteten interalliierten Lekalkomftees nadyl Indien zu müssen. Um den Handel und die Ver­pflegung zu erlridVem, beschoß ^der Rat auf Emp­fehlung ber Blockadesek'.ion hm, daß von letzt an Waren nach Deutschland gesandt wer­den f o l len mit Ausnahme von Munition unter ber .Bedrngtrng, daß diese Sendungen durch eine betontere ©rmed).igorrig des interalliierten Lokal- ko mitees oder in den Ändern, tno diese Komitees nicht existieren, durch eine Ermächtigung der Ver- pstegungskomitees gestattet wird. Ter Rat prüfte die nichtige Frage des Handels auf der Donau, doch saß e er diesbezüglich keinen Entschluß und behielt sich vor, die vermiedenen Vorschläge noch weiter zu prüfen. Ter Rat setzte das Studium der Arbeitskräfte fort, durch die die Verteilung und die Prot.uk.ion der Kohlen gehoben werden sollen, um so dem allgnneinen fdoiAcnmangel in Europa ab?u helfen. Es wurde beick^sieri, taß der Generaldirektor der Kommission beauftragt werden soll, im Bio ment alle Maß? rahmen zu treffen, welch die Pooduk ivn ber Kohlen in dem früheren ungarischen Reich und m Polen heben können. «Eine deutsche Note an Zoch über die

Gefahr eines polnischen Angriffes.

Berlin, 30. April. (WTB.) Rcichsminister Erzberger teilte heute, tote die deutsche Waffen- stilkftandskommiffion in Berlin berichtet, an Den Vorsitzenden Der deutschen Kvmmiffirm in Spa, General von Hämmerst ein, telegraphisch mit: Ich ersuch Sie, folgende Note dem Marschall

Versammlung nach Berlin verlegt werden. Es soll daher alles versucht werden, um eine möglichst schleunige Uebersiedelung Der Nationalversammlung nach ber Reichs- Hauptstadt durchzujühren. Man rechnet mit Der Möglichkeit, daß>on in der nächsten Woche die Nationalversammlung in Berlin abgehalten wird. Ein Beschluß über diese Anregung wurde noch nicht gefaßt. Der Aeltestenausschuß kam aber dahin überein, daß der Verfassungsausfchuß am 2. Mai in Berlin zusammentreten soll.

Der VcrfusiiingSanSschvß über die Vereinheitlichung des Eisenbahnwesens.

Weimar, 30. April. Der Verfasfungsausschuß nahm gestern in Weimar seine Verhandlungen wieder auf und befaßt» sich mit den Bestimmungen über da» Eisenbahnwesen und über die Vereinheitlichung des Eisenbahnwesens. Preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten Oese r legte den Standpunkt der preußischen Eisenbahnverwaltung dar. Der gegenwärtige Moment sei für eineVerreichlichung" der Eisenbahnen schwie« rig. Wir fallen ein Heer oon Beamten und Arbeitern, das über eine Million Köpfe umfaßt, zusammenwerfen in einem Augenblick, wo dieses Heer sehr unruhig ist^ und ganz verschiedene Forderungen stellt. Diesen Schwierigkeiten stehen gegenüber die Ansprüche bet Derkehrsintereffen und die politischen Gesichtspunkte, die die Sehnsucht nach den Reichseisenbahnen erfüllt sehen wollen. Sämtliche Einzelstaalen, die Eisenbahnen haben, sind deshalb grundsätzlich mit der Verreich- lichung der Eisenbahnen einverstanden. Als Termin dasür ist der 31. März 1921 in Aussicht genommen. Ein Schiedsgericht kann über ben noch strittigen Teil ber Entschäbigung zwischen bem Reich unb ben Einzel» staaten entscheiben. Ein Fachau schuß der Einzelstaaten wirb gemeinsam mit Reichsvertrotern bie Grundsätze der Debingungen aufstellen. Er soll am 19. Mai tn Eisenach zusammentreten. Der Ausschuß soll außerdem bie Uedersührung ber Eisenbahnen auf bas Reich vor» bereiten.

Die Frage der Bereinigung vou Baden und Württemberg.

Karlsruhe, 30. 2lpril. 3w der Landes- Konferenz ber sozialdemokratischen Da riet Badens referierte Dr. Oskar Geck (Mannheim) über Den I u f a « « e u s ch l v ß von Baben und Württemberg, ben er e^gebenu beiürwortete. Ein Beschlug über diese Frage wurde nicht gefaßt.

Hindenburg tritt von der Obersten Heeresleitung zurück.

Berlin, 1. iEa-L (Wolff.) Anläßlich bei bcDorftdjenim Frieden^verliailpl ungen richtete Gi>« 'ncralfelbmaffdxill v. Liudenburg an Reichs präfibciit Ebert folgenhcs Schreiben:Herr Prä sident! Ter Beginn der Friedensverhaiidlungen 0tTanfa6t mich, schon jetzt der ReichSregiernnse folg-i'.des zur zvemttnis zu bringen: Ich blieb im Wechsel ber Zeiten cm der Spitze der Obersten Leereslcitung, weil ich meine Pflicht darin sah, bem Laterlande in seiner höchsten Not weiter zu dienen. Mein Wunsch, mich ins Privatleben zilrückzuziehen, wird bei meinem höhen Alter all- gemein verstanden werden, um so mehr, als es ia bekannt ist, wie schwer es mir mftnen An schauungen, meiner ganzem Persönlichkeit und Ver­gangenheit nach wurde, in der jetzigen Zeit mein Amt Wester auszuüben. .tziubenüurg." Herr Generalsedlmarfchpll P Von Zhrem Ent- fchlnß, nach ber Unterzeichnung des Dorfriedens von Ihrer Steflitng an der Spitze ber Obersten Heeresleitung zurückzulrcten, um sich in bas Pri­vatleben zurückKuziehen, nahm ich Kenntnis. In­dem ich mein Einverständnis hiermit er- ^äre, benutze ich diese Gel"genheit, um Ihnen für Ihre dem Vaterlcmde wahrend des Krieges und in der jetzigen Zeit unter großer Aufopferung M?keisteten Dienste ben un a u slöschlirhe n Tank bcs be utschen Volkes cmszusvrechen Taß Sie auch in ben Zeiten schwerer Not auf Ihrem Posten ausg-'hirrt haben und bem Vater- lanbe Ihre Persönlichkeit zur Verfügung stellten, wirbIhnen daS deutsche Volk niemals vergessen. Ebert."

chen Staatsangehörigen heimziisenden ober um den deutschen Privakbesitz zu liauidieren. Es geht aus diesem Text hervor, baß bie endgültige Gebietszuteilung und die Definition des Kollektivmandcttes im Präliminarsriedcnsvertrage

Zur Erhöhung des Mllchprei^es wird uns vom Lcbensmittelamt geschrieben:

Mit Wirkung vom 1. Mai ds. Is. ist seitens des Landes-Ernährung.'amtes den Kuhhaltern eine ganz wesentliche Preiscrl)öl)ung für Die Milch zu- igebilligt worden. Eine Erhöhung des Kleinver- kaufspreises n>ar bei der letzten Preiserhöhung im Oktober 1918 dadurch vermieden worden, daß die Erhöhung auf den Butterpreis abgewälzt wurde. Diese Bestimmung ist in Wegfall gekommen, so daß die Konsumenten nunmehr wieder den vollen Preis zu zahlen haben. x .

Die Belieferung der Stadt Gießen erfolgt entsprechend ben gesetzlichen Vorschriften mit 68 Pf. pro Liter. Hierzu kommen die Kosten der Verteilung und des Alleinverkaufs, so baß sich der Kleinverkausspreis auf 75 P f en - hi i g stellt, wobei allerdings, wie auch in allen hessischen Stäb en, den Lcmblern eine kleine Erhö- 6img ihres Verdienstes zugebilligt wurde.

So bedauerlich auch die erneute Preiserhöhung dieses für die Volksernährung wichtigsten Nah- runasmfttels ist, so konnte sie doch von dem Le- bensmittelausschuß nicht umgangen werden, da die Preise vom Landesernährungsamt vorgeschrreber

Die zriedenrkonferenz.

Frühestens am Samstag werden die Der- Wandlungen mit beh deutschen Delegierten ieaiTtnrn, die am 28. April in Versailles von dem zuständigen Präfekten namens der fran­zösischen Regierung begrüßt worden fmb mit dem kurzen, verschlossenen Satze:Ich habe bie Ehre, Sie zu begrüßen". Die Gespannt­heit ber Friedenslage rechtfertigte in ber Lat keinen wärmeren Ton; im Gegenteil, bie bcutschen Vertreter werben durch ziemlich bedrückende französische Preßarrikel begrüßt, in denen sieschonend" auf bie Ueberraschun- ge» vorbereitet werben, die ihrer bei der amtlidien Neberreichung des von der Entente verserkigten Friedensentwurfes harrqn. Der Temps" enthüllt die Absichten bezüglich der Kolonien, in der er ankündigt, übös die Frage des endgültigen Besitzes sei zwar noch -nichts bestimmt, doch werde Deutschland diese Frage nichts mehr angchen, da es seinen Verzicht vorher aussprechen müsse. Gemach, auch die koloniale Suppe wird nicht so heiß gegessen, wie sie in Paris gekocht worden ist! 6cltrame Vorzeichen begleiten den Eintritt in bie Verhandlungen. Eine deutsche Note tvarnt die Gegner vor den Folgen eines Holnisck>en Angriffes auf deutsches Gebiet, Her sich in Vorbereitung befindey soll und kädt der Entrnte bie Verantwortung auf für etwaige Zwischenfälle, in die bie Armee Lal­ler geraten würde Deutschland ist nicht wil­lens, durch gewaltmäßige Akte den Beschlüs­sen der Friedenskonferenz irgendwie vor- Scifcn zu lassen. Das gilt fur Ost wie füt eft, und in diesem Punkte halten auch die Unabhängigen zur Stange. Hat doch der Abg. Haase erklärt, das deutsche Volk werde in die Abtretung de^ Sachgebietes nicht ein­willigen I Es heiK Präsident Wilson habe Über diese Frage des Saargebietes eine ähn­liche öffentliche Feststellung vorbereitet tote Über die italienische Forderung, er habe aus allerlei Beeinflussung hin btt Beröffent- licha.ig unterlassen, wolle abe. fernen Stand­punkt weiter wahren. Warten wir ab! Nach einer heute vorliegenden Pariser Veröffent­lichung scheint es, als wolle die Entente beim Mschluß des Präliminarfriedens bie deut­schen Kriegsgefangenen in die Heimat ent­lassen, also von dem Plane absehen, sie für ben Wiederaufbau dauernd zurückzuhalten. Dir brechen darüber nicht etwa in Freuden­rufe aus, so innig wir die Rückkehr der Nufrigen auch ersehnen. Denn es handelt sich um eine Selbstverständ- I i d) t e i t. Niemals würde die deutsche De­legation überhauptverhandelt" haben, wenn diese Vorbedingung der Rückgabe unse­rer Gefangenen nicht erfüllt worben wäre. Darum werden mit diesemEntgegenkom­men" ber Entente nicht etwa Abstriche an bem deutschen Friedensprogramm erhandelt wer­den können...

Der Empfang der deutschen Delegation.

Versailles, 30. April. (Wolff.) Nach einer Havasmeldung waren zum Empfang der deutschen Bevollmächtigten am 28. April auf dem Bahnhof Baucresson der Präfekt des Seine- und Oise-Departements Cha­leul und höhere Offiziere, der Sekretär D u» mentiHe als Vertreter Pichons sowie Ba-

Einbrnch südslawischer Truppen in Kärnten.

Wien, 30. April. (WTB.) Wie das Wiener Korrespondenzburtou meldet überschritten südslawische Truppen heute die Demar - kationslinie in Kärnten und überrumpel­ten die von dcm kärntnerischen Landestruppen ge­haltenen Sicherungen. Die Demarkationslinie war unter Mitwirkung der amerikanischen Kom­mission festgelegt worden. Der ganz unerwartete VWi b der unter Vermittlung Amerikas getroffenen ? '3erAnbenmg beunruhigte das Land Körnte äußerst, zumal der abgeschloffene Waffenstillstand lnickt gekündigt war. Auf der ganjet Linie (von Völkern,arkt bis zum Villacher Becken wurde von lÄdslawiscken Truppen der Kampf eröffnet. Das Staatsamt des Aeußeren protestierte sofort beim südslawischen Gesandten Pogaonik geqen die Ueber-- scbreitung der Demarkationslinie und forderte die Zurückziehung der Truppm. Er erklärte, daß eine Verweigerung dieser Forderung als feindlicher Akt angesehen würde. Auch alle Wiener Ententcmiffio- nen wurden von diesem Schritt verständigt und er­sucht, das zwi,chen Teutsch-Oesterreich und Jugo- Uawien strittige Gebiet in Kärnten durch Truppen einer neutralen Großmacht besetzen zu kaffen, unter deren Sckmtz und Kontrolle eine Volksabstimmung erfolgen soll. *

Arrr dem Reiche.

Verlegmig der Nationalversammlung nach Berlin.

SB e im ar, 30. April. Bei der Beratung des Aeltestenausschusses erklärte der Vizeprä­sident des Reichsministeriums Dornburg namens der Regierung, daß während der Friedensverhandlungen ein enges Zusammenarbeiten der Regierung, des Par­laments und der Fraktionen unbedingt er­forderlich fei. Die Regierung müsse während der Friedensverhandlungen in Berlin sein. Zujolgedesjen müsse au^ die National-

grüßen." Graf v. Brockdorff-Rantzau dankte im Namen seiner Regierung und in seinem eigenen Namen. Die deutschen Dele­gierten bestiegen darauf vier geschlossene Wa­gen. Sie trafen um 11 Uhr abends vor dem Hotel des Reservoirs" in Versailles ein.

DerTemps über die Zukunft der Deutschen Kolonien.

PariS, 30. April. (WTB.) Havas. Nach dem ..Temps" wird die Uebcrreidjung des Friedens- Vertrages an die deutschen Bevollmächtigten am Freitag oder Samstag morgen erfolgen. , Dem Akte werden die Vertreter aller Staaten, die am Kriege gegen Deutschland tcilgenornrnen haben, beiwohnen. Ter Friedcnsvertrag wird der Presse wahrscheinlich nur auszugsweise übermittelt wer­den. Der Prüliminarsriedcnsvertrag enthalt Klau­seln hinsichtlich der Frage einer etwaigen Rück­gabe der deutschen Kolonien in endgülti­ger Weise. Die erste Klausel enthält den reinen unb glatten Verzicht Deutschlands auf alle Rechte

'Unb Titel aus seinen überseeischen Besitzungen zugunsten der Ve.ei .ig-tcn S aa en, Fra k.eüchs, Italiens und Japans. Eine weitere Klausel sieht vor, daß die Regierung, welche die Herrschaft I Ber'.. Über die einzelnen früher deutschen Gebiete über-! setzt L..y nehmen wird, alle ihr notwendig ersd>einendcn | Kommission m Wartchau davon Mitteilung zu Maßnahmen tresfcn kann, um entödxt die deut- machen.

chen Bevollmächtigten in Versailles zu emp- angen. Oberst Henry, Ches der sranzösi- chen Militärmission, wird als Mittelsperson wischen den deutschen Unterhändlern und )t Regierung der Republik und der Alliier­ten amtieren. Ich habe die Ehre, Sie zu te*