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nr. 229 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Obnhessen) Mittwoch. Moder 1919
zur menschlichen Nahrung nitet geeignet lirtrp, _bc5 Lb er hessischen Vereins i:ir Bastler
.'.9 i' sion start. Sie begann mit eiitan gut
dem Iaßr.sler
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tische Siafsclung der DvrtVsa.de für den Paketverlehr
Arrcbe und Schule«
Den reckck afrwechslu f f über I auf "bic dentsr rte aus, Vorsitzende, K
macht.
Fortsetzung 18.
sNachdruck verboten.)
die zur
log.) eriaßt hat, i>ju den toltzählig ver'amm.'l - tat Real sch ü'erir einen Vertrag. Mit Dankesworten des Vorsitzenden ait den Leiter dir Schule, T' rektor Stimmer, schloß die Tagung.
sind, freigegeben,
d) aus den int Auslände frei cingeFau'ten Rohstoffen sollen die Betriebe nach eigenem (fr messen frei, also auch unter eigener Firma
Turnen.
4 $ a b =• 9? a u fr e i m, 29. Sept iutn>
Tekan Guynrann. ergab sich u. >
herbeizuschhretl.
7. E r h öhung der Eisenbahngüter- tarife. Einer Anregung des Herrn Wallach entsprechend, beschließt die .Handelskammer, an den Deutschen Industrie- und Handelstag das Er- füllten 3it richten, sich möglichst dafür einzufetzen, daß der Termin für das Inkrafttreten des erhöhten (Gütertarifs auf den 1. Januar 1920 hinausg^schv- ben wird.
8. Großhandel und Klein handel in' T e x r i l g e w e r b e. In einem Schreiben an be:t Deutschen Industrie- und Handelstag hat bic Handelskammer Einspruch gegen die Bestrebungen de- Großhandels im Lcxtilgewerbc erhoben, rode" e darauf abzielen, den Emkaufsvereiniaungen des Kleinhandels in diesem Gewerbe die Bezugsmög- lichke't unmittelbar beim Fabrikanten zu unterbinden.
9. Verzögerungen in der Telegramm-Beförderung. Bvrgebmnnrene Tc- fegramm Verzögerungen haben der Handelskammer Veranlassung gegeben, entsprechende Borstelluitgen bei der Telegraphenverwaltung zu erheben. Tar- niif ist der Handelskammer eilt Bescheid zugegangen, in luelchan die Ursachen der Verzögerung naher bargelegt und die Versicherung gegeben wird, daß das R nckispostministerium wie die Oberpostdirck- ttonen dauernd bemüht sind, die vorhandenen Schwierigkeiten mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu überwinden.
der mittler.n und kleineren Seifenfabriken nicht! daß durch Hmzutritt von zwei Gemcinden, Griedel entsprechen und aller Wahrscheinlichkeit, zu den-1 und Ai anheim, der Verein letzt 76 ob?rbesü>ch- führen würden, wie sie in der Gemeinden u'.illaßr. Bei der Misst rnslritung te Aufhebung der Zwangswirt- l Basel ist Nie Anstellung eines Reis-hilwprediger -
Las Glück der andern
Original-Roman von Erich Eben stein.
Copyright 1916 by Greiner & Camp., Berlin W 30.
Sitzung der Handelskammer Sichen.
Gießen, 23. Sept. 1919.
Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Schirmer, Kommerzienrat Grünewald,Tiehm, Kommerzialrat Hoos, Jhring, Kommerzicurat.üung- fror, Noll, Nowack, .vo nrnerziairat 9iam)peck, Rohr, Stammler, Wallach und der Syndikus.
21 Mitgliedern ..
Unterstaatssekretär Dr. Sero alb: Dre Unruhen wurden allerdings in den 'nersten Fallen von Mitgliedern der Gemeinden, nutzt von Fran- ctrt, erregt. Also ist die Gemeinde verantwortttch und es ist unmöglich', daß der Kreis dre Sllwden ;rt ihrem vollen Umfange tragen soll.
Abg. Warmuth (D.Nl.): Die HaftvflM der Gemeinden solle nicht ganz ausgeschlachtet werden, zumal die Schäden nicht nur durch bte Tumultuanten, sondern auch bei der Abwehr verursacht worden sind. . .. sTO ..
Um 6Vi Uhr vertagt das Haus bie Wetttt- berattmg auf morgen mittag 1 Uhr. Außerdem Interpellation Heinze (Valutafrage).
Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Der Nationalversammlung ging Heute der 9? ü t eint zu, tn dem u a. 133 334 000 M-k. zur Gewährung von KriegsteuerungsLulagen an Beamte und Lobnaugestellte fame an Ruhege haltsempsan- ger und Hinterbliebene angeiordert werden: ferner 1 4 Milliarden Mark für die Vettvaltung des Reickshecres, der Rrichs-Militärgerichte,^ ver hieichsmarine und für das Kommando ber schütz- truppcn sowie 15 Milliarden Marl für bie Ausführung des Friedens Vertrages, .insbesondere für öen Wiederaufbau sowie für sonstige Auswen- himgen anläßlich des Krieges. Der Notetat wuvde in der heutigen Sitzung des Haushaltsrusichusses! angenommen. ___________
billige un£> ob regierungsseitig Aeußwungrn dahin gefallen seien, daß wir bie Kriegsgefangenen nicht gebrauchen könnten. _ .
Negierungskommrssar stuckten: zj-j un- quolifisierbare Vorgehen des „Blllsbund.es" hatte her englischen Regierung erst das , Material Le- 'ch asten, das diese gegen unsere Kriegsgefangenen ausipieltc. N-ich.skänjler Bauer hat niemals eine Äußerung iw hin getan, datz wir kern, Geld jur lieber! auf er hätten. Tie Regierung rst. bestrebt, alles zu tun, um zu verhüten, daß die Kn-gs- aefon gelten frage zu politisch m Zwecken gebraucht wird Es gcrei'f t ihr zur Genugtuung, daß der Heimtransport der Kriegsgefang-ei^n sich bisher glatt abgewickelt hat. Tie Kriegsgefangenen haben sich dankbar und erfreut gezeigt, daß fte von der Hermat in .herzlicher Weise willkommen geheißen wurden. _ c _
Es folgr die erste Beratung des Getetzent.vurses hetr. nie weitere vorläufige Regelung desR e i chs- houshaltes 1919. ,
Ter Notetat wird ut allen troet Lesungen ohne Aussprache erledigt.
Bei der ersten Beratung des Gesetzentwurfes übet die
durch innere Unnchen verursachten Schäden nimmt das Wort
Wg. H e i m a n n (Soz.): Jede Haftung loko^ ter Gemeinden für die Schäden aus Unruhen mutz ausgeschlossen sein. Das Reich allein ist zuständig. Rechtlich ist auch die Abwälzung eines Drittels der Hauung auf die Gemeinden unhaltbar. Die zehr^ i auiendeii von Feftstellungsklagen würden auch wegsalleii und damit viele Kosten und Arbeit, iuenn oie Gemeinden ausgeschaltet werden. Der Redner beantragt Nebenveisung an eine Kommmion von 28 Mitgliedern. Wir können den Grundgedanken des Gesetzes nickst billigen, daß die Revolutwns- fdiübeit auf gleicher Grundlage ime bie Kiwgsscha- Oeit behandelt werden sollen.
Abg. Bärwald (Dem.): Das Gesetz hetzt oeradezu eine Drämie auf bte Plüntnroimgen. Vielleicht kann man auch die Veranstalter der Plünderungen zu den Entschädigungen heranziehen, jdj eantragc Ueberweisung an eine Kommission von
_ Nidda, 28. Sept. Gestern unb heute tagte hier der Bund freier Erzie he r. Es hatten sich dazu efrua 50 Damen unb Herren aus Hessen eingefunden. Lehrer Weber- Reuters leitete die Verhandlungen durch einen Vortrag über „SchulresHrm" ein, deren Ziel Hebung der Qualität des Einzelmenschen und Aufstellung eines richtigen (ch^iehungsideals sein müsse. Er forderte die Einheitsschule auf mehrstufiger Grundschule und wies auf die Schulverh ältnisse der Nach- bnrlaitiXT hin. An der Afussprache beteiligten sich Dr. Eorwvgh-Tarmstchst, Lehrer Holzhausen- Gießan, Koch-Friedberg und Direktor Neuendorst von der Türerschule in Hochwaldbausen. '
„Wie erbärmlich v-on ihm!" rief Modesta in flammender Entrüstung. „Das will er erst letzt — nach drei Jahren — entdeckt bähen r
Frau Loienstein seufzte tief auf.
„Wir wollen nicht richten letzt, mem Krnd. Emmy war feit Evelyns Verlobung sehr nervös, und wir wissen nicht, was sie Kornell geschrieben hat. Vielleicht glaubte er als Ehrenmann so handeln zu müssen, da das Verhältnis ja doch fast ans- lichtslos war. Wir müssen nun nur versuchen, Emmv über den Schlag hinwegzuhelfen durch doppelte Liebe und Schonung."
Am Nachmittag saß Modestr allein im Wohnzimmer. Die Mutter war mit Lotte m den Haus- rauenverein gegangen, um sich wegm der Kochkurse 8ii erkundigen, und Emmy. lag ganz gebrochen mit heftigster Migräne im Bett. Sre hatte sich jede Gesellschaft verbcken.
Evelyn aber, die schon vormittag bei Tante Ada gewesen war und niemand drheim eines Wortes gewürdigt hatte, batte das Hius gleich nach der Mutter verlassen.
Modesta wußte auch> 'ohne Frage, daß sie ihren Vorsatz, mit Tante Ada ins Äpollotheater zu gehen, ausführen wollte.
Sie merkte es an Evelyns trotziger Haltung, an ihrer großen Toilette itnb hatte auch gesehen, daß sie em Billett an Magnus geschrieben und es vor Tisch heimlich selbst friituntergetragen hatte, wahrscheinlich, um es einem Dienstmanne zur Bestellung zu übergeben.
weiten Vortrag hielt T-r. N>eue nd-o r f s uaei „Kunst und Lehrerschaft" und führte aus, daß Kunst nodfr mehr Sache der Lchrerbildung werden müsse, we>m Kunst in die Schule kommen solle. Kunstgeschmack und Kmrstverständins müssen auso-bildet werden, um Kunst verständnisvoll ent- gegenzunehmM. Dann sprach Dr. Robert C>or- w e g h - Darmstadt sehr einbrudSbdn über ,^unft im System unlerer V-ol ksbild un g". Sem Borttag behandelte .hauptsächlich den Zusammenhang von Gefühl und Phantasie mit der Kunst, die erlebt werden muß. Er schilderie eigene erlebte Eindrücke und wie er seinen elfjährigen Sohn in die Kunst einführe. Den letzten Borttag hielt Maler Liebmann ton Hochwaldhausen über „Bilder betrachtang", die nicht nach Ge-etzen, Grundsätzen und Regeln, sondern nur nack realem Urteil erfolgen müsse. Beim Zeichenunterricht sollen bie Schüler die ©egenftanbe r t ch- tig betrachten lernen, damit sie diese aus dem Gedächtnis ^wiederzeichnen können. Zum Schlüsse erläuterte der Vorttagende noch an Hand der zahlreich ausgelegten Bilder von Ubbelohde Sck windt-Darmstadt, Gerttud Koch-Berlm und Ferdinand Steininger-Dresden die technische Herstellung von Original- und Truckradierungen, oon Tief-, Flach- und Hochdruck, Schabeblättern Und .Holrichnitten. Die Forderuiigen der, zweitägigen, sehr anregenden Verhandlungen lassen sich kurz Zusammen fassen in die Worte: schöpiernck^ Pädagogik, Organisation der allgemeinen Kunst, mehr Kunstverständnis der breiten Masse.
** Lauterbach, 29. Sept. Gestern und heute fand in unserer Stadt die Jahvesversamm-
folgenden Vorsästäge gemacht werden:
a) die Auflösmig des Seisensynbivates wird für den 1. Aprll 1920 vesttmmt ins Auge gefaßt und angefünbigi;
b) bis dahin werden möglichst sogleich von jetzt ab die gegenwärttg ftillgelegten Betriebe an der Zuteilung von Rohstoffen durch das Syndikat beteiligt und jur Fabrikation wieder zugelassen;
c) allen Betrieben der Seifen- unb Wasch- mittelindustrie wird von jetzt ab der freie Einkauf von Rohstoffen im Auslände, die
Tie Baronin märe beleidigt, wenn ich es wi.'der- brächte, und für mich tefyalten kann ich es doch
Damit steckte sie das Kuvert hl Mvdeftä- Gürtel und lies davon.
Sie wäre trabet fast mit VLagnus ^akrmntcnV geprallt, bet eben die letzten Treppenstufm frer^, ausgestiegen kam. H
Als er Modesta erblickte, nickte er ihr fröhlich zu
„Nun - - bin ich etwa tut Gespenst, daß Sc mich so anseben, liebe Modesta?" fragte er lachend „Aber mir scheint gar, Sie wollen mich chchL einmal einlasseu."
,fabelt Sie berat Evelyns Billett nicht be- komnren?" stammelte M'odesta, nach Fassung ringend.
„Nein. Zch war seit dem Morgen nicht tr meiner Wohnung. Wollte Evelvn etwas ton mir?'
„Ja . . nein . . . sie schrieb Jhnrn ab für freute, weil sie krank ist, Sie hat Migräne . um liegt jn Bett. .
Ein rasender Zorn gegen Evelyn, di.
xnxmg, so zu lügen, preßtt üfr saft die Kehle 5
I strmmen. (Fortsttzung fW
selben Mißständen führen würden, wie sie in der! Gemeinden umtaßk. Bei der Missimslritung i>> ßeberinbüjlrie bei Aush.bung der Zwangswirt-; Ba''^l ist Nie Anstellung eines Retswitt'r.remnr - fd?oft cin(iLi.<f2it si,w. für Oberl,eisen vom Vorstand/ le^ntr^gt nerven
6. T i e n e u e n P o st.g ebühr en. Tie Han- Ter Weltkrieg mit seinen lekaiintm Folgen uae drlskammer beschließt eine Eingabe des Verbandes der Friedensscklluß bot'gerade dis Bas'ler Miisron Mitttlt'cutsck.er Znbustrieller zu unterstützen, worin die von England verfolgt wurde, m ctrte tdHTTeri'V das Neick/st ostministerium gebeten wird, unter Hin« | Lage versetzt, die ictzt mehr als V die Unterstützung zuziehung sackverstündiger Berater aus Jndu'ttie der 5>eimatgcm:inde nötig wacht. An t unb Handel eine weniger schematische und nnprak-1 be^ yerstorbenen Airchenrates ar ne r murr«* tische Stafsclung t«r Vortosätze für ben Paketveriehr Hofprediger Widmann- Gedern tn ben Vorstono g. wählt. Tie Nechnungsablage durchs Ptarrer Vogel-Reichelsheim i W. ergab einen gün ftigen Vermögensbestand. Ter Borttag von Mis- sto-iiar S ck» i m m i n g , der für den erkrankten Missionssekretär Müller BM-l einsietreten war, k- andelte das Thema: „Un^re Missionsvslicht Vor eute". Er rief ehre sehr rege Aussprache hervor '>cutc nachmittag 3 Uhr hielt derselbe Redner. :cr als erster die Eingeboreirensprache in Nord
gend deine Adresse. Besonders eine gewisse Frriin mm Brendler, die ganz entzidÜ.ton betitem damaligen Arrangement sei und sich wrgenommen habe, dich in die Mode zu bringen."
Modesta i»ar erschrocken lurüdgrireten.
„Tu h-aft ihr doch hoffentlich mcht meine Adresse gegeben?"
„Nein. Ta hu mir ja erzähltest, welchen Tanz dir Evelyn gemacht hat. Abcr..minl«vm die Tinge doch anders. Es handelt l«h für. dtch um die Möglichkeit, dir eine fargmfrete Extstenz SU gründen — bte Baronin meint, du könntest dir mit der Zeit ein Hridengeld darntt v^trnen — da wirst du doch nicht <utf Evelyns Hochmut Rücksicht nehmen?"
„Ich muß es doch wohl . . ."
„llnfinn! Schlimmstenfalls könntest du ja unter einem Pseudonym arbeiten, wie Müllerinnen ober Schriftstellerinnen. Bedmke, welch em Glück es wäre! Ter beste Beruf ist doch immer, wozu man Talent hat! Oder willst du warten roree tausend andere, bis irgendein M-ann Pommt und dich gnädigft versorgt?" . c ,
„Gewiß nicht! Du iveißt, wie ich baruber bente. Früher hätte mich dein Vorschlag ja auch sehr glücklich gemacht . .
„Also' Tann grell doch, zu! stummere duh nicht um die anderen!"
Miodestas Wimpern senkten jw), ttef .me Schleier über die samtartigen 9higen, währmd eine leise Röte in ihre Wangen stieg.
„Nein!" sagte sie sanft, aber bestimmt „Es geht nun nicht mehr!" Tabei blteb sie ttotz Hildas Drängen. Sie toimte es ihr dock), nicht lagen, daß bet Gedanke an Magnus allem chr diese Rücksicht aufzwang. Er hatte das eine AM ge.chw.e- len, aber Diodesta kannte ihn nun ,chon genau
Modestas Gedanken beschäftigten sich, unaufhörlich mit dieser ihr unfaßbaren Tatsache.
Evelyns Worte, die sie gestern niedergeschmettert hatten, klangen ihr immer noch tm Ohr. Wie schrecklich, daß die Schwester erraten hatte, was Modesta selbst bis dahin gar nicht zum Bewußtsein gekommen war!
Jetzt wußte sie es frellich. Aber es erschreckte sie nicht mehr so tief, wie gestern unter dem ersten Eindruck von Evelyns grausamen Worten.
War es denn Sünde oder auch nur Unrecht, zu lieben, was einem der Inbegriff aller Gute unb Vollkommenheit zu sein schien?
„Ich will ihn ja nicht für mich,".dachte sie, „und es ist nicht Neid, daß ich fte zmrngen will, ihn glücklich zu machen. . . gnt zu imrden für ihn' Auf den Knien will ich Gott danken, wenn es ihr gelingt! Er würde ja ihren Verlust mcht überleben — er liebt sie so sehr uub darum nicht aus Rücksicht für Evriyn, muß rch auch schweigen. Selbst wenn schftmmste tat
müßte ich schweigen und ihr noch freiten, es za verbergen, denn er liebt fi'.!"
Em Klopfen an der Außentür schreckte M-ooefta aus ihren Gedanken.
Es war Hilda Sattler. ,
„Ich kann nicht hmemgehen, liebe Movcpa, denn ich muß gleich weiter, m bte St mde M Grab- ners," sagte sie, ,/aber ich trage da feit fr-ute morgen schon eine Botschaft der daronm Kammels- bera an dich mit mir herum und hatte nur noch 88, mich ihrer zu entledigen. Sie retfat tu ein paar Tagen ab. Und da du durchaus auf ihre Niederbolten Anfragen nichts lagen la'l-en wolltest, trat sie nun das Vonorar selbst bemessen und schickt e-5 dir durch mich. — Auch laßt fte dar j sagen, mehrere ihrer Bekannten wünschen drm-
genug, um zu wissen, daß es ifrnr trotzdem peinlich gewesen war. Wie sollte er auch anders beiv ken bei der Stellung, in der er sich befand!
„So nimm mir wenigstens endlich das Geld/ drängte Hilda ärgerlich und wollte ihr das Kuvert zustecken. Aber Modesta lehmte auch das ab.
„Gib es zurück. Ich tat es aus GesMfgkeik
-me h viele ander: Male, und lasse mich nijj^ bezahlen dafür!"
Jetzt wurde Hilda ernstlrch bofe.
verein 1860hielt gesternemVereinswett- turnen ab, dabei vom hiesigen Männer-Turn- verein durch Kampfrichter unterstützt, lieber 100 Wetturner — Schüler, Zöglinge, Turner und Tur - nett»neu — traten zum friedlichen Wettkampfe an. der für Schüler und Zöglinge in einem Neunfamps, für aktive Turner in einem Zwölfkampf und für Turnerinnen in einem Sechskampf bestand. Tie hiesige Cinrovlmerscknft »erfolgte bie burltfveg guten turnerischen Leistungen mit regem Interesse. Es blieben Sieger: bei beit Schülern von 36 Bewer bern 27, in per Zöglingsunterstufe -von 20 Bewer bern 14, in der Zögling^oberstufe vvn 16 Belvsr- bern 7, frei ben attiven Turnern ton 9 Bewerbers 7, bei den Turnerinnen ton 20 Bewerbern 14 Tie abends erfolgte Preisver teiluug> wurde vom zweiten Vorsitzenden, Lehrer O ßwald, birrd eine längere Ansprache eingriertet, tn der er die Turner mahnte, treu zur deutschen Turnsachf'. zit stehen und mitzuallbetten am Wiederaufvau unseres schwergeprüften Vaterlandes. Turner Oß wrlld schloß seine mit dankbarem Beifall aufge- Ttöntmeneu Ansftihrungen mit einem „Gut Hetl" auf das Vateriand, dem die deutsche Turner,>Haft stets die Treue gehalten habe, bern sie auch ferner fr in in Treue dienen wolle. Gemeinsame Turnerlfeder- Schauturnen an den verschiedensten Geräten und : Tarbietungen der tzeckterriege und dec Turner : imienabteilung gestalteten ben geselligen Abend reckä adwechslungsreich. Mit einem „Gut Hell' scke Turnerschaft beschloß der erste junnyvovrv, U?ctufmanu Ph. Weiß, den Tag, der ganz im Dienste der Turnsache stand, unb dessen Arbeit nick t verwischt wurde durch Tantz und ob erst ä cki l i - V e r q n ü g u n g s s u ch 1, die sich der auch immer mehr in triefen Turnvereinen breit-
Deutsche Nationalversammlung.
Berlin, 30. Sept. 1919.
87. Sitzung.
Prasioent F ehren back eröffnet di: Sitzung Itm 3 Uhr 20 Minuten.
Ter Präsibent wünscht der Nalimllt^rsamm- tung einen gefegnttm Einzug in ihrem Berlriur Heim und gedenkt des v>rstorbmm Abgeardneten Ti Naumann, der sowohl f?ctöjrragcnb_il§ Men'ch wie als Parlamentarier gewesen «ei. Tas Haue hat fick' van den Platzen erhaben.
Aul ter Tagriordnnug steten Anfragen.
Aus oie Anfrage des Aba. H i l s i n (Ztr.-) b:tr. ,>te Unterstützung der Flüchtlinge aus El,atz- Lothringen <nitrojr!ct ein Regierungsvertteler, datz durch Bcreitstellnn.-. ton Mitteln, durch aas Rate streuz und durch ErweitLrung der Bllugnllse der Tarleheuskassen itt dieser Richtung das Moglrchste
Löbel (Soz.) fragt an, ofr die Regierung das Vorgehen des „Bolksbun^es' m Sachen der
Kriegsgefangenett
decken.
Es soll jedoch der Versuch gemacht werden, Stadt Gießen bzw. die Provinz Oberhessen Herausgabe von Notgeld zu veranlassen.
4. Verlängerung von Patenten und Geb r aucksmustern. Die Abg. Grünewald unb Genossen haben in der Nattonalver- sammlnng ben Entwurf eines Gesetzes über die Verlängerung von Patenten und Gebrauchsmustern eingebracht, wonach auf die Dauer eines Patentes bzw. Gebrauchsmusters, welches nach dem 31. Jilli 1914 in Kraft gewesen ist, die Zeit vom 1. August 1914 bis 31. Juli 1919 nicht an gerechnet werden soll. Nach einem Bericht des Syndikus über den Inhalt des Gesetzentwurfs und der hierzu gegebenen Begründung^ erklärt die Handelskammer rhre Zustimmung zu der Vorlage, da diese einem bringend empfundenen Bedürfnis der beteiligten Kreise entspricht unb auch im allgemeinen volkswirtschaftlichen Interesse gelegen ist.
5. Abbau der Zwangsrorrtl chast in der S e i fen i nd u st r i e. Die fünf größten Seifen- unb Parfümeriesabrifen Deutschlands haben an das Reichsroirtschastsminlstenum eine Eingabe gerichtet, in welcher zur Behebung bei in bet Seifenindustrie bestehenden Mißstände
1. Amtsniederlegung deS Präsr- ; deuten. Herr Geh. Kommerzicural Heichelheim fiat der Handelskammer mitgetcilt, das; er \ aus Alters- und Geftmdhritsrüasichten fick genötigt sehe, fein Amt als Mitglied der Handelslammer unb damit auch seine Präj i.dentschaft nicbeijutegen. Die Handelskammer nimmt mit lebhaftem bauetii/i'oii diesem Entschlüsse Kenntnis. Sie be- chließt einstimmig, in voller Würdigung der großen Verdienste, welch: sich ihr alloerehrter Pra- ibent während seiner fast 4vjährigen Milgliedichäft nm Handel und Jndusttie des Kammerbozirles erworben hat und in unauslöschlicher Dankbarkrit für das von ihm der Kammer gestiftete eigene Heim, womit er sich selbst ein Denkmal für alle Zeiten gesetzt hat, ihm die Wurde eines Ehrenpräsidenten an5utragen . A, v.
Für den Rest des Jahres werden bte Am^- geschäfte des Präsidenten von seinem Pleite Vertreter, Herrn Kommerzieitrat Schirmer, ge- ührt werden. „ ' <
2. Ergänzungs- uub 'Jceuiva fr len zur Handelskammer Die Handelskammer beschließt, bie Ergänzungs- und Neuwahlen ut bet zweiten Hälfte des Monats November vor- und hierfür den 17. und 18. November d. Js. ut Aussicht zu nehmen. Als Wahlkommissare werben bestellt:
für ben Mahlbeztt? Gießen-Stadt Kommerzienrat Klingspor: Gießen-Land August Nvll: Grünfrerg Ä. Jhring: Alsfeld Kommerzienrat Gust. Nam- speck; Lauterbock.l I. Tiehm II.
3. Herausgabe von Notgeld durch die Handelskammer. Die Bratkenvereinfe gung Gießen hat an bie Handelskammer das Ersuchen gerichtet, zur Behebung des bestchenoel'. Niangels an Kleingeld 50- und 25-Psenntg- Scheine im $efamtbeirage von 100 000 Mart herauszugeben. Obwohl die Handelslammer bie Bedürfnisfrage beiahen muß. kann sie sich nicht entschließen, dem Gesuche der Bankenveremigung stattzugeben, weil sie _
a) grundsätzlich gegen bie verausgabe von werterem Papiergeld ist, .
b) es in erster Linie für bie Aufgabe des Reiches hält, ben bestehenden Mangel an kleinen Zahlungsmitteln durch Ausgabe von Klcin-M e t a l l g e l d zu beheben,
c) die Zahl der im Handelskammerbezick bereits bestehertden Ausgafrestellen von Notgeld — es sind dies die Städte Gießen, Alsfeld und Lauterbach — nicht noch durch eine weitere vermehren will und
d) weil die ihr zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausreichen, um die mehrere tausend Mark freteagettben Herstellungskosten zu
stickten Missionsgntesbienste gestern abmd in brr
Ltodtkirche, in reichem Telan Gußmann
Kirchberg unb Mllsionar Schimming- Nork»
Herstellen dürfen. Tog^ zu der Gememde rieten. Tie Zahresver-
Nack Anhörung der beteiligten r< ft kann mmndung tagte freute oormittag im Sinütrirtinber- Hanb.'lsrammer zu diesen Vorschlägen ihre saale. Aus Zustimmung nicht geben, weil sie den Interessen des Vereins,
Vermischte».
Ent nachahmenswertes Beispiel.
* B r i l o n (Sauerland). Die Stadttororvneten , frewilligten 150 000 Mk. als (Sfrrengafe für bie i Kriegsteilnehmer der Stadt. Jeder Frontsoldat, her ' bis zu einem Jahre Soldat war, bekommt 50, bis zu 2 Jahren 100, bis zu 3 Jahren 150 und jeher. ’ der langer als 3 Jahre Frontsoldat war, 200 Mk ' Soldaten, die innerhalb Deutschlands gebien J haben, erhalten die Halste der Bettäge.
ßrinatiiig an Arbeit, Seift nnö Neuerung bedeutet für die Hausfrau die Perwendung des Ein weichmittels „Burnus", denn dieses wirkt felbsttä1i'.i ohne daß inan die Wäsche zu reiben oder iänqert Zeit zu kochen hätte, hervorragend schnmtzlösend ' ^Burnus ' wird in kaltem oder noch, bester in lau warmem Waster aufgelöst, die Wäsche in dieser Lösung mehrere Stunden, am zweamaßigiten über Nacht, eingeweicht. Mau hat dann nur nackzu« svülen und mit wenig Seife oder Seifenpulver kurz zu kochen und wird über den Erfolg freudig überrascht fein. 109/6se
Das Einweichnnttel „Burnus", hergestellt öoi der Chemischen Fabrik Röhm & Haas in Darmstadt ist in 50-Gramm-Beuteln überall zu haben.__
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