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, Berlin, 31. Juli. (Wolff.) LautB. Z." kil»m ekva 40 Schutzhäftlinge, die in den Hunger- eingctreten waren, den Hungerstreik j'- nachdem sie von der Ablehnung des Antrages M Unabhängigen auf sofortige Haftentlassung -^mntnis erhalten ballen.

Aus -een Reiche.

£ie Frühkartoffel?rnte.

Berlin. .31 Juli. (Wolff.) Tie

»K-r wurden selbstverständlich nicht gepffogen Tie »achclre Silierung Ijat lediglich von der Entente p Eröfmuttg direkter vorbereitender Ber­yll dlungen mit Polen über Berwaltungs- kad Räumnngs fragen angeregt. Die Alliierten lld Assoziierten erklärten ihr Einverständnis liier­et unter dem Vorbehalt, daß Vertreter derAllii?r- «r und Assoziierten an den Beratungen teil- kchinen. Die Verhandlungen dürften in den näch- kn Tagen in Berlin beginnen.

Ende des Bochumer Hungerstreiks.

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V, 29. Juli, fcie egrleise einer Srj a-nrvagm ml W *L Der M ,g Mlaricrt M i8^a\ai Md ori den Wk?f> ch-s W " >ch befindet ttu sacken der Frarl^ der Verschluß W c Schieber in W ff. dafür bekounm

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tt Polen durch eine Note des Frciherrn von kersner angenommen habe, ist, wie von zu- iinbiger Stelle mftgeteilt wird, nicht nur voll- klinmen aus der Luft gegriffen, sondern «scheint auch dem Sinne nach unverständlich. Die sichtliche Stellung der abzutretenden Gebiete ist

t 1 Friedensvertrag geregelt. Es liegt kein »rund für Deutschland vor, schon jetzt die Sou- kranität hierüber aufzugeben. Verhandlungen dac-

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Kie sind nirgends vorhanden, da alle Liefer- n bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit tklastet werden mußten, um die Ausfälle auszu- seichcn, die durch den Verlust der kartoffelreichsten »ebiete mit 25,2 Prozent des Kartoffelanbaues in iau&cn entstanden sind.

leine Abtretung her Souvernität über die Ostgebiete.

Berlin, 31. Juli. (Wolff.) Die Havasmel- diing vom 30. Juli, wonach DeutscUand den von kn Alliierten vortzeschlagenen Uebergang der Sou­veränität über die abzutretarden Ostgebiete

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mürbe von der Reichskartoffelstelle verfügt. Dre Litserftellen befinden sich seit Anfang Juli im besitze des Berteilungsplanes, haben jedoch bis- kr nennenswerte Lieferungen nicht zur Durch- sühmng bringen können, weil die Ernte in vollem Umfange noch nicht einsetzte. Irgendwelche Neber-

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tag der Kartoffeln aufgehoben werden mußten nnb daß die Unterbringung der auf den Markt ge- LerfaffllNg. I langten gewaltigen Mengen unmöglich sei, beruht r _ flfrtiV I einer bewußten Irreführung der BevÄkerung. t. oU 2 t« LE Heber die gesamte Frühkartosselernte im Reiche sgj&lr '

»ach die Fru h ka rtoffelernte in einzelnen Vezirken Teuffchlands so reichlich ausgesallen.wäre, bafe vorläusig die Bestimmungen über die Bertei-

flnrNi ba GtaatSgrrichtShof für bcS Dentschv

In den Nebergaugsbestrmmungen wirb bann poch faesagt, daß die BeAmmungen des Artikels 18 Ablaß2 bis 5 erst zwei Jahre nach Ber­andung der Reichsverfassung in Kraft treten sollen.

Das Abkommen über die Rheinland«.

Berlin, 31. Juli. (Wolff-) Auf die beut» scheu Fancherungen wegen der Ausführungen des Abkommens über die militärische Besetzung der rheinischen Gebiete antnwrtete die Entente ium Teil entgegenkommend. Die- An- orfegrnbett wird morgen zwischen den beteiligten Neuerungen, dem Vorsitzenden der deutschen Kom- imsston und dem parlamentarischen Beirat des Lleichskommissars für die besetzten rheiniscl)en Ge­bote besprochen. Die Verhandlungen werden in Versailles fortgesetzt.

Berlin, 31. Juli. (Wolff.) Dem Wunsche der rheinischen Abgeordneten entsprechend, tritt Ixt parlamentarische Beirat des Keichskommissars für die besetzten rhei n ischen G e bietenid)t in Berlin, sondern in Köln am 3. August, nachmittags 4 Uhr, im Ziegierungsgebäude zusammen.

Die Förderer der Rheinischen Republik.

= Höchst a M., 30. Juli. Die Generalver­sammlung des Zentrumsvereins für den Wahlkreis Höchst-Homburg-Usingen sprach sich in riiter Entschließung f ü r die Errichtung einer Rheinischen Republik im BerbMtde des Deutschen Reiches tmd die unverzügliche Herbei- sthrung einer Volksabstimmung Wer diese Frage Qis. Die beabsichttgte Einführung einer zwei- lährigea Sperrfrist wird in der Entschließung, die der Nationalversammlung in Weimar über­mittelt wurde, als ein Hohn auf das Selbst­bestimmungsrecht des rheinischen Volkes bezeichnet.

Loslösung Birkenfeld».

Birkenfeld, 31. Juli. (Wokff.) Der Lan- brttrorftxuib ist gestern nachmittag Husammengv- tvetcn, »» zu dem Telegramm der oLenburgistl-en Staat 5regienntg Stellung zu nehmen, nach wel­chem diese im Prinzip mit der sofortigen Los­lösung B i r ken f el ds unter Wahrung der öa> WflmgSmSßigen Bestimmungen sich einver­standen erklärte. Es wurde bestlflossen, die in der Sitzung des Lamdesausschusses vom 17. Juli ernannte Kommission von vier Mitgliedern nach Oldenburg zu cntienbat Ter Kommission wurden Instruktionen erteilt, über deren Inhalt noch nichts bekannt ist.

EtSiislbw Beiak^ dorr einigen Tägeszeftungen gebrachte Notiz, wo- LMiltsöMlrt »ach die Frü h ka rtoffelernte in einzelnen

ßafitamo*

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Vriefvcrkcbr «ach dem Ausland.

Weimar, 30. Juli. (WTB.) Um den Be­dürfnissen des Verkehrs soweit entgegenzukommen, wie er mit der Notwendigkeit, die Steuerflucht zu verhindern, vereinbar ist, hat der Reichsminister der Finanzen entsprechend der kürzlich von ihrn gegebenen Zusage die Postüberwachungsstellen an- gennesen, die gewöhnliche B r i e f p o st künftig nur noch stichprobenweise zu prüsen. Gewöhn^ liebe Briefe nach dem Auslands können deshalb von jetzt ab verschlossen aufgeoeben werben. Eingeschrie- lbeue Briefe, Wertbriefe, Postanweisungen und Pa- Ertfenbungen miterliegen nach wie vor der Prü­fung. Es sind indcß besondere Maßnahmen ge­troffen, um auch für diese Senbungen jede unnötige Verzögerung zu vermeiden. Die Telogrammüber- wachungsstellen sind angewiesen, künftig Tele­gramme ohne Prüfung zu befördern.

Die Heimkehr der Kriegsgefangenen.

Weimar, 30. Juli. (W. B.l Von zustän­diger Seite wird über die töeimkehr der 5^riegs- gefangeiren mitgeteilt: In den Kreisen ber An­gehörigen von deutschen Kriegsgesangerren macht sich eine steigende Unruhe bemerkbar, daß die Gefangenen noch immer nicht zurückkehren. Tie Unruhe wird van gewisser Seite noch ver­stärkt, indem man durchblicken läfjt, daß die deutsche Regierung die Schuld trage, daß unsere unglück­lichen Landsleute noch immer in den Härrden unserer (fsegner sich befinden. Den Auffassungen dieser Art muß entschiedeir entgegengetreten wer­den. Zum besseren Verständnis der Verzögerung, die eingetreten ist, und an welcher die deutsche Regierung vollständig schuldlos ist, sei jeftgefielIt: Artikel 214 des Friedensvertrags besagt: »Die Heimsck-asfuna der Kriegsgefangenen und Zioll- intennerten soll nach dem Inkrafttreten des gegen­wärtigen Vertrages sobald tvie möglich stattsinden und mit der größten Bescksteunigung durchgeführt rverden." Der Frit-ensvertrag tritt bestimmunAs- aemüß erst damr in Kraft, wenn er durch Deutsch- iland einerseits und drei der alliierten und asso­ziierten Hauptmächte andererseits ratifiziert ist. Mit der Durchführung der einzelnen Bestim­mungen über die Heimführung der Gefangenen kann sonach erst begonnen werden, nachdem der Gesamtvenrag Rechtskraft erhalten f^t. Zur Vorbereitung der Durchführung des Ab­transports der deutscheir Kriegsgefangenen sind die alliierten und aftofriierten Mächte in zwei be­sonderen Noten der deutschen Regierung vom 28. Juni und 21. Juli gebeten worden, die am! 20. Mai von dem Präsidenten der Friedensdelegation be­reits zugesagte Einsetzung der erforderlichen Kom­missionen, wie es Artikel 215 vvcsieht, zu ver­anlassen. Erne zusageiü-e Antwort ist bisher nicht erfolgt. Tie deutsche Regierung hat sich unablässig bemalst, einen beschleunigtenHeimtrans- port der deutschen Kriegsgefangenen herbeizu- sühren. Ter deutsche Vertreter für die Haupt­kommission befindet sich bereits feit geraumer Zeit in Versailles, so daß in dem Moment, in welchem die gegnerischen Mächte ihre Vertreter benennen, die Verhandlungen ausgenommen werden können. Tie Möglichkeit, das zu beschleunigen, hatte Deutschland nicht. Deshalb ist eS unberochttgt, der deutschen Regierung die Schuld beizumessen. Was, insbesondere die Kriegsgefangirnen in Si­birien anbelangt, so muß ausdrücklich festge­stellt werden, daß auch hier der Abtoansport von der Entscheidung der Alliierten und Assoziiertes abhSr^ig ist. Tie Fürsorge der Kriegsgefan­genen gcschielst biS zu ihrer Heimkehr in jeder nur erdenttichen Weise, selbsivers.Lndlichi ohne Rück­sicht auf die dcünrrch enttdehenden Kosten. Mit den Angehörigen sehnt auch die Regierung den Mo­ment herbei, wo sie die Gefangenen in der Heimat begrüßen farm.

Was die Beteiligung Deutschlands an dem Wiederaufbau der zerstörten Ge­biete anbclangt, so hat die deutsche Regierung nie Zweifel darüber gelassen, daß sie auch die nach der Richtung hin im Friedensverttag eingegange­nen Verpflichtungen loyal erfüllen wird. Am Mitt­woch ist die Kommission nach Versailles abgereift, um die Vorfragen zu dem Wiederaufbau mit den französischen Bevollmächtigten zu erörtern. Ehe daran gegangen werden lann, deutsche Arbeiter aufsuntten, sich zur Arbeit in den zerstörten Ge­bieten zu melden, ist es unbedingt erforderlich, daß zunächst die Lohn- und Arbeitsbedin­gungen, die Sicherung der persönlichen Frei­heft und des ungehinderten Verkehrs mit der Heimat festgelegt werden. Mft der Auslieferung der Gefangenen steht nach dem Frickensderttaa der Wiederaufbau in keiner Verbindung, so daß mcht davon die Rede sein kann, daß etwa vielleicht Arbeiter zum Austausch gegen Gefangene aru geboten werden können.

Bern, 31. Juli. (Wolff.) Wie uns die Ber­ner Geschäftsstelle des Verbandes zum Schutze der geistigen Arbeit in der Kriegsge fangen- schaft mitteilt, haben während der letzten Morrate in sieben Kriegsgefangenenlagern Frankreichs unter Leitung von dem Kultusministerium in Berlin bcvollnkLchttgten kriegsgefangenen Oberlehrern er­folgreiche Kriegsreifeprüsungen, erste Lehrerprüfungen und MilitLranwär- terprüfungen ftattgefunben. An dem Zu­standekommen der Prüfungen haben auch das schweizerische Hochschsilhilswesen und das dänische Note Kreuz hervorragendeir Anteil. In weiterem fiebert Kriegsgesangerrentagern finb zur Zeit ent­sprechende Prüfungen 4m Gange.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 1. Aug. 1919.

* Amtliche Personalnachrichten. Durch Entschließung des äffischen Landesamts für das Bildungsiocsen wurde dem Leiter der Zentral­stelle für Volksbildung H. Hassinger, die AmtsbezeichnungTivettor der Zentralstelle für Volksbildung" verliehen; die Lehramtsreferendare Dr. Ernst Meyer zu Gießen, Dr. Hermann Voepperling zu Darmstadt und August Seybold zu Grün berg wurden zu Lel>r- amtsassrfsoren ernannt. Der Revisor bei oer Brandversicherungskammer Heinrich Enders zu Darmstadt wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1919 zum Oberrevisor bei dieser Behörde und die Mili- taranwärter Georg Weiche! aus Eberstadt und August Raab aus Obcr-Rosbach zu Kanzlei- gehilfcn bei der Kanzlei des Ministeriums des Innern ernannt.

** Wieder z wei Arbeitsjubilaen. Am 31. Juli waren es 25 Jahre, daß der Metall­dreher Heinrich Ihm aus W i e s e <f bei der Firma H. Schaf sstae d t G. m. b. H. Gießen ununterbrochen in Arbeit gestanden hat. Der Jubilar nmrde von den Inhabern und seinen Mitarbeitern reichlich beschenkt und geehrt. Am 4 August werden es 25 Jahre, daß der Metall- dreher" Wilhelm Schmidt an4 Launsbach

! ebenfalls bei obiger Firma beschüftigt ist. Auch 1 diesem Jubilar sind, wie es üblich ist, reiche Ehrung«! und Gesck>enke zugedacht.

"Freibank. Samstag, 2. August, nach­mittags .von 13 Uhr werden die Nrn. 1151 bis 1200 beliefert.

* Aus der franz. Befatzungszone ist jetzt iast uneingeschränlter Warenverkehr zuge- lassen. Das Meistgewicht für Postpakete ist 25 Kilo­gramm. Tie Pakete sind sämtlich zur Kontrolle nach Lllainz zu leiten, lieber die zweckmäßigste und schnellste Form der Kontrolle und über oie Weiter­beförderung der Pakete schweben noch Verhand­lungen. Um in der Uebergangszeit Stockungen und Pakctverkehrsfperren zu uerniciben, ist den Be­wohnern des französischbefetzten Gebiets empfohlen worden, zunächst nur die dringlichsten Pakete nach dem unbesetzten Deutschland abzusenden.

** Der Allgemeine Eisenbahner- Verband (Ortsgruppe Gießen) hat auf Sonn­tag, 3. August, abends 8 Uhr in den Lenzschen Fel'enkeller eine öffentliche Ciseubahneroeriamm- lung einberufen. Abgeordneter Osw. Riedel- Berlin spricht überZeit- und Streitprobleme der Eisenbahner".

** Ter Deutsche Tabakarbeiter- Verband ladet zu einer Versammlung für Sonn­tag nachmittag 3 Uhr im Gewerkschaftshaus ein. Besonders die Verbandsmitgliedcr der länMid^ij Orte werden um zahlreiches Erscheinen gebeten. Gewerkschaftssekretär Kiel hält einen Vortrag über die Erwerbslojenfürsorge, außerdem noch über die Tabaksteuer.

** Im Lichtspielhaus wirb heuteTer gelbe Tod", eine Tragödie der Menschheit in sechs Allen, ferner ,Lee oder Schokolade", Lustspiel in zwei Akten, gegeben.

Landkreis Gießen.

Lich, 30. Juli. Zu einer Plage, wie man sie in dieser Stärke hier noch nicht erlebt hat, sind in diesem Sommer die Spatzen geworden. Nickt nur, daß sie dem Beerenobst in den Gärten großen Schaden zugefügt haben, in Scharen sollen sie auch über die reifenden Korn- und Weizen­felder, besonders in bet Nahe der Stadt, herfallen. So sieht man auf der Vogelhütte z. B. Uecker, di-e schon ein Drittel des Körnerertrages verloren haben. Große Werte gehen Damit der Volks­ernährung verloren. Aufgestellte Vogelscheuchen nützen nichts. ?lm besten hilft bekanntlich das Schießen. Aber es ist doch nicht jeder Feldbesitzer in Der Lage, sich ein Flobert anzuschafft" und damit, umzugehen. Am besten würden seitens der Gemeinde einige Männer dazu beauftragt, wie das unseres Wissens ja auch von einigen Kreisbehörden bereits angeordnet worden ist.

Krciö Vüdivgen.

ba. Büdingen, 31. Juli. Eine zahlreich besuchte Versammlung der Viehhändler fand am 29. im Fürstenhof statt. Dcn Vorsitz hatte R. Marcus übernommen. Vom Krcisarnt war Reg-Rat Dr. Wehner erlchienen. Die Viehhändler werden durch die stets neuen und harten Berord- nungen in ihrem Gewerbe schwer getroffen. 2luch die Viehhändler bekämpfen den Schleichhandel und die Schwcn^schlächterei. und verurteilen alle hierbei Beteiligten, auch die Verkäufer und Käufer ohne Erlaubnisschein. Eine Reihe von Beschwerden wur­de trorgebracht und diesbezügliche Entschließungen an dsa Kreisonit, den Viehhandelsloerband und das Ministerium angenommen. Zur Ausarbeitung und Begründung mit Rücksicht auf die Debatten wurde ein Ausschuß gewählt, dem die Herren Gcüne- baum-Düdelsheun, Simon-Bisses und Meyer-Geiß- Nidda angehören. Die jetzigen Transportscheine sollen in Fortfall kommen, da das Kataster ge­nüge. Ebenso die Besichttgung durch die Ver­trauensleute, bar diese überflüssig sei und nur Kosten mache. Die Ursprungszeugnisse sollen ab­geschafft werden, ebenso der monatliche Auszug aus dem Verkaufsbuch, da von keinem anderen Geschäft und Gewerbe ettvas Aehnlicbes verlangt wird. Alle an Schleichhandel und Schwarzschläch­terei beteiligten Verkäufer tmb Käufer sollen der Oeffentlichkeit benannt werden und die Viehhändler sollen gezwungen werden, die Namen derselberq zu nennen. Das reelle Gewerbe der Viehhändler habe hierbei nichts $n fürchten. Der Biebhandels- verband soll angewiesen werden, für Nutz-Zucht- vieh keine Aus fuhr beivilli gimg mckhr zu erteilen. Auch die Frachtbriefe des Viehli-andelSverbandes sollen alS überflüssig abgeschafft werden. Reg.- Mat Dr. Wehner wird soweit als möglich dafür eintreten, daß allen berechtigten Wünschen entgegengekommen wird. Der Vorsitzende wies dann auf bk Erregung int Lande hin, das auf Abschaffung der Zwangswirtschaft dränge, doch müsse erst die Ernährung der Allgemeinheft sicher­gestellt sein, das sei unerläßlich, um ein katastro­phales Unglück zu verhüten. Selbst der glückliche Agrarsbcrat Dänemark tönne die Zwangswirtschaft noch nicht befeittgen, nnb in England sei zur Zeit noch die Rationierung der Mllchprodulle. Jetzt sollten kerne gefährlichen Experimente gemacht werden, dagegen schon alle Härten und unberech- ttzten Zwangsmaßnahmen abgeschafft werden.

KrelS Alsfeld.

np. Ruppertenrod, 31. Juli. Am letz­ten Sonntag fand hkr eine Gedenkfeier für den Gefreiten August Tr öHer, Sohn des Heinr. Tröller I., statt, der ans dem Rückzüge in fron* zösische Gefangenschaft geraten war. An seiner Ver­wundung starb er im Hospital Binöul St. Fermin an der Oise am 23. Juli 1919 im Alter von 26Va Jahrm.

Kreis Friedberg.

Das Ende der Spielklubs.

bz. Bad-Nauheim, 31. Juli. Wie die ,^3.-N. Ztg." aus bester Quelle erfährt, dürsten bie Tage der Spielklubs soweit es sich um solche handelt, in denen verbotene Glücksspiele getrieben werden gewählt sein. Bad-Nauheim will und wird Hellbad bleiben, und wenn sich hier Auswüchse gezeigt haben, die srch mit dieser Eigen­schaft nicht deckten, so sind nur gewisse Kreise dafür verantwortlich $u machen, die sich um des elenden Mammons willen über Gesetz und Moral erhaben dünsten und damit schuld tragen, wenn der Rus unseres Bades gelitten haben sollte.

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ga. Bad-Nauheim, 31. Juli. Durch den Gerichtschemiker wurde festgestellt, daß der bei dem Mörder gefundene Revolver Spuren frischer Benutzung zeigte, und daß die Kugel, mit der der Straßbur -- ger Kaufmann getötet wurde, z u den Patronen paßt, die der Täter im Besitz hatte. Die mikroskopische Untersuchung dec übrigens in sehr schlechtem Zustand befind­lichen Kleider des vermeintlichen Taters ließ B l u t s p u r e n festftellen. Außerdem wurden blutige Fingerabdrücke auf einem bei dem Tä­ter gefundenen Geldschein seftgestellt. Es be­

stehen darnach nicht inchr die geringsten Zwei­fel, daß der Verhaftete der Täter gewesen ist. Anders verhält es sich allerdings mit ter Person des Mörders. Die Nauheimer Poli- zei hatte von Anfang an Zweifel, ob der Ber- yaftete auch mit dem Leutnant Volkmer Bar­tels aus Berlin identisch sei. Inzwischen wurde festgestellt, daß der Leutnant sich bei seinem Regiment befindet, und daß ihm dec Paß nnb andere Legitimationspapiere abhanden gekom men sind. Wie nun der Tater heißt, ist noch nicht bekannt.

Friedberg, 31. Juli. Am Sonntag wird Hoforganist Müller aus Darmstadt, der frühere langjährige Organist an der hiesigen ©tabthrrfje. ein Kirchenkonzert geben, in bem Fräulein Thilde Walther (Sopran) und Fräulein Marie F l ö - ring (Violine), beide aus Darmstadt, mitwirken werden.

Tt. AuS dem Kreise Friedberg. 31. Juli. ImTorrnst. Täglickien Anzeige^ lefat wir: Es ist ein besonderes Kennzeick-eil der neuen Freil^it, baß auf dem erotischen Gebiete alles, was seither durch die Sitte in Tämme zu- rückgehalten war, auf unser armes Volk nun los- gelassen werden darf. Aber nicht nur die Sittlich­keit der Erwachsenen steht in Gefahr, man greift schon auf die Kinder über. Im früheren Wirkungs­bereich unseres Bildungsministers Tr. Strecker, dort nw sich auch die Spielhöllen auftaten, lernt man bie Kinder Walzer nnb Mazurka tanzen. Nicht in der Schule, im Turnunterricht, nein im Wirtshause. Zehrr- bis vierzehn' jährige Kinder lernen z. B. in Staden in bet Wettcran mit den Schulentlassenen zusammen abends von */s9 bis I/all Uhr (!) bei einem Tanzlehrer aus Friedberg tanzen. Dce Schul? hat am Lande noch darauf gesehen, daß die Kin-der nicht das Wirtshaus befndjen mtb abends vor Dem Dunkelwerden zu Hause sind. Und jetzt ist eben alles erlaubt. Die anständigen Kvnse der Wetterau rufen nach einem sprachbegabten Apostel, der gegen diesen Unfug auftritt.

Lkssen-Nassau.

Feuergcfccht mit Wilderern.

Kassel, 31. Juli. Ein förmliches Fr«r- gestcht hat sich in bett ausgedehnten Waldungen der Stadtverwaltung Brilon abgespielt zwisckien Forftbearntcn und Wilderern. Tabei wurden die Förster Steifens und Binkenschütt durch Schüsse der Wilderer getötet, ein dritter Förster sckiwer verwundet. Von den Wilderern wurde einer angeldpffen, die übrigen sind teilweise feftgenam» men.

Ans dem Amtsverkündigungsblatt.

** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 66 vom 31. Juli enthält: Die Wahlen zum Lrovittziattag. Auszug aus den Besttmmungen über das Schlagen von Oelfrüchten. Fern- halttmg imzuverlässiger Personen vorn Handel. Einfühnmg von Viehkatastern. Schweinerotlauf zu Londorf. Pferderäude.

Oelfrüchte dürfen in den Mühlen nw geschlagen werden, wenn sie mit einem vom Korn- munalverband Gießen auf betreffende Mühlen aus­gestellten Schlagschem beleyt sind. Oelfrüchte, die nicht mit einem Schlagschem belegt sind, oder in die Mühle ohne einen solchen angeliefert werden, verfallen der Beschlagnahme. Die Beschlagnahme bleibt auch bann bestehen, wenn der Schlagschein nachlräglich ausgestellt ober hergebracht wird. Das Schlagen von Orifrüchttn darf nur gegen Bar- entschädignng erfolgen. Dem Anlieferer sind Oel und Kuchen restlos auszuliefem. Ist der Setriti* einer Oelmühle so umfangreich, daß diese nicht in der Sage ist. dem Anlieferer gerate die auS feinen Oelfrüchten gewonnene Menge an Oel und Kuchen cmsruhandigen, so ist sie verpflichtet, dem­selben mindestens eine Menge abzugeben. bk bei Raps, Rübsen und Mohn Vs, bei Leinsaat, Senf und Dotter V>, bei Hanf und Sonnen- Humen Vg der GeMchtSmengx der angelieferten 'Oelfrüchte entspricht, und die entsprechende Menge Kuchen. Dem Oelrnüller ist es verboten, irgend­welchen Handel mit Oelfrüchten ober bereu Erzeug­nissen zu treiben. Andere Oelfrüchte als Raps, Rübsen, Mohn, Leinsaat, Leindotter, Sonnen­blumen, Senf und Hanf dürfen von den Mühlen auch auf Schlagscheckt hin nicht zur Skrarbeitung angenommen werden.

Der Metzger Gustav Müller zu Gießen wird als unzuverlässige Person vom Handel mit Fleisch und Fleischwaren ausgeschloffen.

Einführung von Viehkatastern. Als längste Frist für die vom Viehbesitzer unver­züglich an den Katasterführer zu erstattende Ver- ünderungscmzeige find zweimal 24 Stunden zu- gelassen.

Schweinerotlauf ist unter dem Schweine- bestände des Balthasar Schnecke rckt Londorf festgestellt worden.

Die Pferderäude in dem Gehöfte des Markus Wetzstein tn Treis a. d.Lda. ifi erloschen.

Die Konzession als Dienstmamr hat Karl Mandler, Gießen, Steckiftraße 61, mit der Nr. 15 erhallen.

Vermischtes.

* Die Dramaturgische Zentrale, Weimar, jetzt in Heidelberg, hat ihren durch den Krieg mtterbrochenen Betrieb wieder aufge- nmrnnat. Sie prüft Dramen aller Art, gedruckt-' und ungedruckte, und veröffentlicht gegebenenfalls ihre Gutachten in Hermann Kietaes Zeitschrift Deutsche Lkder". Insbesondere ist sie dazu be­stimmt, jungen Begabungen den Weg in die Oeffentlichkell zu bahnen. Als Lektoren wirken Dr. Ernst Wachter, der Begründer und langjährige Letter des Harzer Bergtheaters, und Kurt H o tz e l

Verantwortlich für Politik: I. V.: Dr. Reinhold Zenz.

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