Nr. 255
Zweites Blatt
M. Zchrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
mit gut.
Prüfungsergebnisso, Jahresbericht.
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Cheuffourkuree.
Prüfungsordnung erlassen wurde, hat seit dem Jahre 1909 drei nicht überstiegen. Im Dezember 1909 unterzogen sich zwei Kandidaten der Prüfung, Juli 1910 ebenfalls zwei, im Juni 1911 nur einer, im Dezember desselben Jahres ebenfalls einer; auch im März 1913 unterzog sich nur einer, im Dezember desselben Jahres ebenfalls einer; auch im März 1913 unterzog sich nur einer und im Juli 1913 zwei der Prüfung. Sämtliche Kandidaten haben ihre Prüfung bestanden, darunter drei mit ausgezeichnet, die übrigen sechs
Bierwagen. Setzen Sie sich auf den Stuhl dort und sagen Sie mir: Ist das Ihr Sohn, der dort steht? — Zeugin: Er sieht doch heute anders aus als damals. — Bors.: Angeklagter, setzen Sie doch einmal Ihre Brille ab. Sie haben früher doch keine Brille getragen. Nun, Frau Bierwagen, ist das Ihr Sohn? — Die Zeugin gebt, mühsam sich aufrichtend, aus den Angeklagten zu und ruft mit tränenzitternder Stimme: „Bist du mein Sohn, so antworte mir!" — Der Angeklagte erklärt kalt lächelnd: „Die Fran muß sich irren, ich —— Bors.: Seien Sie still. Sie sind ein^ganz frecher Bursche. Dreißig Zeugen, darunter Ihr eigener Schwager, kennen Sie wieder! — Angekl.: Das bin ich nicht, das ist nicht meine Mütter! — Bors.: Können Sie di/er alten Frau ins Auge sehen und ihr sagen: Du bist nicht meine- Mutter! — Angekl.: Jawohl, das ist nicht meine Mutter! — Zeugin: Nach der Sprache glaube ich bald auch, daß es mein Sohn nicht ist; aber ich habe ihn ja seit 19 Jahren nicht mehr gesehen. Ich will aber lieber meine Aussage verweigern. — Bors.: Eine Mutter kennt ihren Sohn wieder, auch wenn sie ihn 20 Jahre nicht gesehen hat. Wenn Sie Ihre Aussage verweigern wollen, so ist das vielleicht auch nir Sie besser. Sie wollen wohl Ihren Sohn nicht belasten, nicht wahr? — Zeugin (weinend): Ja, ja, so ist's! (Bewegung.»
Nach eingehender Würdigung der Beweisaufnahme kommt der Vertreter der Anklage zu der Ansicht, daß alle Momente dafür sprechen, daß der Angeklagte, nachdem er seine Fran nach einem vorausgegangenen Streit erstochen hatte, die Flucht ergriffen, dann aber seine ursprüngliche Absicht, sich selbst zu töten, aufgegeben hatte, um dann unter dem Namen Kirschner wieder aufzutauchen. Die Beweisaufnahme habe ferner einwandsfrei ergeben, daß der jetzige Angeklagte der Gärtner Bruno Bierwagen ist. Bei der ganzen .Sachlage könne, insbesondere wegen des hartnäckigen und raffinierten Leugnens des Angeklagten, von einer Zubilligung mildernder Umstände keine Rede sein. Der Staatsanwalt beantragte die Bejahung der Schuldfrage nach Totschlag unter Ausschluß mildernder Umstände. Die Geschworenen bejahten nach kurzer Beratung die Schuldfrage nach Körperverletzung^ mit Todeserfolg unter Versagung mildernder Umstände. Der Staatsanwalt beantragte zu der gegen den Angeklagten wegen Münzverbrechens erkannten dreijährigen Zuchtbausstrafe auf noch 10 Jahre Zuchthaus zu erkennen. Das Urteil lautete auf 8 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust.
** Das Großherzoglich Hessische Regierungsblatt vom 1. Oktober 1913 enthält: 1—3. Oöffentliche Anerkennung. — 4. Uebersicht über die in bcn israeli- ‘ i Kreises Oppenheim zu er-
Die „fcie&ener ZamilienblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
Samstag, 4- Moder 1915
Rotationsdruck W>d Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steiudruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^sjol. Redaktion: e-E 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Schwurgericht.
th. Gießen, 3. Okt.
Heute verhandelte das Schwurgericht gegen die 24 Jahre alte Friseuse Susanne Schmidt und gegen die 24 Jahre alte Margarete Kimmel, beide von Gießen und bisher unbestrair, die unter der Anklage des Meineides standen. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Trümpert. Die Verteidigung führten Rechtsanwalt Dr. Aron und Rechtsanwalt Kaufmann. Es waren sechs Zeugen
DosPädagogiumNeneaheim-Reidelberg mit klein. Gymnasial- u. Realklassen, moderr; bewährten Einrichtungen, Sport. Spiel. Wandern. Werkstätte, Gartenarbeit. Förderung körperl. Schwacher, mitSchUlerheim (Zimmermit 1. 2 u. 3 Betten) hat im Klassen-Unterricht (kein DrillI immer gleich gnte Erfolge zu verzeichnen. Uebergeleitet wurden 1912'13 in Unter- u. Oberprima 8/9. Kl. Gymnas., Real- Reform gymnas. u. Oberrealschulen 20. in der Obersekunda (7. Kl.) 8 Schüler. Einjährige 1913: Ostern 3. Herbst 14.
ca. 40 Mark betragen.
Prof. Brauer ist überzeugt, daß, wenn die Käufer nur nicht allzu hastig drängen, die nötigen Mengen radioaktiver Substanzen in aller Ruhe und ohne die derzeit herrschendem fabelhaften Preise beschafft werden können. Die Radium- käufer sollten auch nicht vergessen, daß d-ie wirksame Gammastrahlung schon jetzt durch das Röntgenverfahren zu gewinnen ist und baß es wahrscheinlich nur eine Frage kurzer Zeit ist, bis die Technik diese vielerstrebte Strahlung auf rein physikalischem Wege bereitstellt. Leider sei auch zu erwarten, daß der Spekulationswert der radioaktiven Substanzen dadurch herabgesetzt werde, daß man mit der Zeit von den übertriebenen Hoffnungen, die heute auf ihren Heilwert gesetzt werden, abkommen werde. Um die übermäßig hohen Preise etwaiger Ringbildungen herabzustimmen, sei es zweckmäßig, daß die Käufer sich zusammen- schließcn und alle Radiumofferten den Krebsforschungsinstituten zur Prüfung eingesandt werden. Bei dem Ankau der Präparate müßte mit größter Vorsicht vorgegangen werden und fei speziell eine Beratung durch einen Kaufmann und durch einen erfahrenen Physiker zu empfehlen. Bezüglich der Organisation, unter der die radioaktiven Substanzen den interessierten Aerzten und damit weiten Kreisen der Patientet, zur Verwendung bereitgestellt würden, müsse vor allem dafür gesorgt werden, daß die Präparate tunlichst fortlaufend arbeiten, damit eine möglichst große Zahl der Patienten behandelt werden kann. Tas Hamburger Forschungsinstitut für Krebs und Tuberkulofe habe zu dem Zwecke eine allen Hamburger Krankenanstalten und allen Hamburger Aerzten'zugängliche Zentralstelle zur Entnahme von Radium und Mesothorium begründet. Die Tätigkeit dieser Zentralstelle sei der Kontrolle eines breiten, die verschiedenen ärztlichen Inter essenkreise berücksichtigenden Ausschusses unterstellt, der die gerechte und verständige Verteilung der Präparate zu überwachen hat.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 4. Oktober 1913.
Tn Promotionen an d e r L a n d e s un i v e rs i- tat. Bon dem Jahre 1857 bis einschl. 1911 haben in Gießen als Doktoren promoviert 2722 Herren, davon waren Lizen- traten M Rechtswissenschaftler 295, Mediziner 884 Tier- ätite 5tö Philosophische Fächer 100o Die mechen Promo, tionen würden im Jahre 1907, dem Fubehahr, erledigt, m hem mirf, die meisten Ehrenpromotionen, nämlich 54, statt- la7den Bon d7efeu 54 Ehrendoktoren gehören 12 als Doktor und 1 als Lizentiat der Theologischen Fakultät an acht der Rechtswissen chaft, 7 der Med.z.n, o der ^crhnlkunde Md 21 der Philosophie. Im ganzen wurde oon 185, brs 1911 der Ehrendoktor 170 mal verliehen. In demielben Zeitraum wurden insgesamt 2892 Promotionen vollzogen
^n Die Zahl der geprüften Studrercnden der P ädagogi k, für die am 29. Aug. 1903 eure besondere
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
Heber die Beschaffung und Bereitstellung radioattiver Substanzen.
Bei dem großen Interesse, das heute der Strahlenbehandlung in allen Kreisen entgegengebracht wird, dürften die höchst . bedeutsamen Ausführungen von P r o f. L. Brauer Hamburg-Eppendorf, in der neuesten Mummer der „Münchn. med. Wochenschr", die sich speziell mit der Beschaffung und Bereitstellung radioaktiver Substanzen befassen, die weitgehendste Beachtung beanspruchen.
Prof. Brauer hält es für die Pflicht der Aerzteschaft, sich nicht nur über die einschlägigen Fragen wissenschaftlich zu orientieren, sondern auch dafür Sorge zu tragen, daß die radioaktiven Präparate in richtiger Weise beschafft und in praktischer .'Art bereit gestellt werden. Auf Grund seiner Erfahrung als Vorstandsmitglied des Hamburger Krebsforschungsinstitutes, hält er es für dringend geboten, sich speziell zu den letzteren Fragen zu äußern. Er mochte zu seinem Teil dafür Sorge tragen, daß die Beschaffung und Bereitstellung der radioaktiven Substanzen sich in ruhigen Bahnen vollzieht und in eine Form kommt, die der.Allgemeinheit in verständiger Weise zum Nutzen wird. Gleichzeitig will er mit aller Entschiedenheit dem „Radiumfieber" entgegentreten, das jetzt weite Kreise ergriffen und zu einer ganz ungesunden Marktlage und Preissteigerung geführt hat, die nicht nur den Interessen der Patienten und der Stadtverwaltung, sondern auch denen der Aerzteschaft entgegenstehen. Zunächst dürste es die Aufgabe der Aerzte sein, die Grenzen der «Radium- und Mesothoriumbehandlung zu zeichnen. Wie seinerzeit der Tuberkulinenthusiasmus der guten Sache nur geschadet habe, so würde es auch mit der Radium- und Mesothoriumbehandlung gehen, wenn nicht rechtzeitig toarnenbe Stimmen aus ärztlichen Kreisen laut würden. Ferner solle mau den meist eiligste Entscheidung fordernden Radiumangeboten entgegentreten, die vielfach den Eindruck zu erwecken suchen, als sei nur durch ganz rasches Zugreifen die Beschaffung der Präparate möglich, die aber in Wirklichkeit nur allzu deutlich ihr Spekulations- inierejfe verraten. Die Menge der radioaktiven Substanzen, die für die nächste Zeit an den Markt kommt, könne unmöglich so gering sein, wie einzelne Offerten es immer wieder behaupten, da schon «eine einzige Firma mehr als 3^2 Gramm Radiumelement zu Beginn Dezember d. I. anböte und zwar zu dem horrenden Preis von nahezu 500 Mark für ein Tausendstel Gramm kr i stall wa ss'er h alti gen Radi umbromids. -Außerdem lägen zahlreiche Angebote mehr oder weniger großer Mengen vor. Mesothorium würde setzt mit großer Eile an den verschiedensten Stellen fabriziert. Nach allen Erfahrungen erscheine die Behauptung, daß auch für die nächsten Monate nur äußerst wenig radioaktive Substanzen an den YNarkt kommen werden, nicht richtig, vielmehr befände man sich ganz offensichtlich einer künstlichen Preissteigerung gegenüber, die es den Aerzten, die die Verwaltungen zu beraten haben, zur Pflicht mache, diesen Preisen durch möglichst besonnene Ratschläge entgegenzu- treten. Zudem verlaute es, daß eine Riugbildung den Handelswert des Mesothoriums auf einer bestimmten Höhe zu halten bestrebt ist. Gegenüber den zur Zeit geforderten hohen Preisen werde von sachkundiger Seite behauptet, daß die Herstellungskosten eines Milligramms Radiumbromid nur
Rheinisches ““^’UasotunenbaSTl!Iektroiaohnllc
Technikum Bingen
fische bekannt und vertraut zu machen.
** Zirkus Karre schloß vor nahezu ausverkauftem .Hause hier in Gießen feine Zeltsaisou am 1. Oktober. Das Wintermaterial nebst dem lebenden Material ging im eige-, neu Sonderzug über Cöln—Herbesthal nach Brüssel, wo Zirkus 'Carre in dem größten europäischen Steinzirkus, dem Cirque Royal, ein dreimonatliches Gastspiel erledigt. Das hiesige Gastspiel mußte infolge Zollschwierigkeiten verkürzt | werden. Das Sommermaterial wurde in der von dem hie-j sigen Magistrat in liebenswürdiger Weise zur Verfügung | gestellten Margareten Hütte für den Winter eingela-; gert. Die Direktion des Zirkus bittet uns, zur Aufklärung ’ hier uw geh ander Gerüchte mitzuteilen, daß ein Teil der hier vorgeführten Löwen unter äußerst günstigen Bedingungen an einen Dompteur verkauft wurde, da für nächste; Sommersaison das Unternehmen eine große Tiger- und Eisbärengruppe anläufte. Gegen Verbreiter unwahrer £at*( fachen über diesen Verkauf wird Direktor Carre strafrechtlich; rücksichtslos vor gehen.
** Die Schädlichkeit der Herbstzeitlose. Es ist jetzt wieder an der Zeit, dem allzu üppigen Wuchern- der H c r b stzeitlose, die für das Vieh bekanntlich sehr sehr schädlich ist und den Wert der Wiese beträchtlich verringert, Einhalt zu gebieten. Das beste Mittel dagegen ist es, zwei bis drei Jahre hintereinander das Kraut zur Zeit, wo der Saftstand der Pflanzen am größten ist, aus dem Erdboden herauszuziehen, nachdem man den Boden ange- seuchtet hat, und ihn so langsam ersticken zu lassen. Noch wirkungsvoller ist das Mittel, wenn vor dem Ausziehen deck Krautes eine starke Düngung mit Kompost, Kainit oder Thomasmehl erfolgt.
Landkreis Gießen.
△ Lollar, 3. Okt. Als Nachfolger des verstorbenen Stationsvorstehers Schellhorn in Lollar wurde Herr Neitze aus Wetzlar beftimmt. Er wird fein Amt ani 1. November antreten.
Albach, 4. Okt. Bei der Gemeinderatswahl wurden gewählt: Wilhelm Lenz, Johann Ludwig Langsdorf und Karl Ph. Brück
geloben. , ... _ .
Die Angeklagten waren geständig, in einem <ftrafvcrfahrcu, welches wegen Kuppelei anhängig war, und in dem sie als Zeugen vor dem Untersuchungsrichter unter Eid vernommen waren, wissentlich die Unwahrheit bekundet zu haben, nur zu dem Zwecke, um ihre eigene Sckjande nicht zu gestehen, aber auch um die der tisch-« Religionsgemeinden der feriW Oppenheim zu der Om-ntlichkcit
hebenden Gemeindesteuern für das Rechnungsjahr 1913. — geführt. Nach dem Urteil, das öffentlich verkündet wurde, haben 5. Uebersicht der für das Rechnungsjahr 1913 genehmigten Gesckjworeneu die Schuldfrage zwar bejaht, den Angeklagte,: Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israelitischen aber den Milderungsgrund zugebilligt, daß die Angabe der Wahr- Religionsgemeinden des Kreises Darmstadt. — 6. Uebersicht Heck die Angeklagten einer strafrechtlichen Verfolgung aussetzen über die in den Gemeinden des Kreises Lauterbach zu er- konnte. Beide Angeklagten wurden zu neun Monaten Gefängnis hebenden Gemeindesteuern für das Rechnungsj-Hr 1913. - unter Anrechnung von sechs Unter,uchungspaft chs uer.
7. Ordensverleihungen - ÄÄ 'tonnte,^inen
und zum Egen fremder Horden. 9. Zulaonngen gur bcöinqtcn Strafaufschub zu befürworten, aber bereit jei, nach Rechtsanwaltschaft. — 10. ^wnstnachnchten. — 11. 2-yarar- PfMßung eines entspreck^enden Teils der Strafe, wenn die Ver- tcrerteilungen. — 12. Berichtigungen. urteilten sich in der Strafhaft gut führen, der Frage näher zu
** 0 «it u n des Deutschen trauender- treten. Für die Kimmel wurde auf Betreiben des Rechtsanwalts
eins ii^G i e ß e N^Jm OktobkrSKaufmann von den Gefchworeneii eu. Guadenge.uch unterzeichne! lein Dr. Schultz aus Frankfurt a. M. in^Gießen einen (ßcricbtsfaal.
Vortrag über das Thema: W i e k an n d 6 e" d d e r $on der Bühne des Lebens.
u gen b helfen? Jngcrcgt durch diesen Vortrag, schloss I (^n Sohn, der seine Mutter verleugnet.)
sen sich einige junge Mädchen zu einer Gießener x5 u * I Tas Berliner Schwurgericht verhandelte gegen den 43jähr. gendgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins Ortner Bruno Bierwagen, der des Totschlags an seiner Ehefrau und des Gemeinbe-Frauenvereins zusammen. Es ist ber beschuldigt ist. Die Tat soll am 5. Januar 1909 verübt worden Zweck dieser Vereinigung, junge Mädchen zu ber in ihren fein. Damals wurde die Portiersfrau Marta Bierwagen tot aus- Kräften stehenden sozialen .Hilfsarbeit heranzuziehen. Die gefunden. Man stellte zwei Messerstiche fest. Der Verdacht der Vereinsarbeit begann im Januar 1913 mit ber Grünbung Tätefichast fiel auf den Ehemann, der spurlos venchwundm war. einer Kinberbibliotbek für Volksschulkinder. Zweimal in ber Im Jahre 1906 war der Gartner Bierwagen nach Verbuszung ™ smfimhT (fenmltnna hnn 4—6 Uhr kommen einer Zuchthausstrafe wegen ^oychlags zu seiner inzwifchen von Woche, Mittwochs und samstags von 4 6> Ubr, to N geschiedenen Frau zurückgekehrt und Halle nut ihr bis 1909
Er Leitung einiger lunger Mädchen Kinder im Alter von bürgerliches und zufriedenes Leben geführt. Bei der Leiche
.8—14 Jahren in ber Alice-Schule zusammen. Ev find oft lüurbCn zwei Briefe gefunden, in denen der Ehemann Bierwagen 40—50 an ber Zahl, bie nut großem Eifer Die ihrem Alter daß er über seine Tat Reue zeige, und anfünbigte, daß er angepaßten Bücher lesen, welche ihnen aus ber Bibliothek sich das Leben nehmen werde. Trotz aller Recherchen blieb Bierzugeteilt werben. Die jungen Mädchen beaufsichtigen die wagen spurlos verschwunden, so daß man zu der Ansicht ge- Kinber währenb ber Lesestunden und geben ihnen die nötigen langte, daß Bierlvagen seinen Entschluß, sich umzubriugen, aus- Erklärungen. Ein gemeinsames Lieb beschließt bie Zusam- geAhrt habe. Die ^-ache wird daduul) romanhaft, day der An- menkiinst __ Crin Sommer werden bin und wieder anstatt I geklagte behaupte^, gar nicht der befchuldigte Bierlvagen zu fern,
dieser L-sestunden Spaziergänge unternommen wobei sich iu 3u“Zr
£tc niit Spielen ergötzen dürfen. Bei verurteilt wurde. Damals kam jener Kirschner zu-
dcr Naharbeit für die B rocken) ammlung ist die Hilfe der ^u- I sAlig ins Zuchthaus zu Sonnenburg, wo ein ft Bierwagen gesessen gendgruppe stets willkommen und Arbeit tn reichem Maße I)üttc> unb wurde von allen Aufsehern als Bierwagen erkannt vorhanden. — Außerdem wurde einmal in der Woche die und begrüßt. Jetzt war man des verschwundenen Gattenmörders Leiterin der Strickschule von jungen Mädchen unterstützt. — habhaft geworden. Bierwagen bleibt auch heute dabei, Ernst Hilfe in der Kinderkrippe steht für diesen Winter auf dem Kirschner zu heißen. Von seiner Geburt und Kindheit wußte er Arbeitsprogramm. Die Mitgliederzahl ist von 13 auf 40 nichts; er sei mit Zigeunern gewandert er kenne aber Bierwagen aeftieaen und wisse, day auch dieser unschuldig sei. Der wirkliche Mörder
a r • - v p sei ein gewisser Grünberg. Mehrere Zeugen bekunden, zum Teil
. städtischer Se e f i) chmar kt. Wie aus dem großer Entschiedenheit, daß ber Angeklagte Bierwagen sei. Anzeigenteil erfrchtlich, wirb unsere Stwbtverwaltnng rn Zu einer tragischen Szene, die auf alle Anwesenden einen Ausführung bes von der Stadtverordneten-Bersammliin^ tiefen Eindruck machte, kam es bei der Vernehmung der Witwe lurzlifch gefaßten Beschlusses am nächsten Donnerstag in Ernestine Bierwagen, eines 70jäbrigen Mütterchens, welches mit den Ma r k t l a u b e n den st ä d t is ch en See f i s ch m a r k t altersgebeugtem Rücken, leise vor )id? ltznweinend, den Schwur- toieber eröffnen, um babttrch der Gießener Bevölkerung gerichtssaal betritt. — Vorsitzender: Warum weinen Sie denn, eine billige Fischversovaung als Ersatz für das teuere Fleisch Frcm Bierwagen? — Zeugin: Ach mein Gott ich konnte sterben ... Aipfpn Wrrrff hcnimtf wie int Voria.br" UM 3 Mir vor Kummer unb Sorge. Ich weiß ja gar nicht mehr, was ich den ! soll. - $orj;: beruhigen. Sie sich M°- erst, Fr.au
ersten Märkten sehr'groß ist, wirb hier ausbrückttch darauf hingewiesen, daß vor 3 Uhr fein Verkauf stattfindet und daß für die ersten Märkte ein so großer Vorrat an Waren beschafft werben wirb, baß auch bie Wünsche ber später kom- menben Kunben noch voll befriebigt werden können. Im Interesse einer rascheii Abfertigung empfi^lt es sich daher, wenn bie Käuferinnen sich nicht alle um 3 Uhr cinfinben, sonbern auf bie Nachmittagsstunben verteilen. — Wie im Vorjahre, sollen >auch in diesem Jahre in der Alieeschule wieder Kochkurse v-eranstoltet werden, um weitere Kreise mit den verschiedenen Zubereitungsmöglichkeiten der See-


